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grfefjetm tSgNch mit Ausnahme deS VonntagS.
Die „Stehener ZamiliendlStter" werden dem ‘jlruetfler* mermal wöchen"ich beigelegt, das ' Mreisblati für den Kreis Stehen" zweimal wöchenrl'ch. Di« ..Landwirtschaftlichen Leit- fragen" erscheinen monallich zweimal.
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UnurersuälS - Buch- und ©tembrudereu 9L Lange, Sieben.
Redaktion, Exvedttion und Druckerei: Schul- ftraBe 7. Expedition und Verlag: ^rSbl- Redaktion: «-TV11L. Lel.-AbroAntalgertLstßan.
werden. In privaten vornehmen Zirkeln spielt m.®n
in ihrem Urtext noch heute uni) zwar m snnf. bis fedfö Stunden mehrere hintereinander, wobei die Zuschauer, die die altertümlichen Worte nicht mehr verstehen, auimertiam das Textbuch lesen. Daneben hatte man wohl aber schon frühe Marionettentheater, in denen die Puppen nach Gesang und Shamisenbegleilung bewegt wurden. Aus No und Marionettentheater hat sich dann das Kinenpcki entwickelt, daS vor allem in der Proszeniumsloge^rechts vom Zuschauer die Shainisenspielersitzen hat, zu deren Spiel Zanger )cn Tert singen, der stets die aus der -öuyue gespielte Handlung wieder unterbricht. Tiden Gesang, Gidayn genannt, lieben bic Japaner sehr, sie spielen und singen ihn sogar ost zu Haust, ohne überhaupt ins Theater zu gehen, ^.akeda Zzumo und Ehikamatzu Monzaemon, Japans größte Dramatiker haben die meisten und berühmtesten Texte gc.chrlcben. Diese Art des ^heaterS stammt wohl aus den Anianaen des 16. ^ahrhunder^ und hat sich bis heute erhallen, obgleich ihr das neue idealer Shinenpeku ■ eit lb86 ungefähr, erhebliche Konkurrenz macht und wohl auch mit dem Schwinden des Verständnisses für alte Kultur, das Zn- tereüe für das alte Theater sich verflüchtigen wird, ebenso rote bei uns daS Interesse für Werke unserer Klassiker zu Gunsten der Machroerke mancher Hypermodernen schwindet. Cs ist interessant zu sehen, wie enge tue Entwickelung deS Theaters mit der Polttik verknüpft ist. Als in Japan die liberale Partei im Kampfe um eine BeriassungSgesctzgLbung startt», da rüttelte die ^dee der Freiheit besonders die Jugend ans. Soshis „tapfere Zunglingc sanden sich, die für ihre Führer durä)S Feuer gingen, ihr eigenes Leben nicht achtend, politijche Attentate verübten, politische ya- nattker wurden. Tie Negierung kämpfte vergeblich gegen einen loschen Stamm von Anhängern, der im ganzen Lande herumzog und seine halbverstandenen Phrasen in wilden Brandreden oor- brachre Um aber den Unterdrückungsversuchen der Regierung zu entgehen, kam ein Soshi namens Sudo aus den geschickten Gedanken, seine volitifchen Ideen im Schauspiel zu zeigen, und er spielte in Lsaha das erste politisierende Stück, ein recht, schlechtes Stück freilich, das aber doch daS neugierige Volk in Mafien anzog. Seinem Beispiel folgte dann eine ganze Reihe von Soshis, unter ihnen der später besonders im Aus.anü berühmt gewordene Ka- wakami, der, um ben Maßregeln der Zensur zu entgehen, das politiiche Spiel immer mehr verfeinerte, die spitzen Worte immer mehr tioiiLf.erte. Aus den Soshis reteuiurie sich der Ersatz des Saran, pielerstandes und aus ihnen heraus, ihrem Denken und Fühlen entbrechend, wurde daS neue Theater geboren.
