Ausgabe 
9.10.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 237

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Aus Stadt und Land.

Gießen, 9. Oktober 1909.

Tierärztliche Ausbildung. Wie wir auS der .Berl. Tierär^tl. Wochenschrift" ersehen, wurde von der dies­jährigen Plenarversammlung des Deutschen Veterinärrates folgender Antrag von Veterinärarzt Dr. K nel l-Gießen ein- stinimig angenommen: An tierärztlichen Bildungsanstalten, an denen durch Ausbau der ambulatorischen Klinik und des geburtshilflichen Unterrichts versucht wird, daS Ziel zu er­reichen, eine praktische Ausbildung der Tierärzte zu vervoll­ständigen, soll auch darauf Bedacht genommen werden, Ein­richtungen zu treffen, die geeignet sind, die Studierenden in einige informatorische Berührung mit dem landwirtschaftlichen

Die ..Gtetzener SomHknblattcr werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegk, das HKrei$blQtl für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zett» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« strahe 7. Expedition und Verlag: Redaktion:L^I12. Tel.-AdruAnzeigerDießen.

Prospekt gab

bringen.

** Kun stv er ein. Die Renovierungsarbeiten des Ausstellungssaales sind soweit beendet, daß die Eröffnung der Ausstellung bald erfolgen kann. Der Vorstand des Kunstvereins hat die hohen Ausgaben nicht gescheut, um einen würdigen modernen Kunstsalon herstellen zu lassen, indem mm alle ausgestellten Kunstwerke von jedem Platz aus eine volle Beachtirng finden können. Die Wände des Saales sind mit blaugrauem Künstlerrupfen bis fast zum Fußboden bespannt. Die seither an dieser Stelle befind­liche Holzvertäfelung ist entfernt, auch sind die alten Gestelle durch neue moderne, die mit kupferfarbigen Rupfen be­spannt, ersetzt worden. Der Kunstverein kann auf sein'" schönen Ausstellungssaal, der noch andere neue Einrich­tungen hat, stolz sein. Von der Eröffnung der Ausstellung ab findet alle drei Wochen ein Wechsel der Gemälde statt und unsere Kunstfreunde können versichert sein, daß die Ausstellung wieder manche schöne und interessante Kunst­werke aufzuweisen haben wird. Die Beschickung der Er­öffnungausstellung hat eine Anzahl hervorragender Künstler zugesagt. Voraussichtlich werden einige Tage vor­der Eröffnung der Ausstellung die zum Wettbewerb einge­laufenen Entwürfe zur Errichtung eines Wasserturmes an der Schönen Aussicht auf einige Tage zur Besichtigung

Noch keine Entscheidung in Wien.

Herr Wekerle wird allmählich ungeduldig und scheint den Kaiser Franz Josef sanft zur endlichen Entscheidung gemahnt zu haben:

W i e n , 8. Okt. In der heutigen Audienz begründete der ungarische Ministerpräsident erneut die Bitte des Kabinetts um Enthebung, da dessen Stellung im Abgeordnetenhausc unhaltbar sei." Kaiser Franz Iosef erklärte hierauf, er werde schon in den nächsten Tagen seine Entschei­dung treffen. Ministerpräsident Dr. Wekerle ist nach Ofenpest zurückgekehrt.

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kleines Feuilleton.

Ein Denkmal für Professor Dohrn. Wie die ,Tribuna" meldet, bildete sich zu Neapel unter dem Vorsitz des Bürgermeisters ein Komitee zur Verbreitung einer Ehrung für den verstorbenen Professor Dohrn und gleichzeitig zur Eröffnung einer Subskription, um dem Verstorbenen em Denkmal in der Billa Communale in der Nähe der zoologischen Station zu errichten.

