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10/05/1909 Erstes Blatt
 
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hat sich bereit erklärt, die Reichstags-

kandidatur für den Wahlkreis Landsberg - Saldin an-

von Hohenzollern verliehen.

Se. Kgl. Hoh. der Groß

Reichsschatzamts Twele den Charakter als Wirtlicher Ge­

hemalige Bürgermeister von Husum,

Rohrfcörbe

Deutsches Reich.

Der Kaiser hat den geplanten Dresdener Besuch zum Geburtstag des Königs von Sachsen abgesagt.

Der Kaiser verlieh dem Unterstaatssekretär des

AuslanS.

Ein neues Wehrgesetz in Oesterreich!. Im Budgetausschusse des öfterr. Llbgevrdnetenhauses tünbigte der Landesverteidigungsminister für den nächsten Herbst ein neues Wehrgesetz auf der Grundlage der zweijährigen Dienstzeit an.

Aus Prag wird gemeldet: Zwei Versammlungen der tschechisch-nationalen Jugendorganisation wurden von der Polizei gesprengt. Fünf bezw. zwei Einberufer wurden wegen antimilitaristischer Propaganda verhaftet.

Der König von Dänemark wird zu längerem Besuch in Gmunden eintreffen, selben Zeit wie König Eduard in Ischl. König Eduard wirb nur einen Tag in Ischl bleiben.

König Eduard ist am Samstag abend in London wieder eingetroffen.

Die Königin von England und die Kaiserin- Mutter von Rußland sind gestern in Athen eingetroffen.

Aus New-Iork: General Wovdfort leitet eine Be­wegung ein, um Roosevelt als Kandidaten für den Bürgermeisterposten von New^-Dork aufzustellen.

Die Lage in der Türkei.

Die Gefahren des neuen Regimes.

Noch sind nicht alle Gefahren für das neue Regime beseitigt. Das lehren die mannigfachen Gerüchte, die unter albanesischien Stämmen verbreitet sind. Dort heißt es, daß der Sohn des Er- sultans Burhan Eddin beabsichtige, einen Auf stand in Albanien zu organisieren und an der Spitze der Albanesen gegen Saloniki zu marschieren, um seinen Vater zu befreien. Auch nach Nach- richten aus Konstantinopel herrscht dort starke Gärung in der alt­türkischen und kurdischen Bevölkerung gegen die Machthaber und die Christen. Man befürchtet den Ausbruch von Unruhen am Schwertumgürtungsfeste, das demnächst in Ejub stattfindet. Die Regierung will 40 Bataillone mobilisieren, von denen ein Teil zur Unterdrückung der klcinasiatischen Unruhen abgesandt werden soll. Ein großer Teil soll aber zur Verstärkung der Garnison von Konstantinopel und Sicherung gegen alle Rückschläge seitens der alttürkischen Agitation verwendet werden. Recht bedenklich ist auch eine andere Meldung aus Konstantinopel: Unkontrollierbare, wahrscheinlich übertriebene Gerüchte, wollen von einer Mißstim­mung zwischen dem Sultan und dem jungtürkischen Komitee wissen. Der Generalissimus Schefket Pascha habe wegen dieser Mißstim- mung intervenieren müssen, da der Sultan gewisse Eventualitäten angedroht habe. Infolgedessen soll auch Schefket Pascha die früher gemeldete Kundgebung, wonach die Arinee alle Beziehungen zum jungtürkischen Komitee gelöst hätte, veröffentlicht haben.

Die Notlage im Wilajet Adana ist groß. Man befürchtet den Ausbruch von Krankheiten und Hungersnot. Die mohamedanische Geistlichkeit und die Softas, die sich hier in verschiedenen Verstecken verborgen gehalten haben, siird verhaftet worden. In einer offiziellen Bekanntmachung verlängert der Generalissimus Mahmud Schefket Pascha den Termin für die Ablieferung der Waffen seitens der Bevölkerung um weitere fünf Tage; gleichzeitig droht er für den Fall der Nichtablieferung mit strengen Strafen.

