Ausgabe 
22.7.1909 Erstes Blatt
 
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politifdic Cagcii^-m,

Tie frE-zestiche Miaisterkrche.

3n den fiammrrcxmloir# irrnroe nsd> rdilue der d&un® et^2blt, bei El«meneeau innen £uir> i*fion_ fett einig n Zdflrn »otprrrtiet bebt r test erbaten Darüber, WB bie sich so langt hinsi»bnd< » t . >-?n Vvne flrvfaiue 6uc m Äarli* bad tmnt-T mm fr binäu*(<6ob tiereit* feit adx lärm baue er feine Hoffer geprüft und tue rtbauet der Kammerdebatte über die Alarme bette itn empurt .' mem Tepgtifden toU 'Hceien- trau tun bevor er c> Äfbnertrtbüne btrtieg, aeiagt baden:Sttun will ich lenen eine Ungeheuerlichkeit an den 4opf fchieudern und dann flrt* ,ch'"

Witbtnt alli - re- bette am Mittwoch eine Unterredung mit (£I6menceau über die politische Lage, in deren SerUnir (Mhnrntrmi erkl.r da- Mißtrauensvotum der Hammer ruhte s.ch argen ibn per n11d>. Nicht q*i*n die übrigen Mitglieder bei Hafriv-tt«, des tn 'tcliti? |u mv serbelten Malen von einer ffroBt'r Mehr beit gebilligt würd' (HZ* men-rau ift der Äniicbt, daß bie Mrdciokk oct Mrniü r in ihren Äemtcrn verbleiben und der Miniii-rv.'ii oent -iuv ihrer Mitte gewühlt Hier turn müfcte krall' res beabiichti.n. Dir Ärife raich »ut £ *ntfl l« bringen, um bei ferner Steife nach Cherbourg, zur Z'-nrüiumg des Xaüer- von Rußland am 31. Juli von den neuen Mmmern begleitet tu fein. 9itlrad) wird Briand als Nachfolger (* ('mmccanj genannt. Tel* caffZ« wurde am Nachmittag von Sattiöres empfangen. Ter ,j£,brrtZ-" infolge beabsichtigt Tclcaff^. dem 'Lranvenren Uallisres tu rrflarni. bat der iur Bildung eines Ha binettes geeignetste Politiker Mitterand wäre.

Anß dem Orient.

Der türkische Ministerrat beschästiate fick mit der end- gfiUuien ?Hebigierunn der Antwort auf die H re la - No t e. Wie verlautet, erklärt die 'Biorte, daß fic den Terminus-trott 2. npr m r" gleichbedeutend au if affe nut s ouverüni tat s recht en und Verhandlungen mit den Schutzmächren gegen die Autonomie der Insel unter Wahrung ihrer Souorränitilsrechte verlange, weil

r i: luifouutt

Tas nrue griechische Kabinett ist von dem Wunsche beseelt, eine aufrichtige und herzliche Annäherung an die Türkei tu bewirken Tie Regierung ist fett entschlossen, nicht allem alles ,u vermeiden, roae ut Mifiverst.inc'N's'-n Anlaß geben könnte, sondern auch alle Maßnahmen tu ircffen, die die Amrichtigkeil ihres Wunsches, mit dem Nachbarstaat die herzlichsten Beitehungen tu unterhalten, beweisen.

Ein Handschreiben des persischen Schah an den Regenten befiehlt die beschleunigt- Einberufung des Abgeordneten- hanics und bv; Senate zur Beruhigung des Volkes. Ein Erlas, des Ministers br. ,'niuni regelt die heute stattfindenoen JVrö- nitNg-feierli ch t eiten Ein anderer Erlaß verbietet bo? Wastentragen Tas Ministerium ist endgültig gebildet. Das Aeußerc nbeminnnl Nafrel Muelk.

Marokko.

AuS Madrid wird gemeldet, daß dort eine außerordentliche Erregung herrsche Tie allgemeine Meinung fei gegen die Krifgounternehmungen in Marokko. ES fanden lärmende Kund­gebungen grgen da N nistenmn statt, »rrauin drangen in den 5übb<ihnbot ein, um die Abfahrt der Trupven zu verhindern

Naci, amtlichen Berichten ouS Melitta roni der Kamps am Tieiistag äußerst hartnadig. In ununterbrochenen, wilden An­griffen versuchten die '.Vi euren, von 6 Uhr abends ab die Haupt* ftrllung bev c-^neralS Marina zu nehmen Es gelang ihnen aud), bis an die Dinenbalni, welche die Stellung mit dem ip.miichcn Vaa- rplnu üctbir aurchzustoßen, doch wurden sie schließlich am frühen Morgen m i; gr M en Verlusten luruckgefchlagen. Auch brt tmi Spaniern n die Verluste recht erheblich fein.

