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8.11.1909 Erstes Blatt
 
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159. Jahrgang

Erstes Blatt

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Die heutige Nummer umjatzt 10 Seiten.

erinnerte an die von

Phon 758

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Greift Hände und Gewebe nicht an,

Ulrichstein und die anderen beteiligten Orte werden das Vahlresin.at int Interesse des von ihnen erstrebten Bahw banes mit großer Freude begrüßen.

Leiten.

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fternIprech-Anichlüüe: iür bie Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 zidrefie für Depeschen: «uzeiger Gießeu.

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Lasten

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während geschweißte oder nahtlos gewalzte Röhren vollauf dem­selben Zweck erfüllen, den höchsten Wmorberungen genügen und sich, wie jeder Laie beurteilen kann, gan-; erheblta) Diuiger stellen.

ist daher die unumgänglick)e Psticht der Retchstagsnntglceder, das Tun und Lassen der Marineverwalrung zur Sprache zu bringen, sich die Vertrage mit den Lieferanten vorlegen zu lasten und darauf zu bestehen, daß alle vflichwergessenen.Beamten ob hoch oder niedrig, denen im vorliegenden Prozesse ein .'Jcafel am haftet, ohne Barmherzigkeit entlassen werden/ « .

Tie Reichsmarineverwaltung fchrnnt sich Ichon davon überzeugt zu haben, daß in der Verwaltung ernstlich Wandel geschaffen werden muß. Hierauf deutet nachstehende, vom Äolffschen Bureau verbreitete Mitteilung hin:

Es besteht die Absicht. am der kaiserlichen Werft Wtl helmshaven vom 1. April 1910 ab eine Buchführung nach kaufmännischem Muster einzmuhren. Mit die>e> Maßnahme hat sich der Rechnungshof des Deutschen Reiches ctn- verslanden erklärt. Im Zusammenhang damit ist em kauf-- männischer Beirat angestellt worden, der die .Beamten mit der kaufmännischen Buchführung vertraut machen foll. Jöo währt sich die Einrichtung, so soll sie sväteMn auch m anderen Marine-Staatsbetrieben eingeführt werden. Dre für die Neuerung nötigen Mittel sollen im nächsten Etat angefordert werden, wes­halb die geplante Aenderung erst am 1. April 1910 voll m Strait

Die ,Boss. Zig.' begleitet Die Meldung von der Heber» Weisung an die BundesratsauSschüsse mit folgenden zutreffenden Bemerkungen l _ ,..n

Eiuslweilen ist der Entwurf von den zuständigen Ausschüßen des Buudesrals noch nicht angenommen. Es ist daher noch Zeit, daß s > eh die ö s s e u t l, ch e Ai e i ii u n g geltend m a eh t, öaB der vaiidelsiaq, der pausabund, die Vereine uud^erdondc aller -Art, d,e berufen sind, ihre Stimmen gegen eine Schädigung der toeroerbe, des Verkehrs, der Zivilisanon zu erheben und nach 'viog- lichkeii für eine zweckmäßigere Gestaltung de» Fernsprechgebuhieu- orduung, als ste die frühere Vorlage bot, Sorge tragen, voffent- lich bedarf es nicht astm vieler Eingaben, um Herrn v. öethmanu- Holl'.veg von der9lützlichkelt einer Vertagung dieser Gebuhreureform auf bessere Zeiten zu überzeugen.

Trotz offiziöser Dementis erhält sich in eingeweihlen Kreisen die Ueberzeugung, daß die Amtstage des Staats­sekretärs Kraetke im Retchspostamt gezählt sind. Als sein Nachfolger gilt der Unterslaotssekretär im Reichsschatzamt, Wirkt. Geh. Rat Twel e, auf dessen Posten wiederum Geheuu- rot Dr. v. d. B o rg h, der Präsident des Kaiserl. Statistischen Amtes, kommen dürfte.

