Ausgabe 
18.1.1909 Erstes Blatt
 
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Ta die Menge die polizeilich-:!' Absperrungen aber gewaltsam zu durchdringen versuche, und sich auch der Verhaftung von einigen dauottumiiüanten widersetzte, so waren die Polizisten genötigt, mit der blanken Waffe einzuschreiten. .Hierbei wurden etwa 20 Personen mehr oder minder schwer verletzt, jedocl) auch einige Polizisten erlitten Verwundungen. Tcr herbei- geeilte sozialdemokratische Stadtverordnete Fleißncr und besonnene Arbeiter sprachen auf die Menge ein und bewogen sie zum Aus­einandergehen. Tas in der Stabt Verbreiter gewesene Gerücht, daß ein Temonstrant von einem Polizisten erstochen worden sei, ist, wie von der Polizeidircklion mitgeteilt wird, unrichtig. Bei len Verletzten handelt es sich hauptsächlich um Kopfwunden. Der Platz auf dem der Zusammenstvu stattgcfunden, zeigte nachdem die .Jttnge vertrieben worden war, ein komrschcs Bild, denn es lagen viele Spute, Stöcke und Schirme umher. Im Laufe der Nach- Mittagsstunden mußte ein verstärkter Polizeidienst in der Stadt u'cccht erhalten werden, da sich häufig kleinere Trupps sammelten, >'. aber durch das energiscl-e Vorgehen der Polizei ohne besondere ernste Zusammenstöße schnell zerstreut wurden. In den späteren P^ännittagSslunden zeigte die Stadt wieder ihr gewohntes Aussehen.

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Da8 ungarische Kabinett in Noten.

Die Ungarn vergangen eine eigene Stinioiuujan?, aber diesem < Zangen )decken sich große Sckfwierigteiten entgegen, und das ;vioinett Welerie scheint nicht idiitanut zu sein, diese Sclnoierig- iriten zu beseitigen. Der ungaruche Ministerpräsident xiSckzie i>t nach Wien gereist, um dem Kaiser Berührt zu enazitcn über drc »on saft verzweifelte 2age seines Kabinetts. Weierle ist der Einzige, der nod) eine Weile die Geschäfte fügten bereit ist; die andLren Mckylicdcr mochten angesichts der Schwierigkeiten durch chre Trmisiwu eine Klärung oer Lage herbeiführcu. Das SxaLplübel ist, daß Franz Kvsiuth üt der Bankfrage der Gefangene Jusths ist und si chnrcht auf den einzig möglichen SlandounÜ der gemein)amen Bank stellen kann. In längstens 46 Wochen wird wohl die große Krise aus brechen.

Zur 600 Iahrfeier des Knttevberger Tekrete8, das den Anlatz zum Auszüge der deutsdfen Professoren und Studenten aus Prag nach Leipzig bildete, waren am Samstag eine Abordnung französischer Studenten in Prag ein- vtroffen; sie wurde von den tschechischen Studenten unter Ab- mtgung nationaler Lieder in ihr Quartier geleliet. Auf dcm W.uzelplatze und dem (traben, fanoen später Verbrliderungsdcmvn- fuvüionen statt. Die Belästigungen deutscher farbentragender Stu- i .iiten, geben Anlast zu einigen Verhaftungen. Der akademische 2citüt der tschechischen ckniversttät lehnte die ckebernuhme des Pro- ! itorates über die Feier ab. Gestern wiederholten sich die Ausschreitungen gegen deutsche Studenten. Bor dem deutschen .- ause war gegen 11 Uhr das Gedränge bereits beängstigend. '.'Jicbcere deutiche Studenten in Farben erschicnci,^auf dein Graben. Maunt wurden sie sichtbar, als sie von den Tscl-echcn umringt nmroen. Man fließ Besdstmpsungen gegen diese aus, bie aber ihren Weg fvrtsetzten. Zum ersten größeren Zusaurmenstoste kam es, als mehrere Mitglieder der Burschenschaft Teutonia auf dem Graben erschienen. Diese wurden von der Menge aus- > inanoer gedrängt, dock) 'eilte ihnen die Polizei zu Hitfe, die in grvstec "aufgeboten loar. In kurzen Zwischenräumen