Tas am Mitt. 1 > n-ict-cr begonnene Gefecht endete nm 5 Ufn nadmuttagi» mit sehr bedeutenden Verlusten für die Mauren, bi. nrtfudn Iwttcn, sich der Sicb-mvmittel- und Mnnitionsparks der Spanier ut bcm .d.uien Tiefe find iefot eifrig damit bcftbaitinl, in den uotbrren Stellungen die «nition zu eradnien. Tie von dem (ipmmaubtintcn von Alhiiremaö gemeldete Harka ist von den Kabiilen, du- treu zu Spanien halten, auf ihrem Matsch nach Melitta ausgelwlt.il worden '

Die Mauren sollen ihre Taktik geändert haben. sie Dcnudi h, die H oben von .11alnon zu umgehen und Melilla selbst direkt a n > ug ce i f c n.

Begleitung ihm Eltern den Besuch der Kinernato- graphenth e a t e r.___

2hi5lc!it£.

Im Gemeinderat von Portsmouth. der schon kürzlich gegen den Zarenbesuch und die Bewillkommnung des .,aren in Portsmouth demonstrerte. fanden bei Der Tebatte über den Empfang die erregtesten ssenen statt. Stellenweise herrschte förmlich tmoter^Auf­ruhr. Einige Gemeinberäte nannten den Mayor der -^stavt, der eigenmächtig die Bewillkommnung arrangiert batte, einen schmutzigen Hund. Ter Mavor normte die Gemeinde« rate^iglinge". inn Gemeinderat beantragte, dem Zaren eine 'Ac reffe izu überrrichen, des InlxlltS, er möge schleunigst nach Rußland zurückkehren. anstau bad freie England durch feine Anwesenheit zu besudeln. Der iHcmeinberat rügte hinzu: wäre der Bar ein gewöhnlicher «Engländer, so wäre er langst gehenkt oder ins Irrenhaus gesteckt worden. axi3 Programm für den Empfang wurde schließlich doch an­genommen. , , . .

Ta^ dänische Folketing lehnte heute bei der zweiten Beratung der LandenveneidigungSvorlagen den Gesetzentwurf betreffend die vorgeschobenen beseitigten Positionen auf der Landsei te Kopenhagen s ab

Neue und ungewöhnliche Unterschleife sind nn Ressort der russischen Gefängnisverwaltung aufgedeckt worden. Senator Garin erhielt Berichte, denen zufolge Rußland mindestens um U/r Mill. Rubel jährlich bestohlen wurde. Tie Unterschleife wurden in der 'Seife verübt, daß die Beamten die Lebensmittel für eigene Rechnung ver­kauften und den Erlös in die Tasche steckten. Senator Garin wird Stolypin hierüber Berietst erstatten. Zahlreiche hohe Beamte sind kompromittiert.

Dcutscdes lleicb.

Ter Kaiser arbeitete am Mittwoch vormit ag allein aus dem Begleitschiff .Hamburg' und begab sich bann nn

Mohr eingenommen Zum Ice begaben sich beide Masi fräten zum Gtaatöminister M ichelsc n. Das Detter tft

dafür roden, daß der neue deutsche Reich> f a;i zIei nach seiner Vorstellung bei xaifer Zrram I sei OWegeithtti nehmen werde, eine kurze Unterred u n g m 11 st önig Eduard zu bab.m, der sich in der fraglichen Zeit in Marien bad (lufholtcu dürfte

Ter Fürst und die Fürstin v Bülow sind unter großen Ovationen der BadegÜNc und der Einwohner am Mittwoch in Norderney eingelrofsen.

Die a n b a 11 i f di e Regierung verbot durch Lan despolrzeivi-rordnung ;t i n d e r n unter sechzehn Iihren ohne

Gustav Karpeks f.

