Ausgabe 
12.10.1909 Erstes Blatt
 
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Dienstag 12. Oktober 1^09

ISS. Jahrgang

rftes Blatt

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H. Beck.

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Frankreich; größter Aviatiker Gießener Blut

. Während man in Berlin und Köln noch vor einigen Tagen die großartigen Leistungen der französischen Aviatiker bewunderte, trauert man in Frankreich um ben Tod eines Mannes, der weit über die Grenzen seines Vaterlandes in der gesamten Lustfchistre- welt bekannt war, um Kapitän Ferber, den Begründer der fran­zösischen Flugtechnik. .

Am 22. September stieg gegen 10 Uhr in Boulogne |ur Mer Hauptmann Ferber, der unter dem Pseudonym dc Rue flog, auf dem Flugfelde auf; ermutigt durch das schöne Wetter und die schnellen Fortschritte, die er in der letzten Zeit genrachr hatte, ließ er seinen Apparat, einen Voisin-Toopeldeckre, trotz des Nord­ostwindes von 710 Meter Stärke aus dem Schuppen bringen und startete um 10.07 Uhr leicht gegen den Wind. Rach einem Fluge von 1 Kilometer in gerader Linie begann er eine linke Wendung, slog aber leider nur in einer Höhe von 3 Metern und plötzlich wurde er durch einen Windstoß bis auf 2 Meter heruntccgcdrückt. Sein Apparat neigte sich dabei in einem Winkel von etwa 40 Grad. In diesem Augenblick berührte das Ende des linken Flügels die Erde, ein Teil der Erczelle wurde zer­brochen und Ferber versuchte zu landen. Er war noch etwa 3 Meter von einem kleinen Graben entfernt, der den Flugplatz begrenzt; die Räder liefen in den Graben bei einer Geschwindig­keit von ca. 45 Kilometer pro Stunde, der Apparat kippte und Ferber wurde zur Erde geschleudert. Er lourdc unter dem um- gestürzten Apparat begraben, dessen Längsträgcr ihm den Brust­kasten eindrückten. Niemand glaubte, daß der Unfall schioer wäre, beim Ferber staub allein aus unb sagte noch:Zu bumm, zu dumm, wieder einer zerbrochen." Aber bald wurde die Atmung be­schwerlich und trotz sofortigen ärztlichen Beistandes starb Ferber ohne einen Klagelaut um 10.45 Uhr infolge einer inneren Ver­blutung. Ferber war der erste Pionier Frankreichs in der Flicge- kunsl und Schüler des Deutschen Otto Lilienthal.

Geboren am 8. Februar 1862 in Lyon, trat Ferber mit 20 Jahren in das Polytechnische Institut ein. In Clremont--

emvfiebll . ;

Nr. 2 39/ Ter Gießener Änstig erscheint täglich, auße sonntags. - Beilagen: uiermal roöcbentlid) ZießrnerZamllicnblätter; ; zweimal wöchenll.UteiS- blotljütbenKrtis6tc5cn (DienStag und Freitag); jpeimcil monatl. Land­wirtschaftliche Seilfragen Fernsprech - Anschlüsie: nir die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse lür Tepeschen:

Nuzeiger vießerr.

Ausland.

Das Wiener Unterrichtsministerium genehmigte nunmehr die Abhaltung der von Professor Wahrucund an der Prager juristischen Fakultät a n g e k ü n d i g t e n Kollegs über Kirchen­recht.

Aus 58 n T a r c ft wird gemeldet: Die feierliche Eröffnung des Hafens von Eon stau za hat am Somllag in Gegen- wan des Königs und der Königin Valerie stattgefunden. Bei dem folgenden F-cstnral/le würdigte der König die Bedeutung des Hafens, der als wesentlicher Faktor der wirtscyastlia>en Ent­wickelung des Landes anzusehen und Gegensmnd nationalen Stolzes sei. Schließlich sprach der König die Ueberzeugnng aus, daß sich Conitanza in nicht zu ferner Zeit zu einem der wichtigsten Läsen des Schwarzen Meeres entwickeln werde.

