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8.5.1909 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

Nr. 107

189. Jahrgang

Erscheint täglich mtt Ausnahme des Sonntags.

DieSteherrer Familtenblatter" werden dem ,91nxeifler* viermal wöchentlich beigelegt, daS Ureisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Samstag 8. Mai 1909

Rotationsdruck und Verlag der Arühllche» UnwerftlälS - Buch- und Stemdruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion: 112. Tel.-2ldru2ln-eigerGießea.

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Türkei.

Der gestrige Selamlik.

Der Selamlik fo-urbe cm gestrigen Freitag in der dem Palais Dolmabagasch gegenüberliegenden Moschee in noch einfacherer Weise als am letzten Freitag abgehalten. Der Sultan, welcher von dem Marschall Ghari Mcuktar Pascha begleitet war, wurde lebhaft begrüßt.

Der Sultan und die Jungtürken.

Nach Meldungen aus Konstantinopel verlautet ganz bestimmt, daß zlvischen dem Sultan und den Jungtürken ein Konflikt wegen des Begnadigungsrechtes des Letz­teren entstanden ist, das die .Kammer abschafsen will, während Mol)amed auf seiner Beibehaltung besteht. Der Sultan soll die letzten Hinrichtungen durchaus nicht billigen unb auf dem Begnadigungsrecht bestehen, um die Partei Leidenschaften zügeln zu können. Man befürchtet, daß diese and andere Meiinrngsverschiedenheiten noch Weiterungen stoisck)en dem Sultan und den Jungtürken herbeiführen könnten.

Eine Intervention der Machte.

Liberte" will wissen, daß die französische und die -englische sj^egiming entschlossen seien, in Konstantinopel Vorstellungen wegen der den Christen Kleinasiens seitens des muselmanischen Fanatismus drohenden Gefahren in der eindringlichsten Form zu erheben und die türkische Regierung darauf aufmerksam zu machen, daß jede Ver- . Gerung einer befriedigenden Lösung dieser Angelegen­heit die Mächte zu schleunigen direkten Maßnahmen ver- »on lassen würde.

von brr Goltz Pascha.

Die türkische Negierung beschloß, von der Goltz Pascha u ersirchen, die Rekonstruktion der türkischen Armee durch- Mführen.

Tie Gelder Abdul Hamid?.

Nach der Feni-Gazette beträgt das Depot, welches Abdul 'Hamid bei der Deutschen Bank hat, 1 900000 Pfund. Nach »einer anderen Meldung soll der Betrag 1049 678 Pfund rin Wertpapieren betragen.

Deutscher Neich.

Das deutsche Kaiserpaar, das am 17. Mai in Dien eintrifft, wird sich dort, wie cs heißt, nur etwa 30 stunden aushalten. Während des Besuches des deutschen -aiserpaares wird auch der ungarische Ministerpräsident yleierte, der ungar. Minister am kaiserlichen Hoflager, Graf achy, der Hofmarschall von Ungarn, Graf Apponrst, sowie ber osterr.-u.ngar. Botschafter in Berlin, v. Szögyeny-Marich, in Wien anwesend .sein.

In Sachen der Reichsfinanzreform finden wach demL.-A." gegenwärtig mit den Führern der Block- pirteien lebhafte Unterhandlungen statt, die darauf ab- >, elen, die Grundlage einer Verständigung zu finden, der hie Rechte und die Linke zustimmen kann. Alle Angaben über Einzelheiten eines angeblich bereits abgeschlossenen )Ä)rnpromisses sind indessen lediglich verfrühte Kombina- Ikonen.

Der Regierungspräsident von Schleswig, w Dobega-Kozierowski hat zum 1. Juli seine Ver­setzung in den flHcheftand beantragt.

Das Befinden des Geheimrats v. Holstein hpit sich wieder verschlimmert.

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ArisSand.

Italien r ü st c t. Ein großer Teil der 1665 Millionen Lire, die Italien in den nächsten fünf Jahren für militärische Rüstungen verwendet, soll zur Errichtung von Befestigungen am der österreichischen Grenze dienen.

Die JachtViktoria anb Albert", mit der Königin von England, der Kaiserin-Witwe von Rußland lumö der Prinzessin Viktoria an Bord, ist gestern von Neapel mich dem Piräus abgegangen.

Der ehemalige Präsident von Venezuela, Castro, ist in Santander angekommen.

