Ausgabe 
18.3.1909 Zweites Blatt
 
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ts. bte überragenb vväxt VS«

allerhöchste Kriegsherr unter allen Nm stände« einen flciüifien bis- 'retienären (9 eh rau* von feinen CfijKren jederzeit tu moAtn ' c'üb:,U fein mufc. Bei* hängt »uidinmrn mit dem Berufe $< Cfhjier«. mit >:m Berufe und mH der Verwendung bcc £etr* Sir sind völlig davon durchdrungen, daß wir unseren T eilst ru» müssen tm Oct re zum Bohle der Armee, zum Bohle bei Staat* ülm letztenErde nur. um unserem Vaterland« au di ncn. Holten sie sich versichert, daß wir tn dieser Beziehung in unserer Oe*

fation ist.

Sir sind i m weiteren Sinne Beamte. Sir w0

vielfach al- ctMa» tm Stillen Birfrnbe». als etwas Mvfti - (<b c v . al» etwas icbr Bösartiges hingestellt. ^cf) möchte fragen: war ift das SXilüädabincUf Lu der spitze steht ein (ifcncraL

den größten Schwierigkeiten, eine andere Weise auSgebili

nrmeegrunonipe uno uuer izxitHJuoyooen ui.i oem xnc^inininrr in» Einvernehmen zu setzen. Ich kann nicht sagen, daß ich dieses BerKältnis für cm ganz logische» halte, denn formell ift der Krieasminifter sein Chef, materiell hat er tbm nicht» zu sagen Die Trennung, die 1883 ringenden ift nach meinte Meinung bte brssere. »un wird da» SRilitärfabinctt in der Ceffentlid)?eit

persönlichen ilortrag beim König und sich lediglich über allgemeine ~ ~

ärmewunefülK uni, über QklbuuWb.n md b,m Ä.Sl"JÄE* £

Herr HäuSler bar aus Frankreich chrngewiesen. LlllerdmgS hat dorr der Minister gesagt. *ie Kavalleristen können an lebe» Tage an her Grenze zu Pferde steigen. Fragt mich nur nicht, tote. (Heiter» feit) Die französische Kavallerie befindet sich beute tn rj.mu.iuu.,. Jedes Kavallerieregiment wird aur Weise ausgebildet, für einen anderen Zweck. Ta» kann man aber nicht wissen. Man weiß ja nicht, in n)cU»e -a^? da» Regiment kommt. Ta, Regiment mus für alle Eventuasi- täten ausgebildet fein. ES mut, jederzeit bereit sein, die der- Siebenen Berhä.'tnisic zu beherrschen. TeSbald müssen tmr eine dreijährige Dienstzeit für den Kavallenftcn haben S-rr HauS. (er hat gemeint, die Heeresverwaltung interesiiert sich nicht für die militärische Jugenderziehung. Woher wettz er henn das? Tie Armee interesiiert sich 'ehr dafür. Wir Neven auch mit den anderen Ministerien seit langer Zeit tn eifrigen Verhandlungen darüber. Ich hoffe, daß wir bald dazu kommen, daß eifriger geturnt und crerziert wird, Iwß TurnauSflüge.gc- macht werden und daß mehr Sport aetrteben wird. 4.o» kann für unsere deutsche Jugend durchaus nützlich und angenehm wer­den. Ich Uffe, daß aut dem Wege der F a r t bi Iduna»sch ule in dieser Beziehung etwa» erreicht w.rd, dam't die böse Zeit von der Entlafiung auS der Schule bi» zum Eintritt tn» Heer nicht verloren gebt. Hoffentlich dauert c» nicht mehr lange, daß die Behörden sich damit beschäftigen werden.