n cderhvltcn sich die gleichen Szenen. Beim Zurückdrängen der Menge durch die Polizei kamen die deutschen Studenten ins Gedränge, wobei einer int Gesicht schauer verletzt wurde. Bon der tsclfeci'i scheu Menge, wurde hieraus die Parole ausgegeben: gegen das neue deutsche Theater". Sofort sprengten vom Wenzelsplatze Polizisten heran und vereitelten diese Ansicht. Die Meng, stimmte daraus Spotllieoec auf die Polizei an. Tie VGntgc zog dann zum Wenzetsplatz, wo sie zerstreut wurde. 'Abends wiederholten sich die Denwnstratonen. Es mürben 19 Verhaftungen vvrgenomnren.

Dcutjcher Reich.

Tcr nächste Mol tke -Harden-Prozest. Oberstaats- ä,noalt Preust hat das Studüirn der unisangreichen Akten des MoltkeHarden-Prozesse dieser Tage beendet. Tie neue Ber- !-mdlmig dürste voraus)iclsttich Ende Februar stattsindcn. Ta der Prozeß gegen Harden nicht ohne die Vernehmung des Fürsten (. iilenberg geführt werden Fann, so wird vor dem Termin eine ärztliche Untersuchung des Fürsten Eulenburg aus Schloß Lieben^ berg Borgenommen toerben. Diesem soll es jetzt ziemlich gut gehen. Wenn der Fürst die Anstrengungen einer Steife nach Berlin nicht vertragen kann, soll er kommissarisch auf Schloß Liebenberg ver­nommen werden.

Todesfälle. Tcr Senator und Grotzkaujuianit Hermann Freje, srüher Vertreter Bremens tm Reichstage, ist in der Nacht auf Samstag im Alter von 66 Jahren gestorben. Ferner ist der ReichstagSabgeorbnetc Rügenbcrg (Ztr.), Vertreter des Wahl­kreises Adenan-Zell-Kochen, heute morgen in Bonn gestorben. Ter Stadt^KommandaM von Breslau, Generalleutnant v. Wal- l e n b c r p, ist Samstag früh im Alter von 85Vr Jahren ge­storben.

Tie württembergischeAbgeordnetenkammerhat in ihrer letzten Sitzung den Antrag der Kommission auf Zulassung der Simultanschule in größeren Städten, wenn das von 30 beteiligten Familienvätern gewünscht wird, abgelehnt.

Ausland.

Bet der Beerdigung des Admirals Roschdjest- wensky hat der Flügeladjutant des deutschen Kaisers v. Hintze zwei Kränze im Auftrage des Kaisers und deS Prinzen Heinrich von Preußen niebergelegt

T<u englischen und amerikanischen Gesandten wurde vorn Prinzen Tschuig Dcrfid>ert, daß die Entlastung Iuanschikais Feine Aoude rung in der chinefisären Politik bedeute.

2lti> Stadt und Land.

Gletzen, 18. Januar 1909.

Zugehörigkeit des lttsenbetonbaucs u. der Tcrrazzo- arbcitcu zum Haudwcrt.

