"(n j» und in Belfort diente er ctä -Leutnant der Artillerie. L* x llC>e n üum Hauptmann ernannt, 18'36 wählte man ihn ®aTÖe'-%€nsiat der Wissenschaften, und 1898 wurde er Lehrer miquno Uebungsschulc zu Fontainebleau. sßon 1900 bis 1904 mit ^igtc er in Nizza das 17. Regiment der Gebirgsartillerie, v. ^Tt 1905 war er Ritter der Ehrenlegion
Ferber stand ints Deutschen besonders nahe. „Mein Großvater^', so erzählte er Herrn Oberstleutnant Moedebeck, dem Herausgeber der ,Lllustr. Aeronaut. Mitteilungen", denen der Inhalt dieser Zeilen entnommen ist, „war aus Gießen nach Lyon misgeivandert. Es ist ihm daselbst sehr gut gegangen, und er hat Frankreich zu seiner neuen Heimat gewählt." Wir finden ja auch den Nomen Ferber jetzt noch in Gießen. Er selbst, sowie seine ganze Fcunilic hielten mit gewissem Stolz die Be ziehungen zu dem Lande der Herkunft aufrecht. Ferber sprach ausgezeichnet deutsch und ebenso mußten seine Kinber deutsch sprechen lernen. Er gehörte zu den ersten Anhängern des deutschen Flugtechnikers Otto Lilienthal und nahm auch seine ersten Flugversuche in Nizza mit Lilienthalschen Gleitfliegern vor. Es ging ihm am Anfang seiner flugtechnischen Arbeiten gerade so, wie unterem deutschen Grafen Zeppelin. Er wurde lange Zeit nicht verstanden und fast von allen, mit Ausnahme einiger Pioniere der Fliegekunst, als Träumer, ja als Narr betrachtet. Seine Arbeiten waren weit davon entfernt, gerade wie bei Zeppelin, durch die Militärbehörden ermutigt zu werden. Ferber war der zuständigste Fachmann für Flugtechnik, ein Theoretiker erster Klasse. Als Praktiker und Flieger hatte er nicht viel Glück, da er kurzsichtig und nicht sehr geschickt war. Vor allem war er Lehrer der anderen durch seine Arbeiten und seine Kenntnisse. Er war ein Flugtechniker im wahren Sinne des Wortes, er hat seinen Traum verwirklicht gesehen und den Aviatikertod gleich Lilienthal und Leföbvre unter dem Flieger gefunden.
Fr. Wm. Seekatz, Assistent an der Technischen Hochschule zu Aachen.
21 ns Stadt und Land.
Gießen, 12. Oktober 1909.
•* Tageskalender für Dienstag, 12. Oktober. Stadt- thcater: „Die fremde Frau". Abends 8 Uhr.
Lichtbildervortrag im Schiklub Wintersport: I. C. Luther über den Schisport in Deutschland. Abends 8V2 Uhr im Hotel Schütz.
Pfarrpersonalien, Der Großherzog hat den vom (Arafat zu Solms-Rödelheim auf die evang. Pfarr stelle zu Fauerbach (Dek. Friedberg) präsentierten Pfarrer Bal. Z a tz - m a n u zu Wald-Uclversheim, zurzeit Verwalter der Pfarrstelle, bestätigt. (Ernannt wurden Pfarramtskandidat Goethe zu Darmstadt zum Psarrvikar in Wörrstadt, Pfarrer Unverzagt zu Offenbach zum Psarrverwalter in Kirtorf, Pfarrverwalter Klingel hö ff er zu Hähnlein zum Pfarrverwalter au der unierten Gemeinde Offenbach, Pfarramtständidat Reichert zu Darmstadt zuist ersten Pfarrassistenten au der unierten Gemeinde Offenbach, Pfarrvikar Lenz zu Rohrbach (Dek. Büdingen) zum Psarrverwalter daselbst. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben die evang. Pfarrstelle zu Oppenheim, die evang. Psarr- stelle zu Winnerod (zurzeit mit der Verpflichtung der Mit- versehung von Saasen und Lindenstruth); den Freiherren von Aordeck zur Ztabenau steht das Präsentationsrecht zu.
** Erledigte Stellen. Die Stelle des Kreisgeometers des Kreisvermessilngsamts Zwingenberg. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer stelle an der Gemeindeschule zu Hassenroth. Dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg steht das Präsentationsrecht zu. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden.
