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2.11.1909 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

1S9. Jahrgang

$em|pred) Anschlüsse: ffar bie Redaktion 113, »erlag u. Expedition 51

Dienstag 2. November 1909

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'nUp -*** politischen Teil: Auflust

ää (5 cücr ßls2lii$ ci$ ct für (Dbcr^cffctt ssss

nrnaoezTe»m.?nm" Hotafionst>niil und Verlag der vrühl'schen Unto.-Vuch- und Lteiudruüerei B. Lange. BedaMon, Expedition und Druckerei - Lchulftratze 7. big vormittags 9 Uhr.

DerrtjLhes Hcreb.

In Dau bring en sand am 31. Oktober eine vom freisinnigen Verein einberufene öffentliche Versammlung statt, in welcher Professor U r st a d t aus Gießen über Libe­ralismus und Bauernstand sprach.

Hu unserm Bericht über btc nati onalliverale Versammlung in Lich schreibt uns Herr Stiadwero d- ne ter Krumm, unser Berichterstatter sei in der Wiedep- gäbe seiner Ausführungen zu weit gegangen. Er habe ge­meint, daß die nationalliberalen Erfolge in Sachsen gegen die Konservativen ohne den Einfluß der Finanzreform schwerlich zustande gekommen seien. Und dann fügte ich, so schreibt Herr Krumm weiter, hinzu:

Auf alle Fälle hat Ihr Festhalten an einer, wenn auch ungenügenden Besitzsteuer zu Wege gebracht, daß man (Sie, gegen­über Konservativen, Antisemiten u. a. bei Stichwahlen schon als das kleinere Uebel betrachten kann. Au chbei uns gibt es Leute, die so denken und deshalb ist die Lage der natwnallrberalen Partei besser, als wenn ihrer Hilfe die indirekten -steuern zu stände gekommen wären." Das war der Sinn meiner Aus­führungen. Daß ich für meine Partei keine positive Versprechung eingehen wollte und tonnte, ist ja natürlich.

Man sieht daraus, falsch war unser Bericht nicht, nur in der Form abweichend.

Der Kaiser empfing am Sonntag mittag im Neuen Palais bei Potsdam den neuernannten Staatssekretär des

sächsische Landiagssttchwahlen.

Schwarzenberg, 1. Nov. Durch die Stichwahl im 42. ländl. sächs. Wahlkreise Schwarzenberg istder lang- jährige Abg. Edler v. Qu er furth aus der Zweiten Kammer ausgeschieden. Ain Samstag iji er dem Sozialdemokraten Zimmer unterlegen.

Zwickau, 1. Nov. Bei der heutigen Stichwahl im 7. städtischen Wahlkreise Zwickau wurde Bar (freisinnig) mit 12 789 Stimmen gegen Schmidt (Sozialdem.), der 7172 Stimmen erhielt, gewählt.

Freiberg (Sachsen), 1. Nov. Im 6. städtischen Wahl­kreise wurde Braun (natlib.) gegen Kleeis (Sozdem.) ge­zahlt Braun erhielt 8792 Stimmen, Kleeis 3745 Stimmen.

Rochlitz, 1. Nov. Im 13. städtischen Wahlkreise wurde Beth (freisinnig) mit 6253 Stimmen gegen Barth (Sozdem.) gewählt, welcher 4375 Stimmen erhielt. _______

Der weiterbau ser Bagdad-Sahn.

Konstantinopel, 1. Nov. Ein Schreiben der Bagdad- bahngesellschast teilt mit, daß, nachdem die türkische Regierung die Baupläne der Gesellschaft genehmigt Hal, in allernächster Zeit die Ausnahme der Arbeiten am Weiterbau der Strecke über Taurus und Amanus nach Aleppo und von da über den Euphrat nach Eshelyf, das zwischen Mar d in und Mossul liegt, erfolgen wird. Diese Streckemißt840Kilometer. Eine Bangesell - schäft, die in der Schweiz ihren Sitz haben wird und deren Kapital zehn Millionen Franks beträgt, wird den Bau aus­führen. Dem Verwaltungsrate gehören fünf Deutsche, vier Franzosen, zwei Schweizer und ein Oesterreicher an. Tie BahngcjellsclMft bezahlt den Bau sukzessive aus dem Erlöse der Vagdadbahnanteihen Serie zwei und drei, die ein unter Führung der Deutschen Bank stehendes Finanzsyndikat übernimmt, dessen Ausschuß die Deutsche Bank, die Banoue Ottomane, der Wiener Bankverein und die Schweizerische Kreditanstalt bilden.

