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Los entscheiden, wer die eine und wer die andere bekommen solle, damit keiner sich benachteiligt fühle. Tas Schicksal weist dem älteren die Farm am Hartem zu, dem jüngeren die aus Manhattan. Ein paar hundert Dckllar hatten die Farmen gekostet und die beiden Brüder siedelten sich an. Sie sind geachtet und beliebt: ber ihren Nachbarn, so viel sic können, suchen sie der Gesamtheit zu nutzeir und ihren Nachbarn durch Rat und Tat zu helfen. Beide sind gleich fleißig, verstehen sich gründlich auf Landwirtschaft nnd sind rn icdcr Beziehung gute Bürger ihres Staates. Ihre Kinder wachsen zusammen auf und erhalten eine gemeiiiscmre Erziehung. Die Ausdehnung von Newyork nach Norden macht die Kinder des jüngeren zu Multimillionären, während die des älteren, einfache, wenn auch wohlhabende Farmer bleiben. Sie haben! von ihren Vettern nur den Vorzug, zu der Menschenklasse zu gehören, die ihren Mitmenschen gewisfe Tienste zu leisten hat, um für sich den Lebensunterhalt zu erwerben. Wer oder was hat diesen Vermögensunterschied bewirkt? Nicht die Arbeit, nicht besondere Talente, nicht überlegene Fähigkeiten wie Klugheit, nicht größerer Unternehmungsgeist, nicht größere der Allgemein- heit geleistete Dienste. Die Allgemeinheit hat die Millionen dieses Millionärs geschaffen. ©ein Reichtum wuchs ebenso schnell während seines Schlafes wie tonljceub seines Wachens. Ter Reichtum! würde genau so sicher eingetroffen sein, wenn nicht er, sondern,' fern Bruder auf Manhattan gewesen wäre und er am Hartem. Ter jüngere der beiden Farmer, nun ein Großgrundbesitzer, stirbt, und eine Generation später auch seine ftinber, jedes Millionen hinterlassend, da unterdes die Farrn Teil der Großstadt geworden Ut und Riesengebäude auf die,em Grund und Boden errichtet sind die jährlich Hunderttausende als Renten abwerfen. Wenn beim Tode dieser Kinder jenes Farmers, die weder „gegraben noch gesponnen" haben, der Staat ,ich hinstellte imd erklärte: durch die Vermehrung ihrer Mltmennschen der sogenamtten Allgemeinheit, Pt der Rerchtum der.Erben geschamn worden, und es sei nicht mehr als recht und brllrg, öaB diese ein gut Teil davon an die Allgemeinheit abgaben — welcher Gesetzesflmon würde da verletzt werden? Dw Allgemeinheit hat zu Lebzeiten auf den Teil ver- ii.Kett der ihr zukmn, nun darf sic ihren Teil fordern. Es gibt y-alle, wo Reichtum zum größten Teil die Frucht per- fonlicheer Anstrengung und Befähigung ist, und in diesen Fallen ist es befser, wenn der ^>taat Kapital uni Befähig nutz arbeiten laßt - - es ist der beüe Äns^rn zuu, Erfolge — zum Wohle und zur Vermehrung der Hilfs mellen des Landes. Es M Nicht ttug, Arbeitsbienen zu stören, es ist klüger, sie weiter Honig emhvlen zu lasten, ihr ganzes Leben lang. Aber wenn der Tod Ito von der Arbeit abruft, dann sollte ein Teil der Honigwaben den anderen Bienen zugut? kommen, wann dies geschieht, ist unwesentlich, wenn nur schließlich doch das Nationalvermögen fernen Tsl erhAt.
Mark: Kap .44, Taubstummen- und Blinden-Anstalten, Einnahme 18 888 Mark, Ausgabe 113 562 Mark: Kap. 45, Privat- Erziehungs- und Besserungs-Anstalten, Ausgabe 6000 Mark: Kap. 46, Hofbibliothek, Ausgabe 81192 Mark; bei letzterem Kapitel beantragt Abg. Hauck, einen Betrag von 5000 Mark zur Beschaffung von Volksbibliothekcn einzustellen und empfiehlt, damit das Budget nicht belastet -wird, diesen Betrag beim Kap. „Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke" in .Abzug zu bringen.
