Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
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nifter des Innern habe erklärt, daß er .. Ferrers erhaltenen Drohbriefe veröffentlichen lauen werde.
Ruhestörung tn Frankreich
Paris, 13. Oft. Die „Sbumanite" veröffentlicht in einer Sonderausgabe einen von den ehemaligen Deputierten Naauet und Laisanl unterzeichneten Aufruf des „Komitees zur Verteidigung der Opfer der spanischen Reaktion", m welchem unter den heftigsten Angriffen auf den König von Spanien und dellen Minister, die Sozialisten und Revolutionäre aurgcioröert werden, heute abend eine K u n d g e b u n g v o r d e r s p a n i s ch e n B o t - schäft zu veranstalten. Von der Polizei wurden umfallcnde Sicherheitsvorkehrungen zur Verhinderung dieser Kundgebilngen
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Die Erschießung.
13. Oft. Ferrer, der heute vornrittag
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Paris, 14. Oft. Von 9 Uhr abends an begannen große Menschenmassen sich in der Umgebung der spanischen Botschaft anzusammeln. Um 9*/o Uhr versuchte eine Gruppe, der der Deputierte Vaillant und die Mitglieder des Komitees für die Verteidigung Ferrers voranschritten, die Ketteber absperrenden Polizeibeamten zu durchbrechen, wurden aber z u r ü ck g e t r i e b e n. Die Manifeftanten bildeten darauf einen Zug, der pfeifend und Schmährufe ausstoßenb, diirch die der spanischen Botschaft benachbarten Straßen zog Im werteren Verlaufe der Protestkundgebungen wurden kurz vor 10 Uhr an der Ecke der Avenue de Billiers zwei Revolverschusse abgegeben, von denen ein Schutzmann getroffen wurde. Tie Schutzleute säuberten darauf die Straße nut gezogenen Säbeln.
Paris, 13. Oft. Bei den Sympathiekundgebungen für Ferrer wurden mehrere Manifestanten durch die Munizipalgarde verwundet. Gegen 11 Uhr erhielt ein Offizier der Garde Republicain einen Revolver schuß mitten ins Gesicht. Jaur 6s, der mit den Redakteuren seiner Zeitung und mit mehreren, tausend Personen, dieJnternationalesingend, durch die Straßen zog, geriet dabei mit einem Schutzmann in ein kurzes Landgemenge. In der Nähe der spanischen Botschaft wurde einradfahrenderSchutzmann durch einen Revolverschuß g e t ö te t, ein anderer und ein Muni- zipalgarbist verwundet. Zwei Omnibuswagen, die leer ins Depot zurückfahren wollten, wurden von 20 Manifestanten in Brand gesteckt. Der Mann, der die ersten Revolverschüsse auf einen Schutzmann abgegeben hatte, wurde feftgenommen. Er bel-auptet, spanischer Untertan zu sein und Dellatorre zu heißen. Außer ihm wurde ein zweiter Manifestant verhaftet, der auf eine Gruppe v o n Polizisten schoß, in deren Mitte sich der Polizeipräfekt befand. Gegen Mitternacht soll es zu neuen Zusammenstößen gekommen sein.
Di nrcT, 13- Oft. Aus Anlaß der Erschießung Ferrers veranstalteten'die Sozialisten heute in den Straßen der Stabt Kundgebungen gegen Spanien.
Kundgebungen in Italien.
Stom 13 Oft Tie Arbeitskammer forderte die Bevölkerung von Rom aus, sich zur Veranstaltung einer Kundgebung weoen bei- Hinrichtung Feirers heute aoend auf der Piazza Eolonna zu ver ammcln. Von dec Piazza Colonna zogen die Mannestanten nach dem Corso Umberto und versuchten dann sich nach dem Kapitol zu begeben, wurden aber von der Polizei, die ihnen gefolgt war, a u s eina nder ge t r i eb e n. -Me Ipanische Brn- schaft ist von Militär bewacht. In M a i J a n d waren heute abend Sie Qäbcn geschlossen: auf dem ^omplatze peelt der Abg. Turati vor einer großen Volksmenge eme Rede, in der er gegen die Hinrichtung Ferrers protestierte Auch m Ne a v e 1, G e nu a und Spezia fanden heute abend Protestkundgebungen
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Das spanische Senfationsörama.
