Ausgabe 
26.2.1909 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

sympathisch ei, aber im Interesse der Retck/sTmmzreform mi: bt Staus genommen werden müsse.

Abg. Tr. Glässing prüt'rtitrt rm Interesse der Städte en: fdkeben gegen die Steuer. D'rielben m rden : er ade >d»n idnrr genug belastet und würden durch den Aus'all t> Cfrrr in mächnen .iaht? an der ' aenre ibrrr £rifhinp ibtgfn: anlon^en Er glaube auch, oaß man an maßgebender Stelle den Ertrag de. I Steuer sehr überschätz« I

Abg Ulrich erklärt, er tonne sich mit den flu^ri^mn i*r | ixmt Regierungstisch«, nicht einven'randen erklär-n .Utan solle nn I f«f> die Steuer aus die großen inkommen erhöben, und nickt I 3 ober 4 Prozent stehen bletom, sondern auf 10 oder I > Prozen: s hinausgehen. Im weiteren vU)l>i rt Redner für eine Reichsein | sommen-, Vermögens- und Nachlaßsteuer. Man müsse eben vnt | wollen, dann werbe eH auch gehen

In seinem Schlußwort übt Abg Tt Pagen st e cher noch I nähere Kritik an den vom Geheimrat Becker ange'ühnen steuer | briftriclcn und betont, dieselben men nur ein Beweis dafür, daß die Steuer ungesund und verwerflich sei

Geh. Rat Tr. Bcckcr cutg gnet, die vom Minister Braun und ihm angestührten Beispiele seien ganz wahllos aus dem pral tischen Leben her ausgegriffen. Unter der groben Anzahl im

vorhandenen Beispiele seien nur 2 Fälle norgekommen, bei denen die Betriebe durch die Elektri.zitäre teuer schwerer getroffen n al- durch bi- Erhöhung bir direkten Steuern: bei allen and rn Firmen sei die Sache umgekehrt.

Die Besprechung wird darauf geschlossen und der Präsident vertagt daraus auf morgen vormittag 9*6 Uhr die Sitzung. Tages «rrdnung: Begum der EtatSoeratung.

e

Den Landständen ist der Entwurf eines Gesetzes voi 22. Dezember 19< u, die Besteuerung de S Gew e r betr ie bS nn Umberziehen betr, nebst Begründung zu Beratung und Beschlußfassung vorgelegt worden, desiei wesentliche Bestimmungen lauten: I

1. Der Steuersatz für Wanderlager (Tarifnummer IV) I beträgt für je 7 aufeinanderfolgende Tage und weniger

a) üt Gemeinden bis zu 10000 Einwohnern 80 Mk, b) in Gemeinden mit 10000 Einwohnern und mehr

150 Mk

2. Die von Wanderlagern erhobene Steuer wird zur Hülste der Gemeinde des Betriebsorts übenviesen.

Der Begründung des Entwurfs entnehmen wir folgendes.Tic Besteuerung der Wanderlager mittelst bei unter Tarifnummer IV aujgeführten Sätze hat sich nid) als ausreickiend erwiesen, nm die volkswirtschaftlich nach tciliflen Wirkungen der Wandertagerbetii be in erträgliche-. Grenzen zu holten Ist sonach eine Erschwerung des Gc schastsbetriebs der Wcuiderlager durch schärfere Besteuerun; nls berechtigt anzuerkennen, so mus; in erster Linie berück fichligt werden, das; die ungewöl)nlich niedrigen Sätze der Klasse IX .-. die hierunter fallenden Betriebe seither außer ordentlich begünstigten, so daß gerade wegen des lieber Ü)a)idnehmcns dieser Betriebe besonders lebhafte Klagen geführt wurden Ein wirksamerer Schutz des feßhaftcn Kleinhandel- erfordert dstiher, daß die feitbcrige Unter schcidung der Betriebe nach \1rt der abgefetzten Waren abgesehen voll der aucl' künftig beizubehaltenden Sonder beHandlung des Pertriebs von Trödelwaren fallen ge lassen und gleichzeitig eine wesentliche Erhöhung der Satz der Klaffe IV h vorgenommen wird Die vorgesehene Ab stusung der Säße nach zwei Ortsklassen (80 Mk. für £rh unter lOOOi» Einwohnern und 130 Mk für größere Ge meiiiden erscheint ausreichend. - In Verbindung mit bn Ipcrnnd) intretenben Erhöhung der Wanderlagertteuei ei scheint es billig und angängig, der seitens des 2lbgeord nieten Tr Irenaü und Genossen gegebenen Anregung fol gend, die Hälfte der nach den erhöhten Sätzen eingehende, Steuer der Gemeinde zu überweisen, in bereit Bezirk de, Wanberlagerbetri. b als rein örtlicher Gewerbebetrieb aus geübt wird und deren (Gewerbetreibende daher vornehmlul von den Nachteilen der Wanderlager betroffen werden während bi? (Gemeinde zurzeit eine steuerliche Leistung von bvm Wanderlager«Inhaber nidit empfängt."