spielten Männer Frauenrollen, ohne daß aber dadurch die Sittlich- eit der Schauspieler gerade besser geworden wäre. Dazu kam, daß man die großen Theater ihrer riesigen Feuergefährlichkeit halber scheute, und die Schauspieler so lange Zett unter Brückenbögen spielten, wenn der Fluß dort kein Wasser führte, bis man endlich Theaicrbauten erlaubte, sie aber z. B. m Tokio alle in einen Bezirk verwies. DaS vornehme Publikum dachte nicht daran, Theater zu besuchen, und wenn ein Samurai eS tun wollte, mußte es ganz heimlich und verschwiegen gwben.. tilg dann der amerikanische General Grand bei seinem Besuche in Japan auch das Theater sehen wollte, und es nach viel« Mühen auch durchsetzte. Damals iah ein großer Teil der Aristokratie Tokios zum ersten Male die Bretter, die für sie bisher eine verschlossene Welt bedeuteten, und von Dieser Zett datiert em Aufschwung deS Schausvielernandes. Männer, wie der Schriftsteller und Theaterbesucher Morita und der berühmte Journalist Fukuji nahmen sich seiner an und Schauspieler von einem Ruse wie ttikuporo, Sadanzi und vor allem Dansuro halfen durch da- Gewicht ihres Ansehens dem Stande auf,. In alten Schauspielerfamilien bildeten sich künstlerische Traditionen und künstlerischer Ruf. Immer noch bestanden die Truppen nur aus Schauspielern. Bon kleinster Kindheit an lernten sie den eigentümlichen Gona der japanifchen F-rau, ihr sich Geben und ihr Benehmen, und der Ersatz ist so täuschend, daß der Fremde, der zum ersten Male ein japanisches Theater besucht, erst in manchen Momenten an der Stimme den Mann erkennt. Daneben aber bildeten sich auch umgekehrt reine Schaufpielerinnentruppen, in denen die Frauen Männerrollen spielten. Noch heute steht ein solches billiges und stark besuchtes Theater, Misaktza, im Kanüabezirk Tokios Bis dann endlich mandje Polizeigcroaltigen daS Zuiammenspielen der Geschlechter gestatteten und Kumehochi, Japans größte, letzt 60- jährige Schau,vttlerin, zum ersten Male üt O,oka mit Männern jpicicn lernte. Insbesondere den Bemühungen der früheren Schul- lehrerin und späteren Schauspielerin Enio verdankt man ein Wachsen dieses Zusammenfpiels. Sie wie in ihren Reden immer daraus hin, daß es für die Jungen- beim modernen Schul- unb Militärzroang ganz unmöglich sei, den Frauengang und die Frauenbewegungen zu studieren, day gute Frauendarsteller insbesondere nach ihrer Militärzeit völlig unfähig seien, chrem alten Berufe nachzugehen. Tann gab der modernen Entwicklung von Japans Theaterwesen einen mächtigen Anstoß die Reife Äa- wakamis und Saba KalloS inS Ausland. Eigentlich war nur der frühere Soihi Äaroalami ein guter Schauspieler geworden. Er war aber noch ein besserer Geschäftsmann. In Amerika «kannte er bald, daß seine Frau Sada Yakko, eine trübere Geisha, der - -2Vt nahegestanden hatte, mit ihren Sünften gut zu
„Der gallische Hahn im Elsaß".
