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7.7.1909 Erstes Blatt
 
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ftr un-> Unsere guten Bussen Buffen ans volles »mb. firn>t wacttü unterer cwnq. Diaspora ans ihrer Schwachheit, f0 will es Golt. IhtD bnbt i weroen vmstav-Adolf Leute stark in dem, was sie haben. Beider Hroft aber wirkt sich aus in der Siebe; wir üertraunt einander qcb.n uns «numbri bin ßind haben voneinander Gewinn 2o .oerdcn dic alten und die Dienen (y-emcinben gesegnet mit christlicher Jucht in evang. Treue, sittlichem streben, int konfessionellen ^öettbcroerb, im licchlichen Gcmemgeilt. Mit diesen Waiien werden lotr siegen." 'Jlacf) einem weiteren Chorgesang, G. m indelied imd Gebet begrüßte der Vorsitzende des .hessischen Haupivcreins, Vrvs-essor Trum- per t -Taimstadt die Tfestg em rinde. Er erinnerte utnächst tun rm die nüber in Wcrm gehaltenen Jahres»este (Hießen sei als hessische Universitatsstad! non besondere Bedeut-ing iür bei- '-5er ein, denn hier würben die Theologen gebildet, denen die Führer schait in kirchlichen Vereinen mein snmde, hier werde der Grund Au ihrer J-rcubc an der Gustav-dylf-Ärocik gelegt Ter Verein leiste eine hochwichtige, unentbehrliche Arbeit Vor seiner Ent steimng seien viele Evangelische unserer Kirche verloren gegangen. Seiner Hille batten es viele Tauseiide frerftreuter Glieder der Kirche zu bunten, baß sie sich zu Gemeinden zufammenichli-ßen imb innerhalb dieser ihrer ls/laubens leben konnten. Alles aber, was der Verein erreicht habe, verdanke er der .Kraft der christ­lichen Bruderliebe, sie tue eigentlich die ganze Gustav-Abolst- Arbeit. Jhr nächstliegendes Arbeitsfeld sei die hessische Diaspora, aber wahrend der Bemühung nm sie, rege sich immer mächtiger der Trieb, in uns, der ganzen Diaspora zu bienen. Redner schloß mit der Mahnung Jeder sei treu an seiner Stelle! Er treibt damit ein echt christliches, Gott wohlgefälliges Werk.

Im Anschluß hieran erstatlete der Schriftführer, Dekan Bayer lGroß^herau den Bendn über bas letzte Arbeitsjahr. Wir entnehmen diesem folgende Angaben: Der Verein, dem die hessische Diaivora zur befonoeren Pflege Überwiesen ist, hatte auf diesem Arbeitsfelde seither 30 Gemeinden zu unterstützen. Vier weitere erbitten seine Hilfe. Diese Pfleglinge mit zusammen 22 840 Evangelisclien wohnen an 62 Orten zerstreut. 28 Ge­meinden hat der Verein idjon zu Gotteshäusern verhalfen unb ausserdem Zuschüsse zu 12 fertiggestclllen Pforrhäm'ern gemährt. 5 ni letzten Jahre wurden Kirche und Pfarrhaus in Hvrchhcim sertiggestellt, in Rockenberg eine Kapelle, in Kostheim ein Pfarr­haus erbaut. Außerdem gab der Verein 22 Gemeinden Bei­hilfen zur Verzinsung imb Tilgung ihrer Bau schul den und 13 Ge­meinden Zuschüße zu .ft'irdt und PfarrHausbausonds.

