Ausgabe 
8.7.1909 Erstes Blatt
 
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I«. «*

suchungen erschienen, die eine (Erweiterung unserer Kenntnisse von der ältesten germanischen und deutschen Namenichöpiung brach­ten: auch bat die vcrgleickienbc Sprachforschung über einzelne der namenbildendcn Wortstämme neues Licht verbreitet. Der Ver­fasser hat die Ergebnisse dieser verschiedenen Untersuchungen m der neuen Auflage verwertet und in dem Namenverzeichnis selbst 4rur solche Veränderungen vorqenoinmen, die ihm die Ueber- sichtlichkeit und Brauchbarkeit des Büchleins zu erhöhen geechiret schienen. So erwirbt cs sich zu den alten Freunden hoffentlich zahlreiche neue.

Geschworener Konsul Bo Hs en: Wir Geschworenen haben von dem Zustande des Angeklagten Kenntnis genommen, wir können unseres Amtes als Geschworene gegen diesen kranken nicht walten. Bors.: Ich habe den Beschluß des Gerichts zu veriünden' Es hat sich mit unbedingter Beweiskraft ergeben, dar. die Verhandlungen eine Gefahr für das Leben des Ange­klagten bedeuten, baß der Angeklagte cmitweilen nicht ver- h an d l u n g s f ä h i g ist. Das Gericht beschließt daher, d i c Ver­handlung bis auf weiteres zu vertagen

^vs Befinden des Fürften Eulenburg hat sich tm Laufe des gestrigen Abends so weit gebessert, daß vorläufig keine G e - fahr besteht. Der Angeklagte wird sich bald nach Schloß Lieben-

bt 8or einem im grofeen ienenen Publikum hielt an zent Dr. Rauch auf En Biffenschaft der Gietzener Öen Vortrag überReIn­der Redner ausführle, nti md Tiefe, und nichts tau Milche Mandiimg, denn en unseres Künstlers haben - Tie 'l.WjQh! der Jtunft« kiassii'llf-archaifMn

ijicnidwiten sich mehr md auck letzt die der M?

dieser Manu nicht allzu krank wäre. Es besteht ber nur der Verdacht auf Gruird des Gutachtens der Wissenschaftlichen Deputation, daß der Angeklagte simuliert oder doch Mittel weiß, um seinen Zustand nach Belieben zu verschlimmern, beantragt daher, den Angeklagten zu verhaften, um ihn unter ständige Aufsicht zu stellen. Dieseir Antrag auf Ver- haftimg bestärke ich noch dadurch, daß, wie bewiesen werden wird, in den leßtcn Tagen Versuche gemacht wurden, Zeugen

Kleine Tagcschronik.

Ter Kronprinz hat den Ehrenschuß über denIn­valid e n d a n X", Verein zur Förderung der Erwerbstätigkelt und Unterstützung deutscher Invaliden, sowie deren Hinterbliebenen, Berlin übernommen. ... . r

Zeppelin II, der bei Göppingen verunglückte, soll so­weit hergestcllt sein, daß er in der nächsten Woche wieder fahren kann. Gestern wurde Gas in die Halle geschafft.

Luftschifserkapitän Spelterini trifft in Chomounrx Vorbereitungen für feinen Aufstieg Eiide Juli, um photographische Aufnahmen des Mont Blanc-Massivs zu machen.

In der großen Berliner Kunltausstellnng ist geltem eine 25 Cm. hohe Marnwrstatuette, einen Steinadler darstellend, entwendet worden, obgleich sie mit Draht befestigt Ivar.

Ter aus dem Delmenhorster Zbricgerverein ausgeschlossene Ehrenvorsitzende Müller Nutzhorn wurde von der Orts­gruppe Wildeshausen (Oldenburg, Deutsch. Kriegsvcteranen wegen seiner Verdienste um das Kriegervereinswesen zum Ehrenmit­glied ernannt.

