^schenswert gewesen Ware. Vom Großh. Kabinett ist Die
Auf der Zuckerfabrik
Ls
Jedenfalls wurde er gestern
Unter dem Vorsitze des Lehrers
für transportfähig erklärt Dort haben beide Herren
eimfiiibemen Löffeln, vermißt, iliibni!) gestohlen.
il. Sch otten, 10. Lkt.
inzwischen eingetroffenen Frau und nach Atarburg entführt, ihren Wohnsitz.
L. Friedberg, 10. Lkt.
„W e 11 c r au" hat der Betrieb in vollem Umfange eingesetzt. Massenhaft tommen mit der Bahn und mit der Achse die Zuckerrüben an, über deren Qualität als auch Quantität man in lcmdw. kreisen recht zufrieden ist. — Die Stadt Friedberg löste bei der Q b st v e r st e i g e r u n g für Obst um dec Stadt herum 3500 Ä, das Obst in der Feldge- niarhiug wurde für 2000 Mk. verkauft; also wurden weit über 5000 Mk. gelöst.
Bürstadt, 9. Oft. Vergangene Nacht brannte die ^ofreite des Landwirts Anton Keller mit Stallungen und Scheunen vollständig nieder. Das 2^ jährige Kind Kellers konnte nicht mehr gerettet werden und kam in den Flammen um.
w. Fulda, 10. Okt. Am 9. Oktober vormittags gegen 10 Uhr trat auf der Bahnstrecke Elm-Gemünden eine längere Verkehrs st örung dadurch ein, daß im Eberts- berger Tunnel bei Elm ein Gewölbeieil herabstürzte. Die Schnellzüge iuerden infolgedessen über Aschaffeuburg-Hanau geleitet. Ter Personenverkehr wird durch strnfteigen ans- recht erhalten. Llm 10. Oktober nachmittags 3 Uhr war die Störung beseitigt und wurde der Verkehr wieder aufgenommen.
r ,Dnse* kundgibt, ist in allen Kreisen unserer Künstelnde außerordentlich stark. Diese Gesamtgastspiele erfreuen 1)1 aber auch überall der größten Beliebtheit bei Presse und u jlifnm, denn sie bringen unS die „Größen- der Schauspiel- nit nicht als „Stars-, sondern umgeben von gleichwertigen antnern und innerhalb einer einheitlichen und stilgerechten
der Herinannschlacht.
** Ein seltenes Jubiläum konnte am Samstag
i'r Lergoldcr und Biloereinrahmer Johannes Euler aus Die jeck seieni, nämlich sein vierzigjähriges Jubi- kum bei der Firma E. L. Leib hier. Aus diesem Anlaß i. i )en dem Jubilar zahlreiche Glückwünsche und Auerken- ■ilii zen zuteil. Im Auftrag der Verwaltungsbehörde über- -Mi.'elte Kreisamts-Bureauvorsteher Schiff nie Glück- V- lische, während Herr Leib und die Mitarbeiter des Jubi-
ihm mit ihren Glückwünschen hübsche Gescheute uber- .ttiljten. Zur Feier des Jubiläums hatte Herr Leib die >( (.yäftsangehörigen zu einem Ausflug nach Frankfurt ein- Hti a ben, der zur allgemeinen Zufriedenheit verlief.
