Ausgabe 
13.7.1909 Zweites Blatt
 
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Dienstag 13. Juli 1909

159. Jahrgang

Zweites Matt

rr. 161

scheint tLgNch mit Ausnahme des Sonntags.

Alles flieht.

Die neue Gruppierung der Parteien bei der sog. Reichs-

'wanzreform hat in den meisten Parteien eine lebhafte Regung hervorgerufen, die sich in zahlreichen Kund-

Kleinbetriebe auch ein

Das ist eine

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'DieHirhener $amiIienbIötterH werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Xreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal loöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich peeimaL

fanges zur _______________

ganz neue Art von Mittelstandsvvlitik. Von den Konservativen haben wir nichts anderes erwartet, denn bei dieser Partei ist der Schutz des Mittelstandes schon längst nur ein dekoratives Aushängeschild. Daß aber das Zentrum solch mittelstandsfeind­licher Politik zum Siege verhülfen hat, ist sehr verwunderlich und man versteht vollkommen die tiefe Erbitterung, welche weite Kreise von Anhängern dieser Partei ergriffen hat, die durch die jüngiben Beschlüsse betreffs der Tabaksteuer ihre EManz bedroht sehen. Nächst den Angehörigen des Tabakgewerbes sind die Beamten der Zollbehörde zu bemitleiden, denn das neue Sysbem stellt ihnen Aufgaben, zu deren glatten Lösung selbst viel kaufmännischer konstruierte Köpfe beinahe unfähig sind. In denrselben Moment, wo in Deutschland die Tabakwertsteuer eingeführt wird, gehen die Bereinigten Staaten dazu über, den letzten Rest dieser Wert- besteuerung zu beseittgen, weil sie sich als durck>aus unpraktisch erwiesen hat und kolossale Erhebungskosten verursacht. In Deutsch- land wird man jetzt das Experiment noch einmal machen, das in Amerika radikal abgewirtschaftet hat. DieSüdd. Tabakztg." schließt ihre Ausführungen mit dein Ausruf: Wie sagt doch unser grv^r Poet: Unsinn, du siegst!

Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: Redaktionen 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

politische Lagesschart.

Ein Urteil über die neue Tabaksteuer.

Dem vom Reichstag neu eingeführten Wertsteuershftem auf Rvhtabake widmet dieSüdd. Tabakztg." längere Aus-

u. Damenverein Gabelsbert- DoimerMgden L Jult g Vereins*

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheßen

führungen, aus denen wir folgende interessante Ernzelheiten wieder­geben: Die Würfel sind gefallen. Eine Mehrheit, deren Urteil nicht im geringsten durch rrgend welche Sachkenntnis getrübt ist, hat über ine Köpfe aller Sachversbündigen hinweg und im W i de r- spruch zu dem einmütigen Wunsche des gesamten Tabakgewerbes ein Besteueruirgsshstem beschlossen, das die gegenwärtige Konstruktion des Organisnrus der deutschen Tabak­industrie von Grund auf zerstören wird. Durch dieses Wert­zuschlaggesetz wird die Konkurrenzfähigkeit der Kleinbetriebe in der Tabakindustrie vollkommen ausgeschaltet und man kann heute noch nicht übersehen, wie weit die Konzentration dieser Industrie infolge des Gesetzes zunehmen wird und ob nicht außer dem cher Teil der Fabriken mittleren Um-

-mbar erschien.

Wir erwarten von unserem Abgeordneten, daß er etwaige : «rcffimgen, sein Mandat niederzulegen, entschieden ablehnt. Die po&e Mehrzahl seiner Wähler teilt nach wie vor fernen Stand-. Nickt und bringt ihm ihr altes Vertrauen entgegen."

Mr verstehen nicht recht, nxmim man den Grafen leiola abzuhalten sucht, seine moralische Verpflichtung brr i edeplegung des Mandats zu erfüllen, wenn man so fest Mion überzeugt ist- daß die große Mehrzahl seiner Wähler : i neu Standpunkt teilt. Andere Leute werden allerdings -ii Annahme neigen, daß diese Kundgebung nur erfolgt :fr, weil man bei einer Neuwahl im jetzigen Augenblick i-rch Zählung der Stimmen feststellen könnte, wie groß vrn eigentlich der Anhang der Herren ist, die sich aus -tistischen Standesinteressen nicht zur Amrahme der ern- focii von der Regierung vorgeschlagenen gerechten Steuer Mlschließen konnten.

