Ausgabe 
17.5.1909 Zweites Blatt
 
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fr*»rt Interesse geboren ersten, daß W» <Vh bi*

' id? rridit aus ber Hano nehmen liefe, und da auch ber An .Iur von Altenburg an die geplante Gruppenwasserversorgung

. Die Gemeinden des oberen Schivalmtaftz sich nicht derbe Kren lieft sann cas MrciSamt der Gemeinde nnederbolt die E> Kauung oct Wasserleitung an Ter Gemeinderat beschloß jetzt, mh er dem Unternehmen sympathisch gegen Überftehe, raeddjg sollten aber die Schürfarbeiten der "Zrioat-Wasse«euossenschast -'bgkwartot werdet«, um zu sehen, ob diese L.u llen gen i,end

TORI werden Ta dieser Beschluß -u unbestimmt lautete, setzte das Uc.nsamt eine letzte Frist bis zum 10. März 1909. sollte bis dahin ein Beschluß nicht vorliegen, so müsse angenommen werden, daß die Gemeinde das Ansinnen ablehne und die Lache den, Mreisausschuß vorgelegt werde. Ein Beschluß deS Gemeinderars ist hiermit nicht eingegangen. Ter streisauSschuß beschloß in inner Sitzung vom 5. April o. I, daß die Gemeinde Altenburg verpflichtet sei, eine Wasserleitung nach dem auf Beschluß des Gemeinderats vom 28 Januar 1907 von der Großh Kultur- inspektion Gießen ausgestellten Entwurf zu bauen. Gegen diesen Beschluß verfolgte der Gemeinderat Rekurs an den Provinzial- ''lusschuß. Bur Begründung wurde ausgeführt, daß die Gemeinde sich schon für ein Projekt entschieden hätte, wenn ihr geeignete Boudiläge gemacht worden wären. Tas Projekt der Hultur- init) Ilion halte sie deshalb nicht für geeignet, weil in dem Cudlengcbtft nm Merschröder Teich warf) den i. yigen Schürfungen nicht q-mügenb Wasser vorhanden fei. Uni die Erbauung einer Wasserleitung ..i beschleumgen, fei aber beschlossen worden, noch weitere Möglichkeiten für eine Leitung zu untersuchen Ter Pro vinzral Ausschuß beschloß heute. Die Entscheidung auS-usetzen und zunächst durch eine Kommission Augenschein an Ort und Stelle nehmen zu lassen.

Ti-* fachen Gesuch der Elise Freundlieb Witwe zu Fried' berg um lrrlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft und Baumpstonzung zwischen Bahnhof und Ort Ranstadt wurden

Ueberreichung der Meifterbriese in ließen.