Er hat noch große Aufgaben zu erfüllen. Seinen gegen­wärtigen Pfleglingen iehlen 13 (Gotteshäuser unb 5 Pfarrhäuser, unb weitere Pileglinge wachsen ihm stetig Das rasche Wad>s tum per Hess. Diaspora, wie erfreulich es auch ist, bereitet der Verein Steilung große Sorgen. Diese wächst sechsmal so rasch als ehedein, aber die Einnahmen haben sich rnzwischen nicht cimnal verdoppelt. Der Vorstand muß auf Mittel und Wege sinne», um die Cinnahmeu zu steigern, damit die Leistungs- sähigkeit des Vereins den erhöhten Anforderungen wenigstens einigermaßen gewachsen bleibt. Die Gesamteinnahme des Jahres 19U8,09 belief sich ans 54 385 Mark. Hierzu haben die 30 Zweigvereine des Landes durch Erhebung der Jahresbeiträge 48,4 Proz., 18 von zusammen 21 Frauenvereinen 16,4 Proz. beiflcfteucrl Der Rest wurde durch Gaben von Einzelpersonen, Konfirmanden, Schulkindern, Kirchenkassen, Gemeinden und Ver­einen aufgebracht. Bon bei Gesamtemnahme würben 21 897 'Dif. von den Gebern an die hessische und Auslandsdiaspora direkt überroiefen, so daß nur noch 32 500 Mark durch den Verwaltungs­rat zu verteilen sind, das heiM 2500 Mark weniger als im Vorjahre. Daß die Vereinsteitung dieses Jahr über eine kleinere Summe zu verfugen hat, ist die Folge von dem Rückgang der Beiträge in einzelnen Zweigvereinsgebieten unb von dem Aus fallen aller Stistungen und Vermächtnisse. Von diesen 32500 Mark erhält der Zentralvorstand des Gesamtvcreins in Leipzig 6000 Mark, die Auslandsdiaspora 6425 Mark und die hessische Diaspora den Rest.

Tie Frauenvereine haben zusammen 8954 Mark, die Ziveig» vereine an Jahresbeiträgen 26 491 Mark aufgebracht. Schlägt man die in den einzelnen Zweigvereinsgebieten ci»gegangenen Beträge auf den Kopf ihrer evangelischen Bewohner aus, so er­gibt sich folgendes. In der Provinz Starkenburg hatten dic Zweigvereine Wimpfen, Zwingenberg, Otevtz-Umstadt-Babenhausen; m Ober Hessen: Butzbach, Homburg Kirtorf, Solms unb Wetterau: m Rhein Hessen: Lvveuheim, Oberjugelheim, Osthofen und Wöllstein die größten Kvlletteneinnahmen. Hinsichtlich der Ge­sa mtleinnng, also bei Einrechnung aller Einzelgaben und der Leistimgen der Frauenvereine stellen in Starkenburg die Zweig­vereine Lindenfels und Zwingenberg: in Oberhessen Solms, Butz bnch und Wetterau, in Rl-ei»Hessen Ober Ingelheim und Oppen- heint au der Spitze. Unter den 3 Provinzen hatte Rheinhessen die höchste, Starkenburg die niedrigste Kollekteneinnahme mit 3,4 Pfg auf den K ops der Evangelischen. Zieht man die Gesamtleistung in Betracht, so ergibt sich für Rheinhessen ein Beitrag von 9,1 pro Kopf der Evangelischen, für Starkenburg und Ober Hessen ein solcher von 6,3 bezw. 6,0 Pfg. Jm ganzen Grvßherzogtuw mit 803 080 Evangelischen entfallen auf jeden Evangelischen nin 4,1 Pfg. Kollekte und 6,8 Pfg. der Gesamtleistung. Diese Zahlen reden. Sie erzählen,von dankenswerten Anstrengungen, die sagen uns aber auch, daß die Ovierwilligkeit nicht überall zu dem Wohlstand der Bevölkerung im rechten Verhältnis steht, und daß eine Steigerung der Vereinseinnalnmm noch sehr wohl möglich ist. Mit herzlichen, an alle Oteberimten und Förderer der Gustav Adolf Arbeit gerichteten Dankesworten, dem Hinweis, daß die hefmeben Diamoragemeinden fast alle ihre Parodstalumlagen er hobt und von diesen sich Frei Weinheim, Heidesheim, Horchlieim, Affolterbach, Gau-Algesheim, Rockenberg, Budenheim, Hirsch hont, Bretzenlieim, Mühlheim, Oder Roden, Ostistavsburg, Fürth, Kostheim, Lorsch, Amöneburg, Bürgel und Herbstein außerdem freiwillig selbstbesteuert und für ihre Bedürfnisse zum Teil große Summen aufgebracht haben, unb der Mitteilung, daß für dic große Mi Übergabe aus -Hessen 435 Mk. abgeliefert worden sind, gegen 159 Mk. des Vorjahres, schloß der Jahresbericht.

