aus Cassel.
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s. Darmstadt, 4. Dez. Am 24. Juni fand in Rüssels beim Beigeordneten wähl statt. Gewählt wurde der Sozialdemokrat Jahrradhändler Georg Jun g IV. mit 354 Stim men. Die Wahl wurde vom Kreisrat beanstandet und auch vow. Kreisausschuß Groß-Geran nicht bestätigt. 3k den Gründen rourbt angegeben, Jung sei Sozialdemokrat und Führer der sozialdemo kratischen Partei in Rüsselsheim. Er habe seine politische Ge sinnung stets bekannt und besonders als Mitglied des Gemeinde rats betätigt. Ta er als Beigeordneter mittelbarer Staatsbeamte und 1 cciger staatliä^r Hohcits.echte sei, habe die Auffichtsbehörd: die Pflicht, die Wahl nur zu bestätigen, wenn die Persönlichkei des Gewählten auch Gewähr dafür bietet, daß er die bestehende Ordnung respektiere. Tas wäre bei Jung als Anhänger bei
Jakob Maternus
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Mitglied der Rahaitsparwereinsgung.
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werben. Nunmehr ist geplant, Anschluß an das Gaswerk ter Stadt Gießen zu nehmen. Während Geschäftsleute und Geiverbetceibende bereits ihren Bedarf an Lichtflammen an- gegeben haben, wünschen unsere Bauern eine elektrische Anlage.
x Rodheim a. d. Bicber, 4. Dez-. T*er erste sieben- iröchige Haushaltungskursus des .Greises Biedenkopf wurde am Donnerstag durch eine Prüfung geb assen. Landrat 2r. Daniels, Pfarrer Vömel, die Bürgermeister von Fellingshausen und Rodheim, sowie fast alle Eltern der Kursus- lei!nehmerinnen waren der Einladung dazu gefolgt. Zunächst gab es eine vortrefflich zubereltete Kostprobe. Tas darauf folgende Examen durch Fräulein Herz verlief sehr gut. Auch bei der Ausstellung der Handarbeiten hatte man Gelegenheit, Erfreuliches zu sehen. Landrat Daniels sprach seine volle Befriedigung über das Erreichte aus und wünschte allen weiteren Kursen einen gleichen Erfolg. Herz- lidje Dantes- und Mahnworte sprach yim Schlüsse auch der Ortsaeistliche. Sämtliches Haushaltungsinventar ist nach Wallau bei Biedenkopf abgegangen, wo der zweite Kursus stattiinden soll.
s. Marburg, 5. Dez. Den Professoren der theologischen Fakultät Dr. Jülicher und Konsistorialrat Tr. Mirbt, wurde das Prädikat Geheimer Konsistorialrat verliehen. — In Kappel fand gestern bei zahlreicher Beteiligung die Beerdigung des infolge der Schlägerei gestorbenen Schreiners Echwick statt. Bei der gerichtlichen Obduktion am Freitag zeigte der Täter Böth keine Reue Der als Raufbold bekannte Mann, an dessen Streit mit den Studenten sich die übrigen Dorfbewohner kaum beteiligten, will in Notwehr gehandelt haben. Für die Frau und die Kinder des getöteten Schwick, der erst 42 Jahre alt war, haben die hiesigen Zeitungen, die Studenten und der Rektor der Universität Aufrufe zu Sammlungen erlassen.
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Landwirtschaft.
Berlin, 4. Dez. Rach dem Bericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrates über Herbstbestellung und Saaten st and vom 1. Dezember 1909 ist es in den meisten Fällen gelungen, den infolge der verzögerten Ernte vielfach hervorgerufenen Rückstand in der Herbstbestellung in der ersten DiovemberHälfte einzuholen. Die starken Schneemassen, die seit dem 18. November niedcrgingen und die Arbeiten auf den Feldern plötzlich zum Abschluß brachten, haben insofern noch Besorgnis wegen der Saaten erweckt, als der Boden vorher keinen 3ro; abbelommen hatte, und daher mehrfach zu fürchten war, daß die künftige Entwicklung des Roggens unter ,der hohen Schneedecke mangelhaft ausfallen mürbe. Diese Gefahr erscheint durch den inzwischen eingetretenen Umschwung zum Tauwetter zunächst beseitigt, lieber den Stand der Saaten lauten die Berichte im ganzen durchaus befriedigend.
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Dienstag den 7. Tezbr. d. I., nachm. 2 Uhr»
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Sr^ialdemnfratir nicht der Fall. Rach längerer Verhandlung wurde heute m>m Prvvinzialausichuß der Rekurs verworfen und dem Jung außer dem Tragen bet Kosten eine Äversionalstrasc von 5 Mk. auferlcgt.
Stürme und Schiffrunsälle.
