€ttnirr u bCTmlltqeiT Weiler imro bmnHvK ffmRtet 76, der-: bau, Aiuigab 22826 Mk, btt Kapitel 77, ffw:fn'traynnn'cn. ^fu^qabe 1 248 780 9tf., bongen bie 3Uy öc t b< n r c i d>. x>a a », Berthold und Len ft selber vertchi-bene Lvkalwüniäx vor, auj welche Geh Rat fofyr. v Biegeleben kurz erwidert
TaB Kapitel wrro darauf genehmigt, ebenso Kapitel 78, Han delskamrncrn, 21 130 Mk und die folgenden Hapuri: A-rderurig des hramuinntidKi» Fortbildungsunt rcickts, 17 30* Mk Tech nische < rumtun tenüft rnstallen 800 -?<f , Hanpiverkslawn-.-r ^Rf., Zxmdwertergenoisenichofr«?n l'itiO Mk, Gnvert^ui'uln 78 778 Mk., TampfTcf )'e Iprüiung 51 716 Mk, kiidxoeftn Ausgabe 22 300 ‘Wf, Einnahme 125000 Mk. Zentra lirelh tüt e- Okroetbe, Ualton Tarmstadt (nnnabme 6 .,00 Mk, Ausgabe 10 2Wi Mk, Gcwerbllche Unterrichtsanstalten (nrauibmc 20080 Mk, Ausgabe 246 100 ML, Knnstgcwcrbc und gewerbliche Zwecke Ausgabe 16 000 Mk. Bei vollstem Kapitel wut Abg Reinhart mir do-5 Bestreben brr evangelischen Christlichkeit l,in, den Fortbi'-'unge schnlunterricht vom Sonntag vormittag auf bie 5*od?jntziflf zu verlegen ,y<rnn macht Redner auf die ungünstige finanjtrllc Ztclhntg der Wormser Gcwerbeschuttehrci aufmerksam.
Mmifterialrot Tr. U f i n a c r hebt darauf kurz bxc Schwierig Texten hervor, die einer Verlegung des FvrtbilbungSunterrichts auf die Wochentage entgegenstch« Ten Wormser 7yachlehrern könnte wohl am einfachsten dadurch geholfen werben, baß man sie in die staatliche Fürsorgekasse mit aufnähme.
Tannl ist der Etat deS Ministeriums des Innern erledigt und der Präsident schließt die Sitzung unt 1 Uhr
Nächste Sitzung DicnStag vormittag 9 Uhr_______________
Vie Znvall-enverslchenmgspslicht der handardeits lehrennnen
Xie Handarbeitslehrerin L. L. zu L. batte Antrag auf Währung der Invalidenrente gestellt. Tie zuständige Landes- Versicherungs Anstalt lehnte jedoch den Anspruch ab, weil die Antragstellerin nach der Natur ihrer bisherigen Erwerbstätigkeit als selbständige Gciverbctrribende und sonach nicht als iiwalidenversichernngsvfl'chlig anzusehen sei. Tas von der L. L angeruienc Schiedsgericht für Arbeitervcrsicherung in 'der Provinz Oberhessen gelangte zu der Ansicht, dast die Tätigkeit der Klägerin als Handarbeitslehrerin im hoben tvrade er ziebcrischer Natur gewesen ist. Es in nicht auf eine rein äußer- lichc Unterweisung nach gewerblichen töcsiditsouukteii, sondern lediglich aut einen methodischen Unterricht und auf eine Ergänzung der weiblichen Bildung angekommen Tas Schiedsgericht erachtete die von der Klägerin ausgctibte Tätigkeit als eine nach dem Invalidenversicherungsgeseste die Bersichernngspslicht bc gründende Beschäftigung, sah die in die Quittungskartcn der ."tlägerin eingeklebten Beitragsmarken als zu Recht verwendet an und sprach der L. 3. die Invalidenrente in gesetzlicher Hohe zu.
