Ausgabe 
16.1.1909 Zweites Blatt
 
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von 366 3uu auf 421 2UU 'JJüirf u. f. f. Die Zahl der Gerichts- schreibergrhilfen betrug cm 1. April 1908 ^85, dazu kommen noch 13 anc.eftzdte Schrcibgehils-m und 204 Schreibgehilfen. Tie Regierung ist ermächtigt, bie vollbeschästig len Schreibgehilfcn, die das 30. Jahr zurückgelegt haben und mindestens 10 Jahre zur vollen Zufriedenheit bet einer hessischen Staatsbehörde beschäftigt waren, unter Verleihung der ihrem Lebensalter entsprechenden Vergüwng als Gehalt dekrelmäßig anzu stellen mit Gehaltszulagen bis zu 1800 Mark, auch kann die Regierung den Schreibgehilfen iu teueren Orten bis ;u 100 Mark Stattons zu lagen gewähren. In den weiteren Kapiteln des Justizetats beträgt die Gesamtausgabe für t)U Z-llenstrafanstalt Butzbach -530 149 Mark, der Staatszuschuß 176 317 Mark, für das Landeszuchthaus Mariens chloß die Gesamtaus'zabe 267475 Mark, der Staats- Zuschuß 130 000 Mark, und für die Weiber st rafan st alt zu Mainzdie Gesamtausgabe 56550 Mark und der Staatszuschuß 41 000 MarL ferner erfordern die Komnrunalkassen in den drei Provinzen 687 820 Mark und das Zentralbauwesen der Justiz 117 980 Mark, worunter sich 93 660 Mark für laufende Unter­haltung aller Justizgcbäude und 9020 Mark für Herstellung weiterer Arbeitsräume im Amtsgerichtsgebäude zu Offenbach, 9000 Mark für Erneuerung der Dainpskesfelanlagen in der Zellen- strafanstalt Butzbach und 4500 Mark für Herstellungen im LandeHuchthaus Mar ienschloß befinden. Die Gesamtausgaben für das Justizministerium stellen sich auf 5 382102 Mark, die Einnahmen auf 2 553 600 Niark, so daß der Staat einen Zuschuß non 2828 400 Mark zahlen muß.

Tas Ministerium der Finanzen arbeitet naturgemäß nrit dem größten Dearntenapparat: es i'itti) ihm 4 Ministerialräte, 21 vortragende Räte, 3 kommissarische Mitglieder, 9 ständige Hilfsarbeiter und eine große Anzahl Bureau- und technischer Mit­arbeiter ^geteilt. Die persönlichen Ausgaben für das Ministerium iteilen sich daher auf 622 000 Mark, die Ausgabe für die Haupt- slaatskasse auf 114 924 Mark, für die Forstverwaltung aus 35850 Mark, für Kataster auf 228000 Mark fbci 28500 Mark Einnahme), für Bauwesen 868 000 Mark (bei 213 400 Mark Ein­nahmen). Für Kapitel Brücken und Ucberfahrten beträgt die Ausgabe 78 400 Mark, die Einnahme 213 480 Mark, so daß 135 000 Mark Ueberschuß verbleiben. Tie GesamteinnalMe des Ministeriums der Finanzen beträgt 530 000 Mark, die Gesamt­ausgabe 2 496 800 Mark. Auch diese Positionen wurden nach dem Referat des Abg. Mvlthan nicht beanstandet. Ter Aus schuß erledigte schließlich noch die im Bermögensteil befindlichen Forderungen für das Justizministerium. Darunter für ben Er­werb von Gelände nm Darmstädter Iustizgebäude 210000 2Jiarf, für die innere Einrichtung des neuen Justiz- gebäudes in Al ainz 396 000 Mark und für die innere Ein nchtung des Provinzialarresthauscs Maiirz 200 800 Mark. Für Ausarbeitung usw. von Plänen für ein neues Amtsgerichtsgebäudc' u Gießen wurden 4000 Mark, für die innere Einrichtung des AmtsgerichtSgebäudes zu Ober-Ingelheim 15300 Mark und endlich für die Anlegung neuer Grundbücher 428 667 Mark bewilligt. Der Ausschuß vertagte sich darauf.