Der Entwurf entb'ili alißerdem Vorschriften, die das dermaltge Gesetz in verschiedenen Punkten von mehr un tergeordneter Bedeutung zu verbessern bestimmt sind. Abg Köhler hat an die Regierung eine dringliche Aitfraige gerichtet, ob sie die Ansprüche der Städte »n ngen utib x'.' d Einreihung tu die Klasse 11 des Reichsbesoldungsgesepes im Bundesrat zur Sprach? dringet! und unterstiitzen wolle.

*

Die Rationallil>eralc Fraktion irnö die Fraktion der Bauerndündler hielten gestern nachmittag längere Der- ratungett ab, in dettett eingelsend die allgemeine finanz- polifische Situation und die Stellungnahme der Parteien zum neuen Staatshaushaltsetat besprochen wurde In beiden Sitzungen wurde die Notwendigkeit größter Sparsamkeit betont und darauf hinge- wiesen, daß die Regierung dringend ersucht werden|fc, bei bem kostspieligen Beamte.napparat des Landes auf größere Vereinfachung unb Beschränkung der Ausgaben

21 us Stadt und Cond.

Gießen, 26. Februar 1909.

T a g e 4 f a l e n bc t h'trßreiiag, 23.ffedr.: 61 a b 11 b e a t ev: Rokoko (»Wann wir allem", »Herdslzaudci/ unb ,Tie veiiauschten Schaler'). Anfang 8 Uhr.

Alldeutscher Verband: Vorträge von Geheimrat Brok. Th. i f rb e t - Tlarbuvq über Marokko unb von Rechisrmmali (Slaß-TlantA über ben Alldeutschen Vcrbanb. Adeubs 8'/, Uhr in Stein» Saalbau

Personalien. Bestätigt wurde bcr von dem Grafen zu Lrbach-Füriicnau auf bte Lehrerilelle an der Gemeinde- schule zu Ober-Mossau präsentierte Lehrer Adam Stoppel- bem zu Güttersbach, der von dem Grasen zu Erbach-Fürstenau auf bte Lehrerstelle an der Gcmetnbeschule zu Olfen prä- sentierte Schulaml-aspirant Karl Oft er Held au3 Rebbach. Uebettragen wurde bem Lehrer Jos. Harrer zu Hamhausen eine Lehrerilelle an ber Gemeinbefchule zu Iroschhausen, bem Schulamtsaspiranten Jak. Simon au3 Gau-Obernheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lauerbach.

Rur die Stichwahl in Alzey-Bingen, die heute slatlfinbet. beschlossen diePertrauenSmönner der natio­nalliberalen Partei, ihren Parttiangehöcigen bie Wahl des ZentrumSkanbibatrn liebel zu empfehlen. Im Gegen- satz hierzu richtete der hessische jungliberale Lande-verband an die Iunglideralen unb Natwnalliberalen des Wahlkreise- bte bringenbc Aufforderung, für Korell emzntreim.

Stadttheater. Ttc Adonumten feien darauf hin- gewiesen, baß Sudermanns .Blum ende da-am Dien-, tag. 2. März, zum Benefiz für Oberregisseur Bokof gegeben wirb, im Abonnement bt|inmu; nicht gegeben wirb.