Wie das türkische BlattSaoah" meldet, hat Rußland offiziell die Abänderung seines Vorrechtes für Bahnbauten am Schwarzen Meer besckchossen. Tie Verhandlungen sollen in Konstantinopel zwischen dem Minister des Aeußeren und dem russischen Botschafter geführt werden.

Welche Gegenleistungen Rußland von der Türkei verlangt, wird leider verschwiegen.

ike verreis

vr. Waste, Dr. Kl* r. Wagner, Dr. Blchi

aserarbeiien zvr E iaunasflebüube out Sen. Zeichne -r BauabreilMg wfr rat reicht, namB.Oklober.vm- »*« «*$ mabteibmg Wetzlar^,

^ch von i Uhr ab ftii*

905 800 5Nark entnehmen und weiter die letzten Reste aus -vorderen Jahren mit 1058 382 Mark aufzehren konnte; habet smd für Tilgung der über 400 Millionen betragenden eigent- licheu Staatsschuld nur 867 224 Mark ausgeworfen.

Es ist erfreulich, daß Fmanzminister Gnauth die *(p,itafion bekämpfen will, die im Anschluß an seine Er- ülarung über die Sleuererhöhung aLbaib in linlsliberalen greifen eii'.gcsctzt. Die amiiiche Erllarung ist umsomehr #u begrüßen, als man dem Leiter des hesiischen Finanz- aitinisteriums bekanntlich gewiß leinerückschrittlichen" Ten- Lenzcn nachsagen kann. Es wird rund heraus festgestellt, » die geplante S t e u e r e r h ö h u n g keineswegs mus Grund der Gestaltung der Reichsfinanz- deform eiutieten muß. Daß durch die Annahme der Äeich' erbschaftssteuer auch die hessischen Finanzen etwas profitiert hatten, ist ja selbstverständlich.

Sparen lautet jeyt die Parole. Wir haben eine Acrwa'-nngsreform für Hessen vorgeschlagen und finden unsere Anjicht auch in dem Mainzer Zentrumsblatt, dem ^Mainzer Journal", vertreten. Das Blatt meint, für die Grütze unseres Hessenlandes seien in der Verwaltung zu Piet Beamte beschäftigt, und das ganze System sei bei -.ms viel zu kostspielig. Das halten auch wir für richtig. Sehr zur rechten Zeit wurden soeben die Landtags:) ruck- achen über die Staatseinnahmen und -Ausgaben des Groß- lerzogtums im Fahre 1905 ausgegeben. Wir finden darin vollauf bestätigt, was wir an der hesiischen Haushaltung ils verschwenderisch bemängelt haben und mochten nur 'wünschen, daß man diese gedruckten Nanchietsungen noch­mals gründlich durchlesen möchte; gewtß wird man dann auf Ausgabeposten stoßen, die man billig hatte vermeiden müssen. Gerade für Verwaltungsfachen ist in diesem Jahre ',er Etat ost beträchtlich Überfällen worden, und habet leibt es dahingestellt, ob er mit der nötigen Sorgfalt ). h. mit den nötigen Sparsamkeitsrüchichten aufgeitellt oorden war. Das Staatsministerium überschritt seinen Voranschlag in manchen Stellen^ um insgesamt 692-1 Mk. Dann kommen aber hauptsächlich die Lokalverwaltungen. ?ie Provinzialdirektionen und K'reisämter gingen um 29819 Mk. über den Ausgabe-Voranschlag hin­aus! Diese Verwaltungsstellen verursachten in dem einen Jahre etwa 811110 .11. Ausgaben! Dann kommen die Vertretungs- und Reisekosten, bei Denen wir gleichfalls zur Sparsamkeit geraten hatten. Sie gingen im Etatsjahre 1905 um ca. 33 000 Mk. über den Voranschlag hinaus, der immerhin die beträchtliche Summe 3on 125 000 Mt. aufwies. Daß der Etar in Einnahme und Ausgabe dann im allgemeinen doch günstig balanzierte, beweist nichts. Das wesentliche bleibt eben, daß der ge­samte Voranschlag sparsamer aufgestellt werden fvckte. Man muß den Grundsatz aufstellen,~ nichts für eine eaajc aus- jiißcben, wenn man nicht weiß, wie man sie decken tonn, äann wird man mit den Steuerzuschlagen hoffentlich ab­rüsten können! __

Deutsches Aeich.