Die Stürme der letzten Tage haben vielfack) großen Schaden angerichtet und schwere Schiffsunfälle lrerooi gerufen. Sämtliclie Kanaldampfer berichten von Gefahren, wie man sie seit Jahren nicht mehr gewohnt war. Der Dampfer von Ostende brauchte 8 Stunden für die lieber- fahrt. Der Dampfer „Ellan Bannin", der zwischen der Insel Man und England verkehrt, hat aller Wahrscheinlichkeit nach Schiffbruch erlitten. Er hatte 12 Passagiere und 20 Mann Besatzung an Bord.
Auch die deutsche Schiffahrt ist stark in Mit leidenschaft gezogen worden. Von vier Torpedobooten, die infolge des 'Stuwnes im Hafen von Husum Schutz suchten, strandete in der dortigen Außenförde das Torpedoboot „G. 84". Das Boot liegt so hoch auf, daß es bei normaler Flut vom Wasser gar "nicht erreicht wird. Die Bergung dürfte sich sehr schwer gestalten, die bisher unternommenen Versuche waren vergeblich. In Kiel hat der Sturm zahlreiche .Häuser abgeheckt. 5 Personen wurden schwer verletzt. Ter angerichtete Schaden ist bedeutend. — Der Hamburger Schooner „Hans" ist mit Mannschaften untergegangen.
Aus den französischen Küstengegenden werden fort- aesetzt Unfälle gemeldet. Eine große Anzahl von Fischerbooten mußte sich eilends in die Häfen der Nord- und Westküste flüchten, um dem Sturm zu entgehen. Einzelne kenterten, die meisten verloren ihre Fischernetze, ihre Segel und Masten. In Hazebrouck wurden mehrere Häuser durch den orkanartigen Sturm stark beschädigt. Um 3 Uhr zog ein Gewitter herauf, wolkenbruchar.ige Regengüsse, hier und da mit starkem Hagel untermischt, gingen während des ganzen Tages nieder. In der Bretagne führen sämtliche Flüise und Bäche Hochwasser. Die Wafscrmassen haben z. T. schon großen Schaden angerichtet. — An der bretonischen Küste sind zwei Signal st ationen voll-- iänbig zerstört. Bei Paimpol ist eine Fischerbarke mit 5 Mann gesunken. — In Coudekerke wurde eine :)anze Straßenreihe im Bau befindlicher Arbeiter- ijäufer durch den Sturm zerstört. In Calais wurde ebenfalls ein Wohnhaus zerstört, dessen Einwohner nur mit großer Mühe lebend gerettet werden konnten. Einige wurden schwer verletzt. Die Drahtverbindungen zwischen Paris und Nordfrautreich sind unterbrochen.
— Während des gestrigen Sturmes wurde in Ostende ein gut gekleideter Herr, der sich zu weit an das Ufer gewagt hatte, von einer Welle ersaßt und fort- geschwemmt. Es gelang nicht, ihn zu retten.
Au der englischen Küste wurden ebenfalls zahlreiche Unfälle verurjack;t. Ein Kauffahrteischiff ist an der .üfte der Grafschaft Tevonshire mit der Besatzung unter- icgangen. In Schottland sind sämtliche Drahtlei- .-angen zerstört. In der Grafschaft Wales habert ahlreiche Bauten schwer gelitten. In Schottland herrscht S ch n e e st u r m, in Midland haben lleberschwemmungen stattgefunden. — Das Wrack der „Ellan Vannin" wur- ,en im Mersey-Kanal gefunden. Man. entdeckte es dicht jei einer Boje, mit der es jedenfalls zusammenstieß und ofort unterging. 14 Fahrgäste und 21 Mann Besatzung rrtranken. Niemand wurde gerettet. Tote
Schafe, die einen Teil der Schiffsladung bildeten, ein Doot und Trümmer wurden ans Land gespült. Auf dem Boot war kein einziges Tau losgebunden, woraus hervorgeht, daß man nicht einmal Zeit hatte, an die Herablassung der Boote zu denken. Zu Siamfan spielten sich herzzerreißende Auftritte ab, als die Kunde von dem Unfall ein traf. Die ganze Stadt ist in Trauer.
Ter Kapitän des Dampfers Arndale sah im Kanal von Bristol am Freitag morgen Notraleten aufsteigen. Er steuerte mit Muhe dorthin und fand ein umgefdila gene s Boot, an dem sich 10 Mann anklammerten. Mcht iveit davon traf er den stark beschädigten Dampfer Thistlemor. Der Dampfer nahm die sich an dem Boot festhaltenden Leute aus, wobei einer zwisckren Boot und Dampfer geriet und zerquetscht wurde. Die Rettungs- arbctten dauerten über eine Stunde. Inzwischen war der Thistlemor gesunken. Man befürchtet, daß der Kapitän und die Lfsiizere, die sich darauf befanden, sämtlich er trunken sind.
Ter Hamburger Schoner ,Hans", der vor acht Tagen von Emden nach England abging,Jt r a n b c te bei Bor fum. Gerettet wurde nur ein ^Schiffsjunge.
Der Geestemünder Fischdampfer „Berlin" hat in dar Elbe ein Rettungsboot gefunden. In dem Boot befanden sich sechs Leichen, vier Männer, eine junge Frau mit einem Säugling.