Ich vermute, daß man das Werk nach der meiningschen Bühnenbearbeitung von Heinrich Jantsch eingerichtet hatte, der mit seinerDeutlichkeitsregie" schon viel Uichetl angerichtet hat, weil er mit dreister Faust dem Dichter ins Wort fällt, wie z. B. in den Auftritten auf dem Rütli und während des Apfelschusses. In beiden Fällen unter­bricht das Bolt mit Zwischenrufen die Rede ohne daß der Dichter das vorfchreibt. Hier genügen Gesten voll- lommen, denn gemeinschaftlicheAusrufe einer un­gleichartigen Menschenmenge sind ebenso unschön wie u n - wahr. Mer diese Z-ehler sind nebensächlich, gegenüber den folgenden, die allerdings bei fast allen Tellaufsührungen zu rügen sind und schon von Ludw. Ti eck in seinen krtti- ichen Schriften beanstandet wurden. In der hohlen Gasse i)at Schiller mit echter Meisterschaft den Auftritt der Arm­gard eingefügt, um von Dell abzulenken und dem Schuß damit eine tiefere Bedeutung zu geben, als der Räche­st eines Meuchelmörders. Tell muß deshalb unbedingt hinter dem Strauch verborgen bleiben bis nach den Worten Geßlers: Das ist Tells Geschoß! Erst dann erscheint er nach des Dichters Vorschrift auf der Löhe. Es war deshalb ein arger Fehler, daß Tell hier deutlich sichtbar blieb und aus seinem sicheren Versteck ge­mächlich auf den Ahnungslosen zielt. Das heißt den dichter verteuuen der zwei Auftritte eingeschoben hat (außer dem erwähnten das Erscheinen des Herzogs am Schluß), um den Tell nicht als gemeinen Mörder erscheinen zu lassen. Aehnlich, wenn auch lauge nicht so kraß, liegt der Fall bei dem Mfelschuß, wo sich das ganze Interesse aus Rudenz richten soll, damit der Zuschauer von dem Anblick des ver- -weifelteu Vaters abgelenkt werde. Schiller sagt aus­drücklich: Indem sich alle nach dieser Seite^ge- wendet (d. h. zu dem empörten Rudenz) . . . hat -lcII den Pfeil abgedrückt. Es ist deshalb unangebracht, den Tell im Vordergrund auszustellen und den Schauspieler mi: einer smmmen' Verzweiflung kämpfen zu lassen was auf die Dauer unschön und langweilig wird. Von die,en Verfehlungen abgesehen aber war die Aufführung glanzend. Die Darsteller strengten sich mit bestem Erjolge an, obwohl manches weniger scharf zu unterstreichen gewesen wäre. Vo.- -üalick' war der Geßler Kurt Guhnes, der auch ausge- sühnet Maske gemacht hatte. Sein Geßler ivar weniger der herzlose Tyrann, als der energische Reformer; ein Mann

Nr. 262 ter Siebener Anzeiger -rfchcini täglich, außer Sonntage. - Beilagen: oierinal wöchentlich Ä oi<bener§amili<nblütter; - - iweunalwochenll.rueis- blatt für Den Kreis Gieren / \

,Dienstag und Freitag); tmeimal monatl. Land- ' lvttlfchaflliche Zeitfragen

Montag 8. November 1909

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A iahrhd) 'Bll. 2.20; durch

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ausioärls 20 Pieitniq. " MF Eheiredakteur: A Goetz.

Verantwortlich für den

öffentlicht, die den Wegfall des Pauschabonnements und eine aanj außerordentliche Verteuerung des Fernsprechverkehrs für die Städte in Aussicht stellte. Das war am 27. Dezember 1907. Fürst Bülow setzte verfassungsmäßig seinen Namen unter'den nur wenig veränderten Entwurf und so kam es am 4., 5. und 6. März 1909 im Reichstag zur ersten Be­ratung der Fernsprechgebührenordnung und zu deren Der- Weisung an die Budgetkommission.

aus Stahl. Ebenso war Edgar Pauly als Attinghausen sehr lobenswert, obwohl vielleicht der einstige Recke noch etwas mehr zu betonen wäre. Sehr hübsch, wenn auch noch etwas zu nervös, war Kurt Goldberg in unvorteilhafter Maske als Rudenz. Ein guter Stauffacher war Hermann Bakof. Eindringlich und von hoher Schönheit war die Sprache Direktor Steingoetters als I el Reding. Karl V o l ck war als Walter Fürst sehr lobenswert, hatte aber feine Maske so sehr bis ins kleinste ausgearbeitet, daß ,ie aus die Entfernung nicht mehr einheitlich wirkte. Mit Mast und Wärme gab Ferry D a u b a l einen männlich .schonen Tell und man könnte von einer vollen Durchgeistigung sprechen, wenn er an den vorhin erwähnten Sunden wrder den Geist der Dichtung nicht mitschuldig wäre. Recht hübsch war Franz Wiederhold als Rösselmann, doch wäre der Schwur vielleicht etwas markiger zu sprechen. Wolsgana Leßler entbel-rte als Kuoni zu sehr der Ruhe und auch der Baumgarten Max Gunolts war mehr nervös als erregt. Mehr innere Glut hätte ich dem Arnold gewun,cht, obschon Karl Marx sich redlich bemühte, bie,e Glanzrolle aller jugendlichen Helden zu erschöpfen. Von erfreuender Herzlichkeit waren Lore Scholz als Gertrud und Erna Güldener als Hedwig. Anmutig und nicht ohne Tiefe war Franzi K o ch als Berta. Sehr schön und wuchtig auch, wie es sich gebührt, gab E^h Gühne die Armgard. Gu,n Ney war ein herziger, kecker Walter. Zu erwähnen waren noch- Rudolf Göll als Jal>ann, Albert Ruch (Werni und Rudolf- Paul Urban (Ruodi und Leuthold), Loite Wen- o e l als träumerischer Jenny, Eva H i l l e r als netter Seppi und Hermann Norden als bärbeißiger Fmetzhardt.