In der Gegend von A m m l i l a (Algerien) wurde gestern ein heftiger Erdstoß verspürt. Zwei Eingeborenenhäuser stürzten ein und zwei Menschen wurden unter den Trümmern begraben; die meisten Gebäude zeigen große dtih'e.

vermischtes.

* Deutsches Namenbuch. In der Reihe seiner Ver- deutscliungsbücher hat der Allgemeine Deutsche Sprachverein vor 17 Fabien das Deutsche Namenbüchlein von Professor Khull in Graz mit der Absicht hcrausgegeben, die alten prächtigen deutschen Tauftiämcn in weiteren Kreisen unseres Volkes bekannter und be­liebter zu machen, und zu zeigen, daß auch hier das Gute so nahe liegt und unser Volk keine Anleihe beim Auslande zu machen braucht, um seinen Söhnen und Töchtern klangvolle und zugleich bedeulsame Namen mitzugeben. Dieses Namenbüchlein, das sich schon in vielen Familien Leser und Freunde enuorben hat, ist jebt i-i vierter, verbesserter Auflage im Verlage des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins, F. Berggold, Berlin W 30, zum Preise ooit jO Psg. erschienen. Zn den seit der ersten Auslage verflossenen JahriM sind -leuausgaben alter Kaminiammlnngyi mW U«Xer>

Vvieskasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Nach Ober-Schmitten. 2 Jahre.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag dem

9. Juli: Aufheiternd Geringer Regen. Kühl. Nördliche Winde.

Märkte.

tb. Gießen, 7. Juli. Ter gestrige Rindviehmarkt hatte einen Austrieb von 1300 Stück Großvieh und 250 Stuck Halbem. Ter Handel in Milchvieh, das in schöner Ware am Markt war, gestaltete sich heute etwas besser als beim letzten Markt, obgleich es an fremden Käufern fehlte und nur Handels­leute aus' der Provinz in das Geschäft eingriffen. Erstklassige Ware wurde wie immer gut bezahlt, doch zogen auch die Preise für geringere Kühe unbedeutend an. Der Fettviehhandel bewegte sich in öen alten Bahnen und wurde von den Käufern aus den Vahnorten gemacht. Neuerdings kaufen auch die Gießener Metzger, veranlaßt durch die hohen Preise der Schweme, sogenannte Wurst­kühe. Jungvieh war nur sehr schwer unterzubringen. Einzelne Paare Fahrochsen mürben zu hohen Preisen verkauft, die als Storm für eine reguläre Preisbildung nicht angesehen werden können. Der Kälbermarkt war, was den Umsatz angebt, flott. Wenn auch infolge davon die Preise etwas anzogen, so wurde doch die Ware >ii sehr billigen Preisen abgegeben. Gehandelt wurden Kühe, frisch­melkend »md tragend das Stück 1. Qual. 480 bis 530 Mk. (einzelne Ertra-Qualität bis 580 Mf.ß 2. Qual. 370-440 Akk., 3. Qual. >70 bis 340 Mk. Junge Stiere unb Rinder zur Zucht und Mast je nach Form und Alter 130-180 Mk. Fettvieh wurde bezahlt, der Zentner Schlachtgewicht: Rinder 1. Qual. 6971 Mk 2 Qilal. 66-68 Mk., Kühe 1. Qual. 59 bis 61 Mk., 2. Qual. 56 bis 58 Mk., 3. Qual. 50-53 -Mk. Halber 1. Qual. 62-65 Mk., 2. Qual. 54-60 Mk., 3. Qual. 50-53 Mk. Die wenigen Paare Gangvieh gingen zwischen 900 1100 'Ulf. das Paar fort. Der Warft blieb in Milchvieh überständig. Fette Ochsen hielten sich, bisher in der Gegend auf 75 bis 76 Mk. der Zentner Schlacht­gewicht in bester Qualität und sind reichlich vorhanden.