" Freie landeskirchliche Bereinigung. In einer gut besuchten Versammlung imGroßherzoc: nrr. 'effen" sprach gestern abend verr Pfarrer D. Förste r au: Frankfurt a. M überTic Anklage der Religion wider die xirche unb die Rechtfertigung ber Kirche vor der Reli­gion". Redner zeigte zunächst, wie die größten religiösen Helden, Jeremias, Jesus, Luther u. a. allemal im Kampfe mit der bestehenden Religionsgemeinschaft, der uirche. ge standen hoben. So alt wie die Kirche ist, fo alt ist die Be­wegung des Mißtrauens und der ftritif, die neben ihr her geht. Bis in die neueste Zeit hinein erstreckt sich die 7yragc Muß die Kirche fein? Das zeigt die moderne Literatur, in der sich die nach vorn drängenden Stimmungen der Volks seele widerspiegeln. Diese Literatur übt Kritik an der uio dernen Kultur unb damit auch zugleich an der Kirche, die sich mit dieser selbstzufriedenen Kultur zu sehr eingelassen bat. Es muß immer, so meinte der Redner, religiöse Kritik der Kirche geben, das liege im Wesen der Religion. 3n bcr Religion handle es sich um Wahrheit und Kraft Beides olle der y-rormne von der Kirche empfangen. 'Xun ober sei die Kirche viel ju schwach; sie habe ;u früh Mompro- mifse mit der Welt geschlossen. Die Kirche tut nichts, um Den Willen Gottes durchzusetzen. Die Kirche wird darum heute von vielen nur als Dekorationsstück her Kultur be­trachtet. Wer die Kirche lieb hat, muß Leid tragen, daß Me Angriffe auf sie nicht widerlegbar sind Aber darum soll man die Kirche keineswegs verlassen oder sie gar zer schlagen. Die Kirche war immer mit der Religion im Kampfe, aber die Angriffe der Religion auf die ürrche schufen dann immer wieder eine neue Kirche. So wenig es einen luftleeren Raum gibt, so wenig kann es eine kirchen- lose Religion geben. Die Kritiker der Kirche sind immer chre Baumeister gewesen. Es gibt keine Religion ohne Kirche.Bleibt in der Kirche," so rief der Referent zum Schlüsse aus,und zwar nicht als die Fremden, sondern als die Erben und Hausgenossen." Es gelte der Kirche die Zukunft zu schassen. (59 gelte den Kampf gegen die Schwäche ber Kirche, gegen alles was Schema ist; es gelte den Ausbau ber Gemeinde. Redner stellte als Vorbild die protestantische Kirche in Rordamerila hin, die zu großer Macht gelangt ei. An die mit Beifall aufgenommene Rede schloß sich eine lange Diskussion an.

* Heber bie Frau als Käuferin sprach geltem abend im Kaufmännischen Verein für roeib.id)c Angestellte vrnu Sofie Bardvrf aus Frankfurt a. M. Rednerin schilderte kurz die verfchiedenen Typen der Käuferinnen, ie fast alle kaum Rücksicht auf die fo sehr angestrengten Sertäuferinnen nähmen und «richt cb:n festen unter Ber- ,icht auf jeden Takt mit den Angestellten umgingen. Auch ?on diefen werde häufig gesündigt, weniger aus bösem Willen als aus Unkenntnis unb Mangel an geeigneter Vor- bilbung. Es fei beshalb eine ftaatli.iie Fortbildungsschule iiir Mädchen zu fordern, in denen die roeib i.ten Lehrlinge genau so ausgebildet würden wie die männlichen. Des uciteren sollten sich bie Käufer zusammen schließen, Ge- (hafte, bie nur Ramsch- unb Schunbwaren verkaufen oder dungerlöhnc zahlen, in Verruf erklären, den Abendein- auf cinfchränten und möglichst für eine allgemeine Sonn agsruhe wirken. Im Verkehr mit den Verkäufern könne ich tue Frau an dem Manne ein Beispiel nehmen, der fich ast stets ber zuvorkommendsten Formen bediene Rev- neriii ging dann zu dem unnötigen MTcintfleben über, das ie aufs schärfste kabelte unb schloß mit einer kurzen Zu- inmmcnftellung ber Forberungen, bie im Interesse eines lesimbcn Fortschrittes zu erfüllen feien und die wir hier .nieder gegeben haben. Der starke Beifall, den die Rednerin and, bewies zur Genüge, wie fehr sie den meisten brr liiiDefeuben aus dem Herzen gesprochen hatte, doch )uar .-s bedauerlich, daß die Käuferinnen nur fchwach vertreten waren.

