Ausgabe 
13.1.1909 Zweites Blatt
 
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uns der Ungewißheit des Zustandetornmcns der Reichsfinanzreform als der Vorbedingung für eine generelle Revision der Beisldunis- orduung mivtt 3tanCr, den ein reinen Wünschen der B?amt'n- -ategorien für da> Etatsjahr 1909 materiell näher ui irrt- n. Gegenüber den Wunschn orr bcn Kategorien Der Hochbau au fi^h-.r und Dam meister angehörenden Boubcamrcn erkläri ich der Ans schuß bereit, auf Clrunb ixt vorjährigen Zusage der Regierung schon im Rahmen des norli-a -->-n ^auvtvoranschlags ein" Besser­stellung dieser Beamten anrustreben."

Im Anschluß an das 3tcuerkavital beschüftiote sich der Aus schuß nod, mit Kap. 17, 0 bei Rechn unaSkam m er, dcren f$tnt f;d) von 266 252 Marc au; 283 802 Mark cr^Jbt. Tiefe Erhöhung ist namentlich durch die Anstellung von 3 weiteren Be­amten (40 statt 38 Rcvisionsbeamtcn und 1 Gehilfen bedingt und itnirße nicht beanstandet Morgen früh erfolgi Fortsetzung der Etatsberatung.

Der Finanzausschuß der Er st en Kammer wird am Dienstag, 19. Januar, zu seinen Etatsberatungen zm'gm- nicn treten. Danach sind noch gegen Ende des Monats die gemein - jchaftlichcn Elatsbcratungen beider Ausschüsse und in der ersten Hälfte des Februar die Plenarberatungen jibet den Etat zu er* warten, die tm vorigen Jahr erst am 28. Februar ihren Anfang nahmen.

Deutscher handelstag.

S. & H. Berlin, den 12. Ian. 1909.

Tre Beratunaeu des Deutschen Handelstages wurden heute »drtgefeht Zunächst bekräftigte man sich mit einem nachträglich au< die Tagesordnung qeiehlen Thema, mit der zur Zeit aktuellen 'frage der A r be i t S f n m m e rn. Ter Ausschuß legte dem HanoelStage folgende Erklärung vor:Im Hinblick auf den von, BundrSrat beschlossenen und Dein Reichstage am 25. Rov. 1908 vorgelegten Entwurf eineS ArbeitSkammergesetzes qiebt der Deutsche! 'oandelStag seinem ernsten Bedauern darüber Ausdruck, daü den m | seinen Verhandlungen vom 21. März 1908 dargelegtcn schweren < Bedenken gegen die Errichtung von varitätisch zusammenaesetzien Arbeitskgminern leine Rechnung getrauen worden tft. Er hält daran feit, daß ein Bediirstiis nach solchen Einrichtungen nicht nachgemieien ist nnd bleibt der Ueberzeugung, daß sie wen davon entfernt Nutzen zu stiften, zur Verschärfung der leider bestehenden Gegensätze zwischen Unternehmern und Arbeitern beitragen und dcm sozialen Frieden entgegemvirfen würden. Aus diesem Grunde erklärt sich der Deutsche Handelstag von neuem gegen die Er­richtung von varilätisch zusammengesetzten ArbeitSkanunem."

B a br (i.'andsberg n. Ai.» beantragt, der Ausichußerklärung wlgende Zusätze zu geben ; 1. Dagegen erhebt der Handelslag ans Billigkeit- und ZweckmäßigkeilSgrüuderi keine Einwendungen da­gegen, daß der Arbeiterschaft eine auf gesetzlicher Grundlage be­ruhende Vertretung durch Schaffung von Arbeiterkammern gegeben wird. 2. Die Arbeiterkammern sollen nach örtlichen Bezirken ge- bildet werden, bei direkter geheimer Wahl. Die Konen sollen von den Arbeitern getragen werden. E. folgt die Abstimmung. Die Zusahanlräge Bahr werden abgelehnt, ebenso wird obgelchnt in namentlicher ^lbslimmnng mit 200 gegen 28 Stimmen ein Per- Mittelungsantrag von Mendelssohn i'-äetlin), der den ''Arbeite- tammern vor den Arbeiterkammerri den Vorzug gibt, wenn schon eine solche Vertretung geschaffen werden muffe. Darauf wurde die Erklärung des Ausschusses nut großer Mehrheit angenommen.