* * D i e 3. allgemeine Waninchen-Ausstel- Jm g war bester bcfajicti als ihre beiden Vorgängerinnen. 'M allen Teilen Deutschlands und auch aus Belgien, Hol- ' In i> und Oesterreich hatten die Züchter die Ausstellung ' itjdjicft, und so war nach Aussage Der Preisrichter die "KsWellung eine der reichhaltigsten und sie war außerdem "wl nur vorzüglichen Tieren beschickt. Besonders gilt dies ..Ki belgischen Niesen, Silber- und Russen-Kaninchen. Die 'Hs slellung gab Zeugnis davon, welch großen Aufschwung "k Lanincyenzucht in Deutschland genommen tjät. Wie .ÜijL Meintterzucht in den Dienst der Industrie gestellt wird, jigi i aus der uviellung für Felle, Leder, Schuhe und Peiz- :ipccen hervor. Unter oen zahlreich gestifteten Ehrenpreisen löid nben sich auch zwei Skadtehrenpreise. Die Ausstellung lAciLc am Samstag nachmittag durch den Gauvorsitzenden iitl Provinz Oberhessen, Herrn Schwall (Meßen) er- iifinKt. Von der Prämiierung sei erwähnt, daß Staals- «gkfcrpreise erhielten i Martin Schmoll (Gießen- und Gebr. tL.'Mann (Aitona); Stadtehrenpreise.- Wilh. Helwig tzMina-, Jakob Wächtersyauscr (Kbln-irhrenfeld); Steger- sUienipreise: I. Eroten (Aachen-, A. Knapp (Suderwtch), il Ätncr - Michelbach-, W. Wtx (Hamm); Ehrenpreise: jK Michel (Worms), G. Preis (Nieoer-Scheid), I. Böhm W imsheim), M. Schmoll (Gieszen), P. Staub (Milleibuchen), W i-ujier (Jiieo1, Fr. Weigcnice ^Fechenheim-; erste Preise: ebert (Gelnhausen-, H. Roll' (Michelbach-, A. Mehler MchZersheim-, M. Schm all iGleßen-, F. Äoaenyeim (Eschers-
K. Guttenberger (Gießen-, Christ (Kostheim) und iSLGotl (Gießen).
• • Im Schiklub Wintersport Gießen spricht Hmitogen abend im Hotel Schutz Redakteur I. (£. Luther MibÄrünchen über Schisport m Deutschland. 9täheres flSt;e Anzeige.
" Einen Mcnschenauflauf verursachte am Samstag biifctü in der Walltocsiraße eine Händlerin von außerhalb. ZI jyrau mürbe m polizeiliches Gewahrsam genommen und ifldnt es sich heraus, baß sie geisteskrank geivorben war.
• • Ungetreue Lauffrau. Tie Laujfrau eines hie- ji intim Kaufmannes wurde heute vormittag überführt, baß sie inml^ter Zeit mehrfach Waren aus dem Laden entwendet und mich ihrer Wohnung geschafft hatte.
’• Der erste Preis gestohlen. Auf der Kaninchen- iliii3|t!?[Iiing wurde heute morgen der erste Preis, bestehend
'Zustellung. Gerade diese Vorzüge des Ensembles erklären Ini großen Erfolg der Gesamtgastspiele.
"Vom Bürgerverein wird uns geschrieben: «Auf bÄ Eingesandt „Unsere Schulferien- in Nr. 237 des G. A., l'iu-ie aus zahlreiche an uns gerichtete Anfragen in derselben (ashe gestalten wir uns zu bemerken, daß der Vorstand des äüiigerucrcmä bereits in seiner ersten Sitzung nach den hrÄstferien (22. September) beschlossen hat, m beni bevor- kheenben Winterhalbiahr auch Fragen aus bem Gebiete des Imchgiil- unb Erziehungswesens unb darunter besonders die I Anordnung unserer Schulen zur Besprechung zu bringen. '..i» Referent ist bereits em in weitesten Kreisen bekannter fi udo geachteter Schulmann von auswärts gewonnen. Die I blr; Versammlnng ivird noch vor Weihnachten ftattfinben.