* Im freisinnigen Verein wird am Montag abend Landtagsabg. Iuftizrat Reh über die politische Lage in Hessen sprechen. Da das Thema angesichts ber gegenwärtigen politischen Lage im Reich unb in Hessen be­sonderes Interesse erregen dürfte, ist auf einen zahlreichen Besuch der Versammlung zu rechnen. Die Veranstaltung, zu der auch Gäste willkommen sind, findet im Eafo Ebel statt.

Probealarmierung. Gestern abend tourbt bcr hier stationierte Hilf-zug von Mitgliedern bcr Königlichen Eisenbahnbirektion Frankfurt a. M. probeweise zur Fahrt nach-Weilburg alarmiert Um 7 Uhr 6 Mm. traf daS Telegramm hier ein, um 7 Uhr 44 Mm. fuhr der HilsSzug, '(stehend au« Lokomotive, Arztwagen, Geräte- unb Monn- s haftSwagen, sowie einem weiteren Wagen zur Aufnahme non Verletzten nach Weilburg ab. Die befohlene Sanitäts- mb AufrätnnungSmannfchafl befand sich im Zuge. Die LirektionSmitglieder sprachen ihre Befriebigimg über die rasche Bereitstelliing unb baS schnelle Eintreffen deS HilsSzuges unb ber Mannschaften auS.

Die heffifcken Abstinenten, öährenb feither ber Kamp< gegen den AUodoüsmtiS sieb auf bie Arden einiger Lokal- vereine tu Neffen beiduäiifi hat, die in stiller Arbeit ben Cpeni k»eo Aikodol» nacbqinqen, soll setzt der Zufan,nisnfedluß aller Em- nalhamkencvereine unb aller heffifckxn Abstinenten z»r einem .HeffifedenGa ii verba nb gegen benAlkoholiSmu-' erfolgen. Man will durch bie Wrünbiing bide4 Veidandes eine Hnt(ere Aiisdrenunq be« ginrtneriihciteoecanfens m tzefien her de,- Anzahl Manner unb Frauen btr oer» idjiebenflcn Stände unb Berufe haben sich bem Verbaute schon rtnnefcblofien. Den Vorsitz hat vorläufig Herr- Pofiinloekior flrah

i-olutlrt) unb religio« neutral ist, findet am 21. März in 2'arm- nabt statt.

* Der Verein Eontentia hält morgen eine karne­valistische Kappensitzunq im Koloffeum ab, verbunden mu Vorstelliing be« gesamten KünstlerpersonalS. An bte Kappen« 'itzung schließt sich ein Ball an.

'?ln bie Eltern, Lehrherren unb Arbeit­geber! Der AiiSjchiiß bcr Deutschen Turner ichast veröffentlicht einen ?lufruf, in bem er die Eltern anfforbert. dafür zu iorgen, baß bie Kinder nach bem Eintritt in bie Berufsarbeit Straft unb Gefunbhest durch geregelte Leibes- Übungen sich erhalten. Man mög« ne anhalten, daß ue sich einem Verem anschließen, ber turnt unb Ingenbspiele be­treibt wie bik grob. Deutfche Turnerfcbaft, in bcr sie mit AsterSgen^sicn m den altbewährten Uebungm be- Leide« unterwies n werden unb im freien Spiele Jugcnbliist ge­meßen. Tu Pfleoe vaterländischer Gesinnung in ben Turn- veu men wirb daz,t b.'tlraqcn, ne zu tüchtigen ä m m und Bürgern ;u crzuhen. An bi: Lehrhcnen geht bie Mahnung,

ihren jungen Arbeitern für ibre körperliche Erziehung zwei bis 3 Stunden wöchentlich ;u gönnen.

