Ausgabe 
17.6.1909 Erstes Blatt
 
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Laubach, 16. Juni. Das Ausschußfest, dessen Genauere Bescheidung wir im vorigen Jahre brachten, fand vom 13.15. ds. Mts. bei recht ungünstiger Witterung statt, die den Besuch von auswärts einschränkte. Den Hammel errang mit dem besten Schuß Wilh. Högel, das von der Iran Gräfin gestiftete Kleid wurde Richard Steller zuteil. Dem besten Schützen auf dem Gaben- ffmbe, Spenglermeister Friedrich Döll, wurde eine sil­berne Taschenuhr überreicht, die Rentner Albers aus Ham­burg gestiftet hatte.

Gedern, 16. Juni. Tas Ele ktrizitätswerk in Merkenfritz soll erweitert werden und die Orte Wenings, Obcrseemen und Gedern angeschlossen werden.

Butzbach, 16. Juni. Bei dem Bahnbau Butzbach Pohl^Lvns wurde ein Sträfling aus der Zellenstrafanstalt Butzbach von nachgebenden Erdmassen verschüttet. Er erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er bei der Ueber- führung nach dem Krankenhaus starb. Der junge Mann halte nur eine kurze Freiheitsstrafe zu verbüßen.

# Bad Nauheim, 17. Juni. Auf dem in den Tagen vom 3.5. Juli in Marburg stallfindenden 36. Gau-Turnfest des Gaues Hessen werden sich am Mrlsterriegenturnen, wohl unter den: Einfluß des letzten deutschen Turnfestes in Frank­furt a. M., zum e r st e n m a l im Gau drei Fechtabteilungen beteiligen. Auch der hiesige Turnverein stellt neben einer mit Stützhanteln turnenden Muslerriege eine Fechterriege, die von dem Frankfurter Fechtmeister Biernickel ausgebildet worden ist. Tie unserem Verein angehörigen ersten Sieger aus der Ober-Mörler Gaufahrt werden sich kommenden Sonntag mit guten Aussichten auch am Feldberg-Wetturnen beteiligen.

Darmstadt, 16. Juni. Die Einführung des neuen Direktors der Bikto riasa)u le, Herrn Dr. Otto, erfolgte heute vormittag mit einer kleinen Feierlichkeit. Neben dem Vertreter der obersten Schulbelstirde, Geh. Rat Dr. Eisen­hut h und dem Vertreter der Stadt uni) des Kuratoriums, Bürgermeister Dr. Glässing, wohrtte auch eine An­zahl von Stadtverordneten und Vertretern anderer Behör­den, sowie Leitern der hiesig. Schulen der Feier bei. In dem geschmückten Turnsaal waren die Schülerinnen der oberen Klassen versammelt. Nach dem Gesang der Schülerinnen hielt Geh. diat Dr. Eisenhuth eine Ansprache, in der er den neuen Leiter der Schule willkommen hieß. Es sprachen noch Bürgermeister Dr. Glässing für die Stadt und Prof. Dr. Röll für das Lehrerkollegium, denen dann Dr. Otto seinen Dank abstattete. Mit Gesang schloß die Feier. Dr. Otto wurde am 4. Juli 1862 zu Rüddings- Hausen (Oberhessen i geboren und war seit 1897 Direktor der höheren Töchterschule in Offenbach.

n. Mainz, 17. Juni. Zu Ehren des Vereins deut­scher Ingenieure fand gestern in der Stadthalle ein großes Festkonzert statt. Die Terrasse, die Rheinufer und die Straßenbrücke waren hübsch beleuchtet.

fc. Nierstein, 16. Juni. Im Alter von hundert Jahren starb gestern hier die Frau Eva Schneider. Bis zuletzt war sie geistig und körperlich rüstig.

U Siebenfopf, 16. Ium. Bei dem Bahrrübergang bei Langenau rannte ein führerloses Gefährt aus Siegen gegen einen Äangierzug. Ein Pferd wurde getötet und der Wagen zer­trümmert.