21us Stadl und Land.

Gießen, 16. Januar 1909.

TageSkalender. Stad11heater: Sonntag nach­mittag 3'/, Uhr:Pension Schüller" und ,D t c Puppen» t c c"; abends 7*/, Uhr: ,T l e Raben st eineri n".

Kolosseum: Samstag abend: Sitbskrtptions-Maskeuball, Sonntag und folgende Tage 'Lorstellung.

Kl nemalograpl; ent Heater: Progranlmwechsel. Kaiserpa nora in a: Katicr-HulbiguugS-Feslzug in Wien. M l l i t ä r k o n z e r t der Regnnenlsmusik Sonntag nachmittag 5 Uhr in StetnS Garten.

Anlagemusrk (bei günstigem Wetter) um 12 Uhr auf der Süd-Anlage mit folgendem Lprelplan: 1. Ouvertüre zuNorma' von Belllni. 2. Alarttaua-Walzer von DöUmger. 3. Julrodukltot, aus der OperCarmen" von Bizet. 4. Iubtläums-Alarsch von Kranße.

F a m i I i c n f o n j c r t Sonntag abend 7 Uhr int Restaurant Metropol.

Fußball wettspiel Gießeu-Hanau: Sonntag nachntittag 3 Uhr auf dem Trieb.

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- Neuer Konsul. Der zum Generalkonsul der Repu­blik Panama in Hamburg ernannte Herr Archtbald E. Boyd ist zur Ausübung konsulartscher Verrichtungen im Großherzog- tum zugelasscn worden.

* Dem Verband der Krankenkassen nnb der Gemeinden als Träger der Krankenversicherung im Groß­herzogtum Hessen gehören zurzeit als Mitglieder an: 36 Ortskrankenkassen, 20 Betriebstrankenkasseu, 1 Jnnungs- frantcit!af[c, 43 Gcmeindekranlcnveisick)erungeu und 11 Knappschanskassen, zusanrmcu 111 Ka,senorgaaisatipuett mit 60 000 Mitgliedern. Ter Verband bezweckt, seinen Mitglie­dern wirtschaftliche Vorteile aller Art zuzuwenden durch gcmcinfamcu Abschluß von Verträgen mit Apothekern, Spezialärzten, Krankenhäusern, Zahnärzten, Dentisten, Lie­feranten von Brillen und Heilmitteln aller Art. Er wird attßerdem aufklärend wirten im Kreise der Kasseocarnten und Vorstandsmitglieder durch die von ihm seit zwei Jahren ms Leben gerufenen JnstruktionSkurse iu Versicherungs- angelcgenhetten, bei denen wichtige Gesetzesbestimmungen eingehend erläutert und Fragen der Verwallungspraxis in zweckntäßiger Weise bcantiDortet worden. Er l-at außer­dem eine Auskunftsstelle, die allen Verbandskassen Rat­schläge in allen Kassenangelegeuheitett erteilt, er vermittelt die Revision votl Rezepten, hat Schiedsgerichte zwecks außer- gerickitliclier Schlichtung von Streitigkeiten eingerichtet, er­mittelt außerdem eine fachmännische Revision von Jahres- rechnungeu in materieller unb formeller Hinsicht, sowie auch in bezug auf zu ntachcnde Ersparnisse, kurzum er steht heu Verbandskassen in jeder Hinsicht mit Rat imb Tat zur Seite.

"Dav 11. deutsche Turnfest hat, wie m einer dieser Tage abgehaltenen KomnnjsionSsttzung mitgeteilt wurde, einen Ueberschuß von elwaS über 2 0 0 0 0 0 M k. ergeben.