An ihn schloffen sich nadi Gemeindegesang Begrüßungs­ansprachen des Vertreters des Großh. Oberkonsistoriums, -Ober- konsistorialrat Petersen-Darmstadt und des Dekans der Theo logischen J-ohiltnt der Universität Gießen, Professors D. Tr. Eck. Beide Redner wiesen darauf hin, wie hoch die Gustav-Adolf Arbeit auch von dem Kirchenregimeut und der Fakultät gewertet wird.

Die Festkollekte wurde den Gustav Adolf-Gemeinden Rocken­berg und Mombach überwiesen.

I. Oeffentl. Versammlung in Steins Garten, abends 8« j Uhr.

Den Reigen der Reden eröffnete Mrchonrat D. Schlosser hier. Er erinnerte an den Wandel der Zeiten seit der ersten Jahresversammlung des Gustav-Adolf Vereins, die 1844 hier in Gießen getagt hatte, und preist den Fortschritt, den, wie alle anderen Gebiete, auch der Gustav Adols^Verein seitdem gemacht hat. Redner, dessen Ausführungen oft vom BeisaN der zahlreichen Anwesenden unterbrochen wurden, heitzv ben Gustav-Ado l f -Ve r ei n in imierer Stadt herzlich willkommen. Rack» einem von Frl. Schmeckenbecher hier ausdrucksvoll vorgetragenen Prolog, der in gelnmdener Form die Tätigkeit des G. A. Vereins ver­herrlichte, begrüßte der Vertreter unserer Stadt. Beigeordneter Keller den G. A.-V. und wünschte beit Verlwndlungen gebetb lid*cn Verlauf Als stellv. Vorsitzenber bes Hess. Hauvtm-rems redete sodann Pfr. Dingel de.) Darmstadt. Er zog nicht ohne 5?unior Vergleickre zwischen dem Hauvwerein, der wieder einmal nach Gießen konrmt, und seiner eigenen Person, der als früherer Gießener Pfarrer auch jetzt nneber hierher kommen, zur Beaut worNtiig der Frage: Was sagt man in Gießen von uns unb was sagen wir Von Gieszen? Redner feiert hierbei den G A V als einen alten J-reuub der Familie 1111b betonte, daß er ein starker Faktor im paterlänbiidn-n Emvnuden sei. Den Hauptvo.trag des Abends hatte der Generalsekretär des Zentralvorstandes Pasti'i Br a u n i chwei a--Leipzig. loddKr seine Zuhörer in ein nebenbei. interessanter Weise über die vendnebenen Arbeitsfelder des G A V unter allen Himmete-stridren unterrichtete und n allen Heizen die Anhänglichkeit an den Verein ;u starken ivußte Wettere Begiutzuiuzsaiiipract-eu Hutten iwch Pfr. Schauer

Marburg im Namen des Kur hessischen Hauptvereins, Pfr. En ke- Sinn für den Nw> Hauptverern, Dekan Dres che r- Homburg Pfalz für den Pfälzer .Hauntverem, Pßr. Strobel Borw beim für den Frank? v juptDcrein, Landaerichtsrat Schmecken becher hcer :m Auftrag des Cvgl. Bundes und des biesigen Zioeigvercms der G.-A Stiftung. Zur Verschönerung des Abends trugen gan; besonders die er ate ausgefuhnen Gesangsvorträge des Gemischten Ebores des binigen evangl. Arbeitervereins unter der Lntung des Musiklehrers t^ernbarbt hier bei, bie jedesmal ben nurmischcn Beifall ck= Publikums ianden. Rock einem gemein amen tvefcmg schloß Pfr. Dingel berg mit herzlichen Tankes- warten an alle Beteiligten und Pätwirkende» den schön verlau­fenen Abend.

