Ausgabe 
27.10.1909 Erstes Blatt
 
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abhängig, ob es au einer Stichwahl zwischen den frnmmiqcn unb sozialdemokratischen ftanbib<rt*n kommen wird. Gctwuc Zahlen liegen noch nicht vor.______________________________________________

Deutsche- Ile ich.

Ans Darmstadt wird uns berichtet: Die Zweite Kammer der Land stände wird, wie Äzepräsident Abg. worell gelegentlich der heutigen Fen an Ausschuß- sitzung mitteilte, am Dienstag dem 16. November ihre Plenarsitzungen beginnen.

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T-cr Kaiser hat am Dienstag vormittag im Neuen Palais bte Vorträge des Chefs des Militärkadinetts, nerals oct Infanterie Frhrn. v. Lyncker, und des Chefs des AdmrralstabeS der Marine, Admiral v. Fische!, entgegen­genommen und der Trauerfeier für den Chaiullier, heim­rat Miessner, im In valid enhanfe beigeivohrtt.

Das amrltcheL6ahlergednrs-irr Reichstags­ersatzwahl im Wahlkreise Sachfen-uoburg- Goiha wird jetzt mitgetellt. Es wurden insgesamt 13 722 Stimmen abgeaeden. Redakteur Zietsä^Cyarloltenburg (Loz.) erhielt 7078 Stimmen, Regie rruigsrat 2c. Guard- Hoburg -catlib.) 6644 Stimmev. Zietsch ist somit gewühlt.

Lus Dresden meldet man: Gegen eine erhebliche An­zahl oon Walken soll wegen falscher Ausstellung der Wählerlisten und aus anderen i^ründcn Prote u erhoben werden. So sollen z. B. im 18. ländlicl-en Wahl- fretfc, wo der Mittelftändler Schreiber mit dem Sozuil- dcmokraten Säscrffig in Stichwahl steht, polnische Arbeiter daS Wahlrecht ausgeübt haben.

2lit»lanö.

2er s ra n z ö s i s c t n i ft c r t o t fummle bem Vlan: Millcranos zu, im Ministerium der öffenttick)en Arbeiten em Amt |nr Förderung de» Touristenverkehr- |u et richten Als Muster für diese- Amt, welches mit dem Beistand der flioijen sranzösuchen Sport- und Touristen-Beremiqu«gen geschalten imd entwickelt werden soll, dienen die in der Schweiz, Dcut'chland und Oesterreich ins 2ebcn gerufenen ähnlichen Irin rrchiungai.-

Aus Saloniki umo gemeldet: Mamud Schefkct Dascha Hal die T ru vven kom m a n da u l en a u fge s or- d e r t, atis dem Komitee für Einheit und Fortschritt au..zutreten: auch die Offiziere sollen ersucht werden, sich nicht loeitcr mit politischen Angelegenheiten zu befassen, widrigen­falls C-nllmiung aus dein .Heeresdienst erfolgt. Der Minister der Zivilliste, Nuri Bey, bat feine Entlassung genommen.

Lus W a s hing ton wird bmrbtct: Zur ErleichIer u na des deutsch-amerikanischen.Handelsverkehrs nach Ablauf des Handelsabkoinmens hat das Schavamt die Zollbehörden augewicien, die Beglaubigungen von Haudeiskammern übet den Markuoert der Lacen im llrfpcungslanoe zu berücksichtigen. Tics ist eine von bcu Bestimmungin des Abkommens, die auch nach Ablauf des Abkommens weilerbefiehen. Die Bestimmung über die Annahme eines Exportpreises für Waren ohne cigcnt- lidjen Marktwctt wird ausgehoben.

Die österreichischen zinanzen.

