Ausgabe 
17.2.1909 Drittes Blatt
 
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Der deutsch schweizerische Mehlftreil.

Ttt ,3übroeübtad4en Horreipcnbenj* narb baut geschnebe : Zufolge der bet Lrell Füßti in Zürich von P. T. heran-.gegebene!' schritt .Tern'chlanv und bet schwerer Weblllreu- wäre leiten« her Reich4reg»erung (3. 70) zfge'tanten worden, in die 1. I«eh - ffafic (rrieuqntfle ;unela^cn zu habe» , btt ihrer Färbung uaur m bir 2. gehörten, die schweizer Unterbdnbler batten (z. M> * "' nicht ahnen können, welche Litrkmrg bte erst 1906 vom beuflcwn Bunde" rat erlassene Eiilluhllchern - Verordnung hinh ttlid)-> Unterschiede« zwischen öen 6 r «eizemnehlklanen nu bte Mühlen auiüben würde; denn ersiklassiges Tiebl sei oor 19<i6 faum m bte Schweiz au4 Teutjchland cmgeiübri worden (un Jnbr' 1908 allerdit-qS übet *5 000 Tonnen, laf: die palike de« schweizer verbrauche«- Ter Toovebzentner crftflaffiae* Ljeizenmedi kostete trnbe 1908 zur MiKhibt in« Ausland von Mannheim 30 l'tU al'o abzüglich bet «,80 Mk. Zollruckvergüttma nur 21,20 OTU ireeit- ilasstge« aber 28^0 , also abzüglich 6,46 Mk., volle 22,04 Mk.

uoer mehr alS erstklassige«. Schon hieraus ergebe sich, bav tut erstklassiges ''-izenmehl r ne uu- mitt besten > 1 T1L |u tu>bc Jer- jährlich an fraglicher Au«suhr emsparc, so muhe bi- Schweiz, um ihre Müllerei zu retten, mmbesten« 1 .zollz.ischlag erbeben. Deutschland zahlte für jährlich seit 1906 mmbesteno ouSae'uhrie 164 000 Tonnen Mehl nach dem TurchschnUtSsi^e von 7 Mk Mr den Tovvelzentner- jährlich 1 1 480000 -ff. Zallruck- nergütungeinemTuYendGrob nr uhlen, des ander« am lieber- nnb Lberrhein, wtewohl mindestens» des betreibe«, »voraus do4 Mehl hergestellt wird, inländisches ist, also feinen (ringanfllioU zu zahlen hatte. Deshalb müfie vom BunbeSral die <1 Vergütung- um mindestens */e ermäßigt loerbcn, etwa um 10 Proz. iolort und nm »vettere 10 Pro;, vom Beginn der die«- whrtgen Ernte ab. Wenn, wie tm Reichstage Ädg^ k( a in p s am <3. d. 2)1. anregte, auch tut die zumeist am, den uhjeehanen seit 1906 jährlich minbefletu audqefubtten 748 000 Tonnen 0>etreibe me AuLiuhrvergümng auf 7« ermäßigt wird, so erspart das Reich lüh-X)360 'Ulf.; denn ti batte 1908 für atisgefuhrte« (?)c- iretbe, Mehl- und Hülsenfrucht- 79 018UüU Mk. .Zoll' rückzuver- guten, trondem ,hm nicht für */, der auSgefühnen ilenge ein Em- qangszoll qemblt ivmden war.

