159. Jahrgang
Erstes Blatt
1 Preise.
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Kammer gezeigt.
» in ßottpfl d |H Dann schweben tansend Fragen in der Luft, aber daß Herr lll Wil M Iduü- Detymann-Hollweg etwa die Steuerfragen oder gar bie
bevorstehenden großen An ro locrden sich nur wenige ;
Dilettantenaufführung auch
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Ute uuu i~ ——.. «Renten aur Ausführung zu vrangen. tLr Ivar ixwci
feh9Unair,<?1CoJeil J1116 ^lrsprewrchter au, dre Opamer - - mögliW Irenes Bild des ontiEen Theaters
Jolberon und Lope de Bega, Shakespeare, dessen Llluwoie oe,u^t, w
Etat für 1 wittschaftlickse Konmnktur
Elsaß-Lo Ihringen Schmerzenskind der
nte. Günstige Zahh löchster BM-Kabatt. Jahre.
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Samstag 20. November 1909
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-Vorlagen u. Visites, toen- zn md unter AL ipierhandlung.
Nr. 273
? ,r Siebener Anzeiger .-drririt täglich, außer <onntag5. - «eilaqen: n1frmal wocbenUtttz SÄS5 iutlfürdenUreir Sieben llienßtagimb^reiiaa); zweimal monatl Land, u ji|d)aftlid)t5ettfrcgen ^«rutprech-AwchlüNe: tif die Nedakl'on 112, tUrlafl u. Expedwon 51 ’ jiefle 1fit Deveichen: Nuzetger Gießen.
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dem „Journal d Lllsace^orraine" gleich zu tun^und sich in kleinen Stichen und in verzuckerten gütigen Bo.zheuen denen tie deutsch" Regierung und die Beamte..fckaft gcg n- feitiq zu überbieten. Die Regierung steht nun dieser mehr oder minder antideutschen Politik machtlos gegen-- über; seit 40 Jahren war ihr Einfluß auf die ofseutiiche Meinung in Elsaß-Lothringen nicht so gering w.e heute.
Es müssen eben, das wird sich schwer umgehen lauen, neue Männer nach Straßburg. Herr von Delhmann konnte gerade in dieser Frage zeigen, daß ihm die Entschlüsse nicht zu schwer fallen. Es ist in eine traurige Notwendigkeit, die zweifellos viel Erregung und erbitterte Kampfe Hervorrufen wird, aber „das Mögliche soll der Entschluß beherzt beim Schopie sasjen". Je solcher, desto bester
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I Es waren parlamentarische Vorpostengefechte, die in > dieser Woche in Darmstadt geführt wurden; die Haupt- schlachten werden bei der Erörterung der Wahlrechtsreform »— die gestern noch nicht über eine allgemeine, unwesent- I siche Aussprache hinausgekommen ist — und bei der durch i bie Sparsamreitsanlräge geforderten Reform und Verein- jächung der Verwaltung geschlagen werden.
Das noch stille Wallothaus wird von den alten Wollen beschattet. Noch immer, so klagt man besonders auf der Linken, keine Aeußerung und Regung des lei.enden Siaa.s- nanneS, und die „Voss. Zig." schrieb darüber schon einen croßen, zornigen Leitartikel. Roch etwas Geduld konnte man haben: in wenigen Tagen wird der Reichs ag be^nnen.
ireußische Wahlrechtsfrage — die ja den Reichstag als olchen nichts angeht — zum Gegenstand seiner angeblich i!ri tsrede machen w rde, darub i
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^^^Äll2)ings wird man das verschleierte Defizit des Etats für 1910 in Höhe von 228,5 Millionen deshalb Nicht besonders tragisch nehmen dürfen, weil das Reichsschatzamt bei Dufstcltung des Äats nicht nur die Einnahmeposten aus den bisherigen, Steuern, Zöllen und Gebühren mit 100 Millionen aeruifl^c angenommen hat als im Jahre 1909, wndcrn auch deshalb roeu die Erträgnisse aus den neuen Steuern nicht mit 500 Millionen, soNoern nur mit 3 2 O Milli o n e Nind e n
Zur Menairderaufführung in Giehen.
