HeMche Sweite Kammer.
Darmstadt, 27. Tytbr.
•Jhn Re.gierungstische: s<aat-Minister Ewald, Minister Innern raun , (*b -taatsrat «'rüg v Nidda, <9tfr-’mrat Tr. 99 r d er, Min.-Rot 2 o r t a d>
Präsident H aa- eröffnet die Sitzung um 10 Uhr. • Ta- Haus fetzt die
Generaldebatte ober den Etat fort Abg Ulrich spricht seine Freude darüber aus. das; ‘Kba Reinhart sich jetzt mit dem l^cdankcn einer L-teuerer Höhung ver traut qemacht Hobe. Es mufticn die -rohen Vermögen m Ptr gressiver Weife viel stärker herangezogen rocrbeu. Tic Lage de- Arbeiter- sei durchaus nicht besser geworden, die «lüft iroiidim Arbeiter und Arbeitgeber roerbc nicht kleiner, sondern gröftcr, oft Arbeiter bilde nur eine Ware, die hin und hergeworfen mürbe Ter Staat habe tue Pflicht, «ich die anwachsenden gros; n Ber mögen im Interesse der Allgemeinheit nutzbar zu machen. Das Ratwnalvennogen fei um Rilliarden gestiegen, aber dre Masi,' in so arm gebt,eben, rote seither, es sei höchstens eine etwas bessere kung nnnetretrn . dafür seien
Brotpreise in die Höhe gegangen. Smt 1X79 habe man versucht, mu mbtreflctt Steuern und Zöllen üum Ziele zu kommen, aber ßtr -lu»t zwischen reich und arm sei nur immer aroftti geworden Bet der gestrigen Rede de- Abg. Reinhart fei ihm das Wort von dem (Hreie auf dem Tache eingefallen, der sich nicht zu helfen trete. Abg Tr Cfann habe Töne angeschlagen, die man tonst bei ihm nicht gewohnt sei Er habe den Granden tm Land«' ln Privatissimum gehalten, wie er, Redner, ft nicht gewagt hätte. Wenn so etwas von ihm gesagt worden wäre, würde man e- gar nicht geglaubt und gesagt haben, solch hob* Leute können doch unmöglich da-
dlung-weise der Erbad><frbach liege gan; aur derselben Linie wie das Ber Hal len der Agrarier und der Bwtwuchner, die nur tur ihren eigenen Sockel sorgen Oho, Unruhe.) Tie Anwesenden ,ind immer ausgeschlossen. (Grafte Heiterkeit.) Es sei gut, das; so etwa- neu hohen Herren auch einmal von h'itcr Seite gesagt
M Itr rf t ", Jlnipnid) nahmen, fti em Skandal: er beft reite die Berechtigung dazu und verlange, dar, die Regierung diese Gelder wieder jurirdtorbcrc. Richt weniger .mpörend seien die Schützer Borkommnisse. Gras Görtz^Schlitz verfahre mit feinen Untertanen, wie die Herren im 13. Jahr und stecke aus dem „Schützer (Veld" hebcutendc Vorteile ein. Tiei'er Uniug mioerfvredie auch den Bestimmungen des Münz gesetze- und es sei Pflicht ber Regierung, mit aller Macht dagegen einzuschreiten Mit Neinhart und Tr Osann sei er sich aus nahmsneise einig darin, vast die Finanzlage eine aufterit trübe fei. Tas Defizit belaufe sich aus rund 3 Millionen und habet erschienen ihm iwch die StaalSeinnahnten zu hoch eingestellt. Tie Eisenbahnüderschüsse seien gewaltig iurnefgegangen, sie gc nüfltcn kaum noch zur Verzinsung der Eisenbahnschulden. 2Senn Tr. Osann eine iUciTinfndninn de- Beamtenaptxirates eintreten lassen wolle, so werde seine 'Partei mitmachen, seinetwegen könnten auch all» drei Minister abgefdyttil i vor den. Er sag. aber: Tic hüt ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! <86 seien mich zu viel Geheimräte und RcgicningSrätc vorhanden und die Herren Ilrei-ratc sollten zu auswärtigen Terminen viel mehr die (liicnbabn, als die Galachaise benutzen Zur Frage, woher das Geld genommen roerbvn solle, bemerke er: Wenn er ?yinan; Minister ivärt, so würde et einen (veheimrat beauftragen, zu be rechnen, waS es einbringt, wenn alle Einkommen, -von 5000 Mk aufwärts ltaU 3 Prozent 5, 6, 7 ober mich 8 und 10 Prozent Steuer zahlen würden. Tre 