Ans Stadt und Land.

Gießen, 7. Juli 1909.

' Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende LehrerfleUe zn BibliS und eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstellc zu (Snimfiabt. Mlt dieser Stelle ist ein Teil des Ocganistenbienstes verbunden.

" Po st personal-Nachrichten. Versetzt sind: Cber- Telegrapheuasusteni Hch. Müller von Gießen nach Mainz und Telegrapbenaifistent A 0 hl von Alainz nach Gießen. Besianden haben : dic Posijekretärprülung Boslassifieni M e i s k l in Gießen, die Postassislentenorüfung die Postgebilsen Höntsch m Butzbach und Sentzkelder in Gießen.

Angemessenere Fleischpreise zu den heutigen sehr billigen Fettoiehpreisen verlangte der Gießener Anzeiger mit Recht vor wenigen Tagen von unseren Metzgern. Daß ein Fleischabschlag schon seit Mitte Juni ein berechtigtes Ver­langen unserer Bevölkerung ist, dafür bilden tue Preise, die unsere Garnison für das laufende Halbjahr im Vergleich zum letzten Halbjahr bezahlen mußte, einen unanfechtbaren Be­weis. Die Allgemeine Fleifcherzeitung giebt diese Preise wie folgt an, wozu wir die Preise des Akkords vom 1. Januar bis 1. Juni 1909 in Klammern hinzusügen. Es liefern das Kilo Ochfensleisch: Ehr. Heßler, Fr. Schlörb, Wilh. Vogt und H. Simon 1,34 Mk. (1,38), C. Malkomesius und L. Vogt Witwe Kalbfleisch 1,34 Mk. (1,36), C. MalkomesiuS und Ehr. Heßler Hammelfleisch 1,34 Mk. (1,40), I. Braun, Ad. Möhl, H. Simon und Fr. Schlörb Schweinefleisch 1,38 Mk. (1,40). Hierbei ist zu berücksichtigen, daß diese Offerten Ende Mai abgegeben sind, zu welchem Zeitraum die Viehpreise noch etwas höher standen als heute. Bei der Art unserer Mctzger, die Preise durch eine Act Ringbildung künst­lich in der Höhe zu halten, wäre cs angebracht, eine Kon- suiuenten-Vereinigung ins Leben zu rufen, wie diese in Wetzlar besteht und für ihre Mitglieder Fleisch zu angemessenen Preisen von außerhalb bezieht.

** I ag b l i ch e s. Aus Jägerkreisen wirb uns gemeldet: Infolge der fortgesetzten Niederschläge in den letzten Wochen ist die junge Rebhühnerdrut fast völlig vernichtet, besonders in den Gebieten, wo schwerer und mittlerer Ackerboden vor­herrscht, so in der Wetterau, blauen Ländchen, Goldener Grund usw. Die jungen .Hühner vermochten sich in dem schweren Boden, der sich infolge der Rässe an die Ständer ballte, nicht mehr fortzubewegen und sind der Kälte nnb dem Hunger erlegen. In Gegenden mit leichtem und Sand- Boden wie im Ried, Rheinhessen, der Umgegend von Frank­furt a. M. und dem Kreis Hanau ergeht-es der jungen Brut besser. Auch die jungen Fasanen haben durch die Unbilden der Witterung Rot gelitten.