Unser Stadttheater führt am Mittwoch, wie febon kürzlich erwähnt, ein altgriechisches Lustspiel des Men an der das Schiedsgericht auf, das Prof. Dr. Korte und Opveln »ronikowski ins Deutsche übertragen haben. Zur Ernfuh- ang diene der folgende Aufsatz:
,XSoefbe sprach mit hoher Begeisterung über Menander. wächst dem Sophokles, sagte er, kenne ich keinen, der mir so lieb wäre. Er ist durchaus rein, edel, groß und beiter, seine Anmut unerreichbar. Daß wir )o wenig von t!,m besitzen, ist allerdings zu bedauern, allem auch da» wenige ist unschützbar und für begabte Menschen viel daraus zu lernen." — So berichtet Eckermann unter dun 1-. Mar 1825. Es ist erstaunlich, daß Goethe eine so lebhafte Neigung zu Menander fassen konnte, denn bis vor einiaen Jahren besaßen wir von ihm so wenig, daß die Zahl der Laien, die auch nur seinen Namen kannten, gewiß nicht
____wenige Illusionspoli.iler in Hoffnungen mcqen. Weit wahrscheinlicher ist's, daß der Kanzler eine logisch wohlgestaltete Rede über den politischen Horizont jenseits der Grenzen uns vorsetzen wird, baß er uns berichtet von seiner Wiener Mis.ion, den neu gefestigten Begehungen zu Oesterreich und der Sicherung des Weltfrie- . ben5. Zn diesen Dingen werden wir dann aber keine Ueb.r- r-schungen zu hören bekommen. Wenn von manchen Politikern der Wunsch erhoben wurde, es möge Ztalien ab>
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Wird der Reichskanzler es jetzt unternehmen, die Luft zu reinigen? Denn so kann doch der Satthalterkurs im Elsaß nicht weitergehen! Es melden sich immer neue Zeugen. Der „Köln. Volksztg." wird ein Stimmungsbild, aus Lotti- rinqen geliefert, das allerdings nach dem ernseä gstcn Pa-tti- standpunkt des Zentrums gefärbt ist, aber doch auch aus die Tatsache hinweist:
„Wer die Entwicklung der politischen Lage und ^im- mung im Elsaß, und, soweit der Block in Betracht kommt, in Lotbringen während der beiden letzten ^ahre au.mcr^ smn »erfolgt bat, der mu6 sagen: die getarnte speztnsch eirtbeimiid)“ Politik, soweit sie bei den Wahlen und IN der einheimisckien Presle„ hervorgetreten ist und hervor. trUeber das bekannt?Hetzblatt „Journal d'Msace-Lor- raine" heißt es dann mit einem deplazierten Hieb aus den Protestantismus: . , £ „
Was sich die von Kö'ler seinerzeit „totgeschlagenen beiden oberelsässischen Blätter geleistet habm, war em Kilidersp'.elchen gegenüber ti ser P anmaßig ideutschen Tendenz Und weil dieses Blatt von einflußreichen elsässischen Protestanten gelesen und unterstützt wird, weil die Regierung seine Bestrebungen und Es- capaden zu billigen scheint suchen es andere einheimische Blätter, ob deutsch oder französisch,
gewinn, der verdorrte Ast unserer Bündnisporittk ganz oj» gesägt werden, so scheint man in der Wilhcllnstraße noch nicht zu dieser Erkennlnis vorgedrungen zu sein, denn gestern brachte die halbamtliche „Köln. Ztg." wieder einen neuen warmen Aufguß in die Dreibund-Teelanne Auch der frin-1 zosenfreundliche Kurs innerhalb wie außerha h der R.i. s- grenzen scheint noch wirksam zu sein. Die oft aus Berlin inspirierten „G.enztzoien" loben im heut gm neuesien He.te Frankreich, daß