Im Anschluß an oie oorstchcnden AnSführungen feien noch einige Bemerkungen über die Idee bet seitens bei schweizer Bunderbeborde geplante Verstaatlichung deS Getreibehandel« an- qefüßt. Die Bestrcbinigen emc-3 GctreidemonopolS reichen bi» m oie siebziger Jahre zurück, alS die damals junge schweizerische bozialbemokrafe ,m Jahre 1878 die Initiative zur Einführung de. »laatlichen (Getreibehandel ergriff. £ac Lrojc?t wurde sedoch ba­umle vom ta'lke mu niojici Ittehrhcit verworfen. Spater beü sich die l'anbrvirte mit dieser Angelegenheit, die 1895 eine Reso­lution zngnnsien eine« GetreidenionopolS fa&tcn. Tie Heuligen ^ricditei der BerstaatlichungStdee sind die schiveizertichen L'lsiller, die von ben ostjchivcizerischeti Temctratcu wesentliche llnterftiiijung erhalten, mich scheinen sich die Soztaldemokraten wieder für die Sache zu interessieren. Die Befürworter aus diesen buben polar- scheu Parteien vertreten den reinen Sion|uinenlcn|lanbpuntt. Sie wollen billiges Brot. Sic stellen aber namentlich die Verproviantier- ung der Schweiz im Strieß^falle als einen gewichtigen l.6rund lür die Einführung bev Weite.öenioitopoli hin. TaS ift ein Moment, dem man auch in militärischen Kreisen Bedeutung dcünißt. Es ist nun Tatsache, dab nch die Schweiz in dec etwas sonderbaren Xiage befindet, von ihrer (. igeiwroduliiou faum 60 Tage ini Jahre leben zu rönnen, ferner ist die Schweiz arm an Lagerhäusern. Schon ui oricoenüAeuen ist der (Äeireibcuorrat verhältnismäßig gertng- ftifliß. Der ©anbei läßt feine Vorräte, soweit er überhaupt solche halten muh, mit Vorliebe m ausländischen Lagerhäusern, wie z. B. in Alanuhenn oder Vmbmi, von wo er sie leicht nach allen Seilen dirigieren kann. Als vor zivei Jal)ren infoiqc der Schwierigkeiten, die der Transport auf dem Rhetn erlitt, und angeüchlo der gleich­zeitigen Verzögerungen im Hafen von ÜJeiiua, die E-etreidezu'uhr der Lchiveij erheblich beeinträchtigt iDarbe, war die duuatian bald Gegenstano von Beratungen m Behörden- und Jnteref'entenfreisen.

wurde damals von kompetenter Seile erklärt, das» die Schweiz noch faum drei Wochen (Lerreidevorräte hatte. Taß im Kriegs­fälle die Vage unter solchen Umständen sehr beunruhigend wäre, ist bei jener (Gelegenheit Die Ansicht weiter kreise gewesen. Zwar be­sitzt bic Bundesverwaltung eine Kriegsreserve von 100 000 Toppet- zenluer Weizen; allein bei der Störung der Zufuhren auch nur von einer Seite wäre bald da« Vönb am Ende aller Vorräte. Diese Selle der Frage isi c5 wohl, Die das iZetreidemonopol auch in weiteren Kreisen erwäqcnuucrt erschemeii lägt.

vettcichlungcn aus Friedberg van einst und jetzt.

In her in Fru?.erg abgrhalten.n Hcrnplversammlung de« Bercins für Lemuitpflege wurde betont, daL Ältc, baJS sich bewährt hat, nicht zu stürzen, loiibcrn nur mit neuem Geiste zu durch- bringen unb c» sv der Neuzeit zugänglich zu machen. Diese Ge­danken rolluebni sich un Laufe der Jahre gar oft von selbst. Vergangenlieil unb Gegenwart, einst nnb jetzt, Tage bet tfinb- heil und Nlauncsaltcr, weich' Gegensätze zeigen sich da, wie viel ist her Vergangenheit anhernt gegeben, wie viel unsrer Lieben deckt Ik i Erdhtgel, welche Meinungen, auch un okbilbc einer Stabt. sind cingcticten. llnb sind es von der Spanne bei Ewig­keit mn 30 Jahre, bic wir im Geiste zuruchcheveiscn, welche Veränderungen bieten sich beut menschlichen Auge bar! Srnb sie in gutem Stimc ausgefallen, \o denkt man gerne an bic <3eit Inner Jugetch unt» ihrer C'ehtäudr zurück, aber man freut sich uid) am jetzt, am '.Venen, ist stolz daraus, alles miterltbt zu Haden.

