Anfragen nach Kursen vor, so z. B. aus Großen-Buseck, Beuern, Bersrod, Tors-Gill, Eberstadt, Muschenheim u. a. In Oberhessen hat das Beispiel des Kreises Gießen bereits Nachahmung gefunden. Im Kreise Friedberg besteht ein gleiches Institut etwa 2 Jahre und vor kurzem haben auch die Kreise Alsfeld und Schotten die Errichtung einer Wanderhaushaltungsschnle beschlossen. Es steht zu erwarten, daß über kurz oder lang aus diesen Schulen obligatorische Fortbildungsschulen für Mädchen entstehen, wie sie bereits in Baden eingerichtet sind.
m. Danbringen, 24. Mai. Gestern fand hier im ^aale des Wirts Wermar eine stark besuchte Versammlung zwecks Gründung eines freisinnigen Vereins statt. Privatdozent Dr. Bogt aus Gießen hatte in dankenswerter Weise ein Referat über die „Finauzreform" übernommen und seine Ausführungen fanden stürmischen Beifall. Von den Erschienenen erklärten sich sofort 30 bereit, dem zu gründenden Verein beizutreten. Eine weitere Versammlung soll iiach Pfingsten stattfinden.
2 23. Mai. Eine junge Dame von hier
kam beim Radfahren am Himmelfahrtstage so unglücklich zu Fall, daß sie einen Arm brach. — Da der Unternehmer Funk 'die Abbruchsarbeiten am Brauhause umständehalber nicht weiterführen konnte, wurden sie einem Bauunternehmer in Dillingen übertragen und sollen morgeii wieder aufgenommen werden. In 3—4 Wochen hofft man, damit fertig zu sein, worauf die durchzuführende Straße vollendet wird.
[] Marburg, 23. Mai. Trotz der sengenden Sonnenglut hatten frch heute Tausende von Festbesuchern aus allen Teilen Hessen-Nassaus und aus Hessen hier eingefunden, um sich an dem in einem Seitentälchen der Lahn, in Bad Marbach, stattsindenden, von der wirtschaftlichen Bereinigung des Reichstags veranstalteten großen hessischen Volksfest zu beteiligen. Die Vormittagsstunden benutzten die fremden Besucher zum großen Teil dazu, sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu betrachten, gegen Mittag jedoch fluteten die gewaltigen Menschenmassen nach den etwa 30 Minuten entfernten, von hohen bewaldeten -Bergen umgebenen Festplatz in Marbach, wo sich bald ein besonders durch die vielen Hessentrachten hervorgerufenes farbenprächtiges Bild entwickeln konnte. Zwischen den hellen Gewändern der Städter bemerkte man die verschiedenen hessischen, Hinterländer, niedertwssischen, Schwälmer und oberhessischen Volkstrachten. Die Begrüßungsansprache hielt der Reichstagsabgeordnete des Wackre.ses Maiburg- Kirchhain-Frantenberg, Dr. Böhme, später sprachen der Reichstagsabgeordnete Liebermann v. Sonnenberg, der Vertreter des Wahlkreises Homberg-Fritzlar, der der k Freiheitskämpfe der Deutschen vor 1900 und 100 Jahren gedachte, ferner der Reichstagsabgeordnete Bindewald vorn Wahlkreis Alsfeld-Lauterbach^chotten, der des Hessenlandes und Hessenvolkes Treue lobte, sowie Generalsekretär Hennigsen aus Hamburg. Das Fest schließt morgen abend mit einem großen Feuerwerk.___________________
hessische Anwalütammen