Als Vorstellung an sich verdient diese mit außerordent­licher Hingebung und tüchtigem Fleiß ausgearbeitete Dar­stellung vollste Anerkennung. Man hatte sich Ziemlich in den Geist des Klassikers vertieft und lieh ihm auch die große Geste nach der feine Kunst unbedingt verlangt. Ohne die leicht' abzustellenden Verfehlungen wäre die Aufführung von höchster Schönheit gewesen, aber auch so kann man |ich über das Erreichte freuen, zumal schon vormittags eine Aufführung vorangegangen war, wodurch die Darsteller naturgemäß ermüdet waren. Das Schönste allerdings waren die Büi/nenbilder. Daß man einen schönen Theaterzettel herausgab, sei ebenfalls besonders anerkannt. K. N.

Auf der marotfcniidien Schwede.

Noch sind die marokkanischen Händel nicht ganz geordnet. Die Franzosen benutzen die Gelegenheit des spanischen Waften- 'tillstandes, ihre Rechnung zu präsentieren, und die Spanier nehmen im Nifgebiet neuerdings doch wieder eine drohende Hal­tung ein. Wir erhalten folgende Meldungen:

Paris, 7. Nop. Nach offiziöser Mitteilung hat Mmilter P i ch o n, welcher gestern in Gegenwart des Direktors der politischen Angelegenheiten Bapst und des Gesandten Regnault die marokkanischen V e r t r e t e r M o k r i und F a s i emp- angen hat, mit größter Entschiedenheit auf einer baldigen Regelung der schwebenden Fragen bestanden Er Frankreich gegen den Magsen erhobenen zahlreichen Beschwerden, deren Berechtigung die übrigen Mächte anerkannt hätten. Betreffs der Verhandlungen über bte löU Millionen-Anleihe verlautet, daß gegenwärtig derjenige -teil bicfcr Anleihe erörtert wird, der zur Befriedigung der Privatglaubiger des Magsen bienen soll. Es heißt, Pichon habe oesonberc-n Wert darauf gelegt, bis zum nächsten Freitag eine endgültige Antwort von den Vertretern 'Beulet) Hafids zu erhalten, da an diesem Tage in der Kammer die über Marokko eingcbrachte Interpellation beantwortet werden soll.

Melilla, 6. Nov. Einer amtlichen Meldung zufolge nahmen die spanischen Truppen ohne Kampf die Stellung bei Hindim ein, die als Schlüssel der ganzen Gegend und des Kap Tresforcas angesehen wird.

Melilla, 7. Nov. Die von den Spaniern besetzte Stellung bei" H inbim soll befestigt werden, um die anderen spani­schen Stellungen bei Kap Tresforcas zu jichern. Die Generale Marina und del Ereal sind nach Melilla zurückgekehrt.

Melilla, 6. Nov. Sechzehn taufend Mann smd heute früh in der Richtung auf Eazaza nach dem Gebiet der Beni Sikar aufgebrochen. , > i .

Paris, 6. Nov. Nach Madrider Prioatmeldungen handelt j geworfen wird, möge es sich bei den angekündtgeen, unmittelbar bevorstehenden Ope/' 1

rationen im) Rifgebiet lediglich darum, die span'.fcye Einflußsphäre von den Rifleuten zu säubern und eine Sinie von starken, ständigen Mililärposteu zu errichten. Es heißt, die Re­gierung wolle angesichts der beunruhigenden Meldungen über den Gesundheitszustandes des Erpeditionsheeres die unerlatzlichen Operationen ietzt «zu Ende führen, da sie befürchtet, baß mit Eintritt der Regenzeit die K-rankheitsfälle noch mehr zunehmen

Wilhelm Tell. Von Schiller.

