Ausgabe 
20.11.1909 Viertes Blatt
 
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Samstag 20. November 1909

Viertes Matt

Nr. 273

159. Jahrgang

trtdjetni ti-ll- Ausnahme beß Sonntags.

1500

1 Hauptgewinn Au,".

Epoche erheben wirb . . e

Dr. G. Z.

von Schulen

für die 800 000 ckulerrichtslofen.

Roranon« druck tml vertag 6ei Brüdllch« Unweriuäl- - Buch- and Stcinb ruderet 8L Lange, ®icf>en.

worben, doch wird sich dessen finanzielle Beteiligung, die sicher zu erwarten ist, schon jetzt ermöglichen lassen, da die Luft­schiffbau Zeppelin G. m. b. H. zunächst die für München in Be­tracht kommenden Anteile übernommen hat. Aehnlich wird sich auch für andere Städte, die jetzt noch nicht berücksichtigt werben konnten, die Möglichkeit bieten, noch nachträglich der Gesell­schaft beizutreten, indem sie Aktien erwerben, die jetzt derLuft­schiffbau Zeppelin" übernommen hat. Der Oberbürgermeister von München, Herr v. Borscht, und zwei Hamburger Herren! sind bereits in den Aufsichtsrat gewählt worden.

So ist denn nach vielen mühevollen Arbeiten, die besonders auf den Schultern des Direktors Colsmann vomLuftschiffbau Zeppelin" ruhten, eine feste und sichere Grundlage geschaffen worden, auf der sich, wie wir hoffen und wünschen, ein bis in die fernsten Zeiten ragender Bau als das Wahrzeichen einer neuen

für Strickmaschinen

Redaktion, ExvedMon und Druckerei: Schul» strane 7 Eroedinon und Verlag. 5L 9tti>afnon:e=s^U2. Tell-Adr^ AnzergerGietzen.

übernommen werden, nachdem es mit den Einrichtungen für drahtlose Telegraphie ajy^tattet sein wird.

Die nächste Aufgabe derD. L.-A.-G" wird im Frühjahr 1910 die Einrichtung regelmäßiger Vergnügungs-Vassagierfahrten gegen Bezahlung (über die Höhe des Fahrpreises ist noch nichts b e st i m m t) von Friedrichshafen und von Baden-Baden aus fein. Diese Fahrten sind sowohl Rund­fahrten, also etwa von Friedrichshafen über den Bodensee zum Rheinfall oder nach Luzern usw., wie Fahrten zwischen Frie­drichshafen und Baden-Baden. Hier in Baden-Baden wird auch als in der ersten Stadt Deutschlands eine Halle bis zum nächsten Frühjahr errichtet sein, allerdings keine massive, sondern nur eine provisorische Längshalle. Außer diesen Fahrten plant man aber auch den Besuch großer de u t sch e r Ver kehrs­zentren für kürzere Zeit. Man denkt an Städte, in denen Ausstellungen, Kongresse, Festspiele einen großen Fremdenzustrom erwarten lassen, unter benht man sicher genug findet, die sich zu einer mehrstündigen Fahrt imZeppelin" drängen. Es ist da gedachr z. B. an Düsseldorf, an München und Oberammergau, an Dresden, Leipzig u. a. m. Von Baden-Baden aus werden natürlich auch Ausflüge in die Umgebung, z. B. nach Mannheim unternommen, wo ein Ankerplatz vorhanden ist.

Frankfurt bleibt der Sitz des Vorstandes der Aktien­gesellschaft. Die schönen Pläne, hier auch den Verkehrsbetrieb zu eröffnen», rntb der Gedanke, auf einem großen städtischen Gelände bei dem Torfe Schwanheim a. M. eine mächtige, feste Rundhalle yi bauen, in der ständig zwei Schiffe stationiert wären, können leider nicht so schnell zur Ausführung kommen, wie man erst gedacht hatte, da sich wegen der Erwerbung des Geländes durch die Stadt noch^ftiige Schwierigkeiten erheben und wohl erst die Eingemeindung von Schwanheim, vollzogen sein muß. Für den Besuch der obenerwähnten Verkehrszentren ist geplant eine transportable Zelthalle als Unterkunftshalle mit­zunehmen, deren Ausbau sich jewells in wenigen Tagen ermög­lichen läßt.