Das Ende der griechischen Meuterei.

In Athen atmet man au,. In der griechischen Teputiertew lammer war ein früherer Minister sogar auf den abiondeiliMen Gedanken gekommen, zum Andenken an die beendete Meuterei dmco den Staat eine Erinnerungsmedaille schlagen zu lauen, xtcjcv Unsinn erfuhr aber doch eine Ablehnung:

Athen, 1. Mv. In der Teput lerten ka mm er er­klärte der Ministerpräsident, die Meuteret stt dank der be­wunderungswürdigen Haltung von Heer und tflotte i nt 45er lause weniger Stunden unterdrückt worden. £te peinliche Angelegenheit sei den Justizbehörden, übergeben worden, die sich nunmehr mit der Verfolgung und Beittafung der schul­digen zu befassen I>ättc. Ter ehemalige Rtanneminister Rnmun- dures beantragte, es solle ein Preis auf die Häupter der flüchtigen Meuterer gesetzt lverden, den Himerdliebenen der Opfer der Revolte eine Pension bewilligt und eine besondere Medaille zur Verteilung an die art der Unterdrückung be­teiligten Offiziere und Mannschaften geschlagen werden. Ein.ge andere Deputierten wandten dagegen ein, datz die gruppen weiter nichts als ihre Pflicht getan Hütten.

Großes Aussehen wird ein Artikel p^samtttchen Natiouallib. Worrefp." erregen, in dem das badische Stich- I srahlablommen einer vernichtenden Krtttk unterzogen wird.

Wir lassen die hauptsächlichen Darlegungen hier folgen

Die nationalliberale Partei Badens hat, wenn wir zunächst I-jimal die schweren grundsätzlichen Bedenken außer acht lassen, |i -,ni fehler gemacht, dieses taktische Abkommen, das in seinem ' Lrsprmiguui eine Abwehrmehrhcit gegen das Zentrum 1 em pHte, aber jeute engen Grenzen hüiaus unMtessig 8U verbreitens Xie .iäe idÄ Stimmung in der Partei war von ihm be- wrickst, aber auch die politische Aktion wesentlich von ihm be- er'nflußt. Das bedingte dreierlei: Unmöglichkeit der Wieder- lüpsung gennsser Fäden zu den konservatw gerichtetenElementen n Lwiüe, Schwäche dec Abwehr gegen die Sozialdemokratie, Ihrmmung der eigenen Werbetätigkeit und Orgaiii,ationsarbeit ^tatt in der Großbloettaktik eine bet^erliche d^nvendigkeit eines verzweifelten Augenblickes zu sehen, wurde sie in Reihe der .--vo&en uiid immer fruchtbaren politischen ©dxinfen erhobeii. Ter >-10»block regierte die Stunde und er hat m lebet Einsicht die i^noartungcn der nationalliberalen Partei enttauichl, flitzen ge- »racku nur der Sozialdemokratie. Tie Niederlage des Zentrums idb feiner Alliierten aber ist im Zeichen des Grvtzblocks nicht .< i«rvollständigt wvrd«i, es hat sogar zum Teil die scharte der

<.auptnxrl)len ausgewetzt. Die Konservatwen, die in der £)auy_= . -Lahl ganz ausfielen, erhalten 3 Sitze, die Demokraten 6 und die '» Freisinnigen 1. Ter Großblock hat mit anderen Worten das

. Zentrum wieder gestärkt, den Sozialdemokraten eine gewaltige i ileberlegenbeit gegeben, die Nationalliberalen aufs empfindlichste 1nd)ioäd)t. Ter Raum verbietet, auf Einzell-eiten einzugehen, ß aber wir denken, das zahlenmäßige Ergebnis der Stichwahl ge­nügt, zu zeigen, daß unter dem Gesichtspunkt des allgemeinen 1 1 .beraten Interesses wie unter dem des nationalliberalen Partei- iiiteresses der Großblvck ein ungeheuerer taktischer

vielmehr ein Fehler der nationalliberalen Reichspolitik schwerer gerächt worden, als man hätte ahnen können.