In den letzten Jahren hat sich die Verwendung des Eisenbetons bei Bauten aller Art in großem Maßstäbe eilt- geführt. Zweifellos hat dieselbe eine 1 vettere starke Aus­dehnung zu envarten, da die verhältnismäßig kurze Zeit der Anwendung dcö Eifenbetonbaues denselben keinesivegs bereits auf fernem Höycpumr angelangt erscheuten läßt. ES ist zweifellos, daß der Eisenbetonbau zu den handwerksmäßigen Gewerben zu rechnen ist, da zu dessen Erlernung eine dreijährige Lehrzeit er­forderlich erscheint. Eine Regelung der Verhältnisse in diesem Gewerbe, wie auch der Verhältnisse bei der Her­stellung von Terrazzoarbeiten erscheint g.boten nach der Richtung hin, für die Folge tüchtige Arbeitskräfte heran­gebildet und insbesondere bei .Herstellung von Terrazzo die ausländischen Arbeiter durch inländische Handwerker ersetzt zu sehen. Während gegenwärtig für Terrazzoarbeiten einheimische Arbeiter raum zu haben sind, muß tun f tig dem deutschen Arbeiter hier ein weiteres Er­werbsfeld zugewiesen sein. Die bisherige Ver­wendung von Ausländern zu Terrazzoarbeiten laßt sich keineswegs aris den geringen Lohnen derselben er leiten, solidem einzig und allein aus dem Mangel an gelernten deutschen Terrazzo legem Tic Frage dos Ersatzes au<-Im dischec Arbeiter durci Inlältder durfte diesen Maßnahmen ein werteres allgemeines Iliteresse sichern. Tic Eröffnung eures ueum Emrerbsfeldes, dessen Ausdehnung noch im

Wachsen begriffen ist, erscheint von so toeittragenber Be­deutung, baß die Verfolgung dieses Zieles mit allen Kräften gefördert werden soff. Tie Handwerkskammer zu Darmstadt hat daher die Angelegenheit auf der am 15. Januar zu Leipzig ftattgehabten Äusschußsitzung des Deutschen Handwerks- und Gewerbe - kammertaas zur Verhandlung gebracht und bei den an­wesenden Handwerks- und Gewerbe rammern volle Einstim­migkeit zur Weiterbehandlung dieser für das Handwerk wichtigen Frage erzielt. Tie Angelegenheit wird voraus­sichtlich auch den nächsten Deutschen Handwerks- und Ge­werbe tammertag beschäftigen, e

* Der Großherzog wird am 26. d. MtS. mit Ge­folge in Berlin eintreffen, um dem Kaiser am 27. seine Glückwünsche zu überbringen.

Erledigt sind an der Volksschule zu Mainz elf Lehrerstellen, von denen 5 mit eoang. und 5 mit kath. Lehrern zu besetzen sind und eine mit einem ist. Lehrer be­setzt werden soll, sowie fünf Lehrerinstellen, von denen vier mit kath. Lehrerinnen zu besetzen sind und eine mit einer eoang. Lehrerin besetzt werden soll. Erledigt ist die Stelle eines Hochbauaufsehers (Hochbauamt Friedberg).

* * Stadttheater. Da diese Woche zu dem morgigen Gastspiele Aibcrt Bassemranns noch nachträglich das Gast­spiel der Darmstädter Hofoper bringt, wurde eine yänz- tickfe Umänderung des Womenspielplans nöug. Es findet am Mittwoch, 20. Januar, dem nach nicht die angeiüiüngte Abonn-nnentsvorsteffung, fonoem eine Volisvoriiellung statt, in der BjörnsonsFatlissemen^ gegeben toiro. Am Freitag, 22. Januar, bringen die Darmstädter Gäste Verdis jLtoubaboiir".

* * Kun stv erein. Die Gemäldc-Aussteffung am Brand bleibt wegen vollständigen Wechsels der Gemälde von morgen Dienstag an vier Tage geschlossen.