Wien, 26. Ch. »m Abgeordneten Haus hob zu dem F i n a n z t x po f u der Finanz m i n i ste c hervor, dav der Fehl- betrag im Staatsbudget eiaisniatzig 12 Millionen Kronen beträgt, mu r .Hinzuziehung de. Au.eiyebrdürinissrs oon lu9,6 Millionen und unter Berücksichtigung der auf 17 Millionen veranichlagieti Einnachneit aus den er'johlen Staatsbahntai ißm jedoch auf 11)8,6 Millionen zu benndnen ist. Die .Haupturfache für die Der schic lerung der Finanzen liege in der sinkenden K'onjunklur, wofür der beste Beivci? der sei, daß sich bei (Xu indirekten Steuern bis Ende August cm Ausfall von 121/.- Millionen ItYvnen ergeben habe. Der Minister betonte das Amv«übseil der Forderungen aller RcnortS und lob msbtchondere den Ziw:aeoais für das ui Staats- bahnen investierte Mapihü hervor. Angesichts der entschiedenen lAblelstwng der Bierstenererhöhung könne die Regierung nicht mein an bu Sanierung der LanRssinanz denken und den Bindern nur die aller dringendsten Mittel geivahren: sie beabsichtige, ihnen noch weitere 20 Millionen aus der Erhöhung der Branntwein^ Iicir-i zur Verfügung zu stellen und werde nunmehr auch gegen die < L in .1 Briiu Einwendungen

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progicjjwe Erhöhung der Einkommensteuer, von 21000 MYoncn angefaugen, ferner die Erbschaftssteuer, sowie die Tantiemen- und Twibcnbenltcucr und die Steuer auf Minerattvaffer wieder neu vonvlcgt werden würden Das gesamte Erfordernis für die- slung.-,n cke der Armee und der Marine betrüge 257 Mil^ honen, die burd) Anleihen zu decken seien, ineroon ent­fielen giuncnnmijig 163 Millionc.i auf Oesterreich; außerdem be­darf die Landwehr 18 Mikliouen zu ihrer weiteren Ausrüstung. Insgesamt beziffert der Minister bat Defizit der letzten müi- tdtiidnn BeiveMng nur rund Hl Mllionen, die in 'Jkrüdfid>- ttgung bet Beseitigung der Iltückständigkeiten in der Armee, foinK der < tmeidung -in .> blutigen Kriegen und der von der Monarchie errungenen Machtstellung, so schwer sic aimubruigcii jrnd, nicht al- schwerste xfalt von der Bevölkerung angesehen werden können. Dann kündigte der Minister die Reform der Weinst euer und Einführung des Zündholzmonopols an Zu, Falle der xteriueigcrunfl oder Verzögerung der b.anhagten Ma sm ahmen mühten die Investitionen und Ausgaben auf den unbedingten äusiersten Bedarf eingeschränkt werden. Das Daus verhandelte hieraus die DringlichkeitMiiträge betr. die Lebensmittel teuer u ng

21U5 5tafct uns Lnnd.

Gießen, 27. Cftober 1909.

"Taaeskalender fürMittwoch, 27.Cft.: S t a d 11 h e a t e r. Gastspiel Büller: »Der Doppelmensch.' 'Anlang 8 Ubv

Ü>cnicinbe1ronenvcrein: Vortrag von Plärrer Schwabe über Krankenpflege. Adendü b Uhr un Saale der Zohannes- ttrche. e

LandesUniversität Pros Dr Kassel wird, tvie Aut Ergänzung unserer gestrigen Mitteilung berichtet lei, am 1. Vepui 1910 a. ? dem Staatsdienst ausscheiaen, also nn Wintersemester nod) an unserer Universität tätig fein.

Ordensverleihung. Der König von Preußen hat aus Anlaß des GebuttStageS der Kaiserin dem Major a. D. Maaß in Darmstadt die Note Kreuz-Medaille 3. Klaffe ver- liehen.

