düng dürfen wir aber nüfit vergessen: ein Verein soll die Geschäfte führen unb die Beiträge der Mitglieder sollen den (^runbftocf seiner Einnahmen bilden. Soviel freiwillig' feit auch Staat und Gemeinde während des neunzehnten Jahrhunderts durch den Anteil gewählter .^örperfchasten in sich ausgenommen haben, boncten verbleibt eine reiche Wirtsamkeit „freiwillig.'n gemeinschaftlichen Herannallun gen der Bürger", oencn einst Wilhelm von Humboldt die Propaganda Der Bildung zugewiesen hat.
Ter Ausbau der Lesehall«' zu einer bürgerlichen Bibliothek ist die vorgezeichnete Aufgabe des zweiten Jihr- zehnts. Möge der Verein bei ferner Werbung freudiger Einsicht begegnen.
36. Gauturnsest öcs (5aue$ Hessen.
ii.
F~i Marburg, 5. Juli. Vergangene Nackt hatte es »ast den Ansd-^iii, als ob der kpte Tag oes ttzamumfenes tu LNtner rcerben wollte, denn ein (Gewitterregen oebmc_ sich bis in die Morgenttunoen aus. txiitc idneti icdoch öie Sonne jo prächtig, bah das Programm zu Ende geführt werben konnte. Zahlreich Turner besuchten den llaiscr Wilhelms-Turm auf Lpiegelslutt und betrachteten sich das oöcrhenifdK Berg- und Hügelland Um 4 Uhr traten etwa 500 Mädchen und Ä.naben ut Tumenrackt an uno machten zunächst Freiübungen und anschluhend ("Geräteturnen. Ttc Zuschauer spendeten diesem wohl mit fdwnftcn Teil des festes stürmischen Beifall. Lberrealsduillehrer T-r. H n a b c sprach alsdann den <Zichtveranstaller>t, insbesondere auch dem (Gauvorstand, den Tank der Zestgäste aus. Abends führte die Tamen-Ab- ttilung der Turngemeinde, oic als 'JJüfl'teniege einen Preis bc lonnncn hatte, von der Tribüne aus noch einmal Keulenübungen vor und dann wurde nur noch dem Tanz gehuldigt. Ter iGau Hessen und Marburg kann mit Befriedigung aus das Fest zurückblicken.
TaS Ergebnis der 78 M u st e r r i e g e n,' die ebenso wie die.Freiübungen unb das Einzelwettturnen unter bet Eberleitung dcS 'auturnwarts Will- (Ließen standen, ist solgendes:
(Gießen (M.-T.-V.), Barren 37'/, Punkte; Wetzlar, Reck 85%; Bad-Bauhenn, etnijhmttcl 34* */,; Butzbach, Stützhantel 34% ; Alsield, Barren 33",',; Marburg (M.-T.-B.), Barren 33"/,; Gießen (T.-B.), Säbel 32'/,; Butzbach (Zöglinge), Reck 327,; Ridda, Pi erb 32; Lang-Göns, Pferd 32; Friedberg, Reck 317,; Großen- Linden, Reck 31%; Marburg (T.-V.), Männerriege, Keulen 31%; Eber-Mörlen, Barren 317,; Marburg (T.-G3, Tameu-Abteilung, Meiden 31; Marburg (T.-B.), Reck 30%; Wetzlar-Niedergirmes, Barren 30'/,; Grünberg, Langstäbe, 30'/,; Torn-Assenheim, Stabsechten 307; ; Bad-Nauheim, Florettechten 307,; Münzenberg (Zöglinge), Pferd 29 /,; Holzheim, Pferd 297,; Kirchhain, Keulen 29% ; Ltch, Barren 29%; Marburg (T.-B.), Zöglinge, Barren 29%; Nlarburg (M.-T.-B.), Zöglinge, Picrd^297,; Wehrda, Barren 297,; Schlitz, Barren 29%; Marburg (A. T.-P.), Barren nut Sdjioiing- breit 29; Hochelheim, Barren 287,; Heuchelheim (Zöglinge), Pferd 287,; Biedenkopf (Zöglinge-, Barren 28%; Marbach (Zöglinge), Barren 28%; Estheun, Pferd 28* ,; Grüningen, Barren 28; Urankenberg, Reck 28 ; Gießen (M.-T.-V.), Sabel 28; Eckers- Hausen, Reck 27%; 9iaunheini, Barren 27%; Biedenkopf, Barren 27 % ; Eckershaufen, Barren 27% ; Lang-Gons (Zöglinge), Barren 27",; Treis a. d. Lmnda, Reck-Barren 27%; Gießen (T.B.), Barren 27%; Großen - Linden (Zöglinge), 27*/,; Watzenborn (T. - B. „Gut Heil'), Barren 37'/,; Münzenberg, Barren 27%; Alarbach, Reck 277,; Hörnsheim, Barren 277,; Allen- dori a. L. (Zöglinge), Barren 27; Steinfurt, Reck 27; Griedel, Reck 26%; BurgfolmS, Reck 26'/.; Leihgestern (Zöglinge), 26°/,; Sck)otteu, Pferd 267,; Nieder-Weifel, Reck 267,; Tudenhofeii, Barren 26%; Steinberg (G. H.) 257,; Aiarburg (T.-G.), Stab- übungen 25%; Gladenbach, Barren 257,; Allendorf a. L., Pferd 257,; Ruttershausen, Pferd 257,; Marburg (T-G.), Zöglinge, Keulen 25%; Rodheim (Al.-T.-V.), Barren 217,; Marburg (T.-G.), 2 Barren 217,; Wetter, Barren 24%; Klein Linden, Barren 34*, ,; (sappel, Reck 247,; Lützellinden, Barren 247,; Annerod, Barren 24. Außerdem erhielt der A.-T.-V. Marburg für. Fußball die Note ,Recht gut'.