3m neuen Geioerbebaus versammelten sich Sonntag vormittag 11 Uhr die UrüilinflC aus bem Handwerkerstände, an die die Mertterbrici' bunh die Meiste Prüfungskommission für die Provinz Oberhessen übergeben iverden sollten Als Bertreter der Regierung und des >treisamts döießen loar RegierungSrat Wclckcr, »ür die hessische Handelstoiiimer Syndikus Engelbach, für die Handels lammet t^ußen Alsfeld Vaulctbad) Kommerzienrat Schirmer- Gießen erschienen Auch eine Anzahl Meister aus Gießen nnd Umgegend nmr aiiweiend Tie Großh. Zentralstelle hatte ihr Fehlen entschuldigt und den Iungmeistern beste Wünsche über­sandt Welch großen Wert die Handwerker Oberhesscns den Meisterprüfungen benueifen, geht aus der großen Zahl der jungen Handwerker hervor, die an dem Unterricht teilnahmen und sich der Prüfling unterzogen. Baumeister Traber hob diese erfreu licke Tatsache in seiner Begrüßungsansprache hervor. Bon den gemeldeten 71 Handwerkern ans 19 verschiedenen Handwerkszwcigen bestanden 64 die Meisterprüfung Tie Zahl der geprüften Meister ist damit seit 1902 (Einführung ber neuen Gewerbeordnung> auf 446 gestiegen. Der Unterricht lag in den Händen des Bau Meisters Traber, anßcr dem noch Reallehrer Haggenmüller und Arctntekt (Mcrnoii unterrichteten. Tie Prüfung erstreckte ,'ich auf Rauinlehre, Kalkulation, Anfstellcn von Einzel- und Gesamt preisen, Malerialkunde, Werkstattlchre, Buchführung, Gcsctzcskimdc. Arbeiter Berfickerimg und für die Maurer und Zimmerleute noch auf Statik, Festigkeitslehre, Baukonstruktionslehrc, einfaches Ent werfen, Berechnung und Abrechnung, Baupolizei. In feiner An spräche wies Balimeister Traber auf einige erste und oberste Grund- fätze des Handwerks hin: 1. Genaue Kenntnis des Materials, 2. richtige Pre.skalkulation bei Ilebernähme von Arbeiten usw, 3. gute und pünktliche Arbeitsansfuhrung, 4. Wciterbildnng auf den einschlägigen Gebieten und 5. vor allem auch das Lelbstüber wachen der Lehrlinge durch die Meister. Nicht nur das H oben allein, fmibern auch das Soll müsse sich ber vorwartsstrebende Meister bei Abwägung der jeweiligen Zeitverhältnisse stets vor Augen halten, ein besseres Studium der Gewerbeordnung (Rechte und Pflichten fei erforderlich. Regierungsrak Weicker ent fchuldigte die Berhinderung des Provinzialdirektors Geheimrat Tr. Breidcrt und sprach den Iungmeistern die Glückwünsche der Behörde ans. Ei' legte ihnen besonders ans Herz die Weiterbildung im Schreiben, schriftliches Rechnen, Rechtschreiben nicht zu ver nachlässigen, mangelhastes Rechnen sei gar oft die Ursache der Vreisunterbietrmgen, der Schllndarbeit nnd schädige somit das Handwerk ungemein. Mominervertrat Schirmer überbrachte die Glückwünsche der Handelskammer. Svndikus Engel back Tarmstadt hob die Bebeulung ber Meisterprüfung hervor, die allein bas Recht verleiht, Lehrlinge ansznbilden. fei ein Jahrzehnte langes Streben des Handloerlerstanbes, daß der Nachwuchs besser unhrriditcl und ausgebildet loerbe. Tie Jungmeister müssen noch weiter streben, sich die Errungenschaften der Technik zu eipen machen nnd sich den Anforberungen der modernen Zeit anpassen. Kommerzienrat H e h l > g e n st a e d t, der Vorsitzende des Gewerbe Vereins Gieße», lonr durch Mranfbeit verhindert und liefe den Jung- meistern seine herzlichsten Glückwünsche überbringen. Es folgte bann bie Uederreichung der Meisterbriefe burdj Baumeister Traber inner dem Handschlag des Schloisermcisters Zbreiling-Gießen nnd des SchreinermeisterS Mütter-Gießen.

Tie inngen Meister sind: I. 13 Schreiner: WUhelm FeN- Klein Viiiocii, Marl <dxii»r Gießen, Marl Sommer-Gießen, Heinrich Detter Gießen, Wilhelm Mr rncr-Langsdors, Marl Sauer Ed,zell, Hermann rduniot Hungen, Moiirab Sauer-Bondorf, Ludwig Weh

.1' Bach Hungen, Karl Avbach T>n> Gill, Ckora Mobil r-5dilu . Adam Lorenz-Hartershausen. II. lli M e tz ger: Mail Bogt Gießen, Loms Bogt-Greßen, Friedrich Mlinkel Gießen, Adoli Hosmai«n Gießen, Heinrich Oechler Ilbeshausen, Ätdiarb Ta Inner Herbstein, Ludwig Menges-Großen-Ltnden. Hein rich Rühl cd er Moos, Emil Mab Butzbach, August Appel Hart maiuuMhui; III. 8 Schlosser 'Wilhelm Schön Gießen, Wil­helm Flett Gießen. Georg ErUcr-Gießen, August Schmrdt-Wiescck,