Tic LandcSvcrsicherungs Anstalt verfolgte nun gegen die Ent scheidung des Schiedsgerichts Revision beim Reichst ersichcrungs- amt in Berlin, die jedoch mit solgender 1 gewiesen wurde: ,,Ueber die Bedeutung, die den Begriffen .Lehrer" ,md „Erzieher" im Sinne der Bestimmung des 4} 1 Ziffer 2 des Invalidenversicherungsgesetzes nach ihrer Entstchiingsgeschichte bei* zuleqen ist. hat sich das Reichsversicherungsamt in mehreren Entscheidungen mio unter deren Verwendung zusammenfassend in der Anleitung, betreffend den Kreis der nach den, Znoaliden- vcrsichernngsgesene vom 13. Züli 1899 versicherten Personen jisi'e, 24 ausgesprochen. — Tauad) ist die Tätigkeit des Lehrers allerdings eine höhere, mehr geistige Arbeit, die ein gewisses Mast von Bildung und Kennmissen voraussetzt und die den Ausübenden über die in 8 1 Ziffer 1 Inv.- Bers. dfesetzes bezeichneten Personen erhebt. Ein von dem Er- ziehungszwecke losgelöster und überwiegend nach gewerblichen Ofc ftchkspunkten betriebener Unterricht in mechanischen Fertigkeiten fällt nicht unter die Borsclrrist der ;Nffer 2 a. a. £ Ta mit ist
aber nicht gesagt, da st nur der Unterricht in Wissensclraflen oder schönen Künsten hier in Betracht kommen könne. Vielmehr ist unter Umständen auch dic Unterweisung in körperlichen und mechanischen Fertigkeiten, wie Turnen, schwimmen, Kochen, ioanb- arbeiten und dergl. als eine Lehrer- und Erziehertätigkeit im Sinne der in Rebe ftebcubcn Bestinummg anzuscheil, sofern näm- "i-11it zur Geltung gelangt, dies ui i ••mm': dienstbar zu machen, b h Bildung des libaratln? und GemÜd.' und zur Entwicklung Eigenschaften zu verwerten
besondere den Handarbeitsunterricht anlangt, so kann er sehr wohl n, dar neben bet Erlangung einer
auch d> Entialtung und Pflege be-t Orbnungs- und Schön heilS- ''■ii und häuslichen Wesen der Birtschaftlichkeü und 3pariam!ctt und ähnlicher, namentlich zu den Vorzügen einer lüditigcit Hausfrau gehörender Eigenschaften artraei Unter, ■• kann m
l»ft zu einer Cuefle wertvoller Einflüsse für die VervoUkomm- nung des »triste- uub t^emü!Siebens der Schülerinnen werden. Tie Grenjzlimen zwischen einem wichen zugleich Ertziehungszw.cke vcriotgenden und einem reut sachlichen Unterricht ist freilich im EiiizcUall oft schwer \u ziehen, wenn efi sich hei dem Lchr- gegenftand an sich um lör per liebe oder meckianlsche Fertigkeiten danbelt, da die theoretisch gekenn zeichneten Unterscheidungsmerk-' inale im praktischen Leden nicht immer iebari berDortreten. Ein
Mitch • -. auch .i'ii erlich < > kennbare - seiclnn füt der ersteren Art nritb in der Regel bann zu erblicken fein, dast die Erteiltmg eines fest abgegrenzten, methodischen Unterrichts vorliegl Tagegcn ist es nicht crrorberlidj, dast der .'öanbarbeitö-
unterricht ui einer mehrere Lehrgegenstande umfassenden Er» zielUingSanstalt erteilt wird, wobei naturgemäß der Erzichungs- zweck deutlicher hervor tritt.