Auch dieNationalztg." meint, daß der Ausfall der Stichwahlen beklagenswert sei und schreibt:

Die Sozialdemokratie ist fortan die ausfchlaggebende Partei, die sid) je nach Gutdünken mit den Liberalen oder aber auch mit dem Zentrum zusammentun kann, um eine Mehrheit zu ihrem eigenen Vorteil zu bilden. Daß diese Aussicht besonders erfreulich sei, wird wohl niemand behaupten wollen.

Ebenso konstatiert dieKöln. Ztg." die unangenehmen Ueberraschungen der Liberalen:

Da die Gesamtzahl der Abgeordneten 73 betragt, haben weder die Liberalen in Verbindung mit den Sozialdemokraten, noch gar die Liberalen allein oder das Zentrum im Bunde mit den Konservativen die Zweidrittelmehrheit; selbst die einfache Mehr­heit, die 37 Mandate umfaßt, kann vom Zentrum und den Konservativen und auch von den drei liberalen Fraktionen nicht gebildet werden; die Sozialdemokratie wird als zweit­stärkste Fraktion ihre Stimmen entscheidend in die Wag schale werfen."

Die Leitung der nationallib. Fraktion wird nach dem­selben Blatt Oberschulrat Rebmann übernehmen, der in einem der Bezirke der Stadt Karlsruhe gewählt worden ist. Neun Mitglieder der Nationalliberalen sind Landwirte.

DieKreuz ztg." bemerkt auf den Hinweis aus dem freisimiigen Lager, daß die gesamte Linke einschließlich der Nationalliberalen in der neuen Kammer 44 und 73 Stimmen besitze, während die aus Konservativen und Zentrum be­stehende Rechte nur über 29 Stimmen verfüge:

Einglänzendes" Resultat! Die Linke hat nämlich in der alten Kammer 42 Sitze innegehabt, also nur um zwei Sitze sid) verstärkt; daß dabei die Sozialdemokratie setzt fast über die Hülste der Mandate auf der Linken verfugt, wahrend sie bisher nod) lange nickst den dritten Test baoon. befaß, tut der freisinnigen Freude über den badischen Wahlerfolg temen Eintrag:unter Kameraden ist das ganz egal!"

* Fehler wart

Die nationalliberale Partei und mit ihr der gemäßigte Libe- I rilismus wird in bar neuen Kammer zwischen Zentrum nnd Sozialdemokratie einen ungeheuer schweren 51 a n b haben. Zur bürgerlichen Linken werden die Begehungen Emm korrekt sich nennen können, nachdem der Freisinn an ben Nationalliberalen einfach treulos gehandelt hat, denn ihm iCTbanfen sie die Niederlage des Parteiführers, sowie den Verlust eines Heidelberger Wahlkreises an die Sozialdemokratie. Ter Freisinn hat die nationalliberale Partei gesckMächt zugunsten der Sozialdemokratie. In der Kammer werden die SozmldemoTraten von der nationalliberalen Partei bald als unbequeme Weggenossen empfunden werden. Praktische Politik im Sinne eines entsckstedenen, oder verständigen Liberalismus läßt sich nicht mit ihnen machen. Wollen die Nationalliberalen nicht ganz ausgeschaltet werden, so werden sie schon mit der Rechten auf dem Wege der Kompromisse zur Verständigung über dis Regierungsvorlagen kommen müssen. Wird diese Vorbedingung erfüllt, dann kann die nationalliberate Partei wieder die Saiiimelstätte aller gemäßigten Elemente bis weit nach rechts werden. Andernfalls werden Zentrum und Kon- ; emotive in noch verstärktem Aiaße das städtisck)e und vor allem das

Sehr bezeichnend ist folgende Zeitungsmeldung: Das nationalliberale Parteisekretariat für Baden hat mit dem 25. Oktober also zwischen Haupt- und Stichwahl! Herr Paul Lhorbecke aus Heidelberg übernommen. Er gehört der jungi.iberalen Richtung an und hat sich, auch schon schriftstelleri-ch betätigt.

kleines Feuilleton.