•* Ausze ichnun g. Der Hessischen Han dm erbe r- Zentral-Genossenschaft, A.-G„ zu Darmstadt wurde auf der Ausstellung zu Wiesbaden für die ausgestellte Sonderabteilung von Motoren, ArbeitSiuaschincn und Werkzeugen bic goldene Meda ille zuerkannt. Auf die beteiligten Jabrrten entfielen außerdem noch 4 goldene, 4 silberne und 4 bronzene Medaillen.
** Hessische Staatseisen bah «beamte. Halbamtlich wird mitgeteilt: Auf befürwort inig Grvßh. Ministeriums der Finanzen hat der Preußische Minister der p ff en tlicl) en Arbeiten folgendes bestimmt: 1. Allen hessischen 'Slaakseisenbahnbeamlen, die im früheren Verhältnis verblieben sind, wird nochmals f r e i g e st e t l t, in das B e r- I)ä1111 i5 von Gemeinschaftsbeamten überzu- trete«. Pensionierte Beamte und solche Beamte, deren Pensionierung bereits eingeleitet ist, Eoinmcn hierfür nicht in .Betracht. 2. Jedem beteiligten Beamten ist zu diesem Zweck ein neues, fcl>riftliches Angebot unter Festsetzung einer Er- llärungssrist von acht Wochen zu behändigen. Macht der iBoamke von der Vergünstigung Gebrauch, so gilt einheitlich der 1. Oktober 1909 als Zeitpunkt des lieber tritt». 3. Das Angebot muß neben den sonstigen notwendigen Eröffnungen den Betrag des nach preußischen Vorschriften am 1. Ott oder 1909 zuständigen Di en st ein kommens und das Befoldungs- dienstalter für das weitere Ausrücken in den Gehaltsstufen enthalten. Die Ermittelung dieser Angaben ist unter der Annahme vorzunehmen, als wenn die Beamten bereits am 1. April 1903 unter den damaligen BerHaltnissen über» getreten und in der Zwischenzeit nach den Vorschriften der Gemeinschaftsverwaltung wie die Altersgenossen aufgerüctt wären. 4. Das nach Ziffer 3 zuständige Diensteinkommen ist den übertretenden Beamten vom 1. Oktober 1909 ab zu zahlen. Nachzahlungen für die rückliegende Zeit finden nid)t statt. Sofern einzelne Beantte seit dem 1. April 1903 dis zum 30. September 1909 nach hessischer Vorschrift mehr bezogen Ijabcu als für den Zeitabschnitt nach den Vor- schriste« der Geineinscl>aftsverwaltung zuständig war, ist l>ie nächste nach dem Besoldungsdienstatter zulässige Verbesserung als Gern einsd-afts beamtet soweit hiuauszuschieben, bis der Mehrbetrag durch den cinbehaltenen Gehaltsteil Ausgeglichen ist. Das B-esoldungsdienstacter bleibt von dieser Maßregel unberührt.
** Die Herbstzeitlose (Eantumnale L.) ist eine der giftigsten, fcl)ädlicl)sten und am schwers zu bekämpfenden llulrautpflanzen der Wiesen. Bei uudenem, kühlem Fpühlingswetter gedeiht dieselbe außerordentlich. Gerade in diesem Jahre sah man Wiesengründe, die vollständig überwuchert von dieser dunkelgrünen, saftigen Pflanze da standen. Ein vielfach angewandtes und sicheren Erfolg bringendes Bertilgungsmittel der Herbftz.uwse, im Volksmunde auch Mocke genannt (z. B. Muck'Stvicse bei Äch,umb0rn-Steinberg-, ist das, einige Jahre bei müßig feuchter Witterung zu wiederholende, Herausziel-cn der Pflanzen. Beim Herausziehen ist burauf zu acplen, daß der Stiel der Pflanze möglichst mit aus der Erde heraus gezogen wird. Wird das allerdings mühevolle .<>eraus- ziehen mehrere Jahre wiederholt, so versgulen die Knollen der Herbstzeitlosen in der Erde, und die Pflanzen sind ver sichlet. Etu weniger beschwerliches Betät-tpsungsmitlel der Herbstzeitlosen bepelst darin, daß der Landwii. iiiiuütteibar nach der ^»euaute den Schaspferch auf die Wiesen stellt.