Der angebliche Briefwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und dem Sultan.

Wie man vermutet hatte, stellt sich die Meldung englischer und französischer Blätter über eine im Jildiz aus gefundene Korrespon­denz zwischen Kaiser Wilhelm und dem früheren Sultan Abdul Hamid als grobe Unwahrheit heraus. Der Großwesir hat nämlich den Vertreter des Wölfischen Bureaus ermächtigt, die Nachricht auswärtiger Blätter, daß im Jildizkwsk ein politischer Brief­wechsel des deutschen Kaisers mit dem früheren Sultan vo-rgefimdcn lvurde, zu benientieren. Der Großwesir erklärte alle über den angeblichen Inhalt des Briefwechsels verbreiteten Meldungen für erfunden.

Aus Stadt und Lund.

Gießen, 10. Mai 1909.

Ordensverleihungen. Dem Herrn Grafen Emil Friedrich von Schlitz gen. von Görtz wurde vorn König von Preußen das Kreuz der Großkomture des Hausordens

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Das preußische Abgeordnetenhaus h<rt tmt Samstag oie zweite Lesung des Kultus-Etats fortgesetzt. Beim Kapitel Elernentar-Unterrichtswesen fand eine all­gemeine Besprechung der gesamten Reform des höheren Mädchenschulwesens statt. Heute Fortsetzung der zweiten Beratung und kleinere Etats.

Das Münchener Metropolitankapitel hat den Domdekan Reudener zum Kapitularvikar ernannt. Reudener wird bis zur Ernennung des neuen Erzbischofs von München, Freysing, das Bischofsamt versehen.

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Tas Vermögen Abdul Hamids.

Die Iiingtürken haben begreiflicherweise nicht geringe Lust, das gesamte Vermögen Abdul Hamids zu konfiszieren. Nach dem Berichte der Kommission der Kämmer, die brr Jnventaraiifnahme im Jildiz beiwohnte, führten die am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag angestellten Nachforschungen im Jildiz zur Aufsindung von 122 000 Pfund Sterling, die ins Kriegsministerium gebracht wurden. Unüberwindliche Schwierigkeiten macht es nun den Jung- türkcn, das im Ausland untergcbrachke Vermögen von Abdul .Hamid zu erlangen. Man hat es versucht, Abdul Hamid durch Drohungen zur Hergabe seiner Unterschrift zu bewegen, um so zu diesen Geldern zu kommen. Der Konstantinopeler Korrespondent derFrkft. Ztg." bestätigt auf Grund erster Informationen, daß sowohl die französischen wie die englischen Geldinstitute, bei denen die Hauptdepositen des Exsultans liegen, selbst im Falle der Ueberreichung einer schriftlichen Kvnzedierung entschlossen seien, die Herausgabe der Depositen zu verweigern.___________________

Herzog haben verliehen das Ritterkreuz 1. Klasse des 93er» dier^'tordens Philipps des Großmütigen dem Hauptmann Kolb, 1. Offizier de§ Train-Depots 3. Armeekorps, seither 2. Offizier des Train-Depots 18. Armeekorps; den berittenen Wachtmeistern im Großh. Gendarmeriekorps Geißler und Brunner die Erlaubnis erteilt, die ihnen vom Großherzog von Baden verliehenen Silbernen Medaillen für Verdienste anzulegen und dem früheren Postagentcn Konr. Musch in Ermenrod das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** In Audienz empfangen wurden am Samstag u. a. Professor Dr. Noll von Gießen, Forstmeister Cel- larius in Bad Salzhausen und Bergkassier Winter von Wölfersheim.

* Erledigt sind: Eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Roßdorf, eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hainhausen, zwei mit eoang. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Sprend­lingen (Kr. Offenbach), eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Genieindeschule zu Oppen­heim. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.