In Bad-Nauheim ist der Literarhistoriker Gustav Sarve les plötzlüt» an Herzfchlag gestorben

Mil Tr Gustav Sarpeles ist ein ungemein frudii- berrer und ffeifti^t ödinfifrellcr dahingegangen, der sich namaitlidi als Hiterarlnstor l r einen Namen gemacht hat Sein S?auptqcbict war oadei die sog. füdische Literatur, der er eine größere Anzahl eingehender Werke gewidmet hat, vor allem Über Börne und Heine, den er in einer ganzen Reibe von Schriften bebanbelt bai Ailch von den Derlen des viel verkannten Tichlerv Imt et ebenso wie von Schiller, Eichendorfs, Lenau u. a eine recht brauchbare und tüchtige ?bi >gäbe veranstaltet. Ursprünglich zum indisclwn Lheolegen befnjimit widmete er ficn bald gmnanifttfduH und literari­schen Studien und ging dann zur Brette über Nachdem er bis |s?7 Feuilletomehaktenr Ivr Breslauer Zeitung gewesen war, siedelte er nach Berlin über und übern.ihm mit Spiel- Hagen, dessen Biographie er l*^ veröffentlichte, die Re* daktion der Westeiniannschen Roe hefte. Seit 1H9O leitete er al» unabhängiger 5d)nftftetl<. .. .tilgen» Zta. d I »den* lumS. Außer den bereuo enoahnten Arbeuen hat tr eine zn^ibändige allgemeine 1 efAuhte der Literatur Deroffem- lläst. eine Sammlung mutKbraifd>er Tichiungen. et ne **e- schickste der »üdischen Vüerarur und eine große Anzahl anderer edinften vt »vor am 11. Nvv IH4S zu vr-JiKuiounp Ul Mähren geben n und hielt sich gegenwäNig zur Sur in Bad-Raubeim auf.

Juristen ats 2 orcidiverberber Taß das »eg Iunstendeuttch nn. c-iS ch'e.il VeS MN schreibenden T.-unchen txItv-1 und daN ra> die Ausdeuckx^vi'i'e .;n> die s I Ilervtnas wn 'r ' r n .leiten ül'mr'tmnenen vustiach Dcrf(bR,*t Mtnt Wen binuni ixt v« .:?! .nachk in »>-' bi'.ii'N Ml .Ni m<btiIn-: flUati gebini. ist nichts Neues^ ist aber uue:.-*mti! <afc der gtndx null auch w anderen Lvrach^b t»« vstttnst .mb ' unve-len Richtet nibft übe; diesen Umnanb ch tnn hau# nicht ir Waten sind So den 'et dieXailn Ntn we einem frai

21 tti 5ta0*t uitö Land.

Gießen, 22. Juli 1909.

Taqeskalendee für Tonnerstag, 22. Juli: 6. Abonne­ments-Konzert der Regimentsmufik in Steine Garten. Anfang 8 Uhr.

Landesuniversität. Se. Kgl. Hoh. der Groß- Herzog haben den ordenttichen Profesior in der medizinischen Fakultät der LandeSuniverstlät Dr. HanS Strahl m Gießen zum Nektar der LandeSuniversität für die Zeit vom 1. Cftober 1909 bis 30. September 1910 ernannt.

Ordensangelegenheit. Se. König!. Hoh. der Großherzog haben dem Dr. W. Merck zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen dcS ihm vom König von Preußen verliehenen Kronen-OrdenS 3. Rlaffe erteilt.

Erledigte Lehrerstellen. Erledigt ist eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge- meindefchule zu Ober-JlörSheim. Mit der Stelle ist DtganU'tenbienlt verbunden. Eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lanzen- bain. Mit der Stelle ist Organisten- und llantordienst verbunden. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden.