Diese Gehonten drängen sich einem unwillkürlich auf, wenn man nach 30 jähriger Abwesenheit bic lieb geworbene Heimat wieder schaut, den £rt. wv man vom Muttermunde da5 Stamvieln lernte, die Straßen durchwanbert, ut Denen man der Kindbett fdjfnftc Tage pcxlcbtc. Da steht sie noch bic alte Burg mit ihren hohen Felsen unb Manern, an denen wir so manches Hosenbein opferten. Lieber Adollöturui, alter Sturmgesclle, Geschichten her

Insassen deiner Zellen, vom Baker an langen 'Smletabenben crvcW.t. haben mich ;uerst Gruieln gemo6t .1 uch an brr ist Die Heuzert nicht spurlos Darüber gegangen; neue Turme nach Nürnberger Art baden dein Aeußcres tn ein besseres Licht gesetzt Auch bi- Burgkirche ist b*m Jlnnfninn ang vaßt' sie bat ein Mii'xd IKcib nrt rotem Berotz bekomm« -7hr gegenüber eine ^^erunq, die durch Anschluß an baS start ä3aiicrtt*:rf 'cbon rr-eocr alt geworden ist - der Las'crNtnn Eüelch er-icmrvoller Tag anjangtz der 80. Jahre, als er unb die Saffertrintng brm Lerkehr übergeben wurde. Schulfreier 'lackmrrNag der Lehr­anstalten, probieren der Hydranten durch bie Feuerwehr, Ab tfafrung V-Cer ckifsenrücher Brunnen zam großen Bedauern her weiblichen Dienstboten, vor allem aber 5er'(fmnnbcn der mächtigen Vassersässer unserer Brauereien. ES gehörte $u einem Stück Friedberger Lebens, Tag für Tag bie umfangreichen, roten Z-rÜer, gezogen von starken Pferden vom Städter Deg nach den Srauemcr. obren zu schen. Tie Pferde immer im selben -Schritte, nur wenn bte iyeuerhorner bltcfen, und b:e Slurmglockcn ertönten. Da s-tzwn sie sich in Trab, um die Spritzen mit edlem Nnst » eben zu können. Tempora mutantuc.

Ter heilge Georg auf seinem Brunnen grüßt noch wie früher von feinem Standort auf den stillen weiten Paradeplatz herab unb stellt wehmütig Betrachtungen an, warum das Wasser gu wenig ist, ba4 sich aus seinen Nobren ergießt, das üppigen Gras- wuchst' tm Sommer zu viel. Auch das Großh. Schloß, ein Bau der Svätrenaissance, ist unoeränbert Ta auf einmal 33er- tretet der Neuzeit, lebensfrohe Gesichter au5~ ben Pforten deZ Lehrerseminars bommenb. Lier ist überall JortschrM zu km-- tatieren. Wohl sind bie alten Gctzüude gtblieben, nur bai- Gärt- nericte Laus, das Jahrzehnte lang bic Seminanstrti mit leiblicher Nahrung vcr>el)cn hat, ist verschwunden: sonst ist vieles der Neu­zeit angepaßt- Von den Lehrern vor 33 Jahren ist nur mxb einer an der Anstall tätig, der tn körperlicher unb geistiger Frische noch rüstig den Taktstock ,'chwmgt; bte anderen teils tn anderen Stellungen, teils im Ruhestanb, teils da, wo ein Zurück Nicktt mehr möglich ist Schon in brm Umfang des Schuler- bcftanbc5 bedeutender Fortschritt, damals ungefähr 100, jetzt an­nähernd 200, einst 3 Klassen, letzt 6 Älasfen. Neue Lefepläne sind etngtführt, alle lLinrtchtungen sind mit dem Geist der Zeit fortgei(trittcn zum Wohle unserer BolkSschulem Tin Bild aus alter Zeit, zwischen Lehrerseminar nnb trüberem Lazarettbau stehend, grüßt aus vergangenen Tagen zum Abschied aus der Burg, das schlichte Tcnfmal des früheren Seminarlehrers Peter Müller, dessen liebliche Melodien ^Sckwne Aehre, du mußt fallen") noch lange int Lcrzen des BolkcL wctwurzeln werden.