Was die Kapitalverhältnisse der Deutschen Luft- schiffahrts-A.-G. anlangt, so waren bei i er Gründungsoersamm­lung die 3 Millionen Mark, die man als notwendige Grundlage festgesetzt hatte, vorhanden und außerdem noch Va Million von Hamburg, die zunächst, bis zum Termin einer Erhöhung des Aktienkapitals, zurückgestellt werden mußte, so daß also Ham­burg zurzeit noch nicht finanziell an der Aktiengesell- schuft beteiligt ist. Auch München hat noch keine Aktien er-

D«elr&enet LamtttendlSNer- werden dem SlnAPtfifr* viermal wöchentlich beigelegl, das Krelsblatl fät öcn Urei, Siehrn" »wennal wochriulich DieLandwlNlchaftllch«, Seit- lrM<" erscheinen monatlich zweimal.

wegen Adr.-Angabe an ctef*.

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33 Gewinne mX

* Fvrtbildungswesen in Frankreich. Der bv- kannte ehemalige französische Handelsminister Jean Cruppi hat soeben ein Werk über die ökonomische Soge in Frankreich vcröfsentlicht: ein Hauptstück in diesem Buch ist der Zukunft Frankreichs gewidmet, der ftanzösischen Jugend. Welck>e AuS- oildung erhalten die 870 000 jungen Leute beiderlei Geschlechts unter 18 Jahren, die in industriellen oder Hcrndels-Unterneh> mungen besckjästigt sind, fragt Cruppi, und beantwortet die Frage durch Zählimg der Schülerzahl in all den technischen und Handels-- schulen, die für derartige junge Leute errichtet sind. Diese Schulen werden von nicht mehr als 20 000 Hörern besucht. Zu diesen stimmen etnxr 50 000 Teilnehmer an Privatbörsen, so daß also die Gesamtzahl der Lernenden 70000, die der Unterrichts­losen 800 000 beträgt. Man kann diese Statistik zu sckyvach und ungenau linden, aber immerhin verzeichnet sie die Tatsache, daß eine ungeheure Menge junger Angestellter und Arbeiter in Frank­reich ohne schul mäßige Fortbildung bleibt. Diese Fest- stellung findet Cruppi noch schmerzt icl>er, wenn man sie mit den Verhältnissen in anderen Länder« vergleicht. So bestehen in dem Keinen Dänemark 57 Handels- und 121 Industrieschulen für kunge Leute, die von 22 000 Sckpüern besucht norden. In Deutsch- land aber besuchen 329 656 junge Leute derartige Schulen (Hon- delssckmlen sind hier mitinbegriften) und Staat und Städte lei^t.r dafür eine jährliche Ausgabe von 25 Millionen Mark. Auch in der Schweiz, in Belgien und den meisten anderen Ländern sind diese Verhältnisse besser als in Frankreich: um so nach.

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Lotvntb.ok G,t l H ~ Eisenach

Metzeim Anzeiger

Eeneral-Anzeiger für ©bergen

Vie deuiiche Luftichiffahrtsgesellschast.

(Von unserem Frankfurter Mitarbeiter.)

Frankfurt a. M., 17. Nov.