König der Bulgaren. Wie verlautet, haben die Mrkei und einzelne Großmächte von der bulgarischen Re­gierung Aufklärung darüber verlangt, mit welchem Rechte JÜonig Ferdinand den TitelKönig der Bulgaren" annehmen tonne; dies mache in der Türkei mit Rücksicht auf die Bulgaren in Mazedonien böses Blut. Die bulgarische Ne­uerung beabsichtige, in einem an alle Mächte zu richtenden j. cm oi-an bum die Rechtmäßigkeit dieses Titels historisch zu betgrünben.

Kreta. Der König von Griechenland hat vom Vor- ! tzenden des Exekutivausschusses von Kreta ein Telegramm i fügenden Inhalts erhalten: Kreia hofft auf das Innigste, icaß Ihre Majestät und die Mitglieder der ganzen königlichen Familie ein langes und glückliches Leben haben werden und li't überzeugt, daß seine gerechten Wünsche, Ihrem Zepter unterstellt zn werden, sich erfüllen, unb daß es in Zukunft als ergebener Untertan mit seinen Wünschen silch an Ihre Majestät wenden kann.

StcrSt uhö Lcrud.

Gießen, 8. Mai 1909.

** Tageskalender. Ant i-Dnell-Liga (ver. Orts- gMppcn Hessen und Hessen-Nassan) Hauptversammlung Sonntag ruchmittags 4 Uhr imGroßherzog von Hessen". V o r t r a g des Cberbür g ermcifter5 Antoni- Fulda:Ehre und Duell".

Kolosseum: Täglich Vorstellung.

Kinematograph en -Theater: Täglich Vorstellung iMeitags Programmwechsel).

Konzert im Restaurant Metropvl: Sonntag abends 8 Uhr.

An läge rc-Konzert um liy2 Uhr in der Süd-Anlage. Spielplan: 1. Ounertüre zuDer römische Carueval" v. Bcrlioz. 2.'.Fruhlingsluft", Walzer v. Feträs. 3. Introduktion aus der CyerRobert der Teufel", v. Meyerbeer. 1. Deutsche Bundcstreue, Marsch v. Friedemann.

** Das Großherzogspaa r fuhr gestern vormittag in Automobil von Darmstadt nach Lich, wo es um M1/, Uhr im fürstlichen Schlosse eintraf. Die Rückfahrt iv-nde um 6 Uhr nachmittags angetreten; sie erfolgte, wie aivch die Hinfahrt, über Butzbach.

** Badischer O r d e n s seg e n. Der Groß­herzog bon Baden hat anläßlich seines Be­suches am Großherzoglich hessischen Hofe zahlreiche Aus­zeichnungen verliehen, und S. K. H. der Großherzog hat bereits die Erlaubnis zum Tragen der Dekorationen erteilt. Es erhielten: Staatsminister nnb Minister der Justiz Dr. Ewald das Großkreuz des Ordens vom Zähriuger Löwen; das Kommandeurlrmz 1. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen Oberkammerherr und funktionierender Oberzeremonienmeister RiedeselFreiherrzuEiseu- b ad) und Hosmarschall und Kammerherr Freiherr von Ungern-Sternberg; das Kommandeur kreuz 2. K ässe desselben Ordens der diensttuende Kammerherr der Groß­herzogin Dr. Freiherr v. Leonhardi unb Kammerherr und Regierungsrat v. Werner: das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens Hofsekretär Meinhardt, Schloßin- spektor Schön und Öbergarteninspeklor Dittmann; das Verdienstkreuz desselben Ordens Hosfourier Haberkorn und Hofküchenmeister Ed i o n: die goldene Verdienstmedaille Kammerdiener Küster unb Hofloch er ar b; die silberne Verdienstmedaille Oberhoslakei Borger, die Hoflakaien Knapp und Kantzenbach, sowie Jäaer M e n g e r; das Groß kreuz des Ordens vom Zähringer Löwen der Chef des Hofmarstalles, Oberftallmeister und Kammerherr Ri e d e se l Freiherr zuEisenbach; das Ritterkreuz 2. Klasse des­selben Ordens Hofsekretär Engel; das Verdienstkreuz des­selben Ordens 5^osftallmagazinsverwalter Kircher; die gol­dene Verdienstutedaille Lcibkutscher Sck)neider; die silb. Verdienstmedaille die Hofkutscher Ame lung, Pabst unb Ehrist, sowie Hofteitineck-t I o x.