Geheimrat Dr. Eisenhuth äußert Bedenken, den letzterwähnten Dispositionsfonds zu verkürzen. Es seien auch bisher schon die Gesuche von Gemeinden um Gewährung von Unterstützungen für Volksbibliotheken stets berücksichtigt tvorden. Nach Annahme des Antrags Hauck würde aber der Staat allein die Mittel dafür aufbringien müssen.
Nachdem sich auch Minister Brann in ähnlichem Sinne geäußert und Berichterstatter Brauer dagegen und mehrere andere Redner dafür gesprochen, wird der Antrag Hauckängenom- men.
Bei Kap. 47, L a n d e s m u s e u m , Einnahme 3500 Mark, Ausgabe 99 020 Mark, verlangt Abg. Dr. Osann, das Museum am Sonntag länger für das Publikum offen zu ballen, in Berlin z. B. würden die Museen erst nachmittags 5 Uhr geschlossen.
Geheimrat Weber erwidert, das Landesmuseum werde vom 1. April ab am Sonntag nachmittag 2 Stunden geöffnet sein.
.. wird daran t gcncirnilgt, ebenso ohne Debatte die Kap. 48—58, betr. Denkmalspflege, Römisch-Germanisches Zentral-Museum, Historischer Verein, Historische Kommission, Zen- traluclle für die Landesstatistik, Geologische Landes-Anstalt, Geophysikalischer Landesdienst, Aerztlicher Dienst, Impfwesen, Hebe- ammcn-Lehranstalt zu Mainz, LandeS-Jrren-Anstalt bei Goddelau, Heppenheim und Alzey, Alieesttst bei Darmstadt.
Bei Kap. 58 a, Provinzial-Siechen-Anstalten, beklagt Abg. Dr. Frenay, daß nicht auch der Anstalt zu Starkenburg ein ebensolcher Staatszuschuß gewährt wird, wie den Anstalten in Rhein- und Oberhessen.
Abg. Dr. Osann bemerkt, der Zuschuß werde den beiden Provinzen für die Aufnahme von Geisteskranken gewährt.
Nach einigen Bemerkungen des Geheimrat Weber wird das Kapitel genehmigt, ebenso Kap. 59, Heil- und Pflege-Anstalt zu Nieder-Ramstadt.
Bei Kap. 59 a, Forderung der Wohnungsfürsorge für Minderbemittelte, Ausgabe 6968 Mark, kritisiert Abg. Berthold, daß die Gemeinde Astheim Baugelände für 50 Psg. pro Quadratmeter erhielt, während die gemeinnützige Baugesellschaft 1 Mark zahlen mußte.
Abg. Reinhart spricht den Wunsch aus, daß der Jahresbericht der Landes-Wohnunasinspektion frühzeitiger sertiggestcllt werden Möge; es sollten auch mehr Frauen zur Inspektion l)eran- gezogen werden.
Ministerialrat Dr. Us'inger sagt, die Fertigstellung des Berichts werde so sehr, wie möglich beschleunigt und in einigen! Tagen vvrgelegt tverden können.
Das Kapitel wird darauf bewilligt, ebenso die Kapitel 59 b bis 74, betr. Untersuchung der Flußläufe, Abwehr und Unterdrückung^ von Viehseuchen, Fürsorge für Hinterbliebene von Beamten, Jnvalidenversorgung, Armenpflege, Arbeiterkolonie, Landeskreditkasse, Landwirtschaftliches Unterrichts- und Versuchswesen, Boden-Meliorations- und Wasserversorgungswesen usiv.
Bei Kapitel 75, Forderung einzelner Zweige der Landwirtschaft, kommt bei Titel 1, Weinbau, Minister Brau n auf den! Reblausfall in Hahnheim zurück und legt dar, daß daselbst genau nach den gesetzlichen Vorschriften verfahren worden sei. Die 143/t'Morgen hätten den Urschriften gemäß ausgerodet werdenf müssen. Ein Rückersatz der Prozeßkosten sei schott wegen der Konsequenzen nicht angängig. Im übrigen versichere er, daß die Regierung den Wünschen der Bevölkerung stets mit Wohlwollen entgegenkommen werde.
Abg. Molthan erklärt, daß ihn die Worte des Ministers nrcht befriedigen konnten; die Regierung hätte wenigstens einen! Versuch zur friedlichen Verständigung machen müssen.
Darauf werden bewilligt: je 2000 Mk. für Hebung des Kleinwinzerstandes und für Bekämpfung von Reblausfchädlingen und» 45 000 Mk. zur Bekämpfung der Reblausgefahr.