Die freisinnige „Bus,. Ztg." M dieser Tage einen Artikel gebracht „Der gallische Hahn im Elsaß nno der Klerus, in welchem schar,e Kritik an der Regierung des Reichslandes geübt wurde. Das Blatt schrieb u. a.:
„Das Franzosen^Tendnal, das man auf dem GaiSberg, dem durch dm Tod so vieler deutlicher Krieger gewachten Bcennpuntt exx Weißenburger Schlacht, demsck-erseits errichten zu las,en keine Bedenken getragen hat, besteht aus einem Ooelisken, von dessen 'rpche, in Erz gegosien, der gallische Halsti in das Land hinein fe;aut — selbstbewußt, herausfordernd. Dieser gallische £> 6 6 : 7A Elsaß — er wird gepflegt und gefüttertvomrömi- schen Klerus. Elsaß ist ehemals von den Franzosen dem Dcu.t,ck/en tRcidje lediglia, geraubt morden. Wiedergewonnen aber raben wir eS in einem seitens der Franzosen freventlich unb sru-ol rem Zaune gebrochenen Krieg mtt Strömen deutschen Blutes! DaS deutsd-e Bott, und besonders wir, die wir für die Wiedergewinnung d-s geraubten Elsaß kämpften, dürfen erwarten, daß richt wie zur Manieusstlschen Zeit in der Regierung des^ReiaI- jinbe der Geist der >saMche wieder auföomint, der Lchwack-- -Men die heute wieder so selvstbewußt, hoch- und übermütig auf» Eide Agitation zur Derwclschung des urdeutschen Wa-gaus. <in kraftvolle- Regiment, da- seiner schweren Ber- entroortung in erster Linie dem ganzm Reich und der Ge- l-mtoeit des deutschen Boltes gegenüber sich beivugt ist, haben vir im Reichslande zu beanspruchen."
Da« diese nationale Forderung in einem linksltberalen Platte steht, ist doppelt errreulid). In ihrer letzten Nummer «;ibt die „Boss. Ztg." nun die Ausführungen eines Pariser
Briefe aus Japan.
Don Dr. Fritz Wertheimer.
IX. Das japanische Theater.
„Laßt alle Hoffnung fahren" — man kann es wohl ruhig -ebem sagen, der nach Japan kommt und da em traumqaftcs Märchenland zu finden hofft. Er hat Lafcadw .HearnS phantastifche Lustschlösser gelesen und sich mit dem schreibgewandten Autor immer nehr in Illusionen cingekapselt, er Hal den unmöglickwn Pierre Loti auf sich wirken lasten, oder PueeiNis „Madame But ersty vielleicht aber noch Sullivans „Mikado" oder gar Die „Gei,ha «ehört und weiß es nickit anders, als daß er em Traumland, eine aeue-Welt unerhörter Schönheit und Scltfamkeit finden mm,e.
LaSgiate oem fperanza! Ihr, die Ihr Phakttasten als Bor- Leitung und Studium benutzt habt, werdet Nnden, daß die taube Wirklichkeit Euch in ein Arbcttöland fuhrt, m dem Bushido, Suddha und Götterglaube ihren fc eilig entern an einen neuen Äott, den Mammon abgeben mußten. Es hat für ben feinfühlenden Uesthetiker sicher nichts Erfreuliches, das fetzig« Uebergangsstadiurn )apan-, von der nicht mehr in der Seele sitzenden und nur noch ihren äußerlichen Formen nach bekannten, aber eigenen und alten Kultur zu einer neuen, noch in ihren Wurzeln nicht verstandenen m beobachten. Da gibt es unzählige Halbheiten, L>chiefheitt.n, Zehler unb Mißverständnisse. Und da ist es erfreulich, daß es veniastens noch einen Ort gibt, an dem man alte S-ttten und gebrauche, alte Diltur studieren kann, das ^^^t er. Allerdings meine ich nicht daS Shinenpeki, das modernere Theater, das schon europäische Manieren annimmt, und neuzeitliche Sittenstücke und Dramen aufführt, sondern das alte, daS Kmenpeki, das historische Stücke bringt, wie zum JöniPiel "E
Erzählung von der heldenhaften Treue der 47 Koruns, der Ba fallen, die ihren Herrn und feinen unfchuldig erlittenen Daratici Tod rächen. Da ficht man die alten Kostüme von schauivielern getragen, die aus uralten Schau!vielerfamilien entstammen uno denen traditionell daS Gefühl für die Kultur t^r "^gangenbcit im Blute sitzt. Cb sie nun mtt schauderhafter Realisttk oataiin begehen, oder Scherzworte sagen in Mimik und ^vEroen, gewahren sie wenigstens einen Blick in jenes geheimnisvolle der altjapanischen Kultur, die uns sonst so ver,chloi>en blciot.
