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20.11.1909 Erstes Blatt
 
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R.D. Tarm |tadt, 20. Mv. Der Groh t)erzog cwchsuig heute vormittag drei Vorstandsmitglieder des Hessischen Landesverbandes der Redakteure und nahm mit Juten tja die Einladung zu dem am nächsten Samstag stattsindcnden Pcesic- feit entgegen. Tas Pressefest wird zum Vesten von Wahliahrkv- emrichtungen abgcholten. Sein reichhaltiges künstlcrisll? Pro- gramm wird von den ersten Straften des Hostheaters ausgeführt. An den künstlerischen Teil des Programms schneien sich Mabaict» Vorstellungen, Dazarbetrieb und Tanz.

Paris, 2U. VaiD. Der Biso/os von Nancp wurde von den Lehrern und Lehre.hüten des Tepartements Meurth et^lllosclle wegen deS bekannten Hirtenbriefes am 10J000 Franks Schaden^, erfaß verklagt. Tie erste Verhandlung der Mage findet am nächsten Tienstag statt. c ,

Teneriffa, 20. Nov. Unter den Eingeborenen von sechs Törsern, d.e von dem neu entstandenen Sultan mr- mittelbar bedroht sind, ist eine Panik auSgeorochen. Tie Leme flüchteten nach der KLfte, roo Danrpfcr zu ihrer Ausnahme bereit liegen.

Letzte Nachrichten.

Gießen, 20. Nov. Ter Zug, der morgens gegen 8 Uhr hier von Fulda einzulressen hat, entgleiste bei G-roßen-Lüder. Die Fahrgäste, darunter die auf den Stationen zwischen der Uuiallualle und Gießen wartenden Marklbesucher, trafen tm Sondcrzug mit erheblicher Der spätung hier ein. Aua) die übrigen Zuge kamen den Vor­mittag über mit ziemlicher Verspätung an. Am Mittag war der regelmäßige Betrieb wieder hergcstellt.

AethPij^

gegen $chaupffof?:

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Wcueiaiissichlen in Hessen nm Sonntag dem 21. November 1909: Trübung und Erwärmung, von Norden nach toiibcn über Hessen sich auoöcljncnö. Etwas lebhaftere Westwinde; geringe Niederschläge, meist Regen.

Itzbach drei Lehrer, aber nur zwei sind den ganzen Tag über besetzt, Jl'inbec sehr zu beklagen ist. Die Schulbau waren bereits vergeben, tömit begonnen werden, da gab Stillstand in dieser Angelegenheit.

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«leine Tagcochronik.

Bonn, 19. Nov. Wie derBonner Generalanzeiger" meldet, ist das ÄorpS Borussia vom Senat der UniDcriUai wegen verschiedener Aufreizungen, die sich Mitglieder deS Korps hier und in Mehlem zu schulden kommen ließen für cm Semester suspendiert worden. Durch diese Maßregelung ist es dem Korps untersagt, seine Farben zu tragen.

Gestern nacht wurden in einem Gehöft in Boguslawitsch in der Nähe der rusfischen Grenze zwei Männer, eine Frau und vier Kinder, anscheinend durch Axtmeve, er­mordet. . ,

Ter durch einen Schnee)türm m Berlin unterbrochen.' Fernsprechverkehr mit Leipzig, Dresden, Dalle und Kassel ist wieder ausgenommen. _______________________

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Projekt aus, wonach auch die andere Halste des alten Justiz- tebdiibcd zu Schutzweeken angekaust werden sollte, was in- -wischen zum Preise von 17 000 Wik. geschehen ist. Infolge- i essen hat sich die Schulhaussrage sehr in die Lange gezogen mb die Entscheidung in dieser Sache liegt jetzt bei der Re» icrung in Loblenz.

[j Biarbürg, 19. Nov. Der im Sinne der heiligen Äisabeth wirkende Marburger Elisabethenverein beging ui heutigen Todestage dieser bekanntesten Hessenfürstin im Äisabethenhause seine 30. Jahresfeier. In der Anstalt Aden durchschnittlich 30 elternlose Llinder liebevolle Pflege. Außerdem haben hter sowohl, wie im Julienstift Jungfrauen- inö Atütteroerein, sowie Kleinkinderschulen ihr Tomizil. Legen schwerer Kinderkrankheiten, wie Masern, Scharlach usw., mußten in mehreren Orten deS KreiseS )ie Schulen geschlossen werden. So erschienen in Wetter \ Ilern von 214 Kindern nur 88 zum Unterricht. In

Lustjchiffahtt-

Warschau, 19. Nov. £ c Gater« wurde bei feinen heutigen rxluguermdien von einem heiigcn Windstoß auf die Um- öäiuumg des iKcnnplaifC6 geiuorieit. 5?er '21 pparat wurde start bc- chdbigt. De llaiers nt leicht verletzt.

am schrtl/sttn.

und V preiswerlestiMfll. von dsrvffJfA.

tz-icßcncr Strafkammer.

