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16.11.1909 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umsajzt 10 Seiten»

Schutanarfce

ein Kampf mit Auf stän

Dem -rutsch-französischen wirtfchaftrverei

inniqen Berlin, 15. Md. X)cuie sand in '2Uuccjen^U t>on $er- Bohcn- tretern des Ellenbahnministerinms und des Auswärtigen ümtä

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-ollern und $)aböburg, deren JHeidjc durch eine alä uneyuijutur» lich erprobte Bundcsgenossenschaft nun schon ein Menidrenattcr hindurch verknüpft sind, ein weiteres Band von höchstem Werte, das gleich dem Bedürfnisse zur lleberlieserung geworden ist. Wie der ehrwürdige Herrscher der Habsburgischen Atonarchie seine freundschaftliche Gesinnung von dem ersten Hohenzollern- kaiser aus den Sohn und den Enkel des großen Ran er5 un­vermindert übertragen hat. io ist unser regierender Atonarch von treuer Verehrung für Kaiser und König Franz 3to|ci bcieclt und mit dem Erzherzog-Thronfolger durch r!ttcunbfchaft und Zuneigung verbunden. So wird auch der gegenwarNge Auf- enlhalt des Erzherzog-Thronfolgers und ferner hohen Gemahlin auf deutschem Boden ein neues Glied in der Reil)e der Ge­schehnisse bilden, die das innige Verhältnis iroiidien den beiden Herrscherhäusern den weitesten Kreisen offenbar machen.

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wand freier Seite ausgegangenen Meldimg steht das Schlimmste zu erwarten. Björnson vollendet am 8. Dezember sem 77. Lebens-

igssehene Chemiker der ,DE1TE in Berlin, dal es sitzt,

r Seife und Soda, hr anzugreifen.

iet Ist Hoher tote ische verwendet werden in denkbarster Weisej ist

Leite Kreise der deutschen Nation erblicken in dem innigen und vertrauensvollen Verhältnis der Herrscherhäuser

Deutsche» Neich.

Di- Reichstags-Stichwahl im Kreise QandSber^Sol- bin ist aus den 22. Nvoenrber festgesetzt Norden

>e und völlige sigkeit.

Id nur 25 Pfennig, waren- und Seif engelhaften. Co., Köln-Ehrenfeld.

Gebirgsbatterien gehen vorläufig an die griechische Grenze, um den Uebertritt von Banden zu verhindern.

Aus Sydney bericijict man: In einer Ätinferen?, btt. Grubenarbeiter unb anderer Genxrkschaften wurde eui|tun» mig beschlossen, unter Anw-endung aller legitimen Dcitte! eine offene Kon serenzder GrubenbeiiBer und Grubenarbeiter herbm- zuführen. Sollte dies feinen Erfolg haben, so wollen di- Gewerfe ,chatten die Regierung austordern, den Betrieb der Bergwerke selbst in die Hand zu nehmen. Alle Gewerkschaften haben Vorbereitungen getroffen, um, wenn notig, in den Ausstand zu treten.

die zweite Generalversammlung des deutsch-sr an- zösischen W i r t s cha f t s v e r e in s statt. Einstimmige An­nahme sand eine Entfcksticßung, nod) tpeldjrr der Skreui ö Jur eine LoyalitätSpslicht der Regierung halt, die Mo,el.^.aar- Kanalisierung zur Durchführung zu bringen. Weitere Be­handlungen betrafen das neue deutsche We i n g esetz und ben dimrsds-scanzösiichen Weinhandel. Beschlösse betrafeii n. a. Der- einheitlichmig und Verbilligung der Analysen, Mine d.e Nach^ versteuerung'dcs ftanzösischen Champagners, gegen die nöti^ tts bei dem Bundesrat protestiert werden soll; sie wurden ich der Fadrchmmisiwn für gewerblichen Rechtsschutz überwie.cn. Schließlich nahm der Verelli Vorschläge über eure MitlagSverbiw- Dung Frankfurt-Paris entgegen.

Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Eine Neuverpachtung des Düsseldorfer Stadt­theaters findet, wie wir bereits vor längerer Zeit mitteitten, ab 1 September 1910 statt. Da nun das von Direktor Gustav Lindemann und Luise Dumont-Lindemann geleiteteSchau­spielhaus", das bekanntlich keine Geschäfte macht, von einigen reichen Gönnecn erhalten wird, so bestehe von dieser Seite her Plan, beide Thea ter zu bereinigen und un jegigen Stadttheater nut Lpern zu geben. Im Wettbewerb für den Bau eines Stadttheaters in Bremerhaven wurde der Entwurf des Ard'NLklcn Professors Martin Dülfer in Dresden ein- stimmig ale Unterlage für die Ausführung empfohlen. Franz Lehars neue OperetteDer Graf von Luxemburg" batte Lei der Uraufführung int Theater an

einen vollen Erfolg. Eugens Alberts neues Musildrama ,Lzeyl" wird im Frankfurter Opeinhaus bereits m der er Mu Hälfte des Dezember zur Aufführung gelangen.

Si1" fctasi f

^vkalitaten.

80 tzsg. bendkartc. ?.

en für uns 31,SLctt

p.* f1, H>, ftön?eiellf^i joonitr. 161.

rkusland.

In der französischen Kammer fragte Weber den Krirgsminister wegen des Todes eme5 Soiöafen nt Afrika, der inchU>e schleaster Behandlung gestorben semi soll. Der Kr.euS- muiister antwortete, der Tod des betreffenden Soldofen fet uiTvlge von Kongestionen ein getreten. Er waä>e stets darüber, dasj bei den ajrikanisciien Truppen feine Misthandlungen vvrkamen Tas Haus nahm mct 341 gegen 131 Stimmen die ein,acht TagrSordacung an und cuna dann zur Budgetdebatte über. . t .

Ter PariserSiöcLe" weist in eurer auS Kairo batrertex Dopes d>e auf die unter den ägyptischen Offiziere n Herr- clxmde Bewegung hin, welche eine Besserung ihrer nwralischcn und materiellen Lage an streben, und sagt, daß diese Beivegung ür die Engländer.ernste Schwierigkeiten zur Folge haben konnte. .. , ,.a ..

Der s panische K r reg Sm i n i ster hat Journalisten mtt- geteilt, dast er ans Äfelllla eine Depesck erhalten habe, nacy nKlüjer die Rifkabylen von Dtador sich dem General Marina

Kleines Feuilleton.

Professor Philipp Schmitt in Darmstadt t. Eine der hervorragendsten Persönlichkeiten im Darmstädter Musikleben, der Gvoßh. ÄBrsikdirefeor Prof. Philipp Schmitt, ist in der verflossenen Nacht im Alter von 83 Jahren aeftorben. Der Verewigte, der am 21. Dezemoer 1826 als Sohn des Hofnrufikmeijters Schmttt in Darmstadt geboren wurde, hat Jahrzehnte hindurch als Lchrer und Leiter der von ihm begründeten Akademie für Tonkunst" gewirkt und einen ma «Webenden EiNslust aus das musikalische Leben ausgeübt. Phll. SckMitt kehrte naa) viehrfährigem Musirstudium in Stuttgart wieder nach Darmstadl zurück und errichtete, nachdem er einige Jahre aL erster Geiger in der Hvfkapelle tätig gLwesen war, im ^alTrc 18ol eine Musik­schule, die schnell emporblülste.

Lucas oder Vinci? Die Untersuchung der von Ge- Hermerat Bode für das Stauer Friedrich-Rtuseum in Berlin angekauften Florabüste mit Röntgenstrahlen ergab baJ voll- fcurmene Fehlen festfaseriger Stoffe. Geheimerat Bode mrstl dieser Feststellung Wert bei, weil der engliscl)- Bildbcmor Lucas von dem bas Werk nach Ansicht mehrerer Gelehrten herrühren soll, nadsweicstich die Gewohnheit hatte, zum Ersparnis von Material das Innere seiner Bilder mit allerlei wertlosen, von außen un- stclstbaren Stoffe auszufüllen.