Tiefe leitenden Grundsätze hat das Schiedsgericht keineswegs Verkannt, es hat sie vielmehr seiner Euticl-eidimg in ganzen. Umfange zugrunde gelegt Es bot demnach den gesetzlichen '*k griff .Lehrer" nicht unrichtig nngcnxmdct imd somit nicht das 1* ft eben he Recht verletzt. Ebenso kann feine Feststellung, daß die Tätigkeit der .Klägerin nt erhiblichen» Grade erzieherischer ^'ahir war. nach dem Inhalt der Akten nicht beanstandet werden.
Tie Klägerin bat feit langen Jahren ebenso wie ihre Scktvester in der ilmru beiden gehörigen Wvimung an 5 Tagen in der Sodic. d'trchschiiittlich je 5 stunden taarltrf» Privatunterricht in weiblichen vandarbeiten erteilt. Zdre Schülerinnen waren zum großen Teile - seit der 1897 erfolgten Auflösung eines Privat- rnstitutS. an den, meist eine geeignete Lehrerin für diesen Unter- mchtSgegenstand fehlte, wohl aueirfüieRlich — solchen Mädchen, die nach der Entlassung aus bn 3dnile, in der |ic den schulplan mäßigen £hiut>atbcuouuterricht bereits mehrere Fahre durchgemacht hatten, zur Vervollkommnung ihrer Ausbildung in den Landarbeiten rwn ihren Elten» in den Unterricht bei der Üläaenn geschickt wurden. Schon dieser Umstand läut darauf jchliesten, bau der von der M lagern erteilte Unterncht höhere Anforde- runqcn an die 2<hükrinnen stellte als der an niederen Schulen gepflegte Handarbeitsunterricht, der iich allerdings vielfach aut die Erlangung so einfacher löandfertigkeiten befchränti. daß der Erziehuii v. zweck habe» erlrblid, uirüdtritt War aber die ft lagern wie ai|t ihrem laugiälrige,» Wirken gefolgert werden muß. im stände/ einen solchen, eine Eiainzung bc-.' Sdniluiiteiridnv b»l benben foanbtirbeUi- u nterricht ui erteilen, fo muß sie auch ein -öderes Mast von Bildung und Mtuntniffen besessen Iwben. Andern fall» würden auch »voblbabenbere Eltern fchnxriirt) ihre ?öckler thi zur weiteren Ausbildung anvertraut haben. Cnenbar gehörten aber jene nicht den unbentitteiten Voiksklassen an, da sie mehl mir ihren Töchtern eine weitere Fortbildung nach Ahichlust des Lchulnnterriilns gegen Entgelt mag dies auch nicht »ehr hoch acwe'eii fein — angedeibi,, lassen konnten, sondern auch in der Lag,- waren, ibnen Btone imd Rähzen» zu beidkiffen. die die Mädckren ausnahmslos und von »eher als eigene in den Unterricht mitbrirtflat mußten Von '».»-ndv dien gewerblichen Nebenzwecken war lei»'' Red« Tn in den Ult rnrtMtnunbcn an gefertigten Arbeiten nnucn v uunUiKn i crhulerumni. jur fremde Leute
U'urbc incLit «.wardeitet. Tic Tangkeit der Xtä^erui bestand ledig
lieh in der Anleitung uno Untmoafuag der Mädchen in der Verstellung besserer Lxrndarbeiten .
hiernach konnte das Schiedsgericht die Klägerin olme Bentotz gegen den AkteninhaU und ohne RechtSirrNrm zu den Lehrern rm 3inne des ä 1 differ 2 des Fnvalidenveriicherungs Gesetzes rechnen Sollte das für den Unterricht gezahlte (mtgelt in der Tat ein geringes gewesen fern, so würde auch dieser Umfum? der Änffasjuli; der Borrnstanz nicht entgegenstehen."
Betrüditunijen aus Zricdbcrg von cinit und jttzi.