Vermischtes.
* Gin tragikomischer Borsall. Tom ,L.-B." wird folgendes mitgctcilt: Tie Frau Pfarrer eines kleinen Ortes unweit der Großstadt kehrte ans dieser mit dem letzten Zuge zurück und mußte aus der .Haltestelle den Erl der Notwendigkeit benutzen, dessen Türe sich nun von innen nidtt össnen ließ, als sie den Ort verlassen wollte. Alles Rusen und Sdwcien hals aud) nichts. Tie Lichter der Station waren gelöscht, der Berwalter der Haltestelle in seine Wohnung nach dem Torfe zurückgekchru Nach langem .Harren nähern sich nach etwa einer Stunde endlich Schritte und ans wiederholtes Stufen kommt aud) der Nachtwächter heran, öffnet die Türe, leuchtet hinein und ruft erstaunt: „Aber Fran Pfarrer, wie kommen Sie denn hierher?" — Als nun die erlöste Frau ihr Ung cm ad) erzählt und ihre vergeblichen Bemühungen, den Scknappriegel von innen zurückzuziehen schildert, erwidert der Wachter der Nachts „Aber Frau Pfarrer, das ist dock) ganz ein- sack!" schlagt die Tür zu und — auch all sein Mühen, den Riegel zurückzuziehen, bleibt vergeblich! Fetzt sitzen beide drin und können nicht raus. — Erst als zum ersten Frühzug der Weichensteller 1. Klass' und Stationsvorsteher den Turnst antritt, befreit er auf ihre Rufe die beiden aus der unfreiwilligen Sooft, wobei natürlich alle über den unangenehmen Vorfall tiefstes Schweigen geloben.
- Aber nach etwa 11 Tagen kommt int Pfarrhause em Gerichts schreiben an, das der Herr Pfarrer öffnet und ut welchem zu seinem Erstaunen die Frau Pfarrer zur zeugeneidlicben Ver
nehmung darüber vorgeladen Wirb, wo der seine Pflickt nicht erfüllt badende Nachtwächter in der fraglichen Nacht gesteckt habe!
• Ein schwerer Berus. Tas Berliner Tageblatt ver össentlichte kürzlich folgenden humoristischen Notschrei, der dir besonderen „lokalen" Schwierigkeiten h.-r dortigen Anwälte iHuth irrt: „Berbandlunasrciiende werden wir Berliner Anwälte fetzt nicht mit Unrecht genannt, da man uns unmer mit den schweren Aitenmappen, die oic neuesten „Muster" *är Angriffs und Ber t'.oigungsmittri im Prozeß enthalte», haltig von einem der fielen für Berlin zuständigen Gerichte auf das andere eilen sieht. W>r gleich: ;tig vor den einzelnen Gerichtsabteilungen das Land geridjt I und Amtsgericht Berlin Mitte in der Grun.ntraße üblen allein 1 l»>, sage und schreib, cinhundert'echsund' i’h isig Prvzcßabteilungen erscheinen, ,:m Oort da», was die Richter ohnehin schon aus den Schrtnsatzen wiifrn, nochmals „auizusagcn". Tie „mündliche" Perhanolung beschrankt iick bahtr in den allermeisten {yäüen darauf, daß nnr, vom Rennen und Trepp, npeigen ganz außer Atem, die gentrollen Worte hervor bringen: „Wir haben nichts neues an zu führen. ' Ithe nur aber dazu kommen, ergibt sich foigcnocr Klimax: Ern ftnbet man seinen Gegner nickt, hat man ihn gefunden, ist eö nicht Oer nd)tigc; ist es der richtige, so hat er keine Robe; hat er eine Robe, >o wird er von einem anderen Kollegen weggeschleppt; wird er nick: weg- geschleppt, so findet man die Gerichtsabteilung gerade anderweck beschäftigt; ist sie frei, so fehlen di' Gerichtsakten; find die Gcrichtsakten zur Stelle - so verliert man den Prozeß.