'Vermögenssteuer könnte statt 75 Psg. vw 1000 Mk. bei grosten Vermögen sehr gut das zehnfache b- tragen. Tine Gefahr bei .'luSwaiiderung reicher Leute sei nich! vorhanden, Da auch andere Bundesstaaten und besonders Prensten die Sätze erhöhten. Trotzdem seil dem Jahre 1896 rine gan. enorme Beikehrssteigerung eingetreten sei, genieste Hessen doch li i i ii Anüii an den Ueberschsissen, wie damals Es fei deshalb die Hordernug auf Erhöhung des Anteil- zu Gunsten Hessen- durchaus berechtigt. Weiter erklärt der Redner in breiter Darlegung, hast er für die Rachlaststeuer stimme und sie für sehr gerechtfertigt erachte. (5- sei völlig un .ulrcffcitb, dast durch die Rachlaststcucr die Kanbnnrhcnaft am meisten belastet werden mürbe. Tliva 80 Prozent der Landwirte • i davon befreit bleibtn, auch hi i
dir Hauptlasten zu tragen haben. Redner erörtert bann das Problem de- Arbeitslosenschntzes, und verlangt dann die baldigste Einbringung einer WahlrechtSoorlage. Auch er hoffe auch das endliche Zustandekommen dieser Vorlage Tie Abgg. Tr. Osann und Molihan halten keine Beronlassung, auf ihre Wähler folge Nolz zu setii. Auch da» Gemeiiid.'steuergesetz fei sehr notwendig: w es müsse den Städten eine gröstöre tfrrihrit in ber BelasUuig ihrer Bewohner gewährt werden Zum Scklnf; stimmt ber Mtcbner noch da- alte Mlagchcb an, hast nuui von ber Sozialdemokratie zwar die gleichen Pflichten verlange, ihnen aber nicht hie gleichen Reckte gewähren wolle. Er vrot'stiere auch dagegen, hast die Regierung da- R«dt beuge und die Bestangung sozialdemokratischen Beigeordneten verweigere Tas fei eine Schmach. Seine Partei werde nicht aufhören, Weiter zu kämpsen für bic Gewährung der gleichen Rechte
Vizepräsident Tr. Schmit: erteilt dem Redner eine Rüge über den Borwurs, dast die Regierung das Recht beuge
Rach ber mehr al- zweistünbigen Rede tritt eine kurze Pause ein
Erstcr Redner nach ber Paule ist Abg. Best. Er führt an-, dast die iortn abrenbe Zunahme ber Beamten unb befonbere ber Sckreibgehilfen sehr ui beklagen sei An be» nresimtern babr sich die Zahl derselben zum Teil v. hoppelt Weiter beklagt Redner die groftc Zunalrnw ber Porwausgaben, bie in keinem Verhältnis zur Zahl ber Bevölkerung unb bereu Sfeuerfraft hebe. BesonberS müsse auch gespart werben bei Err titiig neuer Tienfi* unb sonstiger Staatsgeb.iude, wie Redner an einzelnen Beifpielen ixibct bartui Ter Anfnanb nn Erbauung eurer Cberfötitern<*bnung lidlr such so, bau ber MietSrneis oaiiir 2300 Mark betragen roürbc imb für die T-immn\nterroohming in Hamm müßten, locim die Verzittsnug erfolgen sollte. 950 Mk. Miete erhoben werden Redner äußert bann verschiedene Eiwi.lwünsche, darunter den. d»ist die Vornihriing der Pferde zu militärischen Musterungen aus einen für die Lundw«itsct»aii geeigneten Termin gelegt werden mod'ten. In letzter Z u sei die '?lnorbnung auf Vorsührnng der Pierde gerate in den Tagen der Weinlese erfolgt, ivo doch >edes einzeln Pferd io dringend gebranchc werde
Abg Brauer polemisiert gegen die taugen AnSiubrnngen fe- Abg Uliui" unb ipiberlcgt beisen Bel. luvningen namentlich vom lanbnundMimtd'vn S-taubiunfi aus Tie vom Reich inaugurierte Zollpolitik ttzibe erst bie VanbRinicbaft lotebcr in die Lage versetzt, enitio rentabler ui arbeiten Wann bie Zölle nicht «ingefütri nviden, so wurde es der Landwntickast mdtf möglich leut. überbau ri nm Ihc 1 rodukionslosten de raus iu bringen. Rur * urd) di. Zollvolitik sc» auch eint Erhöhung der Uinbu uriduirtlubrn '.‘Irbeiterli-biu möglich icrocjen. 3n betreu" der Erhöhung her Steuern ans gwst Einkommen bemerkt Redner, das; er einer Besteuerung sogar bis »u l*> Prozent bei Einkommen über 5000 Mark ohne Bedenken uiütntmen könnt . and) einer Erhöhung ber Vermöge tt-'icuer bei Summ r > m m ir als 20000 Mark, 'i-dner spricht |i(ö dann nu aroüxre 'uwtrrt u i ?r»i?-. i.iumij ans und tritt iüv E HoHung o,i ,