Der Kaiser nahm am Sonntag tm Jagdschloß Hu­bertusstock den Vortrag des Reichskanzlers irr. v. Beth-

ivczu gspre monatlich 75V!., jährlich Mk. 2.20; i Abhole- u. Zweigstelle monatlich 6o Pf.; durch die Post Alk. 2. uiertd- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal I5Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für ^Feuille­ton" und »Vermischtes^ K. Neurath; für.Stadt u. Land" undGerichts-

AUL der deutsch-sozialen Partei.

Die erweiterte Gesamt - Vorstandssitzung der Deutsch­sozia l e n P a r t e i bejcr.te sich am Sonntag mit der Angelegen- heil des Abg. Schack. Es wurde dazu einstimmig folgende Ent­schließung angenommen: r.

2er erweiterte Gesamtvorstanb der DeutschwSialen Partei erkennt banibar den Beschluß ber Vertrauensmänner des Wahl­kreises Eijenach-Drembacy vom 19. September 1909 an. Der Gesamlvorstarü) ist mit den Vertrauensmännern ber Ueber- zeugung, daß auf Wunsch des Herrn Schack und mit Rücksicht aus seinen Gesundheitszustand die Nieberlegung feines Reichstagsmandats unvermeibtich geworden ist. Sie wirb erfolgen, sobald die ärzttästn Beobachtungen abgeschlossen ftnb.

Zu der Angelegenheit des Abg. Dr. Böhme wurde be- W«nen, den M Vaytkrej.es . M^rbprg-

Fränkenberg-Kikchhain zu empsAen, Tr. Böhme zur lieber- legung seines Mandats aufzuforder n.

ZnsaomeBtllung/ «Llttdest,

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mittags"

Die ReichstagrersatzWüh! in Uodurg.

Die gestrige Reichstagserfatzwahl in Kob arg hat ein ebenso interessantes wie trauriges Ergebnis gel/abt. Die iozialdemokralische Stimmenzahi ist seit 190i um e.wa '-.,00 stimmen an gewachsen, während die Rationalliveraien und freisinnigen an Stimmenzahl entsprechend eingeoüßt Haven. Air verzeichnen folgende Meldungen:

K o b u r g, 11. Okt. Bei der Reichstagsersatzwahl wur-

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Zentrum H

Lothringer Block 12

Vgg. d. Lib. u. Dem. 4

Sozialdemokraten 1

Unabhängige 9

Btoik

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den dis 93/4 Uhr abends gezahlt: Für Fabrikbesitzer A r - nold (freis. Volkspartei) 2988 Stimmen, Quarck (9tat) 3317 Stimmen, Zietzsch (Soz.) 6004 Stimmen. Stich­wahl zwischen Quarck und Zietzsch gilt als sicher.

Ko bürg, 11. Okt. Nach dem Endresultat der Reichv- tagsersatzwayl erhielt Quarck 3460, Arnold 304l und Zietzsch 6185 Stimmen.