Tre ziaiserstraße, die altebreite Straße", ist beim ersten flüchtigen Anblick dieselbe geblieben, unb beim näheren Beschall en ist doch vieles anders. Wohl stehen noch viele der alten schiefen Läufer: aber nur wenige sind zu zählen, an denen nicht Skt-

» c lmnen sindi Erhöhte Fuß 1

Großstadt Ehre mad^cnb, bieten sich dar. Manche erkennt man nieder, vieles ganz verschwunden, recht vieles modernisiert. Ta ist in der 'Juilx der Freiheit da-.- Nathans, dec S-itz der städtischen Verwaltungen, das durch Bergrößernng den letzigen Bedürfnissen genügt. Aus seinen Türen sieht man bic behelmten Lckiunleute rommen, während früljer zwei mit dem alten Bonaparte benebenen Pvlizeidiener zu schauen waren. Txi grüßt dar alte LutHerlMns, in dem Luther bei seinem Turchzug von Worms übernattztete. Und nid t weit davon ein großes Gebäude mit sdwnen Läden; an seiner Front ein SchildGroßh. Landelokammer Friedberg".

Fri db< r jci wohl bekannt. Mit ihrer Berlegnng tn die VÜibc des Bahnhofes ging ein Stuck alt Friedberger Poesie verloren.

morgen» unb abeno die Land posten ein trafen oder abgingen, meint morgens und abends die Landvosten ciutraien ober abgingen, h>*nn

t jftfäm Heus", welch t den V rt» h

Bahn und Post aufred erhi lt der Umgebung durck - nn- ersetzti TaS sogenannte Dämchen b.ui- auch eine historisd.c Bergangenheit, indem t"- mit einen Oiießener Postsd>affner auf den Schladstseldcrn Frankreichs war. Letzterer kam nicht wieder, unser M'ärnd.m hatte noch lange das Pergnü«ien, im Dienste Stephans tätig zu sein. Au dz das gegenüberliegende alle st'ioster hat einem Neubau iiKtcßen müssen. In der Ferne minTt die Allee mit ihren Helten, auf denen wir einen großen Teil des Tages im süßen Nichtstun die Zeit verschaukelten. Sic ist nod> die Allee geblieben, nur verschönert durch das striegerdenkmal, den im Felde gefallenen Söhnen der Stadt zum Namen und sein Aussehen behalten. Wi ift noch bic alle Blindenanstalt: man meint unnillkürlich denBlindcnsdiäser", de» satllen freundlichen verrn mit seinem sdvvarzen stäppchcn aus dem oberen F-enster f(hauen zu seh^m Er ist fd»n einige Jahre zu seinen Bätern versammelt, und auch bie Blindenanstalt selbst wird in Kürze von der Sübflädtc verschwinden, uni durch einen Neubau an andere Stelle ersetzt zu werden Auch die Taub­stummenanstalt. an der einst Roller wirkte, hat sich nicht ver­ändert. Mll diesen Gebäuden hörte damals bie staiserstraße au unb jetzt überall Neuzeit, neue Straßen, moderne Häuser, neues? Stadtviertel, wohin das Auge schäm. Tier alles letzt noch zu bcfiduigen, find oer Eindrücke zu viel, zu gelegener Zeit sollen auch sie zu ihrem Reckue kommen Auch die allen, licoen Nebengassen mit ihren trauten Winkeln sind nickst vergessen, auch ihnen wird gedacht »erben.