RoheMilchalsSäuglingsnahrung. JnLeip- & i G wurde eine Erfindung von weittragender Bedeutung von dem dortigen Privatdozentm Tr. Seiffert gemacht. Nach lahre- fengen Forschungeii fand er ein Verfahren, um rohe Much durP Belcuckstung mit ultravioletfen Stahlen keimfrei zu machen, so dast I^St ungetod)te Milch jedem Säugling unbedenklich gereicht werden darf. Seiffert gibt bereits seit längerer Zeit an Säuglinge ber Unwersitätskinderklinik auf diese Weise kermfret gemachte 'Milch mit vorzüglick)cm Erfolg.

UeberBjör ns vns Krankheit geht uns aus Paris

wlgcnde Mitteilung zu:

Paris, 15. 9kv. Ter Zustand des Dicksters Björnst- lerne B j ö r n s o n, der vor einigen Tagen hier cingetroffen ist, dal sich nt überaus besorgniserregender Weise verschlimmert.

, Ließ auch das Befinden BjörnsvnS in der lchten Zeit sehr

vLl zu wünschen übrig, so schien es sich doch nach seiner vnfunftin

bans etwas gebessert zu haben. Äcach dies« von durchaus ein*

fahr. .

Ein klassischer Briefwechsel. Die bei E. G Boerner in Leipzig erfolgte Versteigerung von Autogrammen aus den Sammlungen von Start Gust. Wenzel in Dresden und von Karl Ullrich wies neben zahlreichen Briesen von Korners Vater, Schiller und Goethe auch einen besonders interessanten Bries aus, der von Goethes Enkel Maximllian Wolfgang stammt und einen der denkwürdigsten aller Brieswechsel, den zwischen Schiller Goethe geführten, betrifft. Sein Inhalt aber stcot in einem sehr merk- würdigen Gegensatz zu der im llassisa-en Zeitalter vielgepriesenen Pflege der Pietätsgefühle, beim m diesem, aus Jena vom 12. Mai 1808 datierten Brief der also nur drei Jahre nach Schillers Tode abgesaßt wurde schreibt Goetl-es Enkel folgendes.^An Direktor Gruner in Jena, Die ttessliche Frau Majorin L>erre hat die Güte gehabt, uns mitzutellen, dast Sie auf bet von Ihnen beabsichtigten Reise nach England, geneigt waren. Sich für den Ankauf der Autographen des Brie,Wechsels zwistyen dem Großvater und Schiller seitens des Brittschen Museums^ zu in­teressieren Tie fragliche Angelegenheit beschäftigt die von ^(billcr- sche Familie und die unsrige nun schon so lange, und bisher stets ohne Resultat, daß es für uns sehr ersreulich sem mostte, wenn sie nun günstige Lösung sande Den Gegenstand des Ver­kaufs bilden die gesamten im Besitz beider Famllien befindlichen Originale jener Eorrespondenz, und würde cs unser Wunsch seyn, eine Summe von eintausend Pfund Stcr.ing erreich n zu können.. Aus diesem unerfreulichen Briejhandel wurde nichts. Die Land­schristen der Briefe gingen später in den Besitz des Buchhändters Cotta über; sie befinden sich jetzt im Schiller-Goethe-Archw ui Weimar.

_ Türkische Sprachreinigung. Aus Konstan­tinopel wird geschrieben: Die moderne Türkei strebt gegen­wärtig den demokratischen Anschauungen wieder zu, die ihre mrkotartarischen Begründer gvost und mächtig gemadst haben Jetzt soll auch die türtifdx Sprache von fremden Einflüssen und Bcstandteittn gereinigt und ihr die ursprüngliche Eigenart wieder­gegeben werden. Da es nämlich in der Türker keinen Geourlsabel gab, unterschied sich die herrschende Kaste vom Volke nur durch die scholastische Kenntnis des Islams unb bar persischen Literatur. Diese Kaste schuf unter Entlehnungen aus der persischen Hofsproch« und arabischen Sprache eine neue osmanische Verwaltunas- unb Literatursprache. Dieser schwülstige Hof- und Lanzleisttl wurde