** Schlußseier zur „H e r m a n n s s ch l a ch t" - A u f - i. ; tuns. Die Mitglieder an der 19. Jahrhundertfeier der ii :lann)ö)lacht veranstalteten am Sonntag eine hübsch verlaufene Üstußfeicr aus dem d) i f f c n b c r g. Geh. Justiz rat Schmidt c > .erte die Schwierigkeiten, die sich der Aufführung anfänglich giMgcnstellten und pries die Verdienste Prof. Dr. Bern b ecks, :• iid) mit unermüdlicher Begeisterung seiner schwierigen Aus- $bs unterzogen hatte. Prof. Dr. Berndeck dankte den Mll- rcllmden und überreichte den .Hauptdarstellern hübsche Andenlen. jn Namen der Mitwirkendcn übergab .Herr S ch e l l h a a s Prof. L. Bernbeck ein Album mit den Bildern einzelner Szenen
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^)W SorrttiMT; tPerrMiung: DÄm n uni» Lang u.Vickr- hmuTiplvm: Ta- s ug fer besonders sckMr >nein ein Ehrendichv vmagcnden LeisüiW -stellungsobjekte w.te. g nachmiilags 4'Utzi erat Hofmann- Hai ? des Turnvereins. Gi )ie Ackerbau- und Geldpreise, lieber dr? Pius, der ans gcli rarfi. Cbflbduinipete Ebiiausftellung. hin Ausgaben gut gelöst and)f Aussteller hallen Klasse geboxte, \v. vA TÄ, w \vt MM t cmtzeriamMN, dück M Av'eliorten gdtt’ dsberger Reinette. Ä teilt, die einen Üuiiti von Lblt und Gt* ihr Verbreitung iintxi besseres geleistet werdet Lbslausslellung jehm :cini ist vorzüglich. M - n>ar sehr schon, ti; zeraten ist. Tr. holl'
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Tübingen.esl ternm'fnw^
Mitteilung gemacht worden, daß voraussichtlich auch dos 11 «ßherzogspaar die Veranstaltung besuchen wird, und auch Minister Brann hat sein Kommen in Aussicht gestellt. In e m 14 Tagen wird avermals eine Besprec.-ung statt finden,
terstütznng von Lehrern unb Lehrer freunden dringend bedarf. ' Der Voranschlag für 1009 10 wurde mit 2280 Mark in Einnahme und Ausgabe gutgehcißen. Vier Anteilscheine, die Hummern 284, 288, 239, 417, wurden zur Rückzahlung ausgelost. Anstelle des Hauptlehrers Ä. A. Storm, Butzbach, wurde Lehrer Gg. Dirlom, Meder-Esch- bach, in den Vorstaild gewählt. Ein sehr warm gehaltenes Rundschreiben von Rektor Backes an die Lehrer Hessens fand den größten Beifall.
Q Freiens een, 10. Okt. liniere gestrige Notiz von dem hier ausgebrochenen Breud kann dahin ergänzt werben, baß absichtliche Brandstiftung vorliegt. Wie die gerichtliche Untersuchung ergab, hat ber 16jährige Knecht aus Rache wegen angeblicher Mißhandlung von der Leiter aus bas Stroh in ber Scheune angezündet. Der Verhaftete wurde, da ihn eine schwere Strafe treffen wird, in das Gefängnis nach Gießen verbracht.
A Butzbach, 9. Okt. Der oberhessische Feuer- wehrtag, verbunden mit Provinzialfeuerwehrfest, ist von der hiesigen Feuerwehr auf den 13. Juni 1910 fest- gelegt worden.
s. Friedberg, 9. Okt. Heute nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr durchsuhr ein Automobil Nr. 1720 die Kaiserstraße in der Richtung nach Frankfurt. Vor dem Hause Nr. 150 rannte das Automobil — das Steuer versagte angeblich — gegen einen Straßenbau m. Die beiden Jnsasien flogen links und rechts von ihren Sitzen im weiten Bogen heraus, der eine auf das Trottoir, der andere auf den regenweichen Straßeubamm. Durch Hinzukommenbe wurden Die Verunglückten aus gerichtet unb in Die nächste gastliche Wohnung geführt. Aerztliche Hilfe war sofort zur Stelle. Lebensgefahr scheint nicht zu beilehen. Las Automobil fuhr lang)am, da offenbar ber Steuernbe erkannt hatte, daß irgeno etwas nicht in Ordnung war. Das Automobil konnte auf feinen Räbern zur Reparaiur fortgeschoben werden. Der eine Herr, der auf den weichen Straßenbamm flog, war nur leicht verletzt unb konnte sich schon abends bei einem Glase Sekt im Hotel Trapp von dem gehabten Schreck erholen. Der andere war in ärztlicher Behandlung unb lag zu Bett. Am Sonntag abenb würbe er von seiner
I» der (äinlabungcn an weitere Kreise ergehen sollen.
