Ausgabe 
27.10.1909 Erstes Blatt
 
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Frankfurt a. M., 27. SD ft. Parseval 3 ist um 8 Uhr Min. nach Köln auf gestiegen.

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Ludwigvan Beethovens Briefe. Herausgegeben von Albert Leib mann. Insel-Verlag, Leipzig. Nur in einer Auslese sind Beethovens Briefe eigentlich genießbar; erst von bem Ballast der minderwertigen Kleinigkeiten befreit, können die wirklich bedeutenden und charakteristischen Stücke zu voller Wir­kung gelangen. Eine solche Ausgabe hat uns der Jenenser Literarhistoriker Albert Leibmann nun geschenkt. Textgeital- tung, Einleitung und der knappe Konimentar sind mustergültig.

Altgriechische Unterrichtsbriefe. Lehrstoff der Obersekunda und Prima in 12 Briesen. Verlag von E. Haberland, Leipzig. Die im Verlag von Ernst ^Haberland tn Leipzig erschienenenUnterrichtsbriefe für das Selbststudium der alt­griechischen Sprache von Staatsrat 2r. Ernst Koch" hatten sich nur mit dem Lehrstoff der Mittelklassen besaßt. Nun sind auch die Oberllassen in einem dritten Teil einbezogen worden, der von Dr. Roese in Ei eßen verfaßt ist. Der Schüler wird nicht nur mit stcherer Hand zum sprachlichen und inhaltlichen Ver­ständnis der Meisterwerke üon Homer, Herodot, Demosthenes, Plato, Thukpdides, Sophokles und der griechischen Lyriker ange­leitet, sondern cs wird ihm auch der Umfang der Lektüre genau angegeben. Hand in Hand damit geht eine sorgsame Vertiefung und Erweiterung der grammatischen Kenntnisse. Auss glücklichste versteht es der Verfasser, den ^ckstiler durch immer abwechselnde, geschickte Stellung von Fragen und Ausgaben zu eigener, über­legter Tätigkeit zu erziehen. Zweifellos wird daher dieser bntte Kursus als eine würdige Ergänzung des Kochschen Unterrichts- Werkes bezeichnet werden dürfen, zumal überall auch über das zu­nächst gesteckte Ziel, Die Erreichung des zur Maturitatsprufuiig Er­forderlichen, hinaus reichliche Ausblicke und Winke geboten werden.

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Augen eine Motorbarkasse durch den dortigen Hafen und Reede auf einer vorher abgemachten Strecke. Ein Teilnehmer an der Fahrt mußte sich hinter den nicht sehenden Norweger stellen und den Zeigefinger auf seine Schläfen drücken, wodurch die Ein­drücke des Schweden sich angeblich dem Knudsen mitteilten.

* Eine gerettete Obsternte. Tie Obsternte in E o - lorado konnte, wie aus Newyork berichtet wird, in diesem Jahre nur durch ganz außergewöhnliche Maßnahmen vor dem Erfrieren gerettet werden. Ta nach den ersten Frühlingstagen sehr ost der Winter mit erneuter Kraft über die Obsttäler wieder hereinbricht und die Ernte, die im großen Zentraltal alljährlich allein einen Wert von mehr als 15 Millionen Mark bedeutet, Jo halle man in diesem Jahre Vorkehrungen getroffen, um die Obst­gärten zu heizeu. In dem bedrohten Gebiete nxrren über 300 000 kleine Kohlen- und Lelbecken aufgestellt, die auf ein von der Weltern arte gegebenes Zeichen in Brand gesetzt wurden. Vier Tage laug brannten diese Pfannen und erhöhten die Temperatur um 89 Grad. Tie Kosten, die für das Jnstandl-allen und die Bedienung des Feuers verursacht waren, betrugen noch nicht den zehnten Teil des Wertes der Obsternte.

kleine Tagcschronik.

Die Polizei hat bei dem Simplizissimus-Zeichner und' Leiter der Langen'schen Verlagsanstalt T. T. Heine in München eine Haussuchung abgehalten. Es handelt sich um ein auf Subskription herausgegebenes Werk: Der Phönix. Das Vor­gehen der Polizei erfolgte auf Ersuchen der Sittlich­keit s kom m i s s i on. Heber das Ergebnis der Haussuchung verlautet merkwürdigerweise nichts.

Eine Nachahmung des Sprengstoff-Anschlages im M ü n ch e n e r Justiz Palast wurde gestern abend verübt. Beim stLachsorschen fand man in einem Ad-ort eine mit Revolverkugeln, Schrauben und anderen Eisenteilen gefüllte Blechbüchse. Nennens- tverten Schadeit hätte dieseBombe" nicht anrichten können.

In Laupheim ist das zur Zeit unbewohnte Freiherrlich Horusteinsche Schloß Bußmannshausen durch zwei junge schwäbische Handwerksbnrschen ausgeraubt und niederge­brannt toorben. Ein aus dem Schloß stammendes Besteck, das die Tiebe verloren hatten, führte auf ihre Spur.