Hernrub Hakser-^ekrtback, Henrrrck Boller-Länagons, Heatr.ch Techer-Sd'liv, Heinrich 3akod»-Nieber Rosbach IV. 5 Schmie-

Ludwig Schmidt Allendor' a. d Vba , Emil Töp^r Langd, Emil Stelzer Rodherm v. d H. V. ! Wagner: <*eorg Schwan Gießen, Job Heinrich Mraufe-Mlein Karben, Johann 3<hmibl-

Hartershausen V[. 3 3 Den al er: Heinrich SaU-t'ub. Viktor Hartmann-Stockh rm^, Friedrich Mohr-Babenhausen VII 1 Buch­binder Marl Rers Schlitz VIII. 1 Schornsteinfeger: Joseph Eberle Butzbach. IX. 8 Weißbinder und 2 lünffler: Heinrich Briegel-Garbenterch, Job 'Boot. Strwpert-Herbnein. Hem - rrch Baßbuisen Bad Nauheim, 7"r Ctto Schäfer-Bad-NautUlnz, Friedrich Farilstich-Aiienheim, Heinrich P'tz Münster b Ezch, Lud wir Schwalb-Al'en-Bufeck, Jakob We n Watzenborn, Heinrich Weitzel-Lauterbach. X. 2 Maurer: Heinrich Lukas Büdesheim, Ang. Martin Fitz-Lber-Erlenbach XI. 2 Küfer: Karl Jung Lich und Andreas Habermehl-Rirield. XII. 2 Schuhmacher ier Schlitz XIli. 1 B i d e r

Karl Paul-Gießen. XIV 1 Schneider: Otto Kölle-Gießen XV. 1 Tachdecker: Wilhelm Röhng Gießen. XVI. 1 Tape­zierer: August Schmidt-Gießen.

Nach tteberreichung der Meisterbriefe dankte Louis Bogt Gießen im Auftrag der Iungmeister für Unterricht und Glückwünsche und versicherte, daß die neuen Meister nach Kräften zur Hebung des Handwerks in Hessen beitragen würden An bie Feier schloß sich ein gemeinsames Mittagessen im Cass Ebel.

Nochmal; Unfallverhütung und Bautontrotk.

Man schreibt uns:

Gestatten Sie mir noch einige Worte der Erwiderung auf den Artikel in Nr. 112 Ihres geschätzten Blattes

Also beinahe ganze zwei Kronzeugen hat der Herr Einsender für seine Behauptung, daß die Sozialdemokntie die Baukontrolleure aus Arbeiterkreisen lediglich der Agita­tion halber forderte, aufgebracht. Tas tft ihm nicht leicht geworden und es mutet geradezu kläglich an, wenn auf so dürftiges Material hin von einembündigen Zugeständnis und scharfer Klarheit des Endzieles der sozialistischen Be- strebungen" gefabelt wird. Wer eine Partei von Millionen Anhängern beurteilt nach den meist noch aus dcm Zn- fainincnhang gcriffenen - Berfammlungsberichten, verrät ein hohes Maß von Leichtgläubigkeit.

Uns ist es lediglich uni Schutz für Lebeu und Gesundheit der Arbeiter zu tun. Zur Agitation bedürfen wir der Bauteil kontrollcure nicht; wir sind schon selbst Manns genug, um die Agitation zu betreiben. Dem Herrn Linsender ober sage ick: Wer, wie er, aus politischen Gründen, cuc von allen (wohlgemerkt auch den christlichen, Hirsck-Tuncker scheu) Arbeiterorganisationen geforderte Einrichtung, die doch die Arbeiter in erster Linie angcht, bekämpft, verrät einen hohen Grad von politischem Fanatismus. Mir kommt erst Leben und Gesundheit der Arbeiter, dann erst die Partei; so sollte eS auch der Herr Einsender halten.