Vorträge über Armenpflege. UeberaQ sind Bestrebungen im Gange, diejenigen, die in der Armenpflege und auf dem Gebiete der Wohltätigkeit und der sozialen Hilfs- arbeit tätig sind, für diese Arbeit durch Vorträge, Jnslruktions- kurse, Besichtigungen besser auSzurüsten. Unsere evangelischen Gemeindefrauenvereine haben daher in der klaren Er­kenntnis der Unentbehrlichkeit einer solchen AuSbitbnng von Anfang an die Veranstaltung solcher Vorträge und Kurse als ihre besondere Ausgabe ins Auge gefaßt. Den Vorträgen von Pfarrer D. Schlosser über Armenpflege werden nun zu­nächst zwei Vorträge von Profesior I). Schian:9lu§ der Geschichte der christlichen 2iebcStätigteit4 folgen, von denen der erste nächsten Freitag gehalten werden wird. Er wird dabei besonders auch zeigen, welche Fülle von Belehrung für die Gegenivart wir aus dec Geschichte ge­winnen föunen. Am 1. Februar wird dann Frau Professor Götze aus Braunschweig über den Anteil der Frauen an dem Kampf gegen den Aiko hol mißbrauch reden, und den Schluß wird Herr Pfarrer Schwabe mit Vorträgen über Krankenpflege machen.

* * Ueber die ethischen Grundlagen der Boden­reform wird am Diontag, 25. ds. MtS., Oberlehrer Dr. Strecker aus Bad 9iauheint in der hiesigen Ortsgruppe de- Bundes deutscher Lodenreformer sprechen.

**25jähriacsDicnstjubiläum. Ain! Sainstag feierte der Lokoinotivbeamteuverein das 25jährige Dicnstjubi- Ldum der St gl. Lowmotrvführer Ad. 59^5 Her, Wilh. St le in, K. Braun, K. Wörncr, Gg. Olr und H. Sa-ncidcr, oecbmioeii mit dcm 13 jährigen ^tiftungsiest des Vereins in der Tucuhaffc des Turnvereins. Am Vorunckag begab sich eine Deputation in die Wohnung der Jubitare, um ihnen dic Gratu- Lat tonen uito die Ehrengeschenke zu üoerbringen. Eine cuidere Deputation hatte am Grave der vcrswrvcnen Mitgiicdi-r R i c b c l und K l i n g e l f e r , die in diesem Jahre ebensalts ihr 25 jJl/r. Juoiläum geseiect hatten, Kränze niedcrgelegt. Abeiids 8 Uhr sand die offizielle Feier in dec Turnl)aUe statt, dic nut der Ein­führung der Jubilare nebst beren Frauen ihren Ansang nahm. Tic Sonntags ruhe im Gülerzugsverkähr hatte cs den Mitgliedern gestattet, recht zahlreick) zu erscheinen, so daß die Turichaffe bis auf ben letzten P.atz gefüllt war. Vom Maschinen In^pcktioiis- Vorstand hatten sich Eifenoahnbauinspektor SckMidl, ElsenbatM" Ingenieur Hemmer imb die Wertmcister Helfrich und Luter em- gesunden. Außerdeul waren viele auswärtige Lokonwtiv--Beamtc erschienen. Außer den obcngeiiamcken Juotrarcn irmrcn noch die L)ü)motivsührer Wilh. Ludwig und E. Kaiser mit ihren Familien aruvesend, die cocnfacks ihr 25 jähriges Jubi.rum ge­feiert litten, wenn sie nicht im Dienste verunglückt waren und pensioniert werden mußten. Tvs Programm des Abcnds war >ehc rcickchaltig uni) gefchixk ausgearoeitet. Festreden, Swnzcrt, Theater, Zithcrvorträge, ttuenbe Bilder (vvm Jüngling bis zum Lokomotiv'uhrer', sowie verschiedene anfpracyert tstciiger und aus­wärtiger Gäste wechselten miteinander ao und h.ecken die Teil­nehmer bis zur frühen Dtorgenstundc zusammen. Vor Beginn des Tages ivurbeit den Jubiüuen Ehren-Tiipu)me überreicht. Am Sonntag fand eine W>.edcrorreinigung au, dem 3ei|enteilet statt, bei weicher auch die am Samstag eingegangenen Glückwunsch, teieguimmc verresen wurden. Hier rouroe die Feier mit einem Tänzafeu beschlossen.