(Schluß.)
während der Spaziergang des alten Friedbergers, ber vai; 30 Fahren zum ersten Male die Deimat wiedersieht, im 1. Teile raetr der Burg und *aucrilxoBC galt, mehr alto dem E»mt, der Derangenheit gewidmet war. jofl heute die Neustadt, das Jetzt, zu seinem Rechte kommen. 3dx>n da, wo die verlängerte uaiserstraftL onfängt. spricht die Gegenwart^ etne sehr t*utliebe Zpracke Verschwunden sind die ichönen Fluren um> «men. bif uns au schulfreien Nachmittagen als Tummelplatz für ..Räuber und Gendarm" dienten T.e Apfel- und Birnbäume, deren Fruchte rotr nn Herbste zum Acrger der Eigentümer und dealten Flurschutzen uns treff!id) munöcn ließen, jinb nicht mehr. An ihre Stelle sind die neuen Straßen mit bat steinernen <*c bänden getreten, dic einem zurufen: „Uns gehört die Zukunft": denn Imks und rechts der Frankfurter Ltratze VauS an Haus bis bald zur Lber-DöUsiädter Höhe. Tiefe wgar hnrb schon lein eise bebaut; auf der einen ^eiie erhebt sich ein „richtiger Guts Hof. dic andere 3eite, der Platz, an dem in früheren >^ahr- zehnten da4 E ftoberftuer abgebrannt wurde, wird bald ben neuen Vajserturm sein Eigen nennen, ähnlich wie den Adolfsturm nn Norden das äußerste Oftenzmol im 3üben der >2.1 abt Auch an der Roßbacher El)aussee erhebt sich vereinzelt cm stattlicher Bau. Es i»'t die Ofroßh. Landw. Vinterschule mit Jicm gegen - über liegende,t pomologischen (harten, eine Zierde der 3tadt. einige Morgen umfassend Auch vor 30 fahren befand schon eme Ackerbanschule in der Burg in dem sogenannten Felbwebesban; damals nur ein kleiner Schiller bestand, heute durchschnittlich 60 den Winter, die Lehrzimmer und Lehrmitteln ben Forderungen der Neuzeit entstTrechend. . .
Ter neue Stadtteil, östlich der Kaiserstratzc und »üblich der Haagstraßc wird von letzterer au5 durch zivei Straßen erschlossen, der Bismarckstraße mit dem üre,samtsgebäude und der Hanauer- strafte Beide werben durchschnitten ivohl von ber modernsten Strasze Friedbergs, der Lndwigstraste. Hier Paiimpflanziingen, Villen mit Vorgärten und wohl auch hohe Mietpreise. In ihr steht als Repräsentant der Neuzeft bie Grosth. ÄiiguUmerschule, 0-mnnasium und Realschule umfassend. Tas große altdeutsche Tach sicht man schon auf weite Entfernungen. Vor ungefähr 8 Jahren wurde die Anstalt von der Stabt erbaut, nachdem sich die alte Augusnnerschule, daS jetzige Qtubicngebnubc ber stäbtisckwn Gewerbe-Akademie, als zu tlein erwiesen hat; benn 1898 betrug die Schülerzahl 268, im .^ergangenen ^fahre 560: damals 15 Lehrer, heute über 30. Zahlen reden Tür den J-ortschr»tt. Ter frei Platz vor dem Gebäude, von Süßmeycr mit Zierpflanzen angelegt, trägt sehr zur Hebung des »Ganzen bei. Hoffentlich bleibt eS nicht lange mehr ein frommer Wunsch der Bürgerschaft, daß unsre Sladtverwaltung die wenigen Häuser nach ber staiser- straße ankauft, um den Platz ganz frciuilcgen.