* * 3um Bassermann-Gastspiel am Dienstag wird mcs geschrieben: ^ erste Auftreten des berühmten Künstlers faiid vor drei Zahrat im Theatervercin statt und war damals dadurch zustande gekommen, daß sich der Vorsitzende tn direkte Verbindung mit dem Künstler setzte. Der Erfolg des Abends übrr- traf alle Grmaitimgen, oaS den L.ibschcn Saal bis auf das letzte Plätzchen füllende Publikum überschüttete Bassermann mit Bei wll und die Kritik schrieb:(Sine größere Munftleiftung als bic BastermamG hat der Gießener Theaterverein wohl now nidU gesehen." Bassermann in der Rolle des entlassenen Zuchtlwus- gei angaum Biegler tnStein unter Steinen" btlöcic noch wowen- lang das Gaitfpiel in Gießen und man begriff, saß die '8erIinet Zeitungen Recht gehabt hatten, als sic nach der Erstaufführung des ^ubcrmannfdten Stückes schrieben, der große Erfolg des Abends sei das Verdienst Basscrroanns, nicht aber dec> Autors. Ein Versuch, den stünulcr im folgenden Winter zu einem Gastspiel zu gewinnen, blieb erfolglos; er schrieb, daß er iütdXcn muffe, sich in den tdücthtcn Garderoben des alten Theaters zu er kalten und daß er deshalb lieber warten tvolle, bis der Neubau fertig sei. Erst jept nachdem die zur Vermittlung augerusenc Theateragentur tm vorigen Wmler versagt hatte ist es in Folge persönlicher '-'^Jcnhung nuxjiid) geworden, den Künstler von neuem zu m pflichten. Die drei Rollen, die er hier spielen wird, iind von ihm bei der Erstausführung des iuteressamctt Einakterztiklus oct tu inqem Frühjahr and) in Frankfurt »ahlretd-e Aufiuhrungen ^lcbtt am Lessiuglheater kreiert wvrdeu Wer den genialen Charanenutkv als Biegler gvfehm hat, wird dieses neue Gastspi i TTcitoig begrüßen, und die Tircltton bc-S Stadttheaters wird e-> cbertkuueuig, ivic vor drei Zähren der rheateroerein zu brreuvn l>ilM:n, daß )tc ui das große pekuniäre Risiko etngegangeil ch.

* lieber Polizeihunde iptaar geiieru. abend aut Ver­anlassung des Vereins u n b e f o o t t" Poltzetkommissar M o st aus Saarbrücken. Ter Vortrag fand fo lebhaftes Interesse, daß der Gartensaal des Hotels Schütz bei weitem nicht ausreichte, die Menge der Erschienenen zu fasten. Ter Vortragende gab tn »einen anschaulichen Ausführungen zunächst ein Bild der w.innig- faltigen Beziehungen zwifchen Mensch und Hund, um dann über die Verwendung des Hundes im Tienste der Polizei zu sprechen, die mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts einictzte und mehr und mehr Ausbreitung findet. Für die Nützlichkeit der Polizeihunde sprechen ihre Erfolge von denen Redner einen charakteristischen Fall in Hamburg ermähnt die sie den Schutzleuten als Öelfer bei UcberfäUen und vor allem der Kriminalist bei der Austuchung von Verbrechern leisten. Auch bet vorbeugenden Tätigkeit der Polizei kommt das Vorhandensein von Polizeihunden zugute. Die Verwenobarkeit des Hundes im Dienste der Kriminalistik beruht auf den Eigenschaften feiner Nase und Ohren, feiner Wach­samkeit, Roubtiematur, Schnelligkeit und großen Anhänglichkeit. Die Drefsur hat nut dann Erfolg, wenn sic mit Liebe und Geduld Dotgenommen wird, sie kann nur durch persönliche Anleitung nicht aber aus Büchern gelehrt werden. Erstes Erfordernis ist unbedingter Gehorsam des Hundes. Der Redner schildert bann die Dressur-Methode und stellt die weitverbreitete Ansicht, daß der Hund den Verbrecher als solchen fuche, dahin richtig, daß er vielmehr nach den bei Dressur gemachten Erfahrungen jemand suche, der ihn ärgere. Als besonders für Polizeihunde geeignete Hunderassen bezeichnete et den Schäfer Hund, den Dobermannpinscher und den Aircdale. Tie deutschen Hundesvortvereine sind in der Lage, die zur Dressur geeigneten Tiere zu beschaffen und jm Interesse Der Behörden liegt es, die Anschaffung von Polizeihunden zu fördern. Nach diesen mit Beifall atugenommenen Ausführungen, für die der Vorsitzende, Weinhändler Schwan, dankte, folgte eine Tiskussion, bei der Oberstaatsanwalt Lang nacktdrücklich darauf hinwies, rote wichtig es fei, daß das Publikum bei allen Verbrechen, falls Polizeilntnd für die Auffindung benutzt werden sollen, seine Neugier bezähml und vom Tatort wegbleibt, damit die Witterung für den Hund nicht verloren geht.