* Für Reisende nach Frankreich. Die General- bireftion der Zölle gibt bekannt, daß vorn 1. Mai d. I. ab ben erwachsenen männlichen Reiscnben beim Betreten bes französischen Gebietes lediglich für zehn Zigarren, zwanzig Zigaretten oder vierzig Gramm Tabak Zollfreiheit ge­währt wirb und dies nur unter der Bedingung, baß sie bleseS für den Reisegebrauch bestimmte Quantum ben Zoll­beamten vorher deklarieren.

* * Der Ontcl aus Amerika. Bon einem Be­trüger wurde vor einiger Zeit ein Wirt in einem benach­barten Dorfe schwer hineingelegt. Erschien da eines Nach­mittags ein Herr, der sich als Brauereibesitzer aus L. aus-« gab und vorvrachlc, er gedenke sein Bier in hiesiger Ge­gend einAufutyren und wolle zu diesem Zwecke Wirte in der Gegend besuchen. Ter angeb-id)e BrauereibLfiPer ließ dann auch etwas fließen, das heitzc, er bezahlte anfangs, abends aber wurde flott gezecht, Hausbcwohlier und Nachbarn des WirtS eqü)tenen und wurden mit bewirtet. Der Herr logierte dann die Nacht, besuchte anderen Tages in Begleitung des Wirtes auch andere^Wirtschaften und abends wurde bann wieder flott gelebt. Seit muroc geirunien und an alle Gäste im Lokal, die fid) in größter Anzahl eingefunden hatten, weil es im Torfe hieß, es sei ein Onkel aus Ameriia da, wurden mit Getrcknccn veoaüjt und Zigarren wurden herum­gereicht. rvurzum, es ivurde auf Kosten des angeblichen Brauereibesitzers ^gezecht und die Zeche soff sich auf 264 Mt. belaufen Haven. Für den dritten Tag war eine Wagenpartie gepiam, und so biieb der Fremde dic Nacht nochmals da, die Zeche sollte zusammen vor der Abreise beglichen iverden. Am anderen Morgen vermißte der Wirt feinen Havelock, aber o Graus, auch der Herr Branereibesitzec mar verschwunden. Tiefer hatte feinen Ueberzncher mitgeführt und hatte sich, um bei seiner frühen Abreise in den Morgenstunden sich nicht zu oeriälten, ben Havelock des Wirts nnigenouimen auf

Rimmer wiedersehen. Die (Ermittlungen ergaben, daß der angebliche Brauereibesitzer mit einem Betrüger identisch war, der am Tage seiner Ankunft erst aus dem^ZeffenB gesängnis Butzbach entlassen worden war. Wer den Schaden hat, braucht selbstredend für den Spott nicht zu sorgen, eS soff schon mehrmals bei dcm Wirt gefragt worden sein, ob nicht bald wieder ein Onkel aus Amerika komme.

