Ausgabe 
11.10.1909 Erstes Blatt
 
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Montag LL. Oktober 1909

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hergeiw, mdungen hiergegen tobcr 1909, 10>- Uhr,, .

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Anterwersung der Rifiabylen.

Nach spanischen Meldungen aus Melilla steht dort die Sache der Spanier gegenwärtig gut, da die Kabylen sich geneigt gezeigt haben sollen, sich zu unterwerfen. Da aber die Spanier schon einmal Siegesfeste ohne Siege gefeiert haben, wird man weitere Nachrichten abzuwarten haben:

Melilla, 10. Okt. Die Häuptlinge der Stämme von Nador kamen hierher mit der Erklärung, daß es ihre Absicht ei, sich ohne jede Bedingung zu ergeben.

Melilla, 9. Okt. In Nador hat sich ein Parla. mentär als Uebermittler eines Briefes der Führer der Kabylen- stämme von Nador und Barraks an General Marina ein­gestellt. Vor den General Oroczko geführt, erklärte der Parlamentär, die Lage der Stämme sei infolge M a n g els an Lebensni itteln und der schrecklichen Verluste in den letzten Kämpfen unhaltbar. In dem Gefecht vom 30. Sep­tember hätten die Mauren ihren eigenen Verwundeten ogar den Gnadenstoß gegeben, da sie sie nicht mehr in

Sicherheit bringen konnten.

vir rusfisch-türiische Annäherung.

Die türkische Sondergescmdtschast hat im kaiseckichen Hvslager M Livadia eine gute Aufnahme gefunden, wobei auch die beiden Minister des Auswärtigen sich unterhalten haben. Was dabei herausgekommen ist, läßt sich aus den üblichen Phrasen, die amt­lich aus Petersburg veröffentlicht werden, nicht ersehen:

Livadia, 9. Okt. Die tür k i s ch e S on d er g e s a n d t- schäft wurde heute vom Kaiser in Abs ch i e ds a u d i e n z empfangen. Die Mitglieder der Gesandtschaft nahmen,aus diesem Anlaß an einem Frühstück teil, lvobei Rifaat Pascha rechts vom Kaiser- saß. Nach dem Frühstück wurden Rifaat Pascha und Nazim Pascha von der Kaiserin cmFangrn.

Petersburg, 10. Okt. Die türkische Sondergesandtschaft verließ Jalta, um nach Konstantinopel zurückzukehren. Der türkische Minister- des Aeußern und General Nazim Pascha konnten sich durch den gnädigen Empfang, den sie beim Kaiser gefunden haben, von beu Gefühlen der Freundschaft des Kaisers für den Sultan und von seinen aufrichtigen Wünschen für das Wohlergehen der Türkei überzeugen. Im Lause der Unterredungen zwischen Rifaat Pascha und Iswolski wurde festgestellt, daß die beiden Reiche in gleicher Weise an der Aufrechterhaltung und Förderung der BeziehVngen der Freundschaft, des Vertrauens und guter Nachbarschaft interessiert seien. Dies gilt nicht nur für ihre politiscksen Beziehungen, sondern auch für dre bedeutenden wirtschaftlichen Interessen, die ihnen gemeinsam sind. Erreicht werden kann das nur unter der Bedingung, daß der Frieden aufrecht erhalten werde unb nur in diesem Sinne müssen sich die beiden Regierungen bemühen. Wie in der Vergangenheit so bot die kourtosievolle Mission Rifaat Paschas und Nazim Pasck-as, den beiden Regierungen Gelegenheit, noch einmal die Gefühl des guten Willens zu kräftigen, wovon sie gegenseitig beseelt sind. *

Konstantinopel, 9. Okt. In Erwiderung des vor einigen Monaten erfolgten Besuches einer Abordnung des bulgarischen Offizierskorps in Konstantinopel, haben die bulgarischen Offiziere, eine Abordnung des türkischen Oftizier- korps zu einem Gegenbesuch in Sofia eingeladen. Das Ein- wdungsschreibe-n betont die Freundschaft zwisck)en den beiden Län- bent, die durch die Gerüchte über Bandenbildungen nicht gestört werden solle. Der Besuch wird nach dem Beiranfest erfolgen«.

