Erstes Blatt
Samstag 8. Mai 1909
159. Jahrgang
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Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten.
dem Gehirn eines Menschen wie Tiana aus der Stirn Jupiters.! Provinz 2: So habe ich die mikroskopische Färbetechnik, welche mich zur Ent- ist der Mi dectung des Erregers des Trachoms führte, von« dem leider zu früh s verübt wo
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Bezugspreis: monatlich 75 Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Ab hole- iu Ziveigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post 'Ult. 2.—oiertet- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal I5Pf^ ausivärts 20 Pfennig.
Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; j. Feuilleton und „ Vermachtes " K. Neurath; für .Stadt u. Land" nnb „Gerichts-
Verstorbenen berühmten Mikrobiologen Schaudinn erlernt, dem ich bei seiner Aufsindung der Syphilis Impfungen anr Tieraugen aus- sühren half, und dessen Präparate ich sehr früh sah. Ihm allein bin ich zu Tank verpflickftct. Tic von ihm angewendete Färbetechnik, die damals modern wurde, hat mich allmählich zur Ent-
Nr. 107
Der eichener Anzeiger erscheint täglich, anfeer Sonntags. — Beilagen: nicrmal wöchentlich SietzenerZamilienbiätter; zweimal wöchentl.ttreiL- blaUsürdenttreisSiehen (Dienstag und Freitag); zweimal nionatl. Landwirtschaftliche Acitfragen Fernsprech • Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:
Anzeiger Gießen.
— Eine Erklärung Professor Greeffs. Professor Tr. Greeff, Direktor der Berliner Universitäts-Augenklinik, dessen Prioritätsrechte bezüglich seiner Entdeckung des Erregers b*r ägyptischen Augenttankheit, von Dr. tzalbersrätter, Berlin, lu.id v. Prooacek, Hamburg, heute bestritten werden, veröffentlicht salgende Erklärung: „Es ist in unserer Zeit zur Tatsache geworden, dass fast niemand eine Entdeckung oder einen -Fortschritt wehr bekauntgeben kann ohne Prioritätsansprüche von anderer Ente. DLag cs eine wissenschaftliche Entdeckung sein oder ein Luftschiff betreffen oder ein Patent von erheblicher prak- tüchcr Bedeutung, immer kommt gleich ein anderer und sagt: „'Las habe ich ja auch schon längst gesehen oder gesagt." Wenn man absieht von dem, was Mißgunst und Uebelwollen dazu tun, sv bleibt oft ein kleines Teilchen wahr daran, daß andcre an eiter Entdeckung beteiligt sind. Wir alle stehen in unserem Können irib Vollbringen auf ben Schultern anderer. Niemals entspringt eLe große Sache ganz und gar von Beginn an jungfräulich auS
440 (480), 630 (650), in Ortsklasse C:
360 (400), .520 (540), in Ortsklasse D: in Ortsklasse E:
— Ein sehr schwer Sprack! Jeder, der dem Wiener Vofburgtheater anläßlich des Todes Adolf Sonnenthals kondoliert hatte, erhielt darauf dem „B. T." zufolge eine große, trauerschwarzumränderte Karte, auf der wörtlich zu lesen war: „Direktor und Mitglieder des K. K. Äof- burgthcaters sprechen für den freundlic^n Anteil am Hinscheiden
Adolf Ritter v. Sonnenthals ihren herzlichen Tank aus."