unterworfen hätten. ,. u

Der König vo n Portugal ist am Montag nachmittag 3 Uhr 40 Minuten in Windsor eingettofsen. Ter,^rger- meiftcr überreichte eine Adresse, in der auf den vor fünf <> obren erfolgten Besuch der Ettern des Königs Bezi^ genommen und die Hoffnung ausgcsprvd)en wird, der fetzige Besuch möge die fett JahrlMndcrten bestehenden freundschaftlichar Beziehungen znnsd-en ben beiden Säubern noch weiter festigen. , .

Llättermeldungen aus Konstantinopel zufolge hat bei Muntefip im Wilajet Basra ein Kampf mit Ausstan- b i f d) e n stattgefunden, denen sclevere Verlufte beigebracht wurden. Auch die türkischen Truppen verloren einige Mann.

Aus Saloniki wird gemeldet: Vier Bataillone rrnd zwei

nad) Ofenpest zurück.

Wien, 15. Nov. Die Audienz des Ministerpräsidenten Dr. Wekerle bei dem König bemerke t/4 Stunde. Darau tonf eriezte 'Sr. 2Sctcr1e mit beri Mindern Grasen Andrassy, Zichy unb ftof(u11). Tu ZBeieile erklärte ben Verrietern der Presse, daß die Verhandlungen t»rt- gefetzt würden und daß heute noch kerne Entscheroung er- totgt sei. ----

von der Hofjagd in Letzlingen.

Ter Berliner Vertteler derNeuen Freien Presse^ meldet seinem Matte: Freitag früh fuhr die vom Kaiser gelobens Jagd- uidlidiaft nach Letzlingen. Tie Berliner Gäste jichrmi vom LtSbamer Bahnhof ab und beftiegen in der. Station Wildpark icn kaiserlichen (Sitrajug, in toeldyem sich Kaiser Wilhelm, seine Löhne mit Ausnahme deS Prinzen August Wilhelm, der lern ^äaer ist und der Erzherzog Franz Ferdinand befanden. Alle satten die deutsche Hofiagdunisorm angelegt, auch der Erzherzog, m eine Hosiagbunisorm am Wiener Hofe nicht existiert.

Rach der Ankunft im Sck)losse wurde das frühstück emge» smnnieir Von Letzlingen begab mau sich ins Jagdgelände. Ober- äaermeister Heinze, der zu Pferde war. wies den Jagern ihre Aätze an. Dm besten Platz erhielt Erzherzog Franz ö^rbuianb. li begann ein Lappenjagen aus Dauuvild, bei welchem das taabgcbiet durch au,gehängte Lappen eingehegt ist, um bad Wild un Ausbreckeu zu verhindern. Das Treiben dauerte cuw Stunde, --ach ihm wurde die Sttecke hergestellt unb besichtigt. Hierauf (ehrte man ins Jagdschloß zurück, wo am Abend das grobe 3adbbiner flathanb. Bei diesem Tiner kreiste der g r 0 ß e B e ch e r xn Friedrich Wilhelm III. geftiitet hatte, unb aus dem jeder mnlen mu&, der zum ersten Male auf dem Jagdjchloß Letz- lingen weilt. Der Becher, der mit Champagner gefüllt wirb, ist m ein Hirschgeiveih derartig eingeschlossen, daß es für den Printer lebt schwierig ist, ihn zu leeren, ohne sich zu begietzen. Alle liejemgen Mitglieder der Tafelrunde, die zum ersten fDcale ui Scölingen waren, mußten nun ben Bech e r vor b e m iaiier stehend auätr in ten. Zuerst der Kronprinz von Hriechmland, bann Prinz Oskar, dann der österreichi,ch-ungari,ä)e 'Botschafter v. Szygyenyi-Marich, der Reichskanzler, der Staais- fthelär des Reichsrnarineamtes v. Tirpitz usw. A/ie Ver­lache der Herren, den schweren Becher zu be- meistern, gaben Anlaß zu großer Heiterkeit. Erz- itnog Franz Ferdinand brauchte aus dem Becher nicht zu tnnten, la er bereits frütjer in Letzlingen gewellt hat. Trinkjprüdst mürben nicht gehalten. . ..