Darmstadt, 1. Nov. Die im Laufe des Sommers von Professor Pützer prakttsch umgestalteten Räume des hiesigen Kunst Vereins am Rheintor sind gestern durch Eröffnung einer Portraitausstellung eingeweiht worden. Tie auf Veranlassung des Kunstoereins aus der Darmstädter Bürgerschaft &r die Ausstellung zur Verfügung gestellten Familienschätze waren jio zahlreich eingegangen, daß nur ein Teil berücksichtigt werden Sonnte Etwa 200 Stücke geben ein fesselndes Bild aus Darmstadts bezw. Hessens Vergangenheit. U. a. begegnen wir den Bildern zahlreicher hervorragender Persönlichkeiten, wie des Kriegsrats Ioh. Heinr. Merck und der Eva Kath. König, der späteren Gatttn Herders, beide gemalt von Strecker. Ter Dichter selber wird uns in einem wohlgelungenen Brustbild von Gerhard Ntügelgen vorgeführt. Von Ludwig Tischbein ist ein Porträt der Frl. b'Drnilte vorhanden, vorn Hofmaler Fiedler em Bild derand- gräfin Caroliim, von Franz Woltreck ein Dildnismedaillon des preußisckjen Gesandten Frhrn. v. Bunsen, vom Hofmaler Äarl Dackofen und ein Bildnis der Gattin des Diordpolsahrers Weyprecht und des Kriegsministers Frhrn. Schäffer v. Bernstein u. a. m. Hrnst v. WolzogensMaibraut" gelangte heute abend im Hoftheater vor ausverkauftem Hause zur Aufführung. Tem jetzigen ersten Versuch, bieMaibraut" auch im ge>chlo>lenen Ray- men der Theaterbühne zur Darstellung zu bringen, sah man mit großem Interesse entgegen und dieser Bettuch darf nach lern heutigen Abend als ein glänzender Erfolg bekämet werden. Sie Wirkung des Spieles, zu dem der Wiesbadener Kapellmeister flttitr Rolher eine gehaltvolle Musik.geschrieben hat, war Lutzerordentlich tief und nachhaltig. Tie großen Szenen im zweiten inb letzten Akt bildeten Atusterleiftungen der Regie, die »err Stic d) mann unter Mithilfe des Verfassers führte imb das Publifttm bereitete dem Tichter, wie dem Komponisten. lebhafte Kundgebungen. DieMaibraut" wird nach diesem unbeftrittenen (rfvlg zweifellos einen Triumphzug über die Bühnen machen.

Neue Äterkwürdigkeiten aus dem Agua- tium. ülus Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Wer teim Besud) des Aquariums im Zoologischen Garten nicht nur iie Krokodile und Riesenschlangen eiucv Blickes loürdigt^stmdern j:ch auch noch Sinn für die Sammlungen der kleineren -uere b> vahrt hat, wird durch drei Neuertverbungen aufs höchste gefeflett »erben. Wahrhaft abenteuerlich ist die Gestalt der afrikanischen Riesenkrallenfrösche (Xenopus laevis), io durchaus ab­weichend vom Bau anderer Froschlurche, daß auch der gäitzlich fernstehende auimerfjant werden muß. Diese außerordentlichen Seltenheiten gehören zu den, nur wenige Arten umfassenden ..zungenlosen Fröschen". Sie fallen auf durch den kleinen,^ ganz Ilachen molcharttgen Kopf und die starte Ausbildung der Ruder-

direkwr. Tie Abonnenten mußten deshalb damit rechnen, daß die Steuevordnung kommen unb ihnen die Steuer auserlegeu würde. Nach Treu und Glauben wurde von beiden Part.new stillsckstveigend angenommen, daß sich der Abonnementsbelrag um die Summe der Steuer erhöhen würde. In derartigen Fallen iet nun nach Treu und Glauben zu handeln. <Lomit werden die Abonnenten cecurteilt, bie Steuer zu zahlen."