Für die bevorstehende Stichwahl sind die Aussichten für den nationalliberalen Kandidaten nicht sehr günstig; es müßte denn gelingen, daß die 3041 freisinnigen Wähler vollzählig an der Wahlurne erscheinen. Bleiben auch nur 300 Mann weg, dann bek)ält der Sozialdemokrat den Sieg. Der Freisinn trägt also eine große Verantwortung bei der kommenden Stichwahl. Es wäre ein bedenkliches Zeichen der Zeit, wenn dieser bisher immer im Besitz der Döationakliberälen oder der Freismnigen gewesene Wahl­kreis an die Sozialdemokratie verloren ginge. Bei der Hauptwahl 1907 erhielt der nationaltibem.e Kandidat Justiz­rat Quarck, ein Verivandter des jetzigen Kandidaten, 4437, der freisinnige Volkspart eil er 4128 und der sozialdemo­kratische Kandidat 4303 Srimmen. In der Stichwahl erhielt Justizrat Quarck 7852, der Soz'.aldemokrat 4,80 Stim­men. Bei der Stichwahl im Jahre 1907 hat also der Sozialdemokrat über 500 Stimmen mehr als bei der Haupt­wahl eriangt. Bei seinem Gegner, dem plationalliberalen, fehlten bei Der Stichwahl offenbar 700 Mann! Wenn bei der bevorstehenden Entscheidung wiederum ein paar hundert Freisinnige zur Sozialdemotra.ie achchwemen, ist der Wahl­kreis verloren. Hoffen wir, daß die freisinnigen Parteien alsbald i.a.chmck iu> z :r W. 1). des ir.:tiai .Lib:T.4Ln Kandi­daten auffordern werden!

Die staatliche BauMgieit in Hessen und ihre Zeigen.

Die im hessischen Staate in den vergangenen Jahren be­triebene überstürzte Bautätigkeit wirft bereits jetzt schon ihre Schallen. Hat doch das kleine Hessen in den lebten 10 Jahren! eine weit über seine Verhältnisse gehende Bautätigkeir entfaltet, Neubauten, Anstalten, unrentable Bahnen usw. in so rascher Auf­einanderfolge erstehen lassen, daß die hierfür erforderlich i: großen Summen auf die hessische Finanzlage unbedingt den ungmistigslen Einfluß haben mußten. Nicht zuletzt soll hier bic säst kranv- l^ite Neigung erwähnt werden, möglichst viel 2entn 1 alpjlegcroeric erstel-en zu lassen, wodurch oft unglaublich hohe Beträge zur Er­haltung und Renovierung fast wertloser Lbjekle erforderlich lvurden. Wenn schon unser kleines Hessen in klcnsllerischer Beziehung nut an der Spitze der Bundesstaaten marschieren will, so ist das wohl anzuerkennen; es sollte jedoch zu ermatten sein, daß sich bic Bautätigkeit eines Landes tvohl in erster Lüne nach seinen F-inanzen richtet, damit nicht so ungesunde Verhälllrisse einreißen, wie sie augeiwlicklich in unserem Hessen cingerissen sind.

Ein so wohlhabendes Land wie Hessen sollte doch vor allen Dingen durch qeiunbe oinanzverhälllusse als Musterslaat geltem

Zur Bewältigung ber technischen Arbeiten für die großen Bauprojekte hatte man neben dem akademischen Personal alle verfügbaren Lauaspiranten unb noch eine große Anzahl Privat- techniier I)erangezogen. Tie Folgen der KcnmnerVerhandlungen and -Teballen im vorigen Jahre mar die Einschränkung, \a teils vollständige Lahmlegung des gesamten Bauwesens und als weitere Folge die Freiwerdung eines großen Teils der Arbeitsrräsll auf den Bamimtern. Wie bestimmt verlautet, sollen nun alle Techniker unb die beiden letzten Jahrgänge der Lauaspirant«r ^zusammen elloa 40 Mann) infolge Arbeitsmangel bis zum, Früh- lahr nächsten Jahres aus dem Staatsdienst entlassen merben. Wenn man bedenkt, daß eine solche Matznahme Staatsdienst- antvärter trifft, die burchsaucilllich im Aller von 28 00 Zähren siehen, die Staatsprüfung schon im Jahre 1901 abgelegt haoen und bereits im fünften Dienstjahre sich besindm, so sragt man sich: Ist dies em All ber Gerechtigkeit, diese Beamten nun iuraer Hand auf die Straße zu setzen und dies m einer Zeit, in Wed* vixJfleidü imr eju-l.. kleinen Seit be: gelingen!

wird, wieder Stellung zu erlangen? Hat nicht 01 e R-.glerung i>ura) jene übertriebene Bautätigkeit diese Verhällmsse selbst, ge­schaffen?

