Mittwoch 27. Oktober 1809
159. Jahrgang
Erstes Blatt
Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.
Berlin, 26. Oft. Der Ausfall der Wahlen der dritten Ab-
erstag, 28. CM* Ur, eröffnen wk öo", BabchüM., v
teilung im fünften, sechsten und siebenten Berliner Landtagswahl- kreise bestätigte den Sieg der sozialdemokratischen Kandidaten. Im zwölften Wahlkreise war der Kampf am schärfsten. Um 11 Uhr abends wurden gezählt: 140 freisinnige, 320 sozialdemokratische, 63 nationalliberale und konservative Wahlmänner. Etwa 170 Stichwahlen sind erforderlich; von deren Ausfall ist es
uidjl. Lehrmittels ungen nimM her Neustadt 4, enW DienMg im &rm. zu Leginn desAlm- )er Vorstand ~ uogravben-Verm.- ^Lckrcv, Wtrttn. _
Nr. 252
Der Siebener anjdget «rfcheint täglich, außer Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchentlich -irhenerZamilienblätter; zweimal wöchentl.llreis- dlattfürdenlireisSiehen ^Dienstag und Freitags; Zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitsragen Fernsprech- Anschlüsse: iür die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51
die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. ZeilenprerS: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Lheiredakteur:A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton' und.Vermischtes' K. Neurath; für .Stadl u. Land" und.Genchts-
Aleines Feuilleton.
— Das Studium devMediziN. Die Zahl der Medizin- studierenden betrug auf den 21 deutschen Universitäten im vergangenen Sommersemester 9502. eigenartiger Weise stand nicht die größte Universität Berlin mit der größten Anzahl der rn der medizinischen Fakultät immatrikulierten Studenten an der Spitze, sondern Vinnchen, wo 1696 Studierende der Medizin eingeschrieben waren Tann erst folgte Berlin mit 1162 Studenten, es hatten weiterhin Freiburg i. B. 794, Leipzig 574, Heidelberg 553, Kiel 490, Würzburg 490, Bonn 370, Breslau 349, Straßburg i. E. 318, Marburg 313, Königsberg i. Pr. 304, Tübingen 301, Jena 287, Erlangen 260, Göttingen 254, Hallo a. S. 234, Greifswald 213, Gießen 209, Münster i. W. 166 und Rostock schließlich 16£> Studierende der Medizin aufzuweisen.
werden Weiter trat der Redner dafür ein, daß der Gemeindeverwaltung ein größerer Spielraum in der Auslage von Steuern gegeben werde. Das richttge fei, nur Einkommen- und Vermögenssteuern auch in den Gemeinden zu erheben, nicht nach besonders Grundbesitz und Gewerbe
luereiAassthallk) ord-Anlage & M durch die AD wirtschaft- separate RestourM r M-V 'LenoML > , Liammzimmeriuc i, SiölMgen, SZ Vereine, auch als M
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— Künstlerische Entdeckungen rn Italien Aus Perugia wird beriästet: Eine überraschende Entdeckung, die m kunsthistorischen Kreisen besonderes Interesse erregen wird, ist tn diesen Tagen in Gubbio gemacht worden, wahrend des Transportes der Pinakothek aus dem Palazzo bet Priori utben Paazzo dei Cvnsoli. Im Auftrage des Ministeriums hatte Grat Umberto Gnoli die Ueberwarliiung des Galerietransportes übernommen. Ein Bild, ein unbÄeutendes Oelgemälde, das dem 17. Jahrhundert zu entstanimear schien, war bereits dazu bestimmt, bei der Neuordnung der Galerie ausgeschieden zu werden und ins Magazin zu wandern. Eine nähere Untersuchung erweckte die Vermutung, buß unter der Farbschiäst ein ältere» Bild verborgen sein könnte Pros. Eola- vieti übernahm die Restaurationsarbeit und nach langem Bemühen gelang es, unter der Untermalung dreizehn Figuren zu befreien, die Gnoli nach 'kurzer Prüfung dem großen ^eiu^en Pietro Lorenzetti Mschi^ibeir konnte, ^as außervrdentuch reizvolle Werk, das künftig eine Zierde der Pinakothek von Gubbio bilden wird, bringt der Kunstforschung nichtige Neue Anhaltspunkte für den Einfluß, den der große Sieneser Meister ausgeubt Lat Ein zweiter Fund wurde fast zu gleicher Zeit in Bascvn bei Treviso gemacht Bei den Wiederherstellungsarbeiten einer kleinen, der heiligen Anna gewidmeten Kapelle, entdeckte man unter abbröckelndem Kalkwerk an einer Mauer ein Wandgemälde, das jahrhundertelang verborgen geblieben war. Das Fresko bedeckt zwei Wände und ist verhältnismäßig gut erhalten; es stellt
icnde E ick gj^ung ^er Turiner „Stampa" sollte ein aus- toärtiger Journalist behauptet haben, er habe bei dem Empsang im Rathause zu Racconigi aus eine an den Ministerpräsidenten Hiolitti gerichtete Frage, ob der Dreibund erneuert werden würde, solgende Antwort erhalten: Unvorhergesehene Ereignisse Vorbehalten, werde der Dreibund ohne Zweftel erneuert werden, aber Italien werde dabei neue Abmachungen anftreben, in welchen eine unleugbare Vermehrung seines Ansehens und seiner Machtstellung zum Ausdruck komme, die seinen Interessen gerecht würden, indem sie zugleich seine Wurde eifersüchtiger wahrten. Die Behauptung dieses Journalisten — so erklärt die „Agenzia Stefani" — sind absolut salsch, wie übrigens die Mitteilung der „Stampa" selbst erkennen ließ, die ausdrücklich bemerkte, die anderen anwesenden Journalisten hätten davon schlechterdings nichts gehört.