** D i e O ö fr e r n t e in ber G e in ar f u n q oi i c fj e n ■ trngt: Aepfel 150 Doppelzentner, Birnen 180, Zwetschen n'O Pflaumen 1000 unb Walnüsse ’ Doppelzentner: in der c m arkung S eh i f f e n b e r g: Aepfel 10 Doppelzentner, tarnen 3, Zwetschen und Pflaumen 3 und Walnüsse 3 2 !o apelzeninrr. Der Durchschnittspreis d?s Dopp.llz.'ntners i .ägt für Aepfel 15 Mk., Birnen 12 Mk., Zwetschen unb [jljiumen 2.50 Mk. und Walnüsse 15 Mk.
•• Stabil Heater. Das Interesse, bas sich für das cn. Mittwoch, 13. bs., ftatlfinbenbe ^Gioconba--Gastspiel ti' Berliner Künitler nut Eibele Sanbrock in ber Rolle
M'.rln, Offenbach, fand gestern die G-e n e r a l v er s a m m - ! mig des Vereins „Lehrerheim Vogelsberg" statt. UKli )en Ehrenoblnann Der hessischen Lehrerschaft, Rektor LLc!> s, Tarmstabt, würbe ein Begrüßungstelegramm ge- tiuir.t)Dem Jahresbericht entnehmen wir, baß das im letzten Sommer von Den Mitgliedern zahlreicher ibifiim je besucht würbe. Die Mitgliederzahl i]i um 87 ge- Mg'm. Das Heim würbe auf weitere orei Jahre an oie fexil rige Pächierin zum Preise oon 860 Mk. verpachtet. Slßci verschiedenen hessischen Firmen wurden dem Heime eirncSiilicye Zuwendungen gemacht, was von der Versamm- luK-g mit besonderem Danre begrüßt wurde. Fünf präch- Mxzzroße Bilder, vornehm, geschmackvot! eingerah.nt,,waren tabuer Emil Roth scheu Lehrmiltelanstair, ließen, gestiftet L.^iD in bem Saale wirkungsvoll ausgestellt. Tie Rech- r juug savlage durch Legrer H e l d, Schotten, bot ein omsi ckiches Bild, wenn auuf oie Lat jache oestehen Vleivt, ifsk Las Unternehmen auch fernerhin ocr entschiedenen Un-
sKs« rden- % ullgA
i nie?r(,,. soll i"1 L merbeiix ngeimrft
Ter^ k. .
Mm.
'K ^onariu^-^.' rtmer: £
»igeck. Ninu,
Der Höhepunkt der zranksurter Zliegerwoche.
Gießen, 11. Ott.
Während am gesttigen Sonntag in Gießen das Parseval'sche Luftschiff bewundert wurde, haben die Frankfurter auf dem Flug- selde der Ausstellung ein neues und eigenartiges Schauspiel erlebt. Der F-ranzose Bl6riot, der bekanntlich vor einigen Wochen zuerst den Kanal überflogken hat, der Belgier de Caters und andere Flugtechniker von gutem Namen wollten Tauerflüge um den Preis von 40 000 Mart witernehmen. Das Schauspiel war höchst spannend, und drei Stunden lang verharrten bie Zuschauer mit ungemindertem Interesse. Es war ein prächtiger, sonniger Sonntag, der dem geplanten Wettbewerb sehr günsttg war. Zuerst zog de Caters seinen Zweidecker aus bem Schuppen. Der Belgier, der in feinem einfachen braunen Wams wie ein gewöhnlicher Arbeiter aussah, wenn nicht der nachdenkliche Ausdruck seines Gesichtes den geistigen Arbeiter verraten hätte, war bei dem ersten Versuch nicht erfolgreich. Die Flugmaschine mußte nach 2 Runden auf den Start zurückgebrackst werden, und es schien, als habe de Caters heute wenig Aussichten.