Ga s und (£ 1 c f 11- i } i r :i Berichterstatter ist Dr. Passa vant (Berlin. Ich bitte, das Oiescv a limine abzulehnen, durch­drungen von dcm Gefühl seiner llnönrronibrbnrtvit und weil sich andere Mittel jät den Bedarf des Staatshaushalts finden lassen werben. (BeisallI

Vrof'-'ssor Lepsin-:- Darmsta weist auf das Wachstum der <iuvLmbi)d)eit ionkurren; bin, die gerade in her Elektrizitäts- inbtifhic durch Ausnutzung der billigen Wasserkräfte immer bc^ deutender incvbc. Die großen El et» i i z itätsges ells cha fke n werden gezivungeu sein, bei Einführung der Steuer TochterGesellschaften im Auslande zu gründen. Dem Deutschen Reiche mürbe dadurch nickt nur bi-' wwlano Eleftiizitalsswu- r, sondern auch die B? tricbxft-cucr erngehen. Die Steuerbefreiung der elettrock-emisch-n Industrie erscheine wr allem al - ein-' unbedingte Rotwendigleit.

Eine Diskussion findet nicht statt. Der aus die Kraftsteuer bcsiiglidtc Teil der bereits mitgeteilten Resolution wird mit großer Mehrheit angenommen.

Rack einer kurzen Van,,' referierte von Mendelssohn (Berlin) über die SteueranfWein.

Der Redner führte aus, daß man fick grundsätzlich gegen die Besteuerung des Weins nicht ablehnend verhalten könne, gehöre die Weinstenw dock -*,u d'n eigentlichen Aufwandsteuern Die arundsätzliche Berechtigung der Weinsteuer erhelle umsomehr, nnmn man sich 'vergegenwärtigt, in welchem Umfange (Gegenstände des Genusses i>' Deutschland bereits ncrfh'iiert oder - ivas bei aus ländischen Ö'enusmitteln t<: Gleiche besagt - mir Steuern belegt tucrbrit und man wird sich bet hie. r Sachlage eher verwundern, n>eSsmlb das Reick nickst schon früher die Z1ome«menz ije*r>gcn bat, auck das Getränk des wvhlh>ti»enden Mannes, den Wein mit einem Beitrag zu den Kosten der Reichst' rwaltnng zu belegen, nur sind <-s Bedenken gegen hu* Form, die dem betr. Steuergesetzentwurfe eine starke <Gegnerschaft in weiten Kreisen erweckt und den Aus >ckus. de-: >?anpelstage<- veranlagt haben, bei Bollt'crsammlnng die vorliegende Resolution ui empfehlen. Ein praktischer Bor- ? - MnzerZ 'der beim Ueberoing in die v ich sie Hand mit der Steuer belegt werde. Irrig sei es, wen.it man annehme, daß gerade die Form der Flascki-isteucr die Abwälzung auf den Aoniuinenten fichere. Eine steuerliche Ungerecktigken sei es, wenn der (riitrourf dem Ausschank von Wein vom Faß und dem HauSabzug eine Vergünstigung in sofern unrenren will, als er diese Form des Geuusse-o entweder ganz pber teiltreiie von der Steuer freilassen will (Beifall.)

Korreferent Pätow (Hamburg' legt ebenfalls die Umnöglickkeit der ireplanten Fonn Der Besteuerung dar. Man sage in Sud- deutsctüand, die Weinstem'r »ei eine Erfindung der Rorddeutschen. Gr, Redner, frile bi" Aul 'siung nicht, aber man solle doch das Gefühl der Süddeutschen säwneu.

MeeSmonu Mainzs begrihibct dann einen Antrag der Rhei Nischen Handel->kamm'm, i < ine Besreuernng des Weines von Reicks wegen überhaupt verwirft.

Rach kurzer Debatte wird dieser Antrag in namentlicher Abstimmung mit 38 gegen 203 Stimmen abgelchnt, und die Rcn'lution he:- Ausschüsse - zur 2Ieinstener angenommen.

Steuer ans l'lnzei gen lieber hi«' geplant.' Anzeigen steuer referierte "^t'mpke.r -Lübeck».

Die Br ammlung nimmt debattelos die Resolution an, in der die Anzeigeiiurner venvorfeu wird.

einer Ih'oteft-

2lbgcorbnetcn besteht die liebe ?;cugu:tg, i -

iteüung von Posiafsistenten, die Eisenbalm- ltch zum Teil ans Siretfenarbcucrn

hrzahl der »jenen v und iSifenbnbn-

dfcnbabn*3ci<uttrt.

