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18/10/1909 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfajt 10^ Seiten.

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Pas fions spiele zu Oberammer gau 1910.

Am 12. Oktober hat in Oberammergau die endgültige ÄÄchl, - Pu ccin tu eiie Puccinihat

Der Spielleiter und Darsteller jur die nächstjährigen Pas-1 ist entzückt, denn |ein Lieb«ing->me.,ter Puccini Yak

Die Schulleitung: Traber.

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November.

reformularien werbe« rtcilt die Schullcitun;

Der Leiter: rchitekt Höhn, ßh. Hauptlehrcr. irvrüsung wird älter- 'agc in der

wolski, befinden wird. Fest steht ferner und das läßt auf eine ernstliche Verstimmung zwischen Wien und Peters­burg schließen daß der Zar auf seiner Reise nach Italien das österreichisch-ungarische Staatsgebiet vermeiden wird, obwohl man sich in Wien alle Muhe gegeben hat, eine Begegnung zwischen ihm und Kaiser Franz Joseph bei dieser Gelegenheit herbeizuführen. Er wird von Livadia bis Odessa über See fahren und dann ent­weder über Warschau, Frankfurt, Genf oder über Breslau- München die Steife nach Italien fortsetzen.

Diese äußeren Umstände zeigen zur Genüge, daß dieser Jtaliensahrt des Zaren, wenn es sich dabei zunächst auch nur um einen Gegenbesuch handelt, eine ganz hervorragende politische Bedeutung zukommt, die in einer weiteren Ver­schärfung des Gegensatzes zwischen Italien und Rußland einerseits, sowie Oesterreich-Ungarn andererseits gipfelt oder doch den bisher vorhandenen Gegensatz zum min­desten recht deutlich unterstreicht.

Rom, 16. Okt. Wie dieTribuna" mitteilt, schlug die italienische Regierung als für die Zusammenkunft zwischen dem König und dem Kaiser von Rußland geeignete Oertlichteiten, Racconigi, Baja und Bari vor. Russischer- eits behielt man sich die Entscheidung bis zum Mittwoch vor.

Rom, 16. Okt. Nach Depeschen hiesiger Blätter aus Turin scheint es sich zu bestätigen, daß der Kaiser von Rußland in Begleitung Iswolskis und des italienischen Botschafters St. Petersburg am 23. Oktober verlassen und die italienischen Majestäten auf Schloß Racconigi be­suchen wird. Nach derTribuna" hat Racconigi große Aussicht, der Scl/auplatz der Begegnung zu sein, dagegen ei es nickst völlig ausgeschlossen, daß sie sich cm einem anderen Orte verwirkliche. Den Behörden wird der Tag jer Begegnung am Mittwoch, dem Tage, an dem der Kaiser in Odessa eintreffen wird, bekannt sein.

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Gretzener staditheater.

Der fidele Bauer.

Operette von Bikto r Leon. Musik von Leo Fall.

Viktor Leon hat sich seine Arbeit diesmal sehr leicht gemacht L'Arronges Mein Leopold, und Anzengrubers Viertes Gebot haben ilnn den Grundgedanken lechen müssen und er hat es dann fertig gebracht, mit Hilfe des tollsten Zeuges eine Operette daraus zu machen. Was dann der Humor "nicht tut, das tut das bischen Rührseligkeit, das Der Verfasser vielleicht als Moral seiner Geschichte be- rachtet Tie Musik Leo Falls ist stellenweise recht nett, nur manchmal ciwas zu schwer für eine Operette. Niedlich ist das Lied vom Heinerle, das hon Lore Scholz und der kl. Sieucrwald ganz allerliebst vorgebracht wurde und wiederholt werden mußte. Der fidele Bauer wurde von Hermann Norden mit liebenswürdiger Schalk­heit, der Lindoberer von Kurt Gühne mit humorvoller .'lltklugheit dargestellt, während die beiden Gäste den Er­wartungen nicht ganz entsprachen, dllbert M a h l au schien 'benso wie Lucie Görgi die Stimme nicht voll entfalten r>u tömreii, fanden aber recht lebhafte Anerkennung. Das Lied von den Treten mußte Lucie Görki in Gemeinschaft mit Herm. N orden uno Kurt Gühne wiederholen. Sehr anerkennenswert war Paul Urban als Obrigkeir, der an­scheinend aus Preußen nach Oberwang versetzt worden war. Edgar P a u l p war ein stattlicherVinzenz. Von den übrigen sind noch Franzi Koch und Rudolf Goll zu ertoatynen. Ausgezeichnet luar die Einrichtung und die Ausstattung der von u. Norden geleiteten Aufführung, namentttch die »Armes, die tadellos dargestellt wurde. Der Chor war in Anbetracht der Verhältnisse recht gut und die Kapelle wurde unter H. Weinacks Leitung ebenfalls ihrer Ausgabe voll­kommen gerecht. Alles in allem ein außerordentlicher Er- iolg, der einer besseren Sache inert gewesen wäre. N.

