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Veranstaltungen.
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' d b e r a, 9. Dez. Während seines Vierzig- Bestehens hat der „M u s i k v e r e i n" (nach
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Ordnung. ) Finanzen bat die bei hessW ngen von Sn A-e Einsuhrjäh hungdaniiaaer.: ier zu Daimf!» i5. lieber dic i nstandete Senba he zurückzuiv^ül Provinz, in beril Itigung, bei d lchung zu erlafil n erteilt, bei bd
Iairuar folgen zwei Lichtbildervortraqc. Ten ersten hält Prof. Werner-Wilmersdorf über „Michel Angelo"; den zweiten Oberlehrer Zimmer-Alsfeld über „Er do
Dett-^bs tröfft <5 nHenrlich bei, wenn die Pakete frrurkiert auf- -eiiejeit, d. b. die yrc Frankierung erfvrderlicl)LN PLarken schon äom Absender ans der Po,tpaketabresie auig-rtlebt werden Die Versendung mehrerer Pakete mittels einer Postpatetadresse ist für die Zeit vom 10. bis 25. Dezember weder im inneren deutschen Perlrhe, noch im Verkehr nut dem Ansla.no — ausacnommen Argentinien — gestattet. Nach Argetttinien föraten auch in dieser Zett mehrere, jedoch höchstens drei Pakete, mit einer Pvstpattt- adreüe versandt werden.
** Kolosseum. Die so viel und herzlich belachten Kölner Schlager: „Bis früh um sünse" und „Reserveleutnant Linsemanw' gelangen halte zum letztenmal zur Ausführung. Von morgen an kommen zwei neue Stücke zur Aufführung: „Meine Frau — d.ine Frau" und „Ter ganze Papa".
— Fernsprechverkehr mit Oesterreich. Von jetzt an sind im Sprechverkehr zwischen (Liegen und Aussig in Böhmen Nochtabonnementsgespräche zulässig. Ueber die Bedingungen erteilt das Telegraphenamt aus Verlangen Auskunft.
e Steinb ach, 8. Dez. Am 7. ds. Mts. fand hier eine Versammluna des neugegründeten Flottenvereins statt. Der Verein zählt zurzeit 33 Mitglieder. Um die Gründung hat sich iu erster Linie Lehrer M e i ß i n g e r verdient gemacht. Im Anschluß an die Feier bc5 Geburtstags des Großherzogs sprach er über die Bedeutung und den Zweck des deutsck)en Flottenvereins. In die Liste, die zirkulierte, trugen sich 29 Mitglieder ein, ein Beweis für den patriotisck)en Geist unsrer Gemeinde.
= Allendorfn. d. Lahn, 8. Dez. Der Gemeinderat genehmigte heute den Entwurf zur Erbauung unserer Wasserleitung. Mit den Arbeiten soll alsbald begannen werden. Die Baukosten betragen nach dem Voranschlag 55 000 Mark; man hofft jedoch, daß and) hier, ähnlich wie in Lang-Göns, noch ein bedeutendes Abgebot erfolgt.
! Lauterbach, 9. Dez. Nächsten Sonntag findet in der Turnhalle des Turnvereins ein von der Volksschule veranstalteter „Elternabend" statt. Das Eintrittsgeld beträgt 20 Pfg.; auch werden auf besonderen Wunsch Karten für reservierte Platze ä 50 Pfg. abgegeben. Der Reinertrag des Abends soll zur Beschaffung eines warmen Frühstücks für arme Kinder der Volksschule dienen.