Nicht nur die Aussicht auf Lebensstellung hat manchen ver­leitet, eine gut bezahlte Stelle aufzugeben und in den Staats­dienst einzutreten, in dem er in den ersten Jahren bei ber sehr lärglichen Bezahlung gezwungen ist, von seinem Privatvermogen zuzuschießen oder sich bas Fehlende burch Privatarbeiten zu ver­dienen, sondern auch die Maßnahme der Regierung, bic untre Androhung der Streichung von der Anwärterliste die Leute, bte sich den Eintritt in den Staaisdienst noch überlegten, gerade hierzu veranlaßt hat. Bei all diesen Verhältnissen steht letzt die Ent­lassung in Aussicht unb biese nach lims Jahren schmalen Vre- bienstes. Die Vergütung währenb ber Aspirantenzeit ist doch nur deshalb so gering, weil dem Anwärter die feste Anstellung unb spätere Pension in Aussicht gestellt sind. Der StaatSdienst- anroärler trägt somit infolge der geringen Bezahlung selbst einen Teil seiner späteren Pension, den bie jetzt mit der Entlassung Betroffenen verlieren würben, wenn eine nochmalige Einberufung in den Staatsdieiilft unterbliebe oder die Genannten einer solchen nicht mehr Folge leisten. .

Wohl ließe sich durch Verschiebung von Personal, durch Ver­wendung der dienstältesten Aspiranten für die Stellen im Kreis- bienst, durch Schaffung von Baukontrolleurstellen u. a. m. die geschaffene Krisis im Baubeamtenstand umgehen. _ Es ist dies auch die Hoffnung der Beteiligten, daß bie Entlassung und bie durch eine solche Maßnahme zu erwartenden, dem hessischen Staat sicher nicht zuni Lobe gereichenden, unausbleiblichen Folgen Nicht eintreten. _______

Aus London wird gemeldet: Von der Abmiralilöt wird die Bildung eines neuen M0 bi l ma chun g sd e p ci r te- ments angekündigt. Die an der Spitze dieses Departements und des Nachrichtretdepartements stehenden Lffiziere sollen mit txmt Hilfssekretär der Admiralität luitre dem Vorsitz des ersten S«lords einen ständigen Marinekriegsgerickstsliof bilden.

Infolge bre letzthin eingeircteneii verhällnismäßigeii Be­ruhigung in Täbris beschloß, naa> einer Pctresönrger Meldung, die r u s s i s ch e N e g i e r u n g, einen Teil iljrcr l r u p- pen abzuberusen und zwar vier Kompagnien Infanterie, eine halbe Kompagnie Sappeure unb eine Feldbattene. Es bleiben einstweilen zwei Kmnpagnien Infanterie, eine Bergbatterie und eine halbe Sappeurdompagnie zurück.

mann-Hollweg entgegen.

Auf das vvm Ehesreoacleur Langrost in Hannover in­folge der bekannten Beschlüsse des Alldeutschen Verbandes in Schandau an die königliche Staatsan­waltschaft gerichtete Ersuchen um Einleirung eines Ver­fahrens gegen den Rechtsanwalt C l a ß in Mainz, den Ehesredakleur Pohl in Essen unb den Rechtsanwalt Dr. Poetzold in Bremen wegen Hochverrats hat, wie dieBraunschweiger Neueft. Nachr." melden, die Staats­anwaltschaft in Dresden in ablehnendem Sinne geantwortet, da eine gegen die angezogenen Paragraphen verstoßende Handlung aus den Sck)anoauer Verhandlun­gen und Beschlüssen nicht hergeleilet werden kann. Weiler heißt es in diesem Beschlüsse: Soweit in diesen Verhand­lungen'die Frage der Erbfolge im Herzogtum Braunschweig verhandelt worden ist, kommen lediguch politische Auf­fassungen und politische Erwägungen, sowie Vorschläge, die auf diesen Erwägungen beruhen, in Befracht. Es fehlt aber durchweg den Erfordernissen derGewalt" im Sinne der angezogenen Gesetzesstellen. Gegen diesen ablehnenden Bescheid hat der Antragsteller Berufung bei der Oberstaatsanwaltschaft in Dresden eingelegt