th Gießen, 8. Juli. Der gestern auf der Lämmenveide des Gießener Ziegenzuchtvereins au der Licherstratze abgehaltene Ziegenmarkt hatte einen Auftrieb von ca. 130 Tieren, sämt­lich Saanerrasse, gebracht, unter denen sich erheblich viel gutes Zuchtmaterial befand. Trotz des ungünstigen Wetters war der Markt von Reflektanten leidlich besucht, so daß sich cm zufrieden­stellender Handel entwickeln konnte. Bezahlt wurden für gute Böcke und Ziegen zur Zucht 5060 Mk., für ältere Ziegen 35 bis 45 Mk. Die gestrige Veranstaltung hat gezeigt, daß der Markt änem Bedürfnis entsprach, auch die Lämmerweide an der Llcher- straße hat sich als geeigneter Platz bewährt, wird aber als Markt­platz noch geeigneter sein, sobald die Straßenbahn nach der Käster- allee benutzt werden kann. Es ist zu hoffen, daß dieser erste Versuch, für Gießen einen Ziegenmarkt zu schaffen, dein sehr rührigen Kreis-Ziegenzuchtverein Veranlassung geben wird, diese Einrichtung zu einer dauernden zu machen unb noch besser aus- zubauen. Mit dem Markt war eine Ziegenschau verbunden, wobei die besten Tiere Preise erhielten. ,

th. Gießen, 7. Juli. Der heutige K i r s ch e n m a r k t hatte in der Hauptsache nur Vorräte aus dem Taunusgebiete gebracht. Bezahlt wurde für beste Ware 20 Pfennig das Pfund. Ueberreife ; Kirschen wurden schon mit 15 Pfennig abgegeben. Trotz des schlechten Wetters war der Markt von Käufern gut besucht, so daß der Vorrat frühzeitig ausverkaust wurde.

OrrgLnal-Drahtmel-ungeir.

Essen, 8. Juli. Auf der Gewerkschaft Deutscher Kaiser stürzte der Förderkorb ab. Sämtliche bann befindlichen sechs Arbeiter erlitten schwere Verletzungen, davon zwei lebensgefährliche. v

Dresden, 8. Juli. Em von Charkow nach Karlsbad reisender Russe wurde gestern als choleraverdächtig nach dem hiesigen Krankenhause gebracht. r

Wien, 8. Juli. Eine Anzahl reicher serbischer Kaufleute und Offiziere hat ein Komitee gebildet, das in kurzer Zeit Geld zur Bezahlung der Schulden des früheren Kron-. Prinzen Georg aufbringen will. v.

Paris, 8. Juli. Der seit einigen Tagen hier tagende K o n g r e ß d e r P o st b e a in t e n hat einstimmig einen Vor­schlag angenommen, worin die ungeschmälerte Ausübung des ShndikatSgesetzes von 1884 gefordert und jede Einschränkung desselben zurückgewiesen wird. Weiter wurde^ beschlossen, daß die allgemeine Vereinigung der Poft- und Telegraphen- Angestellten sich in politischer Hinsicht neutral zu halten, aber nichtsdestoweniger bei den nächsten Wahlen die Kandi­daten zu bekämpfen haben, die ihre Rechte und Interessen nicht wahrnehmen.

P a r i s, 8. Juli. Der Zustand des Generals G a l l i s e t hatte sich gestern abend derart verschlimmert, daß sein Ableben stündlich zu erwarten ist.

Petersburg, 8. Juli. Bei der gestern erfolgten Ab­reise des Zaren nach Poltawa ist die größte Vorficht bcobaajtet worden. Wie gewöhnlich, wenn der Zar in bas innere des Reiches reift, wurden vorsichtshalber drei Zuge abgetanen. Der Zar befindet sich meistens im zweiten oder dritten Zuge. Die ganze Bahnstrecke bis Poltawa war dicht von Militär befetzt, welches, mit dem Rücken gegen den Kaiserzug gekehrt, mit ge­ladenem Gewehr eifrig Wache hielt . .