A Hohensolms, 16. Juni. Auf unserer Bergeshöhe herrschte gestern ivieder einmal reges Leben. Man konnte so recht sehen, daß der weithin bekannteHohensolmser Woll- matft* noch immer seine Bedeutung hat. Der Vormittag gilt als Viehmarkt, zu dem an^er einigen Rindern etwa 250 Schweine aufgetrieben waren. Der Schiveinehandel ging recht flott, gute Ferkel wurden mit 6070 Mk. und größere Einlegeschweine entsprechend höher im Paar bezahlt. Das günstige Wetter hatte eine ungeheure Menschenmenge auf die Beine gebracht. Auch für Unterhaltung rvar gebührend ge­sorgt. Der Gastwirte - Verband Krofdorf und Um­gegend hielt gleichzeitig eine Versammlung ab, die gut be- Iucht war.

Schwurgericht.

th. Gießen, 17. Juni.

Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den am 6. August 1872 geborenen Zimmermann I o h. Jost V. von Nieder- Roßbach wegen des Verbrechens der Urkundenfälschung and Betrugs. Tie Anklage vertrat Staatsanwalt Tr. Brill Verteidiger war Rechtsanwalt Adolph Metz. Es waren in der Verhandlung nur 4 Zeugen zu hören.

Der reuig seine Tal eingestehende Angeklagte, der lungen­leidend ist und Jnvalidenmiterstützung usw. erhäU, hat am Tage vor Gründonnerstag in stiodheim v. d. Höh einen Wagen Heu ge­laust und verkaufte dasselbe am nächsten Tage an Spebitcux Mag­nus in Friedberg werter. Ter Zweck dieses Handels war für Jost, einige Mark dabei zu verdienen. Ter Angeklagte behauptete, daß rür ihn bei dem Geschäft abzüglich des Fuhrlohirs unb der Spesen nur ein Nutzen von höchstens 2 Mk. übrig blieb und um diesen Betrag zu steigern hat er den von dem Wäger der Stadt Fried- berg ausgefüllten Wiegeschein gefälscht,, er hat dadurch 2 Ztr. den mehr bezahlt bekommen, als er wirklich avgeliefert hat und ich dadurch einen Vorteil von 6 Mk. 90 Pf. zum 'Nachteil seines tfbnebmcry verschafft. Dieses Vorteils hat sich de^ Angeklagte später ocgebeit, indem er den erhaltenen Betrag an Spediteur Magnus mrückzahlte. Den Geschworenen wurden die Schuldftagen in der Weise vorgelegt: Ob der Angeklagte in ein und derselben Hand­lung eine öffentliche Urkunde gefälscht und einen Betrug verübt hat, für den Fall der Verneinung dieser Frage: Ob es sich um :tnc Privaturlundenfälschung mit Betrug handelt.

Staatsanwalt Dr. Brill plädierte dahin, daß es sich im vorliegenden Fall um eine Ihrknnde handelt, die em öffentlicher Beamter, nämlich der Wieger der Stadt Friedberg, ausgestellt hat und daß sich der Angeklagte des Verbrechens der Urkunden- ülschuirg schuldig gemacht hat und daher die erste an die Ge­schworenen gerichtete Schuldftage zu bejahen sei.

Rechtsanwalt Metz rührte demgegenüber aus, daß man dem Wieger einer Stadt, welck>e aus dem Verwiegen von Lasten ein Geschäft mache, nicht die Qualifikation eines Beamten beilegen könne, um öffentliche Urkunden ausstellen zu können. Es ent­spreche dies auch nicht dem Rechtsempfinden der Bevölkerung. Sicher aber sei, daß, wenn man in der Frage die Ansicht des Staatsanwalts teilen wolle, der Angeklagte nicht das Bewußtsein je^abt hatte, daß es sich um eine öffentliche Urkunde handelt, ils er die Fälschung vornahm unb schon bar um müssen die Ge- chworeneu seinen Klienten von der Anklage des Verbrechens her Urkundenfälschung fteisprechen und die ztveite an sie ge­ächtete Schuldftage bejahen.

Nach kurzer Beratung fiel der Spruch der Geschworenen im Sinne ber Ausführungen des Verteidigers. Der Gerichtshof ver- rr teilte den Angeklagten wegen einfacher^ Urtünbenfälschung mb Betrug zu einer Gefängnisstrafe von 14 Tagen. Der Staats- mivalt hatte eine sechswöchentliche Gefängnisstrafe beantragt.

Gerichtssaal.

