Erstes Blatt
159. Jahrgang
Die heutige Nummer umfaßt lv Seiten.
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Nr.Ä53
Der Siebener Lnzelqtt erscheint täglich, aufeer Sonntag». - Beilagen: viermal wöchentlich 'iehenerZamiliendlätter; .ipeimalroöctientl.Krell» lall für den Kreis Sieben
> Dienstag und Freitag); iveimal monatl. Land- IirlichaftlicheSeitsragea renisprech - Anschlüsse: '4r die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse iür Depeschen: Anzeiger «icßcu.
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n-Ueberzie'ner ren-Anzüge ifakturwaren Pelze zzz: Auswahl. Bill. Preise
Mmisterwechse! in Dänemark.
Kopenhagen, 27. Okt. Der König empfing heute den Führer der Radikalen im Folkething, Rechtsanwalt Zahle, der folgende Ministerliste vorlegte: Rechtsanwalt Zahle Ministerpräsident und Iustizministcr, Landrichter Krabbe
86» von Sä-® Uff nhalt empliemt iu - tschinenfabrik
Scbieäersleii
•h (Oberhessen).
Donnerstag 28. Oktober 1909
Vezugopret».
monatlich 75 Vt., viertel»
▼ - A jährlich Mk. 2.20. durch
Abyole- u. Ziveigstellen moimtlicb 65 Pt.; durch
— Deutscher Fröbel-Verband. Auf Hauptversammlung zu Magdeburg sprach am Montag abend Prof. Enken-Jena über „Die Bedeutung pröbel» für die Kultur der Gegenwart". Der Verfasser stellte dem äußerlichen, rastlosen Tun Fröbels Anschauung vom ALel der Tätigkeit entgegen. Gesellschaft und ^mdr- vidualität sollen nach Fröbel einander nicht ausschltetzen; das eine wächst durch das andere. Das ift bie beste Gewahr für eine harmonische Entwicklung des Menschen. Die Frau werde dem 9Ranne gleichwertig, .aber nicht gleichartig. Jeder in seiner Art - auf gleicher Hohe - nebeneinander. Die Sorge für die Erziehung der Mens Aeit ist der Frau, der Mutter, in die Hand gegeben, ^ie soll darum ihre Arbeit im Familienkreis nicht geringer achten, als die des Mannes in der Oeffentlichkett. Nickst auf die Größe des Arbeitskreises kommt es an, sondern auf die Wirkung. Am folgenden Tage wurde über die Stellung der Kindergärtnerin verhandelt. Frau Clara Richter- Berlin zeigte, daß die materielle Lage der Kindergärtnerin bisher keineswegs der eingesetzten Kraft entspricht. Es ist des^lb eine Attersversorgung durch. Anschluß an die Leh-
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teil ges chehen, indem s i e zu viel beweise n ro j l L t c und Furrer unstatthafte Mittel zu seiner ® c r t c t =■ digung eingeräumt und das Dersalfreii tu bic Lange hat gelten lassen, anstatt das durch die Umstände gebotene iiim- marischc Verfahren anzuwenden, bet dem die Aburteilung und ÖtnrickNiMg der Verhaftung unmittelbar gesolgt wären.
Tie Wirkung, welche dieses .gesprenkelte Bersahrcn auf dte öfseMltche Meinung Europas ausgcübt lat, ist das Gegenteil von dem gewesen, was Derr Maura erwartete. Für meine Person hcwundere ich das Vorgel>cn Frankreichs, das während der Kvrn- nnnte dcit Aufstand nachdrücklich erstickte, in der Folge aber den ftüHeren Teilnehmern an der Empörung, die sich geändert hatten, die Teilnahme an den Landrsgeschäften gestattete. Aber ich v'\eber» hvle, daß es in Spanien keinen Fall Ferrer gibt und geben wnn.
Das sagt ein liberaler Minister des neuen spanischen Kabinetts! Was sagen dazu diejenigen Freigeister, die auch in Deutschland für den „unschuldig Verurl.rltcn" voreilig und ohne genaue Kenntnis von der Sache so gewaltig die Trommel gerührt haben? Daß diese osfen- kundige polittsche Blamage jetzt von der Zentrunrspresse gegen das geistige Rüstzeug des Liberalismus ausgenützt werden kann, ist höchst bedauerlich Liberale Politiker aber haben das Recht und die Pflicht, gegen solche Schädigung des Ansehens im eigenen Lager zu protestieren und notigen- falls auch den Spott nickst zu sparen, den das Gebaren mancher sogenannter entjchieden Liberalen geradezu heraus» forderte.
politische Lagesschau.