. V cLn Q b n und P o st a s s i st e u i e n. Der Vorstand heS Eifenbahnafiiftenten-Derbandes hatte sicii an den Ehci der vreutz,scheu l lienbabnverroohimg gewendet, nm seine Unterstützung ,mr Abwehr von Angriffen der Postassislenteu zu erbitten. Minister Breitenbach hat hierauf den BerdandSvorstand in besonderer Jlubwnj empfangen Hierbei gab der Minister folgende Erklärung Ni e .'einem Zweifel unterliegen, datz die d-cn!t- uche Tätigkeit der EiienbaimassiNcntcu ebenso zu bewerten in wie Poslwsisteiitei, r.e4halb ist auch regierungsseitig die gleiche Besoldung für beide Beamtenklaffen vorgesehen. An d.estrGleich «u 9xLV«b au» weiterhin festgehalten werden. W,e "ch dos Ergebnis der Vcrhaiidlnngen über die neue Bo lolbung-Sorbmmg ,ni Reiche und in 'Vreuöen gestalten wird, ist zwar nicht nut Sicherheit vorauSzujeben. Den (yiienbabnaiiutemen muß es aber genügen zu wissen, daß ihre berechugien Wünsche regieningsseilig unterstützt werden mib daß and) imrtdn.ge Aw gaben über den Wert der euenbahimh'.Mcntm an gcc-gneier Stelle werden rtchtiggesteltt ivcrben. Zur mbemfun oerimnmlung kann ichich: rate::. Sie ,-a1 'Scvanlaffung, denn in meinem Ministerium samten StaatSministermm und auch bet >

n hierzii auch kerne w'vobt n?ie im ge»

Ilmemen rekiiiticileu äußerte sich OMimfler

Breitenbach wie folgt: ,2ie Angabe, daß die Eft'enbaknraftistenten rinn großen Teil au5 ehemaligen Gtredenarbeitcm bsftanden, ist nicht zutreffend. Die in ein Drittel der Afsistentenstellen gelangeii- hen Unterbeamten besitzen in der Regel eine reckt gute tor- bilbung, und wenn e4 einigen wenigen Eijenbahnaiüstenten tat- 'ächlich gelungen ist, durch gute Befähigung imb Dückligkeit an? d:r Stellung cines Streckenarbeiters allmählich in die eines Eijen- bahnainftenten zu gelangen, so verdient das volle Anerkenmmg. Die Vorstellung, als werde durch solche besonders tüchtige Beamte oas Ansehen nnb die 'Bedeutung des Standes Herabgesetzt, ist völlig imiithtig." Der Minister bevollmächtigte den VcrbandSvorsland, eine Erklärung der EisenbaHn-Afsistentenschaft bekannt z»i geben. Vielleicht werden die Poitassistenten jetzt auch ihren obersten Chef um eine entsprechende Stellungnahme angehen. Hierzu fei noch bemerkt, daß ein großer Prozentsatz der rn Afsistentenstellungen ac- langcnhen Unterbeamten sich die Anwartschaft zum Bahnhofs- und Sberbabiibofsoorsteher erworben bat, daß ferner sich sehr viele m gehobener leitender Stellung bennben »mb nur wenige oorbanben finb, welche in bet Stellung emes Gnenbahnaffiftentcit verbleiben. ii'n-3 gewiß ein Beweis von deren anerkannter Tüchtiakeit ift

Sport.

Fußball. Tas am Sonntag angesetzte EntfckeidnngSiviek ber 3a. Klaffe des »Gießener Fußballklub von 1900 III" gegenTI arburger Fußballklub III- konnte leiher nicht ftattfinben, ba ber Schiebsrichter nicht erschienen mar. Beibe Teile einigten sieh baher zu einem Gesellschaftsspiel. Anfangs ist die Marburger Tlannschgft stark im Vorteil unb kann auch drei Dore erzielen. Erst gegen Enbe der ersten Spielhälfte kommt bie hiesige Mannlchast auf und hat in ber zweiten Soielhälfte bas Sviel vollkommen in ber Hanb. Bis zum Schluß ist bie Gießener Mannschaft sechsmal erfolgreich, wovon jeboch zwei Tore nicht anerfamit wnibon. Auch Marburg erzielte noch cm Tor, so baß bas Spiel mit 4:4 Toren unentschieden endete. Tas Spiel verlies fair unb in angenehm ruhiger Weise.

