fnfr später wieder bei Preisabschlag sich <nis<j[ftdk. Untu» iten>nb und unrerstänDlick nt die 3(b(up*olarTunq. tue der Ar- likclschrriber bnüqlid) orr Wetzlarer Berhältniüe gibt, vier soll d r Preisrückgang Oie Ursache sein, welcher die jiomumcnten der anlaßt dal, zu ihrcn früheren Ll.'erantcn ;urückzukchren. Ern Preisrückgang ift aber Dort gar nicht emqcrre*en, allo bleibt als roahrrr (v>nino Der 'Hnd'cbr Dorf) nur das übrig, was ich gesagt und was tagtäglich bic Erfahrung lehrt, nämlich, mb die Nonden bet ihren früheren Metzgern besser und vor allem vorteilhafter betnent rocrbcit
Das endlich die Stellung des Artikelschreibers ;u meiner cigknen Person anbelangt, insbesondere dte ,,tbm unällig hinter- I rächte Angabe", daß gerade ich der sei. der danach strebe, höhere Preise herbci;ufuhren, weise ich diese Behauptung als unwahr ganz entschieden zurück.
Der Artilelschreiber soll nur nur die Namen seiner Hinter- mäimcr nennen und ich bin icoer;eit bereit, Rede und Antwort ,,u stehen über alles, was ich getan Ich tue nicht mehr und nicht 1 cniger als wie ieder andere ttollegc, der darauf bedacht nt j in (Geschäft reell zu betreiben und dem es vor allem darmif onlommt, nur gute Ware t u liefern. OfcnnR, ich stehe auch mcht an, meine geschäftliche Ansicht da, wo die (Gelegenheit ti-’r^u ist, ofsen zum Ausdruck zu bringen, allein als sog. Triebfeder für höhere Pretse habe ich mich noch nie betrachtet, nie benuxen lassen und werde dies auch m Zukunft nicht tun.
Den «Grundsatz, den ich verwlge, hat ieder, der es mit der Cristenzfrage ernst nimmt und der es mit dem Handwerk ehrlich meint: ,/tiuh* Arbeit, gute Ware und angemessene Bezahlunss", damit jeder, sei er SLmfument, sei er Lieferant, en frieren kann. .7enn man must leben können und leben lassen.^ - 1——1
Universitäts-Nachrichten.
" Borlcsiingen über Rolonialroelcn. Nachdem im vorigen Jahre in Hamburg daS ,R o I o nj a l i n ft i t u t' ciöffnet und innerhalb des Lehrkörpers der Universität Halle dte „fl o l o n i a l a k a d e m i e" begründet wurde, hat sich die Aka - .eniie für Sozial- u n d H a n d e l S w i f \ e n f ch a f t e n in Frankfurt a. M. gleichfalls enlschlosfen, vom nächsten Wintersemester ab einen ,fl u r f u8 über kolonial wesen" abzuhalten. Tein soeben erschienenen Vorlesungsverzeichnis entnehmen wir, daß auch zwei (Mieten er Dozenten für diese Kurse gewonnen sind. So wird der ordentliche Professor an der Landes- nuiversität T r. S ch w a l l y n. a. eine Vorlesung über „Tie reli- . lösen und sozialen ß'rnnbibeen der niohaniinedanlscken Weltanschauung" und der Privatdozent der Botanik D r. Bruck eine zweistündige Vorlesung über „Kolonialbotanik" abhalten.
wandern und Wintersport, Reisen und Bäder.
0 Laubach, 14. Juli. Der sehr rührige Zweigvereiu deS V. H. C, (er zählt letzt nahe 150 Thtghcber), unternahm am letzten Sonntag eine Wanderschaft nach bem Cberroalb; trotz des un- , iinsligen Wetters nahmen 12 Personen, worunter 2 Tauten, daran teil. Plan marschierte über Schotten nach dem (äc,(elftem. 3m .whenklubhaus trat man mit 15 Herren des Schottener Vereins usammen, mit denen man hier sowie später in der „Traube" in schotten, wo OberaniiSrichtcr Nispcl und Apotheker Scrtba Bc- giÜbungsansprachen hielten, mehrere frohe Stunden verlebte. — . ic Ortsgruppe des „Wandervogel" zählt jetzt 24 Mitglieder, deren J. Vorsitzender Lehramlsassesjor Freitag, 2. Vorsitzender Cbcr- vrimaner Staudt aus Niederwöllstadt ist. AIS erstes Ziel geht die Lour nach dem Spessart, die zweite Wanderung richtet sich nach fern Odenwald. Für beide Toureit sind je 8 Tage vorgesehen.