Russischer Boykott deutscher Waren.
Trotz des offenkundigen Rückzuges, den die deutsche Negierung bei dem Zwischenfall in Charbin angetreten nut, sind die weiteren Folgen für die dortigen Deutschen jochst unerfreulich Der „Köln. Ztg." wird aus Peters- ; >urg berichtet: . .
SDic Nowoje Wrernja" entnimmt den in Ostauen erscheinenden | russischen Blättern einen Aufruf zum Boykott deutscher
Die Türkei und dar 2lus!anö.
Zwischen Wien und Konstantinopel ist wieder alle? in schönster Ordnung. Sehr wertvoll für den deutschen Einfluß ist es, daß General v. d. Goltz wieder in türkischen Diensten weilt.' Bemerkenswert ist es aber auch, daß der Sultan künftig regelmäßig türkische Ofstziere auch nach Oesterreich schicken will, damit sie sich militärisch unterrichten. Während vor einigen fülonaten noch eine ungestüme Boykotlbewegung gegen Oesterreich im Flor war, machen heute friedliche türkische Reisegesellschaften in Wien Visiten. Die Zeiten ändern sich rasch.
Konstantinopel, 27. Okt. Auf Grund der ausgeschrie- benen Submission auf Kriegsmaterial, zu der eine außerordentlich große Zahl von Lieferanten zugelassen wird, soll die Firma Krupp den Zuschlag für neunzig Rohrrucklauf-Feld- kanonen erhalten, während ein gewisses Quantum Munition für ältere Festungs- und Belagerungsgeschütze an Armstrong vergeben werden soll, lieber dte Munitionssahrzeuge ist noch nichts Endgültiges bekannt. „ „
Konstantinopel, 27. Okt. Nach Information^ von maßgebender Stelle wird die Türkei von 1910 ab ; ahrltch vier bis sechsOffiziere zur Vervollkommnung der Studien nach Oesterreich-Ungarn entsenden. Die Gesamtzahl der zu entsendenden Offiziere soll vierzig betragen
Wien, 27. Okt. Eine aus 250 Personen bestehende türkische Reisegesellschaft ist heute abend hur em getroffen. Am Bahnhofe begrüßten Vertreter des Handelsministeriums, der Präsident der Handelskammer und Bürgermeister Dr Lueger die Gäste auss herzlichste. Sie gaben der Hoffnung Ausdruck, daß die s e i t A l t e r s h e r bestehenden freunbjtbaTiiuijcn Bande mit der Türkei durch diesen Besuch enger geknüpft roeroen mögen.
Konstantinopel, 27. Oft. Aus Anlaß ber heutigen Fahrt des Sultans nach Jsmid war der Bahnhv, der cmawlischen Bahn festlich geschmückt. Das Bahnpersonal bildete Spalier aus dem Bahnsteige. Ter von der Gesell)chaft zur Verfügung gestellte Sonderzug bestand aus fünf Waggons. Auf der Strecke bis Jsmid trugen alle Bahnhöfe Flaggenschmuck. -Ler Sultan drückte wiederholt seine Befriedigung über die §ahrt aus.
Lebensmittelkeuerung in Oesterreich. ;
österreichischen Älbgeordnetenhaus ftvnd gestern eine , lvchwichtigc Anci-legenheit zur Brratirng, dl« -Mituber ine Grenzen hinaus Interesse erregt. In Oefterrem> ist eine Lebensmittelteuerung eingettcten, bie bie S^cteuenjng in Deutschland noch zu überttesfen scheint. Der öfter» lüchische Handelsminisier hat sehr off en Herz! ge Er tarun gen abgegeben und namentlich die ablehnende Haltung der un- ■infrfycn Regierung wegen der Herabsetzung der Grtrerde- ?c>lle beklagt, was allgemeines Aussehen erregte.
Gerung will man durch die Errichtung einer Wiehverwer- 1 maszen träte mildern. .