Nur darf in einer Nacht nicht mehr als einmal fortgeschlagen bezw. dürfen nur zwei Ställe in einer Narbt gemacht werden; auch darf der Pferch nicht zu groß geschlagen werden. Bei mäßig feudjter Witterung ist der Erfolg ein recht guter. Die Schüfe treten mit ipren kleinen Füßen die Grasnarben fest zusammen. Tie Knollen der Herbstzeitlosen ersticken in der Erde, wozu der scharse, atzende Schasdünger wohl auch mit beitragen dürfte. In Gemarkungen, in denen dies Verfahren angewandt wird, sind die Wiesen so ziemlich von den Herbstzeitlosen befreit. Die (vrummetgrasernle ist auf den mit Pierchschlag überzogenen Wiesen gewöhnlich ausgezeichnet.
** m Gemeinoes rauenverein wird Pfarrer Schwabe morgen einen Vortrag über „Krankenpflege" halten. Auch Damen und Herren, die nicht Mitglieder des Vereins sind, sich aber für das so überaus wichtige Gebiet interessieren, |inb willkommen.
* Ter Verein der Freundinnen junger Mädchen hält am nächsten Freitag in WormS eine hessische La n b es kon ser e n z ab, in ber u. a. folgende Gegenslänbe dehanbelt werben: /DlrS. Butler, bic Vorkämpferin in ber Frauenbewegung unb Mitbegrünberin beS .Freunbmnen-VereinsV (Pfarrer Corrvoon-Frankfurt a. 9)1..) Die Fürsorge bes Staates für bie weibliche Jugend, insbesonbere bie obligatorische Forlbilbungsschule. (Frau Ge- heimerat Walz-Darmslabt.) Fürsorge für Fabrikarbeiterinnen. (Frau Baronin Hcyl zu Herrnsheim-Worms.) Tie Kellncrmnen- frage. (Frau Gehelmerat Jellineck-Heibelberg.) Ferner werben bie Berichte ber hessischen Lokaloorstehermnen erstattet werden.
** Stadttheater. Nochmals sei auch an dieser Stelle auf das morgige Gastspiel Adele Handrocks in Gabriele d'Annunzios „Gi 0 e 0 nda" hcngewiesen. — „Narrenglan z", ein Spielmannsdrama Rudolf Rittners, das am kommenden Freitag die Premiere an unserer Bühne erlebt, wird das besondere Interesse der literarischen Kreise in Anspruch nehmen. Das Werk, das vor zwei Jahren unter stürmischem, jubelndem Beifall am Berliner Schillertheater erstmals ausgesührk wurde, erobert stch jetzt sicher die deutschen Bühnen. Als ein urdeutscher Dichter tritt Rittner in diesem Werke, das schon in der Buchausgabe den größten Beifall erregte, vor das Publikum. Man spürt den Tropfen Herzblut, der in die von stark em dramatischem Leben erfüllte, wirksam fortschreitende Handlung gestossen ist und begeistert sich für den Helden, in dem der Autor eine Gestalt voll Feuer uno Kraft geschaffen hat.
** Besltzwechsel. Der Drogenhändler Aug. 9toll, Bahnhofstraße, erwarb für 62 000 Mk. das Anwesen des Konservators Zinßer, Roonsiraße 2, ohne den dabei liegenden Bauplatz. — Karl Zutt-Düsseldorf kaufte vom Kassierer Karl Möser bie Häuser Marburger Straße 56 und 58, bie früher zur Gebrüder Zutl'sche« Konkursmasse gehörten, für 93 000 Mk.
•• Die Karten zur Parseval-Landung. Bei ber Kartenausgabe zur Lanbung bes Parseoal-Ballons ist cm Mißverständnis entstanden, bas in ben beteiligten Kreisen Verstimmung hervorgerufen hat. Wie uns mitgeteilt wirb, war die Ausgabe von Karten für Erwachsene von 50 Psg. vom Luflstottenverein niemals beabsichtigt gewesen; sie ist anscheinend von einer Stelle aus mißverständlich verursacht worden, bie mit bem Vertrieb ber Karten beauftragt war. Den von bieser Stelle beauftragten Verkaufsstellen kann cm Vorwurf nicht gemacht werben, ist auch im Gieß. Anz. vom 9. b. M. cm Vorwurf reicht gemacht wpcbyn, ba sie Ben Stempel bes Lustslottenvereins' nicht besaßen, ihn also äuch nicht verwenden konnten. Sie haben unzweifelhaft bona fide gehandelt.