** Allgemeine Metzgerversammlung. Am Tonnerstag abend fand im Saale des Hotels Einhorn eine allgemeine Metzgerversammlung statt, zu der der Obcr- metsler der Innung, Ernst Ludwig Sack, die Gewerbegenosseu eingeladcn hatte, die dieser Einladung auch zahlreich Folge leisteten. Ter Direktor der Pensivnskasse des Deutschen Fleischer-Verbandes referierte über den Zweck und das Ziel dieser Einrichttmg, die nicht als Erwerbsunternehmen, son­dern nur als Woylfahrtsunternehmeu für die Meister, die einer Innung angehörcn, ins Leben gerufen wurde und die den Versicherten des Gewerbes im Alter zum Segen gereichen soll. Aus der Versammlung meldeten sich sofort eine An­zahl besonders j ü n g e r e r M c tz a e r m e i st e r für die Kaffe als Milglied. Hieraus trat die Versammlung in eine Be­sprechung der unterm 17. Tezemver v. I. veröffentlichten Mintsterial-Verordnung über das amtlime Verwiegen von S ch l a ch t t i e r c n ein, die in den Städten in Rhein­hessen und Starkenburg, wo meistens nach Lebendgewicht zwischen Landwirt und Metzger gehandelt wird, zwar feine einschneidende Veränderungen bringt, dagegen für die Gie­ßener Metzger, die nur nach Schlachtgewicht kaufen, erheb­liche Nachteile bringt. Hier in Gießen hatten sich mit der Zeit zur Feststellung des 2chlachtgewia)ts gewisse Gebräuche herausgebildet, die in einem Lokal-Polizeireglement fest­gelegt wurden und mit denen bisher Metzger und Landwirt zufrieden waren. Durch die neue Mini,cerial-Verordnung sind zum Nachteil der Gießener Metzger für den Gießener Schlachthof wesentlich günstigere Bed.ngungen für den ver­lausenden Viehproduzeuten gegen den seither geübten Modus geschaffen wordeR. Hiergegen sprachen sich btc einzelnen Redner in der Versammlung entschieden aus. Man beschloß, die Angelegenheit in einer Heineren Kommission vorznbe- roten und bann einer neuen Versammlung Vorschläge zu unterbreiten, in welcher Weise die Sache behandelt werden soll.

Die Maul- und Klauenseuche ist ans- gebrochen in Bernried, Bezirksamt Breil heim (Regierungs- vezuk Oberbayern), am 14. Januar.