** Heber Wanderungen deWildes schreibt man uns: Bekannt dürste sein, daß männliches Damwild während der Brunstzeit nachts hunderte von Kilometern zurück legt, um weit entfernt von seinem gewöhnlichen Stand­ort in fremden Revieren feine Licbeskämpfe vorzunehmen und eine Genossin zu suchen. Tai, aber aud) Meister Lampe weite Reisen begeht, dürfte nid), allgemein bekannt sein, und doch wird diese Tatsache von der Lahn gemeldet. 3te- ferenbar Ludwig Roth-Wiesbaden hatte im Revier Albs- hausen-Burgsotms (5treis Wetzlar anfangs Februar 19o8 14 Hasen rufi'ifdfcr Hertnnft äusgesetzl, tue in den Löffeln mit Wildmarien des Allgemeinen Deutschen Jagdscl>utz-Ver- eins, also mit A. D. I. B. und den fortlaufenden Nummern 53 341 bis 53 360 gezeichnet waren. Bon diesen Tieren sind bis jetzt erlegt im Revier Aibshausen und 14 üLometer davon entfernt 2 und zwar die 'Jim. 53 341 und >3342. Nach einer Nachricht der Deutsd)en Jägerzeitnng ist ein dritter Löffelmann und zwar Nr. 53 346 am 10. Januar im Jagdrevter Gersdorf a. Queis, also i.i Schlesien, feinem Sd)icksal erlegen und bei einer dor.igen Treiafags gefck-ojsen worden. Ob dieser Meister Lampe auf eine Rückwanderung in seine russische Heimat, vielleicht von Schn,ud)t naaj seinen Vettern und Basen getrieben, nad) Schlesien ge­kommen ist, ist schtver zu sagen. Jedenfaffs ist drc Tatsackfc der Zurückleguiig einer so großen Wegstrecke durch einen Hasen für den Waid mann, aber auch für den Zoologen von Wichtigteit. Referendar Roth in Wiesbaden bittet alle deutschen Weid genossen, die von den andern 11 Wiidmarteii- hasen mit den betreffenden Pummern z^enntnis erhalten, rhm eine Mitteilung zu machen, um im Interesse der 5adjc zu erfahren, wo die gezeichneten Hasen hingelommen sind.

** Verhaftet. Der vom Amtsgericht Neunkirchen steckbrieflich verfolgte Schirmmacher Peter Vufchenheimer aus Wellstein wurde hier feftgenommen.

= Rödgen b. Gießen, 18. Jan. Der Gesangver­ein Concordia wird am 20. und 21. Juli ds. Js. fein 25jähriges Jubiläum feiern. Ter Festplatz ist an der Gießener Straße vorgesehen und die Beteiligung aus­wärtiger Bereine nnrb voraussichttid) stark sein.

Annerod, 16. Jan. Dec T u r » vc r c ckrGut Heil" hielt om Samstag in bem Vereinswkal bei (yafhoirt Wächter leine Generalversammlung ab, wobei cs zur Weitung tarn, oaß nur aktive Mitglieder Stimmrecht und auch in ben Vorstand gelangen tonnten. Als Vorstandsmitglieder wurden gew.pck: Wilh. Haas II., Karl Mohr Jll . Lublv. 2äi ncr IV., Hciur. Weh cum V., Ludwig Biiweourg \ 1. Fc. :ac>ch ü\'i c und der -u ru- wart.

0 Londorf, 17. Jan. Kirchcnrat Weber, einer ber ältesten Geistlichen HeflenS, ift gestern im hohen Alter von fast 80 Jahren gestorben. Er war in unserem Ortc 32 Jnhre und vorher im nahen Allenboif 10 Jahre tätig. Vor drei Jahren konnte ec sein goldenes Pfarrerjublläuin begehen.

)( Grünberg, 18. Jan. zcute morgen haib 5 Uhr brannten die Scheuern und Nebengebäude des Gastwirts Otto Theiß und des Landwirts Weitz nieder. Das Vieh wurde gerettet. Tie angrenzenden Gebäude konnten ge­schützt merbeiL

H Göbelnrod, 15. Jan. Seit kaum einem halben Jahr besitzt unsere Gemeinde eine Station, uno fck-nu jetzt erfreut sic fick) eines lebhaften Verkehrs, der alle Eeivar- tun gen übertrifft. Die Gemeinde will eine Wasser^ Leitung anlegcn, die Quellen nördlich vom 'Dorf am Wirberg sollen das Wasser liefern.