Der .Hochverratsprvzeß gegen Francisco Ferrer, den Direktor der modernen Schulen zu SEtorcelkonntebei uns in Deutschland im einzelnen pick)t so g^n .^fobgt und kontrolliert roerben, um ein sicheres Urteil ubex bte Schuldigsprechung und Verhängung der Tode.strafe salllm mx können. Tie Hinrickftnng ist inzwischen vollzogenmor- den, und in zahlreichen Städten des Auslandes hat sie stürmische Kundgebungen und O^>nilngsftorungen hervor gerufen Wir haoen über die Reaktion m Fanten an der Hcmd eines glaubwürdigen Berichtes bn,,Koln. Schilderungen gebracht, die fiir ein wittftttlrchev Schreck.ns Regiment der- jetzigen spcrnisckfen Gewalthaber sprachen. Mit einer unerhörten Strenge wurden die Untersuchungen ge- snkrrt und alle freien Regmrgen geknebelt. Der Klcrtkalts- Inns scheint dabei die Führung übertiommen zu Huben. Man kann bei uns in Deutschland bett Kops scheiteln über das unverständige Wüten der spanischen Reaktionäre, aber man braucht sich über diese eigene Angelegenheit des spanischen Staates nicht allzu sehr zu ereifern und aufzuregen. Der Prozeß des Freidenkers Ferrer hat weithin über Spaniens Grenzen hinaus ein ungeheueres Aufsehen gemacht. Bei der Menge Verdächtiger, die mannidie Ge- fstngtlisse geschleppt hat und derer, died ab er schuldig oder unschuldig haben ins Gras bersten müssen, bedeutet dieser einzige Fall im Grunde wenig. Was hinter den ver- fchlossenLN Türen über Ferrer verhandelt wurde, ob sich hinlängliche Beweise fiir seine Schuld ergeben haben, wissen wir nicht. Wahrscheinlich hat er dem katalonischen Aufstand nicht fern gestanden. Da wir nicht wissen, ob er sich des Hochverrats schuldig gemacht hat, ist es erstaunlich, daß auch deutsche Blätter die öffentliche Meinung derart Ulis regen, als handle es sich um eine Haupt- und Staats- attion des Deutschen Reiches. In Frankreich und Italien ist es freilich noch weit schlimmer. Dort i|t an Protestkundgebungen das Menschenmögliche geleistet worden, und die Folge war, daß man sich jetzt über die H-inmord-ung zahlreicher harmloser Personen noch weit kräftiger entrüsten könnte. Der Pöbel ist wieder einmal aufgemchrt worden, und er hat auf die Ordnungswächter, die chre Pflicht erfültten, geschossen und in vielen Städten große Verkehrsstörungen verursacht.
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AusjchutzbenchLe der Zweiten hessischen Kammer.
Der WahlprüfungS-Ausschuß der Hess. Zweiten Kämmer hat die Wahl des Abg. Dr. Frenay, die am 7. Nov. 1908 zu Ober-Ingelheim stattfanb, für ungültig erklärt. Wie auS dem gebrückten Bericht des Ausschusses hervorgeht, ergab sich, baß 5 Perionen zu Unrecht gewählt haben und baß immerhin die Möglichkeit eines anderen Wahlergebnisics habe vorliegen können.
Der Verkauf des fiskalischen HofguteS Rockenberg an die Gemeinde Rockenberg wurde vom Ausschuß^ genehmigt. Ebenso wurde die Regierungsvorlage über die Veräußerung des in Staatseigentum stehenden Grundbesitzes in der Gemarkung Dorn-Äsfenheim vom Ausschuß genehmigt.
Durch den nunmehr feststehenden Bebauungsplan der Stabt Gießen wirb bas seinerzeit zur Errichtung mebi- zinischer Institute erworbene Baugelänbe von neuen Straßenzügen teils begrenzt, teils burchschnitten. Zur Ab- rnnbung bieses staatlichen Grunbbesitzes Hal sich als notwenbig ertrügen, kleinere Ge'.öndestreifen auszutauschen o^er zu veräußern. Zu biesen Maßnahmen, sowie zum Verkauf von Gelände, welches m die projektierten Straßenzüge fällt, suchte die Regierung um die landständische Genehmigung nach. Ferner sollen zur Vollendung der noch nicht ganz fertig- gestellten baulichen Nebenanlagen zur chirurgischen und Augenklinik die seinerzeit dein Baufonds entnommenen 40 800 Mk. diesem wieder zugefuhrt werden. Der Ausschuß ist auch hier nut der Regierungsvorlage einverstanden.