Sport.
— Fußball. Am vergangenen Sonntag masten sich die 1. Mannsckxnt des Friedberger F JE „Merkur" und eine gemischte 2. und 3. Mannschaft des Vereins für Bewegungsspiele (Mietzen.
— Fust dall. Ter (Miefjcner Fußballklub von 1900 weilte am vergangenen Sonnten, mit 2 Mannschaften in Frankfurt um seine hüdiiütle gegen Fußball Vereinigung zu Pockenheim zu erledigen. Tie hiesige Mannschatt entwickelte diesmal ihr ganzes Können und .1 zielte Ins zur Pause mir 1 Tor gegen 2 Abseitstore BockenheimS. 2«ach der Pause erzielt Halblinks das 2. Tor, ein 3. Tor kann der Torwächter Pockenheims erst herausfchlagen, nachdem der Ball die Linie bereits übcridrrittai hatte. Halbrechts erzielte noch ein Ibicttelor, bann ist Schiltst. Tie Torzahi brückt das überlegene Svielen der hiesigen Mannschaft in keinem Maste aus. Tie 2. ."iannfrfxift dagegen mustte sich eine kräftige Niederlage von 9:0 i oreu gefallen lassen, die allerditigS durch die Nnvollständigkeit und den fiarfen Ersatz bet Mannschaft bedingt war.
Gcricbtrsaal.
Alzey, 14. Füll. Die nationalliberalen Wähler von Alzey- Bingen waren am 2d. Februar, am Tage vor der Slichivahl, von dem Zentralauüschiist in Berlin anigeknbert worben, für den freisinnigen Kandidaten Pfarrer Rorcll zu stimmen. Die freisinnige Parteileitung liest diese Wahlparole durch ein Flugblatt bekannt werden. Arn Tnge der Wahl erschien in fast allen Orten cm .Naiioualliberale.. Biireau" überschriebenes Telegramm, welches das Flugblatt als freisinnige Wahlliige bezeichnete. Nach der Wahl erklärte der .Alzeyer Beobachte r", dast der Wahlkreis
einer Hütte bei Besan^on geboren, hütete er bis zum 12. Fahre die Nitiber und kam bann durch die Unterstützung wohlwollender Leute auf das C-stnnuasium, das er unter grosten Entbehrungen durchlief, ohne cs feiner Armut lvcaen ganz absolvieren zu können. So wurde er Buchdrucker und Jlorrektor und blieb cs bis zu nimmt 34. Jahre. In dieser Zeit eignete er sich eine umfassende Btldung an und veröffentlichte verschiedene Schriften, deren eine ihm zu einem dreijährigen Stipendium der Akademie von Besancwn vetlwlf. <(r ging nach Pans, l»ejckiastigte sich lournalistisch, war aber auch notb fünf Fahre al? seht tüchtiger Angestellter tn einem Speditwnsyause tätig Bald aber widmete er sich ganz ber Propagieriuig des Materialismus, lenes Systems, wonach die OkienidhUt ganz auf den Prinzipien der Oferechtigkeu und PtHigkeil eingebaut sein und jede staatliche Zwangsgewalt auf- gehoben mrvDcii sollte. (5c detampstc gleichermasten den Sozmlts- «nud wie den Imperialismus Tie Zeitungen, die er gründete, landen einen riesigen Leserkreis, mürben aber unterdrückt und brachten ihm harte Verurteilungen. Im (Gefängnisse von St. P«tagte t^rheiratete er sich Unter seinen vielen Schriften sind bn i berühmt «lemorben. „Was ist das Eigentum?" (1840), „Briese an .vertu Btanaui über bad Eigentum" und „Verwanmng .in die Eigentümer"^ In ber eilten erörterte er bic ökonomische und juri frische (Grundlage des Eigentums, in brr zIvetten seinen In stör tschen (Ärtwickelimgs Prozeß, in der dritten behandelte er dte künftige OrgMttsatton der Ofesellschast. Zu seiner berühmten oder berüchtigten Dennition gelangte er, titdem er von dem durch den Evde Napvlevn ianfttonierten römisch-rechtlichen Eigentuntsbegrifs ausging, wonach das Ltgentutu die unbetdiranfte Macht sei, ent Ting zu gebranckren und ah mistbrauchen. Aach dieser unsozialen Ansicht marr das Eigentum .in ..Naturrecht" und nicht eine Scluwsung ber (^sellschait. Bon dieser, der germanischen Nechts euU'findung durckwus ivtderivrech. nden romtsch tranzöstscheit Anschauung ausgeliend, gelangte et zu seiner Definition, die aber burdkiue. nicht besagen wollte. „Eigentum ist nur Diebstahl". Als er seine ökonomischen Ansichten m die PraziS uin.zufetzcn per fud;4e, titbent er eine Bolksoank. eine „Tauschbank' errichtete, durch tnc der Mrebit unter Beseitigung des Zinses uith mit Ausgabe von Mretnlidicnten orgaunurt werden sollte, scheitene er. Mcbrsack entzog er sich Verurteilintflen burd> die Flucht und blieb idiltcfelid) bis 18t*>0 in Bvüssel. Dann wurde er amnestiert mtd starb 5 Jahre später in Pfaris.