Bei jedem Vorwärlsgehen neue Namen: Leonharbftraste, Tienenbachstraße, Mainzertor - Anlage, Haingraben,, alles in der Vergangenheit fremde Begriffe. Von ihnen allen soll alS Ber^ treterin ber andern bie Leonhardstaße zu Worte kommen, benn in ihr befinden sich einige vom Staate hergestellte Bauten, »nie Bauamt. Oberförsterei, Steueramt, (Sfcutg. Pfarrhäuser; auch harrt hier noch der Platz der neuen Blindenanstalt sehnsüchtig seiner Bebauung. Was bie fernere Entwicklung bieses SlabtteilS betrifft, so wird er nach allgemeiner Ansicht Zukunft haben; renn bauert eS doch nur menige Wochen, so wirb schon mit den Arbeiten für den Oftiterbahuhos angefangen werden, ber rasch der Personenbahnl)of folgen wirb. Cb da bie Maiferftraßc alS seitherige Hauptverkehrsstraße von ihrem (veschästsverkehr viel ein büfteii wird, daS ift seigrer zu sagen. - Noch eines alten Bekannten der Innenstadt sei mit wenigen Worten gedacht, nämlich der Stadtkirche; ihr gelte mein letzter Blick. Ter liebe, yotische Bau, der Wetterauer Tom, stimmt mich noch gerade jo zur Andacht, mie vor langen Jahren, als wir auf ben Pfingstsonntag durch die Maien zwei und zwei zum Altar geführt .vordcn. „Lang, lang ist'S her," Pfarrer und Organist, Freunde und noch viele andere deckt ber grüne Hügel. ReauieScant in vace. Alles ist vergänglich. Sogar die alten Spazierwege um die Stadt herum inb nicht mehr zu finben; sie sinb auch cm Opfer der Neuzeit gen erben; nur einer ist erhalten, der Seegraben. Zu feinere Füßen liegt die Seewiese, ber frühere UebnngSvlatz dcS Bataillons, jetzt ein Sportplatz für Sommer und Winter. Auf ihr kommt die Jugend zu ihrem Rechte. Noch spiegelt sich wie früher bie alte S. Georgs stapeUe mit ihren breiten Lindenbäumen im Glanze der unteren*henben Sonne. Während aber früher Getreidefelder sich anschloffen, find jetzt der ganzen Wiese entlang Ziergärten angelegt, die als westliche Einfassung dem Friedberger Weichbild einen malerischen Abschluft^geben Zu feiner,vollen Geltung kommt erst diesen Sommer ein Spazierweg über Höhen und Tiefen des HirschgradenS um bie Burg herum
So nehmen wir wieder Ab schieb von der alten Heimat, um in der Ferne int "Pflichtgefühl des täglichen Lebens für die Seinen zu sorgen ; nicht schwer fällt bann das Trennen, wenn man alles ui wol-.lgeordneten Verhältnissen zurückläßt So ist eS auch mit dem Abschied von der Vaterstadt, wehmütig und dennoch freudig denken wir deiner bis zum letzten Atemzug; denn rückmrrtS idiaurnh, kann man auf deine Vergangenlnit stolz fein, und vorwärts blickend gewahrt man überall die Anfänge einer enhvicf- lungSfrohcn, iHUinungftireubigen Zukmtft.
„Und da sich bie neuen Tage Aus dem Schutt ber alten bauen Aann ein ungetrübtes Auge Rückwärts blickenb vorwärts schauen."
etefcener Strafkammer.
X Gießen. 12. März. Peine Notwehr.