Der vierte Ausschuß ist einstimmig der Auffassung, baß der Antrag ber Abgg. Dr. Frenan unb Gen. über Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit auch jetzt noch feine volle Berechtigung habe, da für den kommenden Winter eme noch größere Arbeitslosigkeit zu befürchten sei, unb beantragt:
Die Regierung zu ersuchen: Aus alle staatlichen unb kommunalen Behörben in bem Sinne cmzuwirlen, baß dieselben 1. durch Vornahme von N o l.st a n b ö a r b c i t c n ber Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit entgegftiwirken,
regeln getroffen. In ber Umgebung ber Burg unb an beren Abhängen fanben sich jeboch nur 40 bis 50 Personen ein. Kunb- gebungen ereigneten sich nicht. Mit ber Vollstreckung war eine Abteilung Infanterie beauftragt. Nur zwei Mönche stauben Ferrer bei; bie Sakramente wies er zurück. Ferrer stanb im Augenblick ber Vollstteckung bes Urteils auftecht mit üerbunbenen Augen. Er hat in Gegenwart eines Notars sein Testament gemacht, besten Inhalt aber noch nicht bekannt ist.
Paris, 13. Oft. Der „Temps" melbet in einer ihm auf Umwegen mgetommenen Mabrider Depesche, ber Ministerrat habe . ' , — —
Geetzesrer SLcrdLtheaLer.
Die Gioconda.
Eine Tragödie von Gabriele d'Annunzio, deutsch von Linda von Lützow.
Gabriele d' Annunzio, der feinfühlige, überempsinbliche italienische Dichter, hat sein traumhaft verschwommenes Werk Die Giocouda, eine Tragödie genannt, ohne paß es darauf auch nur den geringsten Anspruch erheben tonnte Ja, es ist nicht einmal dramatisch. Die einzelnen Menschen ziehen an uns vorüber, reden schöne Worte, sehr schöne Worte, aber was sie sägen ist so haltlov, so unwichtig, so ohne seste Gliederung und Anschauung, daß unjer Interesse lediglich auf die Darstellung gelenkt wird, toenn wir es nid)t vorziehcn, das Werk zu lesen. Bei der Auf- füftrnng geht die wunderbare Schönheit ber Sprache, gehen die kunstvollen Perioden, die ein bestechender Rythmus durchklingt, zum großen Teil verloren, und von b^n letzten Aufzuge bleibt eigentlich nichts zuruck, als em wehes Wimmern, wenn man von ber holben Lyrik ber L-irenetta absieht. Es ist echte, lautere Romantik, was wir ba_ vor uns sehen, aber nichts vermag uns zu überzeugen, baß bie arme Silvia, ber ein Zufall bie schönen Hande zerschmettert, eine große, schmerzvolle Dulbertn ist. Nur ber Klttmg ber Sprache bleibt uns ein Weibchen im Ohr, lullt unb singt uns ein in ein sanftes Dämmern.
Das Stück hat b: Annunzio für seine Freunbtn „Eleonore Düse mit den schönen Hänben" geschrieben unb ohne sie wäre es wohl schon längst mieber von ber Buhne ver- schwunben; höchstens als Buch kann es uns etwas bieten, umso eher, als bie bei S. Fischer in Berlin erschienene Ber- beutschimg burch Linda von Lützen ganz hervorragend ist. Aber mich beim Lesen verliert sich nicht der schwiile, be klemmende Hauch, der über dem Werke ausgebreitet ist.