Herr Häusler hat auch über die m i l i t ä r i sch en Äflf' n o Z und über militärischen 2 uxu» gesprochen Ganz^ewm Wäre ick außerordentlich erfreut, wenn die «rnwe sich vom -u^ - noch mehr fernhaltet, wurde. olS es schon geschehen ift mag hier und da noch über madiger Lurus getrieben werd n, ober eine Berallgemeinerung dieser Tatsacke muß tck Widenpreckew Wtr haben auch elegant cingerichtete KasinoS. abcr d^ Mehrzahl der Kasinos sind heute zweifellos sehr einfach auSgestattet.

der ernt lange Ausbildung im Generalstab und in der höhere» Truppenführung bekommen bat, an seiner Seite Cmiierc« die zum größten Tc.l längere Zeit im kriegsmintfterium sich beson­der» bewahrt haben. Ick möchte meinen, daß gerade diese Aus» wadl der Offiziere, ihre Cualität die volle bewahr bieten sollen, daß alle ilrbciten in völlig sachgemäßer Weise erledigt werden. Es bat bav IKdittirfabindt auck gar nicht die Möglichkeit, emc Willkür zu üben, wie da» h er brngestellt worden nt. In bezug auf die periönticben Berhältnisie der Offiziere muß es sich tu feinen Vorschlägen einerseits nach dem Etat u nb andererseits nach der Qualifikation richten. Hm» sichtlich der Beachtung der Etats korrigiert sowohl da» SttCQi- Ministerium wie der Rechnungshof Hinsichtlich der richtigen Verwendung der Offiziere ergib: fick l>- Kontrolle ganz von selbst durck bie Andrücke. bte an dw Offiziere gestellt werben, und das Äilitärhwinett loirb überhaupt gar inckt in der Lage fein, auf bie Tauer Offiziere, welche nid,: geeignet find, in besonderen Stcllimgcn zu verwende.i S>e würben dort nicht» leisten, und iv würde über sie berichtet werden, baß sie nickt zu ge brauchen sind, sie würben zurückgezogen werden. Also ein solch u Stiften! der Willkür wurde |uti gor nicht halten lasten. Bevorzugung de» Avancement» läßt fick, wie die Herren wrnen. l'/utzutage nur durck den (Hencrnlrtcib oder da» <tiieg»tnini|terium erlangen. Durch den Generalstab kommen die Oinzltre zur Kriegsakademie. In die Kriegsakademie gelangen sie durch ein besonder» Eranicn. und die besten Offiziere der Sr,eaSakademie

: sich der Ehef dcs Generalstab» zum si'.enerolstab komman- bieren, und dort findet eine gründliche Turckorbeitung und Aus­lese statt. Tiefe Ofr.ziere schlägt der Ehef de» Generalstab» dem flirtet vor. Ter Ehe' de» Militärkabinett» Pt gar nicht in her Lage, andere Offiziere vorzufchlageu, er muß bieu nehmen. ~te Versetzung in das .<tricg»minifter!um erfolgt durck Neverweisung von Qualifikationsber ckten. die jede» Jabr an den krrciSwinnter gelangen. Ter .mriegeminittrr sucht fick auS diesen Cualifira- tionsberickten diejenigen Cffniere ou», die ihm am besten er­scheinen und macht sic Seiner Maiestat namhaft Mso auch hier- 6ci bat der Eher des Militörladinetl» nickt» anders zu tun, als diese Vorschläge Sein.r Majestät voi z.ilcgen^ M.r.^scheint e» als Ikbcrtrcibung, wenn getagt ist.. das -Sohl und Bebe