* TaS bedrohte Venedig Aus :Rom 'chreibt man den M. N. N.: Es wird immer ia>oncr. Nun »oll auf einmal schon Venedig bedroht sein' Tas „Ctiornalc d Italia" behauptet es und nagelt voll patriotischer Entrüstung fest, datz die „teuivnicke Rasse" ' im Begriff fei, auch die ftömqin der Adria vollends zu erobern Wo man dort auch gehe und stehe — immer hörc man nur deutsch, deut'ck und nochmals bcutfdi' An die»es Lamento bezw. diesen Mriegeruf knüpfen sich allerlei Erörterungen, die ben italienischen Nationalstolz gegen uns Barbaren auistackeln sollen. Natürlich vergißt daS Blatt über Venedig nicht den schwer gefährdeten Gardasee, wobei es zu dem etwas lomüdxn Mittel rät, die Bahnhöfe, Hotels, Toinpfer uiw.~ mit riesigen Plakaten zu bekleben, worauf man in deutscher Sprache die Verherrlichung Italiens und der italienischen Mriegotatcn bis Magenta und Sol ferino, sowie die Schandtaten der foagnau und der übrigen Oester reicher verzeidmet finde. Vermutlich hofft das Giomale, die Tedescki werden sich dadurch wegärgern lassen und es kalkuliert vielleicht nicht einmal so schlecht. Zn einem dritten langen Briese aus Gardone der Brief ist nicht weniger als 2* ■> ganzseitige Spalten lang) ergießt das Gtornale von neuem die Schale feines Zornes über die teutonische Invasion des Gardasees, lagt, die Italiener und die italienische Sprache feien dort höchstens noch geduldet; von 10 000 Fremden feien nur ... 1 Italiener als ob das die Schuld der Barbaren wäre!. Ter Gardasee sei von deut'chen Aerzten überschwemmt, die ohne gesetzliche Erlaubnis ihre Praxis in Italien ausüben und keine Steuern zahlen gewisse bieier „Aerzte" seien überhaupt keine Aerzte, sondern gewöhnliche Mur Pfuscher, die deutschen .Hoteliers ließen all ihre Lebensrnittel - sogar Gemüse und Eb|‘t! — aus Tjuti'ckland und Ecftcrrcid) kommen, die Leiter der deutschen Sanatorien trieben „in diesen sakrosankt italienischen Gefilden ganz offen allbeutidjc Propaganda". Und was desgleichen Nonsens mehr ist, der in der italienischen Presse selbst einmal eine gehörige Zurückweisung verdiente. Ta die italienische Presse aber schweigt, so ist zu hoffen, daß fid) doch . . . französische oder englische Blätter der Fremden d. h. „Teutonen") am Gardasee annehmen werden. Tas würde in Italien noch am meisten Eindruck machen.
Meine Tagcschronik.
Tie Frau des Eiseiibahn-Afsistenten Röfeiier in Charlotten- burg tarn gestern mit zwei Knaben so unglürflid) nieder, datz sowohl Platter wie Kinder während der Entbindung starben. Ter telegraphisch herbeigernfene herzleidende Baler erlitt beim Anblick der Leichen einen Schlaganfall und war sofort t o t.
Zwischen Altenessen und (9elfcn(ird)cii wurde die Leiche der Ehefrau eines "Arbeiters vollständig verkohlt aufgefunden.
Ter in Eisenach abgehaltene deutsche K r i c g c rb u n d e S» t a g sprach sich sur den schärssteii Kamps gegen die Sozialdemokratie aus.