Wien, 27. Okt. Bei der Verhandlung der Dringlichkeit santräge betreffend die Lebensmittel- r e u e run g wies Hanbelsminister Wervk (■in, daß die gegenwärtige Situation gegen ähnliche frühere friburd) versck-ärst erscheine, daß zu der Lebensmtttelteue- nmg noch eine Depr e s s io n de r i ndu st n e l l e n Kon- j unklur mit brohmder Arbeitslosigkeit hmzulomme. Der ^udelsminister desPrack) eingehend die Frage der G tre.de- olle. Er hob l>ervor, daß das Bedürfnrs eines Zollschutzes i'iir die heimische Getteideproduktion sick) zu vermindern ixginne, zumal die Voraussetzung für die hohen Getrerbe- zölle, nämlick) das Sinken der Getteibepreise, keineswegs iiiehr zutteffe. Die Regierung habe sich an die ungarische ' : Regierung wegen Herabsetzung der Geteidezölle mit Rück- I ficht auf bie geringe Ernte gewandt. Die ungarische Re- I gierung habe eine Herab setzimg abgelehnt, weil für das
>ahr 1909 keineswegs von einer schlechten Ernte gesprochen «erden könne. (Hört! Hört!) Auf die steigende Tendenz jtt Getteidepreise wirke zweifellos auch die Tatsache ein, >aß trotz der nachdrücklichsten Vorstellungen der österreich- .ichen Regierung Budapest noch immer auf dem Blanko- » terminhandel bestehe. (Lebhafter Beifall.)
Handelsminister Dr. Weiskircksner befaßte sich i.m wei- teren Verlaufe seiner Rede eingehend mit der Frage der l e i s ch t e u e r u n g, die namentlich im nächsten Frühjahre infolge der gesunkenen Viehbestände bedenklich zu □erben drohe. Er sprach den Wunsch aus, daß die Re- s,x»erungsvorlage betreffenb die Errichtung einer Vieh- ^verwertungszentrale baldigst beraten werde. Der 5 Minister betonte, daß die Fleischversorgung der Großstädte ohne Zuhilfenahme geschlachteten Fleisches für die Dauer i ausgeschlossen sei. Zur Frage der Milchteuerung erklärte -er Minister, die Regierung werde alle in dieser Hinsicht I gemachten Vorschläge reiflichst Prüfen. Es sei die Pflicht ocs Parlanients und der Regierung, sich mit allen diesen •Stagen eingehend zu befassen; aber ihre Lösung sei natürlich -richt von heute aus morgen möglich. Die wichtigste Vor- wbingung für eine bauernbe Lösung berartiger Fragen j<i bie Schaffung von Organisationen der Produzenten und fronsumeuten und tunlichste Beseitigung des illegilt i m e n Z w i s ch e n h a n d e l s. Der Rede folgte lebhafter Oeifall; der Minister wurde von vielen Seiten beglück- aoimscht.
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rerin-Pensionskasse des allgemeinen Wohlfahrtsverbandes zu erwägen, wozu auch die Kindergärtnerinnen in Familien veranlaßt werden sollen. Der Verein für Familien- und Volksversicherung (Leipzig) beantragte durch Fräulein Dr. Go f ch e den Anschluß des Deutschen Fröbel-Berbandes an den Bund deutscher Frauenvereine, was einstimmig angenommen wurde. Fräulein L a ß wi tz- Breslau sprach über die Frage: Wie schützen wir den Namen der Kindergärtnerin vor Mißbrauch durch minderwertig ausgebilüe e (iL-mcnie? Sie führte an, daß der beste Schutz gegen derartige Konkurrenz eine einheitliche Anwendung des Namens „51inder- gärtneriu", einheitliche Lehrpläne der Seminare, Aufklärung des Publikums in her Presse, sowie Vermeidung gewerbsmäßiger Stellenvermittlung sei. Ein vom Fräulein Lührmann-Mainz einaebrachter Antrag, den Namen ,Finderpflegerin" durch oen Namen „Kindergärtnerin 2. Klasse" zu ersetzen, wurde abgelehnt und statt dessen die B^eichnuug „Fröbelsche Kind er p Heger i n" beschlossen. Frau Klara Richter-Berlin beantragt, der Gründung eines Feierabendhauses für Kindergärtnerinnen näher zu treten. Gedacht ist hier nicht an Feierabendhauser alten Stils, sondern an kleine Ansiedelungen mit Einzelhaus- Haltungen in verschiedenen Gegenden Deutschlands. Nicht nur Kindergärtnerinnen, sondern alle gebildeten, arbeitenden Frauen sollen sich zu diesem Plan zusammenschließen. — lieber den Antrag von Fräulein tz e y d e- Braunschweig, die Zukunft der alternden Familienkindergärtnerin ins Auge zu fassen, entspann sich eine lebhafte Auseinandersetzung.