Darmstadt, 23. Mai. Die Mitglieder der Anwaltskammer für Hessen hielten gestern eine außerordentliche Versammlung ab, in welcher die Regelung der Rechtsverhältnisse der Anwaltsgehilfen und sonstigen Bureauangestellten den Hauptgegenstand der Beratung bildete. Justizrat Dr. Fuld-Mainz und Justizrat Grünewald -Gießen erstatteten ausführliche Referate über diesen Punkt der Tagesordnung und nach eingehender Erörterung lvurden die von der Kommission in Vorschlag gebrachten Anträge angenommen. Darnach wird in allen Anwaltsbureaus völlige Sonntagsruhe zur Pflicht gemacht. Die Schreibstuben sollen nicht nur am Sonntag für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen sein, sondern es ist auch überhaupt verboten, an Sonn- oder Feiertagen irgendwelche Schreibhilfen zu beschäftigen. Es sollen auch an Sonntagen weder Klienten empfangen, noch ihnen in der Regel irgendwie Ratschläge erteilt oder Mitteilungen gemacht werden. Der Maximalarbeitstag für Bureauan- gestellte wurde auf neun Stunden festgesetzt. Bezüglich der Kündigungsfrist wurde bestimmt, daß auch bei den auf unbestimmte Zeit erfolgten Engagements eine mindestens vierwöchige Kündigungsfrist zur Anwendung kommen soll. Ferner soll jedem Bureauangestellten im Laufe des Jahres wenigstens ein einwöchiger Erholungsurlaub gewährt werden. Weiter wurde noch beschlossen, auf die Errichtung von geeigneten Fachschulen in Mainz, Darmstadt und Gießen hinzulvirken.
yejsiMr Richterverän^
** Gießen, 24. Mai.
Der Hessische Richlervercin hielt am Samstag in Frankfurt seine 10. ordentliche Hauptversammlung, zu der 63 Mitglieder erschienen waren. Der Justiz Minister hatte sein Fernbleiben in einem liebenswürdigen Schreiben entschuldigt. Die Zahl der Mitglieder ist auf 227, die Auslage der vom Verein herauSgegcbenen Hessischen Rechtsprechung auf über 700 gestiegen. Die Versammlung nahm zunächst eine Neufassung und Abänderung der Bcreinssatzungeu vor. Die K a m m c r v c r h a u d- langen über den Justizetat führten zu einer längeren Aussprache, die mit einstimmiger Annahme folgender Resolution schloß:
Bei den Verhandlungen der Zweiten Kammer der Landstände über den Justizetat haben in den letzten Jahren einige dem Anwaltsstande angehörige Abgeordnete an der Tätigkeit der Organe der Rechtspflege in steigendem Maße in einer Weise Kritik geübt, daß, ttotz cingeftrcuter anerkennender Worte, der Eindruck entstehen mußte, als sei es in unserem Land um die Rechtspflege allgemein schlecht bestellt. Die hessischen Richter sind weit davon entfernt, das den Abgeordneten zustehende Recht zur Kritik an sich bestreiten zu wollen, erkennen auch berertwillig an, daß auch in Hessen in einzelnen Fallen zu Ausstellungen Veranlassung gegeben sein mag. Die stattgehabten Erörterungen überschreiten tedoch nicht nur nach Art und Maß, sondern auch in der Form derart den Rahmen einer sachlichen und gerechten Kritik, daß sie nicht nur von den unmittelbar Beteiligten, sondern von der Gesamtheit der Justizbeamten als eine schwere und unverdiente iVräufung empfunden werden. Ter Hessische Richterverein hat mit Bedauern wahrgenommen, daß diesem Mißbrauch des Rechts den Volksvertretern von keiner Seite entgegengetreten worden ist, er legt daher seinerseits dagegen Verwahrung ein und richtet an Großh. Ministerium der Justiz die ehrerbietige Bitte: 1. unveranlaßte und unbegründete Angriffe auf die Tätigkeit brr Justiz- beamten zurückzuweiscu; 2. die Kammer zu ersuchen, Beschwerden der Regierung so zeitig mitzuteilen, daß sie in der Lage ist, bei der Verhandlung int Plenum der Kammer den Sachverhalt unparteiisch darzustellen; 3. im Falle die Abgeordneten solche Mitteilungen nicht machen, Gelegenheit zu nehmen, auf diese Beschwerden in der Kammer geeignetenfalls auch dann zurückzukommen, wenn dies von den Abgeordneten unterlassen wird.