** Billige Kartoffeln. Dem Felbschützen in Dors- Gill wurden in der Nacht vom 10. auf ben 11. l. Mts. von seinem Aäer zwei Säcke mit Kartoffeln, die er auf bem Acker stehen gelassen hatte, gestohlen. Die Kartoffeln fanden iich hier in ber Wohnung eines Korbflechters vor, ber mit seinem Fuhrwerk bas Dorf in ber kritischen Nacht passiert hatte.
bin. Bingenheim, 11. Ott. Die hiesige Kirche würbe, nachdem im Laufe bev Sommers an der inneren und äußere« Wiederherstellung und Ausschmückung gearbeitet worden war, wieder feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Um V2- Uhr bewegte sich unter Vorantritt der Schulkinder und des Ober-Mockstadter Posauuenchors ein stattlicher Festzug vorn Südende des Dorfes zur Kirche, die nach bem Gesang des Liedes „Tut mir auf die schöne Pforte" geöffnet wurde, aber die Menge der Festteilnehmer kaum zu fassen vermochte. Der Gottesdienst, in dem der Dekan-Stellvertreter, Pfr. Hildebrand aus Echzell, und der Ortsgeistliche, Pfr. Wiegel, sprachen, wurpe verschönert durch die Mitwirkung des Gesangvereins, der ersten Schulklasse und besonders des oben erwähnten Posaunenchors. Um 4 Uhr fand eine zahlreich besuchte Nachver- sammlung im Münch'schen Saale statt, die unter verschiedenen Ansprachen, sowie de« mit großem Beifall aus- tjciiommcne« Darbietungen des Posaunenchors und des Gesangvereins einen harmonischen Vcrlunf nahm. — Die Wie- herstellungsarbeite« standen unter der Leitung des Architekten Kcrrl Christian Freund lieb zu Friedberg, der u. a. auch die kürzlich eingemeil)te evang. Kirche in Rockenberg erbaut hat. Zahlre'ia;e Gaben jetziger und früherer Gemeindeglieder ermöglichten die Erhaltung und Ergänzung der unter dem alten Verputze an der Decke aufgesundenen Malereien aus der Barockzeit, sowie die Ausschmückung der Emporen im gleichen Stile. Dadurch, sowie durch den Hellen Anstricl) auch oes Holzwerks hat das Innere der Kirche ein außerordentlich freundliches Aussehen erhalten.
h. Mainz, 11. Ott. Zu einer Messerstecherei kam es in der Nacht zum Souutag auf dem Kaiser Wil- Helm-Ring. Der LOjährige Schiffer Rudolf Eisner war aus einer Wirtschaft verwiesen worden. Als er darauf die Fensterscheiben einschlug, trat ihm der Schutzmann Lohs, der sich in Zivil befand, entgegen. Eisner versetzte ihm mehrere Mefsersliche. Der Vater des Eisner, der seinen Sohn beruhigen wollte, wurde zu Boden geworfen und erhielt 6 Meiscrsticve in den Rücken und Hals. Bevor es gelang, den Raj enden zu überwältigen, verletzte er noch acht andere Leute.
— Wetzlar, 11. Okt. Hier fand gestern euie gut besuchte Versammlung statt, m ber nach einem Vortrag von Dr. jur. M0llat aus Siegen eine Ortsgruppe bes Hansabunbeö für ben Kreis Wetzlar gegrünbet würbe, bie bereits weit über 200 MUglieber zählt. Zum Vorsitzenden würbe Generaldirektor Kaiser, z« dessen Stellvertreter Fabrikant 2L Pfeiffer, zum Schatzmeister Prokurist König und zum Schciflführec HandelskammershndikuS Dr. Rketschke gewählt.
w. Frankfurt a. M., 11. Ott. Pfarrer Wilhelm Baltzer i« Franlfurc Oberrad wurde zum Konsi- storialrat unö Mitglied des Konsistoriums in Frank' furt a. M. un Nebenamt ernannt.
Kassel, 11. Ott. Tic TyphuSepidemie kann nunmehr als erloschen betrachtet werden. Im ganzen sind erkrankt 305 Personen, von denen 10 gestorben sind.
Der letzte Tag der Zranksurler Zlugwoche.