Ende porigen ZahreS benahm sich ber Taglöhner Ä. P. aus Ermenrod in einer Wirtschaft zu örünbetg im ungenau fen en Zustande so unangemeijen, daß sich der Wirt veranlaßt lab. ihn vor die Tur zu befördern. Unter Schimpfen und Beleidigungen gegen die Wins.eute hielt er sich vor der Wirtschaft auf und die Wirtsfrau sah. wie er eine Beivegung nach crncni kioatischen Arbeiter machte, bei ihm auS ber Wirtschaft nach- gcrolgt mar. stürz daraus kam der Äroate in die Wirtschaft und bemerkte, er fei von St. gestochen worden Es erging Anklabs wegen Körperverletzung und » behauptete am Säiöffengerrcht. er sei von den .stroaten auf der Straße verfolgt u mu Stöcken und einem 6 mnnnicblaud) geschlagen worden, weshalb er sich mit seinem '.Vlefier zur Wehr gesetzt habe, da ihm keine andere Waffe zur V-erm«iung neünnben habe. Er gab bte Möglichkeit zu, dem Benetzten bie Wunde b.'tgcbracbl zu haben; er benci 'ich aber auf 'Jtonvehr Trobbem der Verletzte und seine SanbdiCutf be- stritten, den AiigeNagten geschlagen zu haben und die Virtsfrau He Bewegung des Angeklagteil nach bet Brust des Verletzten sofort nach dem .'lustritt aus dem Hause nxtLigenonnnrn hat und rin t^orgeben ber Mroatcn gegen den Angeklagten Nicht wahr iidbm. kam das Schöffengericht zum Freispruch, tnlx-m es Not mehr al» vorliegend an na bin Ter Verletzte und Eue Staat.- amoaltfchaft fochten das Urteil an Auf Grund der Beweis iiuhtübmc kam die Sirafkannner zu ber Auftassung, daß sich ber Angeklagte keineswegs im Zustande berechtigter Notwehr befunden bat: selbst wenn feine Angaben richtig gemfen mären, hätte er feine Zuflucht nicht zu dem Messer nehmen dürfen Ter Be- nmmg her Staatsanwaltschaft wurde stattgeqrhen und auf eine »> esänauis'ng'e von (> Vocheri erkannt, wobei die Anqetruntzrn- bvit des Angeklcuiwn und inne seitherige llnbriitiPlfcnbrit ftraf- miuxrub leiuckilchtigt iPurDcn. 2te .'.ebenklage des Verletzte» ' mußte als unjulaCfig jiuüdgenxqen werden, da es sich heraus-
stellte, daß ber Verletzte, der die .'Nage selbständig ersten har, noch minderiährig ist
. Freisritzroche».
Tem Handelsmann H. L. in Alsfeld ging ein Strafbefehl unter der Veichutdiaung zu, daß er einen Wagen auf brr Crt*ürafc stehen gtlciien ade und diesen nachts auch unde- leuci tet l-eß. Ter Angekl 'g.e erhob gegen ben Äf zweimal bret Mark lautend n Strafdefehl Einspruch, indem er bebauetctr. er fei nicht pcrc’imta geweftn. den Wagen, der von eilten anderen I mgeftrllt roortkn fei. iu beieituen. T*. VerbandluNO am Schöffengericht ergab, daß der Viebhändlervereia in Alsfeld einen Viebtransrvrtwagcn besitzt, der in der Scheuer rincs Land- nirt:- unt.rgebracht wird Ter Vaubioirt bat den Scheuerichlinfel nn Bes»' und bair ihn nur gegen Vorzeigen einer V: chriniguna des Verernsvoriitzenden hrrausgeben L. wollte nun einem Aewei- meister. der ben Wagen nötig lane, eine Gefilligkril errociNlt; er lieft, sich auf beficn Namen eine Bescheinigung c ioftdlen. holte den Schlüssel ab unb fcalf bem Gesell n des Metzgers, den Wag« au- der Scheuer bringen und bebi-U den Schlüssel in seine« Besitz A^s der Wagen zuiuckgcbracht wurde, war L. nicht anwesend, ii>r5T.alb der Gehstlc ben Wagen vor bie Scheuer fErfile. tedoch fo, da ft die Teichsei einen Fußowd teilweise -.