Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.
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Wohl keiner der Unterzeichner jenes Aufrufs wird seine :rschrist ohne erhebliche Bedenken hergegeben haben, Reiche fi'
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mälde „Lucrezia Borgia tanzt vor ihrem Vater Papst Alexander VI., 1886 die Krönung der hl. Elisabeth, aus dem Hofnarrenleben, 1888 kam eines seiner bedeutendsten Werre heraus, die in der Pinakothek zu München befindliche Unsterblichkeit. Eines seiner bekanntesten Bilder ist das Madonnenbild: Deine Seele wird ein Schwert durchdringen, das in unzähligen Nachbildungen verbreitet i)t und in zahlreichen Zeitschriften abgebildet wurde. Hermann von Kaulbach war Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste und besaß außer einer Anzahl Weltausstellungsmedaillen tote Chicago,
schichte. Es ist politisch unehrlich, wenn gleich nach dem Erscheinen die imposante Kundgebung dahin interpretiert wird, als hätten wir für das demokratischste aller Wahlrechte unsere guten Namen verbürgt. In dem Aufruf steht davon kein Wort. Dort hat man sich auf den Boden der Thronrede gestellt, und damit sind die Richtlinien einer zweckmäßigen Reform Nar genug vorgezeichnet. Auch hier heißt es: Nicht Revolution, sondern Evolution. In erster Linie verlangen wir geheime Wahl, denn sie allein gewährt die Unabhängigkeit der Abstimmung. Eine weitere Forde- runq, die gewiß nicht übertrieben und unbillig erscheint, ist die, daß der geblldete Mittelstand in Stadt und Land, entsprechend seinen staatsbürgerlichen Talenten und Der- lernten, einen breiteren Raum in der Volksvertretung und in größeres Mitbestimmungsrecht in der Gesetzgebung und Verwaltung erhält. Gleichzeitig muß durch eine vernünftige ind gerechte Wahlkreiseinteilung den Städten, dem Handel und der Industrie eine größere Anzahl von Mandaten gesichert sein. Ob man diese Ziele bei Beibehaltung der Dreiklasseneinteilung durch fingierte Steuerberechnungen, durch Pluralwahlrecht, durch Heranziehung aller maß-
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jährlich 'SIL 2.20; durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich 65 M.; durch dieVost Mk. 2.—viertel- jährt, ausjcht. Besietlg. Zeilenpreis: lotallMlt* auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Lerautworllich kür den
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Schall. In sechs Teilen, zu den drei Weihnachtsseiertagen, bem Neujahrstag, dem Sonntag nach Neujahr und zu Epiphanias gedacht, schildert das wunderbare Werk die Verheißung und die Geburt des Heilandes, die Verkündigung an die Hirten, die Anbetung der Hirten und der drei Weisen aus dem Morgenlande. Zu der Aufführung waren die sechs Teile nach den beiden zu Grunde gelegten Evangelien in zwei Abteilungen zusammengefaßt worden, unter Weglasjung des ganzen vierten Teiles und nach sonstigen größeren und Heineren Streichungen. So bedauerlich die Notwendigkeit dieser Streichungen sein mag, es hätte vielleicht noch mehr gestrichen werden können, da bei aller wundervollen Schönheit des ganzen Werks, es so in Einem gegeben, doch ermüdend lang wirkt und an die Aufmerksamkeit der Hörer starke Ansprüche stellt. Die Wiedergabe, für deren Vorbereitung und Leitung Herrn Prof. Trautmann uneingeschränkter Dank und herzliche Anerkennung gebührt, war herzerfrischend, von Freude getragen und Freude schenkend. Das Zusammengehen von Chor und Orchester — bei, wenn wir recht unterrichtet sind, nur einer gemeinsamen Probe — war vorzüglich, die Leistungen beider Teile dem ausgezeichneten Rufe, den sie genießen, vollauf entsprechend; am Chor sei besonders der tadellosen Einsätze und des 'klangvollen Tons, beim Orchester der prächtigen Leistungen der Blasinstrumente, namentlich der hohen Trompete, sowie der schönen Kantilene der Solovioline gedacht. Vielleicht hätte hier und da die Begleitung etwas diskreter sein dürfen, so in der Alt-Arie „Bereite dich, Zion". Auch die Orgel sei anerkennend erwähnt. Von den Solisten stand ganz auf der Höhe seines überaus schwierigen und anstrengenden Parts, meinem Empfinden nach der Tenorist, Herr Kü h l b o r n - Berlin, dessen Heller, klang- starker Tenor," durch geschickte Atemholung und einen sehr sympathisch en, geschmackvoll einfachen und doch innigen Vortrag bestens unterstützt, von starker, nachhalliger Wirkung war. Ter Vertreter der Baßpartie, Herr Werner- Ko f f k a - München, beeinträchtigte seine sonst sehr schöne
tigung mitbestimmen.