3iir Feier von Schillers 150. Geburtstab veranstaltet die hiesige Bühne in höchst dankenslverter Weise eine Reibe von Schülervorstellungen, zu denen man sehr mi Recht des Dichters herrlichen Wilhelm Tell ausaewahll hat. Wer am Samstag die kleinen Theaterbeiucher sah, der wird eine rechte Freude an diesen empfänglichen, begeisterten Menschlein gehabt haben, die sich nicht genug tun konnten in Jubel und Beifall. Steil aufgerichtet saßen sie da und folgten mit glänzenden Augen den Vorgängen aus der Buhne. Heu und heiter klang ihr Beifall: ein Beifall, der feiten jo ehrlich gemeint und so ohne allen Mißilang.ist. x/ie schönste Anerkennung für die Darsteller, die in diesen --ragen besonders angestrengt sind. Hier ist noch uneingeschranklev Wohlgefallen, rückl^alilose Bewunderung, ..er i ie Kunst noch eine große, gewaltige Offenbarung ist- ^seltsam aber, rote hier schon die Geschlechter sich unterschieden, -r-ie Jungen hatten sichihren Tell" großenteils mitgebracht und saßen zum größten Teil ernster und reifer da, als die Mädchen, die nich! immer die flinken Mäulchen halten tonnten und sich in den Pausen mitunter durch das ganze paus Yin unterhielten Während des Spieles aber war fast atem­lose Stille, und die 'i'lnfführung war auch so recht dazu an­getan, auf die Kinder zu wirten. Das Bckdhafte ftanb nn Vordergrund, und das Wort kam nicht immer zur vollen Geltung. Die äußere Pracht aber war mit vieler Ruye und gutem Geschmack außerordentlich wirkungsvoll ber- gerichtet worden. Der See mit dem gewaltigen Zeisen und den schroffen Hängen an den Seiten, ^/^.liachers Daus vor dem friedlich-schönen Tal, der Ausblick durch das ^or des Edelhofes in die weite, lachende Landschaft, das Rutn mit den im Mondlicht leuchtenden Gletschern im Hinter­grund, Teils Wohnung, der Marktplatz von ^tors, das östliche Ufer des Vierwaldstätter See, die hohle Gasse, -eus Hausflur u. a. waren von ungewöhnlicher Lchonheit und Anmut. Hier ivar eine Arbeit geleistet worden, die de. höchsten Lobes würdig ist. Leider ging mit dieser cuißeren Pracht die innere nicht immer ganz Hand in Hand, wett die an sich äußerst rüchtige Regie stellenweise fehlgegrissen hatte. Fehler allerdings, die immer wieder gemacht werden.

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könnten.

Madrid, 7. Nov. Die Radikalen hielten heute eine Versammlung ab, um gegen die von Maura m einer Versamm­lung der Konservativen gegen die Radikalen, gerichteten Angriffe zu protestieren. Es würbe eine Tagesordnung angenommen, in der die Wiederherstellung bet konstitutionellen Garanten von Katalonien, bte Entlassung ber infolge der Ereignisse von Barce­lona verhafteten Personen aus der Hast und eine dernokratifche und liberale Politik verlangt werden.

potrt sche LagcsscHarr.

Tie Aeuserung ber Fernsprechzedühren.

Rm Donnerstag Hot ber Bunbesrat ben Entwurf einer Fernsprechgkbührcnoibnung den zuilänbigen Ausschüssen über­wiesen. Man dachte kaum daran, daß bte glücklich begrabene Fernsprechgebührenorbnung alsbald eine Auferstehung feiern roerbe. Erst mürbe eine Denkschrift des Neichßpoi'iamts oer-

WLr politischen Teil: August

General-Anzeiger für Oberhesfen MW

Botafionsbrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Sleinüruckeret R. Lange. Redaktion. Lrpedttlon und Druckerei! Schuiftratze 7.

daafintterlaflen, wie alle 'önsugen W« werden schön und daueM- gefertigt in dem tzM-bM-M- ilW

Hermann Plank M «avlansMe 2

Lan-tagzersatzwahl in Herbstein.