Das japanische Theater hat eine interessartte Bergangmheit, die ich hier nur in knappen Umrissen schlldern rann. Seine Uranfänge verlegt man zurück in religiöse Tänze, die em Thorge,ang beglettele. Diese gingen bann in daS No über, Tramaiume Heldengeiänge, bie hold im Freien, halb auf einer primitiven Bühne ebenfalls von einem Chor begleitet, vorgetragen wuroen und nicht mtt Unrecht dem aii^n griechischen Drama verglichen
Blattes wieder, um daraus ebenfalls bie oben geäußerte Forderung nach einem kraftvollen Regiment abzuleiten. Die Parrser Wochenschrift „Le monbe iUnslrö" hatte nckmlich il a. geschrieben: . ..
„In die hinreißendtn Klänge der Marseillaise, die die Bevölkerung des Elsaß so lange nur zähneknirschend habe vor sich hinsnmmen dnrscn, durste sic nun" — bei dem Ertönen derfeloen am Denkmal mit dem gallischen Hahn —- „einige Minuten lang aus voller Kehle mit einstimmen. Das E11 aß ist noch im mc r und trotz alledem französisch! Man hat Ls von den anderen Provinzen losreißen, man hat eine tünftlidye Grenz« ziel-en können, aber die Herzen sind uns . treu ergeben geblieben, und als (au? dem Weißenburger Schlachtfeld bei der Enthüllung des Franzosendenkmals - unsere Deteraucn mit wehenden Fahnen an diesem Denkmal vorübermarschinten, das den für ua-5 X3atcr» land Gefallenen errichtet wurde, da zitterte der Boden Frankreichs (!!) unter ihren dröhnenden Schritten, ^zhr habt um dieses Denkmal lampsen müssen, ilyr zäl)en, mutigen Elsässer; ihr lyabt darum kämpfen müfien, daß der ftugeri)d)c und kühne galliid)« Hqhn da oben auf dem Denkmal feine Sdüviiigen ausbretten konnte, von n>o er weit hinaus seinen hellen Ruf ertönen läßt, den Ruf der Hoffnung aus eine sd)önere l>Norgenröte ... Auf der »slratze riß man sich um die dreifarbigen Kokarden, die junge Elsästermncn in Nationaltracht feilboten. An den Fenstern flatterten blauwcißc und rotblaue Z-al-nen — eine List zur Umgehung des Polizei- l>cfel>ls, der franzvfische Fahnen verboten halte."
Man erlennt, jo schreibt mit Recht die „Boss. Ztg. dazu, auch aus diesen Ausiasimigen, daß sich Deulschland weitere Franzosendenkmäler innerhalb seiner Grenzen verbitten muß. Heraussordernb. wie sie gesetzt und enthüllt werden, gefährden sie nicht nur das fried- liche Gedeihen der Reichslande, sondern auch ben Frieden zwischen Deutschland und Frankreich.
politische Tagesschau.
Die neue englische tzlottenstation.
Nie wir schon kurz meldeten, beabsichtigt bie britische , 'bmiralitat eine Flottenbasis in der Nachbarschaft von c av a -Fl 0 w auf ben Ortnev-Jnseln für einen Tc.l der icirncurflotte zu schaffen. Der tzafen ist fünfzehn en g- ifche Meilen lang, acht Meilen breit und wird durch J umliegenden Inseln Pomona, South-RonaldShay, Dur» i;n Walls und Hoy gebiwet. „Die Absicht der Admiralität i • ihre Politik der Nordseekonzentration Ku krönen und die 'or d see abzu sp err c n", jagt der „CbfctDcr". „Mtt in Scapa-Flow ftai linierten Heimatsslotte wird die ,ordsee im Falle eines K- ieges mtt einer nordeuropäischen i?acfat einfach ein brttischer See. Keine Seemacht, bie Leutschlanb innerhalb der nächsten Jahre Herstellen *inn wird die Flotte von 16 Schlachtschif.en, 10 Panzer- । -cin'ern und 48 Torpedosägern durchbreä-en, die die volle amwe im Dienst stehende Mack>t der Heimatsslotte bar- ilellen. In einem auf die Nordfee beschränkten Krieg würde („tr brili|d)e Handel vollständig sicher fein, wahrend der unseres Fsuides leidyt unterdrückt werde-, könnte."