ein. Eine (Fr? 5T)unfl ber Stubimg.'fber für bie Technische Hoch schule könne er nicht emmehien ba dieselbe dann noch mehr unter ber Konkurrenz ber übngm Hochschulen ;u leiden hätte Gr öftere Erlparuifse bei een staatlichen Bauten »not nuroendig: er bebau err nur, dast die Vorschläge hierzu nicht schvn^lO Jahre trüber gemacht worben seien. Uebngi4 habe die cpariumfrit auch ihre zwei Seiten Einerseits faroere man vorn -taot, er solle tür bie Arbcil-lofen Arbeit schaffen und tut er da-, so verlangt man. dost er sparen solle. Bezüglich ber Va bl re ch t - vo r l a g e stellt Redner wiederholt fest, dast seine Partei Kauernbund) an der »rorbtning des gebnmen unb birrftrn ^^kchts jesthalte, dast sie sich aber entschieden dagegen wenden müsse, die Wahlkreise nach der Bevölkerungszahl abzugrenzen. Tarum würbe sie sich auch ent schieben gegen eine Vermehrung der st ä b t i s ch c n Wahlkreise unb Abg ordnetenmandate erklären unb ihre Schlustabstimmung über bi« W a bl r echt» Vorlage event. davon abhängig machen. »Hört, hört. Zustimmung bet den Baoernbünblern.)
Atg. Tamm (freis.) fragt, wie weit bie Ermittelungen der Regierung bezüglich der Miet-aufwenbung für Beam - ten-Wohnungen gediehen futb, bK gelegentlich ber Beratung de- Entwürfe- über die DohnungSgeldzufchüfse in Au-sicht gestellt wurden. Er hoffe, daß bei biefen Ermittelungen auch gleichzeitig folcke über bie allgemeine Lebenshaltung ber Beamten überhaupt erfolgen werden.
Tie Ttbattc wirb herauf nach ’ j2 Uhr abgebrochen. Die szvrtsetzung ber Generaldebatte erfolgt Tien - tag früh 9 Uhr
politijcbc tagcifcbam
Zur Reichkfinauzrefonu.
Die dem „B T " von gut unterrichteter Seit: mitgeteilt wird, herrscht bei verschiedenen LunbcSstaaren gwfte Unzufriedenheit über die Behandlung ter Reidsimanzreform durch den Reichskanzler. Tcm Lokal-Anzeiger infolge stehen bie fübbeuliehen Regierungen bem Plane irgenb einer Reid seinkommen- ober Reichsvermögens steuer noch immer burchaus ablehnenb gegenüber. Sic hoffen noch immer, bast es bat liberalen Parteien mit Hilfe eine- Teiles ber Rechten und nötigenfalls auch des Zentrums gelingen werbe, bic Nachlaststeuer tm Reid-Stage burchzusetzen Manche einzelstaatlichen Minister sinb inzwischen nneber abgereift, darunter auch ber baverischc ^-inanjminifter von Pfaff. Am Samstag fmb nun die vier Vertreter der Blockparteien zusammen- getreten, um über bic ,"trage ber Bcsitzstener zu beraten. Säe fonicrierten längere Z it miteinander. Tie nationalUbarelc Irak tion hielt sodann uni 1 11 br eine Sitzung ab, um den Bericht ihres Vertreters, Tr. Weder, über bic Verhandlungen entgcgenzunebinen. Von eineni Ergebnis pcrlantct noch nichts Tic vier Herren haben den Auitrag erhalten, zu vcrsncheti, btS Montag mittag zu einer Verständigung zu gelangen. Vtldoann werden die Blockparteien zu Iraktlonsöcralungen zusammen treten und wenn sie sich mit den Beschlüssen der Pier Herren einverstanden erklären, soll bas Block-riomproinist als gemeinsamer Antrag in ber Iinanz.Uom Mission am Ticnstag ciiigcbracbt werben. Vor dieser Konferenz am Samstag hatte der Reichskanzler eine längere Besprechung mit dem freisinnigen Abg. Müller-Meiningen.