Zn den Ausführungen des preußischen Ministers be­merke ich: Wenn ein Mann wie ein Minister gewissermaßen über Nacht den Perstand für einen Ministerposten bekommt, wird sich ein intelligenter Arbeiter auch wohl Verständnis für das Notwendige zum Arbeiterschutz erwerben können. Ein Gramm Praxis ist auf diesem Webtet mehr Ivie ein Milo Theorie und ein Kontrolleur, der 10 Semester studiert hat, wird ganz leicht einen mangelhaften Leitersprossen Übersehen.

Ich wiederhole: Leute mit gutem Gewissen haben keine Kontrolle zu fürchten.___________________E. M tum m.

Der Mord aus der Landstraße.

Schluß.

F. E. Wiesbaden, 15. Mai

Heute am letzten Pcrlmnblungotage herrschte reges Leben vor und in dem GericktSgcbäudc Tie (Mange uim Zuhörerraum des Schwurgerichtssaales waren von 8 Uhr bereits Vicht bis auf die 2 träfe besetzt Als um 9 Uhr die Türen zum Zuhörerraum geöffnet wurden, entstand ein geivaltigcs Ringen. Ter raal wat dicht b u r.i. besonders von Leuten aus den Taunu - Ter Borfitzende trat 9 Uhr 10 Minuten in die Verhandlung ein. Er verlas zunächst bie acht Schuldfragen, die darin gipfeln: Ist Burkhard sen. schuldig, vorsätzlich die Ehefrau Tfeamer mit Ueberlegung getötet; ist Burkhard jun. idiulbig, hierbei Hilfe geleistet zu haben: hat er die erforderliche Einsicht dabei be* jeffcn. Bei beiden: Sind mildernde Umstande vorhanden. So­dann ergreift der Ankläger, Staatsanwalt Eick, das Wort: Ter Angeklagte Burkhard sen. hat sich als Tagelöhner und Arbeiter durch Fleiß und Geschick zu einer ganz guten Position, zu einem Beamten der Eronberger Eisenbahn, hcraiirflcarbcuei, hat 13 Fahre lang in glücklicher Ehe gelebt dis ihn vor drei Jahren da> (beschick ereilte, als er in Eschborn die Thamer kennen lernte und von da in einen moralischen Sumpf geriet. Tie Thamer mar eine schlechte Person, aber in sittlicher Beziehung ist Burkhard noch schlechter. Er hat der Thamer vier Mal die Leibesfrucht, während des außer ehelichen .Geschlechtsverkehrs mit ihr, beseitigt, dieselbe vielfach schwer mißhandelt, öfter ihr (ber Thamer mit bem Tode gedroht und bereits acht Tage vor bim Morde schon dre Absicht gehabt, die Thamer zu beseitigen, bei welcher Gelegenheit er ledoch gestört wurde. Außerdem ruht auf dem Angeklagten der Perdad»t des TiebstahlS und des Meineids, ivovon die Ermordete mußt'', alles Tinge, die angetan waren, die Thamer zu beseitigen, umie mundtot zu machen Er hat bei der Tat' mit Ueberlegung g, handelt, denn er hat bis zuletzt mit ber Thamer in Frieden gelebt, denn diese Hat ihm noch am 12. Ian, einen Tag vor dem Mord, Milch und Leinwaitd gesandt. Tie Tat war wohl vorbereitet. Ter angeklagte Philipp Burkhard hat den Revolver auf Beran