-riperrte und ein Rad auf die Ortr-ftrafte zu stehen kam. Als ; Aii-ieklagtze zur Herausgabe des Schlüftels be;rr. zur Brieitigui'g de Sagte* aufgeforben würbe, bemerkte er wiederholt, die So-:- wurde er« mach: Es geschah aber nickt und als schließlich Anzeige erhöbe» war, tolle der Briitzcr der Scheuer der her Mutter de» .mgcriagzai fcm Schlüssel und beseitigte den Wagen. Tas -choft-mgenchl hielt ben AtkgeNagten zur Beseitigung bc5 Wagens für vetpftichttt. ba ein anderer nicht in ber Lage gewesen fet, ibn ui d r(teuer zu bringen, weil der Angeklagte ;m Bei'.tze de: Schlüssel» war. er überdies auch diese P'licht anerkannt bet, indem er fick bereit erklärt lat. für dic Beseik>g»ng zu '.'rgen Ter Angeklagte erhob Berufung, indem er tiefe V.rrftichtuug bestritt: er will iveder gesetzlich noch vertraglich zur Unterbringung des Wagons verpflichtet gewesen sein und behauptete, der ^nutzer des Woge« hätte bei ihm ben Schlüssel holen und den Wagen an seinen bestimmten On bringen müsicn Uebrigens sei auch so viel Platz vor ber Scheuer, daß der Wagen auch ohne zu hinö.m, hort aub gestellt hätte werden rönnen. Tie Strafkammer hielt weder ein ftrilrechtliches noch ein strafrechtlich?- Verschulden des Anmklagt« für vorliegend; sic kam ui dein Sckluft. daß der zur Untrrbnnnuirg
Obhut er war za lomit den Metzger das Benckulden tmf, mutzte der Angeklagte freigesprochen »verd'-n
Ein Vergleich.
Ein hiesiger Geschäftsmann hatte gehen den L konomcn I. St in Caldern wegen Beleidigung PrioatNage erhoben. X !am in diesem Winter in ein hiesiges Restaurant und erkundigte sich bei dem früheren Znhaber des Restaurants nach den Verbllt nissen des Geschäftsmonne.-. indem cr bemerkte, er habe gebärt, dast cs mit ihm schlecht stei.e. sein SsHn soll in Par,» mcl ('M! verspekuliert haben, wofür ber Alte aufzukommen hat Tn An genagte bestritt die Absicht, zu bclcidigen und meinte auch, <* sei die- keine üble Nachrede, da er iidi nt vertraulicher Weise erkundigen wollte. Ta er manchmal Geschän mit ihm mack habe er sich erkundigen wollen; er sei aber sehr vorsichtig zu Werke gegangen unö habe peinlichst genau darauf geachtrt. daß n in die Lessentlichkeit bringe. Wenn trotzdem eine Belaomung vor läge, müsse cr wegen Sahrnelnming berechtigter Interessen i.rc frei ausgeheu Uebrigens habe er nicht gesagt, der Sohn bahr vekuliert, sondern nur, er soll spekuliert haben Svekllliren ei auch keine verbotene ober schleckte Hanblun - Tas ? ' '-n gericht nahm an: es liege zum mindesten eine Üble Nackrehe w. woran die Vertraulichkeit der Unterredung nichts änbett stand aber fest, dast das Gerücht in weite 'treue gedrungen wa unb mit Rücksicht auf den enormen Schaden^ ben ccn kckckos Gerücht im iüefolgc Haden kann, verurteilte ba seböfirnanip ben Angeklagten zu 100 Mark C'felbftraic: es wollte durch bit Bttar höhe die vollständige Unwahrheit be^ Gerüchte gleichzeitig »um Ausdruck bringen Es führte nvitrr au*. < könne rinent ikoi" mann das Recht, sich über die Zablungssäliiikeit i -ner •lunbm zu erkundigen, nicht abgctvrochen werden. > ? müsse dies aber i» der gebräuchlichen Art unb Weise geickwbeii. Ucbrrnrn; uatlc ber Angeklagte bamals hierzu keinen Anlaß, da cr an M iem Tage keine Geschäfte nut ihm machen wollt' Ter Angeklagte crix?b Bernftmg, indem er sich auf ben 8 J0.3 stützte, her in Bcleibigungei. bie ut WabrneHmuiig berrdnigin Znterrisen g, allen iinb, für frei läßt Er gab die Unrichtigkeit brr Nachrebe iu Nadi un-r mehrftünbigen Verhandlung erkannt' ocr Angeklagte an. er fet zu der Uedcrzeugung gekommen, haft feine Angaben unwahr fnev cr bedauerte, dein M lager Ungelegen beiten bereitet ,u Haben unb erklärte, daß ihm teghehe Beieid,gungsabsrd't fern grlrgr.’ Wx Er verpflichtete sich, b,e gesamten Motten zu tragen, worauf b: Kläger bte Klage ;urückzo,z, was bie Einstellung des Verfahren- durch da* Gericht zur Folge hatte.
