Ausgabe 
15.7.1909 Zweites Blatt
 
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Donnerstag 15. Juli 1909

Zweites Blatt

Nr. 163

159. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Polstische Tagesschau.

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Mit aus Ulm.

die Plakate.

am 17.

Rückständige Fordcruuso das Korps ,2cuton.

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der Vereinsdiener Schneider unsere Vogelwelt nicht darben! ließ, beweist der hohe Futteroerbrauch.

Verfüttert wurden 8 Zentner und 59 Pfund Vogelfuttec int Betrag von 171,66 Ml. Mckst minder warmherzig zeigte sich Gießens Bürgerschaft, was hier dankbar hervorgehoben sei. Dem Realgymnasium wurden 2 Futterkasten, dem Kreisbauamt 6 Nist­kasten letztere zum Selbstkostenpreis überlassen. Ander­weitigen Gesuchen dieser Art konnte der Tierschutzverein aus finanziellen Gründen leider nicht entsprechen; dagegen hofft er, im lausenden Jahre solchen Wünschen gerecht zu werden.

Aus Gründen des Vogelschutzes überreichte der Ausschuß seinen Mftgliedern das Vogelschutzgesetz und trat dem Vogclsämtzverein für das Großherzogtum £>ef|en mit einem Jahresbeitrag von 3 Mk. bei.

Um die Liebe zur Natur bei den Kindern zu fördern, schenkten wir den hiesigen Schulen 33 Exemplare der Liedcrsammlung: Liederstrauß.

Tie Bezirkssparkasse dahier bewilligte im? 100 Mk., wofür wir aufrichtig danken.

Am 17. Mai legte Prokurist Wolff die Rechnung vor, die in Einnahme mit 1767,66 Mk., in Ausgabe mit 1759, Mk. abschloß. Der Vermögensbcstand des Vereins beträgt gegenwärtig 2523,87 Mk. Tie Rechnung wurde von den Lehrern Fritzel und Krug geprüft und richtig befunden, worauf dem Rechner dankend Entlastung erteilt wurde.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

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Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^ä>5L Redaktion-.d^A 112. Tel.-Ad ruAnzeigerGießen.

DieSiehener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gietzen" zweimal ivöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

hier sind bis zum 2W f dem Korpshaus W chen. D'

Jahresbericht des Siebener Tierschutzvereins für das Zahr 1908(09.

Der Tierschutzverein schreibt uns:

Im verflossenen Vereinjahr hielt der Ausschuß seine Sitzungen 23. Juni, 7. Oktober und 10. Dezember 1908 und am Mai 1909 im Hotel Kaiserhof dahier ab.

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Iietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhefftn

der Listen unverdrossen unterzog.

Der ganz besonderen Fürsorge bedurften unsere heimischen Vögel im verflossenen^ Winter. Groß war ihre Not,; denn^der

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;e.llwidriger Gerste, das Schankgefäßgesetz. .

Tie große Gewerbeordnungsnovelle blieb ganz in der Be­il rcAung zurück; es gelang nur, die Bestimmungen über die Re- islung der gewerblichen Frauenarbeit herauszuschälen und als blonderes Gesetz zu verabschieden. Bei gutem Willen würbe 2 auch noch gelungen sein, die zweite und dritte Beratung des lllcbeitskammergesetzes zu verabschieden, allein die neuen Mchr- || iiatdpartcim spürten hierzu wenig Lust. Eine Jieihe von ' llterpellattonen behandelten brennende Tagessragen, darunter das 'lUboder Unglück, die Behebung der Arbeitslosigkeit, die meck- Ull nburgische Verfassungsftage und die Aushebung der Getreide-