Uiiimg des Paters geholt mit bem bie Thamer c.jchorjen wurde, er wußte was er tat. Tie Höhne des Burkhard. *v?r i und Philipp, haben die Tat nicht begangen. Turch emwaiiorne, Zeugen u't ieügenellt, daß die beiden zu der Zeit, in tvelcher bet Mord ans geführt wurde, an anderen Crtcn geweie» 2ic iwei lungcn Leute, b:e in der Frühe des Mordtag.s am nallen« Nemcrrtock gefeh.n wurden, haben nut der Tat nichts jv :un. »re fcherden aus, als einziger Täter kommt nur der öftere ButkHard :n Betracht, der in der Frühe des Mordtages nicht »u Haufe m Ni der Höchsiadt gewesen, sondern in Eronderg, wie emrv.inb<itd iertge.i.llt wurde, außerdem in Begleitung Ott Fran Thamer in der Nähe des Tatortes und nach ber Tat bei Mönigftein gesehen worden ist Auch war bas Benehmen des alleren Burkhard nach d.r Tat ein »ehr ausfälliges, befonbers als er in Mönigüein an die Leiche der Ermordeten geführt mürbe und als er nach der Tat verlangte, daß der Sohn Philipp i:d) umbrmgen mitte T.e Ausiagen des Burkhard sen. find völlig unglaubwürdig, oie des Philipp Burkhard tragen den geaenteiiiicn Stempel an uch. Ter Sloaisinwaft schloß feine vierstündige Rede Tie AnNage lautet

denn Burkhard Hat nicht ,m Aüekt gehandelt, umbem alles mit Ueberlegung ausgeführt, sogar die Thamer an den pcnletften Tatort geführt und sicherlich ihr das PoNemoimaie abgenommen, um einen Raubmord zu konstruieren Sollten die Geschworenen ie- dod» zu bem Resultat kommen, daß Bnrkhird nicht mit Ueberlegung gchanbeii hat, baß also Totschlag vorliegt, io hure idi b inrtgen Moroer ober Totschläger keine mildernd» Umuanbe uiiublhgew. Philipp Burkhard besitzt die zur Straibarketi erforderlich - Emiicht cr har Beihilfe zum Mord geleistet aber milbembe Umstände sind ihm im iveitgcbenMien Matz unubilligm

Um 1 Uhr ergriff ber Verteidiger bev Burkhatd ien Rechts» anmalt Tr. Bickel, das Wort Er führte auv: Ter Angeklagte B. sei« mar cm pflichttrener Beamter bis uilebt er, nicht »eine Frau, hat feine Minder gut erzogen Tas Verhältnis zur Thamer hätte Frau Burkhard, roenn fic chorakterteft geiorfcn. zur Lösung bringen müssen Tie Frau ging in dem Prorci'e ichonnn iSlos vor gegen den angcklagtcn Mann Großes Gewicht ift auf ihre Aus­sage und auf die ihres mitangetlagien Sohne nicht zu legen. Es mag fein, daß die Tat mit dem Hartmannfchen Revolver be­gangen wurde, aber daß Burkhatd len c-5 gewefen, in uidn erwiesen Belaßende Momente sind vorhanden, daß B. ien. der Täter ist, aber imzweiielhast ist er nicht überführt Em gewisser Verdacht liegt gegen den mitangeklagtcn Sohn Philipp, ja foaar gegen den Sohn Ofcorg vor. Taß Fraii Burkhard nur zu gunften ihrer Minder aussagte, ist pindiotopi'd) erklärlich, verwendet gegen Burkhard sen können diese Aus'agen nicht werden, zumal bie Fran unglaubwürdig ist, was sie la während der Berha-idlun« in einem Fall eklatant bewiesen llnnmnlidi ist. daß Burkhard am Mordrnorgen den Weg von Nieder Hochstadt uad) Eronbcrg, ivo er gesehen wurde, in 20 Minuten uiüidlrqen konnte r» find 4232 Meter, llnivabridiciitlirf) in, daß Burkhard ien den Reoolvcr, weichen er in der Frühe des Mordtage» ent erhalten haben foll, benutzt hat Er wußte nicht, das; Versager darin ivarcn warum hat er diese Patronen nicht benutu, lonrum schob er mit '"»ühe die R. W. S. 320-Patronc hinein* Es ist ntdit ausgeschlossen, daß die zwei jungen Leute am Falkenttemeritock den Mord dc- gangen. Tie absolute Gewißheit, daß Burkhard sen der later ist, ist nicht erwiesen. Man kann ibn nicht verurteilen. Ich be­antrage die Freisprechung. Sollten die Geschworenen dod, dazu kommen, ihn schuldig zu erachten, dann kann nur Totschlag ver- liegen und Ivie der Fall liegt, sind inildcrnde Umstände angangis RcchlSanwalt Rabe, der Verteidiger des längeren Burkhard, lemet zu dem Schlüsse, daß sein Mandant nicht der Täter sein ton. ihm die Einsichtsfähigkeit bei Begehung der Tat gemangelt und legte das Schicksal des Jungen in die Hände der Gvichworenen.