X Gießen, 19. dtov. Diebstahl im Hotel.

Einen nächtlichen Bcfuc.^ uattetc der J i jährige Marmorsästeiser W. T. aus Allendors v. Wetzlar mit dem 21 jährigenJöudp binber K. Str. aus Bar m c n dem Hotel Birboria hier ab Sie hatten sich in Limourg auf der Herberge getroffen und beschlossen, zu Fuß hierher zu gehen. Sck)on in Wetzlar machte )L. feinem Komplizen den Dorso.'lag, nachts in das Hotel, in dem er durch feine frühere Tätigkeit als Hauslnrrjche bekannt mar, einjubrmgen, um zu stehlen. In der Nacht zum 19. Oktober fliegen sie durch das Fenster des Avhlenkellers ein und gelangten fo tn mehrere un= verschlossene Räume. Aus dem Bügelzimmer nahmen sie einen lleberzicher, einen Anzug, einen Rock uiü> ein Paar Stiefel mit; bann gingen sie an das Büfett, aszen und Ironien und nahmen neben einem 6 pfündigen Braten ö Pfund andres Flcrfck>, lotu.e Butter, Käse, Eier, eine Büchse Kaviar, eine Flasche Lett und eine Flasche Kvgnok mit unb gelangten barat durch die Laustüre wieder inö Freie. In der Uittersuchung stellte es sich heraus, daß T. während feiner Tätigkeit im Lolel auch einen kinemat)> graphenapparat von etwa 20 Mark Wert gestohlen und für 2,50 verkauft hat. Beide Angeklagte sind trotz ihrer fugend, schon mehrfach bestraft; frühere Strafen find ihnen teilweise bedingt erlassen worden und müssen jetzt, da die Bedingungen nicht ein* gehalten worden find, zur Vollstreckung gciangem Unter^ Ein­beziehung einer kürzlich von nänüichen Gericht erkannten Strafe wurde T zu einer Gesamtstrafe von 9 Monaten und 2 Wochen Gefängnis bemrteilt. Die frühere Strafzeit und ein zeit der Untersuchungshaft in Löhe von zusammen 0 Wochen wurde aus

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LingcjanSt.

Zur Erklärung des Einae.andtS in Nr. 271 betone ick aus brüdlid), daß ich an der näihUicficii Nuhestörung völlig un­beteiligt mar. Gegen den offiziellen Mißbrauch meines Namens lege ich entschieden Verwahrung ein. Eine Kritik über die Art des Borgehens dieses Herrnn" glaube ich mir schenken zu dürfen.

W. Henrich, stud. zur.

nuenrien >cnuhwgren^V

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bi* Strafe angercdjnct. St erhielt 10 Monate Gefängnis, <ck» xjj glich 4 Wochen Untersuchungshaft.

Tie Zigeunerplage

nahm in der Umgebung vvn Grünberg derart überhand, daß die Gemeinden beim Kreisamt um Srlrutz vor dieser Plage vor­stellig wurden. TaS Krcisamt ordnete durch eine Anzahl Gen- barmerieftationen Streifzüge an, worauf vier dieser Familien, beim Abkoll»n in der Nähe eines Waldes betnaffen wurden. Bier b?r Männer, PH. W. Ad D in Schwei ck heim geboren, §. K. aus Lvon, Pb. und Bal. M. au5 Gnrlin wurden in Haft ge­nommen und hatten sich rot gen Landstreicherei und llebertrctung des Fvrststrafgesetzcs zu verantworten. TaS Schäfiengericht er­kannte wegen der ersteren Ucbcrtrctung auf je 4 Wochen Haft und Ucbcrroeifung an die Landespolizeibehorde, während eS wegen der anderen auf Geldstrafen von je 20 Dlark erkannte. Tie braunen Gesellen sträubten sich aber vor dem Arbeitshaus und fochten das Urteil an. Tie Strafkammer stellte fest, daß einer der Angeklagten kurz vorher vom Militär cntlaficn worden ist unb zwei andere tagS zuvor das edfottener Hastlokal verlassen hatten, also eine Sanbftrcid)erci nicht naclrzuweisen war. Wegen Bettelns und Forststrasgesetzübertretmig blieben die Strafen bestehen und mürben diese durch bi< Untersuchungshaft alS verbütst erachtet, dagegen mußte die Itcbcrroeiiung an die Landestwlizeibehörde mangels T^rliegenS ihrer Boraussetzungen, in Wegfall kommen. Tie Angellagten wurden aus freien Fuß gesetzt,