Demgemäß hat die Darstellung alles zu tun, um unseren Anteil wachzuhalten, um uns nur einigermaßen jur du Geschicke der Personen zu erwärmen. Das ha.t aoer du gestrige Ausführung nur zum Teil vermocht. Wohl war Adele Sandrock als Silvia von zartestem, weiblichen! Empfinden, voll Jubel und Seligkeit, ooch — sie überzeug!c nicht. Wir glauben ihr ihre tiefgefühlte Leidenschaft nich. mehr. Aber groß und wuchtig erhob sich ihr durchseelie!. Spiel. Diese Vornehmheit im bildhaften Ausdruck, diese
— Narrenglanz, ein Spielmannsdrama in vier Aufzügen von Rudolf Rittner, das morgen hier zur Aufführung gelangt, hatte bei feiner Uraufführung im Berliner Schillerthecuer am 2. März 1207 einen Mißerordent- ftchen Erfolg. Das pnckeude, romantische Stuck befchaftigt 'ich mit einem Hofnarren, der sich im Vertrauen auf feine una-nvöhnliche Begabung und seine bevorzugte Stellung a.§> Liebling des Fürsten, als freier Mann fühlt. Durch das Ränkespiel seiner Feinde wird er Dann in ben Tob getrieben, nachdem ihn auch seine fürstliche Liebste, die werdende Mutter sei, es Kindes, die Niedrigkeit seiner Stellung hat fühlen lassen. Tas ist mit dürren Worten ber ungefähre -..chatt des ungemein lebendigen Werkes, bas nicht nur
lta%om, 13. Oft. Die hiesigen Blätter veröffentlichten Son- berausgabcn mit ber Nachricht von ber Hinrichtung Arrers. — Ju Turin stellten bie Metallarbeiter, L-etzer unb Maurer die Arbeit ein als Kundgebung gegen bte Verurteilung H-errers. ’ SXiT hfn- Turiner Arbeitskammer wurde eme Verfmnmlung abge-
— Kölner Blumenspiel 1910. Tie Literarische Gesellschaft in Köln Läbt die beutfdjen Tickfter und Dichterinnen ein, srruu uw ulttiuu.u> -------- - sich an Den am 1. Mai nächsten Jahres stattsindenden Blumen-
s'/li sicherer Biüfneutechnik sondern auch von starker dichte- fielen zu beteiligen. Die Einsendungen sind bis zum lo De- rrscher Kruft zeugt und zu den besten Theaterstücken der1 zemöer 1909 an das Sekretariat der Kölner Blumenfptele, Neu-
unsagbure Feinheit der Gebärde, diese groben, leidvollen Augen. Und Die Sprache dieser Augen! Als ob fie wett hinaus in bas All ber Welt schauten, ist es uns. Als ob sie voll wären von Seele unb Glut. Aber bte welche, flehende Sprache des Mcundes ist verloren gegangen. Der zarte Schmelz des Organes ist brüchig geworden.. Harte -vone schleichen sich manchmal ein. Aber die Darflettung. ^m dritten Aufzug war die Künstlerin von verehriingswurdtger Roheit und Kraft, eine ausgezeichnete Stlvta — dte auch bie'furchtbaren Klagetöne, die im vierten Aufzuge vonnoten wären, mit feinem Takte mied ober wenigftens mtlberte. Eine hohe schauspielerische Leistung — bie leiber Nicht mehr zu überzeugen vermag. Nicht mehr! Leider.
Viktor Seng er gab bem Lucio Aras von ber glutenwarmen Leibenschaft des bildenden Künstlers, der Seelen tötet um sie im Marmor wieder zu beleben, und schuf ans seiner blutlosen Rolle einen leibhaftigen Menschen Von schlichter Innigkeit war Paul Pauly als Gadbi., farblos Und trocken Herm. Schmelzer als Cosimo. Recht gefällig und von sieghafter Beredsamkeit war Marianne Vratt als Gioconda. Innig und mit herzlicher Anmut brachte Mölly Reimann die lyrische Szene der Lirenetta zur ^arftelluna. Taß die Gäste mit der Schallwirfting unseres Theaters nicht verttaut waren und auch nicht sein konnten, sei nur nebenbei erwähnt.
Karl Neurath.
letzten Jahre zählt. Aus Rücksicht auf den Raum, mutz ich mich mit dieser knappen Darstellung begnügen. N.