Gießener Stadttheater.Die Tollarprinzcfsin" ist gestern zum zweitenmal über unsere Bühne gegangen. Diese Aufführung der lustigen Operette mit ihrer flüssigen, eleganten Musik verstärkte wohl noch den günstigen Eindruck, den ja bereits die erste Darstellung hinterließ. Es war ein erfreulicher Schwung im Zusammenspiel fcstzustellen. Man merkte, daß die Sache den Leuten auf den Brettern selbst Vergnügen machte. Dazu kam, daß Orchester und Sänger enge Fühlung erkennen ließen. Sie standen diesmal unter der Leitung von AlfonS M ourot, der sich seiner Aufgabe mit Geschick und gutem Geschmack entledigte. Im übrigen war die Besetzung dieselbe wie vor drei Wochen. Auch gestern fand die Aufführung sehr starken Beifall. Besonders gefielen Grete Brill und Willy Schwind in dem reizen­den Ringelreihen, sowie Fränzi Großkopf in dem Lied von der Dollarprinzefsin. Aber auch Benuo Hildebrandt ivar vorzüglich bei Stimme und wurde stark ausgezeichnet. Der Besuch des Theaters war auf den befferen Plätzen durch andere Veranstaltiingen etwas beeinträchtigt.

** Der Zirkus Otto Mark trifft am Freitag früh hier ein und wird auf Oswaldsgarten ein mehrlagiges Gastspiel geben, da.s bis Montag einschließlich dauert. Ter Zirkus verfügt über drei große Zelte, von denen das Zn- schauerzelt 4Ö00 Personen saßt, eine gute Auswahl aus- gezeichneter Pferde, eine Anzahl egyptischer Zebras und anderer exotischer Tiere, sowie eine gut geschulte KNnstler- truppe, von denen besonders der Mann ohne Knochen, die tollkühnen Radfahrer, mehrere durchaus tüchtige Akrobaten und vorzügliche Reiter und Reiterinnen hervor;uheben find. Für die Erheiterung der Zuschauer sorgen mehrere Clowns. Zu erwähnen sind noch die Massen-Freiheitsdressuren und die anderen Reiterkünste, die jedenfalls ungeteilten Beifall finden werden.

DieUniversität Genf begeht vom 7.10. Juli die Feier ihres 350jährigen Bestehens. Als Vertreter unserer Ludoviciana hat sich Geh. Kirchentat Prof. Tr. BoldenSberger dorthin begeben, um die Glückwünsche der Universität Gießen zu übermitteln und eine tabula gratuloria zu überreichen.

♦♦ 19. Iahrhunde rtfeier der Hermann- schlacht. Die heutige Aufführung der Hermannschlacht wird, wie ans dem Anzeigenteil ersichtlich ist, des ungiui- stigen Wetters wegen auf morgen abend 7 Uhr verschoben. Tie auf morgen angesetzte Schülervorftellung wird ans dem­selben Grunde auf Freitag nachmittag verschoben. Da die Lage des Naturtheaters im übrigen sehr günstig ist, trodncl der Boden sehr rasch ab, sodaß er auch bei längerer Regenzeit bald wieder benutzt werden kann.

Unverbesserlich. Der u,ehrfach vorbestrafte Tag- lohnet Friednch Schnabel von Wiefeck, der trotz seiner Jugend em großer Feind der Arbeit ist, stahl gestern vor- mittag in einem unbewachten Augenblick in einer Wirtschaft an der Rodheimer Straße aus der Kaffe des Wirts ein Zwanzigmarkstück und verschwand damit. Ec wurde nach- mittags feftgenommeu, hatte aber bereits die Halste deS Be­trages verjubelt. Auch der Taglöhner Jung von Lützellinden, cm rückfälliger Dieb, wurde zur Haft gebracht. Jung drang in einen Garten an dec Lahn ein, entwendete einen Rosen slrauß und auS dem Gartenhaufc verschwanden zugleich ein

Rock und eine Hose, die indes nicht mehr in seinem Besitz gefunden wurden. Jeden'aLS hat er sie inzwischen irgendwo veräußert.

Heuchelheim, 6. Juli. Bei dem GciangSivcttstreil m Leihgestern erhielt in Klaffe D die hiesige Teutonia nicht den 3., sondern den 2. Preis mit 148 Punkten.