Erheiternd wie immer wirken die Versuche der Worms, hig., sich und ihren Patronatsherrn als die Besitzer des hein echten Ringes hinzustellen tmd der auf falschen und ' tderbtichen Bahnen wandelnden nationalliberalen Partei tut beschwörendesKehre um" zuzurufen. Auch für diese kersuche ist die Furcht, durch eine Befragung der Wähler ?e Schwäche der Position des schwarzen Blocks festgestellt v.i sehen, das treibende Element.

Wemt mit dem Austritt der beiden heflischen und des litten thüringisch. Abgeordneten die nationalltberale Partei zunächst scheinbar geschwächt wurde, so gewinnt sie dies auf der anderen Seite durch die Erlangung einer nuteten Geschlossenheit, wie sie sie seit Jahren nicht besaß, und ben Zugang von bisherigen Anhängern der konservativ- crarischen Richtung. So haben sich z. B. die Wähler des itservativen Reickistagsabgeordneten von Nornurnn, des Mhrers seiner Partei, ion die nationalliberale Parteileitung Jüvondt mit der Bitte, chnen durch einen Redner über die s'_ienwärttge polittsche Lage die AuMrung zu geben, die [ihnen von seiten der Partei, der sie bisher ihre Stimmen L-getien hatten, vorenthalten war. Generalsekretär Breit- :irup t hat demgemäß auch in Kammin und Greifenberg J-sprochen. Das Ergebnis war ein Ausruf, in dem sich - bisher konservattve Männer an ihre Mitbürger wenden, i;n gegen die Haltung der konservativen Partei zu Prö­ll jtieren. Die Unterzeichner gehören allen Ständen an. ii« betonen, daß sie bisher gut konservativ ge­kocht und gestimmt hätten, daß die Haltung der Reichstags- fntftion ihnen aber die Abwendung zur Gewissenspflicht nciche. Schon auf dem am 4. ds. Mts. abgehaltenen Pcirtei- |tog der nationalliberalen Partei verlautete, daß gerade Ms dem bisher streng konservativen Osten eindringliche Uche nach Rednern an die Parteileitung ergangen seien.

2-3 Uhr mittags aeitobl- ®oröen 's', rr riucht, denselben binnen 2 Im neder abzugeben, da sonst cd? Anzeige eriolgt. ä jaitwirlLtork.Rodbesmlrtj Derjenige, welcher am tte mittag datzHandtäichchem Portemonnaie in der Balch -rage autbob, wird gebeten, elbe Landgraienstrage 6IV. 1 ugeben, änderns. Anzeige eri^ ig er gesehen worden ist, [(f"

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Russische Polizeipraktiken.

Burzew richtet neuerdings ein offenes Schreiben an den französischen Justtznrinister Briand, in dem er den gewesenen Chef der russischeit Geheimpolizei, Harting, beschuldigt, gewisier- maßen ein schwarzes Kabinett im Gebäude der russischen Botschaft geführt zu haben. Dort wurden die Briefschaften der russischen Revolutionäre aufgefangen uitd photographiert. Der Hauptgehilfe des Harting war ein gewisser Bint. Es gelang ihnen, Briefträger und Hausbedienstete zu bestechen, die ihnen die Korre­spondenzen an die Revolutionäre auslieferten. Die Briefschaften wurdet: in der Botschaft photographiert und darauf den Brief­trägern bezw. den Hausbediensteten wieder zurückgegeben. Man bezahlte für jeden Brief 5 Franks, für jede Karte 3 Franks, dies nxtr der Normaltarif. Da nun die Affäre Harting mit großer Wahrscheinlichkeit in der Deputiertenkantmer zur Sprache kommt, fordert Burzew den Justtzminister auf, diesem skandalösen Treiben der russisck^n Geheimpolizei ein Ende zu machen.

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Zur Lage in Südamerika.