** Lehr er Person alten. Übertragen wurde dem Lebrer Phil. Jung zu Biblis eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Gernsheim; dem Lehrer Will). Pabst zu Haister- bach die Lebrerftelle an der Gemeindeschule zu Bermersheim; dem Schulamtsaspiranten Hch. Becker aus Blessenbach (Preußen) eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Horch­heim; dem Schulamtsaspiranten Ludw. Cornelius aus Bobstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gund­heim; dem Schulamtsaspiranten Rich. Vogel aus Roßla die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Moos.

** Schwurgericht. Die Sitzungen des Schwur­gerichts der Provinz Oberhessen für dos zweite Vierteljahr 1909 beginnen Montag den 14. Juni l. Js., vormittags 9% Uhr, unter dem Vorsitze des Landgerichtsrats Schmecken­becher hier.

* Studentische Unterrichtskurse. Für sämt­liche geplanten Klassen ist eine genügende Anzahl von An­meldungen eingelaufen, und der Unterricht selbst wird, nach­dem in dieser Woche die Gruppenverteilung u. a. vorgenommen worden ist, in der kommenden Woche einsetzen. Weitere An­meldungen werden an jedem Abend vor Beginn des Unter­richts entgegengenommen. Eine Verschiebung ist insofern nötig geworden, als von den beiden Klassen für Rechnen die Unterstufe (Bruchrechnen) auf Donnerstag verlegt worden ist und dafür der Unterricht im Versicherungswesen nicht am Donnerstag, sondern ant Mittwoch erteilt wird. Tas Pro­gramm lautet also: Montags: Rechtschreiben und Aufsatz; Dienstags: Französisch (für Anfänger und Fortgeschrittene); Mittwochs: Rechnen (Oberstufe) und Versicherungswesen; Donnerstags: Rechnen (Unterstufe) und Geometrie; Freitags: Einfache Buchführung. Zu dem Unterricht in dem Ver­sicherungswesen unb in der Buchführung werden auch Per­sonen, die nicht dem Stande der Arbeiter und der Unter­beamten angehören, zugelassen. Auch in diesem Semester haben sich wieder einige weibliche Teilnehmer angemeldet. Die Kosten betragen einmal 50 Pfg. für jeden Kursus.

** Stadttheater. Arthur SchnitzlersAnatol"-Zyklus, der am nächsten Mittwoch durch Frankfurter Künstler zur Aufführung gelangt, steht in seinen vier Teilen (Frage an das Schicksal Denkstein Abscbiedssouper Anatols Hochzeitsmorgen) durch die Gestalten des Anatol (Herr Hellmer) und Max (Herr Reimann), die den einzelnen Stücken gemein­sam sind, in organischem Zusammenhang. Vielleicht in­teressiert an dieser Stelle eine Bemerkung einer auswärtigen Zeitung über das in Frage stehende Werk. Es schreibt der Berner Bund":Etwas so Pikantes und so Geistreiches wie diesenZlnaiol" sollte man gar nicht mit Tinte rezensieren, man müßte die Feder vielmehr in Champagner tauchen.... Es ist so etwas darin von dem infernalischen Witz der fran­zösischen Sittenromane des vorigen Jahrhunderts."

** Kun st verein. Tas ber Kollektion Alois Penz neu eingereihte GemäldeAllegro" bleibt nur 8 Tage, alle übrigen noch 14 Tage ansaestellt, weshalb ein Besuch für die, die die Auss-ellung noch nicht gesehen, aufs angelegent­lichste zu empfehlen ist.