In der Jungfernheide in der Nähe des PlötzeuseeS fand ein Gendarm drei bewußtlose Knaben auf, die augenscheinlich Sch > e r- l i n g gegessen hatten. Er brachte sie in ein Krankenhaus, wo ein Knabe bereits g c ft o r b c n ist.
In einem Kohlenschachte bei Eharleroi in Belgien sind vier Bergleute durck; zusammenbrechendes Gestein vcrschnllct worben: Zwei von ihnen sind tot, die leiden anderen fmd tödlich verletzt.
Literarisches.
— „Stuß im Jus." Ein lustiges Buck von Juristen u n d s ch w e r e n P e r b r e ch e r n. X)crauogegcbcn von A l c r a n - de r Moszkowski. Verlag der Lustigen Blätter, Dr. Ensler u. Eomp, Berlin Preis 1.50 Mark. ‘2er Herausgeber der „Unsterblichen Stifte" bietet mit seiner foeben erschienenen Sammlung der Lesewelt eine neue Kiste, die sid) an Inhalt und Packung sehr wohl mit der ersten messen darf. „Stus; int Jus!" unter diesem Schlagwort vereinigt Alexander M os ; k o iv s k i alles was ihm auf dem weiten Held der Juristerei an komischen Blüten erreichbar war; und in der Art, wie er diese Bereinigung darbietet, offenbart er sein bewahrtes redaktionelles Geschick der Anordnung und der Glossierung, die alle Pointen zu drastischer Wirkung bringt.
— (Wricbcnö Reiseführer Bd. 109: Mittel- meer führten und E r i c n t r c i f c n. 2. Auslage mit 22
Sorten. Neubearbeitet von Tr. B. Hochstetler Ti* zweite Auslage dieses Reiseführers stellt in mebnartwr Äinfickt eine Ber-^ bei'ernng der ersten bar. N u hinzugelommen sind vor allem die Abschnitte über Spanien, hie Ballearen. über Landausslüge \n' Algerien und Tunis, Sardinien unb Moriih, Griechenland unb Kleinasien, über hie griechischen Inseln und über Talmatten, io daß : t sämtliche Lana r und die frinppon id-ftcn Eric und Inseln d s Mittclmeers bebaudelt sind Auck die Marten und unt 22 vermehrt worben Eine weitere gründ.rche Arnberpng besteht dar»n, daß nicht nur die Reisen mit ^pezialdampfcrn berücksichtigt; find, sondern auch den B.'ürfnissrn derjenigen Reisenden, die auf eigene nault rcrrcücn, Rechnung getragen ist
— T c .! t f ck e Alpen. Zweiter Tcll^ Salzburg Berchtesgaden, Salzkammergut, » lielababn, >>ohe Tauern. UntcrinntaL
»hilfrutl, V»ennrrdnhn. Punertal uno Tolomit n, Bozen Zehnte Auflage. '.Nit 29 Murten, 7 Plänen und 10 Panoramen M e n e r s Ret > - bnckc r.) Verlag des Bivliographischen Instituts in Leipzig und Wien.
Tie der Erschließung der Alpenwelt io förderlich gewordenen Aloenbahnen ei holten m diesem Sommer einen bedcimwa:vollen .-hnvacks durck die Tanernvalui, die eine neue, n^ientiid) kürzere Verbindung zwischen Süddeulidiland und Trieft herstellt und erheblich dazu beitragen Wird, die idienen Gebiete Ziarntens dein
Touristenverkehr näher zu bringen. Zinsen diese eine ausinhrlilde und iackttuidige Beschreibung im dritten Bande von Mepers „Teutitb'* Alpen", am den wir hierbei empfehlend hinzuweisen nicht unterlassen wollen, io ist die Tauern bahn ,anu ersten Molo im Zusammenhänge dargestellt in dem ioeben in 10. Auflage erschienenen zweiten Bande die,es in drei Telle angelegten Führers durch die Ostalpen. Er behandelt mit der bei „Mener" gewohnten Genauigkeit die mittlere Partie der den sichen Alpen und geleitet den Touristen durch die Täler und .vohen zwi'chen der BrennerbaHn und der Linie Lin Villad». Tie von einem trefflichen Kenner dieses Gebietes mit Unterstützung der alpinen Vereine und tüchtiger Bergsteiger aufs sorgfältigste neu burdigearbätele Auslage läut ben Ansprüchen dec Bergsteiger sowie den Beittebungen der Alpenverelnc besondere Berücksichtigung zuteil werben und schenkt auch dcm in den Alpen immer nubr aaifontmenoen Wintersport eingehende Beachtung. In erbeblid) oeränöerter norm erscheint das der neuen Tolomitenstraße Bozen-Cortina 4oblad) und ihrer cinbrudevolien Umgebung gewidmete Kapitel Auch der durchweg gründlich revidierte Martenavoarat iss erweitert worden durch die neuen starten „(ibiemfecgebirge unb StiRbühlcr Alpen", „Berchtesgadener Bergland" unb „Sal Uimmergnt", ourd» Plane von Reichenhall i nd Berck: verdient rückhaltloseste Empfehlung
Rändel ttnö ZJerFcbr, Dolkswirtfcvaft.