von i.-.Ooü Offizieren wäre einfach in der Harw des EhcsS de» Mil.tärkabinettö Der .Ehef de» Militär- kabinettS hat fick überhaupt mit bieten Cfyirren nicht eher zu befafien, al:- bi« irgend ein Cual,fi!ationfiIxriAt ober cm Vorschlag de» betreffenden Genera llomnuin do» vorliegt. Bi» dahin bat er mit allen diesen Offizieren nickt da» as^^ezu tun. BeiBcsctzung der höheren stellen muß der de» Militärkabinetts Seiner Majestät allerdings Vorschläge machen Tiefe Vorschläge geschehen nickt anders, als tag «einer Majestät die Cualififntion»bcrichte vorgelegt werden, und L e i ne 1K a te- ft ä t f u d. t b i e C f f i a i e r e q u ». Irgend einer muß nun aber hoch einen derartigen Dienst tun. Ob nun der (ft«f he» ®J*4*^J* kabinetts ober ein anderer e» ift. ist gleichgültig t» kommt nur barauf an. daß Seine Majestät die Mackt bat. durch seinen Ober, befehl über Versetzungen zu verfugen. In bezug auf da« Ehr in- gericktsverfahren sind die bearbeitenden Offiziere de» Mi­litärkabinetts an Bestimmungen gebunden. So ift zum Beispiel da» 2'iilitärkabinrtt überhaupt nicht in der Lage, eme ebrengencktsiche llntcrfudning anzuordnen ober in den Gang de» Verfahrens eui- »unreifen. Da» ebrengeruhtlidie Verfahren nnrd befohlen durch den (Mericbtdbcrrn. ohne daß eine Meldung darüber an ben Hailer und König erfolgt. TaS Militärkabineit bekommt von einer ehren­gerichtlichen Angelegenheit erst ftenntni». 'nenn die Akten «einer Majestät vorgelegt werden Bei der Bearbeitung dieser Alten kann von einer willkürlichen Behandlung der Angelegenheit kem Rede sein. Die Sackte kommt gewisicruiaßen reif zur '^rldpe ü!t die allerhöchste Stelle. Es kann niemals vorkommen. daß Nil St»* litärlabinctt auch nur andeuten konnte, wie eine solche Angelegen­heit zu behandeln sein würde, bezw. wie der r t würde. Tie Bearbeitung der ehrengerichtlichen "lngelegenveiten konnte keine ueimsienhafterc. keine aiibcrr fein, wenn sie etwa durm dae- .siriegoininisteiium oder, wie auck» vorgefchl >, -n >>i. durch ein besondere unparteiische Behörde erfolgte <"» fall gewisi mcht ge* leugnet werden, daß d e r .st r i e g V m - n i st e i in M e i n u Hfl Verschiedenheiten mit dem ^bef des JMIitar« 1 kabinetts gelangen kann. Da» kann aber auck --sweden mit irgend einem anderen Hennalc. mit einem WenrrahrtpcTteui. uiw Sie sehen ja hier im Reichstage, wenn die verteil ^oeb- verstau digen ihre Meinung sagen, daß "> eabei auck

auseinanberkommen. Wenn solche Meinungsverichiedendenen Vorkommen, bkibt nichts andere übrig, als hab vo. den. Reiht der Vortrag stattfinbet und jeder seine Ansichten au»eina''dervt und Seine Maieftät bann entscheidet. Bei mir sind solche T"st­ick vor einiger Ieit gelesen habe, saji alle Ti rett wen und Initiative in der Heeresverwaltung tn l»ezug auf k tnnnan* gfw. vom Militatkabinett ausgingen Wenn da» striefls- m : n t ft e t i u m eine so vertrottelt« Be bord« wate, dann müßt« man dock eigentlich {eb- dankbar sein, unb m»L müßte froh sein, daß irgend eine Stelle vorhanden wäre, die Sacke vorwärts brächte. (Sehr richtig I rechte, i Aber bii» i man nickt, c« wirb dies auf bas aUerbittevfte getadelt. Air« Vogif kann ich nun eigentlich nicht begreifen. }k*un muR tdi oder auf das Bestimmteste erklären, daß vas Militärkabinett nie mn nimmer in mein Ressort in irgend einer Weise eingegrtneu bm 3d» habe mit dein Militärkabinett stet» von dem 'siefickltpunkte au» gearbeitet auch mit meinem freunde, dem verftorbenen WraKn Hülfen, daß wir uns sagten: wir müfiai bestrebt ktn, ge­rn c i n s a m zu arbeiten unb uQgemein das fcetr üortpän» bringen 11 nb er ist es gerade gewesen, der mir sagte: werde