<Scrid>t»faaL

Berlin, 12. Jan. Das Schöfsengerüüb verurteilte.grstent den Raturheilknndigen Paul Mistelskl) wegen Be­truges und unlauteren Wettbewerbes zu 5 Monaten Gesängnis. In der Begründung Tyo5 der Vorsitzende hervor, daß der Angeklagte trotz seiner geringen medizinischen Ausbildung, zum Teil sogar absoluten Unkenntnis in medizinischen Dingen sich auf Tingr cin- lasse, für die seine Fähigkeiten Durchaus nicht ausreiefjen. In den Ank.'agefallen habe er durch falsche Borspiegslnugen die Patien-- ten getäuscht.

Die Witwen von Rnöbob.

Es ist gewiß der schönste Zug des menschlichen HerzenS, den Llrmen und Unglücklichen zu helfen und ihnen das schwere Leben zu erleichtern. Niemand wohl wird den armen Verunglückten des Erdbebens in Süditaticn sein tiefstes Mitgefühl eutgegenbringen, selbst wenn man über uns spottet und lästert, wie es der NeapelerMarino" in seinemTer Vierbund in Messina" überschriebenen Auf­satz getan hat. .Auch darüber wird sich der gute deutsche Michel htnwegsetzen und wird weiter helfen, obschon er bei sich selbst noch recht viel zu regeln und zu ordnen hätte. Auch andere Völker machen es ähnlich. In der Türkei ist eine fürchterliche .Hungersnot und der Staat tut fast nichts dafür, aber er sammelt für die Hungernden in Messina. Auch bei uns hat das schauerliche Erdbeben andere Unglücks­fälle in den Hintergrund gerückt, wie das Grubenunglück von Radbod, das in seinen schrecklichen Folgen immer noch nicht behoben ist. Es soll hier nicht davon die Rede sein, daß der König von Italien seinerzeit nur für die Italiener eine namhafte Summe gespendet hatte, nnb auch nicht davon, daß wir Deutschen nichts für Italien iun sollten, das mag jeder halten wie er will. Aber das soll erwähnt sein, daß das Hilfskomitee für die Hinterbliebenen der Spfer von Radbod in ganz eigenmächtiger Art über die freiwilligen Spenden verfügt und nach Gutdünken damit schaltet.

Am Samstag hat in Hamm eine Protestversammlung der Frauen stattgesunden, die durch das Grubenunglück auf der Zeche Radbod zu Witwen geworden sind. Man war mit der Verteilung der Gelder, wie sie von der Zechenverwaltung geplant wird, nicht einverstanden.

Ueberhaupt muß man sich wundern, so schreibt das Berl. Tgbl., daß es ein scheinend die Zechenverwal­tung ist, der man die Verteilung der gesammelten ein­einhalb Millionen anvertraut hat. Das sieht fast so aus, als hätte man für die von der Katastrophe be­troffene Gewerkschaft gesammelt. Es ist merkwürdig, daß man eine Verwaltung, die in dem dringenden Verdacht steht, ihre pflichtmäßigc Sorgfalt vernachlässigt zu haben, auch noch für die geeignete Instanz hält, die Entschei­dung über die Verteilung der gesammelten Gelder zu treffen.

Unter allen Umständen ist es wohl selbstverständlich, daß die Verwaltung nicht etwa ihre gesetzmäßigen Ber- pflichrungen gegenüber den Hinterbliebenen aus den frei­willigen Sammlungen auch nur zum kleinsten Teil be­streitet. Diese Sammlungen batten nicht den Iweck, die Bergherren zu entlasten, sondern der Rot der zahlreichen Hinterbliebenen noch über das gesetzliche Mindeftnkiß der Unterstützungen hinaus zu steuern.

Leider müssen wir darauf Hinweisen, daß die Ver­teilung der gesammelten Summen bisher recht viel zu wünschen übrig ließ. Einzelne Witwen mußten lauge war ten, efy sie überhaupt eine Unterstützung erhielten vor kurzem hatten jedenfalls manche' Witwen außer dem Sterbegeld von etwas über 100 Ml. überhaupt noch nichts bekommen.

Vor allem aber muß auf den Unfug hingewiesen wer­den, der in einer Ausschaltung der unehelichen Hinter­bliebenen eines verunglückten Bergmanns liegt.

Diese recht übertriebene Sittenstrenge ist "sogar wie wir behaupten dürfen, sehr gegen den Willen "der (Mer auf die freiwilligen Spenden ausgedehnt worden.