** Aus dem Militärwochenblatt, v. Derben, Oberst, beauftragt mit der Führung der 25. K'av.-Brig (Hess.), jum Kommandeur dieser Brigade ernannt. Kortegarn, rkomp.-Ches im >1nf.-Leibregt Großherwgin (3. Hess.» Nr 117, vom 1. Vlufl. 1909 ab b,S auf weiteres zur Dienstleistung beim 'Irhaßnunifterium !omn*qnbicr(. Grat o. Büdingen, im ioi;b '.In storps, I den aeldart-Regt. Nr 25, zugleich bei > n Offizieren der Lanoiv.-Heldart. 2. Wufgebotx? angestellt, der 'lbschied mit der gefevlichen Pension miS dem aktiven deere be­willigt. Zeugoberlt Rogge, beim Art -Depot in Maiin, unter Eniennung zum Verwalter deS ^leben-Art.-Tepots in Verden, mm Art Depot m Oldenburg versetzt b c Harde, im Ins * Regt. Kaiser Wilhelm <2. Hess.» Nr 116. zum ssöhnrich ernannt. Di TI er bai, "Bats.-Arzt des 1 Bat?, o. Hess Inf -Reyts. Nr. 168, zur 1 Abteil. ?eidart -RegtS. Prinz August von Prelmen I Litthau.) Nr 1, Dr. 2 l u h l i n g e r . BatS -Arzt des 3. (Leib-) BatS Braunschweig Jns.-Regts Nr. 92, zum 1. Bat. 5. S?eff. ^nf RegtS Nr 168, und Mischer, Assist Arzt beim 5. Bad Jni Regt. Nr. 113, zum Grotzh Art.-KvrpS, 1. Hess Mbart.- Heati? Nr 25, ocrfnU Im Veurlaubienstande wurden be­fördert: Dr Krahn (1. Darmstadt zum Stabsarzt, Tr. Dolf Worms und B o e r st (1. Darmstadt» zu Assistenzärzten.

Ein 1111ramikroskop. Morgen, Freitag abend 6 Uhr wird Piivatdozent Dr. Thoiuae nn Hürfaal deS phyükalisch-cheumchen Instituts (Goetbestraße 55) em llllra» Mikroskop im Gebrauch vorsuhren. Diese- Instrument dient dazu, gelöste Stosftcilchen, die mit den gewöhnlichen Mikro­skopen selbst bei den stärksten Vergrößerungen nicht zu er» kennen sind, wahrnehmbar zu machen. Ta da- Ultramikro- skop ein wichtige- neues Hilfsmittel für die Natiirforschung be­deutet, so en'ucht und Herr Dr. Thomae, nutjuteilen, daß er einem Besuch seines VortrageS diirch Interesienten, speziell

Zivischenfalle auS einer jüngst abgehobenen Schwuryerichtssitzung Be, der Bereidigunq der l^ditovorcnen weist der Vorsitzende daraus hin, daß Sri wer Hörigkeit von diesem Amtö auJicbliefit. Bald darauf erbebt sich einer der Herren und erklärt, daß er wohl nicht als Okid:rooicner^ werde wirken fönnnt'Sollen Sie damit etwa sagen, daß Sie sehr schni rhörig finb?" fragt der Vorsitzende Nein, aber ich verstehe nicht gut Englisch." ..Das tut nid i-erfctie der Richter:Sie werden hier auch kein gutes Englisch zu barm bekommen!'

D a se rvrüfte" Manuskript. 3d» habe vor langen Jahren, so schreibt em Mitarbeiter der Köln. 3tfl . des örteren einen erhabenen Bierkantus steigen hören, der dem wackeren Er­finder einer fauche galt, ..nwmit die Reblaus man erröten kann" Der Hochgesang kam mir nicht nur deshalb sehr lustig vor. weil er auf Pavode<5el in her ,"vvnn einev Mas kruges gedruckt war. sondern b,iuvtsöchlich deshalb, nxnl er das idxJmr Wonertöten in die Kttaendfi.idx Lyrik und da mir m den deutschen Sprach­schatz e'.ngrwgr batte Ertöten' Dos klang doch nach htm-j, das war von rmr: staken BildHofrigkrit und t*nr imfluber Kraft Wer doch aiwifo i'or-1 ..ps-rifch sich ausvnrl^u könnte' Aber selbst bas heißeste Ringen mit dem Sprachengenius erbrachte fnnrn nnrnentwerten Crtraa. denn die Bitte an mrnirn Tuchntchbar: Eidangen Stennr jnal em Streichholz k" und der Rus an die Resit ..Erl'-iNgen Sre mir noch eine Halbe!" klang doch zu idiraadftd). als har dadurch ^rn weitdollende» Echo Itte erweckt n«erben können Aber un 3duixitnidxm erstund mir später rtn nertm'lker Gewinn, denn dort er ab ich. daß man Häuser und Brücken und lirknbahnen auch erstellen und Straßen ertrreitern kann, und noch später erlernte ich aus einem Erlaß d-n kaiserlich deutschen Rei-twivst, daß man nicht nur ein ißeschäst. unthrrn aud» einen Brwk erö^nnt !<ntn. Und mm erPfhttt uns eine Be- kanntiMickung bei R. tx«t* ftnmt» über d,e Yrühnu der lefc- r .avb«er.oes reernl '' mschc- 3atim» Nr 7M . daß btt Pröstings- M^inunma eenes Code erst dann f-tr-Ji wird, rnmn die Ueba -.ninir.:iurntt des gedruckten Exemplars mit dem ..rrptuhm Mairu- i'npt 'm Mit worden tft Zu b*r erörterten Äetian«, der er- dltrn Bad'i. örr er>v-.-nt.m Straße und dem -rPfmeten Brief W auch dar rrvrü-.r Manuskript es konnte rinrnt »um Er » erden ubd werden!

auS medizinuchen und naturwisienschaftlichen Streifen, gern entgegensieht.