Erster Staatsanwalt .Hagen ergriff darauf das Wort und hat fowohl für die Sckmld des lungen, wie für bie des allen Burkharv ein. Es würde bedauerlich fein, wenn ein Mensch, wie der B ttn , der so überführt, ber verdienten Strafe entginge 'Jlad) kurzer Erwiderung ber Vertcibiger erhielt Vater Buikhard bn Wort: er fagte:3di bin unschuldig, ich habe feineni pnlorr reilangt ** Irr Sohn erklärte.Id» bin idnildig ber Beihilfe " hierauf imirb". es wcir ", Uhr 40 Minuten geworden eine einftunbige Panse gemacht Ihn I'» Uhr wurde die Verbalidlung wrtgefetzt Ter Vorsitzende schritt zur Recht belehrung der Ge,d,worenen. letztere zogen sich 5', Uhr zur Beratung zurück Nach einer Beratung von 1 Stunde und 5 Minuten erschienen bu Ge­schworenen wieder, und der Cbnmiin ovrOinbclc bie Beladung b r Fragen bezüglich bes 'Burfharb sen auf 'uiorb, bei Burkhard jun. erfolgte die Beladung der Frage mn Beihilfe zum Totfchlag unter Pcrnemiing der erforderlichen Einsicht Ter Staat .mivalt b< anlragtc gegen Burkhard sen die Todesstrafe Ta» i'h ridit rtfannu nad> kurzer B>rahmg: gegen Burkhard fcn. die Todesstrafe, Buik harb iun. würbe freigeivrochen Hieraus schloß bei Boriitzeude > Uhr die Sitzung.

Das Eisenbahnunglück im Elsaß

G«n,; ansqcklärt ist das Eisenbahnunglück im ^Isaß noch nicht, insbesondere ist die Ursache der Mthclerplofitm ber Eitteriugsmaschitn noch immer nickt einwandfrei fest- gestellt; möglicherweise mar der Messel überhitzt Ter Schnellzug fuhr direkt in die Güterivagcn hinein und stand sofort infolge der EiDlofion des (^afcs in Flammen Tit Mafchine mib ber Packwagen liegen 'in einer fumpfigen Diese, die beiden Schlafwagen auf dem Bahndämme, wo fic total ausgebrannt find: sie bilden nur noch einen wüsten, uuidmnbcn Trümmerhaufen von verbogenen Eisenstücken Es wird für möglich gehalten, daß unter den Trümmern noch Tote liegen, die bann verbrannt fein müßten: biober hat man aber nichts gefunden Auch heißt es, baß ber Passagier, bessen Leiche völlig verbrannt unb entstellt auf iKHinben würbe, eine Tarne gewesen sei Ter q,iaifri61* Ichaben ist sehr groß; er soll über ,ivci Millionen Mark betragen Tie Post bes Schnellzuges ift fast ganz verbrannt;

Kleine» Feuilleton.