R. B. D a.r m sta d l, 16. Juni. (Landgericht.) Der Pri­vatier Engler von Frankfurt a. M. fuhr s. 3t. den General v. Liude- «uist.uach bent Griesheimer Exerzierplatz. Auf bet Griesheimer Bandstraße kam er mit seinem Automobil zu knapp an bem Fuhr­werk des Fuhrmanns Götz vorbei, so daß brr auf einer Kiste fitzende Götz mit ihr herab geworfen wurde und tödlich verunglückte, ^ic Witwe Götz strengte daraus gegen Engler Entschädigungsklage in. Tas Gericht stellte m der heutigen Verhandlung neben dem .'.wnplverschulben des Beklagten auch eigenes Verschulden des Götz

an dem Unfall fest unb verurteilte bett Beklagten zu einer Zahlung von zwei Trittei ber geforderten Rente.

R. B. D a r m st a d t, 16. Juni. Tas Schwurgericht ver­urteilte heute den 31 Jahre alten Taglölmer Georg Kreisch- m a r von Frankfurt a. M. wegen Brandstiftung in" zwei Fällen unter mildernden Umständen zu 1 Jahr 3 Monaten Ge­fängnis, abzüglich 1 Monat Untersuchungshaft. Ter Ange­klagte ist Gelegenheüsarbeiter und war zuletzt 5 Wochen bei einem Landwirt in Messenhausen beschäftigt, wo er wegen Lohnstreitig­keiten am 2. Mai a-ulstrat. Er betraut sich hierauf, nächtigte in einer Scheuer und steckte am anderen Morgen auf der Wanderung nach Frankfurt in den Gemarkungen Ober-Roden und Dietzenbach auf dem Felde liegende Holzvorräte im Werte von 150 Mark und 113 Mark, in Brand. Der Angeklagte war geständig unb erkannte bie Strafe an.

Würzburg, 16. Juni. Die Urteilsverkündung im Prozeß ber Ansbachergruppe gegen bie Bayerische Boden- frcbitanita_lt in Würzburg wurde vorn Oberlandesgericht in Bamberg auf den 26. Juni vertagt. Bezüglich ber Entlastung und Abfindung der früheren Direktoren Sauer und Ach tarn ein Prozeßvergleich zustande, nach welchem jeder ber Beteiligten eine Abfindung von 25 000 Mark erhält.

Vermischter.

'Gewissenhafte Berichter st attung. Kürzlich über­nachtete der Kaiser in seinem Hofzug auf dem Bahnhof S ch w i e b u s. Zu 5 Uhr morgens war dem dortigen Bahnhofswirt die Lieferung des Kaffeefrühstücks übertragen worden. In einem Schwiebuser Blatte lieft man nun, daß dazu zu liefern hatten: Bäckermeister Tallach 60 Milchbrote, 6 Waßersemmeln, 15 Hörnchen, 15 kleine Bretzeln, 10 Mohnflechten, 6 Mannheimer, 1 Napfkuchen, Streußel- luchen für 2 Mark, 10 Salzknüppel, 20 Salzkuchen; ferner die Molkerei Stein 2 Liter Sahne und 4 Liter Milch.

Echter Burgunder". Ein fahrender Händler zog in den letzten Tagen durch die Straßen des Nordens von Berlin und verkaufte von feinem Wagen Burgunderwein für 60 Pfg. die Flasche. Kostproben wurden gratis verabreicht. Diese scheinen auch gut gemundet zu haben, denn viele Reflektanten griffen nach der Probe zu, so daß bald Dutzende von Flaschen verkauft waren. Zu Hause harrte jedoch der Käufer deS billigen Burgunderweines eine unliebsame Ueberrafdjung. Es zeigte sich nämlich, daß die heimgebrachten Flaschen nur gefärbtes Wasser enthielten. In­zwischen war aber der Schwindler über alle Berge und bie Nach­forschungen nach ihm blieben erfolglos.

Kleine Tageschronik.

Prinz Hei nrichfahrt. Bis 6 Uhr abends sind von 95 gestarteten Wagen 93 in Salzburg angekommen. Es fehlen die Wagen 686 und 678, die die Fahrt aufgeben mußten.

In Berlin ist gestern abend 7 Uhr ber Südringzug 2621 auf den aus Betriebsrücksichten vor ber Station Alexanderplatz haltenden Personenzng 2640 aufgefahren. Getötet wurde niemand, leicht verletzt nur 3 Fahrgäste.