durch einem kurzen, noch unglücklicheren Versuch Nervös — er konnte nur eine Halde Runde zurücklegen — ftieg gegen 4 Uhr Bl 6 riot auf. Der stattliche, lebhafte Franzose hatte schon zuvor Interesse an dem Mißgeschick de Caters gezeigt unb war, als er leichten Fußes über das Feld sprang, von den gespannt harrenden Zuschauern mit lauten Zurufen begrüßt worden. Dann bewährte er seinen Ruf. Der Motor surrte und puffte, das Flugschisf wurde wenige Minuten festgehalten, schoß bann los und ging schon nach wenigen Metern leicht unb elegant in die Höhe. Zwar flog Blöriot nur einige 'Dieter über dem Flugfelde, aber welche Sicherheit und Lenkfähigkeit trat dabei hervor! Während der Zweidecker de Caters' unb der andere ein kompliziertes und ein wenig plumpes Aussehen hatten, zeigre Bläriots kleines und zierliches Instrument fast die Mchbildung eines Vogels im Fluge ober einer Libelle. Die wenigen Teile seines Fliegers bieten nur eine einzige Fläche, abgesehen vom Schwarrzsteuer, bas an einem langgestreckten, feinen Gerüste wie ein Fischschwanz sich ausnimmt. Und vorn, im Brustkasten des Vogels, der klein, leicht und zierlich gebaut ist, sitzt ber kühne Luftschiff er, unb fein dunkler Oberkörper erhebt sich sichtbar über bem surrenden SDZotor, vor welchem der hölzerne Propeller feine im Fluge unsichtbaren Schwingen vollzieht. 'Jtcbcn den wohlgeformttn, schlanken seitlichen Flug flächen fiL't vor dem Drohn- noch die ebenfalls sehr feine, schmale Fläche einer Höhensteuerung. Mit ihr werden die Windstöße pariert, mck ihrer Neigung und Senkung schraubt sich das Luftschiff graziös zur Höhe hinan. Wie die Fittiche des Vogels, so sind auch die Flugflächen nach tunt leicht gewölbt. So ging es in wunderbar leichtem und sicherem Fluge die 60 Runden um das mit Signalen abgeftedte Flugfeld herum. 72 Minuten dauerte die ununterbrochene Fahrt! Enva 'Ju Kilometer in einer Stunde! Bald überzog Die Abendröte den loe strich en Himmel, und es war ein übernxi(! . mder Anblick, nie der künstliche Vogel sich am Himmel abzem>.^ oder über den dunklen Baumkronen des angrenzeiiden Wälda-ens zu schweben schien. Drüben, hinter
bem Bretterzaun des abgeschlossenen weiten Platzes, gegen Docken- Heim bin, erschollen die lauten Hurrarufe einer dichten, schwarzen Menge. Ta ließ der Frmrzose seiner munteren Laune freien Lauf. Bald streckte er den Arm zur Begrüßung hoch in die Lust, bald ließ er feinen Vogel wie einen Habicht über der Menge nieberschießen, um bann alle Besorgnisse mit dem sichersten Aufschwung wieder zu zerstreuen. Wenigstens eine Stunde sollte der ununterbrochene Flug bauern, um den hohen Geldpreis zu gewinnen. Bleriot steuerte nach 72 Minuten, indem er zuletzt in lwhcm Fluge weitere Kreise zog, nach seinem Schuppen zurück, wo er wie ber einzige Sieger des Tages begrüßt wurde. Aber obwohl die Sonne sich sck)on niederneigte, wollte de Caters seinen guten Ruf wieder Herstellen. Und er flog zur allgemeinen lieber« raschung nicht weniger als 77 Minuten, indem er allerdings nur 54 Runden zurücklcgtc. Aber da es sich um einen Tauerflug banbeln sollte, war der Erfolg der größte. Voll höck-ster Spammug wartete man, sich in Mutmaßungen ergehend, bis die Sonne entschwand. In der Dämmerung flog der wackere Belgier mit großer Sicherheit ruhig weiter. Wer wird Sieger bleiben? Als de Caters die Flugbauer seines französischen Kollegen erreicht hatte, ertönte stürmischer Beifall. Aber er
flog weiter, um seinen Wettbewerber noch um 5 Minuten zu übertreffen. Nun hat der Zweidecker — mit zwei übereinanderliegenden Flugflächen — zwar eine längere Fahrtdauer als Bleriot erreicht, aber die Eleganz und Manövrierfähigkeit des Franzosen ist ihm doch überlegen. Und Bläriot hat seinen Flug absichtlich, ohne Zwang, unterbrochen. So wird das Wettfliegen am heutigen Montag einem weiteren Entsck-eidungs- kampf enigegengeben, bem alle Welt mit höchstem Interesse entgegensieht.