Pf 1 ich t for t d i l du n g s i chu 1 e für M äbchcn Tic Eingabe ocs Landes Vereins preußischer Lehrerinnen an den Hau- delSniinistcr, den Pilidstiortbilbungsuntcrridll aus b>c ivcibhdic Jugend br? zum 18. Jahre aus zudehnen, ist aud) von ärztlicher Seile *u begrüßen. Nur fdieint unter den geforderten 8ebrfäd)ern nicht oenugend Rückstdn auf die Pflege und Ernavrung des Säuglings genommen zn fein. Tie Höhe ber Sängllngssterb lidikit ist ja bekannt und vom Batcrlättdischen Fraucnvcrem und in den verfkdiedenen Säuglingsheimen iperdeii aurh zahlreiche Kurse über SäuglingSoslege und Ernährung abgehallen werden. Indesscil, bie Tarnen, die diese Kurse mit (hier und Interesse desuibol, stammen zum großen Teil aus Steifen, in j»encn die <£trug 11 iiinMi er bl id) tri l nickt gerade die böckfte ist. In ivic unter- (dneMidicr Weise die einzelnen Kreise der 'Bevölkerung von der S.niglmgssterblickkeit betroffen narben, hat beionbero Hugo Neu­mann gtteigi Bor allem werden die Minder ber gering ober minder Bemittelten, denen ia and) die Bcsuckcrinncn ber P'lickt sortbildmigssckule entstammen werden, babingeraift. Und ivrnn aitd) das traurige Los teuer Säuglinge zu einem Teil in nickt einiack zu behebenden lozialen llrfadKit begründet ist, ein anderer weit größerer Teil stirbt, weil die Mutter mit den ein sack st c n Grundsätzen der Pflege und Ernährung des S-inglings it t di t vertraut i st. Würd durck die Fortdilduiuvskui'. ; B ericicht, halt hu tuÜnitigen Mutt un sercS Volkes später möalicbit uiblrrid) ihre Minder fallen, dann wäre cm roirfimirt (vortfcbritt iu der Bekämpfung der Säuglinge fterdlickkeit erzielt.

Tere teinbeimer Tur m" in Seligenstadt, ber ttpd) einzig erhaltene der vier nal g n btadtbeienigungstärm würbe unter Tcnkmalsickutz gestellt unb soll d-mv Hst einer gründ' licken Renovation untcnogcn werden Tic twii'ckcn ? r rtd.u- beoörbc unb der StadtvelwaU - .....

«uicku'ses zu d u inindeiten i " '"i[-.ui . . äti?i;

tosten find mich Nicht abgefchlojfen Dao arckivektonlick

interessante Bauwerk entstammt bem Jahre 1604 und imirbc im Jahre 1659, also vor nunmehr 250 Jahren, erstmals einer größeren Reparatur unterworfen. Sckieferheckcr Georg Cnrnbnucr aus Prenpjsck-Hottanb übernahm die Arbeiten Tas Wcttermänncken an» der Turmivitze icurbc nadi Beendigung der Reparaturen von seinem luftigen Stande herabgeholt, nut einem neuen Anstrich versehe», mit klingendem Spiel m der Stadt umhergcttaqen und dann Pneder aufgesteckt. Ter Sckieferdeckergcsellc zog hierauf auf dein Turmkuopfe neue Strümpfe und Sckuhe an. oie ihm vom Stadtvorstandc als blonderes Präsent überrcickt worden waren. Ter Meister wurde für 'eine Arbeit mit s0 Guldeu Bargeld, sowie 1 _ Ohm Dein, 2 Ohm Bier und I Malter Morn au-'-

1754. Mit dem Turmmannckcn wurden damals hiefclbcn Festlich feiten veranstaltet, wie ,m Jahre 1659. Tersttinbeüner Turin" war ehedem von einem itadti'cken Wächter bewohnt, der bei Fsuersgefabr oder be» Annäherung eineJ iemdlichen Mrtegobeereä seine Älarmtroinpetc ertönen ließ Später diente der von Sach kennern vielbewunderte Turmbau als Okridnogeiäiigin? 3cM ist ei unbewohnt und soll nunmehr nut einem bedeutenden Kosten auiwand vor dein Berjall geschützt und der Nackwelt erhalten werden.