itet» Offizier« aus dem Strieg»mini|tcrtum nehmen, weil bie oev <i>ef*äft»ganq. die (ste setze, die Bestimmungen am heften kn nen­net) Ihibc auch schon angebeutet, daß viele ehemalige Cf fic dem 5trteg»miniftenum aiigcbörteu. im SRihtärfabirett stak 3ch habe niemals von dem Militäitabinett chic Muff artet ung be­kommen. ctiva dahin: S. M. der Statfer haben geruht, da» und das zu l*efehlen. Tas ift niemaU vorgekommen, und c» kann auch eigentlich gar nicht Vorkommen Denn bet Aricgimmift« »ß in der glucklicken Lage. S. M. jede Aockeeinen perfSn- licken Vortrag zu halten. Und ui diesem ©ertrag stimme» alle Tinge die überhaupt die Verwaltung um f aff en, gur -wrackt, namentlich Organisationsfragen, Betvaffnung»-, Aek'.cidin^» fragen. Verwaltung»fragen, die Robi'mackung. di« Van6cjI*(<!* anng alle» dies trägt allein der ftricglnnnifter vor, und M skrieg»minister ift allein dafür verantwortlich Sie sehen daraus, gebt in jeder Beziehung vollftänditz ressor t m a flifl« bestimmungsmäßig und gesetzmäßig vor fick. Vo» einer Stellung de» Militärkabinett», bie überragend loaw w» der alles au-ginge. ist nicht au reden. Hoffentlich habe ich . Bedenken damit zerstreut, bie bte Herren tn bezug auf das St»* tärfabmett hatten. S. ist bann immer bie ftorberuna gc|teu. worden, da» Militärkabinett muß unter da» Nr'egsminüteriu». Tiefe Forderung konnte Seine Majestät ohne weiteres erfülle». 3a. dann wäre ich aber nicht in der Vage, über diese persönliche» Angelegenheiten hier vor dem Reick»ra-z Red« und Antwort P stehen (Sehr richtigl unb Beifall recht»> unb Ihnen :erantwoN- (ich zu kni. Dazu müßten Sic bk Verfassung ändern. Odae ein« Verfosiungsänderuiig ginge da» nickt ab. T<t Sbg. Mülles Meiningen sagte, der Offizier möchte sich darüber Har fein, daß er ein Staatsbürger ist. Zck glaub«, der Offizier dient nur u" Heer«, weil er ein Staatsbürger ist. Er muß sich auch selbstver­ständlich darüber klar sein, daß er nur ein leit der Organs

-ugeben, biete Stellung ist etwas sonderbar. Ick vertret« hier den Etat nicht als Stellvertreter deS Herrn Reichskanzler», sondern al» BundeöratSbevollmäcktigter. Ick bin nur in bezug auf den Cetat an den Herrn Reichskanzler gewiesen. Ich glaub« daran ist wenig zu ändern. Ter Herr '.l.geordnet« hat gemeint. eS wäre sehr schlimm, daß ick über Etatssachen bei den k o m mandierenden Generalen, bte mit bem Uuer ^c» Mili­tärkabinett- sich ins Einvernehmen gefetzt hoben, nick:» zu lagen habe. Ta bin ich doch anderer Meinung. TaS Aiiegflm:ni|tenum ift die höchste Verwaltungsstelle in der Armee und mir ist eS memalö vorgckommen, daß wegen einer Berwaltungsnio^rcgel irgend ein kommandierender lüencral rcmonttriert bat. Wenn er <s aber tun wollte, bann konnte er nur remonstrieren direkt bei Sr. Majestät dem König von Preußen-