* * Die BcrkehrSein nahmen a u 5 dem Pcr- sonen - und Oiü t c r ü cr t c I) r betragen nach vorläufiger Feststellung für die Eifcndahndircttioucbezirle Fran k- Iu i r a. M und Mainz hn Monat September l'JUU: 117 25 000 M. oder gegen das Vorjahr mehr DuüOOO M. tV-1- P-oz : in der Zeit vom Beginn des Reednungsjahrcs: 66 7XHXXI M. oder gegen das Vorjahr- mehr aMtiOCk» M 5,61 Prozent.

ißi rll. Geheimerat Lorbachcr -j-. Einer der ältesten hessischen Beamten, der Wirkt. Gebennerat Bal lammet, ist geitern nachmittag nach kurzem Kranksein in Darmstadt geslorden. Lorbachcr war am 2. Juli 1825 als 6ol)ti eines EandwirtS in Lorsch geboren, Hal aho em Aller von übet 84 Zähren erreicht. Er absolvierte das Gymnafuun i

I in Tarinfladt, besuchte seit Frühjahr 1844 b:? LondeS- uiuceruläl und wurde nach bestandener kameralistischer Fakul- 1i-itSprüfung am 13. Dezember 1848 als Fmanzakzessi't ver- stichlet. Nach abgelegter Staatsprüfung trat er am 2. Juki 1854 als Gehilfe bei der LberrechnungSlammer in Darmstadt em, der er dann ummkerd rochen bis zu feiner am 16. Sept. 1905 also über ein halbes Jahrhundert er­folgten Pensionierung angehörte. Im Jahre 1859 erfolgte Lorbachers Anstellung als sog. Just'zisikatur-Akzesnft (jetzt dem entsprechend Rechnungsrevisor), 1864 wurde er Sekretär, 1876 Rat und endlich 1889 Präsident der LberrechnungS- f immer. Als er am 13. Tez. 1898 fein 50 jähr meß Tienft- ! ibiläum feierte, wurde er vorn Großherzag durch Verleihung deS Komturkreuzes 1. Klasie des PhilippSordenS ausgezeichnet und bei seiner Pensionierung zum Wirklichen toebeimerat mit dem Prädikat ,Exzellenz* ernannt. Ter Tahingeschiedene war ein einfacher, offener Charakter, und trotz seiner Strenge im Dienst ein wohlwollender Vorgesetzter, der wenig Wett auf den äußeren Menschen legte. Lorbachcr war unverheiratet geblieben und erfreute sich bei seinem hohen Alter einer a ußerordentlichen geistigen und körperlichen Frische. In feinem ganzen Wesen war der freiindliche, alte Herr sehr konservativ; so speiste er schon it also über

50 Jahre stets in demselben Gasthaus (Prinz Karl) zu Mittag, bis eS im vorigen Jahr geschlossen wurde. Lorbacher war »alter Herr' der Slarkenbtirgia, die in ihm etnS ihrer eifrigsten Ditlalieder verliert.

"Die Feier deS 7 0. Geburtstags des Kammer- Präsidenten Haas, über die wir schon kurz berichteten, vollzog sich in glänzender Weise. Schon früh waren Hun­derte von telegraphischen und brieflichen Glückwünschen ein» getrosten. Uiu 12 Uhr erschien StaatSminiiter Tr. Ewald in der Wohnung deS Gefeierten und hielt an ihn eine An- spräche, in der er die herzlichsten Glückwünsche deS Groß- Herz ogS und deS Staatsuiinifleriiims, wie der beiden anderen Mtnuler aiisdrückle. Tann überreichte er ein Bildinß deö GroßherzogS mit besten eigenhändiger Unterschrift und ein Großh. Handschreiben, daß folgenden Wortlaut hatte:

Mein lieber Gel-eimerai Deas! Empfangen Sie zur lcndung I'l-re-^ 70. Geburtslage meine beste Gratulation. An x>brnn Ehrentage, wo |ic aui ein Leben reid) an Arbeit, wie an Ucjulgen judictblidai, tuiticii Sie sicki dessen freuen, daß Sie viele Jahre hindurch als Mitglied und erster Präsident der Zweiten ituimner Zl-rcm engeren und als GeneralatUvalt der laudivrrl- Id^titliaicii Gauncn|d)aitni Al-rem weiteren Vaterland wertvolle ~icii|U! geleistet Uafcvii. Ich fasse, daß ^hre Gesundheit bald wieder völlig l-crgestellt sein möge, damit ^-ic noch lange Ihrer nichtigen Aemteru walten lönneu xulö verbleibe mit meinen warmen Lütischen sur Ihr ferneres Äohlergchcit Ihr ivohlgeneiglrr Ernst Lndtvig V*