Belgrad, 8. Juli. Eine öfterreichische Kommission, bestehend aus Beamten, einer Eskadron und 50 Gendarmen, hat die serbische Insel S a r a c e w o in der Trina besetzt und den serbischen Besitzer vertrieben. Die serbische Regierung prote­stierte bei der österreichischen Regierung in Wien gegen diese Verletzung der serbischen Souveränität.

s)c c iu 1) o r t, -8. Juli. Da die Börsenleitung in letzter Zeit mehrere Drohbriefe erhalten hat, daß die Börse während der Geschäftszeit ui die Luft gesprengt werden; würde, wird auch das Börsengebäude von Detektivs aufZ schärfste beiog-ckst.

-m. Lollar, 7. Juli. Ein recht trauriges Bild seiet sich bei dem setzt anhaltenden Regenwetter den Passagieren iiiseres Bahnhofs. Im strömenden Regen stehen Dutzende von weisenden ohne irgend welchen Schutz auf beit Bahnsteigen, um ihre Züge abzuwarten. Man sollte doch meinen, bic Verwaltung, he doch weiß, welch großer Verkehr hier herrscht würde auch nmal daran denken, wenigstens einen Teil der Bahnsteige zu il^rdachen, dies sollte eigentlich schon wegen den Beamten ge- h»chen, die säst ständig, ob es regnet oder schneit, außen zu tun' 1Cd>en. Die Bahnhöfe, der Großstädte werden Mit allem mog-

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Die Verhandlung im MeineidSverfahren gegen den Fürsten Philipp Eulenburg begann heute int Kriminalgebände zu i.iioabit Vor dem Schwurgerichtssaalc drängte sich beängltigenb )ie große Zahl bei Zuhörer unb Journalisten. Die Anklage u rtritt ber Erste Staatsamvalt Dr. Preuß, ihm zur Seite id)t Staatsanwaltschastsrat Dr. Porzelt. Nachbem sich ber Uhörerraum gefüllt hat, erscheint Fürst Eulenburg aus seine iiciben Süchte gestützt unb nimmt auf einem Lehnstuhl Platz. Gleichzeitig erscheiiU die Fürstin, seine beiben Verteidiger Justiz- . riK Di. Wronker und Dr. Chodziesner. Der Vorsitzende untersuchen. .

r- mdgcrichtsdircktor Kanzow eröffnet die Verhandlung und be- Bei Wiederaufnahme der Sitzung sieht man den Angeklagten i ui fit bic 26 Geschworenen, von beneit sich einer für besangen aus bem Lehnstuhle ausgestreckt liegen. Medizinatrat Tr. v o ss - , klärt imd entlassen wird. Der Vorsitzende fragt den Ange- manu und Prof. Dr. Für bring er sind um rhn beschaftrgt. fLngtcn, ob er imstande wäre auszustehen unb zu antworten. - - Vor s.: Der Angeklagte hat uii ber Pause emen schfveren girrst Eulenburg, ber einen sichtlich kranken Eindruck macht und Anfall gehabt, von dem der Gerichtshof und dre Geschworenen regelt Gesicht bleich unb verstört aussieht, antwortet langsam Kenntnis genommen haben. Ich bitte die anwesenden Aerzte, uiid mit ichlevpeiider Stimme, daß er uw hl aufstehen, aber wenig darüber berichten zu wollen. Angeklagter koniteir Sie rnrch ver- ii rechen könne. Nach Feststellung seiner Personalien werden i>ic I ft eben '> Ter Angellagte gibt keine Antwort. Der Bor - 3eugen (iiifgcnnen, unter diesen, ungefähr 60, befinden sich der scheuch' fragt noch mehrere Male mit erhobener und lauter Stimme Tusch Händl er Riedel aus München und Fischer Ernst aus Endlich, als Medizinalrat Dr. Ho ff mann den Kops des Starnberg, .Hofrat Kistler, Dr. Magmis Hirschfeld, Justiz-1Angeklagten ein wenig cmporrichtet, antwortet dieser mit lener T Gt Di. Schulich. Ein 5)auptzeuge, der Bergmann Trost wird Stimme:So ungefähr." Vor,.: Ich werde mir Muhe geben, Haler erscheinen. Als Zeugen treten ferner auf Baron von sehr laut zu sprcclfen. Sachverst. Prof. Kraus: Ter div lldcndelstadt, Justizrat Bernstein, ein Detektiv M üller, I geklagte hat einen schweren Anfall von Herzschwäche gehabt, ^ct) b er Bürgermeister Rettenberg von Tegernsee und Landgerichts- habe eine Steigerung des Pulsschlagcs' bis zu 132 schlagen wahr- r dt S chm ib 1. Graf Kuiw Mo l t ke ist nicht erschienen, ebenso genommen. Ich bin ber Ansicht, baß ber Fürst nicht oerhanblungs- s»hlt Graf Edgar W e be l. Prof. K a u l b a ch in München hat sich fähig ist. Sachverst. Pros, ^ür bringet: ^ch bin ber häuf gerne (bet unb General von Plessins k i erscheint morgen. Ansicht, baß imter keinen Umständen verhandelt werden darf. 5ie Fürstin unb Graf Eduarb Eulenburg werden, da sie aussagen Sachverst. Sanitätsrat Tr. D enrich: Ich muß sagen, d^