Die italienische und französische Auslegung.
Rom, 26 Ott. Tie „Tribuna" schreibt, die Erklärung im Kommunique der „Agenzia Stefani", die Annäherung zwischen Italien und Rußland könne keinerlei Mißtrauen Hervorrufen und werde gewiß von allen Mächten als wichtiges Element für die Aufrechterhaltung des Friedens begrüßt werden, auch jene Phantasten zu einer objektiven Betrachtung ber Dinge bringen müsse, die in dem engen Freundschaftsverhältnis zwischen Italien und Rußland eine Auflösung des Drei- bu ndes erblicken. Sodann betont das Blatt, baß die italienischrussische Entente mit dem g e g e n ro ä r 11gen Bündnis- । h ft e m keineswegs in Widerspruch stände, sondern im Gegenteil geeignet fei, es zu beleben. An ber internationalen europäischen Lage habe sich nichts geändert. Es bestehe nur eine Freundschaft, ein wichtiger Faktor des Friedens in Europa.
eine Madonna dar mit dem Jesuskinde dem heckigen Rochus und dem heiligen Sebastian und einem Bischof, Vielleicht bem heiligen Augustinus. Man vermutet, daß man es mit einem Wmcke des Tommaso da Modena zu tun hat oder mit benti Werke eines feiner Schüler aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.
— Für eine urkundliche Geschichte der Lagunen von Venedig schreibt das dorüge König!. Institut für Wissenschaften, Literatur und Kunst einen Preis von 3000 Lire aus Die Arbeit, die im Jahre 1910 abzuliesern ist, kann in italienischer, französischer, deutscher und englischer Sprache etn- gereicht werden. Ebenso die Bearbeitung des Themas, das für 1911 ausgeschrieben wird: Das höhere Pflanzenleben der Lagune von Venedig nach biologischen und geographischen Gesichtspunkten. Als Preisausgabe für 1912 wird eine Arbeit über die Ortsnamenskunde Veneziens gestellt.
— WedgwoodsMeisterwerk wiederentdeckt. Das lang verschollene Meisterwerk Josias Wedgwoods, dasder englische Künstler der Porzellanmanusaktur im Jahre 1773 für die Kaiserin Katharina von Rußland in Angrift genommen hatte und das nach einem Jahre abgeliefert wurde, ist letzt dank der Bemühungen des Herausgebers des prachtvollen, Pier- mont-Morganschen Miniatur-Kataloges Dr. G. E. Williamen wieder ausgefunden worden. Das Service beitanb seinerzeit aus qegen 1200 Stücken, die gegen 2000 Ansichten von Schlossern, Abteien, Klöstern, und Landschaftslüldem aus Schottland und von der englischen Ostküste zeigten. Wedgwood, der auf den Auftrag Katharinas sehr stolz war, hatte der Arbett seine ganze Begeisterung und fein ganzes Können gewidmet und nch das Ziel gesetzt, ein Service zu schassen, das „zum Tische einer Kaiserin passe". Eine Reihe von Künstlern zog aus, um im Lande nach der Natur Studien zu machen, die dann zur Bemalung der Servicestücke verwertet wurden Allein die Herstellungskosten des Services beliefen sich auf über 60 000 Mark; Wedgwood verdiente übrigens nur wenig bei diesem Auftrag, aber fein Ruhm wuchs um so höher; das Meisterstück wurde im Juni ausgestÄlt, Königin Charlotte besuchte die Ausstellung, und bald war das neue große Wedgwood-Service ein gesellschaftlicher Treffpunkt Tür bie elegante Welt. Katharina war mit ber Leistung des englischen Külistlers vollauf zufrieden, sie pflegte des öfteren die Benutzung des Services besonders anzuorbnen, aber mit den Jahren vergaß man die kostbaren Arbeiten und bas Service verschwanb. Alle
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Jteuitaht 55, iQg- Sonnxag eine Xafcte r u. Lrmziosel tn k -ge!. Abzah. b.fclir.- ilofopbeniBaU). iftr.