** Kinder schutzge setz. Im Regierungsblatt wird eine Bekanntmachung erscheinen, in der die §§ 10 und 11 der Anweisung zur Ausführung des Gesetzes betteffend die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben vom 30. März 1903 abgeändert werden. In der zurzeit geltenden Anweisung ist vorgeschrieben, daß der Beschäftigung von Kindern, die den Eltern bei dem von diesen übernommenen Austragen von Zeitungen, Milch oder Backwaren behilflich sind, eine Anzeige bei der Ortspolizeibehörde vorauszu­gehen hat. Von diesem Erfordernis ist in den ab geänderten Vorschriften abgesehen, weil sich die Rechtsprechung der Gerichte auf den Standpunkt gestellt hat, daß nach dem strengen Wortlaut der in Betracht kommenden gesetzlichen Vorschriften für die genannte Art gewerblicher Kinderarbett weder Arbeitskarte noch Anzeige erforderlich seien.

** Anti-Duell-Liga. Gestern nachmittag fand im HotelGroßheiHog von Hessen'' die Hauptversamm­lung der Vereinigten Ortsgruppen Großherzogtum Hessen und Provinz Hessen-Nassau der Anti-Duell-Liga statt. Der Gras zu Erbach-Fürstenau eröffnete im Namen des Vorstandes die zal)lreiche Versammlung, worunter sich auch einige studentische Korporationen, bezw. ihre Vertreter be­fanden. Nach einer Begrüßung durch Geh. Justtzrat Dr. Gut fleisch legte Dr. Scheffers den Kassenbericht für das verflossene Jahr ab. Tie Liga tritt mit einem kleinen Ueberschuß ins nächste Jahr ein. Prof. Kissinger aus Darmstadt gab einen Bericht über die Tätigkeit der Orts­gruppe. Besonders betonte er den ersten allgemeinen Kongreß der Antt-Dnell-Liga in Budapest, woselbst ein panischer Offizier, dessen Brust das Tapferkeit kreuz chmückte, sowie ein hoher ungarischer Staatsbeamter energisch für ihre Sache cintrctcn konnten. Er erwähnte auch des Königs Alphons von Spanien, der das Protektorat des dortigen Vereins übernommen habe. Darauf fand der Vortrag des Oberbürge-rmeisters Dr. Antoni ans Fulda überEhr e und Duel 1" statt. Er unterscheidet zwischen äußerer und innerer Ehre. Die innere Ehre kann uns niemand rauben, darüber sind alle einig. Um die beleidigte äufjere Ehre wieder herzu stellen, forderte er Schiedsgerichte Das Duell kann weiter nichts beweisen, als das Glück oder die größere Geschicklichkeit des Gegners. Dafür soll das

Regierungen wurde der Rückgang der Obstschaumweinproduktion als Folge der Schaumweinsteuer in Abrede gestellt. Die Sub- kommiffion beschloß, daß durch den Berichterstatter Fuhrmann in Verbindung mit dem Referenten des Reichsschatzamts ein Steuer- entwarf für al ko ho Ist eie Getränke ausgearbeitet werden solle, daß die Subkonrmission diesen jedoch erst dann beraten und der Haupt- kommission vorlegen wolle, falls letztere die Weinsteuer ange­nommen hätte.

Die Beratungen der H a u p t k o m m i s s i o n bewegten sich heute in der Hauptsache im Rahmen dieser Aussührungen. Schatz- sckrctär Spdow erklärt, die Regierung würde es lebhaft bedauern, wenn das Getränk der Bcsserjituierten nicht getroffen werde. Von den Gegnern der Steuer wurde vor allem das Abwälzungsmoment in den Vordergrund gestellt: man glaubte nicht die Möglichkeit zu haben, dem Winzer die Abwälzung der Steuer zu sichern und ihn so zu schützen.