Run ist Tr. Müller-Mc ningen auf eine andere Seite ge­kommen, und in der Tat auf eine ernste Ta* ist die et rage I der Berücksichtigung des AdetStitclö. In der 4.at haben wir in unserer Armee fine Anzahl adliger Regimenter, wie wir he früher nicht gekannt haben, lHort k Hort.l ES sind in gewisien i^rnisanen gewiße Regimenter, die feit einiger »eil angefangen haben, nur adlige Aspiranten aufv nehmen Sw werden sich wohl gefckeui haben, zu sagen: wir nehmen nur Adlige an. denn dazu ist kein RegimcntSkommandeuc in der Armee befugt; sie werden aber Zulauf gehabt haben und haben die Adligen genommen. Ich bin mit dieser Art, wie fi® Sache jetzt gestaltet hat. in feiner Weise einverstanden. < Hort Hort!) Ick hoffe, daß Abhilfe geschahen wird, denn sie muß geschaffen werden. (Lebh. Zustimmung.) E» ist in keiner Weite zulässig, a ist zum Schaden der Armee, wenn man e» cuiflommen läßt, von Regimentern e r it er un dz weit e r st las sc zu sprechen (Lebh. Zustimmung) unb etwa die adligen Regimenter als erster Klasse, die unadligen als zweiter Klasie zu bezeichnen Tas hat sich allmählich entwickelt unb cs ist sehr eigentümlich, denn ich Habe Ranal"ten von Regimentern gehabt, bie jetzt nur au» adligen Offizieren gebildet sind und die dock in den Jahren 13, 14 und 15. 66 unb 70 eine Reihe burgrr. lieber Offiziere vor dem Feinde verloren haben. Offiziere, die den Ruf ihrer Regimenter begründet haben: das sollten ihre Kommandeure nicht vergeßen. (Hort? hort! link«.) Ta« paßt auch nicht zur allgemeinen Wehrfähigkeit Wer d:e beschickte der preußischen Armee formt der kennt damit allerdings auck die Cgeschichte dcö preußischen Adels. Der preußische Adel hat Gut und Blut, alles was er hatte, geopfert im Heeresdienst, und die Traditionen deö HeercS knüpfen nicht allein an die Herrscher, sondern sie knüpfen auch an die Ge- schlechter bie*er Familien an, bie alleS geopfert haben (Zuruf links: Die bürgerlichen auch!), als Führer den preußischen Koni, gen unb bem preußischen Lande Großes geleistet haben. (Bei­fall reckt».> ES wäre höchst unpraktisch, diese Familien zu ver- nachlässigen, weil sie auck heute noch eine Quelle sind für guten und tüchtigen Offizieröcrsah. Aber ick bin auck überzeugt, diese Familien selbst wollen eS auch gar nicht, daß damit etwa bad bürgerliche Element zurückgesetzt werbe (Ge- läcktcr lmkö Abg. Rogalla v. Bieberstein ruft: Sehr wahr!). baS bürgerliche Element, auf baö wir heute angewiesen sind. Und mir wollen nickt vergeßen, daß einige unserer größten Söhne in ber Armee bürgerlicher Abstammung gewesen sind. AnberS aber ift eS, wenn davon gesprochen wirb, baß der Adel im Avancement bevorzugt wird. DaS ist nicht ivahr. (Lacken links.) Sie können lacken, soviel Sie wollen, dadurch wird die Sacke nicht wahr. Sie können mit einem Mann nicht rechten, der seit langer Zeit an Stellen steht, wo er über diese Dinge mit zu entscheiden hat. Ich habe noch niemals gefragt unb diese Herren hier sind Zeugen, und wenn ick etwas sagte, waS nicht wahr wäre, so würde ich in ihrer Achtung finken, hier meine Untergebenen ich habe noch nie gefragt: Ist der Mann adlig, ist er unadlig? Ich habe nur gefragt: Ist er tüchtig? (Lachen b. b- Soz. Beifall.) Unter­brechen Sic mich boch nickt immer. Oder vielleicht einigen Sie sich, daß nur einer von Ihnen sprickt; aber auf Gemurmel von Stimmen kann ich nicht antworten. Danach habe ich mein Mim ilerium gebildet. Ich muß »S auf das allerbcstimmtcstc bestreiten, daß bei der Versetzung in den Generalstab der Adel bevorzugt wird. Das ist einfach untvahr. Ich bin selbst im Generalstab gewesen, ich bin hier alö Leutnant kommandiert worden, bin in bin Generalstab versetzt. Wir haben nicht danach gefragt: sind wir Adlige ober sind wir Unadlige, sondern ivir haben einfach unsere Pflicht getan und sind dankbar gewesen, daß man uns ausgesucht hatte, aber wir haben eS dem alten Feldmarschall Moltke nickt ^ugetraut, daß er darin einen Unterschied mackt. Deshalb empfinde ich eS als eine Beleidigung deS Chefs de» G e njr r a I ft a b e s , wenn Dr. Müllcr-Mefningeu sagt, daß die belferen Abteilungen im Generalstab mit Adligen, die schlechteren, schwierigeren mit Unadligen besetzt werden. Ick hoffe, daß Dr. Müller-Meiningen eS zurücknimuif. (Unruhe link», Zuruf: Kann er beweisen!) Die wichtigste Abteilung im Großen Generalstab ift die sogenannte zweite Abteilung, in der der Auf. mari'ck de» Heeres und die ganze Mobiltnachung bearbeitet wird, e» ist eine Ehre für jeden Offizier, der dorthin kommt. Diese Abteilung ist letzt dreimal hintereinander in den Händen burger. licker Gencralstabsoffiziere. (Hört! hört! Zuruf links.) Tüch­tige Offiziere, natürlich. Er war aber nicht tüchtiger, weil er unablifl ist. ES ist eine merkwürdige Logik, bie Sic haben, i<-ehr wahr! reckte.) Felbmarschall Moltke hat int Kriege 70 drei AbteilungSchefS gehabt: he heißen: Brousart u Schellen, botr, bet erste nachherige Minister, Verdh, auch Minister, und mnL®ronbcn^cin' Icibcr SU früh verstorben. Heute bei der Mobilmachung würden in diesen Stellen mindestrnS zwei Un. adlige sein; auch wieder sehr tüchtige, aber wiederum nicht, weil sie bürgerlich sind. Also ich bitte Tr. Müller-MeGingen, noch ein. mal seme Nackrickten daraufhin zu revidieren. Wir haben eine geringe Anzahl, vielleicht augenblicklich gar keine igehr unter den tommonbierenbcn Generälen, die unadlig sind. Warum? Weil eine Anzahl von ihnen in diesen hohen Stellungen g e a d e l t sind: ebenso in den DivisionSkommandos. Die Offi. ziere sind in dicke hohen Stellungen gekommen auf Grund ihrer Züchtigkeit als bürgerlich« Cffijierc.