Paris, 26. Okt. Der heute nachmittag nach Paris zurückgekehrte Minister Pichon sprach sich zu einem Mitarbeiter bes „Tcmps" in folgenden Worten über seine Begegnung mit dem Zaren und dem Minister Iswolski aus: Meine Eindrückcsind in jeder Hinsicht ausgezeichnet. Der Zar zeigte sich von seinem Aufenthalt in Italien entzückt und Iswolski hat mir seine volle Befriedigung über seine Unterredung mit Tittoni geäußert. Sie können sicher sein, daß die Begegnung der beiden Souveräne und der beiden Minister, in der sich das Einvernehmen I Rußlands und Italiens zur Erhaltung des Statusquo im Orient kuiid gegeben hat, eine weitere Bürgschaft für den Frieden Europas bildet. Was uns anbelangt, welche wir dieser, dem Herzen aller Völker teuren Politik dienen, so lönnen wir den Ergebnissen der Zarenreise nur- Beifall spenden Tiefe Ergebnisse entsprechen unseren Wünschen und unseren Bemühungen zur Herstellung eines Einvernehmens zwischen den Regierungen, deren Ziel cs ist, diesen Staaten das Gleichgewicht der Kräfte zu sichern und die Ursache von Zwisttgkeiten zu beseitigen, welche aus entgegengesetzten ehrgeizigen Bestrebungen entstehen könnten. Und da alle Großmächte ihre Friedensliebe und zugleich ihren Entschluß bekundet haben, im Orient keinerlei Befriedigung territorialer Gelüste zu suchen, so kann keine derselben über die Vorgänge in Racconigi verstimmt sein, da die Vertreter Rußlands! und Italiens sich nur von jenen Gesinnungen leiten ließen,! welche ich bei einer anderen Gelegenheit als den „europäischen Patriotismus" bezeichnet habe.
Türkische Witterung.
Konstantinopel, 26. Okt. In einer Besprechung der Enttevue in Racconigi führte die Zeitung „Paswin^Esttar^ ans, die russisck»-italienische Entente könne bas Heft ber Türkei nicht sichern, denn hinter ber Entente lauert bie Eroberungslust. Hierburch könnten höchstens bie Expansionsbefttebungen beider Teile begrenzt werben, Rußlanb aber wolle für die Verluste tm fernen Osten Kompensationen int Westen erlangen.
Die Heimreise des Zareu.
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Nachforschungen waren seitdem fruchtlos geblieben, bis nun Tr. Williamson nach langen Verhandlungen vom Zaren endlich bie Zusage erhielt, baß eine genaue Suche veranstaltet werben sollte. Tie russischen Hofbeamten hatten auf Dr. Williamsons erste An- ftage geantwortet, daß bas Service ihres Wissens nicht mehr existiere. Die Nachforschungen führten nun tn Peter Hof zur Wiederauffindung des berühmten Services; in den Bodenrä umen des Schlosses stand es in alten unansehnlichen Kisten verpackt. Mft Erlaubnis des Zaren sind die Hauptstücke jetzt photographiert worden; voraussichttich wird auch ein Teil bes Services nach London geschickt, um eine Zeitlang in eine Ausstellung ben Lieb- babent alter Porzellankunst zugängig gemacht zu werben.
— Leutnant Shackletons neue Riesenleistung. Leutnant Shackleton, der Mann, der beinahe den Südpol erreicht hat, plant ein neues Unternehmen, und wenn er die Kraft haben sollte, es durchzusühren, wird man von ihm sagen können, daß er der Meister im Vortrag- Halten ist. Er ist bereits für 83 Vorträge verpflichtet worden, und es kommen täglich neue Anträge. Man schätzt, daß Shackleton seine Fahrt zum Südpol mindestens 120 Mal wird schildern müssen, das bedeutet natürlich auch ebensoviel Festessen mit den dazu gehörigen Reden und wenigstens 120 Antworten. Die Reise soll am 1. November in London beginnen und den Forscher zuerst nach verschiedenen Großstädten Großbritanniens fuhren. Oft wird Shackleton an einem Tage zwei Vorträge halten müssen, einen am Nachmittag, den anderen am Abend. Bon England geht es nach Frankreich, nach Italien, nach Deutschland und nach Oesterreich. Shackleton wird in Paris und in Rom in französischer Sprache, in Berlin, Hamburg, Dresden, München, Wien und Budapest in deutscher Sprache erzählen. Beschlossen wird die Vortragsreise in Amerika. „Kluge Leute" haben ausgerechnet, daß der Forscher auf dieser Vortragsfahrt mehr als 32000 Kilometer zurücklegen und mehr als 1200000 Worte sprechen muß. Wenn er alle seine Borträge hintereinander hielte, würde er genau sieben Tage, sechzehn Stunden und dreißig Minuten sprechen müssen.