Ter Empfänger blickte unwillkürlich erschreckt auf: Anteil am Hinscheiden Sonnenthals?... Es wird ja furchtbar viel in- trrgiert und konspiriert im Burgtheater, aber daß Direktor oder Schauspieler oder Mblikmn am Tode des armen Sonnentbal irgendwelchen Anteil hatten, selbstverständlich in aller Freund- Mett, das ist denn doch eine absurde Selbstbezichtigung! Wahrscheinlicher lsts, daß man in der Kanzlei des Hofburgtheaters keinen regen Anteil an den Regeln der deutschen Sprache nimmt. Q- —F.bronik aus KunIt u-id Wissenschaft. Zrau Meta ^lling wird nut ihrer englischen Theater-Gesellschaft in Wiesbaden am 17. Mai Eartons Schauspiel Mr Hopkinson' vor dem Kaiserpaar im Kgl. Hoftheater zur 'Auf- fu^ung bringen. Frau Jttmg beabsichtigt, später mit ihrer eng- . „Äorentinische Tragödie" und Shaws Schauspiel „Candida m Frankfurt und Darmstadt aufzu- luhren. Die -oiahrlge Feier als Professor der Universität H alle a S. begeht der Philosoph Tr. Hans V a i h i n g e r. röJje alä ^<11139666X1« der „Illustrierten Zeitung" in aller Welt bekannte Leipziger Verlagsbuchhandlung von I. Z. Weber.
> uhrenden Firmen des deutschen Buchhandels, feiert am b. Mai das Jub-laum ihres 75jährigenBc stehens.
^1260 (1350), 1020 (1080), 800 (810),
Unsere Romane.
Für unsere Familien blätter haben wir eine Anzahl ausgezeichneter Romane aus der Feder unserer böesten zeitgenössischen Schrift st eller erworben, mit deren Albdruck wir in nächster Zeit beginnen. Von Wilhelm Holzamer, dem leider so früh verstorbenen hessischen Dichter, bringen wir außer einer Anzahl von Reineren Erzählungen zunächst die herrliche Geschichte: Der avr m e Lu k a s, die neben seinen Romanen Peter Nockler wnd VorJahrundTag seine beste und feinste Schöpfung iit. Es ist eine schlichte, einfache Geschichte voll tiefer, rnnrmer Menschlichkeit und voll dichterischer Schönheiten, tie unseren Lesern sicherlich einen hohen Genuß und eine seltene Freude gewähren werden. — Weiterhin haben wir Einige kurze Erzählungen nnb zwei Romane von Clara Kiebig, der bedeutendsten deutschen Dichterin, erworben und zwar die spannenden, flotten Rheinlandstöchter, m denen die Verfasserin ihr tiefes, dichterisches Gemüt glänzend offenbart und die Erzählung Vom Müller- A a n n e s, einer ebenfalls bedeutenden Schöpfung von großer Wucht und außerordentlichem Reiz.
Von Alfred Bock beabsichtigen wir ebenfalls den cmen oder anderen Roman abzudrucken.
Wir hoffen mit diesen Erwerbungen unseren Lesern cme besondere Freude zu machen und werden uns bemühen, auch in Zukunft nur gediegene und bedeutsame Romane abzudrucken, so daß die Familienblätter auch fernerhin zu einer Quelle steten Genusses und zu einem wertvollen Bestand der Hausbücherei werden.
iunnan ermordet worden. Nach Missionsnachrichten -ord von dem Stamme der Lutzows am oberen Salwitt iuorben. Tr. Robert Brunhuber hat die Reise nach Ost- asien, die für ihn und seinen Reisegefährten leider so unglücklich enbete, im Auftrage des „Berliner Tageblatts" unternommen. Er wollte von Iunnan aus, neben den Füllen des Mekong empor- steigend, nach Tibet gelangen. Am 25. September 1908 verließ er mit dem Bremer Lloydschiff „Kleist" Neapel. An diesem Tage mndigte er für Januar oder Februar dieses Jahres die ersten! Berichte aus Tibet an. Seitdem sind keine Nachrichten von ihm emgetroffcn. Dr. Robert Brunhuber, der aus dem Rheinlanoe stammte und mit der Tochter des bekannten Musikschriftstellers Otto Neitzel verheiratet war, galt als ein ungewöhnlich begabter Mensch Er war einer der Führer der Jungliberalen in Rheinland- Westfalen. Sein rastloser Untcrnehmungsiinn trieb ihn von Europa fort, und er ging nach dem soeben von den Japanern okkupierten Korea, das er in farbenfrohen Aufsätzen schilderte. Tann faßte er den Plan zu der Reise nach Tibet, die seine letzte Reise werden sollte.