Ettingshausen, 16. Jan. In unserem Orte tDCiuen eben die Postsendungen gezählt, da Ettings­hausen nach Eröffnung der neuen Bahn GrimbergLieh als Posta gent ur tn Betracht kommt. Es wäre nun sehr gut und nur auf diese Weise tonnte man cm einigermaßen zuverlässiges Zahlenmaterial ermitteln wenn auch fest- gestellt lüürbc, wie viel Postpakete von hiesigen Ltbsendcrn in dem nahen Dtünsler, das eme Fahrpost besitzt, obwohl cs nur einen geringen Verkehr hat, ausgegcbcn werden. Auch nimmt das täglich nach Llch gehende Milchfuhrwerk sehr häufig Sendungen nut, um sie dort auf die Post zu liefern, da c5 vielen Leuten nicht bekannt war, daß die Landbrrefträger bis zu 10 Pfund mitnehmen müssen und mancher ihnen das Schleppen der Pakete ersparen wollte. Von Ettingshausen sind die umliegenden Orte Münster, Har­bach, Ober-Bessingen imb Nicber-Bessmgen m 1/i1/2 Ctunben auf guten Wegen 511 erreichen. Dazu kommt noch, baß ge­rade unser Ort der Sitz einer größeren Anzahl von Geschäfts- treibenden ist, so daß die Leute der Dörfer Rtünsier und Harbach viele Einkäufe hier machen. Wenn Ettingshausen zur Postagentur würbe, so könnte besonders der große Lanb- bestellbezirk bcs Postamts Grimberg entlastet werben.

d. Friebberg, 16. Jan. (Tel.) Heute morgen ent­stand in der Gewerbeakabeiuie eme ziemlich heftige Gas- explosion, durch bic ber Schutbicner Müller leicht verletzt wurde.

-m. Friedberg, 15. Jan. Bei der am 13. b. Mts. abgchaltencn Generalversammlung des ersten Friedberger Schützenveteins würben folgenbe Herren gewählt: Als erster Schsttzenmeister Peter Metzler, als zweiter Rentier Hch. Zoll, als erster Schriftführer G. Scherer, Wcmhänbler, als zweiter Jakob Ballm Oppenheimer, als Kontrolcur Polizei- komnusfar Weis, als Kassierer Georg Schmidt, als Platz, meister Albert Hohmann und Fritz Schmidt, und als Beisitzer Richard Hock und Vkarlin Körtel. Auf dem demnächst flau» findenden Verba idstage soll dahin gewirkt werden, daß bas VcrbandSanschießen für dieses Jahr hier abgehackten werbe.

N ie b er - B c s s in g e n, 15. Ian. Unser Dörfchen, das an ber Siaatsiiraße Lid>-Laubach liegt, hat auar noch einen Ver­bindungsweg nacd Langsd 0 rf. Tiefer ist in der ganzen llmgegcnb als dieHcideriilraizc" bekannt. Tenn lahraus, jahrein liegen auf ihm die mtt 'Jiedu unbeliebten Zigeunerbanden, bic bcfonders im Salbe zrotfa^n hier und Langsdorf ihre 'Nieder­lage haben. Wie wenig sicher die Straße dadurch, zeigt ber Um»tand, daß sie, die bod> Tausende gekostet, gerade zur Nad>t- zeit gemieden wird. Denn gerade zu den größten Annehnilichtcilm soll cs nicht gehören, wenn der abends vom Handel mit ge- miltcn Ta»d-m l-eimkchrcnde Gcsdkiftsmann otövliw von einem wilden Kerl höflich gebeten wird, ihm doch eine Mark zu roed^ »ein Daß auch tn anderen Kreisen diese Zufluchtsstätte des Geiiilbels bekannt ist, nehmen mir an. Sott bo? ein verhaftet gen esener und wieder entsprungener Zigeuner hu*v aus derHciden- Itrahe" wieder seinem Schicksal ui Gestalt eines behelmten Mannes in die Hande gelaiLjcn sein. Wir fragen nur, ob dieHeidenstraßc"

nuyt bt||er un ^lutreiic lutierer äuluil iyiui Jianien verlieren würde, und nicht mrf>r im Straßennetze unseres Lreijcs eine Rolle spielte.