einen Protest gegen die Hinrichtung Ferrers, Die sie als enien- ustizmvr bezeichnen. Sie fordern alle glcitibenl'enben Landsleute auf, sich einer einmütigen Kundgebung anzuschließcn, die mit den Namensunterschriften aller daran Teil­nehmenden nach Madrid übermittelt werden soll.

Berlin, 16. Okt. In der Protestversammlung der demokratischen Bereinigung, die gestern abend aus Anlaß der Hinrichtung Ferrers stcttlfand, wurde auch beschlossen, an den Bürgermeister Nathan in Rom ein Sympathietelegramm und an die beiden Töchter Ferrers ein Beileidstelegramm zu senden. Einige hundert Teil­nehmer der Werscrmmlung zogen nach Schluß der Vcr- ammlung nach der Regentenstraße, wo die spanische Botschaft liegt, doch machten sie Kehrt, als die dort aufgestellte Schutzmannschaft sie dazu ausfordertc. Es gc- chah mit dem Rufe: Nieder mit Spanien, hoch Ferrer, Abzug Alfons. Es wurden einige Verhaftungen vor­genommen. . « .

Die Sozialdemokratie veranstaltet morgen mittag drei Protestversammlungen gegen die Hinrichtung Ferrers.

Aus Rom wird gemeldet: Nach einer Meldung aus Pisa ist dort im Verlaufe einer Ferrerdemvnstration die berühmte Kirche von Sankt Paul vollständig eingeäschert worden. Mehrere andere Kirchen wurden schwer beschädigt

Madrid, 17. Okt. Im Verlaufe der Senats­sitzung griff der Demokrat Diaz Moren die Politik der Regierung an. Diese Erllärung rief Lärmszenen hervor. Der Minister des Aeußern erwiderte, kein guter Patriot dürfe den Märchen glauben schenken, die im Ausland die Ansicht erweckt hätten, daß man in Spanien jemanden wegen seiner Ideen verurtelle. Das sei ganz und gar unrichtig.

M ad rid, 17. Okt. In der Kammer antwortete Maura auf Anfragen:Es scheint, daß die ausländischen Protest­kundgebungen uns das Recht absprechen, den Urheber der Wirren von Barcelona zu besttafen. Die spanische Re- Regierung ist ruhig und wartet. Die Akten Ferrer werdender Kammer unterbrettet. Die Regierungspartei spendete dem Ministerpräsidenten lebhaften Beifall. Die Sitzung wurde geschlossen. _,

Sogar die Gesetzgebungsmaschine soll wegen Ferrer in Bewegung gesetzt werden:

Aus Ofenvest wird derNeuen freien Presse" ge- meldet: Der Abgeordnete Stephan Pili sh meldete rm Mgeordnetenhause einen Antrag an, nach welchem die un­garische Regierung angewiesen werden soll, die Initiative zu einem internationalen Vertrag zu ergreifen, der einen internationalen Begnadigungs-Senat für solche Fälle einsetzen würden, in denen politische Ver­brecher zum Tode verurteilt werden. Diesem Senat soll das Recht zustehen, die über Verurteilte bei> bängte Todesstrafe tn lebenslängliche Kerkerstrafe zu ver­wandeln. Tas besondere Begnadianngsrecht der Souveräne soll bis zur Einsetzung dieses Gnadensenats nicht beein- tvächttgt werden.