In diesem Sinne bedarf das bisherige Klassen' Wahlsystem einer gründlichen Korrektur. In der gleichen Richtung hin hätte die geheime Wahl zu wirken. Was gegen diese vernünftige Forderung von der Gegenseite an geführt zu werden pflegt, erscheint wenig stichhaltig. Die öffentliche Stimmabgabe, so predigen reartionäre Tartuffe, entspräche dem freien Staatsbürgertum, stähle den Charakter und hebe das Verantwortlichkeitsgefühl. Das mag für die herrschenden Klassen, die sich frei fühlen, allenfalls gelten. Wette Kreise unseres Volkes sind nicht m dieser glücklichen Lage. Sie fordern die geheime Abstimmung, weil die offene nut ein politisches Scheinrecht ist, und sie sich bei diesem Absttmmungsmodus nur schwer den Einflüssen des Besitzes und Der politischen Bevormundung entziehen können. Aber auch in den mittleren und höheren Schichten der Gesellschaft geht immer mehr der Wunsch dahin, das höchste politische Recht unabhängig von Kontrollen irgendwelcher Art auszuüben. Die öffentliche Stimmabgabe ist intolerant und widerspricht dem Grundsatz des Lebens und Lebenlassens. Viel weniger ist gegen die Beibehaltung der indirekten Wahlen durch Wahlmänner, wenn auch sie geheim wählen, einzuwenden. Die indirekte Wahl hat vielmehr mancherlei Vorzüge vor der direkten, weil sie zur politischen Reife erzieht und in dem Wahl-
tzropvrtionalwahlrecht erreicht, das sind mehr oder minder gesetzestechnische Fragen von verhältnismäßig untergeordneter Bedeutung. Jedenfalls muß der Versassungsaufbau eine Mischung von konservativen und liberalen Grundgedanken aufweisen und der nationalen Rechtsidee moderner Stände Rechnung tragen. Es wäre schon viel gewonnen, wenn es gelänge, durch eine andere Klasseneinteilung große Gruppen aus der zweiten Klasse in die oberste zu versetzen und die Mittelklasse durch einen Zufluß aus der untersten Klasse neu zu stärken. Der alte Gedanke einer ständischen Vertretung ist im Zeitalter der Parlamente keineswegs gegenstandslos geworden. Aber das altständisclfe Prinzip kann sich nicht auf die Dauer halten, es muß durch ein neuständisches ersetzt werden. Wenn man z. B., wie es die Wahlgesetznovelle von 1892/93 vorschlug, statt der Drittelteiluna, gemäß der Steuerleistun die Zwölftelung einführte, der ersten Klasse Zwölftel, der zweiten vier Zwölftel, der dritten drei Zwölftel der aufgebrachten Steuersummen zuwiese und nicht nur die direkten Staatssteuern, sondern auch die Kommunalsteuern mitberücksichtigte, so rückte ein nicht unerheblicher Teil der Mittelklassen in das Wahlrecht der Oberllasse auf, und ein ebenso erheblicher Tett der Mittelstände schöbe sich in die zweite Wählerklasse nach.. Eine solche Reform, die hier nur angedeutet werden soll, würde unzweifelhaft eine gerechtere Kraftverteilung mit sich bringen und eine vorsichtige Vkäßigung in der Reform beweisen. Die große Mittelschicht unserer Gesellschaft, die zwischen der besitzenden Klasse im engeren Sinne und den bandarbeitenden Klassen liegt, bildet heutzutage in der Mehrzahl der ländlichen und städtischen Bezirke mehr als die Halste der Bevölkerung, während nur in Großstädten, Fabrikdistrilten, Latifundien hier und da die handarbettendc Bevölkerung wirklich die Mehrheit bißet Jene Mittelschichten sind nicht entsprechend ihrer Bedeutung für das Gemeinwesen verfassungsmäßig berücksichtigt. Der Zensus nur nach den direkten Staatssteuern gibt ein schiefes Bild. Man muß nicht nur den Gesamtwert der Steuerleistungen in Ansatz bringen, sondern auch die persönlichen Leistungen in der Gemeinde- und Kteisverwaltung, im Schöffen- und Geschworenendienst, überhaupt die ehrenamtliche Betätigung, in der die Mittelschichten so große Opfer an Zeit unb Arbeit bringen, müssen das Ausmaß der Wahlberech^
Vie preußische Wahlrechtsreform.