** Vortrag. Am Mittwoch, 12. ds. Mts., wird im großen Hörsaal der Universität ein Vortrag gehalten, aut den wegen seiner allgemeinen BedelNutig schon beute die Aufmerksamkeit aller In° lereffierten gelenkt werden soll. Dr. med. Fiebig, früher General­oberarzt in Niederländisch ° Indien und als jetziger Seher des deutschen Instituts für ärztliche Mission in Tübingen vor allem dazu berufen, wird überR u 11 u r a u f g a b e n der ärztlichen Mission in d e n o l o n i c n" sprechen. Jeder, der von der Notwendigkeit überzeugt ist, daß unsere Kolonien auf alle Weife kulturell und wirtschaftlich mögtlchst gehoben werden müssen, wird zugeben, daß dazu auch die Förderung derselben in hygienischer Beziehung unbedingt gehört; so empfahl auch Erz. Dernburg, als er 1907 aus Ostafrika zurückkeyrte,die ärztliche Alisfion auis kräf­tigste zu betreiben". Wie das mehr als bisher geschehen kann, darüber wird uns der Vortrag im einzelnen Auskunst geben: es sollen sowohl Mediziner für die besonderen kolonialen Verbält- uisse des ärztlichen Berufes, den sie im Anschluß an die Missions- ftationen ausüben, wie Missionare für die Krankenpflege in den Kolonien ausgebildet werden. Zur Crganifierung aller dabin zielenden Bestrebungen ist unter Beteiligung weher Kreise am 15. Nov. 1906 das deutsche Institut für ärztliche Mission gegründet worden, das in Verbindung mit den Dozenten der Tübinger medi­zinischen Fakultät im Herbst dieses Jahres ein Studienhaus eröffnet. Damit diesen ungemein wichtigen Bestrebungen auch in unterer Stadt, deren Interef'e für unseren kolonialen Besitz, die medizuii'che Wissenschaft und die Arbeit der Mission bekannt ist, der Boden bereitet und seitens unserer Mitbürger jedwede, auch pekuniäre Förderung verschafft werde, dazu soll der angekündigte Vortrag dienen.

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Kol ofseum. Entgegen den umlaufenden Gerüchten sei hiermit festgestellt, daß Direktor Rappmann nicht daran denkt, fein Unternehmen in andere Hände zu geben.

" Neue Reichsbankstelle. Am 18. Mai dS. IS. wird in Goslar eine von der Neichsdankstelle in Hildesheim abhängige Neichsbanknebenstelle mit Kaffeneinrichtung und be­schränktem Giroverkehr eröffnet werden.

Grün berg, 7. Mai. In dem Nachbardorfe Queck- born fand am vergangenen Sonntag die sonst nicht übliche ^Nachkonfirmatton" zweier Knaben statt. Sie war not­wendig geworden, weil bei der Einsegnung am Sonntag vor­her vergessen worden war, zwei von den fünf Knaben ein­zusegnen, obgleich sie ihr KonsirmationSgelübniS abgelegt hatten.

-r. Eberstadt (Kr. Gießen), 7. Mai. Am 10. Mai feiert unser ältester Einwohner, Heinrich Holler I., feinen 82. Geburtstag. Er ist einer der wenigen Veteranen aus dem badischen Frldzug 1849, und ist körperlich und geistig noch außergewöhnlich rüstig und ein treuer Vaterlands- fteund. Gar mancher hohe Offizier wird sich des aufmerk­samen Gastgebers aus Manöverzeiten gern erinnern.

w. Bad-Nauheim, 7. Mai. Da das Eleonoren- Hospiz seit Wochen bereits voll besetzt ist und infolge seiner wirtschaftlichen Annehmlichkeiten (kein Trinkzwang, Trink- gelder-Ablösung) die Nachfrage stetig zunimmt, so ist nach dem letzten Vorftandsbeschlusse das große benachvarte, aus dem bisherigen Wettiner Hof bestehende Grundstück an­gekauft und mit dem Hospiz vereinigt worden.

? Hungen, 7. Mai. Ein altes Stück aus Hungens Vergangenheit wird demnächst von der f^'dfläche ver­schwinden. Es ist das uralte Braubaus, um das in früheren kriegerischen Zeiten die feindlichen Kegeln gepfiffen haben, und das als ein stummer Zeuge jener traurigen Zeit bis fyeute erhalten blieb. Das mächtige Gebäude weift ein Mter von mehreren hundert Jahren auf und Dürfte in der weiteren Umgebung bekannt sein. Dem Zweck als Brau­haus hat es, nach den noch vorhand^ien großen Keller­anlagen zu schließen, in früheren Zeiten gedient. Schon feit vielen Jahren und noch bis vor kurzem diente es dem Stadtschäfer als Wohnung. Als im Gemeinderat der Be­schluß seines Abbruches zwecks Durchführung einer Straße vom Marktplatz aus nach der Lindenallee gefaßt wurde, sollte es unter" Denkmalschutz gestellt werden. Allein der Zahn der Zeit hatte stellenweise schon zu sehr an dem alten Gebäude genagt, hier und da zeigten sich bedenkliche Nisse, und es war allmählich baufällig geworden. So wurde es denn zum Abbruch vergeben. Eine leichte Arbeit wird die Niederlegung nicht werden, denn einzelne Teile des Gemäuers hängen noch wie Erz und Eisen zusammen, und an eine Sprengung kann wegen der benachbarten Staufer nicht gedacht werden. So wird es auch jetzt noch der Gewalt der ?Nenschen trotzen. Aber wenn auch schließlich Stein um Stein losgehauen werden muß, lange wird es nicht Stand halten; bald wird es dem Erdboden gleich fein und nichts mehr von ihm übrig bleiben, als die Erinnerung. Bürgermeister Stöpler ans Lauterbach hält am kommen­den Sonntag hier einen Vortrag über das Elektrizi­tätswerk in Lißb erg.