Konstantinopel, 9. Okt. Blättermeldungen besagen, her griechische Gesandte habe wegen des am griechischen Zizekonsul in Serres verübten'1M srdanschlaZ - bei der -Störte Vorstellungen erhoben. Der Großwesir habe die strenge Bestrafung der Schuldigen zugesagt.

Die türkische Presse bespricht die vomTemps' veröfsent- lichten Aeußerungen des Großwesirs über Aegypten abfällig. TieSaban" schreibt:Die ägyptische Angelegen­heit ist eine schwebende Frage. Niemand leugnet das, auch England nicht. Die Ottomanen vergessen ihre Rechte auf dieses "and nicht. Die gegenwärtige militärische Besetzung durch die Engländer- ist ein provisorischer Zustand, über den die beiden befreundeten Mächte sich verständigen werden, sobald der ge­eignete Zeitpunkt hierfür getomman ist/'

Der- Gr o ßwesir erklärt, seine A/eußerungen seien imTemps" ungenau wiedergegeben. Wie verlautet, hat die jungägyptische Partei das Protesttelegramm an den Großwesir gcfoniM. _

General d'Amade zur Disposition gestellt.

Die französische Regierung scheint sich darüber klar zu sein, welche Bedeutung den in die Oefsentlichkeit gelangten Vor­schlägen des Generals d'Amade beizulegen ist. Der General wurde zur Disposition gestellt. Vielleicht war dies längst sein Wunsch, und es werden Einzelheiten über das entscheidende Gespräch d'Amades mit dem Ministerpräsidenten veröftentlicht, die entweder selbst Mache sind oder auf eine Mache hindeuten. Bezeichnend ist es auch, daß die Zeitungen damit rechnen, daß Der General früher oder später wieder in den aktiven Dienst zurückkehren werde. .

Paris, 9. Okt. Ministerpräsident Brrand hat heurc früh den spanischen Botschafter empfangen. Der Kriegs­minister hat mit dem Ministerpräsidenten eine Unterredung über die Angelegenheit des Generals d'Amade gehabt. Vorher war General d'Amade vom Kriegsminister empfangen tvorden, um seine Erklärungen dort mündlich vervollständigen zu können. Nach dieser Unterredung begab sich General d'Amade ins Ministerium des Innern, wo er mit dem Ministerpräsidenten und dem Kriegsminister eine Unterredung hatte. Auf Grund dieser Unterredung entschloß sich der Kriegsminister, General d'Amade zur Disposition zu stellen. Im Saufe der Unterredung erkannte d'Amade die Authentizität des vomMatin" veröffentlichten

Sm hochverrairprozetz in Spanien.

Barcelona, 9. Okt. Vor dem Kriegsgericht be­gann heute im Beisein zahlreicher Zuhörer der Prozeß gegen den Direktor der modernen Lchule Ferrer. Der Richter erklärte, daß unter den bei Ferrer beschlagnahmten Papieren Dokuiiiente gefunden worden seien, die sich auf den Plan bezogen, Spanien zilr Republik zil machen, ferner mehrere freimaurerische Schriften und Briefe von Revolutio­nären, aus denen hervorgehe, daß Ferrer seit langer Zeit Beziehungen zu Revolutionären unterhielt. Im weiteren Verlauf des Prozeßes gegen Ferrer machten verschiedene Zeugen, darunter der Polizeidircktor und der Oberstleutnant Der Bürgergarde, belastende Aussagen, wonach Ferrer ein tätiger Anarchist sei uud die auftührerische Bewegung ge­billigt und unterstützt habe. Ferrer bestritt die Beteili­gung an den Unruhen und erklärte, daß er den politi­schen Parteien nicht angehöre. Er beschäftigte sich einzig und allein mit Uiiterricht. Die gegen ihn erhobenen An­klagen betrachte er als ein Werk seiner Feinde,^ die sein Ver- lagshaus veriiichten wollten, wie früher seine Schule.