UnLverfttäts-Nachrichten.
s. Marburg, 10. Olt. ÄtS Naa-iotg.r des in den Ruhestand tretenden Prof. V a r r e n t r a p p hat der (£.*- schichtsprofeffor Dr. Wilh. Busch zu Tübmgen einen Ruf hierher erhalten.
Arbeiterbewegung.
Frankfurt a. M., 10. Oll. xu angedrobte Holz- arbeiteraussperrung durch Jnnungsmeister crmcift sich als ein Fehlschlag. Von 380 Jnnungsmeiftern haben nur sieben: 2rJ M<mn ansgesperrt unb zwei 6 Arbeitern gekündigt.
vermischtes.
* Die Affenpädagogiw Ans London ivird berichtet: Vlit Ueberraschimg erfährt man, daß die verschiedenen Menschen- affen, die in den letzten Monaten in ben Zirkusmanegen unb in den Varietös zu seherc waren und die durch ihr menjchenähnliches Gebahren das Publikum verblüfften, fast alle aus der Schiile derselben Erzieherin flammen, die es sich zum Lebenszweck ge- mackft hat, Affen zu unterricksten und zu „bilden". Der Beruf, ben die in London lebende Mrs. Hamlyn enuäblt hat, ist übrigens ein sehr lohnender: von den 17 Zöglingen der Affenerzieherin haben bereits 7 Gehälter und Einnahmen, um die Minister sie beneiden können; der Affe „Peter" z. B. bezieht zur Zeit ein Wochengehalt von 6000 Mk. „Ich dressiere meine Affen nicht," so äußerte sich Mrs. Hamchn zu einem Interview, „ich „zivilisiere" sie nur. Ich habe nicht den El-rgeiz, Affen groß zu ziehen, die besondere Kunststücke vollbringen, mein Ziel ist, die Affen so zu erziehen, daß sie sich genau so benehmen, wie ein gut erzogenes Menschenkind." Dabei hielt Nirs. Hamlyn einen kleinen Chimpanseit im Arm, den sie erst kürzlich gekauft hatte. Er war genau wie ein Baby ungezogen, mit Schuhen und Strümpfen. Und demgemäß wird die kleine „Julie" auch behandelt; morgens um y29 Uhr muß sie aufstthen, frühstückt am Familienttiche, teilt alle Mahlzeiten mit den Menschen und wird um V?7 Uhr wieder zu Bett gebracht. „Einen Affen zu erziehen ist ebenso leicht und cbiijo schwer, wie die Erziehung eines fieinen Menschenkindes. Zunächst lehre ich sie, aus Der Tasse zu trinten, bann erlernen sie den Gebrauch dr's Löffels und schließlich das Tragen von Kleidung und Gegenständen. Zuletzt gewöhne ich sie daran, sich morgens täglich mit ber Bürste Die Zähne zu putzen. Wenige Wock-en genügen, um die nötige Autorität über die Zöglinge zu bekommen; ivas dann folgt, ist verhültnismäßig leicht; gleich einem Kinde tritt Der Nachahmungstrieb in seine Rechte und die Affen versuchen alles zu tun, ivas sie mich tun sehen. Einer begann sogar während meiner Abwesenheit von selbst die Treppen aufzuwischen. Aber ber fleißige kleine Kerl war noch ungeschickt, er wurde naß, bekam eine Lungenentzündung und starb unter meinen Händen." Einer ihrer klügsten imd aufgetoedteften Zöglinge war der Asie Jackie, der sich in seinen Mußestunden damit belchäftigte, am ^ochreibtiich zu sitzen und freilich recht mißglüette Schreibversuche zu unternehmen. Durchschnittlich braucht Frau Hamll-n 5 Monate, um einen Affen zu erziehen; daß das Geschäft sich lohnt, geht daraus hervor, daß die unternehmungslnstige Affenpädagogin bisher feinen ihrer Affen unter 2000 Mark verkauft hat.