alles einfach und fast bürgerlich hergerichtet und es ward nur selten zur Stätte besonderer Feste. Auch seine beiden Nach­folger schufen aus dem stolzen Bau keinen geistigen und ästhetischen Mittelpunkt Berlins. Das hat erst Bülow getan, mit dem eine neue Aera in der Geschichte des Palais an­brach. Ter vierte Kanzler wußte, von seiner Gemahlin unterstützt und beraten, die Räume mit erlesenstem Ge­schmack einzurichten. Ein wahres Museum edler und vor­nehmer Kunstwerke umgab den Besucher, der sich gleich beim Eintritt aus Berlin fort in die große Atmosphäre eines italienischen Palazzo versetzt fühlte. Es war ja nur natür­lich, daß die Schönheit italienischer Kunst, der Fürst und Fürstin die höchsten ästhetischen Erlebnisse verdankten, der sie sich durch die engsten Bande der Bildung, die Fürstin auch durch die des Blutes, verwandt fühlten, in ihrer Umgebung aufleben mußte. Im Salon der Fürstin vereinen sich die Gemälde alter Merster, die kostbaren eingelegten Arbeiten, die altflorentinischen Truhen und die venezianischen Gläser zu einer vollendeten Harmonie der Farbe und Form. In dem schönen Wintergarten, in den man aus dem Salon tritt, erhebt sich mit melodischem Plätschern ein antiker Springbrunnen, aus dessem köstlichen Becken einst ein rö­mischer Sklave geschöpft haben mag. Auch das elektrische Licht, das aus zwei wundervollen venezianischen Kron­leuchtern in einer gedämpften warmen, gleichmäßigen Hellig­keit l)erniederströmt, ist mit feinster Kunst für die Wirkungen dieser Herrlichkeiten berechnet.Man glaubt sich in einem venezianischen Palast bei einem Dogen der Renaissance zu Besuck zu befinden!" So hat ein begeisterter Franzose ferne Eindrücke von diesen Räumen zusammengesaßt. Die gleiche Kultur der Ausstattung begegnet in den anderen Empfangs­zimmern, die in verschiedenen Farben, Grün, Gelb und Rot, gehalten sind. Tas Arbeitszimmer des Fürsten ist ein großer luftiger Raum, geschmückt mit zahlreichen Ge­schenken des Kaisers und anderer Souveräne. Auch das Tintenfaß, das er benutzt, ist ein Geschenk seines Monarchen. Seine Erholung suchte der Fürst in häufigen Spaziergängen im Garten, wobei ihn seine Pudel lustig umsprangen, und in seiner prächtigen Bibliothek, in der er sich mit seinen besten Freunden, den Büchern, vereint weiß. Während im Salon der Fürstin nämlich der Geist der Musik herrschte und wahr- i>aft künstlerische Konzerte statt fanden, fühlte der Fürst sich vor allem.wohl im RM der Lichtung und der Wissen-

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Echützenh^ KfthtÄ"

Nochmals Schlachtvieh- und Mschprelse.

Wir erhalten von Metzgernreister Schreiner folgende Zu­schrift:

Wenn ich auf das letzte Eingesandt des Artikelschreibers noch­mals antworte, so veranlaßt mich hierzu nicht etwa der Umstand, daß ich annehme, das Publikum wurde den dortigen Ausführungen irgend welche Bedeutung beimesscn, sondern lediglich die Tat­sache, daß das betreffende Eingesandt u. a. Angaben enthält, die mit der Wahrheit in Widerspruch stelzen, und weil überdies der Artikelschreiber sich mit meiner Person mehr wie nötig bei'djäftigt, während er den eigentlichen Kern der Sache mit allgcureinen! Redensarten übergeht. Was von dem ganzen Eingesandt etwa nur in Betracht kommen könnte, ist die Angabe der Preise, die der betreffende Artikelschreiberauf Grund der Marktberichte" macht. Ich habe aber bereits in meinen: ersten Eingesandt darauf hingewiesen, daß dieMarktberichte" nicht immer und nicht stets die richtigen und wirklichen Preise sind, und die Behauptung! halte ich heute noch auftecht; sie ist und kann auch von hem Artikelschreiber nicht mit Erfolg widerlegt werden.

Wir Metzger fönnen nicht immer mitMarttberichten" rechnen, sondern nur mit Preisen, die wir wirklich zahlen, und daßi wir mir das tun, kann an der Hand unserer Bücher jederzeit nachgeprüft werden.

Daß die Angaben bezüglich der Preise von Ochsen richtig! sind, kann Artikelschreiber am besten wohl durch bloße Anfrage ht Orten, in denen sich größere Mästereien befinden z. B. Großen-Linden erfahren; dort wird für prima Ware immer noch durchschnittlich 7880 Mark bezahlt.