— Eine un strebe". Dem Iunihest des Türmer" ientnehmeu mir folgendes. Di st uns. rede ..Bon oben her gehört 4dum nut zu den ;kidx*n unserer Zen Erne neue stunstrede be .beutet eine neue Eutthüllimg unserer remitiern'djen Uuhiltur ^or ebn<Kn Wochen rublte der Oberkmrgermerster von .\vjnau. lDr. Gebttdrns. den deiltgen Drang, in brr Stabtverordne; mver fammluiig sein stunftgestündnis abrmeaen Rack» Den Berichtei, ber Tageszeitungen tagte er u. a.. „Ueörigens wird ber 2rc;t
Vorsitzende bet Nationalliberalen von Alzen-Binaeu. Herr Justiz: (5 a (m o it, mit der gefälschten Tevefche in Verbindung stehe Es cr.ülanb eine Beleidig ungSklaqe gegen Den verantwortlichen Redakteur des .Alzeyer Beobachters". Tie Hauptverhandliing ergab, dast weder b"almoi:, noch irgend em Tiuglied öe5 nanonal- iibcralen Bureaus mit der Depesck enfälschung in Verbindung fteht. Infolgedenen er'olgte die VeruNecknng be? Redakteurs zu 20 Akk. t’klbl'tta’e. Tie Verhandlung ergab aber als Urheber der Tevescheii- fälschung einen früheren Echrist'ührer deS uationalliberalen Beremv Alzey, der iniwischen auS dem Verein und der Partei ausgefchlosten wurde. Tie freisinnige Parteilerwng deS Wahlkreises hat nun bei Der Staatsanwaltschaft Mainz gegen Den betr. Herrn Anzeige wegen Ilrkundenfälschung und Beleidigung erstattet.
fr Limburg, 14. Juli. Ein 12jähriger Schüler in ößbamar wurde vom dortigen Schöffengericht von der Br- sckultngung rreigefvrvchen, eine bereits entwertete Fünf- Pf en n i g - M a r ke zur Frankierung einer Postkarte verwendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft legte gegen die Freuprcchung Berufung (!) em. Die hiesige Strafkammer verwog sie, da nicht Tcnpeftcfit werden toratle, daß der Angeklagte die Marke
Vermischter.
C. K. D i e Ahnen der Parlaments ft enographen. Tie ParlameiitSstenographen, bic in aufreibender Tätigkeit jahraus jahrein die Früchte der Beredsamkeit der Volksoerireter aufs t-auicr bannen, rüsten sich jetzt zum wohlverdienten Sommer- urlaub. Wer war der erste, so ftaqt da die ,<Äa^etta del Po- volo", der diesen Märlprerberu' enanb und ausbildete? In Frankreich waren 1789 alle Augen auf die Nationalversammlung gerichtet, wo temperamentvolle Redner in leidenschaftlicher Rhetorik für eine Umwandlung der StaakSforni plädierten. Maret, der spätere Herzog von Bafsano, pflegte die Verhandlungen auimerffam zu verfolgen, machte sich dabei Notizen und erzählte mit deren vilie abends im Freundeskreise bad Vorgefallene. Seine Berichte stießen auf so lebhaftes Interesse, daß Alaret sich eines Tages entschloß, seine Notizen in cm gedrucktes Bulletin uniziuvandeln. Ta- inals gab es noch feine Iournalisteutribüne; ba5 Bulletin wurde in der Nacht gedruckt; wenn der Benasicr die letzten Korrekturen gegeben hatte, eilte er zur Nationalversammlung und setzte sich vor die Tür, um am Morgen beim Ccffnen bc5 Hauses einen guten Platz zu bekommen. Später wurde bann eine Heine Tribüne unmittelbar hinter dem Sessel des PräsiDcntcu errichtete Maret engagierte zwölf junge Leute, die hier an einem Tische Platz nahmen. Jeder dieser ersten Parlamentsberichterstatter hatte einen Stoß kleiner zugeschnitteuer Papiere vor sich liegen, die die Nummer des Schreibenden trugen. Ter Berichterstatter Nr. 1 merkte sich nun die ersten Sätze des Redners; wem: seine Fassungskraft zu Ende ging, gab er Nr. 2 ein Zeichen, der die folginben Sätze aufnahm und wieberum dann Nr. 3 bas Zeichen gab, weiter zu verfolgen. So arbeiteten zwölf Leute Daran, das langsame Schreiben mit der raschen Rebe in gleichem Tempo zu hallen. Tie kleinen Zettel mürben bann nach Den Nummern geordnet und so in die Truckerei gegeben. Mn der Zeit klappte alles leidlich, die Schreiber hatten sich cmgearbeitcL Tas waren Die ersten .Parlamentsstenographen-.