Mittelbe ulscherKaninchenzüchter-Verbanb. Am Sonntag, 28. d. MkS., findet in Essers Haufen a. b. Weil nn GaithauS zum Weillal die erile biesjähnge Wander- Versammlung statt, m ber Professor Schmidt in Esicrs- hauien. der durch feine lange Anwesenheit in Frankreich auf dem Gebiete der Kaninchenzucht re che Qvahrung ge- sammelt hat, einen VoNraa halten wirb. In Laimbach werben nachher bie Großzüchtercien der bomgen Mitglieder besichtigt.

K. Garbenteich, 25. Febr. Am Samstag abend feierte der Gesangverein ,Frohsinn' im Saale des GastwirtS Wehrum sein 3 t jäbnge3 Stiftung-fest. Dte Fe er elbst. bte von nahezu 300 Personen besucht war, wurde, nachdem Piöndent Sommer sie eröffnet, durch eine Ansprache e- Lehrers Weifet sttnimiing-voll eingeleitct In sinniger Weise gedachte er be- großen Tondichter- Mendelssohn» Barlholdn, denen 100. Geburtstag m diese Tage fiel. Ter hierauf zu Ehren de- Kompanlsten von dem Verein mit Musikbegleitung vorgetragene Chor: .Wer hat dich du schöner Walb* verfehlte seine Wirkung auf bie Anwesenden nicht. Wettere Ltebervorträge be- unter bem Dirigenten Same- anS Holzheim sichenden unb schon mehmal- prei-gektSntcn Vereine« im letzten Jahre errang der Verein eilt wieder einen Weilen unb einen Ehrenpreis zeigten seine vorzügliche Schu- hing unb hüllen m Verdmbunq mit den zwischendurch recht nett unb flott gespielten Theater- sowie Konzertnücken ber Kapelle ZameS bie Zuschauer m angeregtester Stimmung bl- lange nach Mitternacht zusammen.

= Cbfr-Ohmen, 25. Febr. Gestern abend starb nach längerem schweren Leiben Bürgermeister Kray von hier.

HopfmannSfelb, 24. Fedr. Von einem traurigen Schicksal sinb einige Familien unserer Gemembe betroffen worden. Es herrscht unter ben Kindern Scharlach unb inner­halb vier Wochen sind fünf baran gestorben. Am schwersten heimgefucf)t ist bie Familie be- Zimmermann- Hch. Böck, der drei Kmber im Alters von 1-8 Jahren gestorben sind. Wegen der Ansteckungsgefahr ist die Schule schon 9 Wochen geschloffen.

hm. Bingenheim, 25 Febr. Nachdem der Staat den schon vor 2 Jahren zur Wasserversorgung-gruppe B ver­einigten Gemeinden Echzell, BiffeS, Gettenau, Bmgenhemi, Reichels heim i. d. W., Heuchelheim i. b. W., Torn-Affen« beim, Weckesheim unb Beienheim den Anschluß an bte staatliche Wasserleitung Lauter-Bad-Nauheim neuer- ding- wieder angeboten hatte unb zwar zu wesentlich günstigeren Bcbiugungeii als baß erste Mal, war für gestern abeyd auf Beschluß deS Gemeinberattz von Großh. Bürger­meisterei eine Versammlung ber hiesigen Jntereffenten an« beraumt worden. 9lad) kurzen Darlegungen de- Bürger« meister- Schultheiß, die Forstmeister Lang noch näher erläuterte unb mit einem reichen Zahlenmaterial überzeugend begründete, würbe von der Versammlung, in der nahezu lebe hiesige Familie vertreten war, ohne Debatte einstimmig beschloßen, da- staalliche Anerbieten anzunehmen. Dem Vernehmen nach ist auch schon in anderen in Betracht kommenden Gemeinden ber gleiche Beschluß gefaßt ivorbrn. lvährenb seine Annahme in den anderen m sicherer lu-sicht geht. Nur in Echzell bilden noch bie Gegner be- ProiekiS bte Mehrheit im ©emcniberate. Ader selbst wenn diese Ge­meinde auf ihrem ablehnenden Standpunkt beharren sollte, ivirb bte geplante Anlage für die übrigen Orte au-geführt werden, da sich diese die Gelegenhell, zu einem billigen Preise vorzügliches Trinkwafier zu erhallen, nicht entgehen lasten wollen.