Paris, 16. Okt. An die Spitze des heutigen De­monstration szug es schritten der Präsident und mel>- rere Mitglieder des Pariser Gemeinderats sowie einige sozialistische deputierte; auch Herve nahm daran teil. Als der Zug sich auf der Place dela Concorde aufgelöst hatte, wurde im Tuleriengarten ein Priester von einer Schar Demonstranten mißhandelt. Es wurden auch Revolver sch ässe auf ihn abgegeben, die aber ihr Ziel verfehlten und einen Polizeinspektor verwundeten. Sieben Personen wurden verhaftet. Aus

fionsspiele stattgefunden. Die Aufführungen finden an fol­genden Tagen statt: 11., 16., 22. und 29. Mar, 5., 12., 16., 19., 24., 26. und 29. Juni, 3., 10., 17., 20., 24., 27. und 31. Juli, 3., 5., 10., 14 17, 21 24 28 und 31. August, 4., 8., 11., 18. und 25. September. Die Spiele beginnen jedesmal morgens 8 Uhr und dauern bis nach­mittags 6 Uhr. (Mittagspause 2 Stunden.)

Ein Riesenprogramm an theattalischen und musikalischen Veranstaltungen Ijat der Ausschuß für die römischen I ub iläu m s f e st e im Jahre 1911 zusam- mengestellt.DerCorriere della Sera" teilt die Grund­ige dieses Programms mit. Der Leitgedanke ist, die Ge­schichte des ganzen italienischen Theaters und der ita­lienischen Musik in ihren Hauptformen und Hauptperwden zur Anschauung zu bringen. Doch beginnt man zunächst mit antiken Vorstellungen. Dazu \xno ausgewahlt die ,Eumeniden" des Euripides, die ,Lysistrata" des Arrstv- phmies sowie eine noch nicht näher bestimmte Komodie des Plautus. Der Schauplatz dieser Vorstellungen wird der Palatin sein. Dort wird mit Erlaubnis des Unter­richtsministers ein nur zu diesem Zwecke besttmmtes Theater errichtet das sich, soweit irgend möglich, stteng an dre antiken Vorbilder anschließen soll. Es folgt als zwette Gruppe der Veranstaltungen die Theatertunst der italienischen Renay- sance Sie soll vertreten sein durch die Vorstellung ^einer Komödie des Aresttno und einer der Anunta vom Gozzi, von dem ein Stück in Aussicht genommen ist, und Gowoni bilden den Uebergaug zur neueren Zeit. Von Gol- doni will man einen ganzen Zyklus geben, darunter acht noch imbekannte Stücke. Flavio Audö, der alte Partner der ^use soll die Darstellung der mod. Stücke leiten. Eine große Reihe von italienisckien Dramatikern ist aufgefordert worden, für die Festeszeit Stücke zu liefern. Die Düse will einige Sondervornellungen geben. Verschiedene Tialekttheater sollen das künstlerische Sonderleben der einzelnen ita­lienischen Stämme zur Anschauung bringen. In eben ]o großen Zügen ist das Opernprogwamm aufgebaut.

Puccinisneueste Schöpfung. Ganz Italien in allen

Die Italienfahrt öe$ Zaren,

Die Begegnung des Zaren mit dem Körrig öon ^toHen, die, wenn sich die Erregung der italiem chen Arbeiter, schaß über die Hinrichtung Ferrers beruhigt hat, zetzt end­lich zustande kommen soll, Hut eine längere Vorge)chichte, die der interessanten Momente nicht entbehrt. Plante doch Kar Nikolaus schon im Oktober 1903 einen Besuch in Rom, um bic Visite König Victor Emanuels III. am russischen Hofe vom Vorjahre zu erwidern. Dieser Besuch ist da­mals unterblieben, well der derzeitige russische Botschafter in Rom Nelidow, die Keckheit hatte,, von dem Mrnister- präsidenten Zanardelli Garantien für die Sicherheit des zaren vor Bedrohungen und Beschimpfungen durch itali­enische Sozialisten zu verlangen. In den nächsten Jahren schien eine Begegnung zwischen den beiden Monarchen des­halb ausqeß iossen, weil sich Rußland immer mehr an 0OJ in Italien wegen seiner Balkanpolittk beargwöhnte OesterreichUnaarn anschloß, eine Schwenkung, die schlleß- lick. in bem Abkommen von Mürzsteg chren Abschluß fand, sich aber augenblicklich in das Gegenteil verkehrte, als Tefterreich-Ungarn im .Herbst vorigen Jahres nut dem u.-ojeft der Orientbahnen herausrückte und bald daraus feine Zhand auf Bosnien und die Herzegowina legte. Das l cht geschickt düpierte Rußland und das in seinen Balkan Interessen gesck-ädigte Italien reichten sich damals über Oesterreich-Ungarn hinweg und unter der Aegide Frank- cichs und Englands die Hand zur Versöhnung und schufen Damit eine neue Basis für die B^ggenung ihrer Mo­narchen. ,