EinHeine-DenkmalinderHeide. Die Ab­lehnung des Heine-Dentin als von Korfu durch den Ham­burger Senat veranlaßt einen Leser, an ein Herne- Denkmal zu erinnern, das nur sehr wenigen bekannt ge­worden ist Es steht als mächtiger Steinblock mitten in der Einsamkeit der norddeutschen Heide, in der Nähe von Lumm­land bei Oldenbüttel, das auf der Bahnstrecke von Bremen nach Breurerhaven liegt. Inmitten einer hohen Kiefern­gruppe erhebt sich dort em großer Granitblock von etwa li/4 Meter Höhe, nur mit dem NamenHeine" geschmückt. Dieses weltabgelegene Steinmonument, das in seiner stim­mungsreichen Umgebung von tieferer Wirkung ist als irgend­ein prunkvolles Marmorstandbild, wurde vor Mehreren Jahren von drei Bremer Lehrern errichtet Und das ge­schah in aller Stille, ohne daß man Subskriptionen nötig hatte oder eine Reihe von Instanzen um ihre Genehmigung zu befragen brauchte.

Eine Theaterbank,in Paris. Mit einem zeitgemäßen Unternehmen beschäftigt sich eine Gruppe kapi­talkräftiger Kunstfreunde in Paris, nämlich mit der Gründung einer Theaterbank. Das Unternehmen be­zweckt, die Bühnenschriftsteller und Direktoren, die durch Geschäftsunkenntnis oder wegen augenblicklichen Geld­mangels ihre zu erwartenden Einnahmen unter schweren Bedingungen flüssig machen müssen, vor solcher Ausbeutung zu schützen. Die Theaterbank soll ihren Wirkungskreis nichi nur auf Paris, sondern auch auf das Ausland erstrecken, soweit es sich um Wahrimg französischer Interessen handelt.

Der Polarforscher und sein Honorar, lieber die geschäftliche Ausbeutung der Südpolarexpedition des Leut­nant S hack le ton werden in der Grande Revue allerlei merk- würdige Einzelheiten veröffentlicht. ®d>on6 Monate vor der Ausreise der Expedition war die finanzielle Ausbeutung des Unternehmens genau festgestellt: die Zeitungsherausgeber, bie Vortragsagenten und die Kinematographimunternehmer hatiep u)re genau stipulierten Verträge mit dem Leiter der Expedition abge­schlossen. Tie Daily Mail hatte sich ausbedungen, das erste Telegramm mit der kur-en zusammensassenden Darstellung der Expeditionsergebnisse zu veröffentlichen, wahrend der Verleger Heinemann die Herausgabe des illustrierten Regewerüs (ich lieferte. Tas Honorar war stapelweise normiert: je näher -Lhacklelon dem Pol kommen würde, je höher die Summe. MU Staunen equht man später, daß Shackletons Proviant beinahe ettchopft war, als er sich endlich entschloß, umzukehren; die geringste Fortsetzung

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nicht zuknöpft; die meisten Erkältungen entstehen durch den mangelhaften Schutz des Rückens. Der Mensch mag nur die Natur beobachten und ihr folgen. Bei allen Tieren findet man als Schutz des Rückens eine besonders dichte- üppige Fellentwicklung, während an allen anderen Körper­teilen das Fell leichter und dünner wird. Um ein Pferd gegen Kälte zu schützen, genügt die Bedeckung des Rückens. Die Frauen, die Schals tragen und sie an der Brust über­einander zu legen pflegen, sollten es lieber umgekehrt machen und den Schal doppelt über den Rücken legen, um vor allem den Rücken zwischen den Schulterblättern zu schützen."