Kd;sZnli,e Theckci er toclborieiträgei" Mn veueckeitsersolg, daß Wt w die höhe ging. Tie loar vorzügliiü be- en- du hem» Majewch, 6u muitcrhaster Weise ihre r ein schöner Schivank ___________

er Mst Philipp Eulenburg vor den Geschworenen,

wegen bis auf weites $crUn' 7' SuIL

S Ruppertenrod, 7. Juli. Daß es manchmal nur einer EiMietcn AnreguMf bedarf, um merkwürdige Alters 1'tnmsfunde zu bergen und sie vor dem Ver orengehen zu Dützen, zeigt folgeiides Beispiel: Der Lehrer tzeugen Ober- f chse batte seinen Schülern gelegentlich des Geschichtsunterrichts m S^in.zeitaller erzählt und dabei ettvahnt, daß Stcmaxte aus I bi hem Zeitalter noch manchmal heute gesunden wurden ^.ags >^nach überbrachten ihm die Schüler drei sehr.gut erhaltene ^teinärte, von benen eine von einem Knaben beim ftleelteuren b qj.ju nben worden war. Die ^derehatte aAfeinemAckergelegen, ti bi:' dritte in ber Erde, woraus sie beim Au^graben cmsgeleieii! ' itrirbe. Die drei Steinäxte bilden em wertvoll^ Stuck der Crfjub rcmmlung für den Anschauungsunterricht. ähnlicher Wege

«ihen sich auch, von den Leuten aufbewahrt, Mcteorsteme, ^mter^

berg Mrückbegeben.

<9erid?tslaaL

Köln, 7. Juli. Heute wurde von der Kölner Straf­kammer das Urteil 'gegen die 12 Personen gefällt, die an ber Gründung der Spielbank auf Korfu beteiligt waren. Das Urteil lautete auf Freisprechung sämtlicher Angeklagten. Die Beweisaufnahme endete am vergangenen Samstag nach fast ein­monatiger Dauer. . .

i'R o in , 8. Juli. Vor einigen Monaten beging die <)0,e der Gattin des befannteu Komponisten Puccini Selbstmord, weil Frau Puceini das Mädchen beschuldigte, em Liebes- Verhältnis nut ihrem Manne zu umerhalten. Die tfamilte des Mädchens klagte darauf gegen Frau Puccini, die nun gestern wegen Verleumdung zu f ü n f M o n a t e n G e f a n g n i s verurteilt wurde. Eine Sektion der Leiche hatte die völlige Un­schuld des Mädchens ergeben.