ES ist also nicht recht verständlich, wie die freiwilligen Gaben nach dem Knappschaflsstatut verteilt werden können. Man muß überall dort helfen, wo Hilfe not tut. Man sollte doch endlich einmal sich bemühen, wenigstens bei einem großen Unglück die Dinge menschlich zu sehen. Dazu gehört bann freilich, daß man sich den Blick für die Wirklichkeit nicht durch Bureaukratie und Frömmelei trü­ben läßt. . l

Verrrrifclite».

21 (t genug, um zu sterben. Die Prinzesfin Russo von Sizilien erzählt folgende Geschickte, die fick bei icm Erdbeben abspielte «Wir wurden durck oen Erdslos- geweckt. Ich sah, daß fid) die Drcke meines Zimmers spal­tete. Mein Mann und ich konnten aus dem Raume ent­

kommen, und wir liefen in den Hof unseres Palastes, wo wir unsere ganze Dienerschaft, mit Ausnahme eines alten Mannes, versammelt fanden. Wir liefen ins Haus zu­rück, um ihn zu wecken, er aber weigerte sich, aufzustehen. Er sagte, er sei alt genug, um zu sterben, und er lörmc gerade so gut durch ein Erdbeben wie durch irgend etwas anderes ums Leben kommen."

Die Verlängerung üerSchutzfrift u.-.Mufilalicnhanüel.

Ist die Verlängerung der bestehniden Sckwtzfriü ein Bchürmis nir den Mufikglieuliandrl und die m. - kalilche Welt? Tiefe Frage erörtert Ernst Clja llier f c n. Gieße n' in einem längrren.- in brrAllz. Buchhändler Zig." veröffentlichten Auffatze, bemf' trir folgende Ein^lheircn entnehmen:

..Tos Bestreben, die Schuyfrin zu erweitern, ist durchaus nicht neueren Datums. Schon bei dm Reichstagsderatimgen der Reiw7dn"nz des Urheberrechtes tx-nt 19, Juni 1901 lagen dahin«

Tie Fnitüye Bewegung, bic Schutzfrist auf 50 Jabre zu er» weitern, fanrant, soweit bet Mufikalienhandel in Betracht kommt, durchaus nicht a-s Kreisen ter Grv^verleger, fonbern wurde uindj die Genossenschaft der Komponisten, nachdem die ersten heftigen Wehen bei der Geburt ihrerAnstalt für musikalische»-' Aufführungsrecht" überwunden waren, aks nickstes Ziel gesteckt." Challier stellt fest, daß ine meisten betfteigewrndenen" Scköv- hingen selbst von ten zu ihren Lebzeiten hochongesehenen unb geschätzten Tonsetzern (es sind bereit 21 angeführt, die von 1901 bis 190Sfrei" mürben,, be'nr Ablauf der Sch'.ktzftist ihre Lebens­kraft entweder bereits völlig oorbren, ober, wo das nickt ber frall, doch fchon in folchem Maße eingebüßt batten, daß , die KvN- lurrenzverleger, die für das irgendwie noch Brauchbare stets einen sehr sicheren Blick verrieten," fick gegen das oben erwähnte Frei­gut sehr ^urüdlxtltenb zeigten und wenig oder nicht» nachdruckten. Gesamtausgaben ber Werb eines Komponisten haben nach Roß. Schumann 1887'. bi-' Konkurreniverleg'r übm-hauvt nicht unter-- rtomnten.

2lus den Darlegungen Elrallierö g.vi 'vobl zur Ok'nüge hervor, daß der größte Teil alles mir musikalischem bk&iete Geschaffenen vor dem Ablauf der bestehenden 30 jährigen Sckrutz- frist verblüht unb verblichen ist. Ein kleiner wertvollerer Teil aber, dessen Lebenskraft noch nickt ganz erfneben ist, blüht von neuem aus, wenn an diesem Termin dae- -um Gemeingut Ge irordene durch wesentlich" .Herabsetzung ber Preise in alle Schickten dringen kann. Eine Verlängerung von 30 tun 50 Jähre hieße auch diesen Teil vergilben lassen.

9htr Genies, wie Richard Wagner uitb Iohiiin^- Br ahme, die alle Zeiten nberbanern, trotzen jeder Sckutzftist, aber foldtc Großen sendet die Vorsehung nur 'tftlick. £?(> daher die Besitzer solcher Schätze ick denk' hierbei in letzter £int1 au die lpd> achtbaren Verleget utt daran tun, eines dock ebenfalls vorüber­gehenden Nutzens halber, für die Verlängerung ber Schutzfrist zu arbeiten und damit vieles Schön?, das ander? geschafstni, der Nachwelt rorzuenthalten, das zu beurteilen überlasse ick der Allgemeinheit, die sch?inbar offne Interesse der Sache gegen übersteht."