Eine geschäftliche Unsitte. Schon manchem wird es begegnet sein, daß er gern den Preis eines aus­gestellten Gegenstandes erfahret: hätte und daß er nach den unbequemsten Drehungen und Wendungen ein Zettelchen gefunden hat, auf dem einige Buchstaben standen. Die Mühe war also umsonst, denn der Kaufmann hatte es eben vorgezogen, den Muser aus irgend einem Grunde vor­läufig im Unklaren über den Preis zu lassen. Gegen diese Unsitte wendet sich Avenarius im Ortoberheft des Kunst­worts :

Ich trete in einen Laden und sehe mich unter den Sachen rings um. Dieses da könnte mir passen, n>ie viel mag's kosten? Ich nehm's in die Hand und lese den Zettel:hm" steht drauf. Hm, ich sehe auf einem andern nach:ppn". Auf einem drillen) zwitschert es:tt, zi". Also muß ich das Fräulein fragen. Uebersetzt es mir die Geheimschrift richtig? Ja, wenn es das titt, warum mußt ich sie erst bemühen, warum schrieb man keine Ziffern hin, die der Mensch auch außerhalb Alt-Griechen- lmrds als Zahlen auffassen kann? Bedeutet die ^Geheimschrift etwa: bis zu diesem Preist, o du Verkäuferin, darfst du nötigen- falls lstnabgehen, sieht aber der Kauflusllge nach einem pus, dar mehr zahlen kann oder mag, so versuche mehr aus ihm her- auszubekommen?

Berehrlick;e Händler vom Privatalphabet: die Zeiten sind schlecht, die Menschen' sind's auch, insbesondere aber sind diese mißtrmrisch, wenn sie überhaupt erst anfangen zu denken. Den Buchstaben-Zahlen auf den Preiszellelchen gegenüber haben sie das erstaunlich lange nickt getan, samt hätten sie sich diese eure diskrete Einrichtung nickst so lange gefallen lassen. Vielleicht har auch unter euch selber bisher der oder jener sie nur als biederen alten Brauch übernommen, ohne biet darüber nach- ?.udenllm und weil sich ja keiner daran stieß. Eine ganze Anzahl eurer Berufsgenossen hat sic trotzdem schon abgesck>afst. Woüen's bie übrigen nicht auch tun? Nämlich: es könnte mit der Zeit mehreren und vielen wie dem Schreiber dieser Zeilen gehn. Der hat jedesmal, wenn er Buchstaben aus den Preiszettelchen sielst, wo nur Ziffern unmißverständlich sprechen würden, das Gefühl: Ächtung, man will dich begannen:. Deshalb kaust er, wenn fich's machen läßt, lieber bei denen eurer Kollegen, die in dieser Beziehung vom hellenisckxn Brauche zum arabischen übergegangen find.

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Wien, 8. Okt. Im niederosterreichischen Landtage erklärte Statthalter Graf Kielmannsegg sich gegen die Sankiionierung der Lex Axmann. Maßgebend hierfür seien dieselben Erwägungen, die in früheren Jahren bei ähnlichen Entwürfen den Ausschlag gegeben hatten. Tie Besoranis des Landtages, es könnten öffentliche Volks­schulen errichtet werden mit nichtdeutscher Unterrichtssprache, ist nach der Entscheidung des Reichsgerichts bedeutungslos, das seststellte, daß in Niederästerreich fein mchtdeutfcber Bolksstamm ansässig sei. Der Landtag beschloß daraufhin, die Angelegenheit &ur weiteren Beratung der Zwanziger- kornrni sion zu überweisen und nahm einen Dringlichkeits- autrag an, der die deutsche Sprache als Unterrichtssprache an Lehrer- und Lehrerrnnenbildungsanstalten in Nieder­österreich festlegt.

Wien, 8. Okt. Wie dasArmeeverordnungsblatt" meldet, ordnete der Kaiser die Errichtung eines Ge- neraltruppeninspektorats mit dem Standorte in Serajewo an. Ferner sollen die bisherigen Vtilitär- territorialbereiche Serajewv und Zara als 15. und 16. Armee­korps zusammengefaßt und als Kriegshafenkommando in (Sattato zu einem Jnfanterietruppendivifionskommando ausgestattet werden.