(hnü Und jetzt - Bergangend^ir unb Gegenwart haben uni manch: Aenderungen gebracht: em>?s bar k?rn einst unb letzt burchgemack: e> ist konservativ dir au» den heutigen Tag ge­blieben : e5 ist un> r a: onalgetr nk, dar. ebne V.'?alpatrrot zu »ein, wobt hier in sonst kaum erreichter (Wüte vcrabrricht wird bet Apfelwein. Ihn tu loben n notig, feine Göke sprach einst mr ihn selbst unb tut eS auch letzt noch________________

Vic Dame in Kunh und Mode.

AussteNullgtm-ohcnzoltern-ttunstgewerbe- HauS, Aerlin 190H.

Tamc fein heißt: Stil tiabrit. Stil haben heißt: selbstverständlich das tun, sagen und wählen, ipay dem eigenen Wesen unb den Bedingungen des Lebens enU pricht."

Diese Worte von Fritz Stahl, die dein Katalog der Ausstellung beigefügt find, stelle ich an die Spitze meiner Besprechung. Tenn es scheint mir notwendig, euic Defi­nition derTarne" zu geben, um den Drnußenstehenden in die Ausstellung einzuführen. Ebenso möchte ich-aus ben Unterschieb zwischen Frau nnb Dame binroeijen.

So wenig eins daS andere ansschlicßt, so Hal eS dock diese LluSstcllung speziell mii derDame" zu tun. Sie ift es, die mit ihrem Geschmack unb Stil bie Form des äußeren Lebens verschönert unb ihm einen feinen ästhetischen Wert verleiht, während da- Ziel einer edlenFrau" dahtngeht, mit Ü)rcm Einfluß das Leben seelisch zu vertiefen unb zu erhöhen.

In dieser Ausstellung wird uns alles gezeigt, was in bas Reich einer Dame gehört vom Leinsten bi» zuru Größten. 2McS was Kunst. Kunstgewerbe und Industrie hervorgebracht Haden, uni sich in den Dienst der Lebens- fultur unb des Luxus einer Dame zu stellen, ist hier zu einem reizvollen Bilde vereinigt worden. Mit Diel Geschmack unb außerordentlicher Grazie ift alles arrangiert worden Be- sonders hat man es zu vermeiden Dcrftaiiben, durch falsche Plazierung einem Gegenstände feinen intimen Reiz zu nehmen. So ist schon bie Ausstellung an sich ein Kunst­werk in dekorativer Hinsicht.

Was eS alles zu sehen gibt, ist kaum möglich, zu sagen. Auch ist es schwer, allem gerecht zu werden und aus bei Fülle der Erscheimmgcn alle- or.: nur in bunter Reihe einiges aufgezühli wie Möbel, Bilder, Kleider, Hüte, blendende Spitzen, glitzernde Seide, Schm stücke, Hmidschul;e, Fäck-cr, Schirme, feines Sckmh- werk, Wäsche, Handtaschen, Hutnadeln, Gürtelschnallen, Briefpapier, Besuchskarten, eben alles, was zu den Lebensbedürfnissen einer eleganten Dame gel Biele (Wegenftänbe sind dem Privatbrsitz von Damen der Gesellschaft entnommen und erregen dadurch beson­deres Interesse, so bic Gegenstäubc. mit denen bie Kaiserin, die Kronprinzessin, Prinzessin Eitel Friedrich und Prinzessin August Wilhelm die Ausstellung beschickt haben. Bon der Kaiserin sehen wir zn»ei nmndervollc alte Fächer. Die Kronprinzessin hat einen ihrer großen Hüte ausge­stellt, bei dem es un* vorkommt, al- müßten wir darunter auch das liebreizende Gesicht der hohen Frau erblicken. Es ist ein bezaubernd schöner mattiofa Hut, bedeckt mit einer Fülle gleichfarbiger Steihrrfedern, die bei zedem Lust- bauche in Bcivegung geraten. Der feine Spazierstock und die elegante Spitzenjacke ui*rlijrpcru uns auch die Anmut ihrer Besitzerin, bei Prinzessin Eitel Friedrich, wahrend uns von dk c Prinz« ffin 21 gi bestickte Zionrfchlcppe gezeigt wird. Daneben sind auch von hohem Reize bii -