itiarlie.
ic. Frankfurt a. M., 11. Okt. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen Der heutigen Fruchnnarktpreise. Weizen Alk. 22.70—22.75, Kurhessischer Mk. 22.70—22.75, tta Plata Kansas Alk. 23.00—24.75, Roggen (hiesiger) Alk. 16.90 bis Mk. 17.00 Gerste (Wetterauer) Mk. 17.00—17.50, Gerste Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.00—17.75, Kleie Alk. 00.00-00.00, Hafer 15.75—16.75, 'Mais Alk. 15.50—16.00, Weizenmehl Pik. 33.00 bis 33.25, 2. Qualität Pik. 30.50—30.75, 3. Qualität Mk. 29.50 bis Bit. 29.75, 4. Qualität Mk. 28.50—28.75, 9ioggeiuuehl 0 Pik. 25.00—25.25,1.Qualität Mt. 22.00-22L5, Weizenkleie Mk. 10.00 bis 2)ik. 10.25, Weizenschale Mk. 00.00—00.00, Roggenkleie Mk. 10.50 bis Pik. 11.00, Malzteune 'Mk. 00.00-00.jO, Biertreber 12,75—13.25. Alles per 100 Kg. ab hier.
ic. Frankfurt a. M., 11. Okt. (Telegr. Cr:g. - Bericht des ^Gieß. Anz.".) Amtliche Notierimgen der heutigen Vieh Marktpreise. Zum Verkaufe ftanDen: 533 Ochsen, 00 aus Oesterreich, 49 Bullen, 0 aus Oesterreich, 982 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 326 Kälber, 352 Schafe uno Hämmel, 1883 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegenlamm, 0 Schastamm. — Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 82—86 Mr., 2. Qualität 75—77 Mk., 3. Qualität 62—66 Mk.; Bullen: 1. Qual. 65—67, 2. Qual. 62—64; Kübe 1. Qualität 74—76 Mk., 2. Qual. 63—65 Mk^ 3. Qual. 51—53 Mk., 4. Qual. 00—00 Mt., 5. Qual. 00—00 Lik. Bezahlt wurden für das Pfund Schlacht- gew.: Kälber 1. Qual. 82-88 Pig., ^edendgew. 48—52 Pfg^ 2.Qual.72—76 Pfg.,Lebeudgew.45—4. pig., Schlachtgew.65—68Pfg., 5. QuallLebendgeiv. 40—42 Pi.; Schale : 1. Qual.Schlachtgeiv.76 bte 00 Pfg^ 2. Qual. 60—64 Pfg. Schweine: 1. Qtial. <9—80 Pf^ Lebendgewicht 62,0—62,5 Pi., 2. Qual. 78—00 Pi., Lebendgewicht 61,5—00,0 Pfg., 3. Qual. 72—77 Psg., Lebendgeivicht 00—oO Pfg. Geschäft bet Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh giu, UeberfianD gering.
Borausstchlttche Witterung für Hessen am Dienstag dem
12. Oktober: Fortdauer Der bestehenden Witterung. Nachts Ren.
Orrgrnal-DrahtmeLdnngen.
Tie Verlobung des Großherzogs von Sachsen-Weimar.
2B ei mar, 11. Ott. GroßyLrzogWilhelmErnst von Sachs e »-Weimar-Eis enachhatsichmitder Prinzessin K a r o l i n e Theodora von Sachsen- Meiningen verlobl.