Auf der Suche nach den Schätzen Abdul Ha mids lieber die Arbeit und Erwlae der Svmmtiiion. die in nonstantmopei die Unteriuckung und x3nrfnturaumabnicii im I,l bu Kiosk ausfübrt. gibt ber Kvrrefvortdent des Standard einen iinchduluben Bericht Zuerst wurden tue Prrvatg inacker des Eriuftans untersucht In ieinem Schlaizinnncr «and man em IL ! i S idtobigco Bett, das eldst m einem u;citftaiiux:i HolPiial a.s unbrauchbar erklärt worden wärt Vielleicht glaubt-. Avdul Hawid in öit Jlnidifinbarleit der Umgebung Schutz zu linden Nack kurzem Zucken fand man in den denackbarten Raumen zwei Kaisen üfraufe: der eme enthielt Anteilscheine und Quittungen über Ölungen an bie Kaiferlickc Cttrmann'dw Banf die Teuucke ;.t Bank, unb nod> ein anderes iuslandtickes Bankhaus die Vöbc der Betröge wird noch nicht bekannt gegeben. In dem

ziveitcn Sckranke fand man in fünf Färbern übelitctnc unb I« weleii, in eilt ungefaßte und ungeschliffene Stein . die rbod> einen riesigen Wert repräsentieren In oemidbeii Junrnrr befand fiA auch eine kleine Reisetasche, die für rund 2 52HOO Mark türkische Banknoten enthielt Aabn'ckemlick hatte Abdul Hamid ftfit Reisetaicke bereitgeftelft in ber Hoffnung, jic bei seiner Inti* thronuug münebmen zu können Auf bem Zota fand man noch hie i^ebetskette des En'ultans Sie befiehl aus neun otachtvolft> Perlen, die von Senner» zusammen auf 800000 Marf -v'dM werden Abdul Hamid wird es beNaqcn, daß er diese Stil c-eM Verlassen des Palastes nickt zu iub gesteckt hm Ter bnn-hba* Raum war vollständig als Werkfiätte eingerichtet Mau »rtl eine Trebbanf. eine Hobelbank und alle Schtemerwerkzeuge: du! Hamid m na ml uh ein gewandter Tuckler Ter Raum cti* hielt außerdem große ttzeldiummen Zw--» kleine Kästen hon w» ansehnlichem Aeußern entbi-ttrn mckl weniger als .» 4«*)<XX> «tf in Banknoten: tn einem SneBeiduanf fand man zahlreiche irtMM Säcke, die 2 160000 Mark enthielten. In cinem anderen Räume stieß man au' drei Sail'enfdiränfe. btc bisher allen * rnnuMÜ* veriucken trotzten Ta sie bte flärffirit Sckränkc sind, die mau bisher fand, hont man. baß sie große Krufmnnrr b- berbergfll- Im Harcmftk. un »Frauenabteil. erzählte wirre Unordnung w* der Hast der Abreise. Man fab, daß die Frauen versucht batten, einen Teil ihrer Juwelen mtlinncbincn. aber in der Eile ber Abrciie blieben bie Handtaschen liegen, ne all' enthalten i*olb. Silber unb Juwelen lleberalt tm Palast» sand man .liaartittl* etuiS Tabakdosen. Handitnegel. Haarbürsten 3Mitrrfiddr und tausend andere tlnne Li ruSaegenstärtde htc h'irdur.- i au: kost' baren Metallen bfrgcnrllt unb mit prarfitnollr Edeltt inen be­setzt sind Alle i^egennönde wurden iorgiom kataloaiiieN unb bem Kriegsministermm zur Aufbewahrung ubergeben Tie Schätze

r*rben rorauoudjtlid) verkauft unb her Erlös der StaatSkafte .Lernndni Man rermuiet^daß weitere Nackiorickungen im Iildch- f zur Entdeckung von Schatzkammern und geb imen Schranken rühren werden.