Der 16. November 1909 markiert zugleich den Abschluß -i-ieS Entwicklungsabschnitts in der Geschichte des Zeppelin-Unter- . nehmens und den Beginn einer neuen Epoche: Gestern, am j 11. November, ist in Frankfurt die Deutsche Luftschiff- ihr t- A.-G. gegründet worden, an der sich bereits eine große ITizahl deutsche- Städte beteiligt hat in der Voraussetzung, daß cif dieser festen Grundlage sich das System der Zeppelinschen Ljftfönffe in die Praxis des modernen Verkehrs überführen j laifai wird. Wenn es and) übereilt wäre anzunehmen, daß 8.r nun unmittelbar vor der Pforte eines Zeitalters des Luft- ^kehrS stehen, so kann doch die Bedeutung der gestrigen ®rün* bang kaum überschätzt werden. Denn das Ziel, das die neue titkindtift schon im nächsten Jahre zu erreichen hofft, liegt I b -reits auf dem Wege zur Organisation eines regelmäßigen Pasia- 6 itr* und Frachtverkehrs durch die Luft. Nur durch zahlreiche x längere planmäßige Fahrten lassen sich die nötigen vielseitigen ^attischen Erfahrungen sammeln, auf Grund derer man dann \ b! noch vorl>andenen Mängel abstellen und das System bis zu btt unumgänglich notwendigen Zuverlässigkeit entwickeln kann. Sie Vornahme solcher zahlreichen planmäßigen Fahrten nach bestimmten Zielen aber wird erst jetzt durch die Begründung Vtx neuen Gesellschaft möglich. Die neue Gesellschaft wird also nne Betriebs gesellschast sein, bereit Aufgabe es ist, den Ver- hchr mit Zeppelinluftschiffen zu betreiben. Diese Schiffe werden b'3t>gcn von derLuftschiffbau Zeppelin G. m. b. H.", die eine Fabrikations gesellschaft ist. Unb zwar wird die neue Aktien- ^sellschaft das Monopol des Bezuges von Z.-Schiffen in Deutsch- l»tnb besitzen. Das Zeppelinsche Polar-Unternehmen (um hier auch gleich zu erwähnen) ist wiederum eine Sache hr sich, mit dem direkt keine der beiden Gesellschaften etwas dl vun holt. Deck iBetpieb der neuen Aktiengesellsck-aft wird dlnächzt mit zwei Schiften in Angriff genommen, die beide mit feei Motoren ausgerüstet fein werden. Das eine,Z. 4", hofft ®an bis zum Mai 1910 spätestens fertig zu haben, das andere, Mssen Bau in der für zwei Schiffe eingerichteten, kürzlich in «betrieb genommenen neuen festen Halle in Friedrichshafen sich Allziehen wird, etwas spater vielleicht bereits mit dem neuen Material, von dem jetzt mehrfach die Rede war, dem Elektro- Sietall. Das Luftschiff ,L. 3" wird vermullich vom Reiche

KarlM

Komplette $

(5crid)tsfaaL

ko. Limburg, 18. Nov. In der letzten Straskammersltzung hier erkannte bad Gericht in. zwei Fällen auf exorbitante Strafen. Ein Dienstmädchen aus Friedberg hatte hinier schwedischen Gardinen im Zuchthaus Ziegenhain tu Hessen-Nasiau eine Kollegin aus Löhnberg a. d. Lahn kennen gelernt. Nachdem fie die Zuchlhausmauern hinter sich hatte, besuchte sie die hübet entlassene Kollegin in Löhnberg und entlockte ihr und ihren Ver­wandten unter Vorspiegelung falscher Tatsachen 1H5 Alk. Dai Ge­richt erkannte auf 2 ^ahre und 6 Vlonate Zuchthaus. Ein Tag­löhner aus (Samberg halte bei dem Lehrer in Holzappel gebettelt unb bet bieler Gelegenheit eine alte Rleiberoürfie ntugehen geheißen. Sechs Nlonate würbe berAlami wegen ber iUetbec- büriie ins Gefängnis geschickt. Außerdem erhält er zwei Wochen £aft wegen des Vetlelits.

F. C. Wiesbaden, 18. Nov. Gegen die Erteilung beti Ansiedelungsgenehmigung durch den Landrat von Biedenkopf klagte der Geometer unb Repräsentant ber Grube Polarstern", Jakob Dönges in Wal lau, Kreis Biedenkopf. Durch das im Abbau begriffene Bergwerk sei das AnsiedAungs- terrain äußerst gefährdet. Die Ausführungen des Landrates, daß es zu einem Abbau nicht kommen werde, da die Mutungen von Kupfer und Schwefelerzen zu gering, überhaupt alle Erz-

Darf er dem Landbewohner an Selbstvertrauen fehlen?