Giessen.
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Die russisch italienische Annäherung.
Tie in Racconigi gewechselten ^nk^cuche und die »üren bekommt. Immer wieder nzurbe ton t»r öenmnlam Ltte Le Wort von dem neuen Unterpfand des Weltfriedens ist zu einer Phrase geworden, drc alle Am mstuungen neuer politischer Entwürfe deckt und kernesfalls möglich genommen werden darf. Denn in Raccon.gi schemt ÄWÄ 'L-Nd und Stal'cn oeraiftt man, daß der Weg zwischen Rom und Petersburg croch^ ziemlich weit ist und die ausgestreckten Arme sich nur sclnv erlich werden berühren können, wenn nämlich Berlin nid Wien an gemeinsamen politischen Zielen festhalten vollen. Tritt nne solck)e Spannung een, so ist Nicht etn- msehen, wieso der Weltsriede gefestigter dastehe al^ früher, igenn der französische Minister des Auswärtigen glerch-- ialls von einer weiteren Bürgschaft des Freden? ge^paochen haben sott, so ändert dies an der 'Lache nichts. Auch Frank- rcirf) wird in kritischen Augenblicken auf Rußlands Istwert nicht so sicher rechnen können, wie Deuftchland und Oesterreich auf ihre gegenseitige Unterstützung. UebrngenS sucht inan in Rom die bisherigen Meldungen durch Berichtigungen äbzuschwächen, und die Aengstlichkeit, mit der man dort die Zugehörigkeit zum Dreibünde immer wieder be- ont, beweist von neuem, daß Italiens Pvlitik^chwankend rind unzuverlässig ist. Wir erhalten folgende Meldungen.- Berichtigungen.
Rom 26 Okt. Die „Tribuna" erklärte: WederTittoni (io* Iswolski hätten Berichterstattern Mitteilungen über betl Inhalt ihrer Unterredungen gemacht Alles, was darüber veröffentticht worben sei, trage ben Charakter'von mehr ober veniaer wahrscheinlichen Vermutungen.
Rom 26 Okt. Die „Agenzia Stefani" veröffentlicht fol-
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jährlich Mt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatiief) 60 Ps.; durch
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Gietzener Anzeiger
Seneral-Anzeiger für Oberhessen
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bis vormittags 9 Uhr. l—
zu besteuern.
Minister Braun wandte sich gegen die Ansickft Schien- bergers, die Gemeindesteuern lediglich durch einen Ziischlag zu den Staatssteuern zu erheben; das sei nicht durchführbar, weil die staatliiche Einkommen- und VeiMiögenssteuer nicht alleinbcsttmmend für die Gemeindeumlagen sein können.
Mg. Ulrich beharrt auf seinem Standpunkt, daß der Schuldenabzug gestattet werden sötte. .Hiergegen wandte sich Geheim erat Dr. Becker, wie auch Abg. Schön b e r g e r. Der Vorschlag, daß Einkommen und Vermögen allein zur Grundlage für die Gemeindesteuern genommen j werden solle, sei unmöglich, rtreil dann die Belastung viel zu stark werde. Wenn z. B. Bad Nauheim eine durchschnittliche Schuldenlast von 40 Prozent habe, so wurde es ungerecht sein, wenn die unverschuldeten Einwohner Ncui- heims den Anteil der Versck>ulbeten an den Gemeindesteuern zu tragen hätten. Diesem Standpunkt trat auch Abg. Moltyan bei und betonte, daß beispielsweise der Grundbesitz doch nicht freigelassen werden könne, wo von den Landgeineinden doch gerade für den Grundbesitz die größten Aufwendungen gemacht werden. Filianzminister Gnauth wies daraus hin, daß selbst Abg. Schönberger einen votten Schuldenabzug nicht traben wolle. Andererseits würde es ein Unikum fern, wenn Hessen a 11 e i n in Deutschland lediglich auf dem Staatssteuerprinzip die Gemeindesteuern mif- bauen wollte. Das könne er nicht mitmack)en. Geh. Rat Becker betonte, daß an Staatssteuer mit die Gemeindesteuer übertragen werde. Nicht werde vor- Worms, 26. Okt. Der Äofzug des Kaisers von Lieben Schuldcnabzug und dann das Verhältnis der Rußland traf !>mte nachmittag 1 Uhr 44 Minuten chU Ar Einkommen- b Vermögenssteuer. Abg. Dr. Osann ver- Rückfalnt von Italien hier em. .Zum Empfange n«ren anwesend ^omm 3 ' bie Prinzipien der bcnach-
herttichcr Begrüßung bestiegen bie Lxrrschasten ben Salonwagen bei uns zur Anwendung bringen müsse. In Preußen und des Kaisers, um bicidm das Geleit bis Frankfurt a. M. zu geben. hn Baden sei der Schuldenabzug nicht gestattet; so müsse Frankfurt a. M., 26. Ott. Ter Sonderzug des es auch bei uns besttmmt werden. Diesen Ausführungen Zaren, von Warms über Goldstein kommend, traf um 3 Uhr stimmte auch Minister Gnauth ZU.