Das Ergebnis der Nachwahlen für den elsaß- lothringischen Bezirkstag ist folgendes: Das Zentrum liegw in vier, die Unabhängigen in zwei, der lothringische Block in einem, die Liberalen in einem, ute Sozialdemokraten in keinem Bezirk'. Danach stellt s.ch das Gesamtergebnis für die Neuwahlen zu dem Bezirks­tage wie folgt: Von 36 VJlanbaien hatten inne r--r14--

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General-Anzeiger für Gberheffen

ür die Tagesnummer Notationrdrvck unb Vertag ber vrühl'schen Unlv.-Vuch- unb Steinbruderei R. Lange. Rebaktion. (Erpebrtion unb Druckerei- Schntstratze Anzeigenteil - ~

bis vormittags 9 Uhr. _____ Biorrmirw! 1 Hl 11 n 1 !I I II|- Iin J I-.TTTt

Die heutige Nummer^unfabt 10 Seiten.

Zur Zinanzlage der Grohherzogtumr hes?en

chreibt die amtliche .Darmst. Ztg.":

AuS den Mitteilungen zur Finanzlage des Großherzogtums, >ie bei Fmanzministre in einer bre letzten Sitzungen des Ersten Ausschusses bre Zweiten Kammer gemacht hat, ist ba unb dort )re Schluß gezogen worden, bie angetünbigte Steuer; r h ö b u n g wäre nicht nötig geworben, wenn bie > "ichsfinanzrefonn bie finanziellen Beziehungen ber Ounbesstaaten zum Reich nach den ursrnmnglichen Anträgen ber 3eri'.inbetcn Regierungen unter erweiterter Besteuerung ber Erb- (fmiten geregelt hätte. Dieser Schluß entspricht weder den Tat- achen im allgemeinen, noch den eingangs genannten Mitteilungen im besonderen. o

S^cnn schon in bre Sitzung bet Zweiten Kammer ber Lanb- tänbf vom 4. Januar b. I. eine Erhöhung des Ertrags der .ucEten Steuern um 25 bis 30 Prozent als nötig bezeichnet uorben ist zur Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt, ,ur stärkeren Schuldentilgung unb zur Aufbesserung ber miten usw., so war dabei allerdings bas Zustandekommen der lieichssinanzresorm nach den Vorlagen ber öerbünbeten Regie- ungen (einschließlich ber Uebernahme der gestundeten Matnkular- : ;träge auf das Reich) vorausgesetzt; die Gestalt aber, m ber iefe Reform schließlich Gesetz geworben ist, hat finanziell jur .ie Bundesstaaten doch nur den Nachteil gebracht, daß sie sich ür bie Verdoppelung bre öiatrifutarbeiträge unb bie Herab- iebnng ihres Anteils an ber beOhenden Reichserbschaftssteuer

m(e erwartet erholen können unb einem neuen Anteil n her von ihnen vorgeschlagenen, aber abgelehnten erweiterten Heranziehung ber Erbschaften für Reich unb Bunbesstaaten. iv;)cr, für Hessen jährlich rund 500 000 bis 600000 Maick be- tagenbe Ausfall zusammen mit dem in 1910 zu deckenden Fehl- -\;iag von über 500 000 Mark aus 1908 bedingt an sich nicht ic angekündigte Steuererhöhung, er macht es aber allerdings oraussichtlich unmöglich, mit beit erhöhten Steuern mehr zu icifien als bic Erfüllung ber beiben im Januar d. I. zuerit genannten Aufgaben (Herstellung des Gleichgewichts im Staats- i aushalt unb Sicherstellung einer besseren Schuldentilgung). Wenn j.'ne Ankündigung seinerzeit feine größere Ueberraschuug hervor- .erufen hat, so erklärt sich dies wohl aus dem Umstand, daß )Don der damals vorliegende, inzwischen genehmigte Haupt- ^vranschlag bet Staatsverwaltung für 1909 nur dadurch balan- cieti werden konnte, daß man aus dem Ausgleichsfond? nach