= Laubach, 7. Mai. Pfarrer Nebel schreM uns: Der vor einigen Tagen imGieß. Anz." erschienene Artikel, betr. die Wirren in Wetterfeld, stellt die Tatsachen auf den Kopf. Nach ihm könnte es scheineck', als ob auch schon vor dem Disziplinarverfahren gegen den betr. Lehrer Anzeigen gegen den Pfarrer erhoben worden seien. Das ist unrichtig; Anklagen, deren Grundlosigkeit durch eine Disziplinaruntersuchung gegen den Pfarrer erwiesen wurde, wurden erst erhoben, nachdem gegen den Lehrer das Dis­ziplinarverfahren eröffnet worden war. Den Tatsachen widersprechend ist ferner die Behauptung, daß der betr. Lehrer bei seiner vorgesetzten Behörde sich des besten An­sehens erfreue. Wäre dies wirklich der Fall, so würde nicht das Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet und so schwerwiegende persönliche und dienstliche Verfehlungen ge­funden worden fein, daß auf Strafversetzung erkannt wurde. Auch schon von seinen früheren Stellen her steht der Lehrer bei seinen Behörden durchaus nicht in bestem Ansehen. Es ist zu erwarten, daß die Behörden, auf die man sich in dem betr. Artikel beruft, selbst die Unrichtigkeit dieser Behauptung erklären. Noch weniger in An­sehen steht der Lehrer bei feinen Kollegen, die ihn näher kennen. Eingeweihten ist es ein Rätsel, wie eine ganze Gemeinde für ihn eintreten kann.

8 Gedern, 7. Atai. Am 13. Juni findet das all­jährliche Bundesfest derVogelsberger Sänger- oereinigung' hier statt. Die Festoorbereitungen trifft der hiesige GesangvereinLiederkranz".

= Bad-Nauheim, 8. Mai. Bis zum 6. Mai sind 3011 Kurgäste angefonrmen, wovon an genanntem Tage noch 2151 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 6. Mai 21 399 abgegeben.

Q Simmersbach, 5. Mai. Unter dem Vorsitze des Dekans Korndörfer aus Gladenbach fand heute dahier Pfarrer wähl statt. Vikar Reh berg aus ArnoldShain wurde einstimmig gewählt.

sj Marburg, 7. Mai. Das langjährige Vorstands­mitglied des Marburger Elisabcthenvereins, Oberlehrer a. D. Leimbach, ist heute im Alter von 89 Jahren gestorben. Der Verblichene wirkte früher an der hiesigen Realschule.

h. Frankfurt a. M., 7. Maü Der Magistrat läßt der Stadtverordneten-Versammlung einen Vortrag zu­kommen, in dem er sie auffordert, der Einsetzung einer ge­machten Kommission zur Prüfung der städtischen F r n a n z l a g e zuzustimmen. Die unabweisbare Erhöhung der Gehälter für Beamte und Lehrer sowie der Arbeitslöhne wird, rote der Magistrat berichtet, voraussichtlich einen Iahresbedarf von rund 1200 000 Mk. beanspruchen. Hierzu kommen noch andere reichlich bemessene driirgliche Aus­gaben. Nach der Veranlagung für 1909 wird die Ein­kommensteuer um 3- bis 400000 Mk. hinter dem borge» lehenen Betrage zurückbleiben. Es ergifii sich also ein Be­trug von mehreren Millionen Mk., für den feine Deckuna un laufenden Etat vorgesehen ist und die zum größten Teile