Prag, 8. Okt. In der Sitzung des Professoren-Kolle- arums der juristischen Fakultät der Prager deutschen Uni­versität wurde in Bezug auf den Fall Wahrmund eine Entschließung angenommen, in welcher die Nichtgenehmi- quna her Vorlesung des Professors durch das Ministerium für unzulässig bezeichnet und erklärt wird, falls Wahrmund Dem Unterrichtsministerium geheime Zusagen gemacht habe, sie aber jetzt nicht halte, müßte gegen das Verbleiben Wahr- munds im Professorenkollegium der Fakultät Verwahrung eingelegt werden.

Luise Guitschek aus Prag (Bühnenname: Mrola 9Jhra) ver­suchte, sich durch EinatmenvouLeuchtgaszutöten. Ihr Zustand ist hoffnungslos. Liebesschmerz und Miß­stimmung über ihr mit wenig Erfolg begleitetes hiesiges Auftreten sollen der Grund für die Tat sein.

des Vorstoßes nach Süden hätte den Forscher unfehlbar dem! Hungertodc preisgegeben, dem er auch so nur mit knapper 9rot entrann. Er hatte ein doppeltes Interesse, möglichst wert vor-s zudringen; neben dem wissenschaftlichen auch ein finanzielles, denn mit jedem höheren Breitengrade mucksten die vereinbarten Honorare. Für die von Shackleton erreichte Breite war die Summe von zehntausend Mark vereinbart; dabe: vergütete die Zeillmg auch die TelegramMkoften für zweitausendchnshunden Worte z-n 9 Schilling. Aber der Vertrag entlstelt eine besondere Klausel: es war ausgemacht, daß die zivilisierte Welt unter keinerlei Umständen auch nur die einfache Tatsache der Rückkehr Shackletons erfahren dürfe, bevor das Londoner Blatt seine ver­traglich bedungenen Berichte empfangen hätte. Darum hielt sich Shackleton auch in der Nähe der Stcwardinfel so lange verborgen, bis die nötige Zeit verstrichen war, die das Telegramm nach London voraussichtlich brauchte. Shackleton selbst übergab das Telegramm einem Te'legraphcnbeamten, der mit Genehmigung der Neuseeländischen Regierung eigens für ihn ausgesandt wurde. Die Mannschaft des Schiffes mußte ihre Ungeduld, wieder ans Land zu kommen, einstweilen bezähmen. So kam es, daß die Bevölkerung von ykufeeland die Talgache der Rückkehr shackletons aus den Regionen des Südpols erst 24 Stunden später erfuhr^ als die Leser des Londoner Blattes. 2 Mvnate später wurde Shackleton in Brindisi erwartet: von seinem Verleger, der die Einzelheiten über die schleunige Herausgabe des Reisewerkes mit ihm bereits besprechen wollte, ehe der Forscher wieder den Boden seines Heimat­landes betreten konnte.

Warum erkältet man sich nrcht am Pol? Aus London wird berichtet: Bei seinem letzten Vortrag im Middlesex-Hofpital erwähnte Leutnant Shackleton auch die auffällige Tatsache, daß kein Teilnehmer der Südpolar­expedition je von einer Erkältung befallen wurde bis zu dem Tage, da man die aus England mitgeführten Kleider- ballen öffnete. Von diesem Augenblick an waren alle er­kältet. Diejenigen, die sofort hinaus in die eisige Atmosphäre gingen, verloren alsbald wieder ihre Erkältung, wahrend die anderen, die in der geschlossenen Hütte blieben, noch zwei oder drei Sage darunter zu leiden hatten. Dr. Forbes Roß, der sich mit den Ursachen dieses eigenartigen Phänomens beschäftigte, wieS darauf hin, daß auch Nansen und andere Polarfahrer dieselben Erfahrungen gemacht hätten. Die Erklärung ist, daß die eisigen Polarregionen von Staub und jenen Krankheitskeimen frei sind, die sich in zivilisierten Ländern anhäufen. Der Balten aus Eu­ropa mitgeführter Kleider, nach dessen Oeffnung alle Ex­peditionsteilnehmer sich erkälteten, enthielt zweifellos tau­sende von Katarrhmikroben. Dr. Roß erwähnte dabei aud) einige Hilfsmittel gegen Erkältung: frische Lust, häufiges Oeffnen der Fenster, mäßig kühle Temperatur in der Woh­nung und vor allem: keine ängstliche Verhüllung von Nacken und Hals.Die Leute begehen alle den I Fehler, daß sie die Brust warm verpacken und den Rücken zwischen den Schulterblättern nicht genügend gegen die Kälte schützen. Memand wird sich erkälten, der seinen Rock vorne