—r. AlSfeld, 9. Tez. Der Bolksbildungsverein wird uns auch in diesem Winter wieher durch verschiedene Veranstaltungen erfreuen. Nock) vor Weihnachten sollen „Die K a r l s s ch ü l e r" von Laube aufgeführt werden. Im
und Vulkane". Ein Theaterabend im Februar bringt „Der zerbrochene Krug" von Kleist und Bendrx „Prozeß". Außerdem spricht der Borgende des Main- Rhein-Verbandes für Volksbildung Lel/rer Bolk-^Frank- furt a. M. über „Der Odenwald, Land und Leute" Volksunterhaltungsabend). Anfangs März fvlAt ein Vortrag des Oberlehrers Como-Lauterbach über ,,<> d) Ul er" und Ende des Monats eine Theaterporstcl ung „C l a v i g o". Nolieres „Tartüffe" beschließt im April die Reihe der
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Jirünfen» uni: I, weil iinbegrit' tngejuche), 13 bd (11 Invaliden' d o daß 281 Seid rnommen wc: 330 Anträge J 183 infolge M des veMeckr sallcenke (U.). W Monat übernod iten waren 396 >
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dem soeben erschienenen Nachtrag I I zur F^slschr.ft von Prof. Dr. Karl Schmidt) im ganzen 125 Konze cht e abgehatten und 479 Solisten in ihnen beschäftigt. 98 größere Chorwerke gelangten teils mit Klav'erbcglcitung, teils mit Orchester (im ganzen 22) in dieser Zeit zur Aufführung. Tiri- genten waren von 1869 bis 1899 Großh. M.lsikdire^tor Fr. Schmidt, von 1899 bis jetzt Reallehrer Fritz Usmger: Präs- deuten: t Oberl'onsistorialrat Prof. Dr. Kohler bis 1682, seitdem Kommerzienrat Kurl Trapp. Tie Zahl der Mi.- vlieder betrug am 1. Juli 1909 237, darunter 103 aktive. Ehrenmitglieder zählt der Verein 9. Nach den neuen „S<rtz- ungen" wird an aitive Mitglieder die Ehrenmi.gliedschaft terliehen, wenn sie 25 Jahre ununterbrochen mitgcsungen laben. Visher konnte nur in einem Falle von die,er tatsächlich schon seit einigen Jähren beabsichtigten Ehrung eifriger Abitglicder Gebrauch gemacht werden. Für den Jahres- Veitrag von 10 Mk. bietet dec Musikoerein 4 Konzerte und die ACier des Stiftungsfestes. — Tie oben genannte Festschrift mit den Anhängen (1894, 1904) ist säst vergriffen. Der neuerschienene 3. Nachtrag (1909) steht Interessenten Zur Verfügung, soweit der Vorrat reicht.
bm. Bingenheim, 9. Tez. Gestern hielt der Zmeig- terein des Evang. Bundes im Pöppschen Saale un.er «ußerft zahlreicher Beteiligung seinen cr(ten Familien- <benb für diesen Winter ab. Er war als Sch illereben d ausgestaltet. Im Mttelpunkc stand ein Vortrag von P'arrer Sattler au5 Staden, der in fesselnder Weise Schillere' Leben und dic Bedeutung des großen Dichters für nn)er Volk schilderte. Umrahmt wurde dieser Bor rag durch Tellcmra Ionen Schillerscher Gedichte durch Schulkinder der 1. Klasse (eingcübt von Lehrer Kantz), die auch die Schiller- ichen Lieder: „Mit dem Pfeil, dem Boden" und „Wohlauf, .iameraden, aufs Pferd, aufs Pferd", unter Leitung des Lehrers Fischer 2stimmig sangen. Dic Cröfsnungsansprache kielt Forstmeister Lang, der Vorsitzende des Zw.igveceins; 2as Schlußwort hatte dessen Schriftführer, Pfarrer Wiegel.
X O f f e n b a ch a. M., 9. Tez. Bonr Kreisamt sind mit der otabtULiiLaltimg Verhandlungen eingeleitet wegen Uebernahm^ !)cH K r e i s. A r b e i t s n a ch w c i s e s in " ä d t l s ch e Vermal- :u n g Ter Kreis ist bereit, 2000 Mk. Zuschuß zu gewähren, auch Mm Staat ,'ind 1000 Mk. Zuschuß zu txmutten. Tie -Ltadt- velurdnct n-Versammlung beschloß, den Krel^artmtsnachwew zn ifccrneljm-n, nreiui der Kreis den -ugemgten Zu,chuß auf 3000 Mark erhöht. . . . .
o Oberauenibach,9. Dez. Hier wurde eine Gemeinde- i»aHerleitung erbaut. Tie Ausführungskoiten betragen ins- •e;amt 21000 Mark; die Pwvinzial-Feurrversrchernngsanstalt bat dazu einen namhaften Betrag geleistet. Auch zu der l.^gan- »ungs-Wasserleitung der Gemeinde Oberndorf haben Provmz und Lrvvinziat-Fcuerversicherungsanstalt Zuschüsse gewährt.
m. 'Mudersbach, 9. Tez. In umerem forschen werden 200 Prozent Realsteuern erhoben. Es galt tn inng,ter Zett bic Tiu ß st recke mit 2,25 Kilometer zu regulieren, veranschlagt zu <800 Mark. Dazu hat die Gemeinde einen Vrehtummel -
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Hochachtend Rob. Mettser.