Im belebtesten Teil M o s k a u ä wurde der Versuch gemacht, die Bereinigte Bank zu berauben. Eine Anzahl be- nafsneter Räuber scl> aus den Kassierer, ohne ihn aber zu treffen. Ein Teil der Räuber wurde verhaftet, ehe der Raub ausgeführt werden konnte.

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Mainz, 27. Oft Parseoal 3 lvurde um 8.40 Uhr gesichtet und fuhr um 8.5q Uhr über die Stadt in der Richtung nach Gonsenheim zu.

Rüdesheim, 27. Oft. Parseval 3 überflog Rüdes heim um 9.23 Uhr und folgte dann dem Rheinlauf.

Neuwied, 27. Oft. Parseval 3 passierte auf der Fahrt nach Köln um 10l/2 Uhr unsere Stadt.

Köln, 27. Oft Der Parjevalballon ist heute vormittag 11 Uhr 40 vor der Ballonhalle in Bittenberg glatt gelandet

Friede in Marokko?

Melilla, 27. Oft. General Marina empfing gestern die marokkanische Gesandtschaft, die über ihre Ver-* suche berichtete, die Riffkabylen zum Friedens schluß mit Spanien zu bewegen. Bis jetzt sind die Kabylen wenig geneigt, den Wünschen des Sultans. entsprechend Frieden mit Spanien zu schließen.

Stuttgart, 27. Lkl. Auf der schwäbischen Alb ist heute nacht bei 2 Grad Kälte Schnee gefallen, der teilweise sehr dicht liegt

Posen, 27. Okt. Ter Kaiser von Rußland kam heute vormittag 8 Uhr 10 hier an und fuhr um 8 Uhr 15 weiter.

Newport, 26. Okt Staatssekretär D er nburg trat mit dem DampferKaiser Wilhelm II." die Heimreise an.

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K 101/09. _ _ (B7/io

Tonucrstag den 18. Novbr. 1909, nachmittags 3 Uhr, iverden in unserem Amtszimmer die dem Johannes Förtsch in Gießen zn- geichriebenen, nachstehend ver­zeichneten Parzellen versteigert:

1/1161 = 128 qm Einmhrl tn der Websleingasse (htervon die ideelle Hälfte»

1/1061 = 194 qm Grabgarten hinter dem StockhauS

1/U64V1, = 34 qm^ofreitegrunb hinter dem Stockhaus

1/1158 117 qm Hosrauni mit

Scheuer tn d. Wetzsteingan.e 1/1159 = 87 qm Ho frei le daselbit 1/1162 = 594 qm Ho freite daselbit 1/1163 = 389 qm Grabgarten hinter dem Slockhaus.

Gießen, den 6 Oktober 1909. Großh. Orlsgericht Gietzen.

G r o S.

vermischtes.

* Apotheken wesen in Waldeck. Tas Fürstentum ^-aldcck dürfte wohl der einzige Staat im deutsck-en Reiche sein, in mm keine Bo r s ch r i f t c n über den Betrieb von Apotheken )cr oeit H.tnöel mit Giften bestehen. Es ist weder eine Apro- bat tun |ür Apotl-eler int Gesetz vorgeichen, noch bedarf es einer b^onbeten Erlanouis für Drogenhändler zur Führung selbst der startsten Gifte.

Der Mann mit sechs Sinnen. In Kopenhagen ist tin 36 jähriger Norweger, Emil .Knudsen, aufgetreten, der mit s cchs Sinnen ausgerüstet sein will. Mit einem gdabcuen Pu- blilum, Aerzten usw. als Fahrgästen, steuerte er mit verbundenen

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Fußball. Dm Sonntag lieserten sich die 1. Mannschaft -esSportvereins (ließen" und die

E.Viktoria" in Kirdorf u -L. em SBcttibicL Uanh , i -.albzcil 5:0 für Kirdorf. Gmdreiulwt ftrr tNrdvrs mit 6.3 a ' Tie Zuschauer waren für den ^dsnchter matzgebend inh uafimen ^cn die Gäste eine drohende Haltung tut, wodurch jl'.e ni t zu ihren knechten l^nimen konnten.

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Sinnt.: Tie in klammern gesetzten Ziffern geben an, rote viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

PoranSsichtliche Witternug für Hestcu am Donnerstag dem 28. Oktober: Zeitweise Ausheiterung. Vorwiegend trodeiu Elmas kühler. Morgennebel.

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Reichsgerichtsbrief.

(Nachdruck verboten.) js. L e i p z i g. Oktober 1909.

Einbeziehung von Gelegenheitsfuhren in die ! stichtversicherung eine» lanb. unb

wirtschaftlichen Betriebes.