es uns neuerdings in Der Marokkotrage entgegengekommen sei. Bekanntlich schivebt im Lau c der Scheinen gegenwärtig dieEntsch^ d g irgrstage, t> c dad. rch zur Lösung kommen soll, daß Frankreich dem htobarmen Sultan eine Anleihe von 150 Millionen Franken, allerdings nicht ohne Gegenleistungen, beschaffen will. A-ie „Grenzboten" sehen „einen Schritt loyalen Entgegenkommens auch gegen unsere wir schaftlichen Interessen ' barm, daß Frankreich von der Mulay Hafid zu gewährenden Anleihe 75 Millionen zur Befriedigung der Anchruche der Europäer bestimmt wissen will. Wenn man sonst nichts weiß über die von Frankreich geforderten Gegenleistungen, die der Sultan noch immer verweigert, und die diese Verhandlungen hinausschleppen, sollte man das „Verhältnis des Entgegenkommens und vortrauensvoller allzu hoch einschätzen. Gewiß wird der , ,
leihe Mulay Hasrd in die Lage setzen, auch den deutschen Gläubigern zu ihrem Gelde zu verhelfen, aber, der Preis wird sein, daß Marokko ganz unter den franz.,.schen Einfluß gestellt wird. Und welchen Zulunftshof,nungen man sich in Frankreich hingibt, das hat erst am Donnerstag die Rede des Sozmldemokraten Zaurös in der französischen
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1910 eingesetzt sind. Das ergäbe, wenn die .uuMUHmuuzr Konjunktur sich bessert, und dtti Nei^Nnanzreform die an sie gefnüüften Erwartungen ersüllt, immer Inn einen. Betrag von 280 Millionen, mit dem sich das verscl>leierte De-, fizit decken, resp. die Abzahlung der Anleihen m die Wege g—»romiiii »■■■nr-iru imiiiii i« ■!
ist überhaupt das neueste
üeutfdjen Regierung. Was man noch vor einem Jahre im Straßburger
Statthalterpalast entrüstet in Abrede stellte, hat heute allgemeine Geltung. Jeber, atch bet den Links- liberalen im Reiche, spricht von dem Fiasm, das der amtliche Kurs in den Reichslanden gemacht hat. lind von Paris wird Bravo dazu gerufen, wird dem freundlichen deutschen Michel lebhaft die Hand geschüttelt und bie Zuversicht ausgesprochen, daß das getreue Elsaß aus friedliche Weise wieder in den französischen Besitz zuruckgehen
1 für Herren-BÜ I politische Aktion, die unser heimischer Abgeordneter Kohler Ifi: nicht unterstützte, weil er meint, auf dem Lande gebe es ^eiepyoN genuq Arbeit und zu wenig Arbeiter.
- - • ca-& nvrrpn tvirlamentarische Vorvosrenaefechte, die m
Archäologische Treue in den Äußerlichkeiten der Aufführung ist nicht erstrebt, die Bühnenbilder werden von denen, die das athenische Publikum um 300 v. Ehr. zu sehen bekam, genau so verschieden sein, wie etwa eine moderne Shakespeare-Aufführung von einer in der Zeit der Königin Elisabeth. Der Dichter soll unter ben modernen Bedingungen wie ein Lebender wirken.
Trotzdem wird der Zuschauer manches Fremdartige ^u überwinden haben. Fremd, ja anstößig sind uns gewisse Voraussetzungen der Handlung, zu denen der Dichter durch die Zeitverhältnisse geznmngen war. Die attische Sitte gestattete keine unbefangene Annäherung zwischen Jüngling und Jungfrau der bürgerlichen Gesellschaft,, deshalb t|i bie Vergewä2igung einer unbekannten Jungfrau bei einen*
Der neue deutsche ReichrhauLhaltsetat.