h Wüner«SJeiningen und Häusler haben nun

bie Stellung des Militärkabinett^ berührt Ick mochte dazu einiges sagen. Es ,oird bei ihrer vorgesaßten Meinung wenig Eindruck machen, aber was ich ihnen faae, ent- wr'cht der Wirtlichkeit. Tas Militärkalnnett Imt sich entwickelt mit der Armee unter der Leitung und dem Oberkommando der Könige von Preußen. Wenn man die Stellung de» Kabinett» seine Beccchtigungen und seine Zuständigkeit verstehen will, so mu*$ man sich vergegenwärtigen, welche Rechte und Pflichten durch die Verfaßung dem Könige von Preußen bezw. dem deut- schen Kaiser zuerkannt sind. Der Knegsminisier verliest eine längere Darlegung über die Entwicklung der Institution deö Militärkabinett» und führt bann au»: S» ift ohne weitere» klar, daß einzelne der Befuaniße, die der König aur Grund feiner Slemmanbogcii'alt bat, sich der Mitwirkung deS .siriegsmin,ster« sehr wohl entziehen können, indem sie Tinge betreffen, die mit der Verwaltung im engeren Sinne oder mit dem Etat in keiner Seife kollidieren In Preußen ist eS allezeit allein üblich ge- i wesen, daß der König die Ernennung von Offizieren, ihre Ver- fetzung und Verwendung allein al» Sacke der unmittel­baren Äommanbogctoalt angesehen da: Rack den früheren Vorschriften batte ber 'SMeilungtkhef für bie Personal, angelcgendeitcn. obwohl er dem KriegSminister unterstellt war.