Tns Wencr war gestern wohl noch präauiger als am Sonntag, und es batte sich wieder eine große Menschen- menge auf dem Platze versammelt. Auch unser Großher .og und mehrere andere Fürstlichkeiten batten sich wieder ein« gesunden. Tie foarrenbe Menge würbe aber auf eine barte Probe gestellt; keiner von den Fliegern wollte aus seiner Behousiing herauskommen. Endliä) nach 3l 2 Uhr ersä i-ü der Zweidecker von Nervö und würbe langsam nadi dem Startplatz an der Zeppeliuh?lle gef..^oben. Das Pl.b.rium halte nid)t viel Zutrauen zu ihm; es hieß, „der wird gleich nervös". Und nd)tig, naa)t>em sein Apparat längere Zeit über den Boden gehupft war, erhob er sich zu kurzem, niedrigem Fluge und ging auf der anoeren Seite des Platzes wieder nieder. Bei seinen späteren uncrmüdlia-cn Bersndien ging es ihm nicht besser. Er brachte es nur bis zu einer Wendung. Inzwischen war der kleine elegante Eindecker von Bläriot auf den Startplatz gebracht. Er erhob fiä? nach kurzem Anlauf leicht und graziös, umkreiste einige Male das Flirggelände zu einem Probefluge. Dann fuhr er noch zweimal für Den Höhensteuerungspreis. Dabei komile man die große Geschicklichkeit bewundern, mit bet Bleriot seinen zierlichen F.ugDMarat in der Luft tummeln ließ. Wie ein Vogel sck-otz er iiicocr und ging ebenso pfeilschnell wieder in oie Höhe, fuhr schöne Wendungen und Sdileifen, wobei einem bald die Breitseite zu Gesicht kam. bald der ganze Apparat wie eine Linie erschien mit einer Hervorragung; das war ber im Brustlorb ruchig unb sicher lenkende Fahrer. De Caters, der Sieger des vorigen Tages im Tauerflug, konnte bei diesem Wettkampf die Palme nicht erringen. Wohl kam auch er gut und leicht vom Boden und zog fid)cr seine Kreise in der Luft, aber der leid)! beweglichen Blvrio.sehen Frugmaschinc mui-te der weit größere und sd)iverfälligere Zweidecker de Caners nud)- ftehen. Auch bei der Schnelligleilsfahrl blieb de Caters hinter Bleriot weil zurück. Dem ebenfa.ls tonfnrricrenDen Euler erging es nicht besser als Nervö.
Tie Preisvetteilung.
Die Flieger erzielten jolgcnbc Ergeoniße: 1. Preis der Stadt Frankfurt a. M. (40 000 Mk.) Baron bc Caters, 2. Preis (10000 Mk.) Bl 6 riot; Höhen sreuerimgspreis, 1. Preis ge. stiftet von Krupp (10000 Mk.) Bl 6 riol, 2. Preis (5000 Mk.), gestiftet von der Polylechnifck.'eil Gefcllschasi, Baron bc Gateri. Den 1. Preis um ben fünf Kilometer. Wettbewerb (2400 Ml- Ale r i v r. Ten 2. Preis k^OO Mk.) be Caters, bc CatcrS erhielt insgesamt 7 Preise im Bcttagc von 47 500 ' Mk. BlL-riot erhielt ebeufalls 7 Preise im Werte von 23 900 Mk.
LMchifiahrt.
Tie Fahrt des Parseval nach Nürnberg.
Der ^Parseval" hat ijcute früh kurz vor */.6 llhe feine Fernfahrt nach 9küvnberg angetreten.
Wertheim, 12. Okk. Parseval pafüertc um 91/, Uhr unsere Stabt.
Frankfurt a. M., 12. Okt. Die Landung beS Parseval- BallonS wirb voratiSsichtlich nicht vor 2 Uhr erfolgen, ba die Fahrt durch heftigen Gegenwind verlangsamt wirb.
internationale Regelung des HutomobilDcrfebrs.
Paris, 11. Okt. In ocii Abräumungen oer Konferenz zur Regelung bes internationalen A u t 0 in 0 b i l v c r l c h r s ivird zunächst bu Ausstellung eines m allen Ländern gleichlautenden, für ein Jach gültigen Fah rtbe recht i g nngsscheines für die Auto» mobilfÄ)rer vorgesehen. Die Aucomobilc sollen so gebaut fein, daß Feuersgefahr sowie Geräusche und Rauchentwicklung aus cm Mindesttnaß beschrankt werden. Ferner euthälc die Abmachung Bestimmuugcn über eine gleichmäßige Ausrüstu « g der Automobile mit Sichcr- heits- uub Erkennungszeichen und verpflichtet die beteiligten Staaten zur Anwendung eines einheiuichcn Signalsystems auf den Fahrstraßen.
Das weiusah in alter und neuer Seit.