Eine solche wurde dann auch sofort im Oktober vorigen Wahres im Anschluß an die österreichischen Eisenbahnpro icfl-e auf dem Balkan, und zwar in Venedig, in Aussicht umommen und ist seitt)er nicht mehr von der Tages­ordnung verschwunden, wenn sie auch wegen der Neu- aühenie der Zarin und der kriegerischen Aussichten im Frühjahr dieses Jahres immer wieder verschoben werden mußte. Auch jetzt ist sie nur mit Mübe zustande gekommen, ocnn einmal besteht der schlechte Gesundheitszustand der prrin noch fort, sodann sind Drohungen der sozialistischen und anarchiftisck-en Presse in Italien nicht gerade dazu an getan, den Besuch des Zaren in Rom als besonders ange­nehm erscheinen zu lasten, und stchließlüh bßt.jebpn bev » och unerlcdigteii Dardanettenfrage die Unmöglicykett, dem vern>cmdten Hofe von Athen unter den jetzigen griechischen Verhältnissen einen Besuch abzustatten, den Zaren genöligt. Ech auf settien Besuch m Konstantinopel zu verzichten. Und ticrabc int Anschluß au diesen war die Reise des Zaren (ach Italien eigentlich beabsichtigt, weil sich dadurch nicht -jtur das ö st erreicht s ch-ungaris che Staatsgebiet vermeiden Keß, lonoern auch die Seereise eine größere Sicherheit vor 'Attentaten in sich schloß.

Der Termin für die Reise des Zaren und der Ort, wo Ine Nionarchenbegegnung stattsinden soll, sind bisher nichi offiziell bekannt gegeben, weil man davon eine Bedrohung r>es Zaren durch sozialisttsche ober anarchistische Komplott: nirdjtet. Es scheint aber, daß der Zar seine Reise von Livadia aus zwischen dem 18. und 23. Oktober anzutreten gebeizt, nachdem er noch den G.'bnrtstag des Thronfolgers im Kreise seiner Familie gefeiert. Ebenso unsicher ist auch ler Ort der Zusammenkunft. Es werden hier Racconigi und Aajä genannt, doch ist es auef) nicht ausgeschlossen, daß die Begegnung in Rom oder an noch einem anderen Ort Ilattfindet. Fest steht nur, daß der Zar allein, d. h. ohne seine Gemahlin, reift, und daß sich in seinem glänzenden «befolge auch der russisck)L Minister des Auswärugen, Js

Blättern von Turin bis Palermo, von Venedig bis Florenz verkündigen lassen, daß er soeben die letzte Hand an eine neue Oper legt. Diese soll den Titel führenLa Fancuilla del Westt' (Die Tochter des Westens) und im wilden Westen Amerikas spielen. So sehr die Italiener sich über die an­gekündigte Neuschöpsung des Meisters derBohöme",Tos- ca" undMadame Butterfly" freuen, sind sie doch ärger­lich darüber, daß sie die Ehre der Premiere nicht im eigenen Lande haben werden.La Fanciulla del West" wird näm­lich in der kommenden Stagione im Metropolitan Opera House zu Newyork zum ersten Mal aurgeführt werden und gttxtr unter Mitwirkung von Caruso unö Scotti und unter Puccims eigener Leitung. Außer dieser das italienische Stativnalgesühl kränkenden Tatsache wird noch eine andere bedauert.Warum," so fragt ein neapolitanisches Blatt, sucht der Maestro seine Stoffe nicht im eigenen Lande? Madame Butterfly spielt in Japan, die Fanciulla del West in Amerika; es gibt noch genug italienische Motive, deren er sich nicht zu schämen brauchte!!!"