- Elektrische Schmalspurbahn Wetzlar. Gießen. Nach dec Tagesordnung der Handelskammer u, Wetzlar sieht dort da» Broiekt einer elektrisch zu betn tenbm Schmalspurbahn Wetzlar-G.eßen zur Beratung. Nach unseren Erkundigungen an amtlicher Stelle («ürgenneifierei unb HandelSkauimer) isl dort von einem derartigen Projekt offiziell nicht- bekannt. . _ . ' I

- Tierschutz. Jeder Tierfreund wird die Notiz m Nr. 166 d. Dl. mit Befnedigung gelesen haben, in welcher Welse man in anderen Staaten oder Städten bestrebt ist, dos Publikum immer mehr und mehr für die gute und eMe i Sache auf dem Gebiete de- Tierschutzes zu gewinnen. A». | chl,eßend dürfte e- wohl von allgemeinem Interefie fein, zu erfahren, daß auch der hiesige Tierschutz. De re in vor geraumer Zeit dem Anbruigen von Tafeln mit der Aufschrift: .Schonet die Zugtiere' an geeigneten Stellen der Stadt und der Umgebung näher getreten ist. Solche Tafeln sollendem, nächst zur Aufstellung kommen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß Merkzeichen dieser Art sehr gute Erfolge gezeitigt haben und auch für Gießen durften solche nicht auSbleiben. Z, diesem Zwecke wurde bereit- in der letzten GeneraIverkamn» lung eine Kommission ernannt, die in den ersten Tagen b* Plätze auSjuchen wird, an denen eine Tafel angebracht er- scheint. Hierbei bedarf eS aber deS Entgegenkommen- der ! städtischen Behörde und der m Frage kommenden HauS- oder Grundstücksbesitzer. Der Ausschuß deS Tierfchutz-BereuM zweifelt nicht daran, daß er in bereitwilligster Weise Unter, itützung in der Ausführung dieses Plane- finden wird. D'.eft I und ähnliche Bestrebungen erheischen aber große ©elbopfer, die der Verein nicht allein bestreiten kann, wenn nicht andere, bereit# bestehende Einrichtungen darunter leiben sollen. TeS. halb wäre der Beitritt neuer Mitglieder dem Verein sehe

erwünscht.

" Verband hessischer Unterbeamte. Die Pedell« deS Großherzogtum» haben bei ihrer in Mainz abgehaltemt I Generalversammlung einstimmig ihren Beitritt zum Verbands I der Hessischen Unterbeamten beschlossen, so daß der Verband I alle hessischen Unterbeamten bis auf wenige Au-nahmen ja seinen Mitgliedern zählt.