Im übrigen sollte der Artikelschreiber, wenn es ihm wirklich, darum zu tun ist, das Publikum anfzuklären und nicht ptwa einseitig zu beunruhigen, doch vor allem Erkundigungen einziehen an Stellen, die zuverlässig sind, und sich nicht kurzer Hand auf Marktberichte berufen, deren mangelhafte Angaben zum öftern und mit Leichtigkeit nachgewiesen werden können. So be­dauerlich das auch ist, ich muß das aber an dieser Stelle aus- sprechen, denn gerade die Veröffentlichung unrichtiger Markt­berichte war schon wiederholt und verschiedentlich Gegenstand der Beratungen in manchen Geschäftszweigen, da dadurch leicht Miß­verständnisse entstehen. Die Marktberichte werden selbstredend! üt gutem Glauben veröffentlicht, sie stützen sich aber Wohl in der Hauptsache auf mündliche Anfragen bei einzelnen Personen, und je nachdem letztere an dem betreffenden Tage zufällig ein- gekauft oder verkauft haben, fällt die Preisbesttmmung aus.

Ich habe auch gar nicht in Abrede gestellt, daß die Preise einmal fallen, einmal steigen; ich habe dies ausdrücklich zu­gegeben und nur erklärt, daß, wenn berartige Schwankungen zeitlich zu nahe zusammenkommen, es den Metzgern nicht möglich ist, fortwährend und abwechselnd in der Preisbemessung zu folgen. Wir suchen den Mittelweg zu halten und, wenn einmal auch die Verkaufspreise etwas höher sind, nicht dann sofort mit Preissteigerung nachzufotzen, selbstredend in der Annahme, daß der uns entstehende Ler-

iu-n Segen unseres Volkes ist es jedoch noch nicht zu spät, um s«nches Schwere abwenden und um manches Gute noch erringen zu ljenen, und von diesem Gedanken aus kann der Hansa-Bund . ki rühriger Tätigkeit angesichts einer außerordentlich für sich XX* gfctiftigen Lage unendlich viel Segensreiches schäften und ein Wbc-utzhort wahrhaft national gesinnter Männer aus allen Kreisen

die Sache des Hansa-Bundes ein. Ferner schreibt der Obermeister einer rheinischen Innung an die Leitung des Hansa-Bundes:Nie in meinem Leben habe ich etwas willkommener geheißen als die Begründung dieses Hansabundes. Ich hatte bei der ersten Nach­richt das Gefühl, daß der deutsche Michel endlich aus dem Schlaf erwache. Er hat schon viel zu lange geschlafen, was die Zeit verdorben, kann die erste Zukunft nicht wieder gut machen." Tie meisten Fleischerinnungen von Berlin und Umgebung haben sich nunmehr dem Hansabunde angeschlossen. Neuerdings traten auch die Bäckerinnungen Bielefeld und die Fleischerinnung von Siegen dem Hansabunde bei. Von größeren wirtschaftlichen Ver­einen, die in der letzten Zeit für die Sache des Hansa-Bundes cintraten, seien hervorgehoben: der Verband deutscher Schirm­fabrikanten, die Vereinigung der Schirmgroßsabrikanten, der Ver­band deutscher Posamentier-Innungen und aller selbständigen Po­samentiere Teutschlands, der Bergische Fabrikanten-Verein Rem­scheid u. a. .

Weitere Ortsgruppen des Hansa-Bundes sind in Posen, W ü r z b u r g, Tanzig, Lübeck, Chemnitz, Ludwigs­burg und Metzingen gebildet worden.

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schäft. Mit Freunden zog er sich wohl auch abends gern zur gemütlichen Plauderstunde in die Bibliothek zurück, wo der dunkle Ernst der Bändereihen durch freundlichen Blumenschmuck gemildert wuroe, und wenn dann die großen Zigarren brannten, erfüllten die lieben .Hausgeister der Behaglichkeit und Fröhlichkeit das Reichskanzlerpalais.