Harttuannshain. 7. Juli. TieSinter- Zomin erfrische." Wir baden kürzlich oute Nachricht gebracht über die Errichtung einer 5ommerfrifd>e. die am 1. Oktober eröffnet werden sollte, was un-5 ein bischeir Der- irxitet erschien. Der dadurch gekränkte Besitzer der Sommer­frische, der Kaufmann Heinrich Weidner, teilt uns hierauf in gerechter Entrüstung mit, daß er keine Sommer­frische, sondern eine Wirtschaft mit dem schönen Rainen: Sommerfrische Schöne Aussicht" eröffne. Jn feiner Zu­schrift bedauert der Inhal'er, daß unser Berichterstatter seine Satze nicht besser bilden könne, wir glauben aber, daß fein Wirtslrans einen vernünftigeren Rainen hätte, wenn er un­seren Mitarbeiter um Rat gefragt hätte. Vielleicht weiß einer unserer Leser, uns den Unterschied zwischen enter Sommerfrische und einem Wirtshaus: Sommerfrische Schöne Aussicht mttzuteilen.

Q A u s dem Schwalmgrund, 6. Juli. Ein Schwalrner Volkstrachtenfest ist am 18. und 19. Juli in Schrecksbach a. d. Schwalm geplant. Auch die Aus­führung von Schwalrner Volkstänzen ist damit verbunden. Im gesamten Schwalmgrund und von Alsfeld bis ins Kur- hessische rüstet man sich zu dem Feite.

Friedberg, 6. Juli. Seit Veröffentlichung der .Friedberger GeschichtSblätter^ im Januar 1909 sind dem Geschichls- und Altertumsverein fast 100 neue Mitglieder beigetreten, meist Pfarrer und Lehrer ouS der Wettcrau, so daß nun die Zeitschrist zu einem Jahrbuch für die Geschichte der Wctterau auSgestattet wird. Univ.-Prof. Gehcimrat Freiherr v. d. Ropp-Mardurg, Oberst Weimer-Ridda, 2ic. Herrmann-Darmstadt u. a. Namen von gutem Klang haben ihre Mitarbeit zugesagt.

Wohnbach, 4. Juli. Zu dem heutigen, von herr­lichem Wetter begünstigten B e z i r k s k r i e g e r f e st prangte unser Ort in reichem Festschmuck, der die freudige Teilnahme der ganzen Bevölkerung bekundete. Um 2'. Uhr setzte sich von der Berstadter Straße aus der stattlick-e Festzug, an dem 23 Vereine teilnahmeu, in Bewegung. Auf dem Fest­platz saug zunächst der Gesangverein Wobnbach ein patrio­tisches Lied. Sodann begrüßte der Bezirksvorstelter We ck- Hungen die Festversammtung, wies in kernigen Worten auf die Bedeutung und den Zweck der Kriegei vereine hin und warf einen Rückblick auf das vor 22 Jahren zum ersten- male in viel kleinerem Umfange in Wohnbach abgehaltene Bezirksfest. Er schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf Kaiser unb Großherzog Hierauf 'hielt Pfarrer Traudt eine eindrucksvolle Festrede, die in einem Hoch auf das deutsche Vaterland ausllang. Als letzter Redner ge­dachte der 'Präsident des Kriegcrvereins SBotmbacb der För­derer des Kriegervereinswcsens, zu denen in enter Linie auch unser Großtzerzog gehöre, dem darum sein Hock) galt Bei Konzert, Tanz und Dottsbelustigiing entwickelte sich nun cm fröhliches Treiben.