25 Min auf ber Sttttion FranNurt-Bockenheirn ein, wo Polizei- In der morgen stattftndenden Fortsetzung der Beratung Präsident S,chcrcuherg anwesend mar. NciV' hcrzlickier Verabschiedung ttisbeiandere die Warenlsaus- und Filialgeschäftsbe-
vom Zaren verließen bas G r o h h e r z o'g s p a a r von Dessen, rteuenina debattiert werden.
das Prinzenpaar Heinrich von Preiißen und ine PrrnzeNin _ _ --------------------- -
von Battenberg, welche den Zaren von Worms hierher geleitet
hatten, dcn Sonberjug, worauf dieser nach erwlgtem Maichrnen- VIC £0110t(l$$tD0l)!Cn ttt vClUlt.
wechsel bie Weiter fahrt über Sachsenhausen-Bebra sortsetzte^^er I ton Berliner Wahlbezirken fanden am gestrigen
Großherksg von Vesten und da» Prinzenpaar .tz^nrich von Preußen Urwahlen zum Abgeorbneteuhause statt. Die Mandate
kehrten in bereftl-lehenden Automobilen nach schloß Wo! ssg arten ^K^d^en Borgmann, Heimann, !oir sch und zurück. Hoffmann sind für ungültig erklärt worden, weil bie~ recht-
------------ ------------- - - angefochtene Ausstellung der Abteilungslisten nach der ^teuer- 21u$ dem hessischen Ananzaus chuh. veranlagimg verschiedener Jahre als gesetzwidrig, namentlich aoer
. V ' o •* » (ZAtouvtrt I bie zu Gunsten ber sozraldemokrattlchen Kandidaten geübte Be-
R. B. Darmstadt, List Okt. Die heuttge Schungl^^^ einzelner Wähler und Wahlmänner mft wirtschaftlichen des Finanzausschusses ber Zweiten Kammer sand tn Nachteilen als vollkommen unzulässig anerkannt würbe. JDeny Wesenheit der Herren Finanzmimster Dr. Gnau th , sind für ben fünften, sechsten, siebenten und zwölften Wahl-
nister Dr. Braun, Geh. Rat Dr. Becker und Mintstertal- neue Wählerlisten ausgestellt worden.
rat Süssert statt. Zunächst wurde die Vorstellung des Das neue Wahlergebnis wird niemand überraschen. Drei
Oberbahnassistenten Fockinghosf, betr. Pens-ionsverhältnrsse, Wahlkreise sind ben Sozialdeniokraten sicher, und nur un
von der Tagesordnung äbgesetzt, da eine Antwort des \i2. Wahltteis (Moabit) war das Mandat des Genosten Hoff- preußischen (Asenbahnministers noch nicht eingetroffen war. mann gefährdet, lieber den Ausfall der gestrigen Wahlen wub Sodann fuhr man in der Beratung der Ge m ei n d e-f uns beruhtet: st euer Vorlage fort und zwar zuerst über den Antrag des Abg. Sck)önberger. Dieser gab einleitend eine längere Begründung. Er bezeichnete das Prinzip des Gesetzentwurfs, daß bei Gemeindesteuern auch die Frage der Gegenleistung herangezogen werde, für verfehlt. Demgemäß wende er sich auch gegen den Schuldenabzug. Wenn die Gemeinden besondere Leistungen für einzelne Gemeindeange- hörige prästteren, so könne dies durch Gebühren beglichen