Vlatz von 0,47 öeftar angelegt, sowie die Diesenmelrotatw-n zur Durchführung gckrracht. Nunmehr steht der Schul Hausneubau <nn der Tagt-5od)?uino. Er soll für eine einklassige Schule ntft Lehrern»bnung angelegt werden und kommt an bie Straße nach Hohensolms zu stehen.
sj Wt ar bürg, 9. Dez. Nach dem heute erschienenen Verzeichnis der Studierenden der Universität stellt sich die Zahl der Immatrikulierten auf 1878 (darunter 38 Frauen). Dazu kommen noch 45 (31) zum Hören der Vorlesungen Berechtigte, so daß die Gesamtziffer stch auf 1923 erhöht, gegen 1725 im vorigen Winter und 2113 im letzten Sammer. Eingeschrieben sind 119 (1) Theologen, 434 Juristen, 343 (8) Mediziner und 982 (29) Philosophen. Ter Heimat nach stammen 1521 (23) aus den preußischen Provinzen, darunter 672 (8) aus Hessen-Nassau, 281 (8) aus den übrigen deutschen Ländern, darunter 23 qu8 dem Droß- herzogtum Hessen, 59 (4) aus den anderen europäischen Staaten, darunter die meisten, nämlich 22 (1) auS Rußland, 8(3) auS Amerika und 6 aus Asten. Der akademische Le hr- törper ist gegen das Sommersemester fast unverändert geblieben.
** Kleine Mitteilungen auS Hessen und den Nachbarstaaten. Im Walde bei Christerode wurde der Waldarbeiter Joh. Gerhardt durch einen dünnen Ast, der ihn gerade hinter dem Ohr traf, getötet. — Ein Kind aus Weifenbach ist an spinaler Kinderlähmung gestorben. — In Nieder-Ramstadt verunglückte der ca. 55 Jahre alte verheiratete Taglöhner Hch. Horn III. Horn war in der Oden Wälder Hartsteinindustrie beschäftigt. Er kam in dem Herstellungsraum der Trommel zu nahe, wurde erfaßt und tot- gedrückt. Der Verunglückte hinterläßt Frau und unmündige Kinder.
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)( Marburg, 9. Dez-. Das Schöffengericht verurteilte beute einen für eine Beilage der „Landeszeitung" zeichnenden Redakteur wegen einer huntoristischLn Plauderei, durch die sich ein Gendarm beleidigt suhlte, zu 2 0 Mark Geld- straf e.
w. R a t i b o r, 9. Dez. Das Schwurgericht berurteüte den 52 jährigen Häusler Ludw. Przybilla und seinen 23 Jahre alten Sohn, den Schlosser Aua. Przybilla, wegen Ermordung des Stiefsohnes des ersteren, des Besitzers Nikodem Maleharozyl, zum Tode. Ferner den 73jährigen Auszügler Joseph Nowat, ein Schwager Przybillas, wegen Anstiftung zu zehn Jahren Zuchthaus. Die Enkel Nowaks, Albert und Franz Byeldega, die der Bechilse angeklagt waren, wurden freige'prochen.
NniverZstätr-Nachrichten.