Die Regierung von Argentinien ersuchte die Regierung von Bolivia um Erklärungen wegen des Angriffes aus die argentinische Gesandtschaft in La Paz. Der Gesandte in La Paz berichtet von einem neuen Versuch, die Gesandtschaft anzu- greifeu, der aber scheiterte. Der Vizekonsul in Tapia teilt mit, daß Schmährufe gegen die Republik Argentinien von der^Volrs- masse ausgeswßen wurden. Das Konsulat wurde mit Steinen beworfen und der Flaggenstock des Hauses zertrüprmert. Die Unruhen in La Paz sind im ZunehnLn begriffen. Das Volk verlangt den Krieg, während die leitenden .Persönlichkeiten sich darauf beschränken, den Schiedsspruch Argentiniens zu mißbilligen und seine Jievision zu fordern. Der Vertreter Argentiniens und seine Gemahlin mußten Zuflucht beim Präsidenten der Republik suchen. Das Bild des Präsidenten von Argentimen wurde mit dem Kopf nach unten an einer Stange befestigt und von der Bevölkerung mit Steinen beworfen.

Die chilenische Admiralität erklärte, sie bereite die Ent­sendung von Kriegsschiffen vor zum Schutze der chile­nischen Interessen im Falle eines Konfliktes zwischen Peru und Bolivien.

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Aleines Feuilleton.

Die Gardaseefrage. Das Sekretariat des Dentsch- ialienischeu Verbandes (Wiesbaden), der sich die Förderung der futem Beziehung zwischen Deutschland und Italien zur Aufgabe k,macht hat, schreibt uns: Die Versammlung der Gardasee-Jn- tr^feittcn am 20. Juni in Verona wurde vielfach als besondere hk'hässigkeit gegen Deutschland aufgefaßt. Wie dem Sekretariat ton einem deutschen Mitgliede vom Gardasee geschrieben ward, r diese Ansicht aber durchaus irrig. Die Italiener meinen nur, Inü durch die starken deutschen Kolonien dem See das ttalteui|che (lejrmge verloren gehe und die italiemsä-e Sprache daselbst nicht liebe die ihr zukommende (!) erste Rolle spiele. Würde man in tefrrud rein italienische oder in Stratzburg rem ftanzo>isck)e Umschriften dulden? Ferner mißfallen den Italienern manche n-csthetische den südlichen Charakter störend^ Gebäude an den Isrm, die ihrer Meinung nach einige der schönsten Landschaften -iL-sbellen. Mit diesen Fragen beschäftigt man ftch m Verona. 5)tt Fremden und besonders die Deutschen zu vertagen oder zu lästigen, beabsichtigt niemand. Man will diesen den Aifteut- M im Lande möglichst mrgenehm machen und zu diesem. Zweck -ml sich erst vor kurzem der Italienische, Nattonal-Verband für ftwnden-Verkehr" in Rom mit Zweigverernen in allen Provmz- iöten gebildet, dem viele Deutsche angehören, da zahlreiche der Wen Hotels in den Großstädten und Kurorten sich rn deutschem Hb befinden. Speziell der Gardasee verdankt fernen Aus- Lmmg seit 25 Jahren ausschließlich deutschem Unternehmungs- tiü intb deutschen Touristen, die auch in Zumnft dmrk bequemer Verbindungen das Hauptkontingent der Kurgäste stellnr werden, xi es ausgeschlossen erscheint, mis Gardone eme Winterstatwn bi.: San Renw oder Nizza zu macheir. Aus diesem Grunde hatten illl-wdings die Italiener allen Gruiid auf die Genwhuheiten und 3rmfd)e der Deutschen Rückfickst zu nehmen imb sich vom eng- Hgen Philistertum femzustellen. Der Nüchternheit der Hotel- intten könnte ferner größere Rücksicht auf den italienischen Ge- frmd nicht schaden. Die deutschen Wintergaste endlich brauchen

nicht, wie dies oft geschieht, in einem ft^nu^11

baren aufzutreten und so zu tun, als erwiesen sie den Italienern kiu besondere Gnade, indem sie chr Latch bereisen. (Wie machen 1 denn die Engländer, denen man mit so großen Sympathien

I ir gnet?) Die ,,Gardaseeftage" besteht somft nur rn der Phan- einiger sensationslüsterner Journalisten (?), die in einer jermgfügigen Lokalangelegenheit gleich eine nationale Gefahr litleiten. Der Deutsch-italienische Verband hat es sich zur Aus- (♦ce gemacht, derartige Mißverständnisse und Irrungen aufzu- Liien und chauvinisttscheti Uebertrcchungetl. auf deutscher wie stliemscher Seite entgegenzutreten, die geeignet sind, ine guten

lebnisse erzählte. Nach seiner Rückkehr nach Edinburg schüttete er sein Herz seiner Frau aus und berechnete, daß er ungefähr 7 Lstr. (etwa 140 Mk.) für die Saalmiete und die Anzeigen aus- gegeben habe, während seine Einnahmen sich auf höchstens 25 Sh. beliefen. Worauf Frau Shackleton entgegnete:Nein, nicht einmal soviel kriegst du, denn ich habe unsere beiden Mägde zu der Vor­lesung geschickt und diese zwei Schilling mußt du abrechnen."