x Mücke, 17. Jan. Dic Lctsvorstunde von Klein- Eichen und Lardenbach hielten bei Gastwirt Diehl eine gemeinsame Sitzung ab, an welcher auch Kreisamtmanu Havcrkorii- Schottcu und ein Vertreter der KuffurinspcUiou Gießen teil- nahmen. Es tmicdc üoer das G r u pp e n w a s f c r w c r l - P ro - jckt v-crliandelt. !baS für dic 6 Orte, Lardenbach, Groß Eicocu, Kleiii-Eiclicn, Weikartshain, Scffuwd und 21>ttl)nu)cn oomegt und von der Kulturinspekiiou Gießen befürwortet wirb. Dic fciyr wasserreickfen Quettgcbiete liegen zwischen Sellnwd und Ulrich­stein. Von hier soll das Wasser den £rten mittels natürtick-ack Gefall entlang der Kreisstra,;e. zuge'ühri iverden. Die Orts- Vorstände Lardenbach und .Klein-Eia-cn fchtofsen sich bem Plane an. Man gedenkt das Wasserwerk i'rtyon im Frühjahr in Angriff zu nehmen.

Rülfenrod bei Ehringshausen, 16. Jan. Der hier im Dienste bes Freiherrn Schenck zu Schivemsberg iteheude Förster Johß. Westrupp feierte heute an feinem 60. Ge­burtstage gleichzeitig sein 2öiahrige6 Dienstjublläum. AuS biesem Anlaß und in Anbetracht seiner treuen, ergebenen Dienste wurde ihm ber Dank der Herrschaft burch einen Ver­treter der Freiherrlichen Familie in Gestalt von Präsenten u. f. w. anerkannt und überbracht. Förster Wesirupp hat bie Schlachten von Gravelotte und St. Privat ohne Ver­wundung nntgemacht und erfreut sich in waibmanmschen wie anderen Kreisen großer LeUebthetl.

Nieder-Gcmundcn, Ter In enge Les e verein ver­anstaltete heute im Saale Södler einen Vortragsabend mit Lichtbildern Zum Vortrag gc.angtcn eine :Nel|c naa> den deutschen dLorbseo-Jnseln und der Sch ne Uba moserKronprin^s in Eäcilic". Zwei Serien von je 60 präcbtigcn Buxrn, die vom '.'iorbbeuisck-eu Ütonb dem Verein zur Verfügung gefk-lit worden wäret,, führten aniü;auiia) die zahlreich oer ia nun eilen Zuhörer cimnal vonBrcmen aus nach der Insel Helgoland, durch das Gatienmccr über Strand und Dünen nad) Wangervog, Langeoog, Sp.^k»vog, Norderney, Borkum und Emden: das auderemat lourcen d.e auf das mad-- tigl'te ousgeflatteten Schiffsräume des neuen LloyddampfcrSzpron- prauHcffiu Eaeüie" vorgefick»rt. Reichen Be. aff oer Zuhörer ern­teten die in jeder Weife gelungenen Dorträgc.

X Bingen, 17. Jan. Als Beihilfe zur Regulie­rung der Nahe von Kreuznach bis Bingen ift in bem preußischen Haushaltsetat für 1909 eine erste Rate von 40 000 Mk. cmgelicÜt. Tie Gesamtkostcn bcS RcgulierungS- projektes sind auf 434 400 Mk. veranschlagt, wovon 240 080 Mk. auf Preußen und 194320 Mk. auf Hessen entfallen.

(s.) Groß-Rechtenbach, 17. Jan. Ter Gemeinde­vorsteher und Standesbeamte Joh. Q h l y zu Nicderilecn ist auf eine Älmtsdauer von 6 Jahren zum Beigeordneten der Landburgermeisterei Rechtenbad) ernannt worb n. Dem Lehrer Johann Kl au er aus üceuznack) w.. . die hiesige zweite Lehrerstetle endgüliig übertragen.

11 3)1 a r b u r g, 15. Jan. Das voUnänbige Gerippe eines aus einer Kalkgrude in Tirol stammenden gewaltigen Höhlenbären, die in dec Vorze:t Deutschland bevölkerten, ist un hiefigen Geologischen UniversitätS-Mnseum aufgestellt. 3n Wohra ivurde ein 14jahriger Junge durch den Schlag eines Pferdes getötet.