Weitere Zeugen bMindep. daß Fer^r den Alkalden von Preniia von den Vorgängen in Barcelona unterrichtet und ihn aufgefordert habe, die Republik zu proklamieren. Ferrer habe ferner das Rezept zur -Fabrikation von Pulver erhalten. Hierauf versicherte Ferrer wiederholt, er habe während der ganzen Zeit der Unruhen sich verborgen gehalten, weigert sich aber, die Familie zu nennen und als Zeuge zu benennen, bei der er sich aufgehalten habe. Verschiedene Sachverständige glauben, daß gewisse Bücher und reoohihonäre Prokla­mationen von Ferrer geschrieben sind. Andere Zeugen be­haupten, daß von der Ankunft Ferrers in Premia an die Unruhen einen ernsten Charakter annahmen.

Nach Beendigung des Zeugenverhörs beantragte der Staatsanwalt gegen Ferrer die Todesstrafe, dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Einziehung des Ber- mögens des Angeklagten zur Schadloshaltung von Opfern der Revolution. Der Verteidiger Ferrers führte dagegen aus, man könne diesen nicht wegen derselben Handlungen ver- urteilen, von denen er in einem anderen Prozesse schon frei- gesprochen worden sei. Schließlich erklärte Ferrer selbst auf cme Frage des Präsidenten, man möge ihn wegen der letzten Ereignisse richten, ohne jedoch seine frühere Tätigkeit als Politiker hineinzuziehen. Er habe sich jetzt blos mit Unterricht und der Verbreitung allgemeiner Bildung befaßt.

Interviews an, zu dem er, wie er sagte, durch p>a triotisch > Besorgnisse veranlaßt worden sei. Er müsse jedoch ein gestehen, daß er aus der einem militärischen Befehlshaber zu kommenden Reserve herausgetreten sei. Briand erkannte in ferner Antwort die militärischen Eigenschaften des Generals d'Amade an und sagte zu ihm,, er habe ihm gegenüber eine Peinliche Pflicht zu erft'illen, er sei aber überzeugt, daß General d'Amade als Soldat, der der militärischen Disziplin unterworfen sei, die natürlichen Folgen seiner Handlungsweise auf sich nehmen werde.

Paris, 10. Okt. General d'Amade erklärte einem Re­dakteur desMatin": Es ist wahr, ich habe mich gegen die Dis­ziplin vergangen, aber ich habe eine Entschuldigung: ich dachte nur an bas Interesse meines Landes, ich glaubte, ja selbst den Sache des internationalen Friedens ju nützen. Ich dachte, daß ich da eine Pflicht zu erfüllen hätte, unb diese Pflicht erschien mir stärker als die Pflicht des Schweigens. Ich werde meinen Fehler ohne Murren büßen: ich werde stillschweigend und in ruhiger Stimmung die Stunde abwarten, wo ich Frankreich wieder dienen kann. Die meisten Blätter billigen rück­haltlos die Entscheidung der Regierung, welche im Interesse der Disziplin unabweislich gewesen sei, geben aber gleichzeitig der Erwartung Ausdruck, daß General b'Ainade halb ro i e b e * in den aktiven Dienst zurückberufen werben

Aus London wirb gemeldet: Der Schatzkanzlev Solid George sagte in einer Diebe in New Castle, aas B u b ge t sei Weber ein Angriff auf die Industrie noch auf bas Eigen­tum. Es müsse hervorgehobeu werben, daß der Haitbel sich günstig entwickelt habe. Die Gr u n b st e u e r n würben wohl wachsen, und daher erkläre sich die Gegnerschaft der Großgrundbesitzer gegen die neuen Steuern, gegen die Reichsverteidigung unb das Alterspensionsgesetz. Der Mi­nister erklärte weiter, bie Regierung wolle alle im Budget vorgeschlagenen Steuern haben oder keine.

Der Papst hat, wie aus Rom gemeldet wirb, am Sonntag 200 Pilger aus Köln empfangen. Der Führer der Pilgerschaft, Marchanb, verlas eine Ergebenhcitsabresse. In seiner Antwort äußerte sich der Papst sehr befriedigend über den Beweis treuer Gesinnung und dankte gleichzeitig für bie Segenswünsche zu seinem Jubiläum. Der Bischof von Straßburg und mehrere Prälaten wohnten dem Emp­fange bei.