Auf diese bedeutungsvolle Frage gibt bet bekannte lUeßener Uiiiversitälsprofejsor Dr. Paul Gifevius in tot soeben erschienenen 200. Jubiläuinsausabc desLand- tofenber für bas Großberzogturn Hessen" (Jal)tgang 1910; _.reiö 25 Pfg., zu beziehen burch alle Buchhandlungen) eine l^enso erschöpsenbe wie erfreuliche Antwort. Es heißt darin ia a.: 6r, b. h. ber schon oft prophezeite Ruin ber Landwirt- sihaft, ist vorläufig noch ausgeblieben, unb mit Nichten liitb die Getreidefelder, die Obst- unb Weinpflanzungen »erschwunben, um weiten Weibeflächen oder brach liegen­ton, nur noch ber Jagd bienenben, unkultivierten Fluren Äatz zu madjen. Noch zieht ber Pflug Jahr für Jahr t« gewollter Weise seine Furchen, unb gutes Land ist im 3reife gestiegen, geschweige denn, baß es bereits wertlos ükworben fein sollte. Wohl sind die Zeiten für den Land- ir.ann ernst unb gefahrbrohend genug gewesen, aber bas schlimmste ist uns doch erspart geblieben, unb mit neu er- .aachenber Hoffnung kann man der weiteren Zukunft ent» -togensehen. An dieser Besserung der Zeiten hat nicht nur die Verstärkung ber Fürsorge für unsere Landwirtschaft Den feilen der Regierungen unb ber Landstänbe, sondern hoben auch die Landbewohner selbst einen wesentlichen An- nl. In unserer Landbevölkerung steckt ein so gesunder >rn und eine so urwüchsige Kraft, daß diese ihr auch über die letzte Krisis hinweggeholfen haben. Sicher und fittig hat der Landwirt den Weg verfolgt, den Preisverlust byrd) die Steigerung seiner Produktion wett zu machen. Langsam, aber sicher hat man durch Veroesserung der Boden- beflellung, durch die Verbesserung der Düngung und durch cie Auswahl leistungsfähiger Sorten es erreicht, daß man eute weit mehr Zentner Weizen und Roggen, Gerste und tos er, Zuckerrüben und Kartoffeln zum Verkaufe bringen rinn. Die Wissenschaft hat uns in diesem Streben auch ihrerseits tüchtige Mitwirkung geleistet und uns neue Wege oewiesen; das Beste mußte aber die innere wirtschaftliche ü uchtrgkeit des Laudmanns tun, um die neuen Ideen zu er- ifassen und richtig in die Praxis zu übersetzen. Der gleiche Mrgang ljal sich in der Viehzucht abgespielt.

Unsere deutsche Landwirtschaft, und die hessische bleibt dabei keineswegs zurück, hat eine so enorme Steigerung b er Produktion gezeitigt, daß sie der prozentischen Steigerung der Volksnah! sogar noch vorausgeeilt ist. Noch lange ist unsere Landwirtschaft nicht an der Grenze ihrer leistungsfähigkeit angelangt; die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion ist noch immer im Fortschreiten begriffen, immer mehr gewinnen wir unserem Boden und unseren Tieren jährlich ich Produkten ab. Wenn im Kriegsfälle, den wir alle nicht wünschen und erhoffen, ber uns aber in den Netzten Jahren oft genug gedroht hat, die feindlichen Ar­meen unsere Landgrenzen sperren, wenn die feindlichen F-lotten uns die Zusuhr zur See abschneiden, wir brauchen mit unseren Tieren darum doch nicht Hunger äu leiben. Liese Sicherstellung unsrer Boirsernähtüng für den Cmst- I faJ( kriegerischer Verwickelungen verdanken wir der starken inneren Tatkraft und dem fortschrittlichen Streben unseres inneren Tatkraft und dem sorrschrittlichen Streben unserer ianbbeDoiferung.

Auf der Lokomotive.

DieHilfe" erhielt vonEinens der viel reist" folgende Sufdyrift:

Ich fahre int v-Zug von Berlin nach .Köln. SÄvarze Nacht dangt um die Wagen. Dig moisten Fahrgäste haben es lich^bequem penadit und schlaftn ruhig. Unb doch hängt ihrer aller Schicksal ron einem Handgriff ab. Nein, nicht von einem Handgriff, I pudern von einem Mann, der da vorn auf der Loft)motive steht unb in heißer Arbeit, oft selbst keuchend Wie sein Stahlrvß. leine Pftccht erfüllt. Herrgott! was haben die Mensck>en da iom für eine Verantwortung! Die vorbeijagenden Sid>erheils-

'°"l,0 hikeibeii-iducirnuf

«ooÜicheB VerkiumuU« *' WiederverkOuferieiu* In Giessen: Buchackrr Nimm, Kd- Br. Lil Lnni.; ferner bei: Dan. Babnhofstr., Semmkr. Seltersweg, Gg. Kar Xolk, heiler,Markt^i

zeichen nrüffen genau beobachtet, die Kurven überlegt, die Sicher­heit geprüft, die Sckmelligkeit gesteigert werden. Und in all diesem Getöse muß er ruhig bleiben, der Führer der Maschine. Von Auge und Hand, von rascl^m und doch zähem Willen hängt die getarnte Fahrsid)crheit ab. Und kommt eine Verspätung von wenigen Mimiken, so strecken sich doohende Köpfe aus dem Wagen­fenster und murrende Laute lassen sich hören.