Mai mag sick zur -Frage der Sck'.itzrriswerlängerung stellen' wie man will, dock verdienen Ausführungen Effalliers, als die eines Fackunannes, beachtet nnb dist'.'äert zu werden.

Musik.

Nirwana betitelt sich eine recht ansprechende und leicht fpiclbarc Komvonlion für PianofarU', die ein Gießener Kom­ponist, E r u st F r i e d l c i »i, fodl'cn im Selbstverläge hat er­scheinen lasten.

6anO»cL

Wien, ll. Jan. Ter Rechuungsabluß der S e st c i r e i ch i s ch- ll n g a i i s ch e n Bank ^ergibt abzüglich aller Auslagen ein r eines Iabresertragnis von 21 237 Kronen; bie

österreichische Staaisverwallung erhalt cire Cuot* von 3 128361 KroNen, die ungarische eine Cnotc von 3 253 37h Kronen; hierzu kommt der Anteil an der fnufttozentigen Roienstcuer von 502 156 bozw. 525 583 Kronen. Tic Geiamtdividende beträgt per! Aktie 91 Kronen 20 Heller.

Kirchliche Hacbricbtcuu

EDLNgelische (ScmeinOc.

Toimerstag den 14. Januar, abends 8 Uhi, im 'A'iarttiofaal Bib e.lstund e. (1. Jobs., Kap. ö).

Pfarrer Schwabe.

Meteorologische ^eoboichtnngen

der Station (6icßen.

Januar

1909

Baromeicr auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Ieuchiigkeil

Relative

1 ßeitchtigfeti

f

Z

5

Windstärke

Wetter

12. 1 2?$

5.2

85

w

(

Sonnenschein

12.

742.1

1,6

4,1

85

s

KlarerHinuneh

13. 7?

743 1

0.4

4,8

90

s

2

r *

Höchste Temperatur am 12. Ian. bis

Niedrigste , ,12. , ,

I

13. Ian. = u- 5,9 6 C.

18. . =4 0 5- C.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Auzeigers. mitgeteilt von de- Bank für Hande) nnd Industrie. Gleisen.

Frankfurter Börse rcichsanleihe . . 9180 do.

3Konsol-, .... 04.80

3Xe/e Heesen 94.10

3j-je/e Oberhesben . 93.20

4 » Ungar Goldrente . . 92.90

4 94 Italien. Rente . . . 104 70 3?s Portußiesen Serie I . X 30

3 5» Portugiesen * "r 1 5>9 20

4 's e/e ms«.Staatt>an1. 1903 97 ]0

1 , Cour.Türken von 181 93.70

l'ürken'ose 148 00 I9e Grieeh. 3Tonopol-Anl. . 49 20

Je/, Mexikaner 'Ui.6O

Aktien:

Bochum Guss 224 60

Buderus E. W. . . 110.80 Tendenz: fest.

Herliner Borer, 13

Canada E. B 178.10 '»annstitdter Bank . . . 12S.3-) Dentscbe Bank .... 243. l'vi.ander-Lnion L. . . 62 70

Dresdner Bank .... 148.70 Tendenz: fest.

. 13. Januar. 1.15 Uhr

Elektnz. Labmeyct . . . 117.00 Elektriz. Sehncken . . . 116 80 Eichweiler Bergwerk . . 188 70 Gelsenkirchen Berjnvork . 191 70 Hanjbnrgr-.Awerik. PaketL 11270 Uarpev^r Bergwerk. . . 196 00 Lamra!) litte .... 200 00

bordd. Lloyd . ... 91.30

Obeischlee. P/isen-Industrie 97 00 Berliner Handelsfres. . . 169 50 DannstSdter Bank . . . 128 00 Deutsche Bank .... 242.90 Dentscb-3-iat Bank . . 135 00 Dibkonto-Kommandit . . 181.40 Dresdner Bank .... 14830 Kreditaktien . . . . 198.80

Baltimore* und Ohia-

Eisenlahn 109.70 Gotthardbahii. Lombard. Eisenbahn . . 18.40 oesten. Suaaisbabn . . . 145 20 Prince-Hcnri-Eisenbahu . 123.50

Januar. Aufanzrekurse.

Htrpencr Bergwerk. . . 195.1c Lanrabfttte 200.90 i.ombnrdcn E. B. . . . 18.30 Nordd. Lloyd 91.00 rdrkcnloie ..... 116.90