Rach der Tafel wurde harten gespielt. Der Kaiser soielte Skat, an seinem Spieltisch saß der kommandierende General v. Kessel. Der Kronprinz spielte Bridge, zu semen Spiel- «enosjen gehörte der österreichisch-ungarische Bopchafter. Erz­herzog Franz Ferdinand, der selbst nicht spielt, be­schränkte sich darauf, zuzuschauen. In der Nacht wurde das Jagdschloß von einem starken Sturm umbrauit, unb als man am nächsten Morgen zur Jagd aufbrach, sah man~ im Walde Hunderte von entwurzelten oder sonst besd)ädigten föäumen. Am zweiten Tage fanden zwei Jagden statt: eine auf Wildschweine imb bann abermals ein Lappenjagen auf Damwild. Bei allen drei Jagen erlegte der Erzherzog Franz Ferdinand 360 Stück Wild. Er tat nicht einen Fehlschuß und fand wegen feiner (Schußleistungen die allgemeine Bewunderung der Jagdgejellschaft. Äährknd am Nachmittag nach der zweiten Jagd die Strecke zurecht oemacht wurde, versammelte sich die Gesellschaft um ein Jagd- feuet. Hier zog der Erzherzog Franz Ferdinand ten Reichskanzler in ein Gespräch, das über eine ialbe Stunde währte und sowohl wegen seiner tanaen Tauer, als auch wegen der sehr freundlichen und angelegentlickien Art, in roeldter der Erzherzog mit dem Reichskanzler koiwersierte, dlgtmein bemerft wurde. Am Abend fand abermals ein Tiner mi Jagdschloß statt, nach dessen Schluß wurde die Rückfahrt an- getreten. ,

Kaiser Wilhelm, der während der Jagd in Letzlingen erfuhr, daß der österreichisch-ungariiche Botsckstifter Herr v. Szogyenyi- Narich vor einigen Tagen seinen Geburtstag gefeiert Hai, über­reichte ihm ein goldenes Zigarettenetui, bas in einem Rahmen ton Brillanten das Mebaillonporttät des Kaisers trogt, als nachträgliches Geburtstagsgeschenk.

*

lieber die persönlichen Beziehungen des Kaisers zum Erben der Habsburgischen Krone sagt diefJlorbb.

Vie Reise des Kaisers nach Vaden-Vaden.

Kiel, 15. Nov. Henle vorrniltaa 11 llhr würben die hiesigen Rekruten der Marine und der Marine-Jnfan» tene im Exerzierhause der ersten Matrosendioi.ion im Bei­sein des Kaisers, der von derDeutschland" kommend, hier eingetroffen war, feierlich vereidigt. Nach der Ver­eidigung hielt der Kaiser eine Ansprache.

Kiel, 15. Nov. Der Kaiser lehrte nad) dem F-ruh» stück um 1 Uhr an Bord derDeutschland" zurück und begab sich von da an Bord derNassau". Um 1 Uhr 45 Nein, ging dieNassau" mit dem Kaiser an Bord zu einer mehr- stündigen Fahrt in See. Heute abend fanb bei dem Knifer an Bord derDeutschland" Tafel statt, zu der die anwesen­den Admirale geladen sind. Die Abreise nach Baden-Baden erfolgte um 9 Uhr 20 Min. Das Gefolge auf der Reise nad) Baden-Baden, Donaueschingen und Sigmaringen be­steht aus folgenden Herren: Hausmarschall Freiherr von Lyncker, Generaladjutant und Generaloberst v. Plessen, General der Infanterie v. Kessel, Flügeladjutant, Oberst­leutnant Frieoeburg, Major Holzing, Leibarzt Dr. ^zlberg unb als Vertreter des Auswärtigen Amts Gesandter von Ä'nisch. ------

liod) Line LnUcheiüung in Wien.