* Aha! Frau: „Na, Minna, ich dachte, Sie wollen von den Soldaten nichts mehr wissen." — stöchm: „Ach Gott, bic Vaterlandsliebe läßt sich eben nicht ersticken!"
märlte.
Limburg a. b. Lahn, 14. Juli. F r u ch 1 inarkt. Durchschnittspreis pro Süialter. Roter Weizen (nassauischer) 22,00 Mk., weißer Weizen (angcbaulc Fremdsorteu) 00,Oo 2)1 L, Moni 14,60 Mk., Gerste: Futtergerste 00,00 Mk., Brauaerste 0,00—00 Mk., Haser 10.10—0.00 Nik." (rrbicn 0,00 Alk.. Kartoffeln 0,02-0,00 Alk.
Literarisches.
— 65 r i c b c n 5 Reiseführer, Land 89: Süddcnts ch- lanbund Rhein. 16. neu bearbeitete Auflage. Mit 1 l start-m. Verlag van Albert Ofoldschniwt, Berlin. Die Bearbeitung dieser neuen Auflage weift im Vergleiche mit der 15. Auslage wiederum zahlreiche Berbesftrungen und (Srnvt'itcningcn auf. Mehrere Routen haben eine neue bessere "Anordnung crbaltai und zahlreiche neue Peibindimgen sind ausgenommen worden. Eine wesentlicbe Bereicherung hat dieser Führer durch Bervoflftandignng der Jüotd- angaben erjahren, die ja für den Reisenden von so außerordent lidu't Wichtigkeit sind. Das startenmaterial ist durchgängig einer grünflidjcn Revision unterzogen urorben. Tas hanblidie, in Truck, Papier und (iinbanb gefällig an gestattete Buch wnd jedem, der diese idtouftnt (Hebietc Deutschlands beiudjen will, ein zu verlässiger Führer sein.
^ainilien-Nachrichten.
Verlobte: Fräulein 9lnna Adolph in Alsfeld mit Herrn Julius Vou-Hiss in torünberg. — Fräulein Beick^a (Sifcr in Unter- Widdersheun mit Herrn start Höchcr ui Bisses.
Vermählte: Herr starl Bcrck mit Fräulein Babette Nößner, beide in Alsfeld.
Gestorbene: Frau Katharina Frey Witwe, geb. Müller, in Lang-Göns. — Fräulein Louise Schier, Fran Friederike Herr- manu, beide in Friedberg. — Frau Marie straft Witwe, geborene
der Nassfldien Stücke dvd) wohl üheridtäbt. Id) habe kürzlich „Maria Stuart" gcseljen. und id) habe mich ljerflich gelangweilt. Es hat mir burdjaue nickst gefallen, und dieselbe Ansicht habe ich auch von anderen Besuchern gehört, (i» patzt eben nicht so reckst in unsere Zeit. Tie „Tollarvrinjeflin" aber habe ich siebenmal gesehen, und ich konnte sic beute iwck> cüinrol sehen, trenn ick> Zeit butte, ins Theater zu gehen. Häitgen Sie sich ruhig das MäntelchtN des KünsivcmtändnisseS um uru» jagen Sie, id> habe kemes, mir ist es gleich" Einzig erfreuhd) an dieser ganzen Rede ul die Ehrlidckrit des Bekennens. Wie viele b.r deutsckien „(ffebUbetcn" Denlcn und leben evenso, nur sagen sie t ? nicht Im Theater hört num zuweilen Urteile, bic etneni eine i'kinfebaut übertreiben. Ta darf man nickst verallgemeinern. Aber die „stunst- rede" dieses Cberbur-]erm iitcrscheim mir den geistigen Tiefstand so mancher „höheren" streisc zu enthüllen, vielleicht ganzer ("t idl sckraftsschichten?