Der serbische Kriegsminister Zivkevitsch ist aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten.

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Die parsevaüandung in Gießen.

Gieß.n, 11. Okt.

Jetzt hat auch Meßen seinen Luftschifftag gehabt- Zwar nicht Z. III, der auf seiner Rückfahrt aus dem Industrie gebiet unsere Stabt schnöberweise links liegen ließ, wohl aber ben Parseval, der ja nach seinem großen Bruder Zeppelin bis jetzt daS erfolgreichste lenkbare Luftschiff ist, und noch dazu mit einer Landung auf dem Trieb. Ter Ur­heber dieses Ereignisses war die hiesige Ortsgruppe des Lustflotteuvereins, die damit ihre öffentliche Tätigkeit in vielversprechender Weise begann und sich als ein bedeutungs­voller Faktor für bas Gießener Verkehrsleben erwies.

Heber die Fahrt bes Luftschiffes von

F-rankfurt nach Gießen geht uns von einem Teilnehmer an der Fahrt folgender Bericht zu:

Um 81/2 Uhr morgens verließ ber Ballon seine Halle. .Die Führung lag in der bewährten Hand bes Oberleut­nants Stelling, ber schon mehr als 70 Aufstiege mit dem Luftschiffe gemacht hat, und ber selbst bie Höhensteue- rung während ber Fahrt dirigierte. _ Am Steuerrad > staub Hauptmann D i n g l i u g e r. Außer.. zwei- Mechanikern nahmen noch fünf Passagiere an der schönen Sountagofahrt teil, darunter ber schwedische Ingenieur-Hauptmann Amund- son, der Präsident bes schwebischen Aeroklubs. Kaum hat bas Luftschiff bie Halle verlassen, da beginnen auch schon bie Propeller zu surren unb stolz und ruhig steigt bas Luftschiff empor, sogleich seinen Kurs auf Meßen zu nehmend. Balb ist das Häusermeer der Borstabt Bocken- heim überflogen und, ber Bahnlinie folgenb, wirb über Vilbel um 9# Uhr Friedberg erreicht. Eine herrliche Aussicht bot sich von ber Gonbel bes Luftschiffes. Der Himmel war zwar wolkig, aber bie Aussicht klar. Der Blick schweift aus ca. 150 Meter Höhe weithin über bas wellige Acker- und Wiesengelänbe, bas sich bunt wie ein Teppich ausbreitet, lieblich unterbrochen von ben zierlichen Dörfern unb Weilern. Im Herbstschmuck prangende Wälder werben überflogen. Schreiend flieht ein großer Raubvogel scheu vor der ungewohnten Erscheinung bes Riesendrachens. Auch eine Schafherbe, bie friedlich zerstreut auf einer Wiese weidet, wird durch bas unbekannte Geräusch ber Propeller in ^Schrecken gesetzt unb stürzt entsetzt davon. Aber auch bie Menschen geraten in Bewegung. In allen Orren, bie der Ballon überfliegt, eilen bie Bewohner aus ihren Häusern, sammeln sich auf Straßen und Plätzen unb winken ben Lustschisfern ihre Grüße zu. Besondere Eile hierbei zeigten die Besucher einer Dorfkirche: hoffentlich ist ber Gottesdienst durch ben unerwarteten Besuch des Lustschisses nicht ge- fiört worden. Zur Linken grüßt auf ber ganzen Fazn das Taunusgebirge herüber. So bietet sich den Luftreisenden ein immerfort abwechslungsreiches Bild, unb unermüdlich umherschauenb, achten sie nicht des scharfen und ziemlich fairen Windes, der durch bie schnelle Fahrt des Luftschiffes noch vermehrt wirb. In die warmen Mäntel gehüllt, blicken sie herab auf die schöne Gottesnatur und auf die armen Erdenkinder, bie nicht so glücklich sind wie sie, im Parseval- Ballon durch die Luft schweben zu können.