Taratif feierte bet Vizepräsident der Kammer, Abgeord. Storeil, den Jubilar ebenfalls mit einer Ansprache und überreichte ihm ein prachtvolles Biinnenarrangement, wobei er der Hoffnung Ausdruck gab, daß der Präsident recht bald wieder in ungetrübter Gesundheit und Geistesfrische die Ge­schäfte des Landtags leiten möge. 9!amenö der Beamten und Angestellten der Kammer überreichte der Kanzleidtrektor, RegieriingSrat Schenck, ein Bluniengebmbe und gletch- zeittg würbe der Entwurf für eine große silberne Frucht- schale von Prof. Riegel vorgelegt, die die Vlitglieder und Beamten der zweiten Slammcr als besondere Ehrung stiften werden. Später erschienen noch Abordnungen der Technischen Hochschule, deö Reichsverbandes der landw. Genossenschaften, der Landwirtschaftskamnier u. a. m. Die natlib. ReichL- lagSfraktlon ließ einen großen Blumenstrauß und ein herz­liches Telegramm BastermannS überreichen. RamenS deS LandcSausfchustcS gratulierte Abg. Dr. Osann, nanicnß der Fraktion Abg. Reinhart.

" Kun st verein. Tie EröffniingSauSstellung wird außer den schon genannten auch noch Werke von Pros. Fr. v. Stuck, Prof. A. Hengler, Prof. Fr. Erter, Prof. SH. Rtemerschmid, P. Burttitz, A. Burger, E. Eimer, H. Taut und Prof. Knaus usw. aufjuroeifen hoben.

** Roda-Roda-Abend am 28. Okt. Auf Wunsch machen wir nochmals auf den morgen flattfinbenoen humorvollen Bor- trog tH*3 bekannteil Sattirikers ausmerksam. Ivcunde licucrcr Stundeii^ werden sicherlich dabei auf ihre Rechnung kommen.

*' Stenographisches. Der Babelsberger 2tcnü- gravvenvercin oon 1861 und der Damen-Berein Gabelsbergcr haben ihre Wintertätigkeit ausgenommen. Neben den während bev ganzen Jahres lauicnben Ansünger-, Forrbildungs- und Redeslbriltlursen ist in diesem Winter 5um ersten Male ein U e b u n g s a b e n d s ü r P r a l 11 k e r eingerichtet worden. Außer­dem sind Lehrgänge iüt Rundschr.it, Maichinen'chreibcn und das ahftcm Stolze Schrei, iüt Mitglieder beider Vereine im Gange Rioigen abtnb halten die Vereine eine Heine Feier zu bbun der preisgekrönten Teilnehmer am BezirkSwettschteiben m Wetz­lar (der Verein hat 4o und der Damenverein 8 Preise er- rungen) ad. bei der daS Mitglied deS Vereins, r Luovlf Kohler, einen Vortrag über das ThemaAm Gatdaiee" lüilten wird. (e. Anz.).