— Das heilsame Sonnenlicht. Die Bedeutung der Sonnenstrahlen für die menschliche Gesundheit wird in erster Linie darin erblickt, daß oie meisten krankheitserregenden Batterien durch das Licht in ihrer Lebenskraft beeinträchtigt oder vollständig abgetötet werden. Außerdem aber ist ein Hauptmittel der sogenannten „Lichttherapie", die geradezu auf eine Heilung von gewissen Krankheiten durch Lichtstrahlen ausgeht, aus die Benutzung des Sonuen-
Waren, Der iMolge des Eharbiner 3rou cbeni al les erlassen worben ist. Der Ausruf besagt, ein kleines Häuslern TeuN'cher mit bem Konsul an ber Spitze erlaube sich nicht nur, bie Gerechtigkeit, sondern auch die in der Expropriationszone geltenden, durch keinerlei internationalen Vertrag bisher aut- gehooenen Gerichtsstellen zu mißachten, da man überzeugt sei, daß die russische Regierung und bie russisckie Bevölkerung nicht reagieren würden. Bei solcher Sachlage sei bie rufitfd>e Bevölkerung in der Mandschurei durch nichts gegen die empörenden lieber griffe Deutscher geschützt. Die Deutschen könnten sich das Eigentum der verttauensseligcn Russen aneignen und seien unter dem Schutze der nationalen Flagge und des Konsuls gegen udes Gesetz gefeit. Um der Frechheit der Deutschen ein Ende zu madjen, besitze die russische Bevölkerung Charbins in bem Boykott ber bcutschen Waren eine mächtige Waffe. Möge kein Russe, der noch Selbstgefühl besitzt, einen Gkgenftanb deutscher Herkunst in bie Hand nehmen. Mögen bie russischen Kaufleute ihre Beziehungen zu den bcutfd>cn Firmen abbrechen, wenn sie nickst selbst bem Boykott verfallen wollen. Möge die Ostdstnabahn der deutschen Firma, der sie zu Millionen Mark Bestellungen übertrage, emen Fußtritt geben, wie der russische Soldat ihn bei der Erfüllung seiner Dienstpflichten während der Versteigerung der Ebarbmer Brauerei erhalten habe. Der Aufruf schließt mit den Worten: es sei Zeit, daß die Russen aus ihrer Erniedrigung erwachten. Daher solle der Boykott deutscher Waren eingebettet werden
Es handelt sich hier um offenkundige Gehästigkeiten, und das Berliner Auswärttge Amt wird aut tun, diesen Dingen ernste Aufmerksamkeit zu schenken. Fe entschiedener das deutsche Auftreten ist, desto größer der Refpekt der Russen, das ist eine sehr alte Erfahrung.
Gietzener Stadttheater.
Ter Doppelmensch.
Schwank von Wilhelm Jakoby und Arthur Lippschitz.
So herzlich und ununterbrochen wie gestern habe ich im Theater noch selten lachen hören: Karl W. Buller nar mit einem neuen Schwank von Jakoby und ^.ippichutz qekommen und verhalf dem witzigen Stücklem zu einem starken Erfolg. Wer Jakoby, den gefeierten ehemaligen Vorsitzenden des Mainzer Karnevalvereins, kennt, bei besten Erscheinen in der „Narrhalla" heute noch cm unbeschreiblicher Jubel ausbricht, der weiß, daß dieser witzige schlagfertige Redner auch als Schwankdichter stets lebhaften fall findet. Spielt dann iivch Karl William Buller die Haupttolle, dann gibts überhaupt kein Halten mehr, dann sorühen Witz und .Humor wie tausende von kleinen lachenden Teufelck)en zwischen Bühne und Zuschauer. Sofort ist die iimige Beziehung da, die feste Fühlung, die sich erst mtt dem letzten Fallen des Vorhanges lockert, um als sticke, lächelnde Freude in uns nackizuklingen. Und wie Buller mit den denkbar einfachsten Mitteln Menschen leibhaftig macht, wie er mit einer leisen Geste das Lachen weckt und ohne jede Aufdringlichkeit, ja unmerkbar fast, das Wesentliche unterstreicht, emporhebt und zu voller Rundung forint. dieser Abgeordnete, der gegen die „Nachtlokale" wettert und dann durch Erbschaft der Besitzer einer der tollsten ^anzhallen wird, steht als lebendiger Mensch vor uns, dessen ^chichale rind Abenteuer uns nur deshalb so stark festeln, weil em Künstler in der Rolle steckt und sie mit semem Können weitet. Alle die vielen Kleinigi'eiten, die den Mensthen aus- riachen, faßt Büller genial zusammen und bildet daraus ein wahr hastiges Wesen aus Fleisch und Blut. Aeben Büller hatten bie Mitglieder unserer Buhne einen schweren Stand. Aber sie spielten wacker und mtt Liebe. Elly Gühne bemühte sich nicht vergeblich. Die geistig etwas klein geratene Gattin in Erscheinung zu