* Technische Hochschule zu T a r m st a d t. Das Personalverzeichnis für das Wintersemester 1909/10 wurde mit dem Stand vom 15. November veröfsentlicht. Danach unterrichten an unserer Hochschule 32 ordentliche Professoren, ein ordentlicher Honorarprofessor und 10 außerordentliche Professoren. Hierzu kommen noel; 36 Lehrer und Privatdozcnten, sowie 51 Assistenten. Tie Zahl der Studierenden, Hörer intb Gäste betragt 1612 Personen. Hiervon sind 1245 Studierende, 148 Hörer und 219 Gäste. Aus die verschiedenen Fächer verteilen sich die Zahlen wie folgt: Arch tcktur studieren 268 Studierende und 88 Hörer, worunter 2 Tamerc; Jugenieurwese-n 236 Studierende und 27 Hörer; Maschinenbau 374 Studirrende und 16 Hörer: Papierfabrikativn 28 Studierende und 8 Hörer; Elekttotechnit 172 Studierende und 6 Hörer; Chemie 129 Studierende und 3 Hörer; allgemeine Abteilung 38 Studierende. Von den Studierenden, Hörern und Gästen sind 470 aus Hessen, während 702 anderen deutschen Staaten angehören. Davon stellt das HauptSontingent Preußen mit 492 Studierenden. Dann folgen Bayern (67), Baden (.27), Elsaß-L-othringen (27), Hamburg (14) usw. Tas Ausland ist mit 440 Studierenden vertreten. Davon stellt Ittlßland bei weitem den größten Teil (330). Dann vommen Oesterreic^Ungarn mit 36 und Mrwegen mit 24 Studierenden. Im Sommersemester 1909 betrug die Gesamtzahl der Studierenden 1366.
Dcrmifcbte».
* Eine Tragödie des Rassenhasses. AuS New- vork wird berichtet: Ein erschütterndes Famckiendrama, das, grelle Schlaglichter auf die Leidenschaftlichkeit des Rassenhasses in den Südstaaten der Union wirft, beschäftigt die amerikanische Presse. Es handelt sich um einen Verwandten des Fürsten B ü l o w, der duych die Vorurteile feiner Umgebung zum Selbstmord getrieben wurde und in New-Orleans, feiner neuen Heimat, in den Fluten des Mississippi den Tod suchte. Eduard v. Bülow, der von seinen Bekannten als ein geistreicher, liebenswürdiger und feinsinniger Mensch betrauert wird, heiratete vor sieben Jahren, nach einem wechfelvollen Leben, die Tochter eines amerikanischen Richters, des Trägers eines alten und weittun geehrten Namens. Er ließ sich in New-OrleanS nieder. Seine Gattin, eine schone, feingebildete Frau, teilte ihm vor der Eheschließung mit, daß Beweise dafür vorlägen, wonach unter ihren Vorfahren eine Mischehe mit Negern stattgefunden habe, und daß in ihren Adern also auch Negerblut rolle. Bülow erklärte, er sei nicht so vorurteilsvoll wie die südstaatlichen Amerikaner, er liebe sie um ihrer selbst willen und niemand brauche dieses Familiengeheimnis zu erfahren. Tie Befürchtung, daß die weit zurückliegende Rassenmisckmng bet der Nachkommenschaft bemerkt werden könne, wurde durch die Geburt eines reizenden Knaben und eines Mädchens widerlegt, die beide rein germanischen Typus zeigten, Kinder mit großen blauen Augen und goldblonden Haaren. Allein das Geheimnis der Frau v. Bülow kam an den Tag: Mißgünstige Gesckiäftskonkurrenten entdeckten den Sachverhalt und nutzten ihn skrupellos aus. Frau v. Bülow wurde von der Gesellschaft aufgegeben, ihre Kinder auf der Straße beschimpft, und ihr Gatte in Auklaaeznsrand versetzt, weil er das Gesetz verletzt habe, das jede Mischehe verbietet. Wenige Tage später zog man den Leichnam Eduard v. Bülows aus dem Mississippi. Tie Witwe aber ist jetzt angeklagt und wird demttächst dem Gerichte vorgeführt.
Kleine SoacerinroiiiL
Bei der Verwaltung desElektrizitätswerkesSieger- £ an b hat man große Unter schleife entdeckt. Vier Beamte sind verhaftet worden.
Von den im Hafenkrankenhaus zu Hamburg UTttergebrachten Schwerverletzten ist der Arbeiter Düring gestorben, so daß bic Zahl ber Toten nunmehr 15 beträgt. Außerbem wirb ein Evecführer vermißt, ber bei ber ersten Explosion ins Wasser gesprungen und wahncheiinlich ertrunken tft
In der Nacht von Mtttwoch auf Donnerstag wurde in der Gemeindetasse von Bismarcthüttc eingebrvchen. Tie Einbrecher erbrachen ben Gelbsckwant und raubtm 24 000 Mk. in bar, 2600 Mk. in Papiergeld. Außerdem nahmen sie mit
ein SparkasseÄruä' über 113 000 Mk., eine Anzahl KuponN imti Wertpapiere in Hobe von 120000 Mk. Von den Einbrechern fehlt bisher jede Spur, obwohl in ber Gemeindckasse ständig ein Wächter anwesend ist.