Zur Wahlrechtsvorlagc, die das Verbot der Wahl der Amtsrichter innerhalb ihres Dicnstbczirks bcibchaltcu will, wurde beschlossen:
Der Hessische Richterverein erblickt in der Bestimmung des Art. 15 Abs. 2 der Gesetzesvorlage die Landstände betreffend eine mit dem Geist des allgemeinen Wahlrechts im Widersprach stehende und, nauf) dem Uebergang 5um direkten und geheimen Wahlrecht, Nicht mehr zu rechtfertigende Beschränkung der staatsbürgerlichen
Rechte der SoTalbcamtcn, insbes. der Amtsrichter, wie sie in keinem andern Wahlgesetz enthalten ist, und beauftragt deshalb den Vorstand, in geeigneter Weise auf Beseitigung dieser Bestimmung hinzuwirken.
Im Interesse der Fortbildung der Mitglieder und somit im Interesse der Rechtspflege erachtet es die Versammlung für geboten, daß den Richtern und Staatsanwälten nicht nur durch Erteilung von Urlaub, sondern auch, wie dies chei den Medizinalbeamten, den Strafanstaltsbeamten und Oberstaatsanwälten seither schon geschehen ist, durch finanzielle Beihülfen der Besuch der internationalen Kurse für gerichtliche Pshch 0 l 0 gie und P s h ch i a t r i e in Gießen und anderer derartiger Ausbildungskurse ermöglicht wird.
Heber die Strafprozeßreform erstattete Staatsanwalt Dr. Schneider- Mainz einen interessanten Bericht.
Nach einem kurzen Referat über die Besoldungsreform wurde wieder Frankfurt als Ort der nächsten Hauptverfamm- lung bestimmt. Nach mehr als vierstündiger Dauer wurde die Versammlung, die wieder Zeugnis ablegte von der Einmütigkeit, die im hessischen Richterstand in allen wichtigen Fragen herrscht, geschlossen. Die Teilnehmer vereinigten sich dann zum Mittags- mal tiii Festsaale des HolA Drexel.__
Landespserdezuchtverem.
FC. Mainz, 23. Mai. Ter Landes-Pferdezuchtverein hielt heute seine 3 2. Generalversammlung in der Stadthalle hier ab. Ilm 11 Vs Uhr eröffnete Oekonomierat Müller- Neuhof bei Gießen, der 1. Vorsitzende, die gut besuchte Versammlung, der Oberbürgermeister Tr. Göttelmann-Mainz und Landesökonomierat Müller-Tarmstadt, anwohnten. Oberbürgermeister Tr. G ö 11 e l m a n n überbrachte Grüße der Stadt Mainz und dankte dem Verein, der mit Rat und Tat Mainz bet dem neuen Unternehmen den Pferdemarkt unterstützt habe. Der Vorsitzende gedachte hierauf der im Jahre 1908 verstorbenen Mitglieder Heinrich Bender-Griedel, I. S. Bieber-Niedereschbach, Bürgermeister Törr-Leeheim, Georg Frey-Wolfskchlen, Peter Keim III. Hechtsheim, August Koch I. Griesheim, Geh. Kommerzienrat Lautern-Mainz, Christian Leonhard-Okarben, Peter Mark I. Hainstadt i. ■£)., Jakob Metzger IV. Tornheim, Ludwig Michel- Babenhausen, Oekonomierat Anton Schmitt-Bretzenheim, Tr. Schneider-Worms, Ferdinand Sprengel-Lad-Nauheim, Jakob Stephan III. Rohrbach und Generalleutnant v. Wachter-Darmstadt, außerdem der langjährige, verdienstvolle 1. Sekretär des Vereins Rittmeister a. T. Naegele-Darmstadt. Ter 1. Schriftführer Major a. D. Freiherr v. Starck- Darmstadt berichtete über die Wirksamkeit des Vereins. Nachdem das Weiterbestehen des Landes- Pferdezuchtvereins beschlossen worden war, wurde