Was geht auf dem Mars vor? lieber die auf­fallenden Veränderungen an der Oberfläche des Ncars, ~bie be­reits kurz gemeldet worden sind, veröffentlicht jetzt dasJournal der Britischen Astronomischen Gesellschaft" genauere Einzelheiten, bie Zeugnis davon geben, daß in den letzten Jahren der Planet ein Opfer riesiger Katastrophen von ungeahnter Gewall gewesen sein muß. Seit September 1892 ist der Alars der Erde nicht so nahe getommen, wie in diesem Jahre, so daß die Forschung autzer- ordenllich günftige Beobachtungsverhältnisse fand. Xie Phäno­mene, die sich auf dem Mars abgespielt haben müssen, imben in der Vergangenheit keine Parallele. In den dunkelfarbigen weiten sind gewaltige Veränderungen vor sich gegangen, die bas Aus­sehen des Gestirns völlig umgcwandelt haben. Ein bülterer gelb­licher Schleier verhüllt große Partien ber Oberfläche. Diese Ver­änderungen sind von besonderem Interesse angesichts der von Prof. Lowell entwickelten Theorie, wonach lebenbe Wesen den Mars bevölkern. Tie Hypothese des amerikanischen Astronomen hat in den letzten Jahren eine neue wichtige Stütze gefunden durch Die Feststellung von Wasser, Dämpfen und Sauerftoff int ^pek- trum des Mars, wodurch bewiesen ist, daß die natürlichen Be­dingungen auf dem Gesttrn derart sind, daß sie Leben zumind.n zulassen 9hin, da bie gelben Schleier das Bilb des Mars ge­wandelt haben, nimmt man an, daß eine Katastrophe stattge- funben haben muß, deren Größe, Gewalt und Wucht über alle menschliche Erfahrung hinausgeht. Ten genauen Charatter dieser gewaltsamen Umwälzungen zu besttmmen ist einstweilen unmöglich, aber bemerkenswert bleibt, daß bereits kurz vordem rätselhaste Lberflächenveränderungen am Mars beobachtet wurden. Im August konnte festgestellt werden, daß die südliche Polgegend des Planeten einen Zerstörungsprozeß durchmachte: ein riesiger breiter schwarzer Spalt batte sich gebildet. Annähernd zur gleichen Zeit löste sich ein glänzender Fleck von jener Polarregion des y.iiars ab und verdeckte eine schwarze Region des Mars fast völlig dem Blicke. Vielleicht sind dies Wiriungen der abnormen elektrischen Verhältnisse der Sonne, die nach den Ausführungen Sir Oliver Lodges aud}, die jüngsten magnetischen Beunruhigungen der Erde verursachten und die jetzigen Witterungsverhältnisse er- lläreu. Au' dem Mars scheinen diese Einflüsse eine lurchtvare Wirrung crusgeübt zu haben, die so gewaltig ist, daß sie mete leicht dem Leben der hypothetischen Marsbewohner ein schreck- Liches Ende bereitet hat.

süße an den dicken Hinterbeinen. Ganz neuerdings ist auch der kleinere, weit häufigere, ausschließlich westafrikanftche Kralten- rosch, äienopus ealearatus, im Aquarium vertreten, tbefremöeiw wirkt auf den Beschauer in der Galerie tropischer Fliche etn lagunenartig eingerichteter Brackwasser-Behälter, auf dessen Oand- teil ein höchst merkwürdiger Fisch mit weithervorstehenden roten Glotzaugen der Ruhe pflegt, ober munter nach ^rchchart herum­springt, um sich bei einer Störung mit großen matzen in das schützende Wasser zu stürzen. Tiefer, größtenteils aus dem Lande lebende Fisch, gehört zu den Schlammgrundeln, es ist der S ch l a m m s p r i n g e r (Periophtalmus Koebrenten) der vo^ugs- weise die Lagunen der westasrikanischen Stillten bewohnt. Tie Brust- und Bauchflossen erinnern an Füße und befähigen das -Lier nicht nur ju großen, bis Meter langen Sprüngen aus dem Lande, sondern auch zum Erklettern von Bäumen. Eine nicht minder seltsame Fischform ist der aus dem La Plata zum erstenmal lebend eingebrachte Carapus Fasciatus. Er fällt aus durch den lanzettlichen Bau des Körpers, durch bas gänzliche Fehlen emer Rückenflosse und bas lange, sich an ber Unterseite hinziehende, beim Schwimmen wellensörmig bewegte Flossenband, daS an die Stelle der Schwanz-, Aster- und Bauchflossen getreten ist. -Ver Fisch schwimmt ebenso vorzüglich unb gern rückwärts als vor­wärts.