turrben sämtlich bis auf Riedel, Bernstein, Hirschfeld und Ernst Qll. Sachverst. Medizinalrat Dr. Hoffmann: ^ya, bitte, ciltlassen. von ber Verhandlung Abstand zu nehmen. Pros. «>t r a ß-

Der Vorsitzende verliest den Erösfmmgsbefchluß, aus denr mann erklärt, daß der starte Ausall eine schwere Gefahr be- ' l>:rvorgeht, daß der Angellagte int Dezember 1907 sich zweier deutet unb baß er einen solchen nicht voransgeiehcn habe. 4 Verbrechen schiflbig gemacht habe, 1. wissentlich einen Meineid ZtaaWanwalt Dr. Preuß: Ich stelle den A n t r a g a u s B e r- i gideiftet und 2. den Fischer Emst zum fOlemeibe verleitet zu Tagung der Verhandlung.

I Üben. Der Vert. Justizrat Wronker macht darauf aufmersam, - " 03 ' fr"

I loiß der Fürst schwer leidend sei. Der Angellagte bittet ums Wort. Er führt mit leiser Stimme aus:Es fällt mir sehr

1 i jpver, den Verhandlungen zu folgen. Trotzdem hege ich Noch 1 bic .Hofftiung, daß sich meine Gesundheit bessern wird, denn Fern Mensch hat so großes Interesse daran, daß das Verfahren; burchgeführt wird, wie ich. Ick) habe deslfalb alles getan, um

1,1: meine Gesimdheit zu kräftigen. Deshalb bin ich auch nach Bad

ou vcrlM^ Lastern gefahren. Ich bin kaum in der Lage gewesen, hier zu

elfte« scheinen. Ich muß auch darauf aufmerksam machen, daß ich

wicht in der Lage sein werde, schon morgens halb 9 Uhr hier zu mscheirren. -- Bors.: Die Wissenschustliche Deputation hat sest- > erstellt, daß sic glaubt Sie werden iu den frühen Morgenstunden nm besten verhaublungsfähig sein. Angell.: Die Herren, die Las Gutachten aufgestellt haben, haben mich niemals weder vor­der noch nachher untersucht. Sie haben gesagt, daß üe auf meine -irbjektiven Aeußenmgen feine Rücksicht nehmen dürfen - Vors.: W besteht fern Zweifel, daß Sie tatsächlicki ein kranker Mann sind: eher es kommt mis doch so vor, als ob Sie von öftrer Krankheit beliebigen Gebrauch machten. Die Wissenschaftliche De- .mtatmn hat festgestellt, daß Sie im Garten waren, als die Herren 5ie besuchten, nachher' aber, als die Herren angekommen waren, ich ins Bett legten und sie im Bett empfingen. Das ist doch wchst auffällig. Es wurde endlich fcftgeitellt, daß Sie bei der Untersuchung den Atem angehalteii haben, daß Sie, auch beim flehen übertriebene Beschwerden zeigten. Angell, (sehr erregt -: Dagegen muß ich auf das entschiedenste proteitteren. Es kommt ror, daß ich mich cm einem Tage sechsmal ins Bett lege. Ich uar, als die .Herren mich besuchteii, auf dem Wege, mich zu Sette zu begeben Vors.: Sie haben aber bei der Uittersuchung >en Atem ungehalten. Angell, (mit der Hmid auf den Tisch chlagend): Das ist nicht wahr, das habe ich nicht getan! Vorf.: Sic können aber doch nicht von uns verlangen, daß wir uns leben Morgen hierher setzen und nun warten, ob und bis Sie berhanb- lungsfäl)ig sinb. Vert. Justizrat Wronker: Ich bitte darüber ten praktischen Arzt Sanitätsrat Dr. Denrich zu vernehmen. Dr. Denrich hüt den Angellagten zu einer Zeit behandelt, wo von Simulation durchaus nicht die Rede sein komtte. R.-A. Ehod- >icsner: Ich machte darauf aufmerksam, daß die Herren von )er Wissensckfaftlichen Deputation ossen gelassen haben, ob nicht ber Angeklagte wegen seines nervösen Zuftandes verhandlungs- unfähig sei. Staatsamv. Dr. Preuß: Daß der Angellagte berzleibend ist, wirb zugegeben. Wenn er aber eine beschwerliche Kesse von einem Tage und einer Nacht unternehmen konnte unb liachher noch Luft hatte, in ein EafeHaus zu gehen unb Kaffee zu trinken, ja sogar Humor genug besaß, mit sich bei dem ihn bcglet lenden Polizisten zu bedanken, so sck)eint es uns doch, als pb