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" * Die elektrische Straßenbahn nmrbc heute -rmi tag von der Landespol z ib.Hörde abg:n.mm:n Am i ich mittag begann der Betrieb durch Fahr.en vom Markt i \im Schützenhaus und zum neuen Friedhof, während :r regelmäßige Verkehr morgen früh seinen Anfang neh« en erste Unfall. Gestern abend stieß in der

'alltorfttaße eine Droschke mit einem Wagen der elektri- -ien Straßenbahn zusammen. Die Droschke fuhr aus einer '□freite heraus unb in diesem Moment kam gerade ein Jagen der Bahn gefahren. Lbgleich der Wagenlenker sofort Cemile und auch der Rutscher die Pferde sofort nach der -eite riß, war ein Zusammenstoß unvermeidlich. An dem ^.agen der Elektrischen unb auch an der Droschke wurde eine Weine zertrümmert.

Professor Heinemann, der sich nach Verübung räßerer Zechprellereien im Vogelsberg als ein auS der illenfttafaniialt Butzbach entlassener Sträfling entpuppte, >it sich Freitag, 3. Dezember, vormittags 10x/t Uhr, r der Strafkammer wegen Betrugs zu verantworten.

= Großen»Linden, 19. Nov. Bei der am 18. d. > :t9. vorgenommenen Beigeordnetenwahl wurde Ludwig ian g II. mit 152 Stimmen gewählt. Weiter entfielen if Ludwig MengeS X. 42 unb Heinrich Weiß L 36 Stimmen.

X Lauterbach, 19. Nov. Der hiesige Eisenbahn, [i e a m t e n o e r e i n, dem sämtliche Beamte deS Betriebs. zaspektionSbezirkS angeyören und dessen Vorsitzender Betriebs, iifpcklor Pfaff ist, feiert am 28. d. Nits. Großherzogs Geburtstag im Saalbau zum Johannesberg. Zur Unter- Haltung sind die Aufführung eines Theaterstücks, komische und sonnstige Vorträge in Aussicht genommen. Len Schluß bildet cm Tanz.

4- Landenhausen, 19. Nov. Unser Dorf bcab- i.chtigt die Diirchsührung der Fe ld be re inig un g. Vor ttnigen Tagen fand deshalb eine Versammlung statt, in der .teisrat v. Bechtold zugegen war.

Deckenbach, 19.Nov. Gestern weilten NegieriingS- laiimeister 5lnöll und Kreistechniker Müller vom ÜreiSbauamt Ließen, Stultucinft ettou Steinbach-Gießen und Herren vom deisamt AlSseld hier, um über das projektierte Gruppen- ülasjeriverk D eckenbach- dd ingS hausen zu bc» :ötcn. Infolge des Schncewetters trafen die Herren mit so ^oßer Verspätung ein, daß der Gememderat schon die Sitzung i erlassen hatte. Er mußte wieder zufammengcriifen werden. ,;n der PemeinderatSsitzung wurde baS Projekt erläutert, der Ortsvorstand stimmte im Prinzip dem Wasserwerk zu, doch :nn noch zu fernem endgiltigcn Beschluß. Die Gemcinderats- , tzung in NuddmgLhausen mußte auf nächsten Montag ver- Hoven werden. Die Quellen liegen in der Gemarkung >>ckenbach, dorthin soll auch das Nraschinenhaus und Pump-

Mellnau schoß ein ILjähriger Junge feinem älteren Gruber eine Kugel in die Brust. Der Verletzte luurbc m die ftlinif nebrad't.

Die preutzische ©ftmarlenfrage.

Gießen, 20. Nov.