Der Titel 7 des Kapitels beantragt als Staatszuschüsse zur Verfügung der Landivirtschaftskammer nach Maßgabe der hierüber bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eine Ausgabe von 144 190 Mk. Diese Summe wird genehmigt, ebenso der Antrag Bähr-tzaas- Korell, den Betrag von 17 800 Mk. für Pferdezucht in einest
Stimmungsbild aus dem preiitz. Abgeordnetenhaus.
Berlin, 13. März.
„Keine Berliner Frage und keine Parteifrage" ist dem Abg. Rosen olv das Grünewaldproblem, das das Abgeordnetenhaus am Samstag fast während der ganzen iünfstündigen Sitzung beschäftigte. Er sprach damit aus, was die Ueberzeugung der gesamten Linken ist und die Ueber- ;eugung jedes unbefangenen Beurteilers sein wird. Nicht nur darum handelte es sich bei dieser Debatte, ob eine Amputation an der Lunge Berlins vorgenommen werden sollte, sondern um die Feststellung eines Prinzips. Die Frage stand .zur Entscheidung, ob der Fiskus berechtigt sei, ohne Rücksicht auf die Ges u n d h e i t s v e r h äl t- itfJe der großen Städte mit den Waldungen n der Nähe diese'r Städte Spekulationsgeschäfte zu treiben, sie rücksichtslos abzuholzen und Iber Bebauung zu erschließen. Das Haus hat ja kein materielles Recht, die Verkaufspolitik der Forstverwaltung zu Kindern, es hat nur ein moralisches Recht, gegen sie Ein- tzpruch zu erheben. Bon diesent Rechte machte dic^ Linke ausgiebigen Gebrauch: Ihre Redner, der Nationalltberale '. Bülow-Homburg und die Freisinnigen Rosenow :mb Dr. Pachnicke, redeten dem Minister tvegen seiner Attentate auf den Grünewald scharf ins Gewissen. Aber i'ie fanden bei ihm umsoweniger Neigung zur Kapitula- 1 ion, als ihm in den Rednern der Rechten und des Zen- ' rums eifrige Waffenbrüder erstanden. Zwar gaben sich uch diese als Gegner zu weitgehender Abholzungen, aber die von Herrn v. Arnim geplante, die ein Viertel des 1 wunewalds vernichtet, erschien ihnen nicht zu lveitgehend. Üe Rechte glaubte das, was sie an den Berlinern und den «Zroßstädtern überhaupt sündigte — denn nach Berlin wird der Forstsiskus anderer Großstädte in ähnlicher Lage nicht l mae auf ein gleiches Verfahren warten lassen —, die Mechte glaubte thre Sünden gut zu machen durch eine Resolution, die die Uferpromenade an der Havel und den ^runewaldalleen für die Spaziergänger rettet. Selbst diese verschämte Resolution fand vor des Ministers Augen keine • nabe: befe Haus nahm sie selbstverständlich an. Im irbrtgen kann der Minister nach Herzenslust mit dem Grünewald und allen anderen Staatsforsten anstellen, was er mitt und was ihm günstige Gelegenheiten zu fiskalischer busmacherei ratsam dünken lassen. Vernunft, Gerechtigkeit, Volks- und Staatswohl sprechen — das weisen die liberalen Redner überzeugend nach — gegen die fiskalischen >aldfchlächtereien. Aber der Fiskus ist im Besitz, aber ist r im Recht? Und die Kommunen, die sich Waldterrain in ücer Nähe erhalten wollen, werden, wenn sie's mit dem Fiskus als Waldbesitzer zu tun haben, tief in den Säckel greifen müssen.
Dialog un wissenschaftlich Wärke, de sik mit plattdütsch Sprack un Ort besäten. Tvirst geben wi en alphabetisch Verteeknis von de Anters, denn en alphabetisch Verteeknis von de Böker. Uem dat ©Öfen lichter to muten, heb den toi vor jedes Bok en Nummer sett't un biss' bi den Anter in dat irst Verteeknis anfügt. Will wm Bispill wer Reuters Marke köpen, dann kickt he sik bi den Namen Reuter den Tallen an un fielt in bat tweet Register biss' up; dar sinnt he denn allens, wat Reuter schreben hett. So gah denn in de Welt, leew Böking, in wisst Ide Plattdütschen, wo grat ehr Schatzkamer is, un sorg' dorfor, bat de plattdütschen Böker ümmermihr Ansehn in Hütten, Hüst un Harten gewinnen.