In L e i p z i g wurden einem Lehrling, ber 3000 Mark Papier­geld offen in der Hand trug, an ber Hauptpost die Scheine entrissen. Ein anderer Mann wurde festgehalten, er ver­weigerte jedoch jede Auskunft. Durch die Polizei wurde festgestellt, daß er und berJRäiiber anscheinend Russen sind.

Mehrere Schutzhütten wurden erbrochen und ausgeraubt, darunter sämtliche Hütten im Paznanntale, sowie die Wiesbadener Hütte am Piz Bnin und die Sonklar- Hütte.

Der Besuu, ber Reichstagsabgeordneten bei bem Grafen Zeppelin ist auf den 6. Juli festgesetzt worden.

Ein junger Geistlicher aus Messina, der vielbewunderte Günstling des Erzbischofs, zog bei dem Erdbeben ein junges Mädchen ans den Trümmern. Jetzt sind beide nach Buenos- Aires geflüchtet, um sich'dott zu heiraten.

Die Bank von Frankreich eröffnete eine Sammlung für die Opfer des Erdbebens und zeichnete 10000 Frs. an erster^ Stelle.

In Belgrad spricht man von M a s s e u - Unterschla­gungen von Staatsgeldern in der Staatskasse. Eine Unter» jnchungs-Kommission ist eingesetzt worden. Auch beim serbischen Konsulat in Saloniki entdeckte man einen großen Abgang von Staatsgeldern, ebenso bei dem Konsulat in U e s k u e b , wo die Unterschleife 150 000 Frs. betragen sotten.

Ei n schreckliches Unwetter mit Regengüssen und Hagelschlägen hat die Felder im Küstenstrich von Barcelona verwüstet. Die Ernte ist verloren und viel Vieh umgerommen. Infolge der Überschwemmung sind Häuser eingestürzt. Auch Men- schen sind ertrunken.

Handel und verkehr, Volk-Wirtschaft.

Buder us-Werke, Eisenwerke Wetzlar. In der Kundmachung über die Einführung von 2 Millionen Mart neuer Aktien dieser Gesellschaft bemerkt' die Verwaltung, die im Geschäftsberichte für 1908 ausgesprochene Erwartung, daß die Ver­besserungen der Betriebsanlage ans die Selbstkosten günstig ein- wirken würben, so daß ein nennenswerter Gewinnausfall nicht eintreten werde, habe in dem bisherigen Ergebnis ihre volle Be­stätigung gefunden.

Landwirtschaftliche Kreditbank Frank­furt a. M. Der unter Miiiviiknng der Reichsgenosfenschaftsbank in Tcirnistadt ausgestellte Abschluß für 1908, dessen Veröffentlichung in den nächsten Tagen bevorsteht, ergtebt, da durch verschiedene Engagements des Jn'tiluts große Abschreibungen erforderlich waren, einen ansehnlichen Verlust, so daß nach Aufzehrung sämtlicher Re­serven im Betrage von 500 000 Mk. noch ein größerer Fehlbetrag entsteht, dessen Beseitigung, wie dieFrankfurter Zeitung" erfährt, durch eine Zusammenlegung der Aktien geplant ist. Das Aktien- kapital der Bank beträgt bekanntlich 2 Millionen Mark.

Markte.

Laubach, 16. Juni. Der gestrige Schweine markt war schlecht befahren; infolge davon waren die Preise hoch. Für Ferkel zahlte man für das Paar 7080 Mk., für Springer 80 bis 90 Alk. Kauflust war gering.

ke.F rankfurt a. Ai., 17. Juni. (Telegr. Orig. - Bericht des Gieß. Anz.".) Amtliche Datierungen der heutigen Viehmark t- p reife. Zunr Verkanfe standen: 30 Ochsen, 00 aus Oesterreich, 3 Bullen, 0 aus Oesterreich, 94 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 1093 Kälber, 66 Schafe und Hammel, 976 Schweine, 0 Ziege, 2 Ziegenlämmer, 2 Schaflämmer. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgeivicht: Ochsen: 1. Qualität 7477 Mk., 2. Qualität 6972 Mk., 3. Qualität 58-62 Mk.; Bullen: 1. Qual. 6365, 2. Qual. 5860; Kühe 1. Qualität 7274 Mk. 2. Qual. 6062 Mk., 3. Qual. 4648 Mk., 4. Qual. 0000 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlacht­gewicht: Kälber 1. Qualität 95 bis 98 Pfg., Lebendgeivicbi 5758 Pfg., 2. Qualität 7686 Pfg., Lebendgeivicht 45-50 Pfg., Schlachtgew. 6570 Pfg.; Schafe : 1. Qual. Schlachtgew. 80 bis 00 Pfg., 2. Qual. 7074 Pfg. Schweine: I. Qnal. <071 Pi., Lebendgeivicht 55,055,5 Pf., 2. Qnal. 6970 Pf., Lebendgewicht 54,500,0 Pfg., 3. Qual. 6468 Pfg., Lebendgeivicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.