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Ernestine Jf
Die Suvgettommission der Rcichriager verhandelte am Freitag über den ALschnüt des Besoldungsgesetzes, der den Wo hn un g s g eldzu s ch u ß betrifft Auch hierüber hat die Subkommission eine Vereinbarung getroffen, die in zwei Abänderungsanträgen zum RLgierungsentwurs der Beratung zugrunde gelegt wird. Der eine betrifft die Tarifsätze, ixrr andere das Ortsklassenverzeichnis, und es ist ein gewisser Ausgleich dadurch erzielt worden, daß auf der einen Seite 101 Orte in höhere Ortsklassen hinaufgesetzt, anderseits einzelne Tarifsätze herabae- setzt werden. Jnsge,amt ergibt sich dadurch gegenüber der Regierungsvorlage eine Mehrausgabe von 126 000 Mark. Das Ortsklassenverzeichnis der Regierungsvorlage weist der Ortsklasse A alle Orte mit einem durchschnittlichen Einheitszirnmerpreis von 221 Mark und darüber zu, der Ortsklasse B alle Orte mit einem solchen von 161 bis 220 Mark, der Ortsklasse C von 121 bis 160 Mark, D von 81 bis 120 und E von 80 Mark und darunter. Während also bei den anderen Ortsklassen die Spannung 40 Mark beträgt, hat die Regierungsvorlage bei der Ortsklasse B eine Spannung von 60 Rcart angenommen. Diese Abweichung hat die Siibkommission nicht für berechtigt gehalten und daher für die Klasse B einen Einheitszimmerpreis von 161 bis 200 Mark angenommen, so daß schon alle Orte mit über 200 Mk. der Ortsklasse^ A zugewiesen werden. Die Subkommisswn bat anerkannt, daß im übrigen die Grundlagen der Vorlage besser waren, als man annahrn. Die Petitionen sind namentlich in ihren Angaben über die Höhe der Mieten eingehend geprüft worden und man hat dabei vereinbart, daß der Wohnungsgeld-' zuschuß Dreiviertel der Turchschnittsmiete eines mittleren Beamten betragen soll. Nach diesen Grundsätzen hat die Subkommissivnl gearbeitet und die Budgetkommission ist ihr einstimmig bcigetrelen. Allseitig wurde der Wunsch geäußert, daß Preußen in der Regelung nach diesen Grundsätzen bald Nachfolgen möge, was der Schatzsekretär als wahrscheinlich bezeichnete.
Apolitische Wochenschau.
Gießen, 8. Mai.
Der Wirrttstrrr in der inneren Politik des Deutschen Reiches wird täglich größer. Kein Mensch weiß, was aus der Reichsfinanzresorm werden soll. Es wird einfach fortgewurstelt im Plenum des Reichstages und in den Kommissionen, ohne daß es gelänge, einen wesentlichen Fortschritt in der Beratung der für das Reich io eminent wichtigen Finanzreform zu erzielen. Die Lage wird täglich unerträglicher und man erwartet mit wachsender Ungeduld irgend ein neues Geschehen. Auf einen günstigen Ausweg aus diesem endlosen Hin und Her der Bera- rungen und Verhandlungen über die Finanzreform wagt man schon gar nicht mehr zu hoffen und die Hoffnung, daß iuch nun die Kommissionsberatungen bis Pfingsten erledigt werden, schwindet immer mehr dahin. Und doch hatte Bülow ivch vor gar nicht so langer Zeit feierlich gesagt, daß die hinanzresorm noch in dieser Session zustande kommen müsse. Die, das weiß aber der Reichskanzler wohl selber nicht nehr. Was soll nun werden? Geht Bülow? An wohlmeinenden "Propheten, die diese Frage bejahen zu iönnen glauben, fehlt es keineswegs. Ebenfowenig aber fehlt es mch an solchen, die in einer Reichstagsauflösung das einzige 'Nittel sehen, aus allen Schwierigkeiten herauszukommen. 