- Tcrnburgs T i a m c n t c n t>o I i 11 L In einer Besprechung mit einigen Parlamentariern hat Staatssekretär Tern« bürg einen eingehenden Bericht über unte Tiamank nvolttik erstattet Es ist daraus hervorzuhcben, daß nach u..i n imnigen der Tiamantcnrcid;tum Südwcstafrilas am ungiiabr em -Milliarde- angenommen wirb. Tas weientlichst - der Teriibnrgfck. n Tia- mantenpolitik besteht darin, daß er die 400 ■>'■•<) Tiamauten- interefienten zu einer ioahtwn zufammeNs. chlo' en hat. Deren BcdeuUing wohl am besten daraus hervorgeht, daß bald nach dem Bekanntwerden bieier Tatsache ein Vertreter ß i den Tiaiuanten- markt beherridlendcn Te Beeis Coinpoim an - n St-ia: iretär mit dcm Anerbieten heraiigetrctcn ift, ein pemujeuiges Vri .-tariell abzuschließeii. Ter Staalsiekretär hat bitte Aiierbuun abgelehnt, da er nach dem gegenwärtigen Slanoe Der Tinge m Sudn wfnka in der Lage zu icin glaubt, diese Preise iiitabhanqig von oer T^ Beers Eo. sestzusetzen und sic ihr nötigenfalls diktieren u tönncit.
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persische Weisheit.
Unter bem Titel „Sinnspruchc OmarS des Zelt- macherS' gibt der derzeitige deutsche Gesandte in Tanger, Friedrich Rosen, eine Ausivahl der Vierzeiler deS großen persischen Tichters E in a t Khajja m (t 1123) in vortrefflicher Ucbersetziing heraus. Wir entnehuien dein kleinen Buch, das m ebenso origineller wie geschmackvoller Ausstattung soeben bei der Teutschen Verlags-Anftalt, Stuttgart, eijdjicncn ist, die folgenden für den Gedankenreichtum und die poetische Schönheit bezeichnenden Proben:
Geschlechter sind erglicht wie Helle Funken, yabcii gelebt, geliebt, gehaßt, getrunken; Sie leerten hier ein GlaS und sind verlöscht, Sind in den Staub der Ewigkeit versunken.
•
Als du das Leben schufst, schufst du da4 Sterben;
UnS, beme Werke, weiht'st du dem Verderben.
Wenn schlecht dein Werk war, sprich, wen trifft die Schuld?
Und war es gut, warum schlägst du'S in Scherben?
*
Ter Welt Geheimnis wirst du nicht ergründen, Ta# Wort,, da# keiner sand, wirst du nicht finden. Schass dir mit Wem cm Erdenparadies!
Eb*5 dort ein Paradies gibt, wird sich finden.
*
Ich trinke nicht aus bloßer Lust am Zechen, Noch um des Korans Lehre zu durchbrechen, Nur um des Nichtsein# kurze Illusion! — Da# ist der Grund, au5 dem die Weisen zechen.
An federn Tag nehm' ich mir vor auf# neue, Taß ich das Trinken lasse und bcicnc, Tod) nun voll Rosendust erjckiencn ist Ter holde Lenz — bereu' ich meine Reue. •
Rach Regeln der Vernunft zu leben, Ist zwar em ganz vergeblich Streben, Loch Pleister Schicksals stinke Hand Schlägt tüchtig zu und lehrt uns leben.
Laß Weise nur und Edle in dein pauß. Nimm vor den Toren meilenweit Rcipau.-. Reicht dir ein Weiser Gift, so trink's getrost, Reicht Gegengift ein Tor dir, gieß cs aus!
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Gestern zerschlug ich meinen Krug mit Wein In meiner Trunkenheit an einem Stein.