— Roseggers „tä gliche kleine Flasche Tirole r". Im „Tagebuch" des .HeimgaNen, dem Peter Rosegger allerlei Plandi'rsames und Bekenntnis Haftes anzuvertrauen pflegt, findet sich diesmal ein Äapitrl, in dem der steirische Dichter mitteilt, wie er zum Weine steht: „Ich lobe die Ant-alkoHolbewegumi." schreibt er, „und mirfc für sie nad> meiner Möglichkeit: her Al- koln»lisiMlS richtet in unserem Volke grausige Verheerungen an und unsagbaren Ekel. Ader das sage ich orten: ich konnte die tägliche kleine Flasche Tiroler nickst entbehren. Wenn sie mich bloß eirriichte, in behagliche Slüninung versetzte, die Welt rosiger erscheinen ließe, so wäre das etwa noch zu wenig l^runb, ihr seit so vielen Jahren anzuhängen. Ader diese klein? Flasche mit dem roten, dünnen Inhalt mackst mich besser, löst in mir edlere (nnpftndungen, vornehmmc Qkbanfen und altruistischere Cntichliesnimreu aus. und mit solchem (tzlase Wein könnte ich viel leicht gerade so gui sein, als manche Leute mich dafür halten. Cril Quentchen Alkohol im Blute verursacht bei mir eine schirmng vollere, höhere Lebensführung. Manch gutes FürneHmen habe ich dabei gemacht, manch zuvenichtlichen Plan ausgeardeitct, zu dem mir in der gewöhnlichen Stumpfheit Schwung und Mut gefehlt haben würde. Wahrend dieser Zustand dauert, weiß unb bedenke ich aber auch, daß er in wenigen Stunden wieder verflogen sein wird. Gegen diese kommende- nüchterne Gefahr suche ,ch mich wi rüsten, nehme nur beim Glase Wein vor, den guten Lnngabcn desftlben in vanbel und Wandel treu #u bleiix*n, vielleicht muh gar durch ein Versprechen zu binden. Damit ich gvvnumen in, das jetzt 6knro(ltr nachher auch auszmühren — Wenn andere klagen, daß Entschlüsse, Die sic beim »Nase Dem machcn, ihnen mandimal schleckst befomnten, so Habe ich solches bei mit nie erfahren. auf er es nnre cm übereilter Entschluß bei der zweiten Floscke gi*idx*bcn. In der ersten Flasche ist für mich noch Bernunit, nur ieu rtigtr. intetyimü Dtgcr o: j sonst, unc> n enn ich solckxm Zustand in pur permanent Halten könnte, jo wäre id) cui l^erzensauter
brntick, • t Vlcichenbach. — < ni Ien.nr v. r k, geb. v " in Tannftadt. — jderr Lebrer Rack m Vai:tcn. — Herr ~.::ibdeu SchallaS in Wimpfen. — Fra Anna (fiü :b.*ib Uhl, ed. Vehr, m Wc fl«. — Frau ^hniluie Zei , geb. “Tiatctanber, i„ Pch.tt.r^ — Frau Eli'abetve Merle, ged. l uiiiCTedb, m Alteiilurg.
Kircblicbc llacbricbtcn,
I5raeli;ijchc Kcligionsgemcinbe.
Eotterdienfk in der Snna^oge (S :d Anlage^, Samätaq Den 17. Juli 1905;
Vorabend 7.45 Uhr.
2?k o rg e n s H.30 Uhr.
Nachmittags 4.00 Uhr.
Sabbatausgang 9.23 Uhr.
Israelitisch« Neliqionzgcsellschaft.
K^ttcrdienst.
Sabbatfeier am 17. Juli 1909:
Freitag abend 8.00 Uhr.
Samstag vormiltag 8.00 Uhr.
9iachimttags 4.00 Uhr.
Sabbat-AuSgang 9.25 Uhr.
WochengoncsDlenst: Morgens 9.00 Uhr, tibendg 7.30 U5r.
Meteorologische Bobuditmrgeb der Station (ließen.
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Verantwortlich für ben politischen Teil k B.