Eingesandt.
Es besteht wohl fein Zwei'ek mehr, daß die Stadl Gießen in Zukunft bic Wahl zur Zweiten Kammer nach bem Plural- Wahlrecht vorzuuehmen hat. Wo das Pluialivadlrecht, bad befiimmten Peisouengruopeu ein mehr'achos Sliimnrechl gibt, bisher eingefübrt worben ist (Belgien, England und Lachsen), wurden Vermögen, Bildung und Grundbesitz als die maßgebeuden Voraus- ietzuugeu angesehen. Ter Antrag T r. W e b e r - R o u r a b S - b o vi in der Zweiten hessischen Kammer bringt also insofern ctiuad Neues, als em gewiyes Alter ein Tovvelstiinmrechk gewahren soll. Vorn ffinfgigften Lebensjahre an nämlich soll der Wahlberechtigte zwei Stimmen haben. Der Gedanke ist zum minbeftciid originell, denn man weiß jetzt, daß lünlzigJahre dringe — Herr D>. Weder ist bekanuilich Forstmann — erst die volle staatsbiiraeitlche und volitische Recke bringen. Durch diese gefetzgebenfche Vorschrift bekommt eine Einrichtung, arck die liniere gute Stabt Gießen stolz sein kann, einen neuen und erirckcheuden Inhalt. Vekanutlich treten alliährlich alle Bürger unierer Stadt, ohne Rücksicht auf Stand und Herkuml, wenn sie künftig Jahre alt geworden sind, zu einer Vereinigung zusammen, bie allmonatlich tagt und in harmloser Harmonie sich ihres Lebens freut. Tie .Fünfziger" her Zukunft werden also nach dem Tr. Weber'ichen Rezept stch gegenseitig auch dazu beglückwimschen können, daß ihre Stinune nn Staatsleben dovpell so schwer tns Gewicht fällt, wie bei der „firnpleu" Masse, die noch nicht über fünfzig Lenze verfügt. Tie Weisheit der Legislative bat es also zuwege gebracht, ber Institution der Fünfzig erfeiern oer- ' a s s u n g s m ä ß i g e Anerkennung zu verleihen. In unserer Zen der legislativen Kiirjsmliisse muß bic neueste Großtat der Zweiten hessischen Kammer geradezu als em illustrer Gebaute an« gesprochen werben. Welche wetteren Perspekliven eröffnet un5 dieses interessante Wahlrechte-kuriosum! Wie wäre es, wenn man den Sechzigern drei Stimmen, ben Siebzigern vier Stimmen und denjemgeu, die sogar bie goldene Hochzeit gefeiert haben, iiintjig Stimmen als Kriegszulage gewährte? In Preußen gibt es ja sogar Orden mit der Zahl fünfzig. Wenn sonst das Alter em An- recbi auf Denkmalschutz gewährc — und wir befinden uns ja im klassischen Lande des Denkmaljchutzes —, warum sollen nicht auch im Verwssuugsleben mit dem Lebensalter ehrwürdige und erhebende Vorrechte verbunden fein ?
Gießen, den 10. Dez. 1909. Prof. Tr. M. B.
Sanöcl mit Dcrfcbr,
Berlin, 10. Dez. Dem B. T. zufolge kam gestern eine prinzipielle Einigung i ni Kalifynbikat auf folgender Basis zustande. Die Schmidtmannscheu Werke „Ascher-i-leben" und „Sollstedt" verpflichten sich, dem Kalisyndikat aus c-runb ihrer früher bewilligten Quoten beizutrctcii. Tas Snnbifot willigte in eine Neubildung ber amerikanischen Marktverhältnissci aus Grund der vom Aufsichtsrat modifizierten Schmidtmannschen Propositionen. Schmidtmann reist am Tienstag in Begleitung einiger Auffichtsratsmitglieber nach Amerika, um mit ben beiden in Berlin nicht vertretenen Trusts über Annahme der neuen Propositionen zu verhandeln.__________________________________
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 10. Dez. den- und Strohmarkk. Ungefähren waren 12 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Alk. 4.60—ö.40, Stroh, Korn^Langstroh, Mk. 0.00 bis 0.00. Alles je 50 Kg. Stroh blieb unverkauft. Geschäft langsam. Die Zufuhren waren aus Oberhessen und dem Kreis Hanau.