Tie Kommission für gewerblichen Rechtsschutz deS deutsch- französischen Wirtfchaftsvereins
veranstaltete am Samstag zu Berlin eine von über 40 Interessenten auS Frankreich unb Tentschlanb, batuntcr iiamenihd) Tclegierie von Handelskammern unb Iachvcreineii besuchte Versammlung zur Beratimg der Regelung beS Patemschutzes der geographischen Her- kunftsbezeichnimgeii für Rahrnngs- und GeimstmiUel un deutsch- kraiizösifchen Lcrkchr. ; Zum ersten Gegeustand wurde nach einem Vortrag dcS Pateiitanwalts Mintz-Berim bejchlosjeu, bafüt emzu- netcu, ban die Ausübung eines Hatente- m einem der beiden L'äubev als auürcicheub für den palcutrechtlichcu Schutz auch in dem andern erklärt werbe. Zum zweiteu Puukt wurde, nachdem die Rechtsamvältc Tr. Schauer-PanS und Tr. Wasfcrmauu-Ham- burg emgel-efid über die gegenwärtige Lage des MarkcufchutzeS m Frankreich und Teul|d)lanb referiert hauen, durch eine Resolution nlv fvünschcnsioert erklär^ dast bic Hcrkuifstsbezeichnung von Weinen unb Bicien durch cm besonderes deutsch - französisches Abkommen geregelt werde, unb bast bei Ausdruck „Eognak" für andere als wirklich aus Weinen bet (ihatentc hergc'tellie Destillate durch einen dcnljchen Ausdruck «liegt werbe. Tie Beschlüsse werden vom deutsch - französischen Wiilschustsvcrein den zuiländigen Bc halben und, gemast 'Antrag be-S anrvcienbeii Reich- lagsabgeoibneten Professor Stengel, auch den Mitgliedern des Reichstages unterbreitet werden. Tie an der Sitzung teilnehmenden Bertieter öc3 Comitc Cummenial Fnmco-Allemaud überiiahinen ei, sie den zuständigen iranzöiischeu Stellen m geeigneter Form zu unterbreiten. An die Versammlung fchlast Uch em gemeinsames Bankett vn Hotel ÜJionopol, an btm auch bet' Berliner jranzösische Moniul Boensrs teilnahm.
Siebener 6 troff am niet.
,( Giesteu, 26. F^bi. Wegen Betrug freigefprochen.
Tem Kaufmann P. So. aus Zickovau waren ernt Reihe von Betrügereien, sowie Umerschiagung unb Urkunbenfalschung zur Last gelegt Wie eingangs erörtert wurde, ist er schon mehr fad) vorbestraft unb bic zuletzt gegen ibn erkannte Strafe von 4 Jahren und 5 BLonaten Ok'fäiiqnie konnte er infolge Krankheit nidit oollftänbig verbüsten. 'Nachdem ihm Straiurlanb gewöhn worden war, machte er sich in Gicsten, dann in Frankfurt a. M., später in Tarmftabt und zuletzt in Lümbach anfällig. Zm Fahre 1905 trat er mit der Iirma Str. zu Lauterbach in Geschostsvcr- tmbung. Er war nmäcfrft als Pcopisionsrencnder tätig unb tcripradi nur an ihm bekannte zadhing-rohige 5tunbcn zu verkaufen Ta bic .mgezogenen Erkundigungen über seine Person günstig lauteten, nahm die Firma keinen Anstand, ihm bic Forderungen an bie Käufer obiucrcten, wodurch er ber Firma etwa 2200t» Mark schuldig wurde. Infolge AuSbruch des Eonkiirscs über sein Bcrmi'grn, Hatte bie Lauterbacher Firma einen Verlust von ainuiherno 17 OOU Mark. Die SuuitsamvalticHatt ianb in dem Umftanb, dast bic Firma, wenn ne den wahren Sachverhalt gewutzt Laue, mit ihm nicht in Berbiiibung getreten wäre, einen Betrug für vorliegend. Im folgenden Jahre gelang es hm, mit einem Kaufmann in Chemnitz in Verbindung zu treten. Er stellte sich, als verfuge et aber ein gröberes Bankguthaben und versprach, die von ihm entnommenen Waren bar ober in kurzen Zielen ju mblcn. Anfänglich bezahlte er audi kleinere Posten, bezog bann aber große Posten und gab Wechsel als Zahlung, von denen tr behauptete, die Akzeptanten seien zahlungsfähig Der Kaufmann gab ihm ohne Sidierbrit weiter Daren, bi# e# sich an den Fälligkeitsterimncn herausstellte, dast die Akzeptanten, statt kr,e ber Angeklagte behauptetc, Hausbesitzer unb groste Manu- i-ifturroar-"nlhinbk'r, kleine Händler und Hausierer marrn, die teilweise mett einmal crmütflt loerden konnten Von für 5000 Mk. Warrn, die ber Angeklagte erhalten hatte, wurde« ungefähr 3<NX) Mark bezahlt, so dast der Kaufmann einen Verlust von 2U00 Mk. ;u beklagen hatte. Tic Anklage ianb hierin ebenfalls einen Betrug. Cg sowohl iNvezug auf das Bankguthaben als auch bezüglich der Solvenz der Ak.