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ausgestellt.

** Bei der Parseval-Landung ist folgendes zu beachten: 1. Landungsplatz. Der Führer des Parseval hat um die Freihaltung eines Platzes von 300 Meter Durch­messer gebeten. Diese Fläche wird auf dem hinteren Teile des Triebes, ungefähr mit dem Ende des Philosophenwaldes beginnend durch Militär abgesperrt werden. Es wird dringend ersucht, diese Absperrung, die natürlich nur lose sein kann, streng zu respektieren und nicht den Versuch eines Durchbruches zu machen. 2. Der reservierte Platz für die mit Eintrittskarten versehenen Personen be­findet sich auf der nach Gießen zu gelegenen Seite des abgesperrten Vierecks. Er wird durch Pflöcke und Draht­zaun gesichert werden und bietet eine vortreffliche Uebersicht 5es Landeplatzes. Dem nicht zahlungsfähigen oder -lustigen Publikum stehen der Raum dahinter, also besonders der städtische Teil des Triebes, die Grünberger Straße, die Rödger und die Wiesecker Seite des Triebes, also ein außer­ordentlich großes Gelände, zur Verfügung. 3. Die mit Ein­trittskarten versehenen Personen wollen von der Kaiser-Allee beim Wegweiser Liebigshöhe links abbiegen und den Alten Rödger Weg an der Liebigshöhe vorbei ein­schlagen. Für andere Personen ist dieser Weg aesperrt. Man bittet auch dringend, ihn nicht etwa vom Philosophenwald her zu betreten. Die Wege von Philosophenwald her sind übrigens schon aus dem Grunde zu vermeiden, weil die von dort Kommenden vermutlich durch eine Wagenbura (siehe unter 4) vom Landungsplatz abgefperrt, sein und nichts sehen werden. 4. W a gen dürfen im allgemeinen nur bis zum Teutonenhaus fahren. Nur solche Wagen, die mit äßagenEarten versehen, sind, dürfen in den Alten Rödger Weg einbiegen und bis zum Ende des Philosophen­waldes fahren. Der Trieb darf aber auch von ihnen unter feinen Umständen befahren werden, was bei der Rückfahrt zu beachten ist. Den Insassen der Wagen ist zu raten, auszu- jreigen und sich auf den reservierten Platz zu begeben. Von den Wagen aus ist nur wenig $u sehen. 5. Nutzen der Eintrittskarten. Es ist die Frage aufgeworfen wor­den, ob die Lösung von Eintrittskarten entsprechenden Nutzen

Die Giehener Ackerbau- und ObstaursteAung.

Gießen, 8. Oll.

Die Ausstellung bot schon am Freitag abend ein schönes Bild, wenn auch noch einzelne Aussteller binnüht waren, die letzten Hände an die SaMmelausstellung zu legen.