Im Spätherbst, zur Zeit der Draubcnlefc, müßen bie Fäßer bereit stehen. Sie sollen nicht wie das große S.vrM- bergcr Faß von Amur 1751 leer dleiben, sondern dem Wein, dem „ücbfLen Buhlen, ben ich Han," als.'.Hölzes Jiödlcür' dienen Jeder Weinbauer bat sich schon int August, spätestens int September mit ben notnxiibüjen Fässern für den neuen Wein vorgesehen. Em Faß richtig zu behandeln, ist nicht leicht . — wer cA nicht sauber hält, bringt den Wem zu Sstianhcn. Ueberhaupl muß Reinlichkeit in der Kellcrwirßchatt Grundiah sein Schon tn alter Zeit heißt es: „on Kelner jal vor der weinchren r>te faß, die leythen, bie Hubbel, bic wurtzlrogc, die schrot, b-.c bubben und bic logt’In bynben unb brüchen lausen " Leer gcnxirdene Fässer sind sosorl mit kaltem Wasser grünblid) aus-.uwasdxn unb nad) dem Auslaufen Les WafscrS zu ichwefcln Hierzu muß das Faß aufgefdüagcn werben. Bei großen Lagcrsäßern ist tat Auffchlagcn übcrs'lüß'ig, weil sie eine kleine Tue besitzen, ourck die sich ber mit ber Reinigung betraute Jüngling sogar hinein- zwängen tarnt. Steht bas Faß lange Zeit leer, so ist das Aus- schwefeln hin und wieder zu wicoerholen. Vor bent Gebrauch ist c4 zur Beseitigung Jbc» beim Einbrennen aogetropften Schweicll nodsmals auszmvaschcn, weil sonst ber Wein bnrdi Bildung von Schweselwafserstvß - Uten sehr üblen Beigeschmack erhält G- schimmelte Fäßer, für die der Lyriler schwärmt, sind bem Wein bauer ein Greuel, er ist eifrig bemüht, ben Schimmel zu ent fernen Das geschieht zunächst trocken mit ber Bürste und dann bürd' AuSwasdsen mit tattern Wasser, dem j:üt wenig Schwefelsäure zugcsctzt ist. Auch findet, wenn ber Schimmel gar zu arg ist. noch ein Ausfchivenlen mit schwefetfaurem Kalt itatt, dem zum Schlüsse ein nochmaliges Ausspülen nm kaltem Wasser unb Zusatz von Schwefelsäure folgt. Und mm bie neuen Fäsftr . . S'i- ohne weiteres zu benutzen, geht nicht an, denn das Q-idxmbol.;, mag aud) nod) Jo gut ausgclrocknet sein, enthält löslid/C Bestaiidttilc. bie Dem Wein sehr übel bekommen kön icn Solche Neulinge müssen zunächst ein halbes Dutzend mal mit kaltem Wa'ier, pa» man geraume Zeit ui ihnen «ehen läßt, ausgclaugt unb bann ebenso oft mit l-cißern Wasser ausgebruht werden. Aber guten EbAwein füllt der eriahrene Weinbauer in solches Faß nicht, sondern nur eine schäbige Sorte, denn das Hol; inus; sich erst mit dem Wem sättigen, sich gewoicmiaßen an ihn gewöhnen uno Die Fähigkeit vertieren, noch ug.iiD nulche lösnche Bestandteilk abzugeben. Tiefe saubere B-elandlung Der Fässer NTurzett in »ehr- tanfinbjährigcr Ersahrung, Denn Da-.' aus Tau bei» hcrgepcttie Fatz hat man sdwn zur Romerzett an Der Mosel bennpl Freilich, bie Römer haben ebenso wie Die Griechen Fässer nicht gekannt, lonbeni sich nut Den zerbrechlichen dol.a beholfen. Aber Die Gallier fertigten solide Fässer aus Hotzdaubeu, ihib oödimvabridj.inltd) haben sie Den Germanen diese Kunst übermuteü. Jur Kar.'tinger zeit blühte die Böttcherei in den Klöstern Zorm uno Bestcuw- tcile, die das Faß beim frühen Weinbau an der Mosel besaß, «nb ihm spater geblieben. Der unter Abl Gozbert zwischen 816 unb 832 gefertigte Grunbriß bes Klosters von St. Galten zeigt un Bier unb Weinbaus große und kleine Fa«er, Die auf starku Ballenlagen, ba. fogcmuuUui „Schwt", liegen, unb der s<