Thoma-Ausstellung in Frankfurt a. M. Tie diesjährige Sommerausstellung des Frankfurter Kunstvereins wird Hans Thoma, zu Ehren seines bevorstehenden 70. Geburtstages, gewidmet sein. Sie wird dank der selbstlosen Unterstützung, die sie bei den Frankfurter Kunstfreunden nicht weniger wie bei- auswärtigen Sammlern gefunden hat, eine seltene Reichhaltig­keit aufweisen und neben graphischen Ar betten gegen 100 aus- gewählte Originalgemälde Hans Thoma's von seiner frühesten Zeit, etwa von 1857 ab, fortlaufend bis zur Gegenwart umfassen, darunter um ein gegenüber den früheren Thoma-Ausstellungen verschiedenes Bild zu geben manches bisher wenig bekannt gewordene Werk. Eröffnet wird die Ausstellung, die als Ueber- sicht über das gesamte bisherige Schaffen eines unserer größten modernen Meister ein Anziehungspunkt ebenso für die durch­reisenden Fremden wie für die Frankfurter Kunstfreunde sein wird, heute, Donnerstag; ihre Dauer ist bis Ende September ge­plant.

Neue Seetiere im Zoologischen Garte n irt Frankfurt a. M. Ende voriger Woche traf eine außerordentlich reichhaltige Sendung der prachtvollsten Seetiere für das Aqua­rium von der K. K. Zoologischen Station in Triest ein. Die Mittelmeerbecken bieten jetzt wahrhaft malerische Unterwasserland­schaften, die infolge der reichen Algenvegetativn, die sich nach der Verbesserung der Beleuchtung entwickelte, besonders wirkungsvoll sind. Tie herrlichsten orangeroten Korffchwümme, lebende Korallen­stöcke, gelbe Haarsterne, violette Seeigel, die verschiedenartigsten Seerosen, wie Aiptasien, Anthäen, Seeanemonen u. a., Kolonien von Kalkröhrenwürmern, Eier vom Tintenfisch und Haistscheier, durch deren dünne Hülle der stets in lebhafter Bewegung befind­liche Embryo hindurchschimmert, das alles sind Schaustücke vom solcher Farbenpracht und so hohem biologischen Jntereffe, daßl gerade jetzt der Besuch des Aquariums besonders empfohlen werden kann.

Der Vater des Anarchismus. Kaum ein Wort ist so oft zitiert und so oft mißverstanden worden, wie Pierre Joseph ProudhonsEigentum ist Tiebstahl". Mancher wohl stellt sich ihn, dessen 100 jährigen Geburtstag Frankreich am 15. Juli feiert, um dieses Ausspruchs willen als einen brutalen (Apro- priateur vor, aber er war nichts weniger als das, sondern ein gelehrter, geistvoller Idealist und Menschenfreund. Ein Lands­mann Rousseaus, als, Sohn eines Küfers ynb guter Köchin in

Zu Anfang des Jahres 1908/09 betrug die Mitgliederzahl unseres Vereins 431. Im Laufe des Jahres schieden durch Tod, Wegzug und freiwiNigen Abgang 12 Mitglieder aus. Da­gegen traten 5 Personen dem Verein bei, so daß sein Endbestand 424 Mitglieder aufwies.

Der Ausschuß verlor durch den Tod ein allzeit reges und darum ganz bftonders geschätztes Mitglied, Herrn Kommerzien­rat Koch.

Weitere Aenderungen innerhalb des Ausschusses veranlaßten der Wegzug des Rektors i. P. Hahn, sowie die Versetzung des Polizeiamtmanns Herberg. Durch Kooptation traten Gewerbe­bankdirektor Loos und Polizeiamtmann Reinhardt an ihre Stelle.

Die zugesandten Flugblätter, Jahresberichte und Zeitschriften zirkulierten in den Ausschußsitzungen. Artikel von allgemeinem Interesse wurden vorgelesen. So befaßte sich unter anderem Lehrer Krüg in längerem Vortrag eingehend mitTierdressuren und Tierquälerei", während Oktroierheber Roloff durchBe­obachtungen aus der Vogelwelt" die Hörer belehrend unterhielt.

Altem Brauche gemäß unterzog sich Lehrer Fritzel wiederum der Beurteilung der Tierschutzkalender. Auf Grund seines sorg­fältigen Gutachtens 'bezogen wir vom Berliner Ticrschutzverein 2450 und vom Verbände der Tierschutzvereine des Deutschen Reiches 1970 Kalender. Von den ersteren wurden dem Gymnasium 150, der Realschule 450, der Höheren und Erweiterten Mädchen­schule 750, der Knabenschule 524 und der Mädchenschule 570 Stück überwiesen: von den letzteren wurden den Mitgliedern 500, der Knabenschule 736 und der Ncädchenschule 727 Stück zugestellt.