Ta sprach des Slrugcs Scherbe: .Wie du bist. War ich, und wie ich bm, wirst du einst (cm.*
Der Jugend Buch ist an-- — und war dock) kaum begonnen! Kaum hat der Lenz geblüht, ist er auch schon verronnen! Ich merkt' nicht, wie sie kam, noch wie sie flog davon, Tie holde Nachtigall, die Zeit der Jngendwonuen.
C weh um jenes Herz, in dem kein weiter brennt, TaS nicht die hehre Glut der LiebeSionne kennt, Wer einen ganzen Tag ohu' Liebe hmgebrackst, Tut recht, wenn jenen Tag er ’nen verlornen nennt.
In Kirchen unb Moscheen und Synagogen Wird man um ferner Seele Ruh' betrogen. Tock dem, der der Natur Geheiiiinis ahnt. Wird ferne Angst norm Jenseits vorgelogen.
Hock überm Firmament sucht' ich die Eucfle Von Vorbestimmung, Paradies und Holle. Ta 'prach mein weiter stehrer: „yrennö, in dir Allem sind KiSmei, Paradies und Hölle.'
•
Der ganzen Schövfimg letzter Zweck sind wir, Im Wellenauge sind die cehkra't wir.
Tie gan;e Seit vv wie ein großer Ring.
Wir sind der Edelstem, deä Ringes Zicr.
Ter Tropfen weint: .Wie bin vom Meer ich weit!' Ta4 Weltmeer lacht: .Vergeblich ist den» fcib!
Sind wir doch alle eins, ftnD alle Gott — Und trennt ja nur das wtnz'ge Pünktchen.Zett'
-- Z u Äeinrich a 11 e m c r v I ut). Geburt ' age. In der deutschen Philologie wirb heule allenthalben da .Indenken an Heinrich Hat lern er, den hochveroienten «"crmaiuften, wad), der in teiltet kurzen, aber überall- etiyrieBhd>er Tätigkeit Wiffenickan aeweien ist. Hatlemer, der vor blinden ,,aliren, anfangs Juli IbU9, in 'N a i n z'geboren war, halle sich m 1 • icbch inner Osann und cdunttibenner zum Jhilologcn .'v-ra,. . bildet, (rtner C'nr.uianalcrofei’ur ui Darmstadt g n \ er ans i ottiischen Gründen verlustig und fand int Jahre Ibdß ein '.'.fist m der Schiveiz, an der Kautonsschule zu St. "'«allen. Spater, von IH42 bis 184y, ivar er l.'aletnpiülefioi ar.i '1 logiimnofiuni -u Brcl, bis ihn das 7eoolulionsiahr m die deutsche Hei mal unter die «>abne der Freiheit Aurüdricf. Tic .'liiftetbimgcn Sc-, JUmp uns die bittere Enttäuschung über lernen scht .evltcke i ‘JluOgam; n ire» schuld an seinem frühen Tode, der kurz nach dc. tkehr in die Schweiz am 41. November 1MU ihn täi) auv en em f.hofieusiroh« Leben riß An die b)cidnd)ie bir gerinonlsusckien W'b. nchast ist öcinrich ^attemer» Name mr immer geknüpft. Mit all bat Tuinnern, unter deren tanger Mnaibell die ceuffdjc t:*i!jlogie nd) rasch zu einem selbständigen, neben den übrigen r'yuologischen ^ehttachern gleichberechtigten ^.stfieusjiveige cniwidelieu, mit (hl» maller, ßrominann, Jakob Grimm, Hofmann ooii Jallcrsledech Waßilianu, Wackernagel, l?fe:ner, stand er in legem Gctftes- aiiStausche. Sein dreibändiges vanptwerf, die Ausga' v be; all» deutschen Sprad'schatzc dc: Stistsl'bltothet von St. ballen(»Tenk» male, de» 2)1111 clallet*' 1M2 -4K . ji et i: b (md) Cic Soll» 'lanöigleii und diulomauschc Genauigke.t et. .,eboiencn 2'iatenatt einen dauernden Platz in der germai -llschen -itciatur ge ckett. In feiner .Teutschen Sprachlehre' (luchte Hatlemer, wenn aud) mir mit geringem Erfolge, ali einer bei ersten di üx'.cb» mfie der Forschungen Grimm» für ben - chnlnnter .ichi find):bat zu
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gegen die Ansicht Jakob GillNiiu« Niste, rie , tdc c.nel I