Ter Landwirt D. zu H ar les hauseu war bei der Ersten 1 Oest e rre t chis chcn fdl( gemein en U n f a ll v e r 11 ch e - run , 5 g e s el l s m a s t in Wien gegen die Folgen der gesetzlichen d:v tt.o: in feiiur Eigensa-aft als Eigentümer eures land- und I , orstntt0chattlict.ru Betriebes versichert.. Bon einem Stauinuuin

ii u 11 c l tue.-en Tierschaden in ^ispcuch genommen, macht.

Enatzansprüch- gegen die Versickerung geltend, die aber die Zah- Lig abttch'tt-, ivetl es sich bei dem Unsall um eine galligi eit^ führe aJidiiiicd haoe, br an sich mit dem lcmd- unb wr,votrt- j ।chctsllichcn Brtrieve de^ Klägers nicht m Verbindung zu tauigen sei. ! Landgericht und Oberlandesgericht Kassel erkannten aber ; ttwtzdem auf Verurteilung der Beklagten, uchem,te Mtnahnien, 5 iatz bie dctrefsenbe GelcgenlMtssichre nut unter den tanb^tfd^k 1 Li(1Mi Betrieb zu rechue.l ist. u,urch Urteil des Reichsgericht- rvm 11. '>lpnl 1907 wurde das oberlandesgerickst iche Urteil aus- | KC hoben unb d e Sam. zur anderweiteii Entscheidung Mi das I Ebe.laiidr-sgerlast mmckverwiesen. 9lach erneuter Beweiserhebung | Muide vom Cbeilaiibcsgcrid)t Kassel dahin erkannt, daß die -oe- Nlagtc nur bis zu den aus der Poiiee und der angefugten Rentcn-

He i.d) ergebniben Höchstbeträgen zum Ersatz verp,lichtet ist. 2ic nunmehr von der Beklagten eingelegte Revision wurde * nom . Zivilsenat des höchsten Gerichtsl)vss zur uckgewt es en.

Aus den E n t s ch e i o u n g s g r ü n o e n des erkeiinenden Se- »uts geht hervor, daß Lei zweiselh ast en Ber tra g S-- Be- m immun gen die Verfick)erungsgescttichait die Erklärung ihres Agenten gegen sich gelten lassen muß. Wenn der a läg.r bei der Stellung des Antrages, so fuhrt der erkennende I senüt des lwck sten (.MrimtshofeÄ aus, den Vorbel>alt gemacht habe, ,_xkü eine Anzahl von Ec log rnheits sichren mitversichert fein müsse, i |jije vaiaus nicht, daß er solche Fuhren neben bem LinbiiiriidHililidjen Betriebe besonders bafce veriidjecn wollen. Viel- . ici/j »ave cs sill> oei ihm um einen nicht unberechttgten Zweifel der die Tragweite des BegriffeslMidwirtschaftlicher Betrieb" «hc ndett. Jur Aufklärung dieses Zweifels sei aber tar »ßwit Ccait seiner Teilung als solcher auch ohiie besondere Bollmackft 1 Urnicit mtd berechtigt geivesen. Wollte man die Gelegenheitt4- ßuhittu in diesem Falt iiicht dem landwirrschastlicyen Betriebe zu- ff xecL)ueu, so nxürben sie überhaupt nicht versichert sein, was schiver- 3 ' d) dem Willen des Versicherungsnehmers entiprocheii haben würde.

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Eingesandt.

Tas Konzert auf der Liebigsböbe am vergang-enen Sonntag sand wieder unter Mitwirkung einiger kimstdeflissener TUettantcn statt. Tem neuen Dirigenten unserer Militärkapelle Fann nur dringend emps.'hlen werden, dem Unfug, wie Singen, Pfeifen, Schreien usw. während der Borträge von vornherein gan- energisch entgegenzutreten, denn wenn er sich gegen diese Störew friede es sind immer dieselben ein klein wenig nachsichtig zeigt, kann er den Ausartungen später nidyt mehr steuern. Herr Miqikdirefror Krauße wird seinem 9lad)rolger bestätigen können, daß er wiederlwlt, trotz aller möglicher Versuche, nicht vermochte, den Vorträgen nur einigermaßen Geltung zu verschaffen und sich Nicht anders HÄfen konnte, als kaum begonnene 'Dtufifftüdc einfach abzuorcckxm.

Gerade in Gießen, wo ein großer Teil der Emwvhiier auf die Konzerte der Reillmentskapelle angcivicfcn ist, wird sich der neue Tirigent den Dank Vieler enterben, wenn er cntfdncben dahm wirkt, daß diesen Ungehörigkeiten ein für allemal ein Ende be­reitet wird.

Am bedauerlichsten ist, daß ein Teil der crkademisck^n Jugend immer glaubt, in den Konzerten durch Singen, Schreien ustv. die Aufmcrlsamkeit auf sich richten zu müssen.b.

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der Geburt

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Blutvergiftung

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Lungentuberkulose

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Gehirnjchlag

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Krebs

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and. Todesursachen

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