Bon Professor Dr. jur. et phil. M. Biermer.
In diesen Tagen ist in einer großen Berliner Tageszeitung eine Kundgebung zu Gunsten der preußischen Wahl lechtsreform erschienen, die nach mehr als einer Richtung tin bemerkenswert ist. Einmal ist es nicht gerade häufig, taß Männer aus ganz Deutschland öffentlich zu einer rolitischen Frage eines einzelnen Bundesstaates Stellung nehmen, zumal es sich hier um Personen, und Berufs- kreisc handelt, auf deren Namen man im politischen Tages- ?mipfe nur selten stößt. Etwa dreihundert Universitäts- ccofessoren haben den Aufruf unterzeichnet; namhafte Schriftsteller, Aerzte und Künstler, darunter die ersten unserer Zeit, haben sich den Hochschullehrern, die alle Universitäten des Reichs vertreten, angeschlosfen. Gemein- famc Sache mit diesen markanten Führern des deutschen Geisteslebens haben zahlreiche Vertreter des Großkapitals, namentlich der Großindustrie, gemacht. Selbstverständlich fehlen auch nicht die Vertreter der blühenden städtischen Lellstverwaltung. Aber auch nach einer anderen Rick)tung hin ist das neue politische Ereignis interessant. Stellt es I« ein gemeinsames Vorgehen aus den verschiedensten poli- uschen Lagern dar und ist eine nachträgliche und energische Protestkundgebung gegen die überstürzte und egoistische Er- edigung der Reichsfinanzreform durch einen agrarisch- "lerikalen Block, der nur möglich war durch die Vorherrschaft einer kleinen Oberschicht in dem größten Bundes- taut, der es immer wieder gelingt, die preußische Vormacht ^on den Bahnen des politischen Fortschritts abzudrängen.
Leistung durch einen bisweilen etwas variierenden Vorttag i Wien, Barcelona und München, auch die kleine goldene (z. D. „unde" für „uni/', „anebeten" für „anbeten" usw.) Medaille von Berlin.
Die beiden Damen, Fräulein Marie Bußjäger-1 ------
Hermann von Kaulbach f.
München, 9. Dez. Heute nacht y»2 Uhr ist Hermann von Kaulbach an den Folgen einer Gehirnhautentzündung gestorben.
Hermann v. Kaulbach war am 26. Juli 1846 als Sohn des berühmten Malers Wilhelm v. Kaulbach zu Akünchen geboren und wandte sich nach kurzem Universitätsbesuch ebenfalls der Malerei zu und wurde Meisterschüler von Pttoty. Die erste Aufmerksamkeit erregte er durch einige kleinere Werke, wie die Kinderbeichte,am meisten aber mit dem Bilde Der sterbende Mozart, das 1872 vollendet wurde. Im Jahre 1882 erschien das große Ge-
weihnachtroratoriuin von 3- $. bach.
Gießen, 8. Dezember 1909.