_ Ein Preisausschreiben für bas Bismarck- Nationalben km a l. Zur Gewinnung von Entwürfen für Lao Bismarckdenkmal auf der Elisenhöhe bet Bingerbrück erläßt ber Kunst- unb Bauarisschuß einen Wettbewerb sur alte deutschen Künstler. Ai» Preisen werden verteilt zweimal je 10 000 Mk., zweimal je 5000 Mk unb zehn Entschädigungen von je 2000 Mk., zusammen 70 000 Mk. Zu den Preisrichtern gehören u. a. Oberst Max Frhr. v. H e yl-Dar m st a dt, Pros. Max Klinger- Leipzig, Prof. Franz v. Stuck- München. Die Einsendung der Entwürse muß bis 1. Juli 1910 erfolgen. ^ie Unterlagen für beit Wettbewerb versendet Prof. Dr. Max Schmid in Aachen, Viktoria-Allee Nr. 14.

Eine für Theaterabonnenten allgemein wichtige Eittschei- dung hat das Oberlaudesgericht in Marienwerder gefällt. Bei Inkrafttreten der L u stb a r ke i t s st eu er in Tanzig hatte ber Direktor des dortigen Stadttheaters Kurt Grützner den Abon­nementsbetrag um die Summe der Steuer erhöht. Tie Älbow- nenten hatten die Zahlung verweigert, und das Tanziger Land­gericht gab ihnen recht. Tirettor Grützner legte beim teber- landesgericht Berufung ein, unb dieses entschied nun zu feinen Gunsten. Tie Begründung des Urteils lautet:Tie Theater- abonneuten haben bei Eingehung oes Vertrages mit dem Theater- birettor gewußt, daß die Lustbarieüssteuer in Danzig als kom- munclle Steuer eingeführt werden soll, genau wie der Theater-

Z Zs iimfnht 10 Seilend denn das Reichsfinnnzsegeseuer war ja überall entfacht wor->

Die heutige Nummer umtagl den, und es wäre jedensalls ein höchst auffallender politischer

. > ~ ~ ~ Zickzack gewesen, wenn die Badener die so scharf bekämpften

Die Nationalliberalen unb die badischen 5ttchwah!en. Pollbringer der Finanzreform plötzlich umarmt hätten. In Mt uanonauwermen. «l teiamtlid B<ü>en tft mit dem üb«rLsch«U>-n Ergebnis der Slichwable»

Endliche Bürgertum auffaugen.

Wenn nun bie nationalliberale Partei Vadens zurückkehrt 331 dem Standpuntt der Gesamtpartei, der Reinlichkeit unb Grnnd- >ätze, immer unb überall, bei Stichwahlen unb gegenüber besonders «rschiedemn Parteien fordert, dann wirb bie konservative Partei mid das Zentrum uns nicht m-chr kommeii bürfen mit bentge- iabrlidxm" Hinuntergleiten der naiionalliberaten Partei iiß Boden- l«je des Radikalismus unb feine treuen nationalliberalen Wähler Mehr kopsscheu unb abtrünnig machen können.

Tie üNationalliberalen standen in mehr Stichwahlen gegen das Zentrum als gegen bie Sozialdemokraten. Ko n- equen t haben die badischen Nationalliberalen sicher ge- ' ;nbclt, als sie das Slichwadlabkommen mir unterzeichneten,