Die Abstimmung ergab die Ablehnung der Weinsteuer: mit 14 gegen 10 Stimmen. Dafür stimmten die Konservativen mit einer Ausnahme, die Wirtschaftliche Vereinigung, die Reichspartei, der anwesende Pole, der Freisinnige, Ahlhorn und von den National- liberalen der Abg. Sieg. Dagegen sttmmten das Zentrum, die Sozialdemokraten, die Freisinnigen Hormann und Mommsen, der Nationalliberale Dr. Paasche (der Abg. Fuhrmann nahm an der Abstimmung nickt teil» und Dr. Rösicke (Kaiserslautern). Tann verhandelte die Finanzkommission über eine Erhöhung der Schaum­weinsteuer. Hierzu liegt von Speck und Müller (Fulda) (Zentr.) ein Antrag vor, der eine Staffelung einführt. Anstelle des jetzigen Einheitssatzes von 50 Psg. für die Flasche Schaumwein (nicht Fruchtschaumwein) wird die Steuer bei einem Flaschenpreise bis zu 2 Mk. auf 75 Pfg. festgesetzt, bei einem Preise von mehr als 24 Mk. auf 1 Mk., von mehr als 46 Mk. auf 1,50 Mk., von 68 Mk. auf 2 Mk. und bei Preisen von mehr als 8 Mk. aus 2,50 Mk. Für die Höhe der Steuer ist der Preis maßgebend, zu dem der ecßaumtocin nach Einrechnung der Steuer vom Her­steller abgegeben wird: wird der Schaumwein unentgeltlich abge­geben, so beträgt die Steuer 1 Mk. für jede Flasche. Der (£uv gangszoll für Schaumwein beträgt 200 Mk. für einen Doppel­zentner. Insoweit Schaumwein bis zum 1. Oktober 1909, zu welchem Zeitpunkt diese Erhöhung der Schäumweinfteuer tu Kraft tritt, infolge von Verträgen in den freien Verkehr tritt, die nach­weislich vor dem 8. Mai 1909 abgeschlossen sind, wird der bis jetzt gültig gewesene Steuer- und Zollsatz erhoben. Die Kom­mission nahm diesen Antrag Speck-Müller-Fulda an.

Damit hat die Finanzkoinmission ihre heutige Tagesordnung crlrdigt. Dienstag: Tabaksteuer.

der Obstschoumweine nach Einführung der Schaunrweinsteuer schrecke I Dr. Schücking von der Erhebung einer solchen Steuer ab. Von den verbündeten I kandidatur für

Die weinsteuer in der Manzkominisfion.

Auf der Tagesordnung der Sitzung der Finanzkommission am Samstag stand die Weinsteuer. Die Subkommission hat in einer umfangreichen Drucksache durch den Abg. Fuhrntann (Natl.) Bericht erstattet. Sie schlägt der Hauptkommission vor:

Von der Einführung einer Weinsteuer überhaupt abzusehen, insbesondere einer allgemeinen Faßweinsteuer nicht zuzustimmen, für den Fall aber, daß die Hauptkommission sich doch für eine Flaschcnweinsteuer entschiede, die Steuer für die Flasche bis zu einem Raumgehalt von 400 Kbztm. (halbe Flasche) auf 3 Pfennig, für die Flasche mit einem Raumgehalt von 400 bis 800 Kbztm. (ganze Flasche) aus 5 Pfennig zu bemessen. Der Entwurf der Regierung sah als Grundsteuer durchweg 5 Pfennig für die Flasche vor. Nach dem Vorsckstage der Subkommission sollte sodann die Staffelung kür den Wettzuschlag nicht schon bei einem Flaschen- vreise von 20 Mk. mit einem Steuerzuschlag von 3 Mk. abschließen, andern der Zuschlag bei einem Preise von 35 bis 50 Mk. 5 Mk. und bei mehr als 50 Mk. 8 Mk. betragen. Aus jeben Fall, auch Hit den Fall der Nichtbesteuerung der stillen Weine, solle eine Lr Höhung bet bestehenden Schaumweinsteuer ins Auge gefaßt iverden. Weiter beantragt die Subkommission eine Resolution, die den Reichskanzler zu erwägen ersucht, ob mit der Einführung inet Flaschenweinsteuer nicht auch die amtliche Eichung' ber Wein- laschen vorgcschricben werben kann. In ber Subiömmission waren i»ic Vertreter bet Konservativen unb der wirtschaftlichen Vereini­gung für eine allgemeine Weinsteuer auf Flaschen- unb Faßweine ingetreten. Gegen, eine allgemeine Faßweinstcuer sprachen sieh die Vertreter der Nationalliberalen, des Zentrums, ber Polen, öer Freisinnigen und ber Sozialdemokraten aus. Ebenso hatten >bic Vertreter der verbündeten Regierungen lebhafte Bedenken geltend gemacht, da die Faßweinsteuer den Winzer treffen würde, vas bei der Flaschcnweinsteuer vermieden werden könne. Die Trage, ob eine Weinsteuer bloß auf den Flaschenwein cingcfüfjrt werben solle, war dann von den Konservativen, der Reichsvartei md der Wirtschaftlichen Vereinigung in der Subkommission bejaht morden. Dab.u wurde geltend gemacht, daß es eine Pflicht sozialer '"»crcchtigkeit sei, in dem Augenblicke, wo man Bier und Brannt- 'rin besteuere, auch das Getränk der wohlhabenden Klassen zur --teuer herauzuziehcn. Die Vertreter des Zentrums und der - >e.ualdcmokraten erklärten. sich gegen die Besteuerung auch der Flaschenweine. Diese wurde eine. Ausnatzmesteuer sein, denn unter en 118 000 Hektar, die dem Weinbau in Deutschland gewidmet ; arcn, würde böchstcnS auf 40 000 Hektar solckger Wein hergestellt, Lcr als Flaschenwein in den Handel käme. Auch unter den Flaschen- > Deinen besändc sich aber eine große Anzahl Weine mit geringeren Qualitäten, die man jedenfalls mit der Steuer verschonen müsse, □er Vertreter der nationalliberalen Partei in der Subkommission ! thnt die Weinstcuer, zumindest in der vorgeschlagenen Form ab, txbrilt seinen politischen Freunden die Stellungnahme vor unb enthielt sich deshalb der Abstimmung. Der Vertreter der srei- i innigen F uiionsgemeinschaft erklärte, daß die Mehrheit seiner wolilischen ö-Kunbe für eine Fiajchenweinstcuer cmtrctc. Der Ver­räter der polnischen Fraktion war bereit, für eine Flaschenwein- s 'euer zu stimmen, falls die Abwälzung auf den Win;er mit Sicher- l-reit verhindert werden könnte. Der Beschluß, die Grundsteuer mf 5 bzw. 3 Pfennig zu bemessen, wurde gegen Freisinnige, □ationallibcrale und Sozialdemokraten gefaßt: der Vertreter ber wirtschaftlichen Bereinigung fehlte bet bieser Abstimmung. Gegen gleiche Winberheit wurde die Erweiterung ber Staffelung bc- ! Glossen. Hierfür war die Erwägung maßgebend, daß sieh be- stmdets in großstädtischen Restaurants öfters Flaschen im Preise r»rt 100 Mk. unb barüber auf den Weinkarten verzeichnet fänden. Die Subtommission beantragt weiter, daß als Wein in Flaschen o:nch Wein in anderen verschlossenen Behältnissen bis zu 10 Liter H.aumgehalt zu behandeln ist. Die Vorlage beschränkte das aus talten Raumgehalt bis zu fünf Liter. Für die Subtommission war b(xr Wunsch maßgebend, den Flaschenhandel und die Flaschen- iiJrrü'alioii zu schützen, da andernfalls namentlich im Osten, ber Privatmann dazu übergehen würbe, sich ein kleines Fäßchen aus betr Weinstube liefern zu lassen. Ein weitergehender Antrag, auch Fässer bis zu 50 Liter zu besteuern, wurde abgelehnt, da hierdurch bereits eine Faßweinsteuer cingeführt werden würde. Die Reso­lution wegen der Eichung der Weinflaschen wurde damit begründet, dbiß man sehr oft Flajchen vorgesetzt bekäme, die drciviertel Liter Raumgehali haben sollten, tatsächlich aber viel weniger Wein socßlen. Der Hauptbeschluß, von der ^Einführung einer Weinsteuer iMerhaupt abzufehen, wurde mit 5 Stimmen des Zentrunis, der National!iberalcn, der Freisinnigen unb der Lozialdemolraten, cugen 3 Stimmen der Konservativen, der Reichspartei und der Äolen gefaßt.