* Ueber die Beschießung eine» Drachen. I ballons auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt I schreibt uns ein freund uitsereS Blattes: Für den heutigen I Tag (21. Juli) war zwischen 10 und 12 Uhr vormittag- I gelegentlich der Besichtigung der hier kommandierten Ra. növer-Luftschifferabteilung die Beschießung eine- Trniben» I ballons vorgesehen. Schott in aller Frühe wurde der Batton I gefüllt und gm Fußererzierplap an Göpel-Nord bereitge» I halten. Der 22 Meter lange und 5 Meter hohe Ballon itz schon älterer Natur Er war mit einer Gondel versehen, die alö Insassen Kwei durch Äusstopfen von Anzügen febr gut dar gestellte Leute enthielt. Um 9.15 Uhr wurde der Ballon auf den Platz gezogen und hochgelassen. Tausende von Ne» gierigen belagerten bie Sicherheitsgrenze des Platzes, um > zu sehen, wer von den drei Riffen, die zum Beschießen bestimmt n»aren, wohl den Sieg davontragen wurden Zuerst schoß eine Kompagnie Infanterie. Sie halte 5000 Patronen zur Verfügung. Dantt kamen zlvei Mascknnengewehre wn I z u saut nie u 4fXM) Patronen, stürz nach 10 Uhr vormitMs [ab ich die Infanterie aus der Richtung GricshcimerhlA am Cftranbe des Platzes atisgeschwarmt oor^chen. I ' ba ungefähren Holte von Göpel-r. st nahm ficStellung" Tu erste Salve, die abgefeuert wurde, setzte sämtliche irer» gläfer an die Augen und mit großer Spannung bemerkten die Neugierigen keine Berändentng am Ballon Ich fetä:< | die Höhe des Ballons zwischen -100 und 5(k) Meter, die ütu» fernung der Schützen vom Ballon betrug 1200 Meter G Uv« folgte auf Salve Der Ballon veränderte durch die i^inN I stromung seine Stellung nur wenig Er stand saft ruhi- I Bald waren die Patromn, nachdem lebhas.es Schutzensei r einsetzte, alle. Nun beteiligten sich auch bie beiben schiitengewehre mit ihren 4000 Patronen, auch sic hatten keinen Erfolg. Infanterie und Maschinengewehre zogen un* verrichteter Sache ab. Nun hatte noch die Artillerie mi dritte hierzu bestimmte Waffe ein Dort zu reden. Gb tvar bie fünfte Batterie Oster. Aus ihrer entfernten Stellung am Bycktelberg, ungefähr JMX) Meter vom Iiel, schoß r< ben ersten Schuß sckron sehr gut. An Munition waren 7> Schrapnells vorgesehen. Mit der Entfernung hatten sie es diesmal gut gcitoffen. 5(hon beim zweiten Schuß verliest der Ballon feinen Platz und sank langsam zur Erde. Ixt große Ballonhülle biente hierbei als Iattschirm. Die Unter» I Offiziere der Vuftid)iffcrabteilung meinten, daß wenn btt ^satzung eines Ballons nicht selbst getroffen wird, itf j immer mit dem Schrecken davon käme. Das Ireffcr^ebiiil bei dieser schwierigen Beschießung war: 20 Schuß Inianterw Munition ut der Ballonhülle, die ben Ballon nicht |aa Sinken brachten, well bas sogen. S-Geschoß ein Loch iriM iröfter al- mit einer Nadel gestochen reißt: bie Hülle zieWl «ich wieder zu'ammen Einer bnfiT imitierten

Ute einen Sckmß im Bein Es fei noch bemerkt, daß b< 'Artillerie mit bat sogen ,>»lbl,aubitzen schoß. So tvar de»W nneber Anillerie bie ensscheidende Waffe.

----- lll ein-Linden, 22. Juli. Nächsten S oimftstM feiert dec Gesangverein ,Arion* fein 20. Stif tun-s» fest. Hierbei kommen unter anderen die Prei-chüre zun Vortrag, mit denen der Verein bei dem GesangSwettstreS > Leihgestern einen ersten und Ehrenprei- errungen hat. T« Jedermann freien Zutritt hat, ist Gesang-freunden CMegflfrj i heit geboten, einen schonen Nachmittag zu verleben.

5 Ober -Seibertenrod, 21. Juli. Am letztes Sonntag fand in unserer Gemeinde bie Einweihung des neuen Kirchturme- und der neuen Orgel statt. Alt man vor IahreSsnst durch ba6 3<rfprmgen der einen st rche» glocke genötigt war, ein neues Geläute zu beschaffen, da »cm* j dieie- im alten Turm aufgehängt. Der Turm erwies '

aber mit der Zeit zu schwach für die neuen Glocken; er routW | abgetragen und e n neuer Turm wurde an seiner Stelle er» baut. Gleichzeitig war e- möglich, durch die CpfmoiDi^4 der Gemeinde eine neue Orgel anzuschaffen. Zur E luoeihun-s« feier von Turm und Orgel nmren so viele Iestgäste enchimen daß sie die lliiche kaum alle aufnehmen konnte. Ten Ut«' dienst versah P'arrer Bieler von Babenhausen, die Vecht' rede hielt Dekan Münch von Schatten und die ichwungosstS I geistreiche Iestpredigt der frühere OllSvfarrec Muhl p« ; Schotten, der 24 Jahre m der Pfarrei Bobenhausen, zu der unsere Grinemde gehört, gewirkt bot. Die fttnnge bet neue» Orgel, die an- b-r Orgelbauiverkstätte von Iörster-Lich her» I oorgeganjen, offenbarten em treffliches Werk, gaitz d-