ke. Wiesbaden, 16. Jnni. Viehmarkt. Zum Verkauf tanden: 48 Ochsen, 94 Kühe, 422 Schiveine, 558 Kälber (darunter 328 Mastkälber, 230 Landkälber), 66 Hämmel und Schaie. Bezahlt wnrde für 50 Kilogramm Schlachtgewicht: Ochfen 1. Qual. 75,00-77,00 Mk., 2. Qual. 73,0074,00 Mk., Kühe 1. Qualität 63,00-65,00 Mk., 2. Qnal. 00,0000,00 Mk. Bezahlt wnrde für 1 Kilogr. Schlachtgewicht: Schweine, vollfleischige, 1,361,38 Mk., Sauen 0,00- 0,00 Alk., Eber 0,00-0,00 Mk.; Kälber: Mastkälber 1,861,94 M., Landkälber 1.541.62 Mk.; Hämmel iuld Schaie 1,46 bis 1,52 Mk. Rinder notierten: 0000 Alk., Ferkel das Stuck: 0000 Akk. Geschäft in Horu- und Kleinvieh mittelmäßig, kein Ueber-ftand. Tie Zufuhren waren aus Norddentfchland.

Limburg a. d. Lahn, 15. Juni. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreis pro Alalter. Roter Weizen (nassauischer) 22,00 Mk., weißer Weizen (angebautc Fr'emdsorten) 00,00 Mk., Korn 14,85 Alk., Gerste: Fnttergersle 60,00 Alk., Branaersle 0,00 00 All., Hafer 9.750.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 8,000,00 Alk.

kirchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgcmeinde.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).

Samstaq den 19. Jnni 1909:

Vorabend 7.45 Uhr.

Morgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbatausgang 9.40 Uhr.

Israelitische Neligionsgesellschast.

Gottesdienst.

Sabbatfeier am 19. Juni 1909:

Freitag abend 8.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr. Predigt.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 9.40 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 0.00 Uhr, abends 7.30 Uhr.

Briefkasten der Ne-aktion.

HR. Die berühmten Borsdorscr Aepfel sind nicht nach dem oberhejsischen, sondern nach dem böhmischen Orte genannt.

Gießener Wetterdienst.

voranSsichtliche Witterung für Hessen am Freitag dem 18. Juni: Heiter und trocken, warm. Nördliche Winde.

Griginal-Drahtmeldungen.

Straßburg, 17. Juni. Wie Freiherr ElausZoru von Bulach bekannt gibt, find die Meldungen über einen Zusammenstoß in einem hiesigen Gasthaus vollständig er­funden und entbehren jeglicher Unterlage.

Wien, 17. Juni. An zuständiger Stelle ist nichts davon bekannt, daß^der König von England beab­sichtige, auch in diesem Jahre dem Kaiser in Ischl einen Besuch abzustatten.

Paris, 17. Juni. Echo de Paris meldet aus Rom: Es ist sicher, daß der Zar diesen Sommer eine längere Kreuzfahrt im Mittelmeer und adriatischen Meer unternimmt und während derselben König Viktor Emanuel einen Besuch abstatten wird. Die italienischen Sozialisten planen bereits jetzt die Organisierung von Kundgebungen gegen das zaristische Regime.

Paris, 17. Juni. Der sozialistische Verband des Seine-Departements erhob in einer gestern angenommenen Tagesordnung Einspruch gegen den Besuch des Zaren in Cherbourg.

Paris, 17. Juni. An Bord des Unterseebootes Saphir brach infolge Kurzschlusses gestern abend Feuer aus. Der Schaden ist ziemlich bedeutend.

London, 17. Juni. 93 Prozent aller englischen Grubenbesitzer erklärten sich für eine Kürzung der Ar­beitslöhne sowie gegen die Einführung eines Mindest- lohues von 6 Sh. Bei Durchführung dieses Beschlusses werden die Grubenarbeiter sofort in den Ausstand treten. Für morgen ist bereits nach London ein Bergarbeiter-Kon­greß einberufen worden.