An Prämien bereinigte der Ausschuß 180 Mk.; 60 Mk. für die Gendarmerie und 120 Mk. für die Schutzleute. Die Verteilung dieser Summen wurde ihren Vorgesetzten mit dem Ersuchen um Zustellung der Verteilungspläne überlassen.

Zwei Flurschützen wurden Prämien von je 6 Mk. zuerkannt, weil sie wildernde Katzen, Raubvögel und anderes Raubzeug abgeschossen hatten.

Für schonende Behandlung und gute Pflege der Pferde wurden 8 Diplome und 100 Mk. ausgesetzt; dieser Betrag kam kurz vor dem Weihnachtssest in Gaben von je 5 'Mk. zur Verteilung. Die gerahmten schönen Diplome wurden am 20. Dezember vom Ausschuß den Ausgezeichneten im Amtszimmer des Vorsitzenden feierlich überreicht.

7 Metzgerburschen, die beim Schlachten Möglichst human ver­fuhren, brachte der Ausschuß seine Anerkennung durch Gaben von ie 5'Mk. zum Ausdruck.

Besondere Verdienste hat sich unser Ausschußmitglied Daniel Heil dadurch erworben, daß er sich der mühevollen Aufstellung

Vom Hausabund.

Tie einzige Möglichkeit zur gemeinsamen Abwehr feindlicher 'Angriffe und Uebergrisfe, die einzige.Möglichkeit zur Hebung i -i wirtschaftlichen und politischen Einflusses des erwerbstätigen ürgerstandes, die einzige Möglichkeit zur Bekämpfung der ein« i Ligen reaktionären Politik bietet der Hausabund." Diese Er- lentttnis gelangte erst vor wenigen Tagen in einem Organ des Verblichen Mittelstandes zum Ausdruck. Sie bricht sich mehr ui ib mehr Bahn in den Kreisen von Handwerk und Kleingewerbe. 'Hlgemein kommt die lieberjeugung zum Ausdruck, daß nur Einig­keit und ein fester Zusammenschluß des gesamten werktägigen Silkes ohne Unterschied des Standes und der Partei die Interessen hon Gewerbe, Handel und Jndusttie zu fördern und gegen maß­lose und einseitige Belastungen und Schädigungen wirksam zu 15-ützen vermögen. Wenn jeder erstabwarten" würde, ehe er [inen Beitritt erklärt, könnte der Hanfa-Bund nie zu der Macht Herben, die er werden muß.

Ein angesehener Handwerksmeister in Mecklenburg schreibt der feitung des Hansa-Bundes u. a.:Nur eines ist zu bedauern, i<tR die Gründung des Hansa-Bundes nicht bereits früher er­folgte. Sicher wäre manches Unheil und viele Belastungen, welche heute auf unserem kommerziellen und wirtschaftlichen Leben ruhen, iaü>urd) abgewendet worden und wir befänden uns heute im .^ttberoerb der Völker zur Erringung einer guten Position im L.lthandel in einer wett günstigeren Lage, wie es jetzt leider der Fall ist. Durch gemeinschaftliches Zusammenarbeiten aller lrü Berufsstände, Gewerbe, Handel und Jndusttie, durch wirk­liches positives Handeln zum Schutze unserer nationalen Arbeit und

Die Netchstagsarbeit der letzten acht Monate.

Nach der Sommerpause 1908 trat das Parlament am 4. No- r mber wieder zusammen und hielt bis Mitte Juli 129 Plenar- -i Übungen ab. Den größten Zeitaufwand in den 8 Monaten seiner Tätigkeit brauchte die Erledigmtg der Reichsfinanzreform, ii (lTCn Beratung am 19. November 1908 begonnen und erst am 1'1 ) Juli 1909 abgeschlossen wurde. Die zweite große Arbeit war i.c Beratung des Reichshaushaltsetats für 1909, die 39 Sitzungen in Anspruch nahm und erst nach dem verfassungsmäßigen Termin iT.it zweitägiger Verspätung ihr Ende erreichte.