W König stein i. T., 15. Jan. D:e i« der Mord- fache Thamer heute früh verhafteten Gebrüder Burkhardt auS Niedcrhöchsiabt konnten beide ihr Alibi nachweisen. Der Erste Staatsanwalt erläßt heute Abend folgendes Aus. schreiben: Ter Verdacht der Täterschaft lenkt sich auf einen jungen Menschen, ber gegen 81/, Uhr auf ber Land- ftraßc in ber Richtung von Cronberq nach Königflein etwa zehn Schritte vor der Frau herging. Derfelbc wird folgenber- maßen beschrieben: ca. 30 Jahre alt, 1,70 Meter groß, gut gekleibet, angeblich ohne Ueberzieher und mit Stock. Er tfi, seit ber Schuß gefallen, nicht roieber gesehen worden. Jeder, welcher über diesen Mann weitere Angaben machen kann, wird ersucht, sich schleunigst beim Amtsgericht Königstein als Zeuge zu melden.

cridHsfaaL

Müncden, 15. Ja«. Im Pciersproreß wurde beute Abend das Urteil verkündet. Tie Strafe dcS RcbakleurS Grnber von berMünchner Post" würbe von 500 auf 400 Mark bei ab- aeletzt. Autzeibem wurde Dr. Peieis auf Givnd der Wibeiklage Grubers, welche von dem Schöffengericht abgeroielcn worben war, nunmehr wegen Belcibigung iür schuldig, jedoch straffrei erklärt. Bon den Koüen trägt (Stuber neun Zebiuel, Beiers ein Zehnlel.

Das Erdbeben in Italien.

General Mazza berichtet aus Messina, daß die be­nachbarten Ortschaften ohne jede Unterstützung seien. Tie Bevölterung in Messina verhäll sich ruhig.

Gestern ist ein neunjähriger Knabe aus den Trünimern l^ervorgelommen und berichtete, seine beiden Schwestern fänden sich ebenfalls lebend unter den Trüm­mern. Tie beiden Mädchen wurden geborgen. Sie erzählten, während 19 Tagen hätten sie von Zwiebeln, Wein, Olivenöl und Wasser gelebt. Tie Mutter sei von den Trümmern erschlagen worden, der Vater befinde sich in Amerika.

Ter TarnpserBauern" ist vor Reggio angcfrrnnwn. Tie elektrische Beleuchtung ist wieder hcrgestcllt. Tic Ausräumungs­arbeiten schreiten fort. In den Hauptstraßen herrscht reacs Leben. Tas allgemeine Bild der Stadt ist weniger traurig. Trotzdem haben sich die Besorgnisse nod) nicht verringert, da die Erdswße sich reichet holen und erst in der vergangenen Nacht ein sehr starkes Beben verspürt worden ist.

In R a v c n n a reuibc ein neuer Erdstoß roahrgenonrnum, ber 30 Sekunden dauerte um> von untcrirbifdjem Rollen begleitet war. Mehrere Wohnhäuser weifen Nisse auf.

In Innsbruck wurde gestern abend ein leichter Erdstoß» heute nacht ein wellenförmiges, stärkeres Beben verspürt.

Ter in Paris lebende Herzog Po m pco l i t t a will von seinem Länderbesitz in Florida 78000 Hektar für die Ansiedelung von 5000 durch das Erdbeben gcfdpbigter Familien zur Ver­fügung stellen.

Nachdem der Gedanke, denk K ö n i g s p a a r für feine vvfer­ro ü t i g c Haltung durch öffenUidje Subskription eine Gedenk- roedaille zu schenken, aufgegeben ivordeu ist, wird das Parla- ment beantragen, bau Königs paar die goldene Ver­dienstmedaillePout le Msrite" zu verleihen. Ebenso fallen die fremden Matrosen, Die sich an dem RettungS- roerf beteiligt haben, diese Rettungsmedaille erhaltar.

Für Messina-Neggio

find weiter eingegangen:

Bei der Mitteldeutschen Kreditbank, Filiale Gießen: Frau Blumhof Mk. 2., Frl. T. 5, Fr. T 3., Frau Prof. Z. 20., Frau Geh. Rat Onckeu 10. , Prof Tr. GrooL 100., B. K. 3., Kegel-Ge>.Olymp" 25., Dr. Bcrnbeck 8., Geh. Juslizral Hirschljorn 20, ttudloff, Merlau, 8., Bücking 100.. Sa. 'J)IL 204.. Bereits veröffentlicht 'JJIL 608.. Ins­gesamt Mk. 902..