,Datty News" erklärt, in der Lage zu sein, die ton nerrn vom Rath erzählte Geschichte, daß während otr Doggerbank-Afsäre englische Unter) ec boote den Befehl I »rhallen hätten, jedes die deutschen Gen-llfer verlassende .rutsche Kriegsschiff zu zerstören, absolut zri dementie- , en Bevor von güifelanb eine Entschuldigung eintraf, i;ahe man sich in London für gewisse Möglichkeiten geratet „Die Flotte traf Borberellungen, nougenfallS bas runijehe Geschwader unter Roschdjeslwensiy aufzuhalten oder l]t ben fernen Osten zu verfolgen. Nach Dover wurden Unterfeebooie gesandt, aber es x\l vollkommen unwahr, datz naendwelche Ährttre gegen Deutschland unternommen oder >aß solche abscheulichen Befehle eueilt wurden, wie Herr »om Rath behauptet." k .
Es hatte Aufsehen erregt, baß, während bte übriger englischen Schiedsgerichts-Verträge wieder au liuf Jahre abgeschlofien sind, der Mit Deutschland nur nuf ein Jahr verlängert wurde. Auf eine Anfrage der nalischen FriedenSgefellfchaft hat Sir Edward Grey nun ■eamroortet, daß zur Zeit der Verlängerung erwogen wurde, -ewiise Zufütze in den Vertrag einzufügen uno daß bie >'iiin(i|d)e Regierung sich seitdem für die Ausdehnung deS ?ü)ioinmens auf bie volle Zeit von fünf Jahren ent* | f Rieben habe.
bie Anmaßung des Agrariertums zusammenschließen mühten. IN den v-m Bunde hcrauögegebenen Richtlinien werde, fleiagt, datz der Bund für die Gtt'ichberechtigung aller Erroerbsstande emtrete. Man dürfe dem Bunde nicht Unehrlichkctt in seinen Worten Dor- wersen und ihn nicht verdammen, bevor man von ihm Taten gesehen habe. Der konservative Abgeordnete Stroßer (BreSlach beruft sich in einer Verteidigung seiner Fraktion darauf, datz k- gerade die konservative Partei gewcsm fn, die Angehörige de- Mtt'rlstandes in den Reichstag geschickt habe, rote -. B. ben Obermeister Rahardt, dec allerdings der komervatimn Partei jetzt einen Fußtritt versetzt habe. Nach noch längerer Aussprache wird folgerte Entschließung angenommen: ~
Die Zentralvercinigung nimmt von den Erörterungen für unb gegen daS Programm dcS Hansabundes KcnntntS und beschließt, demselben gegenüber eine abwartende Stellung einzunehmcn und bic Angelegenheit zu vertagen.
Eine weitere Entschkicßung verlangt, daß bei den KausmannS« gerichten zur GüMgkcil der Beschlüsse die Anwesenheit von gleich viel Prinzipalen rote Gehilfen notwendig ist. Wettere Anträge, die ebenfalls angenommen wurden, wandten sich gegen die Sd-adi- gung ber Dctailkauflcute durch Nichtgewerbetreibcnde, sowie gegen eine zu weitgehende Sozialpolitik zugunsten der Gchilsen. In letzter Beziehung wurde behauptet, datz die agilatorodfe Tätigkeit der Führer und der Wettlaus der einzelnen Angestelltenverbande eine Zusciedenhett unter den Angestellten überhaupt Nicht auf- kommen ließen.