durch Verhandlungen mit der Landwirtjchaftskammer festgelegt, in welcher Weise ein Zusammenwirken mit dieser zur Förderung der Pferdezucht in Hessen stattzufinden habe. Ta das Körungswesen und die Führung des Pserdestarnrnbuchs gesetzlich der Landwirtschafts- fammer zugefallen sind und demgemäß auch die Veranstaltung von Schauen sowie Marktschauen und die dabei stattfindenden Prämiierungen unter Mitwirkung der Organe des Landes-Pserde- zuchtvereins vorzunehmen, zumal letzterer namhafte Zuschüsse zu den Prämiierungen zur Verteilung an seine Mitglieder zu leisten sich verpflichtete. Diese Zuschüsse haben im Berichtssahrc betragen: Für die Provinzial-, Kreis- und Bezirksschauen 2920 Mark, für die Pferdemärkte außer Tarmstadt 1750 Mark. Tiefe Zuschüsse werden auch in Zukunft geleistet und noch erhöht werden. Tie vom Verein unterhaltene Fohlenweide zu Tieburg mußte mit dem 1. Oktober 1908 eingehen, da die seither zu deren Unterhaltung gewährten Staatszuschüsse der Landwirtschaftskammer zufließen, die mit letzterer wegen Uebernahme und Weiterführung der Weide gepflogenen Verhandlungen aber zu keinem Resultat geführt haben. Tie Provinzial-Fohlenweide im Tiergarten bei Hungen ist im Besitz der Landwirtschaftskammer übergegangen, der Fohlentummel- platz bei Bickenbach besteht nach wie vor. Ter Stand der Mitglieder im abgclaufencn Jahre war 1871, davon entfielen 990 auf die Provinz Starkenburg, 616 auf Oberhessen und 265 aus Rheinhessen, 40 wohnen, außerhalb Hessens. Tie Jahresrechnung ergab in Einnahme und Ausgabe 14 007,51 Mark. Sodann erfolgte die Genehmigung des Voranschlags für 1909 mit 10100 Mark in Einnahme und Ausgabe und eine Besprechung über Schauen und Prcisvcrteilung. Oekonomierat T ett- Weiler- Wintersheim hatte einen Antrag hierzu eingebracht, daß auf den Schauen die für Pferde zucrkannten Preise sofort anSgezahlt werden. Eine längere Diskussion knüpfte sich an diesen Antrag. Bemerkt sei, daß die Geldpreise seither zur Hälfte anSgezahlt werden, die andere Hälfte aber erst nach einem Jahr, in welcher Zeit der Züchter noch int Besitz des prämiierten Tieres sein muß, dies gilt auch für prämiiertes Rindvieh, Schweine und Ziegen. Oberlandstallmeister v. W i l l i ch und Ockonomic- rat Fritsch- Dilshofen redeten dem Antrag das Wort, während Oekonomierat Walther- Lengfeld ihm entgegentrat und ihn für eine „Bankerotterkläriing der Viehzuchtsbestrebungen in Hessen" bezeichnete. Ter Antrag gelaugte zur Annahme und der Vorstand wurde ersucht, ihn der Landwirtschaftskammer zur Berücksichtigung zu empfehlen. Ein Antrag Tettweiler-Wintersheim, der besagte, daß die Ehrenpreise für jede Provinz bei den Schauen geteilt werden für warm- und kaltblütige Pferde, wurde dem Vorstand zur Prüfung empfohlen, außerdem bestimmt, daß in Zukunft der Jahresbericht nicht mehr im Truck erscheinen solle. Nachdem als Tagungsort 1910 Friedberg für den Fall bestimmt worden, daß im kommenden Jahr die Landesausstellung nicht in Gießen stattfindet, in diesem Fall ist Gießen gewählt, schloß der Vorsitzende 11 _> Uhr die Versammlung.