Bei ber Bank für Hanbe 1 u n b Inbustrie, Nieder­las i u n g Gießen: Al. E. Mk. 2., P'arrer Kaldenn 6., R. 91. 10.-, S. S. 10., Lehrer Meißingcr, Sienlbach, 3.05. Sa. Mk. 3105. Bereits veröffentlicht Alk. 173.80. Insgesamt Ml. 204.85.

Kleine TageschrontL.

Ter Brand auf der Kohlengrube Aika ist ge­löscht. Insgesamt büßten dabei 55 Bergleute ihr Sehen ' b __

handel.

* Gewerkschaft Gießener Braunstein berg* werke vorm. yerme. In dieser Woche fand auf dem Werk eine Sitzung deS Grubenv orslandes stau. Man erwanet von der neuen Direktion, baß sie mt Belrieb sparsamer wirtjchaflen roirb, als bieS seither gcjchehen ist. Eine Ausbeute für da« 4. Quartal 08 würbe vom Lwrflaud iwch nicht beschlossen, cs soll vielmehr beten Veriecknng ber ordentlichen Gewcikenoerfammluna, Die nach Fettigftellung der Bilanz voraussichtlich tm Älarz l. I. ftnufmbet, überlassen reerbett. Act ber geringen Beschä ttgung dec Etsenhulkeiiiverke in Rheinland uiib Weinalen habet» sich auf dem Vager ca. 40 0'00 To. verfanDfiibige Erze angcfamnielt. Mtt bet Umcrbringuiig agglomer erten Erzes hat das Werk nicht bte gevmgiic Schivterigkeit, cs muß tcilivcife noch tvarni verladen tvcrbcit. Seither hat bic Vkrivallung im Jntercffe der Arbeitnehmer Enttaffungen und Einlegung von Feierschtchten vermieden. Ältt bem 1. Februar fall jeDodj jede Woche eine Feierschicht eingelegt iverben, um dadurch die Förverung einzuichiäulcu. Mau hofft, bau mit bem kommenden Frühjahr eine Bejseiung ber wirlschailltcheii t'iige cnttrcicn wird und mit dielet auch eine flottere 'Abnahme der vorhandenen Erzoortate des Werkes. --------------- ---------------- Voiausstchillchc AZittcrnug für Heften am Sonntag den 17. Januar: Teilweise Heuer. Vereinzelt Schnee. EuoaS fället. Nachts Frost. Wc'ttiche Winde.

<Dvigiiial£raVtiiiclOuii£ii.

Frankfurt a. M., 16. Ian. Der Wa ff erstand be< Rheins, MainS und Neckars ist in starkem Steigen. Der Rhein stieg ui 'Mainz um 59 Zentimeter, in ftuln um 95 Zenti­meter. Ter in stieg von 2,46 Meter auf 3^t8 Meter, bet Neckar von 2,54 Meter auf 3,66 Meter.

Dresden, 16. Januar. Eine Protest Versamm­lung der sächsischen Studentenschaft gegen die tschechischen Uebcrgriffe in Prag beschloß, die Regierung zu ersuchen, bei den sächsischen Hochschulen studierende Tschechen vom Studium auszuschließen, bis Bürgschasien siu die Sicherheit der deutschen Studenten in Böhmen geboten werden.

Pari», 16. Jan. DerEclair* meldet auS Bern, daß der Boykott deutscher Waren wegen des Mehl- fi reite s gestern begonnen habe.

Belgrad, 16. Januar. Die hiesige Stampa meldet: Der englische UniversilätS - Prosessor JameS sandle an das hiesige Komüee für die nationale Ver­teidigung einen Scheck auf 260 Gold-Dinars. In einem Beglritschieiben bestimmt der Spender, den Geldbetrag zur Vertreibung der Deutschen aus Bosnien und der Herzegowina zu verwenden.

_ Washington, 16. Jan. R 0 01 unterzeichnete heute dnt ischicdsgerichtsvcrt ro g mit Ungarn