Morgen soll der Rest der Tage-ordnung ausgearbeitet werden.
Lan-wirtsehaft.
--Queckbor n, 7. Nov. Gestern abend hielt Dr SchSne- mann im Auftrage des Verbandes der bcHiidfcn lwidwirt chastechen Genossenschaften im Saale deS Gastwirts Gornert vor ablceidfer Versammlung einen Vortrag Über „neuzeitNcha Tüngungssragen". Er bel-aiideltt die dttistlidfen Düngemittel als Beidüngcr. Tie Landwirte können,nur gute vollständige Ernten erzielen, wenn alle Pflan-emla.hrstoffe m den richtigen Dien gen vorhanden sind. Fehlt ein Pflanzennahrstvff, 0 bleibt die Pflanze gering, unb der Ueberschuß an Den übrigen« Pflanzciinährstofien bleibt nutzlos. Wenn dem Vodm zum Bci- IPiel der Stickswsf fehtt, so bleibt doch die Pflanze schwach. Will man aber eine Vollernte erzielen, so muß man den Stickstoff m einem künstlichen Dünger, z. B. im Chilisalpetn der Pflanze gebot Tadurd) wird auch der vorhandene Ueberschutz an anderenÄtä^ nofien ouSgenutzt und die Pflanzen können gut gedeihen. ES ollen durch die künsttichen Xiuiger nur bie Pflanzen besser ernährt werden. Ter Redner ging näher auf bte Hßu&rng ber künstlichen Tüngerarten ein. Bei schwach entwrckelten Pflanzen kann eine tünftlidje Ltickstondüngung .genügende Krautmengen und reid)e Korner er träge bewirken. Erhalten die Pflanzen zu viel Stickstoff, so wad-ien sie zu üävig in- Kraut. Vorfichtigie Landwirte geben ihn m kleinen Portionen; erst tutt kleine Quan. tUut, nach 8 bis 10 Tagen die zweite Gabe. Sehr ftarke Stick- srofsmengen verzögern die Reise, beim Anbau von Braugerste vermindern sie deren Güte und beim Zuckerrübenbau bcrringeml sie den Zuckergehalt. Die Phosphortäure bewirkt eine gnte ft'ome> cntTOLde&ng unb befördert die Reife. Da- Kalt lxsdÜniniA ctue günstig« Entwickelung ber SctrmetteclttigSbltUler, der Rüben unb Kartoffeln. Da Sttckstoffkalk als Kopfdüng« ätzend wirkt und, zu spät gegeben, auf die Keimung ungünstigen Einfluß ausubt, so muß er etwa sckpn zwei WodM vor der Saat verwend« werden- Ehilisalpeter und Kamst läsen sich ui der Bodenfeuchtigkeit leimt auf und verkrusten Die Oberfläche des Boden-. Man gibt diese Lunger zu einer Zeit, daß man bald darauf durch Hacken oder Eggen eine Obersläd-eruockung bo nie lernen kann. Mit frischer Kainitdüngung erntet man weniger und an Stärkemehl ärmere Kartvfieln. Auf Wiesen ist die Nebemvirkung deS Kamit- üt- sofern eine gute, Daß dadurch die schlechten Gräser unterdrückt werden. Als gute Wiesendüngung empfiehlt Dr Schonemann den Kompost, der im Spätheroit ausgeialsten und gegen Früh- iabr noch einmal untergeeggt werden ,oll, ec soll den Pfl<mz<n> ivuchS wesenttich fördern und die »arten, fützen Gräser Itdrtat Auch bic Düngung mit schwefel,äurem Ammoniak tzt fid) gut Gewährt; dieses gwt mau im zeitigen Frühjahr, Mitte Februar bi» März, auf Den Mrmai morgen V* Hettar etwa 1 Zentner. Zum Sdüusse ieincs lel-rreichen Vorträge- mahnte dec Redner die Anwe,enden, ihre Söhne in den LanDroiciichaftsschulen und ihre Töchter in den Hausl-aÜungSfdmlen ausoiiDeir zu lafsen, um bat Anforderungen, die baß Leoen an sie stellt, gerecht zu werden; chnen selbst empfahl.er den Bettcttt zur Geuoiiensd-aft, wovon ia letzt iayn alle gootzen stützen hätten.