Ich habe in «asinoS gegeßen, die nur aus ein paar Zimmern hesianden. die höchst emfack au5gcftattct waren. Benn einzelne Kasino» besser eingerickt.-t sind, so liegt da- menten» daran, daß die betreffenden Regimenter einen Stamm alter Herren haben, die sich ein besonderes Vergnügen daran? machen, Ausstattungen uno Silber zu schenken. Biele gehen sogar so weit, bestimmte Cummen noch für bic Erhaltung bc5 KafinoS aufzuwenden T'c L^ gegenstände sind also meist geschenkt. .Auch über die G e s ck'.c n k e .i u Vorgesetzte bat man sich bcichwert. Es nt wohl überall -itte. daß einem scheidenden Porgcsctztcii in höherer Stellung ein Geschenk gemacht wird. Tie Geschenke, bie nun von Regimentern an scheidende Kameraden gemacht werden, sind austerordenUick einfach. Bei einzelnen Regimentern bestehen noch besondere Bc. ftimmimgen dafür, meist werden die Geschenke ül>erhauvt nur ge­macht, wenn ber betreffenbe Offizier mindestens zehn Jahre beim Regiment war. - Ick habe bei zwei Regimentern lange Jahre ge­standen und kein Geschenk bekommen. (Heiterkeit.)

Nun zur Frage der Repräsentation. ES ist durchaus zu nfißbilligen, wenn fick jemand verleiten laßt, über seine Kosten zu repräsentieren. ist eine Tummheit, wenn k- manb sein Geld weggibt und darbt, um dafür andere:, kostbare Tinge vorzusetzen, und Ivenn er nachher über die Kosten seufzt Für keinen Menscken in der Armee liegt die Notwendigkeit vor, zu repräsentieren. (Zuruf: Kommandierende Generale!) Tas ist etwa« anderes. Die kommandierenden (Generale müßen naturnck' Gesellschaften geben. Ick spreche aber hier von Untergebenen, die eventuell ihre Vorgesetzten cinlabcn. Gott sei Tank gibt eS nock' eine ganze Menge von Vorgesetzten, die sich solche Einladungen von Untergebenen direkt verbitten. Ich finde e8 nickt schön, trenn ge­sagt wird, daß Repräsentation nottvendig sei, um Karrier« zu macken. Wenn doS der Fall träte, bann wären w i r wirk, k i ch h e r u n t e r fl e f o nt ni c n.