: E. Heß."'
Telefonische Kursberichte
dee Giessener Anzeicers, von der Bank für Bandei
and Industrie, Gleesen,
Frnnktnrter ilörne, 15. Jali. 1.1» Uhr.
S1/,*/, Bdchsanleihe. . • <J -4a
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37,7a Konsob • • • • '•■•‘•4<‘
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37,eL Ober Hessen . • . OAOO
4°/0 Ocsterr. Goldrcnte. . 100-<x) 47»7a Oesterr. Silberrente.
47, Ungar. Goldrente . . to-60 4", Italien. Rente . . . —•— 87, Portntpesen Serie I • 02.00 3’/e Portugiesen „ III . 64-10 47,7, nus. Staatsanl. 1906 99.15 4*/,•/, Japan. Staatsanleihe M.ÖU 47, Conv/fürken von 19u3 92.40 Türkenlose......14'..00
47 , Griech. Monopol-AnL . 4MJ 47, lassere Argentinier . 8H.40 37, Mexikaner .... 64J.3U
47 ,7« Chinesen . • • , 99.2t)
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hochgemuter Mensch. Wohlgemerkt, das ist die erste fiemr .rlasche. Bor der zwe iten niitß man warne:!. Tie ,erstort. was die erste ixiut. und rwch einiges dazu Im besten Falle ist sie ganz überflüfM weil der Adel, der aus der ttftcu Flasch.- kommt, in der UDettfX nicht erhöbt werden kann, und weil Die wohl tätige Wirkung der ersten Flasche ohnehin über Die Zeit der zweiten hinausgeht. Wem aber Die erste Flasch'' leine aubere Inspiration gibt, aü sich Dte zweite zu bestellen, dein muß man mit allein (Enu'tc auch bic erste mißraten. Bismarck soll einmal gesagt haben, daß die französische Seele der deutschen um cüt <^!as W<m über sc. ive-.'halb Dt*r Deutsch? sich Dicief 0Ma4 > ackiüllen müsse, was Orr Franaose nicht notig hab. Warum der Deutsche antzerdem anch noch da- viele Bier nachschüttet?
- Weh dem, der.... schwindelt. Cnncn lustigen Beitrag zum üopitet von der schmiere bietet folgende Annonce, die der „Börsen;tg." zufolge kürzlich in einem wurtrembergifchM Lokalblättchen zu lesen war:
Saison-Theater in U.
Im Saale de- OkuthH? l Wilden Mann Direetion: Assanus M., concefs. Tlieaterunternehmer. .^um Berreftz für Lonise und Afiarius M.
Unter fteundlicher Mituurkung der hiesigen Sladtkapelle.
910 P 11 ä t! Novität? N 0 d tat'
An sämtlichen Bühnen Deut|chland-r umabluv* Mole auigetührt
Lustsvicl in 4 Au»Z it von Franz v Schöntban.
„Wche Dem der lügt" ist eines der humorvollsten Lusts der Neu,cit und hat in kurzer Zett den Licge-flug über (Äi licke Tr-uticke Buhnen gemach: unb iit überall mit ungchei Beifall ausgenommen worden^ Auch hier werden die verehrl Befticker zuirn-ürngestellt das Theater verlaffen. Indem wir o\ Lustspiel zu unterem Benenz gewählt, können wir nnt t*rnri etnen bcilcra-. Abend rersorechen unb bitten mir in Ander bes bisher so flauen Otefchaitsganges, uns durch recht zahlreich« Besuch zu unterstützen.
Dock achtirng-tzoll Louise und Assanus M.
Es wäre interessant, zu erfahren, was Herr Assaruis M. iss eigentlich mifgefübri hat.
— kleine EhronikauS Ä u n R und Wissenschaft. Ter Senior Der deutschen Schriltstcllcr, ber bäiu|^f kauimerrat Ernrl Iona s, beavi z gestern in erstaunlUteS geistiger und körperlicher ,m*d)e in Berlin fernen 65. <*lfburKW — Tas goldene Tot torpid« la um <c:ect am Bk Juli bei Spital- Direktor a. D, Keh. Saiiilatsrat Tr. mcD. illsons 8 i l b 0 ti • S 1 g ina r i n q e u. — Tic ouiäbngc 2oftor,eict begeht am llk < Der Pro'estor der ('trtur1.h,l,c und (Bn-iafologie a 1 rer llmoef Königsberg u Pr^ (Seh. Meb zinalrat 2x. mti). ‘Jütb. 2 0h