Tilly Walbegg. Es sind 2d)öpfungen von laqnin ir Ban v Eine schwarze Besucktstoilette befindet sich dabei, dir, im Directoirc-Stil gehalten unb ganz mit länglichen, jhufiat Perlen bestickt, sich herrlich der Gestalt her Trägerin an- schmiegen muß Auch Frau Julius Meier -i^raese zeigt uns ein Soir^elleid von großer Eigenart ans schwarzem Eröpc bc Ehine mit '.'Applikationen und Handstickereien itad) dem Entwurf von Maurice Tufröne-Pans. Ju den meiste» der ausgestellten Toiletten gehören auch bic passenden Hüte, Hanbschuhc, Strümpfe, Schuhe icdcs ein Kunsnverf für sich, ans feinstem unb zartestem Material hergestellt. Nach dieser flüchtigen :ttundschan ist cd nun von großem In­teresse, auch bic Interieurs kennen zu lernen, )dd all bic tausenb öegenfuuibe ihren richtigen Platz gesunden haben. Einige sind schon früher gezeigt worden So her Teeraum von Mrs. Eucuel-Tscheuchner-Berlin. Wir sehen hier rot- lackierte Model unb Teetische mit ausziehbaren Glas­platten, bie mit Mustern japanischer Schablonen bemalt sind In biefem Raume ist alles vom lapanischen Geschmack beew - slußt und sehr zweckmäßig unb nwbem übertragen worden- Hier in hem roten, gedampften Licht muß es sich wunderbar

Pie Entartung »er Parftdlungstiinft bcbdnbdt Permann Bang tm Februarheft vonNord und Süd". Air Lntnevnen dieser Untersuchung einige <tapitef, hir allgemeine- Interesse tnwtten bürsten

L

Hute .'rtedergangszcir ist nu bic Schauspielkunst angebrochen Der in den letzten huifjebn Jahren bie Theater verschiedener Sprachen unb (gemein)oefen geseden hat, kann nicht umhin, das TU konstatieren Air sind in einem Wellental, unb die Dar Kdlung^flabe ,st geschwächt.

Die Gründe- find -.ah.reich nnb »nimist Grunde deS Lebens D«rS mobernc Velxn selbst raubt bei Schauspielkunst langsam, aber imjoibexfoetlid) ihre AusdruckSmittel.

Denn das im ersten Augenblick wie ein Panrdoron Dingen mag. wird sich doch für den. her es luiber unterfucku, als voll- fbmmen wahr erweisen, llnb während bie wirklichen Gründe des Niederg-ingS der Schauspielkunst bargelegt iverben, wirb man auch gotu verft» h n. wie ernst unb wie tief eingreifend bte Krise ist Bielleidn wirb UR1 dann dieses BersiändniA audi dazu führen, bie neuen -Segc zu entdecken unb zu bahnen, bic allem zur Aiebcrgcl'iirk und zu einem neuert "tciduum einer nun st führen können, bie ou hüchstr ber Künste ist unb bleiben soll, lotU ihr Mittel da» bMjt? ber Mittel ist: bet menschlich: fkörper selbst.

n.

Ta» moderne Leben ist auf Maschinen betrieb emgerich«. Die Fabick unb die Massenproduktion st sein Z.ek unb sein Svmlwl. '.Hucb die -i-.,>>> - : ber Mense n < <:t er.: bem

C'm ber u al> <">: iTct oor bei der bei ein .raue TeU n;r, i. - . .

wie her dritte unb der dritte wie ber sievenhundertneununb- dreißig str

Tie sich beft mbig aufbreuenbe Bildung bie allgen» uie unb gemeinsame Aufklärung: bte qemeinitrme Lektüre ^bt< mehr unb mehr Zeimngslcllüre ivirb); bic durch stets zahlreichere wziale Gesetze glcichförniige Ttadvi: zusc.mmcnjli:ßenbc üktpobnlkitai; selbst ber immer meiler verzweigte 'Soblftanb, der für stets mehr unb mehr Menschen Gleid.stcllung schafft alle5 trägt botu bei in der modernen iScsettschaft einr immer wachsende aus re Gleich beit bervorzudringen