Weihnachten! Was liegt nicht alles in diesem Wort! Doch fühlen wir nicht die trautheimliche Weihnachts- inmmung, zu der weißverschneite Straßen und S^ujer, tare Kälte gehören, vor dem ewigen trubfinsteren Regen- fetter der letzten Wochen. Und wir sehnen uns, ^rvbr- Imgen wie die Kinder nach einem Zeichen, daß doch Weihnachten vor der Tür steht, daß Weihnachten i)t. G3 i t Weihnachten! Wir haben s heute ,vernommen: ,ZMichzri, frohlocket, auf, preiset die Tage! la),et das Sagen, Verbannet He Klage, stimmet voll Jauchzen und r^ochichke t et - V laben Chor und Orchester in jubelnden Akkordeni das Wech- rachtsfest heute in der ehrwürdigen ^tadtkirche vorgesungen, mb die fröhliche Gewißheit hat un» mit hellschmett ien und siegreichen Trompetensaiifaren teß lK^n Chor- Ützes wieder nach Hause geleitet, um uns nicht m hiz verlassen. Und dazwischen haben wir, rote in einem ^urer Hen Holzschnitt, das deutsche Weihnachtsfest vor. um, üdl Äerzichen lassen, in der epischen, nut
lapidaren Worten uns so vertrauten Erzählung de^Cvam eeliums, in der naiv-lyrischen Sprache der Arien und R z latioe, in den schönen alten, kunstvoll gesetzten^ Chorälen, mb, alles durchdringend und mit seinem l"
•6ei)tc erfüllend, in den Tönen de- Durers der ^ukunst, 40h. Seb. Bachs. Das Weih nach Moratorium , das in Gietzen -eute seine Uraufführung nach bald -00 Jahren erle h , ms Bachs schöpferischster, der Leipziger ^nas-Kantorgelt, -Mich und an Bedeutung das erste 1 einer dre 3J. ier hohen Kirchenfeste Ostern, Himmelfahrt und -Weihnachten tamponierten Oratorien, laßt wohl einen Berglech 0 ' I ' cud) Anklänge erkennen an das früher entstandene größte, ms ja wohlbekannte Werk des Meisters, die -
Mssion. Doch herrscht in dem Oratorium, dem Charakter !>es Festes entsprechend, das es verherrlichen will, di s Kae jubelnde Stimmung vor. Tie ^(en Jtuiimen bei Nasinstrumertte beherrschen die 3n|trumentation, deiteni) oder Stimmung malend die Oboe unb die Hirien- 'löte, bald führend und fortreißenb die Trompete mtt h
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das preußische Wahlrecht das Ausschlaggebende für ihr. rücksichtslose Parlamentstaktik war. - . .
Auch wenn die Wahlrechtsreform nicht durch ein feier- liches kaiserliches Wort dem Volke versprochen worden wäre, müßte sie kommen, denn ein Land, in dem Handel und Industrie, Gewerbe und Technik, Wissenschaft und Kunst rastlos der Vollkommenheit zustreben, und dessen Geistesleben längst die Führung in der Kulturwelt übernommen hak, kann nicht länger in einem Wahlrechtszustand Oer- harren, der den aufstrebenden Erwerbs- und Berufsständen den Weg versperrt, um sie an der Legislative tatkräftig mitwirken zu lassen. Die Thronrede spricht von einer „organischen" Fortentwicklung des Wahlrechts. Diese Form der Verheißung einer durchgreifenden Dersassungsverande- rung ist mit weiser Vorbedacht und staatsmännischer Klugheit gewählt. Damit wird klar gesagt, daß man an das historisch Gewordene anzuknüpfen und jedes radikale Vorgehen, das einen Sprung ins Dunkle darstellte, abzuweisen entschlossen sei. Mag man das preußische Dreiklassen Wahlsystem, das veraltet und willkürlich ist, auch noch so lebhaft kritisieren und bekämpfen, davon kann jedenfalls bei nüchterner Betrachtung niemals die Rede sein, daß Preußen ebenso extreme Experimente macht, wie einige Kleinstaaten, die für die Reichspolitik nicht in Frage kommen. Geschichtliche Erkenntnis und politisches Augenmaß drängen uns die Ueberzeugung auf, daß in dem politischen Leben eines großen Kulturvolks den allzu stürmischen Ntächten des Fortschritts gegenüber ein staatserhaltendes Gegengewicht vorhanden sein muß. Diese