t. Geiß-Rrdda, 24. Febr. Selten dürften Pscrde einen so erstaunlichen Ortsinn gezeigt haben, wie bte

- hiesigen Lanbwirts am ft nacht T tenstag abenf unb bad rett Eigentümer, sondern

Gemeinde in Besorgnis und (rnegun nanntet Herr fuhr mit einem hiesigen Zcbm. Auftrag Holz in die Sclnicidntühle oberhalb Ardba (Uutet- schmitten). Auf dem Rückwege, nach der Rast in Nidda, fuhr der Fuhrmann seinem Auftraggeber davon. Bon fetzt an waren die Pferde verschwunden. Spät abends kam der Fuhrmann ohne Fuhrwerk hinkend hier an Die Pferde waren ihm angeblich durchgegangen, er vom 'Sagen ge- fallen und am Fuß überfahren worden, ^kvch bi ber Nacht nmtben Nachfotsck «gen m Nachbardörfern und umkr- gen den Waldern ohm Erfolg nprgcnommcn. Am Ascher» Mitunoch-)?uorgen um 10 Uhr sand man das ganze Ge^stnrr, den mit Treten beladenen Sagen, bie Pferde hungernd und vor Frost schlotternd zur Freude der ganzen Gemeinde cm Echzeller Wald unweit ber Stelle, woselbst man tag« bas Holz gehott halte Man w>'

6i nachts nm 11 Uhr im gemächlichen Dorf mit htm beladenen Wagen passieren gesehen gehört haben. Bewunbernswert bleibt aber auf alle Falle, daß bie l4äule, frotzbem sie schon etwas bejahrte Tiere sinb, ober vielleicht gerabc beswegen. in dunller Nacht den Weg fanden, den sie doch viere Stunden vorher erst iurüdgeltgt hatten. Das Befinden des UeberfaHirnen ijt erfreulicherweise nicht lEsorginserregend.

R. B. Darmstadt, 25. Febr. Von einem sähen Tod ist gestern abend ^ollchauspicler Wilhelm M i ck l e r cteiU worden. Der Künstler harte noch als Kesselflicker Schnauz imSommernachtstraum" niUgewirkt Beim Um l leiden in der Garderobe ergriff ihn eine heftige derzbe- Hemmung, und da sein Befinden nicht besser wurde, beqab er sich in Begleitung des Portiers auf den Heimweg Sal? renb er nun im Wagen der elektrische« Straßenbahn saß, wurde er vom Schlag gerührt, brach alsbald bewußtlos zusammen unb war nach wenig Minuten tot Mit Wilhelm Mittler verliert boS Hoftheatcr emes seiner ältesten unb beliebtesten Mitgliebcr. Er war im Jahre 1853 in Berlin als Sohn des Schauspielers unb Sängers Mittler geboren und gekörte bem Hoftheater seit bem Jahre 1879 an. Bei seinem 2'gährigen Jubiläum vor Jahren tmirbe er mit reichen Ehrungen bcbacht. Er spielte früher Ixmptfochlich erste Bätcrrollen unb war wegen seine- descheibenen, freund­lichen Wesens bei Budlikum unb Kunstlerschast allgemein beliebt-

kg. Kirchhain, 2d. ,3ebr. Aus bem Bcrwak - tungsbericht beS Magistrats für 1908 bieten bie folgenden Zahlen wohl allgemeines Interefle.- DaS Bar- vermögen der Stabt Kirchham beträgt Enbe 1908 10473 Mk, ber Wert bes <«kunfebefib« 844 632 Mll, Sdjulben find in