Die Lanbtagsersatzwahl für den verstorbenen Abg. Sürgermeister Schmalbach von Crainfeld, der benöe» zirk von 1876 ois 1884 und dann wieder von 1896 ab oertrat fand am Samstag vormittag IV/4 llhr m Herb­stein ftatt. Abg Schmalbach war bei seiner letzten Wieder­wahl im vorigen Jahre, die ohne eigentliche Agitation vor sich ging, mii 25 gegen 21 Stimmen, die aus den Spar­assenrechner Meisti von Ulrichstein fielen, gewählt wor- den. Die damalige Wahl war weniger von politischen Ge- sichtspunlten beherrscht, als von lokalen Jntereffen. ~,er Wahlkreis ist aus dem Amtsgerick-tsbezirk Herbstein und einem Teil des Amtsgerichtsbezirks Ulrichstein zusammen- aesetzt, von denen der Herbsteiner den östlichen Tell des Logclsberges umfassende Bezirk das Uebergenncht hat. politisch ist der Bezi' t, abgesehen von der Stadt Herbstein, das Zentrumswahlmänner wählt, ziemlich gleichmäßig und ivählte demgemäß bei der lebten Wahlmannerwahl durch­weg auf dem Boden der Wirtschaftlichen Vereinigung (Bund der Landwirte» stehende Wahlmänner. Da nach dem herr- .chenden Wahlgesetz Wahlmänner auf sechs J.ihre gewählt werden, hatten sie auch die jetzige Ersatzwahl vorzunehmeu. wonach war eine Aenderung des politischen Besitzstände^ hei der Wahl nicht zu erwarten, und es drehte sich bei ihr lediglich um Personen- bezw. Bezirksfragen.

Als Kandidaten waren genannt Bürgermeister J o ft von Berm-h hsbain, Sparkassenrechner M e i s t i von Ulr'.ch- itein und Beigeordneter Ochs von Ilbeshausen. Da btefer die Kandidatur ablehnte, verteilten sich die Stimmen fast gleichmäßig auf die beiden anderen Kandidaten, und bloß insofern spielten politische Gesichtspunkte hinem, als Herr Meiski dem rein agrarischen Flügel der wirtschaftlichen Bereinigung angehört, während Herr Jost mehr der ann- .emittfchcn Rick.tnng zuneigt. Bei der von Kreisamtmann 'r b e r g in Lauterbach geleiteten Abgeordnetenwahl er­hielten beide Kandidaten fe 16 Stimmen, während ein Zettel unbeschrieben luar. Da somit Die erforderliche acho- ;ute Mehrheit nickst erreicht war, mußte ein zweiter Wahl­gang stattfinden, bei dem, wie wir schon tn der Samstags- nummer melden konnten, Spartasserechner Meiski 17 Stimmen erhielt und somit gewählt wurde, während Bürgermeister Jost wiederum 16 Stimmen auf sich ver­einigt. Wenn ver eine Wahlmann, der beim 1. Wahlgang jich für keinen der beiden Kandidaten entscheiden konnte, auch bei der Wiederholung sich der Stimme enthälten hätte, hätte durch das Los entschieden werden müssen, wer von den beiden Kandidaten den Bezirk für die nächsten fünf Jahre

zu vertreten haben würde.

Die Walü ist ein Beweis Dafür, wie wenig das jetzige Landtagswahlreckft geeignet ist, den Willen der Wähler un- zweifelyafi nr. Ausdruck zu bringen und wie leicht die Wahl durch 'Zuiälligteilen beeinflußt werden kann. Gerade diese Wahl sollte beit Landtag veranlassen, mit allen Kräften die Revision des jetzt geltenden veralteten Landtagswahl- zesetzes zu betreiben und Der direkten Wahl der Abgeord­neten die Wege zu ebnen.

treten kann.

Aos einer italienischen Gemeinde.

Der BerlinerLok.-Anz." berichtet aus Italien fol­gendes Vorkommnis: . r.

In Is 0 la del Liri, einem Jnd ustme stad tchen bei Caserta, haben seit zwei Jahren die Sozialisten die Kom- munalverwaltung in den Händen. An ihrer Spitze steht als B ü r g e r m e i st e r der Arbeiter Vincenzo Gio­vannone, der die Gemeinde völlig autokratisch regierte.

putzmühl6"

Die Kieler Enthüllungen.

Im Anschluß andenKielerWerftskandal schreibt dieGermania": m L .. , f. k. c,

Schon längst wird la über Vertrage gemunkelt, die der Marinefiskus über die verschiedensten Materialien tri un­glaublich einseitiger, dem Lieferanten günstiger Weife betätigt, wobei das Staatsinteresfe tn unglaublich schnöder Weife vernachläsfiat wird. Wie mit vollen Händen das Geld' wea- geworfen nnrb, möge nachstehender Fall kennzeichnen. Für hoc>> unmittelbar bcootftegenoen p c - gespannten Dampf bestellt die Marine nur .^ren großer^ t lediglich darum, bie spamfche ' Durchmcf.er^ die ans hem« ,n ausgebl.hr t. find.

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