Gerechtstzaat.
R. B. 'S a v m ft a b t, 22. Mai. Das Kriegsgericht verhandelte gegen den Vizewachlmeislcr Otto Krebs vom Leib- Garde-Trag. Regt. Nr. 24, der feit 12 Jahren im Dienst steht und sich bis fetzt tadellos geführt hat, wegen S 0 l d a t e u m i ß h a n d- lung in zwei Fällen. Die Verhandlung endete bezüglich des einen Falles mit Freisprechung und in dem anderen Falle wegen dienstwidriger Behandlung eines Untergebenen mit der Verurteilung zu 3 Tagen gelinden Slrreft. Beide Fälle liegen schon längere Zeit zurück und bilden die letzten der vielfachen Strafverfahren, die infolge der Verurteilung des Dragoners Platho emgeleitet wurden und der, vermutlich um sich zu rächen, gegen eine Anzahl Vorgesetzte und Kameraden allerlei Beschuldigungen erhoben hatte, die sich zumeist als unhaltbar oder stark übertrieben erwiesen. In dem ersterwähnten Fall hatte ein Dragoner ein Paar Stiefel un- vorschriftsmäßig auf der Kammer abgeliefert. Krebs warf ihm diese ivieder zurück, ivobei einer dem Dragoner an den Kopf fiel und eine leicht blutende Wunde veranlaßte. Das Gericht nahm an, daß hier nicht eine Absicht, sondern em unglücklicher Umstand obwaltete. In dem anderen Falle hatte Krebs einem Dragoner im Keller beim Kohlenabliefern ein paar geringfügige Püffe versetzt, die nur als dienstwidrige Behaudluiig angesehen und wie er- ivähnt mit drei Tagen gelinden Arrest geahndet wurden. Die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Osann.
C h c m nitz, 23. Mai. Im M 0 r d p r 0 z e ß gegen das 17jährige Dienst in ä d ch e n Martha K 0 m p r 0 s aus Waldheim erkannte die Chemnitzer Strafkammer gestern auf 12 Jähre und eine Woche Gefängnis wegen Raubmords. Die Angeklagte hatte das mit ihr zusammen im Cafe Humboldt in Frankcnberg bei Chemnitz angestellte 21jährige Tienstmädchcn Menzel im Schlafe durch neun Beilhiebe getötet und seiner Ersparnisse beraubt.
LuftschUahrt.
— Verwendung v 0 n P a p i e r b e i m L u f t s ch i f f b a u. Tr. Wagner von der „Vulkan" - Werft und Oberingenieur v. R a b i n g c r haben einen neuen Lenkballon entworfen, der eine Kombination des starren und unstarren Systems darstellt. Rach der „Umschau" soll dabei P a p y r o 11 n in aufeinander gelegten Schichten, abwechielnd mit Geweben, eingewalztem Gußstähldraht und'Klebstoff verwendet werden. Dieses mittels besonderer Wickel- maschmeu angefertigte und gegen Feuchtigkeit geschützte Material soll nach den Brech- und Reißunterjuchuiigen der Erfinder dauerhafter als Aluminium und Stahl sein. Der Stoff wird dann zu
Röhreii gewalzt, aus denen das Ballongerippe nach einem Zellen- system angefertigt wird. Rohren wie Zellen werden mit Gas gefüllt. Kopf und Schwanz erhalten eine Kappe. Die Gondel, die einen Benzinmotor für Marschfahrt und einen Benzinmotor für forcierte Fahrt erhalt, ist vollständig geschlossen. Ter Gasverbrauch soll äußerst mäßig sein. Ter neue ^Baustoff soll überhaupt noch überall da eine Zukunft haben, wo Stabilität und Leichtigkeit des Materials eine Rolle spielen. DaS erste Luftschiff dieser Art soll in einer Größe von 9000 Kdm. — in seinem Aussehen wird es sich an das Zeppelins anlehnen — 60 bis 70 Km. m der Stunde zurücklegen. Leichte Transportfähigkeit gestattet auch die Landung auf festem Boden.