Ter Alldeatscke Verband hielt gestern abend in SteinS Garten eine fchr gut besuchte öffentliche Versammlung ab, in der zunächst der Vorsitzcirbe der hiesigen Ortsgruppe, Freiherr von Liebig, kurz die Ziele des Attbcutsehen VcrbandeS Ilarlcgte.

Professor Tr. Diermer hielt bann einen sehr interessanten Vortrag über die preußische Ostmarkenfrage, bic er nicht vom politischen, sondern vom wirtschastSvolitiscben Stanb- vuntt auS betrachtete. Seine Ausführungen gingen von der Grund­lage aus, daß bic beiden preußischen Provinzen mit größeren polnischen Vevölkerungsbcstandteilen, Posen und Westpreußcn, vor­wiegend großagrarischer Struttur seien. Neben den Großgrunb- bejitzern, die für baS Teutschtum nur geringe Debeutung haben, bestehe hauptsächlich ein landwirtschaftliches Proletariat, daS der polnischen Nation angehöre unb nationalpolnisch fühle. Durch die Sachsengängcrei und die Abwanderung nach Westen in daS rheinisch-westfälische Industriegebiet kämen immer mehr Polen in die beiden Provinzen, während durch die sich gesellschaftlich von den 2)eutschen absondernden Sachsengänger viel Geld in bad polnische Land zurüclfließt. Dadurch bildete sich bann ein kapital­kräftiger polnischer Mittelstanb heraus. Während biS zur neuesten Zell die städtische Kultur ausschließlich deutsch war der Redner gab einen interessanten Rückblick auf die Geschichte der deutschen Kolonisation in den Ostmarken, hat die Bildung deS polnischen Mittelftandes dazu beigetragen, das Polentum in dem nationalen Kampf vorwärts zu bringen. Dazu kam der ZickzacklurS der preußischen Polenpolllik im vergangenen Jahrhundert und nament­lich nach Bismarcks Abgang, der das Vordringen des DolentumS außerordenllich begünstigte. 1886 begann Bismarck auf Anraten deS Herrn von Friedemann durch Bildung der Ansiedlungs- kommission mit der planmäßigen Besiedelung der Ostmarken durch deutsche Bauern, die mll 100 Millionen Kapital begonnen wurde und nach mehreren Stodüngen ncucrbingS kraftvoll fortgeführt wirb. Das für die AnsiedlungSpolittk zur Verfügung stehende Kapllal ist iirzwischen auf 825 Millionen vermehrt worden. Der deutschen AnsiedlungSbcwcgung mir Et eine nationalpolnische ent­gegen, die vom PanslaviSmuS gefördert wird. Zur Unterstützung des deutschen Ansiedlungswerkes wurde ein EnteignungSgc.es ge» schassen, daS in vielen deutschen Kreisen Bedenken erregte unb erfreulicherweise bis jetzt noch keine Anwendung fand, aber schon burch seine Existenz die hohen Güterprcise herabbrückte. Wichtiger alS dieses Gesetz ist daS Gesetz, das bic Errichtung neuer lanblicher Wohnstätten ton ber Genehmigung deS Regie­rungspräsidenten abhängig macht, da gerade hierdurch die polnische Anstedlungspolitik mit Erfolg unterbunden werden laun. Tie deutsche AnsiedlungSPolitik muß darauf gerichtet fein, b c u t f ch e Bauern anzusiedeln, wenn auch bic großen Güter nicht ganz beseitigt werden können unb folleiL Aber an Stelle ber Großgrundbesitzer sollen nach Möglichkeit staatliche Domänen treten. Bei ber Ansiedlung von Bauern verbicnen die evange­lischen Landwirte den Vorzug, da sie durch die Verschiedenheit ber Religion ber Gefahr der Polonisicrung weniger ausgesetzt sinb, als Katholiken. Alles in allem genommen ist anzunehmen, baß die jetzige Pol?npolitik die Erhaltung des Deutschtums in der Ostmark wirksam fördern wirb.

Der Vortrag würbe mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Anschlicßenb daran wurde eine Serie Lichtbilder von ber deutschen Kulturarbeit in Posen und Westpreußcn gezeigt

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ii Rillte des nötigen S Mich unter einem t, nach dem nun seit ,ie Heineren Staaten t LerfüsMg, währen) i vrrhieitmt Als dmW ' die Kaiserkrone ng, abti di- wwj bneb imeriiüd.

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