** Der erfteStraßenbahnwagen ist lycute bJer eingegangen imd in die Wagenl)olle verbracht worden Der Wagen macht einen durchaus oornel-men und geschmack­vollen Eindruck Ta.e Aeubere ist in IsUcnbcinfcnbc g Hillen, und dunlelgrün und duiikelrotvraun abgeseit Das Stadt- n-appen und die in Gvld l-ergesteirte AufschriftStädtische Straßenbahn" find wtrkungvvoll daran angebracht. Die beiden Plattformen haben einen Ätasumbau ereilten, der dem Wagenführer und den Fabrgasten gegen die Witterung Schutz gewahren wird. Rechts und links am Wagendaa,, an der Längsseite des Wagens i)inlaufenb, find für die Richttnifl Marburger Strasie grüne Schilder, für die Rich­tung naifer-Alice rote odnlber mit weißer Schrift vor­gesehen Die Plattformen, die vorn 6, hinten 8 Fahrgästen

' gewähren, sind m Heller Naturholzfarbe lackiert. Die Türen zum Innenraum des DagenS, sowie bte 16 Sitze im Waacn selbst, hat man ans Mahagoni Holz gefertigt. Die Plätze sind so angeordnet, daß die 6 Sitzrechen, die quer un Wagen lausen, von den Fahrgästen so eingenom­men werden, daß 12 Personen, zur Halste an ,eder Seile, unmittclbai an den ,>enftern sitzen können. Die Frnster können sämtlich 5. an heigen Sommcrragen gevssnct werden. Der innere Wagenranm macht mit seinen polierten Mesiingbeschlä^cn, und der blntct'.wei^en Deae. an der drei Bcleuchwnac körper angcbrack:! jüu, einen sehr freut:blichen uutbrurf Born uno hinten am äußeren Lagen find zwei große Patente» nngeoraaH, die das Schicnenglns taghell beleuchten Auf dem Dache bermben uch Rampen zum eiuftellcn von verschiedenen farbigen <^diern für die ort- schiebenen Iahrrick ningcn. ßlculHeü^j geben txe.e Rampen von rad.v t* Licnt. daS burlj Blender sa gerichtet ist. daß Schüder am Wagen beleucht ei werden. Straßen­bahnwagen juü> jo ctngcrichtLt, oaß jic \\u Lnhäuguvagcn

nicht verändert zu werden brauchen; die dazu enorderliche Lichtkupvelung und die erforderliche elekmfche BremHvor» nebning ist irrt schon angebracht Dte Lieferung unserer Sttaßenbahnn.agen ist den Siemens-Sckntckertwerken üver- tragen, die leboch nur die Elektromotore dazu hergestellt haben und deren Einbau aussichren. Das Wagenmaierial ist von der Haniwverschcn Laggonsabrik Aktien^settschast Linden-Hannover hergesiellt.

Queckdorn, 25. Lkt. Wie verlautet, wird die Ausbildung eines Mannes als Geburtshelfer bei Rüben ic. beabsichtigt, da oft bet schwierigen Geburten unserer nützlichen Haustiere Veterinärärzte nur schwer zu haben sind und ein Laie mehr schlecht als gut macht.

X Büdingen, 26. Lkt Der aus dem benachbarte» Lberau stanrntende Bauhilssarbeiter Schmidt, der vor einigen Tagen am städtischen E>aswerkSneubau in Hanau dadurch verunglückte, daß ihm ein schweres Brett aui den üvps siel, ist im Landkranlenhause zu Hanau an den Folgen der erhaltenen Verletzung verschieden.

Butzbach, 26. Lkt Die Keppler sche Hvs- reite in der Krachbaumgasie wurde ;um Preise von 3000 Mark an Herrn Hetnr. Hadermann hier, ebenso das Haus mit dem GefäZuft des Herrn Georg Frank 11., Butzbach. Letzlarer L:r.. an Frau Maria K'reuber. Fauerbach b. Fried­berg, zum Prelle von 9000 Mk. verkauft. Beide Lbsclstufse wurden durch Louis Engel, Butzback), vermittett.

Lffenoach, 26. £lt. Die Witwe Gies in der Frank­furterstraße wuroe zu Lebzeiten als v e r f chä m t e Arme oon rnchceren Wohl tätig kcits vereinen unterstützt. ?<ach ihrem Tode l/Ot sich aber herausgestellt, daß sie ein be­trächtliches Vermögen befaß, dessen Betrag noch nicht acnciu sestgestellt ist. Die Hinterlassenschaft wurde n. d. Frkf. Ztg. polizeilich beschlaanahmt.