Kleine Tagedchronik.
Der älteste sächsische Bildhauer Heinricht HaehneL ist in Dresden am 22. Mai int Alter von 85 Jahren gestorben.
Auf der internationalen Kunstausstellung in Rom erhielt den Müllerpreis von 11000 Lire Professor Sartorio für sein Bild „Monte Circoq".
Der Union Pacific - Ueberland - Expreßzug wurde unweit Omaha von vier Banditen an geh alten. Sieben Post- beutel mit Gold wurden gestohlen. Die Räuber entkamen unerkannt.
In Favara — Provinz Palermo — wurde die Familie des Gutsbesitzers Puggeo, bestehend aus Ehemann, Ehefrau und Schwester des Ehemannes, ermordet. Wahrscheinlich liegt ein Racheakt der Maffia vor.
fnärtteL
fc. Frankfurt a. M., 24. Mai. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungeii der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 26.00—26.25, Kurhessischer Mk. 26.00—26.25, La Plata Mk. 26.25—27.25, Kansas Alk. 00.00-00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 18.25—18.50 Gerste (Wetterauer) 9)1 f. 19.00—20.00, Frankenfelder Mk. 19.00—20.00, Hafer 18.75—19.50, MaiS Mk. 18.00—00.00. Weizenmehl 9)lk. 34.50—00.00, 00—00, 2. Qualität Mk. 33.00 bis Mk. 00.0', 3. Qualität Mk. 31.00-00.00, Roggenmehl 0
Mk. 26.50—27.00, 1.Qualität Mk. 23.50—24.00, Weizenkleie Alk. 10.75 bis Mk. 11.00, Roggenkleic Mk. 11.75—12.00. Maiskeime Mk. 00.00 bis Mk. 00.25, Franken, Pfälzer, Nied Alk. 19.75—20.25. Alles per 100 Kg. ab hier.
fc. Frankfurt a. M., 24. Mai. (Tctegr. Orig. - Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen V i e b m a r E t- preise. Zum Verkaufe standen: 689 Ochsen, 72 aus Oesterreich, 80 Bullen, 0 aus Oesterreich, 1082 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 603 Kälber, 237 Schafe und Hämmel, 2104 Schweine, 1 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 Schaflämmer. — Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 74—77 Alk., 2. Qualität 69—72 Mk., 3. Qualität 58—62 'Mk.: Bullen: 1. Qual. 61—63, 2. Qual. 57—59; Kühe 1. Qualität 70—72 Mk., 2. Qual. 58—60 Mk., 3. Qual. 46—48 Mk., 4. Qual. 00—00 9)1 L, 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht : Kälber 1. Qualität 95 bis 98 Pfg., Lebendgewicht 57—58 Pfg., 2. Qualität 89—94 Pfg., Lebendgewicht 51—55 Pfg., Schlachtgew. 70—75 Pfg.: Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 77 bis 78 Pfg., 2. Qual. 70—74 Pfg. Schweine: 1. Qual. 67—68 Pf., Lebendgewicht 53,5—00,0 Pf., 2. Qual. 66—00 Pf., Lebendgewicht 53,0—00,0 Pfg., 3. Qual. 62—65 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bet Hornvieh mittelmäßig, Ueberftanb unbedeutend, bei Klcmmel) gut, fein Uebcvnanb.____________________________________
kirchliche Nachrichten.
Israelitische Heügionsgcmcinöc.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Mittwoch den 26. und Donnerstag den 27. Mai 1909: Wocheufest.
1. Tag: Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Predigt.
Nachmittags 4 Uhr.
2. Tag: Vorabend 9 Uhr. M 0 r gens 8.30 Uhr. 9lad)mittag§ 4 Uhr.
Festesausgaitg 9.20 Uhr.
Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag dem 25. Mai: Veränderliche Bewölkung. Warm. Nur noch vereinzelte Gewitter.