Tas deutsche Reich befindet sich mit seiner Finanzwirtschaft in einer llebergangspcriode, in der SM. Eurgemaße Verhalf nisse Platz greifen, die vom sinanztechnlschen Standpunkte auS überaus anfechtbar sind. So war es vor allem in Teutschlaiw bisher nicht üblich, daß die ErfordemiNe für fortlaufende Aus- gaben auf Anleihe genommen wurden, Me das letzt nicht nur für die gestundeten Marrikularbeiträge und Fehlbeträge aus b«t Jahren 1906—1909, sondern auch für das Jahr 1910 mU allem geschehen soll, waS an ungedeckten Matrikularbeitragen die Summe Don 18,5 Millionen (also 80 Pfg. pro Kopf bet Bevölkerung^ überschreitet. Zahlt man diese Summen, bte eigenthd) aus laufenden Einnahmen hätten bestritten und, wo diese nicht zureichten, allmählich durch Erschließung neuer Steuer au eilen hatten abgetragen werden müssen, zwammen, >o^ ergibt ich für uriserc^^rchs- sinanzwirtschast das harrens Destzrl. vori 74^- Millionen Es ist ia nun richtig, daß bie letzte Reichssinan^reform 28- Millionen baoon innerhalb 30 Sauren, 260 Millionen bis zum Iahte 1913 tilgen will, während der Rest von 202 Millionen nur als durchgehender Posten anzusehen ist, der aus laufenden Mitteln seine Deckung sinden foU. ^te ^araussetzung mcrfuk ist aber, daß bie neuen Steuern wirklich den lährUch.u -betrag oon 500 Millionen ergeben, unb baß ut ben Ausgaben oes Reiches bie größte Sparsamkeit obwaltet. .
Nachdem so die letzte Neichslinanzrefotm reinen Tüm mit ben Fehlbeträgen des Reiches und den schulden der Bundesstaaten aus den Vorjahren gemacht, ia, sogar sich noch zur llebetnähme der Matrikularbeitrage .für bas Jahr 1910 (mit Ausnahme eines Betrages von 48,o Millionen Mark) bereit erklärt hatte, siel es natürlich bem Reichsschatzamt nicht befon^ty schwer, einen Etat für das Jahr 1910 auszustellen, der m seinen Einnahmen und Ausgaben balanziert Run Mrd man sich dabei immer klar machen müssen, das; die 228 5 Million^. MatrikutarbeitrLge, die in der gestrigen Berofsentlichung ber Nordb. Mlg. Ztg." als Einnahme bcs Reiches fungieren, eigentlich einen Ausgabeposten bar [teilen, weil doch die zu ihrer DeckE nötige Anleihe einmal bezahlt wer^n muß, mithin Ngentlich ein Defizit sind, wenn auch in verschleierter Forin Zahlt mcm zu diesem noch das Defizit, oas der außerordentli<^ Etat: m Höhe von 152,25 Millionen Mark aufweist, die allerdings ebenfalls auf Anleihe genommen werden, so ergibt sich Mr oas Rechnungsjahr 1910 ein Defizit von 741—-228, 5—152,25» runb 668 Millionen, womit die Schuldenlast des benschen Reiches die fünfte Milliarde, also die Höhe der einstmals -lls über- wäliigend hoch angeseheiien französischen Kriegsentschabigung er-
bei einem sachverstänbigen Publikum gefunben hat, so war es boch klar, baß Menander bamit nicht für bu moberne Bühue zurückgewonnen werben konnte. Der beständige Wechsel von Dialog und stummem Spiel mußte etn modernes Publikum empfindlich stören, und die Darstellung der Frauenrollen durch Männer, die archäologische Treue in Sgeneric und Kostüm enthält für moderne Zuschauer zuviel des Fremdartigen.