Pcrmtidifcs.
iS. St „Redakteur Roofevel 1." Aus New wirb beruhtet: Am Mitllvock) hat Theodore Roosevelt ;u* erstenmal in New^ork seine Redalteurpftickft ausgeubt. 3* Begleitung enter sungen Freundin seiner Tochter Ethel. M Schulbücher des Mädchens unter bem Anne, so schrill dA Mann, ber noch vor acht Tagen als Prästben: ber VO einigten Staaten ber Oberste von Millionen h’ar, letzt aß eintacher Bürger burch bie Menbo; am Fcrrndoat war dl wilbes Gebränge. Roosevelt drängte sich mitten in * Massen, nahm später teil an bem Sturm auf bie TraniwaL erkämpfte sich einen Platz, freilich nur einen Stehpla- unb schaute zusrieben lächelnb auf bas Geschaftsgetriede ben Straßen Roosevelt würbe von einigen Leuten erkannt, bie ihm ihre Sitzplätze nitbotcii, aber cr dankte und V* merkte .zufrieden: „Nein. nein, dies rit eine sehr fliiic koroei' liehe Hebung/' Tr Lyntan Abbott, der Chefredakteur des Out Lock, empfing den neuen Redakteur am Redaktions* eingang und stellte ihn den übrigen Mitarbeitern vor Roofevelt schüttelte allen bie Hanb, begab fidi bann in feil-' Rebattionsräume. bie aus brei einfachen, Heinen unb bc fdteiben möblierten Zimmern bestellen unb begann sofort mit seiner Redaktionstätigkeit. «alb barans hörte man au$ bem Nebenzimmer, wie er zwei Stenographen diktierte Nur einmal unterbrach cr auf eine Minute die Arbeit; es war, um eine Tcputation von Reportern zu cmp<angev. denen Roosevelt lackend crNärtc, eher ginge ein Mamd durck ein Nadelöhr, ehe sie von ihm nn Znterview ei halten könnten „Ich bin ein Privatbürgcr der aUa* privatesteu Sorte," bemerkte er dabei Spater srühjtucku er gemeinsam mit den neuen RedaktionskoUegen im „Atts Club".
• Offizier unb Versickerung sagen t I« bäniscken Offiziere hoben von jeder unter lehr uugünAiqea Erhalt. Verhältnissen zu leiden, unb es ist betäub, r» unter ben Offizieren der Linienregimenter in der Promi,z gc bräuchltd) geworben, daß fie ihre finanziellen Verbältmne burd) private z^esckäfte aufznbcsfern juchen So haben v.eü bänifebe Offiziere noch ivabrenb ihrer aktiven TicnstzeN. um bie zum „standesgemäßen Leben" notwendigen MiMt aufzubringen, eine lukrative Tätigkeit als — Herfickenin-s' agcntcn angefanaen Unter diesen Herren befand fick am» dem .,B. T." zufolge ein Aalborger Leutnant, denen y ichäftlidic Tängkeit iitbeffcn dem Reannenl. lommandas gemeldet wurde. Tiefer hielt die Bcsckafttgung als Ve^ Nckerungsagent mit dem Ansehen des aktiven £ifmtrfon* nickt für vereinbar, und der Herr Leutnant erhielt Befehd sich beim xommaiibeur zu melden Ta5 Ergebnis bin# Unterredung war recht originell, den» der Leittnanl brachle den jtouimanbuu U> iveu, daß cr — jein Lebet» mit 20 iw