Alfred Bock, der bekannte hessische Dichter, begeht heute, am 14. Oktober, seinen fünfzigsten Geburtstag. Nack) mannigfachen Versuchen als Lyriker und TheaterDichtec veröffentlichte unser Landsmann hn Jahre 1899 Die Pflastermeisterin, die wir kürzlich in unseren Familienblättern abgedruckt haben, und errang mit diesem meisterhaft aufgebauten Roman seinen ersten Erfolg als Heimatdichter, nachdem ihm ttrrz zuvor sein mit Zabel verfaßtes Schauspiel „D e r Gy rn n a si a l d ir e k- t o t" einen starken Bühnenerfolg gebracht hatte. Im folgenden Jahre kam der wenig einheitliche Roman Bodo Sickenberg, dem im Jahre 1901 der knappe unb außerordentlich packende Flurschütz folgte, der deu Dichter schon auf der Höhe einer gereiften Tarstellungslunst zeigt. Die folgenden Jahre brachten dann die „Kinder des Volkes, „Kantor Schildköters Haus", „Der K u p p e l h o f" und die schöne Novellcnsammluug .Hessenluft", die in dem „Napoleon" und dem „Schmerzenskind" zwei ausnehmend gut gelungene Novellen enthält. Im Anfang dieses Jahres erschienen „Die Pariser", ein Roman, dessen vorzügliche Charakteristil und außerordentliche Lebenswahrhett mir in unserer damaligen Besprechung besonders hervorgehoben haben. Es wäre überflüssig, die einzelnen Werke Bocks eingehend zu erörtern, benu sie sind ja dem größten Teile gerade unserer Lc?er sehr gut bekannt. Außerdem sind sie aber auch von uns schon des öfteren eingehend besprochen worden und sein neuestes Werk, Die Pariser, wird denrnächst in unseren „Gießener Familienblättern" erscheineii. Von den übrigeii Werken Bocks waren noch zu erwähnen: die kulturgeschichtlichen Bilder Aus einer kleinen Universitätsstadt (1890, 2. Ausl. 1907), Deutsche Dichter in ihren Beziehungen zur Musik (1898) und bie Noveuen>amm- lung „W o die Straßen enger w e r ö e it (1898). Da Bock im besten Schaffensalter steht, werden wir noch m mich es Werk seiner urwüchsigen Kunst erwarten dürfen.
die seit der Verhaftung I halten, in ber mehrere Redner Die Bedeutung D^r jlun^<:bung ' hervorhoben. Nack) sochluß ber Versammlung veriuchtt eine Unzahl
Teilnehmer die Straßnbahn anzuhalten ivuiüc aber auseinanbergettieben. Der Provmzialrat von Genua bat Den spanischen Ministerpräsibenten telegraphnch um bie Begnabigung Ferrers und besästoß dann die Sitzung auszuheben. Lie UrheNs- Eamincr vvu Genua beschloß, baß uie Jrbvit für -4 stunden eingestellt werben soll, ,nsolgedessen feierten die Arbeiter am Nachmittag, auch ber Sttaßenbahn-Verkehr war eingestellt. „In Neapel hielten mehrere hunbert Studenten m ber Univerutat eme Versammlimg ab unb beschlossen, bem ipanuefcn Kvnsul cuten Protest zu übcrreidm. Die Ueberreichung des Prvteftcs würbe aber von bm Behörben verboten. , .
Rom, 13 Oft Anläßlich ber Hinrichtung Ferrers würbe,i auf ben Gebäuden ber Sozialistischen Vereine und Zeitungen Trauerfahnen gehißt. Ätihrere Blätter fprechen in Helfta er Weise über bie Hinrichtung. In Bologna mürbe heute nachmittag eine Versammlung abgehalten, in ber mehrere Redner gegen die Hinrichtung Ferrers proteltierten. Nach ber Veiianim> lunq versuchten bie Teilnehmer, gegen bas Ivanifche ztouiulat ?u ziehen: sie wurden aber von ber Polizei auscinanbergetricbcn. Einige Personen würben verhaftet. — In Tun n würbe von einer Versammlung eine Tagesorbnung angenommen, bie gegen die. Hinrichftmg Ferrers protestiert. 91atf> der Versainmlung zogen mehrere tausend Personen nach dem Stadthause, um bem Bürgermeister eine Tagesordnung zu übergeben, um daraus nach bem Garilmlbi-Tenimal zu neben, wo mehrere Redner fpracheu
9 Uhr erschossen würbe, würbe gestern abenb in bie Kapelle der Burg gebracht. Er verlangte nach seinem Verteibiger, ber mehrere Stunben bei ihm verbrachte. Ferrer bewahrte^ vollkommene Ruhe, nur einmal, als er mit seinem Verteibiger sprach, würbe er timt. Erregung ergriffen. Es waren Sicherheitsmaß-
Nr.Ä41 Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 14. Ottoder 1808
Der Elehener Anzeiger ■xix monatlicfa75üf.,»iertel-
erscheint täglich, außer / Fv.? *-'S, ▼ . jährlich Mk. 2.20; durch
Sonntags. - Beilagen: a A A. Abhole- u. Zweigstellen
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