W. B iebnch, 26. Okt. Bel der heutige» Ent­hüllung deS nassauischen LandeSdenkmalS hielt Oberstleutnant a. D. Wilhelms die Festrede. Er gab einen Ucbcrbluf über die geschichtliche Bedeutung deS Hauses Nassau und schildette eingehend die Wirksamkeit des letzten Herzogs Adolf. Redner dankte sodann den erschienenen Fürstlichkeiten, besonders dem Großherzog von Baden und dem vom Kaiser entsandten Prinzen August Wilhelm. Nachdem die Hülle gcsallcn, übernahm Oberbürgermeister Vogt nauienS der Stadt das Denkmal. Gmc große Anzahl Auszeichnungen wurde verliehen. TaS von einer Niedrigen Balustrade um­gebene Denkmal setzt sich zusauimen aus einem hohen LbellSken. der der bronzenen Portrötsigur deS Herzogs Adolf als Hmter» gründ dient. Drei Seiten des ObcliSlen werden von einem FrieS umgeben, der in plastischen Figuren einen Huldigung»- zug des uaffmiischen Volkes in den Trachten der verschiedenen Gaue darstcllt. Auf der Rückseite ist eine Koloffalfigur deS iiaffamscheli Löwen angebracht. Von sämtlichen Fürstlichkeiten, Städten, Regiilientcrn und Vereinen wurden Kränze am Denk­mal medergelegt.

W. Drez a. d. Lahn, 26. Okt. Im hiesigen Bahnhose entgleiste gestern aoenb gegen 9'/, Uhr ein Wagen aus einem pasjicrenben lllLiterzuac und sperrte bis lU/3 Uhr das eine Hauptgleis Koblenz-GLesieu. Die Strecke rouroe zwei Stunden lang eiirgieifig betrieben. Mel-rere Züge er­litten deshalb Verspätung.

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3m Mainzer tiinSer- und Mädchenhcim.

Gar vielerlei gibt es un golDcnrn Maü>z *u sehen: den Tom, das Museum, das Leden am Rl-ein, die Srnftnuler ba Römer-ctt usw. Ta bleibt gewiß fcltcu icntonbun auch noch Zell iüt cinxn Besuch m dem einfachen Hau^c Brvldeubaa erswaße 21 übrig. Und doch ist cS intercsicutt icdcn, den nicht nur die Kultur der Bcegangeuherr, ionorrn auch oie Oer Qk jciuvart ir.tc- reffiert: der nicht nur eui wiifcnickMttlluves, sondern auch ein praktisches Znteresse an der Maischten nimmt.

Tas Haus, von dem ich rede, ni die vom Krippcnverem ins Leben geiufene KüibcrfripDc. Ich wurde nut ixr>Iid>Iat emp­fangen. l^S tut den dort un Weinl-.igc Gottes tatin.n Arveuermne» ansmeinend wohl, daß man auch ihrem stillen imidjcinbaren Trenk an den Kleinen und Mlcmfum Bcawrnuv schenkte. Mich aber rübrlc die Sorgfalt und Liebe, die in uiqeni Werke steckt Ta lagen die ftleiniien in den säubern weißen Bettchen, im lichten luftigen Schlaffaal santt schlummernd, wubreud unc Ettern, Vater unb Mutter, Dom raul/C» zLampf imi s Tascm gebunden, in der Tyabttf, an der Maschine oder sonn ui irgend einem Dienst stehen. Tie größeren sitzen auf ihren Stühlch.-n und ittampell:, lad)tn, machen die ersten yicbeucriutix, idjauat einen balb fröhlich, dato miß- mißtrauisch roriu/T® an, uiueii nicht ihre BeklmMgung nut deor Spielzeug ober mit dem Milchfluillnhen eine gar zu intensive ut. Anw Tranen und 2kßSagen gibt S freilich gelegentlich zwischen- dura), veranlaßt durch die ersten S-chwie^igkeitcn dieses uOiidicn Jammertal». Sofort aber regen sich verständniüor4l bdienbe Lande, um die Uriadx M großen WeltiouncrzeS zu Ukittgea.