> planten unnMibre Angaben gemacht worden »eien, einer Firma in Reutlingen, bei der er ebenfalls uitiq nun, gab er an, er habe in Earlsderg anigv die Waren au« Bar
Falles hatte bic Sraaisanwaln'cha^ angenommen, cs htrnbr f ckf um tnc ' ngierte Bestellung durch den AngeEagttn. um sich sa in den Besitz der Daren f.uen iu können. Sie lieft aber die 'Auflage wegen Betnios fallen unb nahm nur llntm'dilagung au, da es sich bei ter Verhandlung deraussttllte, baft die Daren bxb bestellt worben sind. Emnn Händler in Weisend im hatte bet Anm Nagte für 22S Mark Waren verfault, die nodi zn bezahlen norm Als er später für einen <mbmt 'tmi’mann reiste, kam er bei der Frau bes H4ndlei> trorbr Tie ,'tgu wollte — in ber Annahme, der ’Angcflagie »ei noch für die erste Firma tätig — eine Abzahlung leisten Er lehnte die- aber ab, indem er angad. er habe sehr viel ‘*tb bei sich, er wolle am folgenden Jag kommen, wenn ihr Mann zu Hause fei. < r kam dann auch und verkaufte dem Manu einen gröberen Posten Waren uub brr Händler zahlte ihm 200 Mark au#, die nach seiner Au'icht für die zuerst gelieferten Waren sein sollten. Erft nachdem der Angeklagte fort war, merkte ber Händler, daft bic Quittung auf die zuletzt bezogenen 2Sarrn lautete. Deren Preis bic belabile Summe lange nicht erreichte. Der Angeklagte behauptete, es habe sich in biefrm Falle auch atcidxettig um eine Vorauszahlung auf demnächst zu liefernde Waren gehandelt. Ein biniger Hinbler haue von dem Angeflagtcn für 125 Mark Waren bezogen. Die er erst nach bem Verkauf bemhlen konnte Sie rnttgfrn sich, hast ünf Dechfel zu je 25 Mark ausgestellt werden iolltcn, die wn bem Händler unauSgrfüllt unterschrieben wurden Sfr?ter fand man die Wechsel in Höhe non 187„50 Mark, 150 unb 50 Mark au#- gefüllt ,nt Umlauf Der Angeklagte bestritt bi* genannte Vereinbarung, indem et behauptete, die Summe fei von f»Steren Sarenheferungcn abhängig gemacht worden Er will mrgenbi unwahre Angaben gemacht haben unb bestritt jeglichen Betrug owie bie Unterschlagungen. Auf <Hrunb der BeweiSauNiahme sielt ihn ber Vertreter der Staatsanwaltfcbaft in vifr Fallen ür überführt unb beantragte wegen 2 BetrugssäNe, bezüglich bereit er sich im ^Rückfall befindet, 3 Jahre unb 6 Monat- Zuchthaus nebst 600 Mark Geldstrafe. Für bi> Unterschlagung, wie für bic Manipulationen bem kursieren Htnbler gegenüber, waS als Urkunbensätschung unter Anklage stand, sollte aut je l Monate Gefängnis erkannt werden, wahrend in dem einen Fall Freispredung beantragt wurde. Die sehr umfangreiche Verband (ung endigte aber mit Freisprechung bezüglich aller unter An klage gcftclhen Fälle. Bezüglich be4 Falles der Pau ter buchet Firma stanb nicht seit, baft bie Schädigung durch die unwahren Angaben des Angeklagten verursacht worben ist. T.*r Eb»m- nitzer Saufmann ist auch Nicht auf bic unwahren An,toben be- Angeklagtcn allein hin zu Hergale ber 'Waren bestimmt worben, piclmehr waren bic günstigen Auskünfte über den Angeklagten minvirkenb unb c- war ihm nicht nachzuweisen, baft er bemalt- setzon in einer schlechten Vermögenslage war. In ben übrigen Fällen unb insdesonbere bei bem hiesigen Hänbler ivaren die Aussagen so unbestimmt, baft eine Verurteilung nicht erfolgen konnte.