Neues aus Balzacs Jugend. Der große Dichter derMenschlichen Komödie" mußte bei allen Sorgen der Mannes­jahre auch auf eine trübe Jugend zurückblicken, und wenn seins Phantasie ihm die Leiden seiner Helden gestaltete, brauchte Balzac nur eigene Erfahrungen zum Vorbild zu nehmen. In der Revue hcbdomadaire wird ausgeführt, wie streng die Eltern den Schüler Balzac behandelten: mitten in Paris war er sozusagen ein Ge­fangener. Sein Vater wollte .ihn Notar werden lassen: der Sohn mußte ihm ein eifriges Studium versprechen und der Vater wiegte sich in dem stolzen Gefühle, für die Zuftrnft seines Kindes weise zu sorgen. Er war daher nicht wenig verblüfft und erstaunt, als der junge Balzac ihm etmes Tages erklärte, daß er sich der Literatur widmen wolle. Die Familie Balzac wohnte damals üt einer bescheidenen Wohnung im Temple-Viertel; der Vater lebte von einer kleinen Pension: er erlitt Vermögenseinbußen und hatte beschlossen, sich auf das Land, nach Villeparisis, zurück­zuziehen, da hier der Lebensunterhalt billiger war. Honors weigerte sich, Paris zu verlassen: er wollte daüleiben und sein Talent erproben. Man gewährte chm auch eine Probezeit von zwei Jahren: aber niemand durfte wissen, daß er in der Stadt zurück­blieb. Ten Verwandten und Freunden erzählte man, er sei zu einem Vetter in die Provinz gegangen, um seine Studien zu be­enden. Um das Zusammentreffen mit Bekannten zu vermeiden, durfte Balzac am Tage seine Wohnung nicht verlassen; erst mit der Abenddämmerung schlich er aus seinem Zimmer, um längs der Seine einen einsamen Spaziergang zu machen. So lebte Balzac zwei Jahre in bitterster Beschränkung; die Familie gab ihni nur das Allernotdürftigste zum Leben; er wohnte in einer Dachkammer im sechsten Stock. Die Armut und die Entbehrungen dieser Jahre gruben sich tief in sein Fühlen und Denken; in seiner Phantasie tauchten allerlei bizarre Träume auf über die Möglich­keit, rasch reich zu werden, und diamals bildeten sich auch seins Gedanken über die Macht des Geldes aus, die sein ganzes Lebens­werk durchziehen. Tie Mißerfolge seiner ersten literarischen Ver­suche ließen oft den Gedanken an einen Selbstmord in ihm auf* r.-imat. Endlich erklärte er sich für besiegt, kehrte an den häus­lichen Herd zurück und lebte in dem bescheidenen Häuschen von Villeparisis, wo er in seinem kleinen Zimmer ja schlleßlich ccurii einen Tisch zum Schreiben fand. . .

Aus Statt usrd Land.

Gießen, 13. Juli 1909.

L. U. Calvin-Gedächtnisfeier. Am Freitag den 16. Juli abends 8l/< Uhr pünktlich findet in der großen Aula der Universität eine Calvin-Gedächtnisfeier statt. Freunde der Universität und deren Familienangehörige sind bei der Feier, zu der es besonderer Einlaßkarten nicht bedarf, als Gäste willkommen.