Die öußccen Ungleidibcitcn der einzelnen Menschen ver- schrvinben, und selbst bie Sonberzeichen der 4rafc oder berFrchert' venvischen sich. Die Zünfte sind aufgehoben Dir Tausende gleichen den Zchmauscnden unb die Zehn tausende aus nn x?aar ben Lunderttausenden.

Tie Bewegung wird um so stärker, al- bi' dost der Zeit, in der alle in dem Kamvf unb ber Jagd nach äußeren Dingen mittun müssen, dem Einzelnen wenig Zell unb $haft l'-m, feine innere 'StlbfLutbigfeit unb Besonderhrll zu pflegen.

Darum wirb, wo alle einander g'cich n. immer mein unb mehr auch jeder Einzelne «ulen gleulvn. Xie Million, rn brr alle einander gleich.n, uoerroinoet unb verschluckt ben Entzem-n. der nicht wagt, irgend einem Sonder wesen allein hervor zuttelen.

Die Furcht tvr ber (SmfamTci:, vor h m La n, im» dem Lächeln und dem Svott rangiert ihn in bie L^-g'-vn bx Millionen ein.25ir eignen uns alle ein gemeinsames '-.kirn nnb eine ge nremiamc Schutzwehr an.

Äder d ejes gem.üifantt Seien rot:b nafurnohrinbt«] nntonig und grau, well a » xm einigen Bestreuen aller hervor) gangen ist: ..Nur ja nicht abstechen."

Air befleißigen nns einer Glei-r-förnngkcit, ui der alle- still ist unb nichts Llnn machi Tenn Xarw erregt Aufsehen

Wir eignen uns ein Lesen an. ans dem olle stärkeren brudsi formen aus geschloffen find.

Sir 'chrSnken - ohne eS zu totilen unb umrillKirlich unsere Bewegungen nn, bte seltener unb klcincr werden, wir benützen ielbst unsere Stmwie Vorsicht, unb mir iprvdrit ohne Laut, ohne Maimigjalngkeii und ohne rhMhmijchen Wechsel. Dir vermeiden die Lebba'tigkell be5 4*f**ii(ht4<ni*bru(f* und jede« allzurajchen Umschwung.

All do- tun nm alle zu ictet Stunde und toben Tag, unb daS Leben selbst verlöscht uub verwischt so all boe, was das einzige Au^ruckomittcl her Scha dwelkunst ist

Unb mitten in oiefem Leben lebt der Schauspieler selbst

Er bat auf gehört, einer Kvstze anzuqebören. dirGesellscha^ bat ihn längst akzevtiert, imd er verbrmm sein» bthiafuben unb gut entlohnten Tage mitten in bem bürgerlichen Dasein, ba-5 die Nittel feiner ihrnft negiert unb aubrotlet, diese Mittel, b«e er ün täglichen Leben als Mitglied btt modern n Gesellschast allmählich selbst verleugnet.

Aber--wenn der _ chausm. >er öduu auf der Bühne steht,

L-enn er beginnen sott, feine riunst y.i »ben, bann hat et ihre aubbrud4iormrn »ergeifen. Durch bte Cewohnbeit bei £-beni ! at er sie vergessen, und seine Nittel stehen ihm nicht mehr »u (Gebote.

Er, bet mir durch dic Nonnigsall bet Stimme, her Mümk nnb der Bewegung'n zu unb sprech.a fami, bot b:r Mannih« Uiißfru pftgeiien unb sagt nn» n-dkt mehr.

foier u-urze.i bet .'a^bergang per idtau'i' kunst, und hi^r bat er feinen Ursprung

Ader baä wirb von den wenigsten verstanden.