London, 17. Juni. Daily Mail setzt einen Preis von 1000 Pfund Sterling für den Lustschiffer aus, der in einem Lenkballon zuerst den Aermel-Kanal über­fliegt.

Athen, 17. Juni. .Heftige Erdstöße wurden in Lemia verspürt. Der Kirchturm des Ortes ist cingestürzt, eine Anzahl Wohnhäuser beschädigt, Personen sind nicht verletzt. Tie Panik ist groß.

Derankwvrttich i. V.: für Gcrichlssaal E. Anderson, für Stadt und Land: Karl Neurath.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse, 17. Juni, 1.15 Uhr.

81/*/e Beichsanleihe. . 95-20 3°/o do. ... 85.95 3l/,% Konsols 95.30 3% do. .... 85.95 3-/°/, Hessen 94.40 3l/t°lo Oberhessen ...

4°/0 Oesterr. Goldrente. . 99-80 4Vs0/» Oesterr. Silberrente. 99.50 4°/e Ungar. Goldrente . . 95.45 4e/e Italien. Rente . .

3% Portugiesen Serie I . 62.60 3®/o Portugiesen , III . 63.75 41/,®/» rues. Sta&tsanl. 1905 98.75 4V,°/o Japan. Staatsanleihe 95.85 4% Conv.Türken von 1903 93.50 Türkenlose 145.60 4% Grieeh. Monopol-Anl. . 49.50 4°/o äussere Argentinier . 88.90 3°/. Mexikaner ....

4l/i®/o Chinesen .... 99.C0 Aktien*

Bochum Guss 227.80

Buderus E. W. ... . 110.80

Elektriz. Lahmeyer . , . 118.20 Elektriz. Schuckert . . . 124.99 Eschweiler Bergwerk . . 190.75 Gelsenkirchen Bergwerk . 177.75 Hamburg - Amerik. PaketL 117.00 Harpener Bergwerk. . . 189.50 Laurahiitte 182.00 Nordd. Lloyd 89.60 Oberschles. Eisen-Industrie 93.00 Berliner Handelsges. . . 172.00 Darmstädter Bank . . 132.50 Deutsche Bank .... 242.25 Deutsch-Asiat. Bank . . 152.30 Diskonto-Kommaudit . « 186.80 Dresdner Bank . . . . 153.00 Kreditaktien 200.20 Baltimore- und Ohie-

Eisenbahn . . , . 116.10 Gotthardbahn ..... Lombard. Eisenbahn. . . 21.70 Oesterr. Staatsbahn . . . 155.00 Prince - Henri - Eisenbahn . 132,00

Tendenz: ruhig und behauptet

Berliner Börse, Canada E. B. . . . ,181.20 Darmstädter Bank . . . 132.30 Deutsche Bank ...». Dortmunder-Union 0. . 62,50 Dresdner Bank .... 153.20 Tendenz: behauptet.

17. Juni. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk . . . 189.75

Laurahütte ..... 181.75

Lombarden E. B. , , . 21.70

Nordd. Lloyd .... 89.60

Türkenloae ..... 145.70

Mondamin -Fruchtflammeri

ist ein bevorzugtes Sommergericht.

Man verwende den Saft frischer geschmorter Flüchte, das gibt einen köstlichen, zuträglichen, er­frischenden, natürlichen Fruchtflammeri.

Man weiß, was man hat, wenn man die Obst­säfte selbst bereitet. Mondamin erhält den reinen Fruchtgeschmack. UebetaU erhältlich tu 60, 30 u. 15 Pfg.-Paketen. HemiMast Weim Maililjftiiitiergmrkt vormals 5ernie in Gießen.

2)ic am 1. Juli l. Js. fälligen Kupons unserer I. stelligen 4%igcn Obligationen und unserer II. stelligen 47,%men Obligationen sind

bei unserer Gewertschaftstasse in Gießen, bei dem Bankhause Fatob Grünewald in Gießen, bei dem Bankhause Sa!. Oppenheimer jr. & (So. in Köln a.RH. und bei dem Baukhause Louis David in Bonn a. Rh. zahlbar.

Gießen, den 15. Jnni 1909. 3497

Für den Grubenvorstand:

Justizrat Grünewald, Rechtsanwalt.