Hauptversammlung der Vereinigung deutscher Vereine für yande! und Gewerbe.
A Kiel, 8. Nvv.
Unter überaus zaUreicher Beteiligung der angesd)lossenen Ber- eine bezw. deren Delegierten aus ganz Teutfchland, trat heute morgen hier in „Neumanns Festsälen^ die Zentralvereinigung txutidjet Vereine für Handel und Gewerbe zu ihrer diesiahrigen Generalversammlung zuiamnnm, die auch von Vertretern der Regierung und einzelnen Abgeordneten der Rcdsten besucht war. Der Vorsitzende Kommerzienrat Lis sauer sBeilm) konnte in seiner Begrüßungsrede darauf Hinweisen, daß die Vereangung geoen das Vorjahr erheblich an Mitgliedern zugenommen habe und jetzt 296 Vereine umfasse. Der Jahresbericht gibt eine eingehende Darstellung der Arbetten des Vorstandes zu ben ben Mittelstand interessierenden Gesetzesvorlagen des letzten JabreS. Tie Tagesordnung war überaus reichhaltig. GS wurden Entschließungen angenommen gegen jede weitere Einschränrung der GesÄftSzett an Sonn- und Feiertagen und gegen eine wettere Förderung der Beamtenkonsumvereine. Diese Ent- Mießung wurde begründet mit der Ausbesserung der Beamten- desoldungen, die es nicht gerechtfertigt ericl-einen lasst, daß bie Beamten den Kaufleuten Aionkurrenz machten. ^ie Betätigung der Beamten in ben Konsumvereinen wurde von Stadtrat Töpfer iPvtLdam^ pslichtwidrig acnaluU. Tirettor Neumann (xterlin) derlangte gegen bie Betätigung der Beamten in Konsumoereincn nickst nur gesetzliche Mittel, sondern auch Anwendung ber Selbsthilfe. Tie Entschließung gegen die Koniumvereine wurde schließlich noch erweitert durctz einen Zusatzantrag, der den Kon,um- nereinen den Verkauf von Waren eigener Pvoduttion an Nicht- mttglieder verbieten will.
Eine lebhafte Aussprache entipann sich üoer bst .Stellung der Zenttalveränigung zum Hansabund. ^er Restrent zu dem Thema, F r ce u i u s (Stuttgart), verwarf den An, ästuß an ben Hansabuiid. Mtt der „Scl-arfmadmng" gegen die „Reattww habe man nur d.e Geschäfte der Soziaüstmottaten beiorgt. -^as Tircktocium des L>ansal>unoes besitzt nach ben Statuten des Bundes maßgebenden Einfluß aus dst Geidä.tSchhrung, unb dst,cs Direktorium setzt sick) überwiegend aus Jntereii.en-Vertretern der Grotz- inbuitrie und der Großunstnieymungen zusammen und sei gar meyt imstande, die Jnterejstn dos Mitternan^s su öenictcn. 4,ie drei Handwerker im Tirektorium seien lebigticy Dekorationsstücke. 2.1c Zentral Vereinigung dürfe auf keinen Fall dem Hanfabund« bei- rretcn, man musst vielmehr bei den allen Freunden fein Hett
Der Schauspieler st and war feü alter Zett in Japan verachtet Aus Sttllichkei.s- und Lchicclichiettsgrunden war es . . . . _ oerboren, daß Frauen mtt SJJMännern zu>auuueu auftraien, unb so 1 Fürst Ito tei
Zweites Blatt ISS.Jahrgang Dienstag S.November 190S
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
'UC0C§n der Aussprache erklärt Tischendorf (Rostock), daß die Angehörigen des Kleingewerbes und des Kleinhandels sich gegen!