Der Wunsch, das was in Menanbers Künst noch heute, frisck unb ungealtert ist, bem mobernen Thcaterpublikum zugänglich zu machen, hat von Oppeln-Bronikowski und mich wesentlich andere Wege eins tigen lassen. Ich Hobe alles Vorhandene übersetzt und Qppeln-Bronikowsli hat die fehlenden Teile nach gemeinsamer Beratung mit schonender Hand unter möglichster Benutzung vorhandener Bruchstücke' ergänzt. Absichtlich haben wir die Ergänzungen aus das unbedingt nötige Maß beschrankt, unb bas ötutf ist baburch etwas kürzer geworden als es ursprünglich war. Ob es uns gelungen ist, die Ergänzungen mit dem Echten so zu verbinden, daß das Stück einheitlich wirkt, kann nur die Feuerprobe der Aufführung lehren, zu der sich> das Cießener Theater als erste unter den deutschen Buhnen in sehr dankenswerter Weise entschlossen hat.
Seit vor nun 20 Jahren der unerschöpfliche Boden Aegyptens begann, die Jahrtausende lang in feinem trockenen Sande treu bewahrten Reste griechischer Literatur herauszugeben, wurde bei den Philologen die Hoffnung wieder lebendig, daß uns auch Menander neu erstehen würde. Wirklich kamen erst einzelne Blatter mit oO bis 100 Versen in Aegypten zum Borychein die unsere Vor- ftelluna von bem Dichter schon wesentlich belebten, unb vor fast 4 Jahren entdeckte der französische Gllehrte Le,e- bvre fast 1400 Verse des Dichters m einer Papyrushand- sckrift des 5. Jahrhunderts n. Ehr. Hier zuerst wurden uns von mehreren Stücken so umfangreiche Reste bescyert, daß auch der Dramatiker Menander für und wieder eme greifbare Gestalt wurde. Freilich ist keine der Komödien vollständig erhalten, aber von einer bem xoch^geruht, besitzen wir doch etwa zwei Drittel, rund 600 Der^e, und es ist möglich, das Stück in seinen wesentlichen Augen wieder herzustellen. Bald nach der Derössentlrchimg des Lef ebvreschen Fundes har denn auch der Hallenser Archäologe Carl Robert mit bestem Gelingen den Versuch gewagt, auf der llassrschen Bühne von Lauchstädt das Schiedsgericht ’.ger gut erhaltenes Stück, die <9anu.er1n, durch ar Tllifführung zu bringen. Er war dabei
Die Mtertumsforscher freilich wustten, daß dieser Dichter, dessen Werken das Schicksal übel niitgespiett hat, zu len einflußreichsten der Weltliteratur gehört. Er ist Der - Schöpfer der griechischen Charakterkomödie und damit der ! IHrn des gesamten modernen Lustspiels und bürgerlichen Schauspiels. Wie stark seine Anregungen noch heute sort- ckirken, mag eine Einzelheit lehren. Er zuerst hat die Schicksale eines oder mehrerer Liebespaare zum Mittelpunkt der Handlung in der Komödie gemacht, und davon O das Lustspiel bis auf unsere Tage nicht wteher los- zekommen. Freilich hat er auf die dramatische Produktion -der Neuzeit nicht unmittelbar gewirkt, denn seine bis rn das 5. Jahrh. n. Ehr. viel gelesenen stucke sind in Den dabarischen Zeiten des 6. bis 8. Jahrh., dre sicy, rote man vitzig gesagt hat, wesentlich mit bem Verlieren besckas- ügten, allmählich zugrunde gegangen. Aber [ein L vurde der Neuzeit, freilich stark entstellt, gerettet durch die Romer. Die lateinischen Dichter Pbautus und bsonders perenz bearbeiteten die Stücke Menanders und ferner Nachfolger für die römische Bühne, und an sie knüpfen m । der Äenaifianceteii affe Lusm'oieldick
leg«" Xovbr.