— T a n t r is - T r i sta n. Im ersten Märzheft der Zeitschrift „Bühne und Welt" veröffentlicht der bekannte Germanist Prof. Wolfgang Go l t he r-Rostock, der Verfasser eines umfangreichen Werkes über „Tristan und Isolde in der Dichtung" und neben dem Franzosen Bedier heute wohl der beste Kenner des weitschichtigen Stoffes, eine interessante Untersuchung über das Abhängigkeitsverhältnis von Ernst Hardts preisgekröntem Drama „Tantris der Narr" von seinen mittelalterlichen Quellen. Wie Golther feststellt, hat Hardt namentlich die mittelalterliche Legende von der „Folie", Tristans Narrheit, benützt, aber mit Tristan dem Aussätzigen und Tristan dem Narren aus dem Reichtum der Sage keine glückliche Auswahl getroffen und die rohen Züge seiner Vorlagen, die von den höfischen Dichtem Thomas und Gottfried von Straßburg mit Absicht ausgeschaltet worden sind, noch vergröbert. Falsch betonte unb falsch geschriebene Namen bezeugen, daß Hardt seine Quellen nur sehr flüchtig kennt. Golther kommt zu demselben Schluß wie unlängst der Breslauer Literaturhistoriker Prof. Max Koch, wenn er schreibt: „Es scheint, als wären die meisten Preisstiftungen nur dazu da, um mit ihren Krönungen der Idee ihres Namens schnurstracks zu widersprechen imd die Preisrichter $u blamieren: Die Geschichte von dem einer verlorenen Rotte preisgegebenen naefteu Weibe — gefrönt im Dlamen Schillers! Ter doppelte Schillerpreis fi'ir Tantris ist der reinste Hohn."
— Das Problem des Reichtums. In einem Aufsatz den die „Neue Revue" veröffentlicht, stellt Andrew Carnegie, der amerikanische Multtmillionär, Betrachtungen über das Problem des Reichtums an und entwickelt, daran anschließend, feine zurzeit der Erörterung der deutschen Nachlaßsteuer recht aktuelle Idee einer Progressiven Besteuerung der Vermögen beim Tode. Carnegie untersucht an einem Beispiel, woher und wie Reickstum entsteht. „Nehmen wir einmal einen biederen fleißigen Farmer, der sich so viel erarbeitet hat, daß er jedem seiner zwei Söhne eine Farm kaufen kann. Beide nehmen sich Frauen aus ber Reihe der Töchter des Landes, tugendhafte Mädchen aus guter Familie. Sie finden verkäufliche Farmen, eine auf der Jnseh Manhattan, eine andere jesjeitä des Hartem Sie taffen das
Kleines Feuilleton.
Eine deutsche Theater-Ausstellung wird im Mihjahr 1910 von der Gesellschaft für Theatergeschichte in den .lLsitellungShallen am Berliner Zoologischen Garten veranstaltet rjarben. Die Ausstellung soll die doppelte Aufgabe erfüllen, ;ieerfeito dem Beschauer in möglichster Vollständigkeit uni) Treue Faktoren vorzuführen, die das Zustandekommen der sze:.^schen ddftung ausschließlich der Persönlichkeiten der Darsteller ermöglichen und bedingen, anderseits eine Sammlung der historischem jeugniifc zu bilden, die sich als Niederschlag der Leistungen vt Schaubühne im Laufe der Jahrhunderte ergeben haben. Die x n praktischen Theaterbetrieb gewidmete. Abteilung wird dem- »Lch die Theater-Architektur, die verschiedenen Bühnensysteme, )!,■: akustischen unb optischen Theatermaschineu, die Darstellurrg rooit Naturvorgängen und Geräuschen, gemalte und plastische De- fo rationen, «Vorhänge, Modelle, Stoffe und Kostüme, die Er- rmgniffe der Friseur- und Schminkkunst, vor allem aber die, «Ute bunte Welt der Requisiten umfassen. Tie Gesamtmaterialien ir.r die Ausstattung des Zusckstiuerraumes, der Garderoben und des lveaterwirtschaftsbettiebs, die mannigfachen Erfindungen für )suerschutz und Theater-Hygiene, sowie eine reiche Ausstellung vet Fachliteratur, Theaterphotographien usw. sollen sich mi- djjlie&en. Die theatergeschichtliche Abteilung wird neben Kostümen IMS Requisiten, Oie durch ehrwürdiges Alter, SlÄinheit der Aus- üprung ober die Berühmtheit ihrer einstigen Träger von Jw- iMsse sind, in historischer Ordnung, vor allem Bilder, Büsten, luitographien berühmter Dramatiker, Komponisten, Bühnenleiter nii> Bühnen angehöriger, die Hauptwerke der einschlägigen Lv- lecatur sowie Raritäten und Kuriosa, Theaterzettel, Programme, ffteressante Theaterakten usw. bringen. Die großen deutschen Ziamatiker sowie Meister des Auslandes, die wie Shakespeare pto Ibsen gewissermaßen die Unserigen geworden sind, sollen in . kkMossenen Abteilungen vertreten sein. Desgleichen die ftihrenden latschen Bühnen in Vergangenheit und Gegenwart, so daß der Schauer ein möglichst abgerundetes Bild der gesamten Ent- pi-llmig des deutschen Theatenvesens erhält.