-d. Offenbach, 5. Juli. Heute friil) gegen 1 Uhr bei Durchfahrt des Frankfurt-Mündiener Sckmetlzuges Nr. 116 verunglückte bei der Waldstraßeiiuberführung der Lotomotivführer Protz aus Frankfurt. Er iiici, mit Dem Kopf gegen eine Mauer und fiel sterbend auf die Maschine zurück.

s. Salzböden, 6. Juli Die Wiederwahl uuscres Gemeindevorstehers Wilhelm Müller ist auf ipcitcrc sechch Jahre bestätigt worden.

w. Frankfurt, 6 Juli. Die Stadtverord­netenversammlung setzte heute die Beratung der GaS- frage fort, nahm ben Bericht ihrer Vertreter, die mit baC Gasgesellscknrsten verhandelt haben, entgegen und er murin tigte schließlich mit 39 gegen 14 Stimmen den Magistrat, auf Grundlage der neuen Vereinbarungen einen endgültigen Vertrag mit den Gasgesellschaftcii abzuschließen. Dieser Be­schluß bedeutet den Dcr z 1 ch t auf Errichtung eines eigenen städtischen Gaswerks.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen unb den 9t a d) b a r ft a n t e 11. Sein LbjührigeS Jubiläum alt Lehrer und Organist feierte in W a 1 (e n r 0 i> mehrer ifod) unter Beteiligung der gan;eu Gcmeiude. Ta« Bundesiest des Ridder- Seeiueuial-SängerbundeS jinbet nödisten Sonntag in Glau berg statt. Jm Mainzer Krematorium fanden im 2. Cuartal 1909 92 Einäsdreruilgcn statt, gegen 73 des Vorjahres.

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Gerrchtssaal.

X. Hanau, 6. Juli. Bei der am 6. Juni in Weictz-esbach bei Schlüchtern vorgenonuneneu Bürgermei ft erwähl Hme der Landwirt unb (ftemrnibcrat Sltneier den Vizebiirgermeist« Ansiarth Mk ncrabiolgt linier der Bedingung, den neuen Bürgerineisterkaildidaten Krack au wäbten. Dieser Kuhhandel ivurde in einer Wirtsduift abgeschlossen unb der Wirt Entebr.n iirrcftE den Betrag von > Mk. tr?r Krack wurde gewählt, aber nicht be­stätigt, da der Stunmeickaui bekannt -leworven war. Die Stras- kammer üeruitciltr ben Käufer und Verkäufer der Wabliimme zu je einein Monat (Kesüilgrns, der Wirt erhielt ivegen Beihilfe eine Woche Gefängnis.

Berlin, 6. Juli. Jm Prozeß gegen den Geheimrat Ham» mann wegen Meineids itnrrbr der Angeklagte freiges vr 0 eben, bie gesamten Kosten des Verfahrens wurden bem Nebenkläger Schmitz auferlegt.__________________________________________________

Sport.

h. Mainz, 6. Juli. Bei den, Rennen um bie Tmmonb- Seulls der He nt e y R e g a 11 a 1 England) gewann Rudolf Luka» voin Mainzer Ruder-Verem <ein Vorreunen in 7 Min. 12 Set. leicht gegen ben Engländer Gloutte.

Kleine Tageschronik.

Degen andauernder Mißhelligkeiten mit bem vor 5 Jahren als Oberinspektor angestellten früheren Militär­arzt Tr. Müller reichten sämtliche Aerzte des großen städtischen Allerheiligentzospitals in BreSlau bte diif zwei ihre Kündigung ein, nadidem ein Ausgleichs- versuch des Oberbürgermeisters erfolglos war.

Die Feier des Uiiabhaitgigkeitstages in Atiierika hat an Opfern 500 Verwundete und 60 Jot e qefordeN. Unter den Verwundeten befindet sich auch Mr. L a u g ha m , rin Enkel des verstorbenen Botschafters Sternberg. Es flog ihm eine zu früh abgebrannte Rakete an den Kopf und oenrrt fachte eine Geistniersclünterung. In Rcwnork wurde der Resse des Vizepräsidenten Sherman schwer verwundet.

Tic Grunosteinlegung für das Resormations- b c n k m a 1 in Genf fand bet prächtigem Wetter statt. Er^ Ti Voigts, Präsibenl des preußischen Oberkirchenratt, verlas ein Telegramm des deutschen Kaisers, in dem cs heißt, der Kaijcr schätze sich glüdhd), daß unter ben