Original-Drahtlneldungen.
R. B. Darmstadt, 24. Mai. Tie Zentralstelle für V 0 l k s w 0 h l f a h r t begann heule unter Anteilnahme von mehreren hundert Personell aus ganz Deutschland hier ihre dritte Konferenz unter Vorsitz des Staatsministers a. T. Möller. Begrüßungsansprachen hielten Minister Braun und Bürgermeister Dr. Glässiug. Ter erste Beratungs-, gegenständ betraf die Fürsorge für die schulentlassene Jugend.
Trier, 21. Mai. Hier traten gestern die Vertreter der F l a t t e n v e r e i n e der R h e i n p r 0 v i n z zu einem Verbandstage zusammen, der sich insbesondere mit der Stellung des Flottenvereins zur Reichsfinanzreform beschäftigt. Nach einer dieses Thema behandelnden Rede des Großadmirals v. Köster wurde einstimmig eine R es 01 u - tion angenommen, worin die Vertreter des deutschen Flottenvereins der Rheinprovinz ihre Bereilwilligleit erklären, das Präsidium energisch bei der Verfolgung seiner Ziele zu unterstützen. Sie erblicken gleich ihm die nächstliegende Aufgabe des deutschen Flottenvereins darin, dafür einzutreten, daß die Finanzreform trotz aller Schwierigketten in großzügiger Weise als eine nationale Sache durchgeführt wird, damit die erforderlichen Mittel beschaff, werden können, um unsere Wehrkraft auf die Höhe zu bringen.
Brüssel, 24. Mai. Dem klerikalen Patriot zufolge hat König Leopold von Londoner Sachverständigen das Silberzeug der königl. Schlösser von Brüssel abtarieren lassen. Es befinden sich darunter Stücke von großem Wert, u. a. Geschenke der Herzogin von Kent an den ersten König der Belgier. Man glaubt, daß der wöuig beabsichtigt, auch dieses Silber zu veräußern.
Paris, 24. Mai. Petit Parisicn bringt folgendes Telegramm seines Korrespondeuten in Venedig: Tie K a i s e r i n - M u t t e r v 0 n Rußland, die in Begleitung der Königin Alexandra von England in Venedig weilte, hat gestern angeblich auf Grund wichtiger Telegramme aus Petersburg und Rom unter fluchtähulichen Umständen die Abreise angetreten. Eine bedeutende Polizeiabteilung besetzte die Zugänge zum Bahnhof. Bei verschiedenen ver- dächttgen Personen fanden Haussuchungen statt. Al" die Kaiserin im Bahnhof erschien, erscholl aus der Menge Pfeifen und Johlen. Beflügelten Schrittes stieg die Kaiserin die Bahnhofstreppe hinaus und bestieg eiligst ihren Wagen. Dte eigentliche Ursache zu dieser eigenartigen Ab- ahrt ist noch nicht bekannt.
Paris, 24. Mai. Zu dem m i ß g lü ck t e n S ta p e 1- lauf des Panzerschiffes Tanton wird aus Brest berichtet, daß der Verdacht besteht, der Stapellauf sei böswilliger Weise dadurch verhindert worden, daß ein Balten auf deu Gleitschlitten, auf dem das Schiff in das Wasser gleiten sollte, gelegt worden sei, wodurch das Weitcrgleiten des Schiffes plötzlich unterbrochen wurde. Eine umfassende Untersuchung ist sofort eingeleitet worden.
fnit bester LÄutz gegen Krankheit ist außer Sauber^
hftn c,nc ...c,tnmri,e' regelmäßige Ernährung. Zu .nHwveine kluge .Autler das Aestle'sche Kittderniehl, eine „ olckll verdauliche und gern genommene 9tahruna, s?»äC?c„?lCx^ euiSn Äst Darm - unö Magenkatarrhen schützt und das Entwöhnen der Säuglinge bedeutend erleichtert.