— Verteeknis von Pla11dütsche Böker. HergesteUt Iton Albert Schwarz un August Seemann. (Berlin, W. Röwer.) 'JDert Schwarz sagt darüber im „Vorwurt": Up den 19. Verbands-- iig von den „Allgemeinen Plattdeutschen Verband", de 1907 lStettin afhollen würd', fenr u. a. ok en Andrag von den Vereeüi ,i§llngs holt fast" to Barmstedt un den „Plattdütschen Verein för Ätock un Uemgegenb" to Beradung: „de Verband mücht borför frzen, bat en Verteeknis von bc plattdeütschen Dichters ehr hä'er mtgebcn würd'." Darin upnamen. hebben wi in irfte i’.wg’ bc belletristisch plattdütsch Literatur, bc södder 1870 in ’n bo chaunel to lobben is, denn oewer ok Böker nüt ptottdütscheni
'nett bei (t'i?’'®*1 turrn.
politische Lagesscha«.
Entwurf eines Gesetzes über Schiffahrtsabgaben.
Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht ben Entwurf eines setz es betreffend, die Erhebung von Schiffahrtsab'gaben. Artikel 1 dieses Gesetzentwurfes ändert den Artikel 54 der | Kleichsverfassung dahin ab, daß es nach Streichung des Meiten Satzes Abs. 3 dieses Artikels jetzt im vierten Absatz h«ißt: In allen Häfen und auf allen natürlichen Wasser- i ittraßen dürfen Abgaben nur für solche Werke, Einrichtungen -'Ler sonstige Anstalten erhoben werden, welche den Verehr wesentlich erleichtern. Diese Abgaben dürfen bei staat- ^'iHeit Anstalten oder Wasserstraßen, die zur Herstellung umb Unterhaltung erforderlichen Kosten nidjt übersteigen, mr Bemessung der Abgaben können die Gesamtkosten für Stromgebiet ober das Wasserstraßennetz zu Grunde 5 gelegt werden. Jin Artikel 2 des Entwurfes bestimmt § 4, öoB die Einnahmen aus den Abgaben nur zur Deckung der L cmvähntett Herstellungs- und Unterhaltungskosten zu verenden sind. Ferner heißt es im Artikel 2, daß in der | 'NrtoaUung eines von mehreren Bundesstaaten zur ge
meinsamen Erhebung von Abgaben geschlossenen Zweckverbandes, den Schiffahrtsbeteiligten die Mitwirkung einzuräumen ist. Tritt ein Bundesstaat dem Zweckverbande nicht bei, so kann er von dem Bundesrate zum Beitritt oder zur Vornahme oder Duldung von Stromverbesserungen verpflichtet werden. Artikel 5 bestimmt schließlich, daß landesrechtliche Vorschriften, welche der Erhebung von Schiffahrtsabgaben entgegenstehen, außer Kraft treten.
Unruhen in Samoa.