' Z>°ch|t i. O.

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«li'läqe hält, ein Glaube, der in uraltem germmiischem Gotter- Wrt sowie über Müden wurzelt und auf Donar hiniverft. t

. m Kurlheate- ch Rockenberg, 7. Juli. Die n eue ev an g elisch e blikuiu eine anoenehm -Virdie ist nahezu vollendet und wird am 29. August etu-

9 W g«tvciht. Vor zwei Jahren schlossen sich tue 220 evang. s mwohuer zu einer Kirchengemeiude zusammen. Der kath. f-emeinderat stellte in dankenswerter Weise den Bauplatz kostenlos zur Verfügung und mit tatkräftiger Unterstützung Gustav-Adols-Vereills konnte zum Bau geschritten wer- n<n. Die evang. Pfarrstette wurde 1870 Dom Staat er- ichket, als Gotteshaus wurde bisher die Kirche zu Ma- .ienschloß benutzt.

zu beeinflussen. L ...

Justizrat Wronker: Der Airgeklagte tft deshalb mit w «3» n bimLL.be geWiebt niÄ IN» Ä » «Wg

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B erlauf nahm das 10, a h r r 9 e <511T tun g Auch suchte ich Mittel, um bic Kaution, die auf eine halbe Mfllwn

siesigen Gesangvereins ~1L er a 11 erhöht war, zu stellen. Von dem Baron Rothichllbt habe ich bie

3 ereilte hatten sich eingeftmden aus nah nnd fern und em Million nicht erhalten. Ich bin trotz größter Anstrengung ttlicßer Festung bewegte sich durch dav schon geschmückte schnell gereift, baß meine Leute auf Schloß Liebenberg nicht - jrf Nack einer kürzen Ansprache des Präsidenten L. ^it genug hatten, rechtzeitig imch Berlin zu kommen. So kam Timon überreichten die Jungfrauen eine prachtvolle es, daß ich baheim keinen Kaffee bekommen konnte und gezwungen Z ab n en s ck l e i fe Die Vorträge der einzelnen Vereine war, in.ein Kaffeehaus zu fahren Bert R.-A. Cho d zies» er. Kylien sch leise. a unb gereicht jedem Wenn der Fürst durch ferne icknelle Reise gezeigt hat, -daß bei

charen durchweg gut KU "ennen, uuv iI)m durchaus kein Fluchtversuch besteht, 0 geht daraus iiur hervor,

feeunbe des deutschen L edes zur Freude daß es auch w ourm 1» ^^Rlle dem Richter stellen wollte. -Staats- 11 dem kleinsten Dorfe mit ^^r gehegt und gepflegt^rd.! . föeh)i6 Iifqt fein Fluchtverdacht vor, wenn der Angellagte

> ':cht unerwähnt soll bleiben, daß der hiesige runge Tum- L eincm Gaj^6(tujC eine Tasse Kaffee trinken will. Wenn er aber Mreiu mit seinen vorzüglichen Stabubnugen und Pyramiden bfn beu überwachenden Beamten zu kranken,

u osten Beifall erntete. I so muß an seinem anscheinend guten Willen doch gezweifelt werden.