Kleine Taqcsckironik.
Beim Aufstieg des Ballons „Segler" in Göttingen tourbc ein Soldat mit in die .Höhe gerissen. DaS Schleppseil schlang sich um das Bein des Soldaten unb er hing mit dem Kaps nach unten. Zmu Glück gelang es dem Ballonmsassen, in einer .Höhe von etwa 400 Metern den Soldaten in den Ballon korb zu ziehen.
Die von Paris überallhin verbreitete Nachricht von einem ungeheuren Brand, der halb Baltimore in Asch - gelegt haben sollte, ist stark übertrieben. Die,in New- $on eingezogenen Erkundigungen haben ergeben, daß das vor" gestrige Feuer vollständig bedeutungslos war. Are- m a n d wurde verletzt: es wird auch niemand vermißt. Der Brandschaden beträgt etwa 300000 Dollars. ,
Armenien ist von einem starken E r d beben nctm gesucht worden, das zahlreiche Lrtschaflen vollständig zerstört hat. Tie Ortschaft A r n i t im Wilajet Bitlie ist mit 70 .Hausern Dom Erdboden verschwunden._________
Schnee bericht. In den Mittelgebirgen dis 10 cm Neuschnee ; auch m der Ebene flrichiveise dünne Schneedecke.
Weueranssichlen in Hessen am Dienstag dem 7. Dezember 1909: Niederschläge, meist Regen; starker West, später kälter.
GrZginai-Vrahtineldungen.
Paris, 6. Dez. Wie der „Eclair" meloet, Ijut bei vom Kriegsminisver eingesetzte Ausschuß zur Prüfung der Fkug Maschinen in Bezug auf ihre militärische Brauchbarleck seine Arbeiten nunmehr beendigt. Der Ausschuß hält die Aeroplane Tür wirksame Angrijsswaffen, die das .Herabschleudern ooai Geschossen gestatten.
London, 6. Dez. Nach Meldungen aus Waslnngtvn ward die nächste Botschaft des Präsidenten Taft die weitere Ausgestaltung der Kontrolle der E i f c n b a b n e n durch den Bund emv- fehlen.___________________________________
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Munster, den 4. Dezember 1909.
Großh. Bürgermeisterei Münster.
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Watzenborn-Steinberg, den 5. ^Dezember 1909. Der Vorsteher der Feldgemarkung Obersteinberg.
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Gießen, den 4. Dezenrber 1909. Be/1:
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __________________________ Bc e c u m Betr.: Sttaßenbahnbetrieb.
Wir geben hierdurch bekannt, daß die Fahrgäste den ©trafeai^ bahnwagen nach Ankunft auf der Endstation zu verlassen haben. Tas Einsteigen darf erst erfolgen, nachdem der Wagenführer em Zeichen dazu gegeben hat
Wir marficii nochmals Darauf aufmerksam, daß die die Straßenbahnwagen benutzenden Personen den Anordnungen des mit Tienft- kleidung, Tienstabzeichen oder Legitimation versehenen Bahn- versonals Folge zu leisten haben. Zuwiderhandlungen werden, wenn nicht nach den Bestimmungen des Reichssttafgejeybuches, des Pvlizeistrafgesetzes oder der Eisenbahnbau- und Betriebsordnung eine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 30 Mark bestraft.
Gießen, den 3. Dezember 1909.
Elektrizitätswerk und Straßenbahn der Stadt Gießen.
S t o l t e. B3/v
Betr.: Straßenbahnbetrieo.
Wir machen darauf aufmerksam, daß die Wagen der elektrischen Sttaßenbahn an den durch eine Tafel keimllich gemachten Haltestellen, mit Ausnahme der Umsteigestelle am Marktvlatz, nur nach Bedarf halten.
Um das Halten eines Wagens an einer Haltestelle zu veranlassen, haben sich die §ahrgästc an der in der Fahrtrichtung rechten Seite des Gleises aufzustellen und dem heranfahrenden Wagenführer ein Zeichen ;u geben.
Fahrgäste, die den Wagen verlassen wollen, müssen dies mindestens 50 Meter vor der nächsten .Haltestelle durch zweimaliges Anziehen der in der Fahrtrichtung rechts liegenden Klingel- schnur ans eigen.
Gießen, den 3. Dezember 1909.
Elektrizitätswerk und Sttaßenbahn der Stadt Gießen.
S t o 11 e. B3/i *
Betr.: Umsteigeverkehr auf dem Marktvlatz.
Wir machen darauf aufmerfiam, daß für den Umsteigeverkehr auf dem Markeplag von Seiten der Aufsicht-beamren und Wagenführer eine geheime Kontrolle ausgeübt wird und warnen wir hiermit jedermann, ohne Umsteigeberechttgung von der einen in die andere Linie umzusteigen.
Gießen, den 3. Dezember 1909.
Elektrizitätswerk und Sttaßenbahn der Stadt Gießen.
21 o l t e. B*/fl