Zü Samoa hat bei dem Alter des Oberhäuptlings Ma- taafa die Nachfolgerfrage schon jetzt eine schwierige Lage geschaffen. Im Zusammenhang hiermit hat sich unter Führung des angesehenen Sprechers Laucki von der Insel Sawaii eine Bewegung gegen bie deutsche Herrschaft bemerkbar gemacht. Laucki hat Massendemonstrationen seiner Anhänger gegen die Regierung herbeigesührt und ben Anordnungen des Gouverneurs keine Folge geleistet. Es ist dem Gouverneur Dr. Solf indessen gelungen, Ausschreitungen sowohl seitens der Gefolgschaft Lauckis, wie auch der dieses Vorgehen verurteilenden regierungstreuen Samoaner zu verhindern. Zu irgendwelchen Kämpfen oder auch nur Tätlichkeiten kam es nach den vorliegenden Meldungen nicht. Auch direkte Angriffe gegen die weißen Ansiedler finb' nach Lage der Verhältnisse kaum zu befürchten. Im Interesse der Wiederherstellung der Ordnung und Sichentng ber Lage ber weißen Bevölkerung hat es jeboch ber Gouverneur für erforberlich erachtet, um Entsenbung einiger Kriegsschiffe nach Samoa zu bitten. Der Chef bes Kreuzergeschwaders in Ostasien, Kontreadmiral Coerper, ist demgemäß beauftragt, sich mit drei Kriegsschiffen nach Samoa zu begeben. Der Kreuzer „Leipzig" mit dem Geschwaderchef an Bord sollte bereits heute in Apia eintrefsen. Das Kanonenboot „Jaguar"' ist von Ponaps ebenfalls nach Samoa in See gegangen und wird dort am 23. d. Mts. erwartet. Der Kreuzer „Areona" mit dem Begleitschiff.,,Titania" (Kohlen- dampfer) werden etwa am 23. d. Mts. in Apia ein treffen. Es steht zu erwarten, daß die Anwesenheit dieser Kriegsschiffe genügen wird, um die Bestrafung ber Schuldigen unb bie Wiederherstellung ber Orbnung ohne Kampf herbei- zusühren.
öioeite Kammer.
Darmstadt, 13. März.
Am Ministertische: Die Minister G n a u t h unb Braun, Geheimräte Dr. Eisenhuth unb Frhr. v. Biegeleben, Mit- nisterialräte Dr. U s i n g e r unb Süfsert.
In der um 9yi Uhr vom Vizepräsidenten Korell eröffneten Sitzung wird mit der
Spezialdebatle zum Etat fortgesahren. Abg. Dr. Osann bringt zu Kap. Volksschulen iwch verschiedene Wünsche vor. Nach des Redners Ansicht könnten die Schulkommissionen aufgehoben oder andere Bestimmungen über ihre Zusammensetzung getroffen werden, so durch Ueberttagung des Vorsitzes auch auf Lehrer. Im preußischen Abgeordnetenhanse habe der Abg. Schiffer das passive Wahlrecht im Gemeinderat für die Lehrer verlangt; man könne diesem Verlangen auch für Hessen beistimmen. Die Lehrervereine sollten bei wichtigen Gesetzesänderungen in Schulfragen als Sachverständige gehört werden. Redner verlangt dann noch die Herabsetzung ber Schülerzahl in ben Volksschulklassen und fordert eine Vereinfachung des'lGeschäfts- ganges bei Anordnungen' der Schulbehörde vor.
Abg. Reinhart wünscht eine Besserstellung ber israelitischen Religionslehrer und regt an, dieselben staatlich als Volksschul- lehrer anzustellen.
Geheimrat Dr. Eisenhuth erklärt, baß bei einer bevvr- stehenben Revision bcs Volksschulgesetzes vom Jahre 1874 die vom Abg. Dr. Osann gemachten Vorschläge unb Anregungen Berücksichtigung finden dürsten. Dem vom Wg. Reinhart geäußerten Wunsch auf Anstellung ber israel. Religionslehrer werde schon jetzt nach Möglichkeit entsprochen, doch würbe dagegen biswei^n von den GeTn-eindcvorständen Widerspruch erhoben. Das Kapttel wird darauf bewilligt. Ohne Debatte genehmigt das Haus dann Kap. 42, Turn- und Zeichen-Unterricht, Ausgabe 16 700 Mark; Kap. 42, Landes-Waisen-Anstalt, Einnahme 41 551 Mark, Ausgabe 193 066
Zweites Blatt ISS.Jahrgang Montag 15. März 1908
E^chetnl tLgttch mil Ausnahme des Sonntags. a AM -X A AA Rotationsdruck and Verlag der Brühllch«
Die „Gießener Samenblätter- werden dem 1T /I O K I """-rsums - Buch- S'-mdruckeret.
»Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das 5%^ 1? tik « M LL. > j/W W M VÄ £L V @
„Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal T v v V V
wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» w < ▲xr • * <
fragen" ersche.nen monatlich zwemtal. ©Mk