Die angeeündig.e Besprechung des Kaisers Franz Josef mit Andrasw und Kossuth hat am Montag stattgefunoen, aber von einer Entscheidung wird immer noch nichts ge­meldet:

Os en pest, 15. Nov. Das ungarische Korrespondenz- Bureau meldet aus Wien: Der König empfing heute den Grasen Andrassy und'Kossuth und danach den Mi­nisterpräsidenten Dr. Wekerle in Sonderaubien-. Kossuth erklärte gegenüber Vertretern der Presse, der König habe ihn huldvollst empfangen; doch könne er natürlich, bevor Wekerle von der Audienz zurückgekehrt sei, keine Eirizel- heiteu über den Empfang mitteilen, sondern nur sagen, daß er den Eindruck empfangen habe, daß er binnen sehr kurzer Zeit nach Wien werde zurückkehren müssen. Die ungarischen Minister reisen wahrscheinlich heute nachmittag

Die Kieler Werftafiäre.

(Fortsetzung.)

S. u. H. Kiel, 15. Nov.

In Kiel sieht man der weiteren Entwickelung der Dinge im Strafprozeß mit ungeminberter Spannung entgegen. Man glaubt allgemein, daß die Zell der Ueberraschungen, deren ja un Laufe bei- Verhandlungen schon mehrere gegeben hat, noch nicht vorüber ist unb daß bas Damoklesschwert einer plötzlichen Ver­tagung nach wie vor über den Verhandlungen schwebt. Der Hamburger Großkauftiiann Bralel tonnte ja inzwischen ans oer Untersuchungshaft entlassen werden, da das Verfahren einen für ibn so günstigen Verlaus genommen hat, daß die Staatsanwalt- schäft selb.st feine Entlassung aus der Untersuchungshaft bean­tragt hat. Das Verfahren gegen ihn geht natürlich wellen

wohl schon in früherer Zeit von Sprachreformern seiner gröbsten! Äuswüchfe entücibet; bie Eigentümlichfell aber unb künstlerische Vollendung der cuten türlirü)en Llleraturf'prache, die eben durch die Misckmng jener drei Hauptsprachen des JslamS erzielt war, blieb bestehen. Ebenso existiert noch heute die Kluft, die bie berridjenöe Beamtenttasse von dem Bauernstände tramt Dia Erlernung ber jetzigen Anttsspräche erfordert ümmmerigt mid müh­same Studien: so kommt es, baß die alte türkische Literatur von den breiten Schichten des Volkes nicht verstanberi wird. In letzter Zell sind nun einflußreiche Stimmen laut geworden, die eine Reinigung sTasfia-^lissan) der türkischen Sprack-e Vvn fremden Elementen fordern, damll das Volk im Interesse der Glmchhell aller Staatsbürger die Werfe seiner künftigen Dichter veritchen und ben Vorgängen im Staatsleben besser folgen könne. Acan ist auch schon habet, Zeitungen zu gründen, die zu dem Volfe ut Oer lapidaren ein fachen Weise der anawlischcn Bauern sprechen lollcn; eine ZeitungKapadokia" ist schon erschienen; sie ist für Die griecknsckfe Bevölkerung ber Türkei bcftmrmt, verwenbet bie einfache türkische Sprack>e unb wird zur Erleichterung des Der- sländnisses nut griechischen Lettern gedruckt. Diese ^prackwereu-^ ladjung Hal zwar ben Nachteil, daß sie das Volk vom Verständnis der alten türkischen Literatur noch weiter entfernt, ist aber vom Standpunkte ber zukünftigen kulturellen Entwickelung der Türkei eme nxidjligc imb beackstorswerte Maßnahme.

Nr. 269/ssU Erstes Blatt 1S9.Jal,rgang Dienstag 16. November 1909

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General-Anzeiger für Gberhesien MW

"nö)K «lagesnuJnm« Hotafionsbrutf und Verlag der vrühl'schen llnlv.'vuch. und Sleindruckerei H. tauge. Redaktion. Expedition und vniürrel: Schulstratze Z. frs,"

bis vormlltaqS 9 Uhr. , H , m

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