Amtlicher Wetterdericht.
Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.
9i(lacmeme Wetterlage heute morgen 8 Uhr. Unter dem Einfluß hohen Druckes trat gestern langsam Aufheiterung ein, so daß sich in der Nacht in Mittelbeutsckttmb Sttahlungskätte ein- stellte. In Ostdeutschland sind starke SdpteefäHe Niedergegaugru. Das westticke Tiefdruckgebiet, das über Eitglaub starke Erwärmung und über 'Dcorroegen slürmischen Wind hervvvrusr, rückt langsam ostwärts. Es wirb uus zunackK Schitce bringen, der später ür Ziegen übergeht.
Wetierausstchten in Hessen am Samstag dem 11. Dezember 1909: Schnee, in Regen übergehend, Erwärmung, frarfer Sübioefi.
GriginaL-Drahtineldungen.
Aus Der Zweiten Hessischen Kammer.
R.-B. Darmstadt, 10. Dez. Tie heutige Sitzung begann erst um 3/*U Uhr, da vorher noch FraktionS-' dcsprechungen stattsanden.
Zunächst verwahrte Abg. Brauer seine Fraktion gegen die gestrigen Vorwürfe in ber Erklärung ber Zentrnmspartet.
Abg. Bähr wendet sich gegen die neuerliche Haltung der Bauernbündler.
Abg. Dr. Schmidt bemerkt, mit der Etklärung der Zentrumspaitei habe man keinen Angriff auf ben Bauernbund bezweckt.
Die Beratung über den Artikel 3, der die Zusammensetzung der Zweiten Kammer behandelt, wird ausgesetzt bis nach Erledigung des Artikels 6. Dieser enthält bie Voraussetzungen zur Wahlfähigkeit für bie Zweite Kammer, zu ihm ist der bauernbündlerische Antrag wegen des Pluralwahlrechts gestellt.
Artikel 4 und 5 werden ohne Debatte angenommen. Bei Artikel 6 entspinnt sich eine erregte Debatte, in deren Verlauf Abg. Ulrich mehrere Ordnungsrufe erhält.
Die Tribünen sind überfüllt.
*
Paris, 10. Dez. In Am bert begann vor dem Zuchtpolizeigericht ein Prozeß gegen einen Pfarrer, der den Schulkindern gesagt hatte, im Falle der Benutzung kirchenseindltcher Religionsbiicher würde ihnen die Firmung verweigert werden. — In einigen Orten bei Rb.eimS verweigern Schulkinder den Schulbesuch wegen der ihnen vor- geschrlebenen vom Bischof verbotenen Lehrbücher.
FreismBaiser Verein.
Montan ben 13. Dczcmbcr d. I., abends 9 Uhr
Monats Versammlung
NN Gaschos zum Einhorn. — Herr Prof. U r itabt: lieber Sic Ächten des LibcraliMS nach der AMNMiM. ' - ■- Gaste willkommen. <■•■■■ ■ r v:,'ls
Miiitär-AgMer-Vkrein Wen.
Weihnachtsfeier mit Verlosung
findet Sonntan den 12. Dezember 1909, nachmittags 4 Ubr, aus ber Liebigsvöbc «kleiner Saal» statt, wozu ßreimbe und Gönner des Vereurs Tieuubhdiü cinlaöet
09474 Der Vorstand.
Akittjiht Scfanntmad)3noen Der AM (Biegen.
Arbeitsvergebungen.
Die Umarbeitung von alten Lungstein-Bordsteinen, sowie bas Zurichten von alten Pflastersteinen soll
Freitag ben 17. b. M., vormittags 11 V- Uhr, öffentlich vergeben werden.
Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Dienststimden b i uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zctt- punk: verschloßen und mit erttsprechenber Ausschrnt versehen mt uni einzureichen. — Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Gießen, den 9. Dezember 1909. D1O/1S
Städtisches Tiesbauarnt.
Braubach.