Herr Abg. Häusler hat gesmzt, eS wären Unterschlagungen von ganzen Wagenladungen vorgekommen. Ich kenne solche Fälle nicht. Er hat ferner mehrere Fälle Von Verwendung einzelner Fonds zu anderen als den vorgcschricbeneu Zwecken gesprochen. Ick wär.- dankbar, wenn mir ber Herr Abgeordnete solche Fälle nennen könnte. TaS träten ja scktvere Vergehen, die entsprechend oefithnt werden müßten. Wenn man solche schweren AnNagcii er hebt, so muß man dock auch sagen, wo das vorgekommen ist. (isebr richtig! rccktS.) Tic Al'g-i."..lcr unb Miiller-Meiningen haben luanftanbet. daß bte OualifikationSSerichte G e. hei mn iS seien ES scheint mir, daß gegen alles, was geheim ist. biet eine eigene Scheu vorliegt. (Zurufe: Sehr wahr! So ift «sl) Nun. meine Herren. Eie halten ja auch geheime Sitzun- gen ab. Sic behandeln in Ihren Kommissionen wiederholt Ange, lcgenheiten al? geheim. Es gibt doch zweifellos gewisfe Sachen, bie man gar nickt burck 6)efetze rcflcin kann, sonbern- und dazu gehört bie pflichtgemäße Beurteilung und bte Abgabe von Mei­nungen da muß man appellieren an bo5 Gewißen, an die Pflichttreue und an daö Wohlwollen. Ick glaube, daß das bei unseren OualifikalionSbericksten durchaus geschieht. (Zuruf: Sind auch nur Menschen!) Gewiß sind das nur Menschen: aber sind alle» ehrenwerte, anständige und nach ihrem ganzen Cüarak. ter gefestigte Mcnsckcn. Zur Aufstellung von Qualifikation^ bericksten werden doch nur solche Personen verwendet, denen Seme Maiestät bic Führung eines Offizierkorps airt>edraut._ Ta hat man alle Garantie, daß sie mit Aufbietung » aller Kräfte daran geben, so gereckt wie möglich sit sein. Ich möchte fragen, ob die, b nigen. die aiialifhicrt werden, nicht auch dieselben menschlichen Schwächen haben, als dieienigen. die beurteilen. Ich habe schon Leute gekannt, d i e s i ck f ü r L ö w e n b i e l t e n . unb sie waren nur sagen w i r Hammel. (Große Heiterkeit.) Ick mochte glauben, jeder Untergebene weiß ungefähr, tva-3 der Vor gesetzte von ihm teuft. Außerdem wirb ja kein Offizier bloß von einem Vorgesetzten beurteilt, sonbern immer Von einer Reibe Tic Urteile durchlaufen vier Instanzen. Ta wirb doch wohl ein ziemlich richtiges Urteil -nstande kommen. Unter besonderen Verhältnissen kann ja auck ber Oualifikationöberickt bem Einzel­nen mitgeteilt werben. Und ift Vorschrift, baß ein Offizier ber seine Stelle nicht mehr auSfüllt. Mitteiluna von seiner Versetzung erhält, damit er nickt überrascht wird Ich erinnere mich an einen Fall, da la» ein Oberst einem etwa- locker eu Veulnant seinen Ciialififation»bcticht vor und fragte ihn- waö fagen Sie nun? Ter Leutnant, der ein Mann von Selbst, erkenntiiiö war. erwiderte: Ich buchte, er wäre noch kckleckster (Große Heiterkeit.) Solche Selbsterkenntnis haben freilich nur wenige. Nun wird gefordert, der Betreffende sollte über seine Qualifikation sick, beschweren dürfen. Wie soll da» gemacht werben? Ist ber Vorgesetzte einverstanden mit der Qnali- fifatioii, so ist bie Beschwerde darüber erledigt. Ist er nickt ein* icrRanbcn, dann ändert er sie ohnehin, llndenfhor ist es. bah über diese Qualifikation in, Qffizierkorps ganz offen gesprochen werden kann. bt,5 brächte Unruhe in die Offizierkorp» hinein unb eine unhaltbare Disziplinlosigkeit. Ich kann vor folckcn Dingen nur auf das entschiedenste tvennen. Tie Folge wärt übrigens, daß neben den Citalififation»berichten noch andere geheime herliefen. Ter General wurde fick den Oberst heran- nehmen unb ihm sagen: Sie haben ja diesen Offizier sehr icbön qualifiziert: aber wie ist er denn eigentlich? (Heiter­keit? gibt nervöse Leute die würden die Wände lang laufen, wenn sie in der Qualifikation lesen wurden, daß sic neröiKi sind Laßen Sie ba» Softem, wie «6 ist. E» ist begründet auf die ehrliche unb geicdite Meinung wohlwollender Männer, die durch ihre Kameraden beurteilt werden. Etwa» besseres, glaube ick. können wir nicht haben. Ick erinnert an bte Vorgänge in einem Nockbarlanb«. Ich will cv nicht näher bezeichnen, wo bte Qualinkatwiw.Vericktc von andern Leuten gefchrieben werden unc wo die Crwicrr auch noch ihr r ?olitifchcn Haltung beurteilt tverben. Tas führte zu großen Mißständen. Ta kam ein neuer ÄrirgSiuinifter unb ber fand den Stein ber Beifen: er fagte, ick werbe bie Offiziere letzt nach ihrer bienfthcben Cualififation»li|tc beurteilen Tiefen Stem ber Weifen bat>eii wir feit hundert Jan reu gefvrbru. Abg Muc! iningcn ist eingcgangcn auf die staatsrechtliche£: lluiig d-s ' . a lennntficrtun \h kann