** Ein sehr erfreuliches Resultat Gie­ßener Hundezucht zeitigte die vorgestrige Mlgemeine Ausstellung für Hunde aller Rassen zu Wetzlar. Sie bewies insbesondere, wie die Bestrebungen unseres Gießener Vereins ,^>undesport" feine Mitglieder in der Anschaffung, Haltung und Züchtung nur besten Materials zu unter­stützen und anzuspornen, von Erfolg gekrönt waren. Bon mehr als 50 Hundebesitzern und Züchtern aus Gießen und seiner engsten Umgebung war die im ganzen mit 301 Hunden beschickte Ausstellung besucht, die zusammen an 75 Preise und Ehrenpreise mit nach Gießen bringen konnten. Was die einzelnen Prämiierungen anlangte, so erhietten die Herren August Schwan und Ernst Niemann auf Deutsche Doggen allein fünf erste und drei Ehrenpreise. Ebenfalls auf Deutsche Doggen erhielten Fabrikant Heinrich Krämer zwei erste, Robert Nagel einen ersten und einen dritten, Fabrikant Ludwig Hanau zwei zweite und einen dritten, Fuhrunternehmer Mrl Jughard einen vierten Preis und eine hochlvbende Erwähnung. Frau Olga Persyn erhielt ebenfalls auf Deutsche Doggen zwei zweite Preise. Für Deutsche Boxer erhielten Karl Waag einen dritten, PH. Lehrmund einen dritten, H. Heinz einen z-veilen, Emst Memann einen vierten und Heinrich Krämer einen ersten und Ehrenpreis. Auf Pinscher erhielten Herr Weinhandler Schwan zwei erste und zwei Ehreuprefle, August Noll, Ludwig Reuß und Gustav Sander je einen ersten und Ehren­preis, Herr Georg Malkomesius einen ersten und dritten, Herr Bäckermeister Georg Fckrbach einen zweiten Preis. Herr Karl Schmidt endlich erhielt für Zwergpinscher einen ersten und Ehrenpreis. Auf Dachshunde erhielten Herr Wilhelm Beck ersten, Wilhelm Heil dritten Preis, Karl Löwer und K. Vogel hochlvbende Erwähnung. Tapezier Louis Hammel erhielt für seine englischen Bulldoggen vier erste und zwei Ehrenpreise. Herr Oskar Gutmann auf seibstgezogenen Neuftindläuder zwei erste, Julius Wallen­stein in Großen-Buseck einen ersten und einen dritten Preis für Rottweiler Metzgerhunde; für dieselbe Rasse Heinrich Gans hochlobende Erwähnung und ersten, August Trep- pinger dritten Preis. Für Airdale Terrier erhielten Herr Th. Geilfuß zwei zweite und Schutzmann Seitz einen zweiten Preis. Auf Dobermannpinscher erhielt Schutzmann Neuz ersten, dritten, Ehren- und Reservepreis, Johannes Schä­fer III. zweiten, dritten und Reservepreis. Gastwirt Christ. Schuler erhielt für seinen Schottischen Schäferhund zwei zweite Preise, Rechtsanwalt Hornberger für Deutschen Schäferhund (Polizeihund), Zuchtbewertungvorzüglich", zweiten Preis und Ehrenpreis. Endlich noch errangen Herr Ferdinand Schmidt auf Jagdhund einen zweiten und Herr Georg Bartsch auf Foxterrier ersten und dritten Preis.

f- Rödgen (Kr. Gießen), 12. Juli. Schon lange wünschte man neben der neuen Kleinkinderschule in unserem Orte auch eine Krankenschwester. Dieser Wunsch ist nun in Erfüllung gegangen. Im gestrigen Gottesdienste wurde die neue Krankenpflegerin in ihr Amt eingefühtt.

? Trais-H orloff, 12. Juli. Gestern abend kam eS in einer hiesigen Wirtschaft zwischen zwei jungen Leuten zu einer Schlagerei, bei der das Bierglas eine Nolle spielte. Die beiden bearbeiteten sich gegenseitig derart, daß sie sich in ärztliche Behandlung begeben mußten.

R. B. Darmstadt, 12. Juli. Die H essisch e Hand­werkskammer hielt heute vormittag imSitzungssaal der Stradtverordneteu ihre 13. Vollversammlung ab. Der

oeiß und braun gcfletfi (ß kem Wiederbr. eine Celoi NeuenMue27 vm

Beziehungen beider Länder zu stören. Wir geben die vorstehenden Ausführungen wieder, können uns aber nicht verhehlen, daß sie uns etwas zurechtgemacht erfchcinen, denn Italien hat in dieser Sache keinesfalls mit dem nötigen Takt gehandelt.