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Tie hessische Zweit - Kammer hat am Diens- ihre Beratungen ausgenommen und in den ersten drei Uben alle11 i F ogen zivenen Ranges erledigt, von drnen Itt Zentrumsantrag nach Notslandsarbeiten für Arbeitslos ein besonderes Interesse verdient. Der Antrag, vom unterstützt, wurde angenommen, und so hat tie scminer beim Beginn deS Winkers trotz der ungünstigen Il?inanzlage ziemlich einhellig bekundet, baß sic für die Ar> Ilbetier und bie Geringen ein Herz unb eine ossene Hand Hai. WH er Antrag, der beinahe ein Jahr alt ist, wurde von den ; «nroeimben Ministern Dr. (kiautt) unb Bruun nicht be- lafinipfi, aber auch nur mit Einschränkungen gutgeheißen; Unomenllich der Minister des Innern scheint nicht für eme In.riiaebenbe Verwirklichung ber angenommenen Formel ein» Brrtni zu wollen, benn er meinte, auf Grunb ber veran- U iiolteten Enguete - nach ber kein Mensch in ber Kammer tpd’er forschte — sei festzustellen, baß für ben Winter w e:er Wch allniählicher wirtschaftlicher Aufschwung zu erwarten (,-t Unb er ließ wei.er burchblicken, bem heimischen G.werbe dürfe ber Ausschluß jeglicher auswär.iger Konkurrenz nich. lizu freunblich an bie Wacht) gemalt werben. Immerhin 1- die Ausschußformel wurde angenommen, unb bie Re- flltruna würbe von ben Lanbbolen mit F agen nach E-.n.-e - B Seiten, bon welcher Art benn bie Notstanbsarbeuen für hie nächste Zukunft beschaffen sein könnten, nicht weiter Z behelligt. Unb bock wäre in dieser Frage eine weitere Auskunft bem hessischen Volke nicht unwillkommen ge- | ivesen. Für überflüssige Verrichtungen fehlt es dem Staats- I fctdel an Geld, und gleichzeitig mit der Annahme des An- rageS für die Notstandsarbeiten sind sehr berechtigte An- ):räge aus Beschränkung der Staatsbauten und Veib.ll gung ha: Verwaliung eingebracht worden. Diese Forderungen l'inb etwas ernster gemeint als bie eben besprochene fo^al-
jährlid) Atk. 2.20. durch Abhole- u. Zweigsieflen monatlich 65 Pf.: durch die Bost Atk.2.—vieriel- jährl. ausfcht. Benellg, Zeilenoreis: lokal 15Bll ausioaris 20 Picnniq.
Chettedakieur: A (Soctz.
Veraniwortiich für den w __ volttycheu teil: Auaust
General-Anzeiger für Oberhessen WW
't '^^iaq’esnumnier Rotaflonsbrud und Verlag der Vrühl'schen Univ.'vuch. und Steiuöruderet K Lange. Redaktion, (irpebttion und vrnckerei: rchulstratze 7. ^^ei'aenie?tt S. Beck,
ti» vorminaas 9 llhr. --------------------- ------- ---- ------ ,, „ — i—amiw—
ber Jrrunaen Plautus Menaechmi zu Grunbe liegen, und zu geben, unb ließ bre rm Texte vorhandenen Lucken durch besonders Moliöre, bejen l Auluüria burch Plautus' Aulü- pantomimisches ^prel ergänzen faria angeregt ist. Natürlich mußte bei der Bearbeitung eo freudigen Beifall bieje - durch die lateinischen Dichter, die in einer noch ungelenken Sprache für ein ziemlich rohes Publikum schrieben,- viel des Besten und Feinsten, was der attische Dichter zu geben hatte, verloren gehen. So sahen wir den Dramatiker ..ce- nander bisher nur durch ein ziemlich trübes Medium, im Original lagen uns nur Zahlreiche Sinnspruche vor die man im Altertum aus feinen Werken ausgeschrieben hatte, auf sie ist Goethes Urteil wesentlich gegründet. Her fprickst freilich der Dichter unmittelbar zu uns, und bie Feinheit seiner Sprache, die milde Abgeklärtheit seiner Weltanschauung hat auf empfängliche Gemüter stark gewirkt aber cs waren doch immer nur kurze Bruchstucke, blitzende Steine herausgebrochen aus einer stolzen Krone.
Die heutige Nummer umfcöt 18 Seiten.
Politische Wochenschau.
Gießen, 20. Nov.