'is gibt endlich auch noch unverwüstliche Optimisten, die mit diesem Reichstage und dieser Regierung die Reform wch noch gelingen sehen, vorausgesetzt, daß man sich auf >em Boden des Kompromiss's findet. Die bisherigen Cr- 'ahrungen sind nun allerdings nicht dazu angetan, den '.üchternen Beobachter für weitere Kompromisse einzu- -flebmen. Auch die neuen Steuervorschläge, die von mancher -eite gemacht werden, scheinen gegenwärtig nicht sehr aus- Pichtsreich zu sein. In der „Köln. Ztg." schlägt beispiels- »veise jemand vor, eine wahlweise Erbschasts- und Reichs- ermögenssteuer einzuführen. Dieser Vorschlag entbehrt icht der Originalität. Es würde nämlich hiernach eine ^eichserbschaftssteuer für unbeerbte Ehegatten und für aszendenten in einer Höhe festgesetzt, daß sie die von : Regierung und Parteien erforderte Einnahme erbringt. In ' wem Prozentsatz wird sie erhoben auf der Grundlage der rtzten Einschätzung der Ergänzungssteuer. Solche Einfchätz- " igen sind nach preußischem Vorbilde für das Reich einzn- ' achten. Von der Erbschaftssteuer ist das Vermögen befreit, kessen Träger jährlich freiwillig 1/2 vom Tausend Ver- ■ wgenssteuer entrichtet. Die Erbsteuerfreiheit tritt ein, nad> Kem zwanzig Jahre hindurch die Vermögenssteuer gezahlt ober wenn für die an zwanzig fehlenden Zahljahre her freiwilligen Versicherung die Quote der Reftjahce auf । rund der letzten EinsHätzung entrichtet wird. Ein anderer Vorschlag will eine Gesindesteuer, die als Luxussteuer einzu- ' ihren wäre. In Betracht sollen hiernach nur solche Per- fmen kommen, die zu persönlichen oder Haushaltungszwecken schalten werden, also Dienstboten, Haushälterinnen, Haus- irimen, Gouvernanten usw. Der Ertrag dieser Steuer^wird maf 25 bis 50 Millionen berechnet. Ja, auf dem Papier rimmt sich das sehr stattlich aus, aber in Wirklichkeit wird s'ich die ^ache in unserer Zeit der Dienstbotennot doch wohl iriesentlich ungünstiger stellen. Nun, das sind gutgemeinte
ShKM __ArichltraKr!
werden. Allein zahlreiche Arbeiterkategorien sympathisieren bereits mit den Postbeamten, und alles bereitet sich auf einen Generalstreik vor, der von unabsehbaren Folgen für Frankreich sein würde. So haben neuerdings auch die französischen Bahnarbeiter bereits ein Streikkomitee eingesetzt. Die Korsischen Eisenbahnangestellten haben sich einstimmig für den Gesamtausstand ausgesprochen, und die Arbeitseinstellung soll bereits morgen oder am Montag beginnen. E. A.
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1080, 900, 720, 300 (320), 450, 220; ,. - 900, 810, 630, 220 (250), 330, 150.
Bei der Einreihung der Orte in das Ortsklassenverzeichnis PL die Subkommisswn selbständig vorgegangen, ohne Rücksicht auf die preußische Regelung.
Ter WohnungSgeldzusöruß wurde nach dem Kompromißantrage einstimmig angenommen. Tann wurde die Vesoldungsordnung II, die die Gehälter der gesandtschaftlichen und Konsulatbeamten erhöht, erledigt, gleichfalls nach einem Kompromißantrage.