Es ist wahrdaftig eine aufregende Sache um den Beruf eines Lokomotivführers. Kein Wunder, daß die deutschen Bahn­ärzte in Nürnberg im Mai vorigen Jahres sich über die zu­nehmende Nervosität des Standes berieten. Die Gefahr des Lebenseinsatzes ist bei ihm eine aufeeoorbentlidje. , In wenigen Sekunden entscheidet sich oft sein Sckricksal, und bei den meisten Unglucksfällen erliegt der Mann auf der Maschine zuerst. Desto energijdtcr muß bie Forderung auf möglichste Verkürzung ber Arbeitszeit gestellt werben. Anrüstung der heutigen großen Maschinenkolosse nimmt das Doppelte an Zeit in An> spruch wie früher, unb Heizer und Führer wissen davon zu zählen, wie sich bie Dienstbereitschaft ber Lokomotive verbraudü, unb sein TurchschnittÄebensiltcr beträgt etwa 45 Jahre. Was ihm vor allem not tun würbe, ist eine zusammenhängende Ruhe­pause in einem regelmäßigen Erholungsurlaub von einigen Wochen. Solche Einrichtungen, bie uni re großen Waren­häuser für ihre Beamten einführen, wirken durck>aus rentabel, denn ein leistungsfähiger, frischer Körper taugt, ganz abgesehen von allen seelisck^n Stinrmunaen, tausendmal mehr, als wenn er bis an die Grenzen seiner Leistungslähigkeit in Anspruch ge­nommen wird. Tie öffentliche Meinrcng Hal Recht intb Pflicht, sich mit ber Lage bet Beamten zu beschäftigen, von denen eid)cr- heil unb Familieriglück ber eignen Reiseorden unmittelbar ab­hängt. Das sind alles nicht einmal hunurne GedMcken. sonbern ernfaclie Erwägungen bcs privaten Lebinsegvismus. Es ist voll anzuerkennen, baß die Eifeubahirverwaltungen für eins treffliche Sorge getragen haben: für billiges, gutes, warmes Essen. Tenn mit Recht forbetten die Eisenbahnärzte, daß jeder Lokomolip-- beamte täglich einmal nrintn-stens nxirm speisen soll. Freilich können lange nickst alle Lokomotivführer den gewünschten Ge­brauch von den Einrickstungen madyen, bie zu ihrem Wohl ge­troffen sind, unb es bedarf steter Verbesserung im Fahrdienst bei den Umlehrsrationen, im Einteilen der Zeiten für die Benutzung ber Schlafräume, damit das Personal sciircn Dienst kräftig und fteudig tun kann. __________________________

Bohrungen aus waffer im Kro$6orftr Walöe.

Zu den Ausführungen des Bohrmeisters Bruns in Nr. 267 unseres Blattes erhalten wir folgende Ertviderung des Bürgermeisters Braun in Krofdorf:

Vorab bleibt der erste Mißerfolg der Bohrungen nach Wasser mittels der Wünschelrute in den K'reuzschlagen be­stehen denn wenn b.i angesagtem g nüg n en W.'s er für eine -Ortsleitung Krofdorf-Gleiberg (24j Korn, täglich) nur 5080 Kbm. gefunden worden sind (genaue Angaben sind nicht gemacht und die ganz.e Angelegenheit in em sehr geheimnisvolles Dunkel gehüllt worden), so ist dies ein Mißerfolg, der auch durch den obengenannten Bericht nicht beseiftgt werden kann.

Nun noch einige Berichtigungen: Nichtim Wider­spruch mit einem großen Teil der Krofdorfer Bewohner", sondern durch einstimmigen Beschluß der Gemeinde­vertretung wurden die Bohrungen eingestellt, weil ber Sach­verständige, Herr Professor Kaiser Gießen m i t B e st i m m t - heit erklärte, daß an der Bohrstette niemals ein für die Gemeinde genügendes Wasserguan'um erbohrt werden könnte. Der Erfolg hat die Angabe des Herrn Sachver» ständigen völlig bestätigt. Die Behörde hatte die Pflicht, unter allen Umständen vor aussichtsioser A beit und, damit verknüpft, vor unnützen G'ldausgaben zurückzuhallen. Daß ich dies getan, freut mich heute sehr.