Die Subkommission verhandelte weiter über die Frage, ob rite Steuer auf alkoholfreie Getränke eingeführt werden solle. Ts kommen dafür in Betracht: natürliche Mineralwasser ^Heil- und Tafelwasfer>, die künstlichen Mineralwasser (Selters- und Soda- stnasser-, alkoholfreie zuckerhaltige Getränke, (Limonade, Branse- I monaden, sterilisierte Moßc und alkoholfreie Weine. Form und Lrt ber Steuer würde nach dem Muster der Schanniweinsteuer ruzurichten sein, Banderolesteuer. Als Wettsteuer könnte sie nicht tfftaltet werden, da die HcrstellungS- unb Verkausspreise zu ver- sohiedenartig seien: es empfehle sich vielmehr eilt einheitlicher Satz, mb zwar von 2 bis 4 Psennig die Flasche. _ Man schätzt bei 41)8 Millionen Flaschen inländisches Hestwasser 12 Millionen Flaschen, inlänbisches Tafelwasser 108 Millionen, Jnlandserzeug- 111'5 an sonstigen alkoholfreien Getränken 299 Millionen unb Ein- NLhr an natürlichen und lünstlichen Mineralwassern 9 Millionen) ii'in Ertrag der Steuer auf 8 bis 9 Millionen Mark. Die Koni- imsswn stellte sich mit 6 gegen die beiden stimmen der Sozial- brnrofraten unb ber Polen auf den Standpunkt, daß eine Steuer c if alkoholfreie Getränke für den Fall der Annahme ber Wein- fi:11er in Vorschlag gebracht roerben solle. Falls dagegen die Wein- ft:uer abgelchut werden sollte, so sollten auch' die alkoholsreien Ge- tainke nicht zur Besteuerimg herangezogen werden. Aus' ber Sub- kcunrnission wurde hierzu ausgeführ!, daß, wenn eine Besteuerung beer alkoholfreien Getränke mit Rücksicht aus die NläßigkeilSbewegung mich an sich nicht erfreulich sei, sie sich doch im Jittereffe den Michseinnahmen sowie des Schutzes der WeinblNier nicht umgehen ! ßc. Die Wirte machten ganz enorme Aufschläge^ und wenn man eilige Pfennige Steuern darauflege, so würde dies möglicherweise oar nicht zu einer Verteuerung führen. Wünschenswert sei es aller- oings, dabei die Karlsbader unb andere wirkliche Heilwasser ganz fc djulaffen. Vvn den verbündeten Regierungen wurde die ge- pTmschte Unter)dxitutng zwisclieu Wässern für Heil- und Tafel-

Nr. 108 Erstes Blatt 15S.Jahrga«g Montag 10. Mai 1909

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rmecke für sehr schwierig erklärt. Wolle man überhaupt eine Be­feuerung der olloholsreien Getränke, so müsse man eine einheit- [icoe ausnahmslose Steuer festsetzen. Die Bestellerung des Obst- iDi-ins wurde einer besonderen Besprechung unterzogen. Von der einen Seite wurde eilte solche Besteuerung gerade int Interesse des LnauLenweins für wünschenswert er Härt. Es wurde aber dem . . , = .

Mgegenaehalten, daß, wenigstens soweit Aepfel verwandt würden, Heimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz, ts.jich fast ausschließlich um! Faßweine handele. Der starke. Rückgang | Der ehemalige Bürgermeiste

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