Es folgt sodann die Berattmg der B e s 0 l d u n g 3 0 r M n u n g III, für dieOfsiziere des Landhecres. Der Kompromiß- antrag stellt zunächst die älteren Oberleutnants besser. Nach der Vorlage sollten die Leutnants, Oberleutnants erhalten vom erften vis vierten Jahre 1500, vom fünften bis. achten Jahre 1800, vom neunten Jahre ab 2100 Mark. Nack bcin Kommissionsbeschluß
dcckung des Erregers der sogenannten „ägyptischen Augenkrankheit" geführt. Tie Behauptungen von Halbcrstädter und v. Provacek weise ich zurück; sie haben mich nickst im geringsten beeinflußt. Meine Entdeckung ist ganz unabhängig von ihnen geschehen. Ihre Aeußernngen konnten den Eindruck erwecken, als ob ich etwa jetzt erst meine Entdeckung bekannt gegeben hätte, während sie schon vor längerer Zeit darüber geschrieben hätten. Dem gegenüber betone ich, daß meine Entdeckung erst jetzt in weitere Kreise gekommen ist. Ich habe den Befund schon vor drei Jahren erhoben, ihn nur für engere Fachkreise beschrieben und die Ergebnisse dem Minister überantwortet; sodann habe ich ruhig weiter gearbeitet, bis das untersuchte Material so ausreichend war, daß ich den Befund mit absolutester Sicherheit als den Erreger des Trachoms feststellen konnte."
— Gegen d i e Denkmalmacherei. Die Bildhauer wenden sich jetzt selbst gegen die Art, mit der heute so oft unsere Monumente geschaffen werden. So hat der Vorstand der Berliner Bildhauervereinigung Einspruch erhoben gegen den Umstand, daß das Komitee zur Errichtung eines Fritz Reuter-Denkmals in Stavenhagen in dem Preisausschreiben die Herstellung dieses Werkes aus ein Jahr festsetzt. Es wird betont, daß derartige Lieferungsfristen statt zur Vertiefung, zur Verflachung der monumentalen Kunst führen müssen. Der Vorstand hätte sagen müssen: Zur weiteren Verflachung. Denn leider ist die deutsche monumentale Kunst schon seit Jahrzehnten bedeutend verflacht. Warum? Die Welt weiß es.
— Frieda Schanz, die am 16. Mai ihren 50. Geburtstag begeht, hat im Verlag von Fritz Eckard in Leipzig ein neues Buch von starker Eigenart erscheinen lassen: „Kinderballade n". Diese Balladen sind kraftvoll gefügt, in straffer Form voll ethischen Ernstes, Balladen, in denen Kinder die Helden des dramatisch bewegten Vorganges sind. Tie Dichterin verbindet hier mit klar gegliedertem, fest geschlossenein Ausbau eine schlichte Ein- dringiichicit und Anschaulichkeit, zuweilen eine schier trotzige Sicherheit in der Sprache. Tas gesund Geradwüchsige, das kernhaft Milde, ausgeglichen Ruhevolle, das diesen Balladen eigen ist, laßt uns das Bild der Dichterin vor uns erflehen als das einer schlichten deutschen Frau, die gesegnet ist mit den vorzüglichsten Eigenschaften ihres Geschlechtes, mit Güte und Herzens- tvärme und lauterer Gesinnung.
— Zwei T uts ch e i n Südchin a ermordet. Wie wir gestern berichtet haben, sind zwei deutsche Forschungsreisende: Tr. Schmitz und Dr. Brunhuber in der chinesischen Süd-
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Vorschläge, die nur beweisen, wie sehr den weitesten Kreisen unseres Volkes die Neichsfinanzreform am Herzen liegt. Man versteht es im Volke einfach nicht, daß Regierung und Reichstag noch immer keinen gangbaren Weg der Versiändi- gung oder doch weniastens irgend einen Ausweg aus den Schwierigkeiten gefunden,haben.