Kandel.
** B er l in c r H y v o t h e ke n b a n k A G. Vic anZ dem Inseratenteil ersichtlich ist, gelangt die für bas Jahr 1908 festgesetzte Tivibenbe von 6'.. Proz. von heute ab zur Auszahlung.
— August a - Viktoria - B ab n nb Hotel Staiferbof A -G. Wiesbaden. Die Bilanz für das Jahr 1908 feftheftt mit einem Verlust von 82 318 M. nachdem der Gewinnvortrag aus bem Voriohr von 9296 M .infgezehrt ist. Ta b,e Rücklage nur 40 847 M. enthält, ergibt sich somit eine Nnterbilanz.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Miefteit.
o»‘
28.
28.
2 2 still
Beb. Hirnniel Schneeball Bed. Himmel
741,8
741,7
742,5
1,8 ö,2
Febnior März 19UU
SW still
Höchste Temperatur am
Niedrigste. .
27. Iebr.
27. .
bis 28. Febr.
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Telefonische Kursberichte
de« Giessener Anzeiger*, mitgeteilt ron der Bank für Handel und Indnetrie, Giesaen.
Frnnk f nrter Hörnt-, 1 M.-rz. J.15 ULn
8He/e Reichsanleibo . . W 40 -
3><e/e Kensols , . . . bu.40 3-. do.....86.80
8Xe/e Hessen 96.40 d>ie/e Oberoeeseu . . . —
4% Üesterr Uoldrente. 98 85 VjtS Oeaterr. büberrente 98 20 4."e i ngar «»oldrente . . «8.90 4 94 It^ien. Rente . . . —
SN Portugiesen Serie I 58.50 8% Portugiesen P HI "0.20 4J4*7, ruse.staaU<n]. 19tk> 98^5 V/i*), .apan. MaaUauleib«- 96.20 4s Cobt.Türken von lüub 93.90 Türkenlose 146.40 4)4 uriecL Monopol-Anl. . — 49» auaacre Argentinier . h7.20 j0/, Mexikaner . . . 65.00 A>4*le Chinesen .... 98.85
Aktien:
Bochum Gusa 218.60
Buderoa K W. . . . —
Tendenz: rabig und feeL
Elektrik Lahmeyer . . . 11h .50 Elektnz. icbuckert ... 119.6«) Lscüwciler Bergwerk . IhAOO lielsenkirehen Bergwerk . 184.75 Hamburg-Amerik. Paketl 111»' llarpcuer Bergwerk. . . 187.20
Laurabiltta......lto.8O
Nordd. Lloyd «9AO Obei »ehles. Eiaen-Indnstrie W.'Z) Berliner Handeiige*. . . 172.00 DarmstÄdter Bana . . . 129 30
I leutacbe Bank 346«6G
DenUcb-AsiaL Bank . . —.— L'iekonto-Koramandit. . . 177.90 L>readner Bank .... 150.90 Kreditaktien 198.70 l^ltimorc- und OMe-
Kisenlabn 106.80
Gotthard behn.....—
Lombard. Eueubahu . . 17JO ueeterr. Staatabahn . . .14-3 50 Pnucc-lienn-Eiaenbaba . 118.—
Hcrliner Bline.
Canada E. B 171.20 bann-»udter Bank . . . 129.Au
Deutsche Bank .... 246.90 Dortmunder-Union Q . . —
Dresdner bank . . . *. 161.00
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