bringen, unb Rudolf G o l l spielte den Jünger des ©omnam. bulismus, der in jedem einen Doppelmenschen wittert, mtt fröhlicher Hingabe. Recht glücklich verkörperte Ada Pauly die alt ünpferliche Tante Aurelie. Sehr Hub,ch waren auch Rolf Gunolt als Dirigent emer Zigeunerkavelle und Edgar Pauly als Portier. Das jugendliche Liebespaar wurde von Gustt Ney und Karl Marx das Meitbare Ehepaar von Erna Gülde n er und Ferry Daub al recht anerkennenswert dargestellt Eme ausgezeichnete „Stutze war Lore Scholz, deren lebhaftes Temperament sich famov in die lustige Rolle des gebildeten Dienstmädchens sand Erwähnt sei noch Kürt Goldberg als Vorsitzender des KlubS der Nervösen. Die Leitung Kurt Äuhnes war flott und umsichtig. K-
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General-Anzeiger für Gberhesien WM
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diS oormittaflS 9 Uhr. — mitt- im -■■i n ■—a——iwi ■'■«w
Eine Enthüllung über Ferrers Verurteilung.
Die Anhänger Ferrers mögen gedacht haben, bas neue liberale Kabinett in Spanien werbe ber alten Regierung burch amtliche Veröffentlichungen in ber Ferrer^Sache wuchtige Tobesstvße versetzen — das gerade Gegenteil i|t Der Fall. Wie die neuen Minister sich zu dem Falle Ferrers stellen, zeigt eine Erklärung, die der Kr ie gs m i n ist er General Luque einem Bertteter des „Figaro" gegeben hat. Sie lautet nach einem Bericht der „Köln. Ztg":
Sie wollen von mir wissen, wie man in ber Armee über Die Ferrer-Angelegenl/eit benft. Ich kann Ihnen nur sagen, batz diese Angelegenheit für uns nicht besteht: Ferrer ist ersdMjen, und ich glaube nicht, baß man ihn auferslehen lassen will A l s Liberale mißbilligen wir gewiß das Unterdrückung ssystem, das Herr Maura m Barcelona angewandt Ijat. Jul sold/en Fällen in intfcler Zeit muß die Unterbruck- ung sofort geschehen, Nicht mit Ianger grtft unb Kleinfeuer, benn auch wenn sie nicht so blutig ist, hinterlaßt sie bann den Eindruck, daß man eher Mit* Vergeltung als bie Herstellung der Ordnung verfolgt. Gefangennahmen^ und Hrnrickitungen nach zwei Monaten sind nicht nach uni er cm öinn. Der Fall Ferrer ist nur eine Episode dieser Unterdrückung, wir verutteilen sie als einen politischen Fehler, aber nach Gesetz und Recht ist Ferrer zu Recht verurteilt worden.
Tie eben veröffentlichten Prozeßakten zeigen, daß die Gesamtheit ber Zeugnisse u. Indizien zur Genüge dieS chuld Ferrers bartun, nicht als Verbreiter von Ideen, sondern als Leiter des Aufstandes. Entgegen den Mitteilungen des Auslandes war die Verhandlung öffentlich, und das einstimmig gefällte Urteil wurde durch beit Auditeur des Generalkapitanats für Katalonien bestätigt, dessen begründeter Bericht den Atten beiliegt. Diejenigen, die in gutem Glauben das befolgte Verfahren angreifen, kennen die spanische Gesetzgebmig nicht. Tie Aburteilung durch ein bürgerliches ®erid)t nmr ^05* mebt nur auf Grund des Junsdikttonsgeietzes (von 1906h helfen Urheber ich bitt und das den Kriegsgerichten bie Vergehen gegen bic Armee zuweist, sondern auch nach dem ganten Riefen 9W, wonach bie Empörung stets durch bie Kriegsgerichte abgeurteilt ""^Äuch wäre eine Begnabigung Ferrers nach ber Hin- richttmg ber übrigen Verutteillcn als eine u n z u l a s s i ge A u s nähme erschienen. Wenn die konservative Regierung bie g e s e tz lichett Vorschriften verletzt hat, so ist das 1 m Gegen-
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