Die Ausstellung verfällt in drei Teile: Obstbau, Ackerbau und die mit beiden Betrieben in Zusammenhang stehenden Gc- schästsziveige. Die Ausstellung zeigt, daß der Kreis Gießen zu den günstigsten Kreisen in obstbaulicher Beziehung zu rechnen ist, denn das Obst, das dem Besuck>cr vorgefllhi't wird, dürfte an Vollkommenheit, in bezug aus 'Ausbildung und Farbe, nicht hinter den Ausstellungen anderer Kreise zurückbleiben. Beim Ltudium der Ausstellung wird man besonders die Obstsorten aus^den Orten in der Nähe von Gießen herausfinden, die als die Lbstlammer der Provinzialhauptstadt betrachtet werden müssen, so z. B. Hcuck>el- heim, Klein-Linden, Großen-Linden, Gvoßen-Bnfeck u. a. Jede Gießener Hausfrau, besonders auch Bewohner des Landes, werden Gelegenheit haben, auf dieser Ausstellung die Sorten kennen zu lernen, die für unsere Verhältnisse in Betracht kommen. Tie Ver- anstalllmg des Ausschusses der Landwirtschaftskcrmmer und des Oberhessischen Obstbauvereins haben beim Stellen der Aufgaben gerade auf diese Punlle großen Wert gelegt. Unsere Ho.ussrauen werden besonders erfreut sein über die schönen Obstkonservierungen, die aus Stadt und Land vorgeführt sind. Neben den Einzel­ausstellenr präsentiert sich dir schön arrangierte, reichhaltige Sam­melausstellung der Kreisstraßenverwaltung des Kreises Meßen sehr vorteilhaft; sie enthält die besten Obstsorten unseres Kreises.

Die Ackerbauabteilung ist so reich beschickt, wie sie kaum auf einer anderen Bezirksausstellung erreicht werden wird. Hier kann der Landwirt sehen, welch.' Ansprüche man eigentlich an vollkommen ausgebildete Feldfrüchtc stellen kann, was fotovhl Gemüse und Kartoffeln, als auch landw. Futterpflanzen betrifft. Einer der Glanzpunkte der Ausstellung bildet die Abteilung des Landw. Instituts der Landes-Universität. Die Direktion des Instituts ist hier bestrebt, damit belehrend auf die ländlichen Be­sucher einzuwirken, indem sie ihnen die durch Anbauversuche als die bedeutendsten Sorten hingestelltcn Feldsiüchte vorsührt, ferner

gewährt. Diese Frage ist unbedenklich zu bejahen. Wenn auch das nichtzahlende Publikum das Luftschiff und die Landung ebenfalls gut wird sehen können, so ist doch der reservierte Plutz besonders aut. Es ist außerdem dem mit Eintrittskarten versehenen Publikum Gelegenheit gegeben, ohne Gedränge auf den Festplatz zu gelangen und ohne Gedränge dort zu verweilen, was für viele großen Wert haben wird. Sck)ließlick> werden auch die Inhaber von Ein­trittskarten, vorbehaltlich näherer Rücksprache mit dem Führer des Parseval die Möglichkeit haben, das Luftschiff nach der Landung zu besichtigen. Es kann daher nur ge­raten tverben, sich Eintrittskarten zu besorgen, und zwar möglichst im Vorverkauf, wenn aud), namentlich für aus­wärtige Besucher, noch beim Eingang in den Alten Rödger Weg (aber nur an dieser Stelle) Gelegenheit gegeben werden wird, Karten zu lösen. Man bittet, der leichteren Kontrolle wegen die Karten offen zu tragen. Schließlich mag noch, entgegen einer im gestrigen Gießener Anzeiger gebrachten Notiz, bemerkt werden, daß die Karten für Er­wachsene 1 Mk., für Kinder 50 Pfg. kosten. Karten für 50 Pfg. sind für Erwachsene vom Deutschen Luftflottenverein nicht ausgeaeben worden und könnten nur mißbräuchlich mit seinem Stempel versehen sein.

X. Hanau, 8. Ott. Die seit Beginn der Spielzeit Stadttheater wirkende zlveite Operetten-Soubrette Frl. e Guitschek aud Prag (Bühnenname: Karola Diira) ver-

Zweites Bliatt 159. Jahrgang Samstag 8. Oktober 1909

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Eeneral-Anzeiger für Ebecheffen