Aus Leutnant Shackletons Jugendjahren. In dem englischen Wochenblatt M. A. P. (mainly about people, was auf deutsch am besten alsAllerlei über allerlei Leute" über­setzt wird) verössenllick)t der zurzeit vielgenannte Leutnant zur See Shackleton, dem es gelungen ist, die britische Flagge hundert englische Meilen vom Südpol aufzupflanzen, einige lesenswerte Erinnerungen aus seiner nicht sehr weit zurückliegenden Jugendzeit. Tie Erforschung der Pole war für ihn von den Kinderjahren an eine Leidenschaft. Als ein Dreikäsehoch von zehn Jahren fing er an, sich mit der Polarforschung zu beschäftigen, was sich vielleicht mit der Liebe des Tante für die göttliche Beatrice ver­gleichen läßt, die der Dichter zum ersten.Mal sah, als er neun Jahre alt war. Doch das nebenbei Shackleton verschlang als Knabe schon alle über Fahrten nach den Polen veröffentlichten Bücher. Als er seine Dienste dem Kapitän Scott antrug, der vor einigen Jahren in dem WalfischbootTiscovery" nach dem Südpol abftihr, konnte Shackleton zu seiner Empfehlung geltend machen, daß er seit seinem sechzehnten Jahr Matrose war und in Schiffen jeder Gattung alle Weltteile besucht hatte. In der Tat hatte er auf Segelschiffen, Kauffahrern, Truppenichrpen, Post­dampfern, ja sogar auf Schiffen gedient, die zur Legung von Kabeln ausgerüstet waren. Viermal hatte er die Reise um die Welt gemacht und war mit der Schiffahrtei sehr gut vertraut, da er zweimal als erster Seefahrer auf einem Frachtdampfer um Die Erde gefahren war. Nach seiner Rückkehr von der ersten Südpol­fahrt, die er an Bord derTiscovery" unter Kapitän Scott mit- machte, veranstaltete er Vorlesungen, unter anderem auch in der schottischen Hafenstadt Leith, wo seine Erfahrungen tn seltsamem Gegensatz standen zu dem begeisterten Empfang, der im iung,t ift der Alberthalle zuteil geworden ist, als er neben dem Prinzen von Wales stehend seine ersten Mitteilungen über seine Erlebnis)e bei der Erforschung des Südpols machte. Nachdem Shackleton eine große Halle gemietet und seine Vorlesung in allen verfügbaren Zeitungen angekündigt hatte, fuhr er am Abend in einem Miet­wagen aus seiner in Edinburg gelegenen Wohnung nach Leith, in der Hoffnung, einen mit Zuhörern angefüllten Saal zu finden. Zu seiner Enttäuschung bestand die Zuhörerschaft aus emem be­trunkenen Mann, zwei alten Weibern und einigen Jungen. Ent­mutigt ging Shackleton in die Straße und nagte den Kutscher, der ihn nach Leith gebracht hatte, ob er nicht auch die Vorlesung anhören wolle. Der Jehu lehnte dankend ab, weil er auf feinem Bock viel bequemer sitze als im Saal Schließlich wuchs die Zu­hörerschaft auf zwanzig Personen an, denen Shackleton seine Er-

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.Zungen äußert. In Hessen ist es zunächst der Austritt - Abg. Oriola und Heyl, der die Gemüter lebhaft erregt.

lu» hessische bürgerliche Presse, soweit sie nicht schon seither iw Dienst der agrarisckftn, ultramontanen ober der speziell < numerischen nationalliberalen Polttik stand, begrüßt die lurd) den Austritt geschaffene Kläruna der parteipolitischen ; rbäitniffe, während man auf der anderen Seite die beiden rsgetretenen fest zu machen sucht, ihre Mandate zu be° Een. So veröffentlicht z. B. der W a h l kr e t s v 0 r ft a n d i; Bundes der Landwirte für den Reichstags- ^hllreis Friedberg-Büdingen folgende Erklärung: Unserem Reichstagsabg. Herrn Grasen Oriola sprechen wir in-'eren Tank ans, daß er die Zumutung abgelehnt hat, das Ehren­amt des Landesvorfitzenden des Bundes der Landwirte für Hessen irn deswillen niederzulegen, weil dieses der nationalliberalen ^ichstagsfraltion mit dem Verbleiben in der Fraktion mwer-

beste,

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