Einen großen Teil de'r Schuld an dem Fortdauern der gegenwärtigen Ungewißheit und Ungeklärtheit ist man auf mancher Seite geneigt, dem Umstande zuzuschreiben, daß der Kaiser fern von Berlin weilt. Man würde es lieber sehen, wenn der Monarch in so ernsten Zeiten in der Reichste auptstadt weilte. Der Aufenthalt des Kaiserpaares auf Korfu geht indessen seinem Ende entgegen, und schon in wenigen Tagen wird das Kaiserpaar das schöne Eiland verlassen haben. Es sind dann noch Begegnungen des Kaisers mit dem Könige von Italien und dem Kaiser Franz Josef vorgesehen, Begegnungen, denen man eine gewisse politische Bedeutung sicherlich nicht absprechen können wird. Die Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn sind in letzter Zeit wieder etwas gespannter geworden, und so ist die Annahme nicht ganz unberechtigt, daß diese Monarchenbegegnungen in irgend einem Sinne vermittelnd und augsleichend wirken sollen.
Etwas aufgefallen ist es, daß König Eduard es anscheinend sorgfältig vermieden hat, mit feinem kaiserlichen Neffen im Mittelmeere zusammen zu treffen. Korfu lag nicht weit ab von der Route der englischen Königsyacht im Mittelmeer. Und dock? Die Frage der Flottenrüstungen hatte die Engländer ja kürzlich allerdings sehr nervös gemacht, aber es ist dock immerhin merkwürdig, daß diese Nervosität sich alsbald auch in den höfischen Beziehungen wiederspiegelt.
Von König Eduard heißt es übrigens, daß er sich eifrig bemühe, im Sinne einer J'nternation der Mächte in der Türkei zu wirken. Die Notwendigkeit eines solchen Eingreifens ergibt sich daraus, daß die Gemetzel in Kleinasien fort dauern und das neue junatürkische Regime bisher noch nicht die Kraft gefnnben hat, diese gegen die Christen gerichtete Beweaung zu unterdrücken. Die grauenvollen Vorgänge in Kleinasien scheinen das letzte Werk des abgesetzten Sultans Abdul Hamid gewesen zu sein. Indem er die Kurden gegen die Christen aufhetzte, rechnete er ganz richtig auf eine Intervention der Mächte, die ihn von allen juugtürkischen «Ähwierigkeiten befreien könnte. Vielleicht hat Abdul Hamid in feinem Exil in Saloniki auch jetzt noch nicht die Hoffnung ganz auf gegeben, daß ihm die verlorene Macht wieder zufällt, sobald erst die Jungtürken abgewirtschaftet haben. Leicht ist nun die Lage der Jungtürken allerdings nicht, und es scheint, als wenn im eigenen Lager Keime zu mancherlei Uneinigkeiten vorhanden seien. Ein Beweis hierfür scheint die Haltung der Albanesen zu sein. Die Reaktion ist auch noch keineswegs tot Es braucht mir die christenfeindliche Bewegung weiter geschürt und nach Europa hin verpflanzt zu werden, um einen neuen verheerenden Brand im Türkenreiche zu entfachen.
Einer sehr schwierigen Lage steht auch zur Zeit die französische Regierung gegenüber. Es ist die Agitation oer unzufriedenen Postbeamten, die dem Kabinett Clemenceau schwere Sorgen bereitet. Die Regierung glaubte und glaubt auch jetzt noch stark genug zu fein, mit der Organisation der Postbeamten fertig zu
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Die _ nunmehr beschloßenen Tarifsätze betragen für die sechs Tarifklassen (die abweichenden Sätze der Regierungsvorlage sind in Klammern beigefügt):
in Ortsklasse A: 2100 (2250), 1680 (1800), 1300 (1350), 570—800 (810), 480;
in Ortsklasse B: 1680 (1800), 1260 (1350), 920 (990), 360:
MM WM idjrirtL Angebote unter > den (Siebener ^meiner t Techniker l. Tischler', Molo. Ei ule, qew. im Zeichn, einf.t m Äalkul., such! gceign.: [jriitl. Anged. unter M i (MM. d. Gich. An.;. iuuges Ä'odcheii iudu F fll Teuie/ö/u Gärtchen
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