. - n cym-g o& TMrtnrhmrr'f mir einer I J-ustizrat Wronker: Man muß doch bedenken, in welcher Lage fich der Fürst befand. Der Vorsitzende unterbricht ihn mit der Bemerkung: Bedenken Sie, ic kurzer eine Rede ist. um so mehr Gewicht kommt ihr zu. Wir haben also die zwei Fragen zu entscheiden: ist der Angellagte verhandlungsfahig unb ferner: ist er haftfähig. Zur Entscheidung dieser Fragen werden nun die Sachverständigen vernommen. Sanitatsrat Tr. 2 e n - r id): Der Angeklagte ist verhaublungsfähig, aber nicht auf lange Zeit. Dem Gutachten ber wissenschaftlichen Deputation, bas von Prof. Geheimrat Tr. Straßmann verfaßt ist, kann ich mich nicht auschließen. Ich halte es für richtiger, einen Sachverstanbigen zu befragen, ber nicht, wie Straßmann, nur mit Leichen, fonberrt mit Ubcnbigen Menschen zu tun hat. Auch bas InhaltenJ)C5 Atems ist eine Begleiterscheinung seines Leibens unb keine Simulation. Geh. Mebizinalrat Prof. Tr. Straßmann: Ich halte ben Ton, ben mein .Herr Vorrebner angeschlagen hat, nicht für üblich vor Gericht unb werbe natürlich nicht in benselben verfallen. Von Voreingenommenheit kann keine Rebe sein. Wir halten ben Fürsten für verhaublungsfähig. Wir behaupten, baß bas Stocken beS Atems auf Willkür beruht.Vor,'.: Herr ^achocrftanbiger, gibt es Mittel, bie ben Einbruck des Verfalls bei Kranken Her­vorrufen und sind diese Mittel von Medizinern bisweilen nicht nachzuweisen? -- Sachverst.: In dieser Form gibt es der­artige Mittel nicht. Sachverständiger Medizinalrat Dr. Hoff­mann: Ich stehe noch heute auf demselben Standpunkte, den ich im Vorjahre vertrat. Der Angellagte ist zeitweisevcr- han dlungs fähig. Wenn im Gefängnisse die richtige Pflege waltet, so kann von einer Haftfähigkeit gesprochen werden.

I sachverständiger Medizinalrat Dr. S 1 ö r m c r: ^d) habe fe|h gestellt, baß bie Atembeschwerben unb bie Pulsvermehrung auch ohne Willkür im Schlafe cintratcn. Lebensgefahr würbe bei ber Verhaftung bes Angeklagten nicht bestehen. Sachverstanbiger Pros F ü r b r i n g e r: Ich muß bas Gutachten bes Mebiziniicheii Kollegiums vertreten, bas auf bemselben Stanbpunkt steht Wie bas Gutachten von Dr. Hoffmann. Sachver,laubiger Prof. Dr Kraus: Ich habe mich dem Gutachten angeschloslen, daß der Fürst verhandlungsfahig ist. Im übrigen müßte ich den Ange­klagten jetzt nochmals imterfuchen. Tiefem Wunsche schließen sich Prof. F ü r b r i n g e r , Prof. Str ufern a nn unb Tr Ä osf- mann an. Das Gericht beschließt, eure Pause eintreten zu lassen, in ber die Aerzte den Angeklagten im Schwurgerichtsiaale

1 einiger ÄeieckliDNg ton ic Archäologie bat sich btt iten. Sange Zeit hing fit ciniann unb feinen -Stbülcin t unb stiller Größe. x^tt eben, wie e» bic Aomanti! die eigene, nationale fünll- liker hingegen haben gerat! Wien wesentlich zur Mop üt beigetragen, bic anf ben üe .Amt national icm M . B bie Berschiedenhett

1 fiaC nüKeneniit« twollen"''nont Dorsitze'nben eindringlich zur Wahrheit vermahnt, I der" Angellagte einstweilen nicht verhanblimgssähig ift. itrniani'di n Nurn J 3 . ^ugenbfünden bürsten nicht verschwiegen werben. Die Zeugen Sachverstänbige Dr. Störmer sdflreßt sich bicicm Gutachten WÄwr..........- " - .............. """

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