Ich wäre Herrn Bohrmeister Bruns sehr dankbar ge­wesen, wenn er auck) mir dieauf 38 Meter eibohrtc reichliche Wassermenge" gezeigt oder wenigstens das Quantum der­selben angegeben hätte.

Herr Landrat v. Bülow-Bothkamp hatte bei seiner ersten Besichtigung in den Kreuzschlägen die zu erbohrende Stelle selbst angegeben, diese Stelle wurde in seiner Gegenwart genau vermerkt, so daß von einer unrichtigen Bohrstelle

ilauschUd VeineW: Btschild j u M irauschild \ beste ftnil Äoletschild Mittel ÄJii IW lafdinalschild) jrunschild wM Veissschild Jta» ,

so ist wohl der vorletzte Satz der Aussichrungen de- Herrn Bruns auf^ufassen gar keine Rede sein kann. Daß die Bohrungmit einem Erfolg im Rahmen ber Ansage" geendigt habe, ist ein Irrtum des Herrn Bohrmeisters, der aber verzeihlich ist, da derselbe bei der An,age gar nicht zugegen gewesen ist.

Selbstredend hat Herr v. Bulow-Both­kamp ander fraglichen Stelle für genügendes WasserqarantiertundzwarineinerTiefevon 20 bis 25 Meter. Aber bereits bei 19 Meter Tiefe müsse mit Vorsicht gearbeitet werden, damit die Wasserader nicht verloren ginge. Auf eine einfad>e Angabe, daß Wasser beim Erbohren in irgend einer Tiefe gefunden würde, hätte sich die G.mcinde sicher nicht eingelasien, noch viel weniger 1120 Mk. für Bohrungen ausgegeben.

Sck)ließlich vemerke ich noch, daß nicht der hohe Gchalt des Wassers an Ei,en der Grund der Einstellung der Boh­rungen gewesen ist, sondern die geringe Wasseimcnge unb die Enge des Bohrloches, da eine solche Tiefe von vornherein nicht in Betracht gezogen worden ist. Dem Weiterbohcen hätte unbedingt eine Erweiterung des Bohrloches von der Crdoberfläck)e an vorausLehen rnuften.

Landwirtschaft.

ssirchgöns, 17. Nvv. Der Geflügel-, Dogei- unb linchenzucht-Verein hielt seine erste Lvkal- Ä u s y c l l u n g ab. Sie würbe durch den 1. Vorsitzenden Gev- Hard m.t einer Ansprack-e eröffnet. Ter Ehrenvonitzende Georg Stvll II. (Bad Nauheim) begrüßte bie zahlreichen Gäste, schilderte die Tätigkeit des jungen Vereins unb forderte die Landwirte auf, sich der Geflügel-, Vogel- u. Kaninchenzucht mehr zu widmen. ZuM! Schluß erwähnte er das hier ausgestellte Geflügel und die Kw- ninchen-Ausltellung, bie dem Verein alle Eyre machen. Als! Preisrichter fungierten Georg Stoll II. und I. Kolter aus Bad Nauheim. Ehrenpreise wurden gestiftet von Reichstagsabg. Graf Oriola, von der Gemeinde Kirchgöns, von bet Gambrinusbrauerer Butzbach, dem B)rstand des Bad Nauheimer Geflügel-Vereins! unb anderen Interessenten. Ehrenpreise erhielten auf Rebhuhn­farbige Italiener Lubw. Gerhard, Hch. Sckmeiber: auf weiße Dyandvttes Hch. Sckmeiber; auf Langsam Haft Beppler; auf Golb-Bantam Wilh. Hofmann, auf Tauben Anton Hammack III. Es wurden noch auf Hasen folgende Ehrenpreise vergeben: Belg. Riesen Wilh. Schepp, L. Gerhard, W. Euler. Aus Silberhasen erh ellen W. Euler, auf Russen-Kaninchen H. Rau, auf Schecke Schiachtzucht L. Gerhard, auf Französische Widder Phil. Knipp. Er erhielten erste Preise auf Rebhuhniarbige Italiener Jak. Hankel. gelbe Italiener H. Röhrig: auf Tauben Ant. Hammack III., Beigeorbneter. Auf Kaninck>en erhielten Preise: Belg. Riesen: L. Gerharb, Karl Langsdorf 1. Preise. Auf Silberkaninchen erhielt 1. Preis Wilh. Euler. Es Wurden noch 2. und 3. Preitz aus Hühner und Kaninchen verteilt. Tie Ausstellung war sehr gut besucht.