Welck-e Berichiguitg für arbeitende, lorgenbelabcnc Mutter, ivcnn^fie hier ihre itlemcn m so sichrer Cbbut und guter Bstcge den Tag für 2o Psennig untergebracht wissen, fyur diese geringe Summe, die oer Einruluung aber doch den Almosencharalittl nimmt, erlzaltat die Kleinen die ganze Verpflegung, Spielzeug. Hkmuiig luil/rcnb des Annntha.tS in der Anuatt, Bao uno wenn i nötig ut, auch ärztliche Be.,<indlunz. W^r oa weiß, wie traun» cS in großen Inousmestadten oft oni mindern der orbnimbat Massen ge.,t, trenn Vater und Mutter ziizUeich zehn Stunden uno gar mehr verdienen gehen müssen, uno wenn dann die runder bei irgend einer Fremdenin Ziehe" gegeben werden, wie der übliche Ausonnk lautet, ter wird den ^xgen oicser Üildpce* nnrid tung reatt ju idxir-eu wissen. Und wie wichtig ist sur die Zukunn des Voll>.s, ivas iür gesundes Hock,kommen seines Rach« wüchse» gerade in Dem schwierig neu Antan .snadium getan wird! Man taim ruhig sogen, daß cs fnn besscr angelegtes Lupttal. feine heilsamer veNixmdte Arbeit gibt, als alle» was für die Jugend, ut»besondere für die zarte Zllndhell geschieht.

Die Vlnstatt ist frcilid) für die Größe oer Amgabe unb für die Größe der Staot Mainz viel zu klein. «Zurzett memrt Be­suches bJjcrbergtc sie etwa 30 Amber.; Ader |u ist doch em Anfang. Sie jagt einen Leg zur vernünftigen allgemcate» öffentlichen Kinder,urforge für bic Zukunft.

Ter Verein itloft, der dieses Unternehmen trägt, ist auch leider kvnig zahlrcich Er bringt knaps fo viel Geld auf, als die Anstalt m einem einzigen Monat verbrauch: Ta dürfte wach Qktoiffai u.id Ehrgefühl der wohlhabenden Mainzer Bevolkerrm» sich noch etwas starker regen. Man suchte sich bisher mit Wohl- tätigkeit.'veranstalttingcn zu helfen, nnc mit dem Kinderfest m ter Sladthallc am 2. Cm:brr (das aber bedauerlich wenig Iw lerrfk fand und wenig ein brachte, und am 31. Cftobcr mit ein« J7umfrt. das l^vf senil uh cinrn günstigeren Erfolg hat. Ersieultch und wichtig ist, daß die Stadloerwaltung bic sache unterstützt.

Tie größte Anrrkrnnung aber ücrbi:ncn die unrlgennützigeA edlen Menschenfeclcn, aus deren 3tid)fimltcbc das ganze Werk l*nwrgmg und die letzt noch willig feine oft sehr schweren Sorge» und aitcüMairai tr<Nica. Tas bis je^t acmulctt Laus ist Xkian nQurd'.nas angefanrt worden. Di: hvtoth-ekar.sche lailmg ivird auch tuie Last auf den Herzen der ve.anvvvttliä^» Vernnsleiter fein. Zu der Kinderkrippe ist ein Madch-mhei» gekommen, das iMItr-lofcn Dienstmädchen eine tadellos loubat» rrauiOhdx, gleichfalls äußerst buligc Unterkunft und Bcrpil^gun» getoabrt und praktifcherireise gleich mit einem Seellennachwei» verbunden ist. Und andere schöne Einrichtungen sind für ta . utunit nod) genümtJa ioad können unb möchtcii wir alles tun, wieviel Mögttchkrltcrz und Notwendigkeiten sehen pu