ausgleichende Kräfteverteilung, die den Traditionen des größten Bundesstaats entspricht, ist in Preußen dringlicher als anderswo. Wir wollen diesem Lande mit seiner rühmlichen Geschichte nicht die Führerrolle abstreiten, sondern wir befürworten nur Reformen, die sein Ueberaewicht auch für die Zukunft befestigen. Das zukünftige Wahlrecht, befreit von fernen plutokrcttischen Grundsätzen, die ein unerträgliches Heber- gewicht des ländlichen Grundbesitzes herbeigeführt haben, soll dem deutschen Geistesleben, den liberalen Berufen und der städtischen Intelligenz einen größeren Raum gewähren. Aber wir weisen es ftritt von der Hand, den preußischen Staat aus einer launenhaften Verstimmung heraus in die Arme des Demaaogentums hineintreiben zu wollen. Die Einführung des Reichstagswahlrechts in Preußen, gleichsam über Nacht, wäre ein unverzeihlicher Druckfehler der Ge-
Bremen und Frau Fischer -Maretzki-Berlin, erstere fjien schon wohlbekannt und geschätzt, fangen ihre Partien ansprechend und schön, Frau Fischer-Maretzki hier und d« mit nicht ganz ausreichender Klangfülle ihrer mmpathiscben Stimme; als besonders gelungen möchte ich hier aus der Fülle des Schönen nennen die Alt-Arie „Schlafe, mein Liebster", das Duett „Herr, dein Mitleid" und das herrliche, Terzett „Ach, wann wird die Zeit erscheinen!" Doch gegenüber der einheitlichen, geschloffenen Wirkung, wie sie die prächtige Ausführung hervorbrachte, scheinen mir weder Ausstellungen noch Hervorheben einzelner Teile anaebr herzlicher Tank fei vielmehr nochmals allen gesagt, uns die weihevollen Stunden bereitet haben.
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lriterschrist ohne erhebliche Bedenken heraegeben haben, itenn es ist nicht gut, wenn Politiker im Reiche sich allzu sehr mit den internen staatsrechtlichen Verhältnissen der Hnzelstaaten befassen. Eine gewisse Zurückhaltung ist hier grundsätzlich das Beste. Aber diese politische Arbeitsteilung Hal ihre natürlichen Grenzen. Eine Wahlrechtsreform in heften und eine solche in Preußen sind zwei ganz ver- chiedene Dinge. Preußen hat im Reiche die Führung und oll sie behalten. Von den 62 Millionen Reichsdeittschen ommen 38 auf den führenden Bundesstaat. , Was eine Lebensfrage für Preußen ist, das ist es auch für das ge- i.cmite Reich. Mit vollem Rechte ist das in der preußischen fcronrebe vom 20. Oktober 1908 anerkannt worden. Tort Jirb die „organische Fortentwicklung des Wahlrechts" als .eine der wichtigsten Aufgaben der Geaenwart" bezeichnet. Die preußische Krone befindet sich bei dieser Forderung in lieber einftimmung mit allen jenen Volks kreisen, die eine rgrarisch-tlerikale Vorherrschaft für ein nationales Unglück wetien. Die Geschicke dieses Landes dürfen nicht weiterhin )on einer kleinen Oberschicht der östlichen Provinzen, die ich nur um deswillen mit dem Klerikalismus verbrüdert Ui. um den verhaßten Blockgedanken 31t vernichten und am kulturellen Fortschritt zu hemmen, einseitig beherrscht 'em. Wir wissen, daß das neue Kartell, das ungesund tn rllen seinen Grundlagen und verhängnisvoll für das natio- nilc Ansehen des Reichs ist, niemals zustande gekommen wäre, wenn man nicht gleichzeitig mit einer unglaubllck fiioolen Erledigung der Reichsfinanzreform den ersten Berater unseres Kaisers, der als preußischer Mmisterpralldeni kttsonders verdächtig erschien, stürzen wollte. Dieser intrigante Coup ist dem Herrn v. veydebrandt und germenen Zentrumsdiplomaten leider gelungen. Für den politisch Letterkundigen war es von vornherein klar, daß Jur die
9?r. 289 Erstes Blatt 159. Jahrgang Donnerstag 9. Dezember 1909
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