Kopenhagen, 17. Ort. Das grönländische Handels­schiffGodthaab", das Cook von Uperniytk nach Egeder- nttnbe gebracht hctt, ist hier cmgelommen. WiePolitiken" erfährt, erklärte der Kapitän des Sckstffes, er habe bei Northstarbay von Esttmos Berichte über Cooks Nord­pol fahrt erhalten. Danach habe Cook den Pol er­reicht. Am Tage vor Erreichung des Pols sei er, nach­dem er Observationen und Berechnungen angestellt hatte, den Eskimos um den Hals gefallen und habe geweint und gelacht und gesagt, morgen sind wir da. Berichte ver­schiedener Eskimos sind Darin gleichlautend.

Kleine Kunstchronik. Die Uraufführung von Wildenbruchs nachgelassenem SchauspielDer deutsche König" wird Ende dieses Monats im tönigl. Schauspielhause zu Berlin stattfinden. Am Sonntag wurde auf der Burgruine Hoheneuffen die Gedenk­tafel für den Dichter Eduard Paulus eingeweiht. Die Leiherebe hielt ber Vorstanb bes Schillermuseums, Gey. Hosrat Gün tt er.

Ferrer und ke!n Ende.

So läppisch bas Treiben ber internationalen Freiheits- tollheit ist, so muß man boch die zahlreichen iirachspiele des Ferrer-Prozesses registtieren, benn bie spanische Re­gierung will eine Aktensammlung darüber veröffentlichen und beweisen, daß das Todesurteil kein Justtzmord war. Demgemäß verlief die Llussprache in der spanischen Kammer und im Senat ruhig. Vielleicht wird, wenn die fpantfae Regierung alle Ergebnisse der Untersuchung veröffentlicht, bet Lärm im Auslände später in der Geschichte umsomehr ber Lächerlichkeit anyeimfallen. Was bringt man da nicht altes fertig! Straßen erhalten den Namen desMär­tyrers", Denkmäler wurden ihm zum Andenken errichtet -und Kirchen zu seiner Ehre abgebrannt! Was wir ertoarteten, ist cingetroffen: Tie Protestbewegung über­schwemmt das Land, und zwar haben nicht nur demo- lrattscke und sozialdemorrattsche Versammlungen in Deutschland stattgefunden, sondern auch schöngeistige Ideo­logen von gut klingendem Namen haben sich für berechtigt und befugt gehalten, eine Sache anzufasfen, von der fie nichts verstehen. Ahnt Gerhart Hauptmann garnicht, daß durch die Aufforderung zu papierenen Kundgebungen über ,-inc unaufgeklärte ausländische Angelegenheit )etn Name cm Ruhm nichts gewinnen kann? Windmühlen zu stürmen sollten wir lieber den heißblüttgen Romanen überlassen. Das polittsche Ferrer-Unkraut, das nach bewußter Ab­sicht einiger Demokraten das deutsche politifche Leben über­wuchern soll, kann man nicht schnell genug ausiaten Wir gaben an ähnlichem Unkraut ohnehin genug in Deutschland.

ImBerliner Tageblatt" veröffentlichen Gerhart Haupt­mann,' Ernst Hackel, Max Liebermann, Richard ! B e h nel, Lu jo Brentano imb Julius Meier-Graefe urr- ?<rmaa!Xi:tKr. nstn !***. i**

Nr.244 Erstes Blatt ISS.Jahrgang Montag 18. Oktober 1909

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SS General-Anzeiger für Gberhessen GM für cue Tagesnummer Rottttionsönitf und Verlag der vrühl'sche« Unio.-Bnä). und Steindruck««! R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei - Schulstratze Anzeigenteil: H. Beck, bis vormittags 9 Uhr. ^nnn- m nm n