Eingeleitet wurde die Sitzungsperiode mit der Erörterung iber die imDaily Telegraph" erschienenen Aeutzerungen M Deutschen Kaisers im Zuiarnmenhang mit den Verfassungs- batten und dem Bestteben, ein Reick^kanzleiverantwortlichkeiis- s setz zu schaffen mid ein neues Jnterpellationsrecht für den deutschen Reichstag. . a

Von größeren Entwürfen wurden verabschiedet: das neue S Zeingesetz, das Automobilhaftpflichtgesetz, die Zivilprozeßnooelle, i nb die Novelle zum Sttafgesetzbuch, die Entwürfe betreffend den ii lauteren Wettbewerb und betreffend die Sicherung der Bau- fyrberungen, eine Novelle zum Stempelsteuergesetz, die Bankgesetz- n welle, das Beamtenhaftpflichtgesetz, eine Münznovelle, die Vieh- s-uchennoveUe und die Besoldungsgesetze. Von kleineren Entwürfen ;-en u. a. genannt: die Entwürfe betreffend die Preisfeststellung 6, im Markthandel mit Schlachtvieh, betreffend Einwirkung von .'Irmenunterstützmig auf öffentliche Rechte, betreffend Behandlung

luiseres Volkes werden."

[flflfi# Ittm MMnomm» In derWürtt. Ztg." tritt in einem längeren parteipolitischen

x 'Helft I drittel ebenfalls ein Handwerksmeister, Herr O. Vötter, der 1. Bors. ...... - ------ c.

|Ittf Verbandes Deutscher Klempner- u. Installateur-Innungen, für Winter war hier zu Lande ungewöhnlich lang und streng, ^atz

3m Heidisfanjkrpaais.

it 2nbüt Dienöta^naco - . .. Das Reichskanzlerpalais in der Wilhelmstraße erhält

)'nun einen neuen Bewohner: ein neuer Geist, ein neuer ^schmack wird in diese historisch denkwürdigen Räume ein- ?ien*«a,rfrtrci Gegenurhen, denen die feine ästhetische Kultur des Fürsten und nKben iiüf« Fürstin Bülow solange den Stempel ausgeprägt hatte.

es Palais, das ursprünglich 1734 für den General von ir- XThn« vchulenburg unter der Regierung des baulustigen Friedrich ElSBiWdlm , Mhelm I. nach den Plänen eines italienischen Künstlers ron Richter aufgeführt wurde, bringt trotz seines übermäßig tohen Daches und der barock anklingenoen Formen einen löblich lebendigeren Hauch in die von Schinkels ernstem !.Sassizismus und der schwerfälligen Pracht der Gründeriahre ^herrschte Straße. 1795 ging das Gebäude für 60000 ^ater iiu den Besitz des Fürsten Radziwill über und eine Zeit Lmzender Feste entfaltete sich in seinen Mauern. Noch >il6webt ein Hauch jener romantischen Stimmung durch die >>cmächer, da Chopin am Klavier den verführerischen Klang inner Polonaisen ertönen ließ und der damalige Prinz Älhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., an die idtönc Fürstin Elisa Radziwill sein Herz verlor. Das Radzi- Hljdje Haus ward zu einem wahren Musensitz, in dem sich :in den selbst -künstlerisch hochveranlagten Prinzen die geistige IHite Berlins scharte. Längst waren diese Tage jugendlichen schwärmens und künstlerischen Glanzes verklungen, als man für den Kanzler des geeinigten Deutschlands einen würdigen Ach suchte und ans das Radziwillsche Palais, Wilhelm- swaße Nr. 77, wie es nun prosaischer hieß, verfiel, das neben der bisherigen Wohnung Bismarcks gelegen war. fär sechs Millionen ward es vom Reich angekaust und ier einfach schlichte Geist des eisernen Kanzlers durchwaltete nun die prächtigen Räume. Das Arbettsßimmer Bismarcks jfti durch die Pietät seiner orachsolger noch in demselben .süstande erhalten, wie er es verließ. Da befindet sich noch vrr schwere schmucklose Mahagonisch reibtisch, mit drei großen i^Mnsefedern darauf, die er einst gebraucht; daneben steht tiv kleinerer Schreibtisch, an dem er in späteren Jahren »beitete; auch hier liegen noch Feder,»erhalter und liftieal, deren er sich bediente. In der Mitte steht ein großer rotier Tisch, an dem Bismarck dem Ministerrat äu präsi­dieren pflegte. Besondere Freude hatte der Mtreichskanzler au dem schönen Park, in dem er fast jeden Tag mit seinem .Lyras. eine Stunde spazieren, ging. Im Palais, selbst war

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