Kaum ist Friedberg passiert, da ist auch schon Bad- Nauheim erreicht. 9 Uhr 24 Minuten zeigt die Uhr an. Die Sonne bricht durch die Wolken, unb ber herrliche Babe- ort mit seinen neuen Kurhäusern unb seinen prächtigen Anlagen, die sich im Walde sortsetzen unb zum Gebirge emporsteigen, zeigt sich in seinem vollen Glanze. Da kann

von Dr. Anita Augspurg. Alle Liersammlungen sind öffentlich und unentgeltlich.

Neue Gesetzesvorlagen in Oldenburg sind für ben Landtag erschienen, ber im November zusammen­treten soll. Außer einer Vorlage gegen bie Verunstaltung von Ortsck>aften und landschaftlich hervorragenden Gegen­den handelt es sich um ein neues Schulgesetz. Wegen ber Verteilung ber Schul!asten zwischen Staat und Gemein­den war in ber letzten Landtagstagung ein Konflikt zwischen Regierung und Landtag aiisgebrocheu. Die Regierung er­klär te, baß sie dem Beschluß des Landtags auf erhöhte Bei­hilfen an bie Gemeinbeu zu ben Sch ul lasten nicht zustimmen könne, da keinerlei innerer Grnnb vor liege, die vor drei Jahren vereinbarte Verteilung ber Schul! ast en wieder zu ändern. Zugleich wird ber seit langem erwartete Entwurf eines Besoldungsgesetzes für bie Volksschullehrer angelüu- digt. Aus den übrigen Vorlagen ist noch bemerkeuswert, baß ber Abschluß ber Eisenb cchnbetriebslasse für 1908 ein sehr günstiges Resulta! ergibt. Die Gesamteinnahmen haben gegenüber dem Voranschlag ein Mehr von 820.710 Mi. er­geben; bie Gesamtausgaben ein Weniger gegenüber dem Vovanschlag von 52.178 Mk.

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Von ber in den Zeitungen gemeldeten Absicht, eine Reichsanleih e für die Balanziernng des nächsten Etats aufzunehmeii, ist, so schreibt das Wolff'sche Bureau, an den maßgebeuben Stellen nichts bekannt. Es handelt sich äugen- icheinlich nm eine Verwechselung mit ben im § 2 des Finanz- qesetzes vom 15. Juli 1909 genau bezeichneten Rückständen aus ben letzten Jahren, welche zu einem Nachtragsetat rem rechnerisch zusammengestellt sind, lieber bie Regelung ber Beträge sind Entschließungen noch nicht gefaßt.

Die Reichstagsersatzwahl rn Halle a. S. findet, wie jetzt festgesetzt worben ist, am 6. November statt. So berichtet die ,T?allesche Ztg.". Die Saale-Ztg." aber hält an ihrer Nachricht fest, baß nur bie letzte Halste des November für ben Wahltermin in Frage kommt.

^-ür bie Landtagswahlen im Königreich Sachsen find in den 91 Laubtagswahlkreisen nunmehr insgesamt 287 Kandidaten aufgestellt worben. Davon ent­fallen 89 auf bie Konservativen, ben Bund ber Landwirte, bie Mittelstänbler und bie Reformer. Ferner hat die Re­formpartei 5 eigene Kandidaten ausgestellt. 68 Kanbidaten gehören ber nationalliberalen, 34 ben beiden freisinnigen Parteien und 91 ber Sozialbemokratie an.

Die 3. Generalversammlung bes Deutschen Verbaubes für Frauenstimmrecht tagt vom 23 bie 26. Oktober in München. Die genaue Tagesordnung ist uunmehr erschienen, außer den üblichen Verhandlungen einer Generalversammlung stehen folgende Titemen zur Beratung:Politische Frauen und Sexualprobleme", Abele Schreiber:Die Reichsfinanzreform'", Tony Breitscheid; Das Wahlrecht ber Fi-auen zu den beruflichen Interessen­vertretungen", Dr. Elisabeth Altmann-Gotheiner, Rrioa,- xr dozentin, ' Mannheim ;Wird bie Beteiligung ber Frauen in am politischen Parteileben ber 9Jlä.nner bas Frauenstimm- 1 recht fördern", Reserat von Martha Zwetz Korrestrat

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Nr. Ä38 Erstes Blatt 159. Jahrgang

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