unser
Kaiser-Allee
1482
Giessen.
Oie trauernden Hinterbliebenen
1478
Giessen, 6. März 1909
11199
ncidittitten bei
Für die trauernden Hinterbliebenen Lang, Gr. Aktuariats-Assistent.
1 26, 6 März 1909.
Montag den 8 März 1909, nachm. 2 Uhr des neuen Friedhofes aus statt
Für die Hinscheiden und Onkels
im Alter von mit der Bitte
Schubecker & Bechthold. Ztmnu'raeschäit u. Sägewerk Lchiffenbergertal.
Die Beerdigung findet am von der Kapelle
Schnittftämme
au Bohlen und Brettern, bis au
70 cm Durchmesser, sowie alle Sorten Brcnntiolr werd, sauber
Danks ag-nng*]
vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem unseres lieben Sohnes, Bruders, Schwagers
Schüler-Pension.
In meiner Familie finden zu Ostern I bis 2 Schüler höherer Lehranstalten liebevolle Ausnahme mit nuter Pension und aewissenh. BeaussichtiaunaderSchularbelten.
Dr. Roese, Oberlehrer i. P. 873) Goethestratze 34.
Die vom Kreisamt Gießen unterstützte
Deckstation für Belgische Niesenkattiuchen zu Älein-Linden benndet sich Wctzlarcr Str. 71.
Dockgeld 1 Atari. 719 Raffe zweimal prämiiert.
Statt jeder besonderen Anzeige.
Todes-Anseigre.
Heute morgen 7 Uhr verschied nach eintägigem Kranksein herzlieber
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nahezu 2 Jahren. Dies sei Freunden und Bekannten nm stille Teilnahme mitgeteilt.
Hermann Treppinger
sagen wir unseren herzlichsten Dank.
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fürs' a. D. Grasen
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Vriginal-Dvahtrne^nngen.
Paris, 6. März. 9?adi einer Londoner Meldung des „Motin" sollen dort aus Alben ein gelaufene Privatmel- düngen über ein K 0 mvl 0 tt gegen Atönig Georg von Griechenland berichten. Darnach beißt es gerüchtweise, daß in Athen sich eine geheime tzksellschaft gebildet habe zu dem Zweck, die Thron-Entsetzung des Königs zu veranlassen und auch den .Kronprinzen .Konstantin vom Throne fernzuhalten. Tie Verschwörer sollen die Nachfolgeschaft dem kleinen Prinzen Ck?org, Sohn des Kronprinzen, unter der Regentschaft seiner Mutter, bekanntlich einer Schwester des deutschen Kaisers, .befürworten. Tie Verschwörer sollen sich aus unzufriedenen Militärs und Parlamentariern zusammensetzen. Ta es zu keiner Tat gekommen, sei es unmöglich, eine gerichtliche Verfolgung einzuleiten, lieber die Wahrheit dieser Gerüchte, die wenig glaubwürdig erscheinen, ließ sich nichts ermitteln.
Belgrad, 6. März. Ein offiziöses Kommunique besagt, die Regierung habe den serbischen Forde- derungen keinesfalls entsagt, sondern lediglich die Vertretung seiner Interessen vorläufig in die Hände der russischen Regierung gelegt, die die serbischen Interessen bei den Großmächten zu vertreten und nicht früher die Annexion Bosniens und der Herzegowina anzuerkennen habe, als bis die Forderungen voll befriedigt seien. Wenn Rußland trotzdem die Annexion Bosniens und der Herzegowina anerkenne, ohne daß die serbischen Forderungen So rücksichtigung gefunden hätten, so würde das Serbien aller Verpflichtungen gegen Rußland und gegen den europäischen Frieden entbinden.
Gießener Wetterdienst.
voraussichtliche Witterung für Veiten am Sonntag dem 7. März: Meist trüb, Schneefälle. Temperatur wenig verändert. Nördliche Winde
Sandel.
— D i e neue T a r m stadter S t a d t a n l e i k> e, die mit 10 Millionen Mark genehmigt war, wird nun in ermäßigtem Betrage von 6 Millionen Mark gegeben werden.
von Posadowsky und unter dem Vorsitz des Slaatsmrnislers a. T. Tr. Freiherr von Berlepsch eröffnet. Er wies in seiner Begrüßungsrede darauf hin, daß heute zum ersten Male die Frauen als wohlberechtigte Mitglieder mittagen dürften und daß sich die Gesellschaft zum ersten Male mit den Forderungen der Privatbeamten beschäftige. Oberbürgermeister Tr. Adickes begrüßte die Kongreß-Teilnehmer im Namen der Stadt. Nach weiteren Begrüßungs- Ansprachen referierte der Reichstags-Abgeordnete Putthoff-Düsseldorf über das Recht der Privatbeamten, während Landgerichtsdirektor a. D. Kulemann - Bremen über die juristische Seite des Koalitionsrechtes der Privatangestellten sprach. — Ter Magistrat hat das Gesuch der Freien Turnerschaft, für das Kreis turnfest des Arbeiter- Turnerbundes im Juli eine Subvention zu gewähren, ohne Angabe von Gründen abgelehnt.
X. Hanau, 5. März. Nach einer hier amtlich eingetroffenen Nachricht plant die Heeresverwaltung, in Hanau das Bekleidungsamt für das 18. Armeekorps zu errichten.
em Schklvemchlehen an den SchtetzNänden des hiesigen Schützenoereins statlfinden solle und daß eine rege Beteiligung daran zu erwarten sei.
•* Stadttheater. Es sei darauf hingewiesen, daß die morgen nachmittag zu Aalkspreisen statlfindende Aufführung der .Puppemec" die unbedingt letzte deS graziösen Werkes ist, und daß es fraglich ift, ob Humperdincks „Königs- kinder* nach her Sonntags-Aufführung nochmals wiederholl werden können. In jedem Falle ist es ausgeschlossen, daß eine etwaige Wiederholung im Abonnement stattfindet.
— Llchtbildervortrag über das Engadin. Ein genußreicher Abend wurde gestern in der Sektion Gießen des D. u. Oe. A.-V. geboten. Prof. Hedderich führte in Wort und Bild das Oberengadm vor, jenen herrlichen Edelstein im glänzenden Diadem der erhabenen Alpenwelt. In Worten, die den Schönheiten der Gegend angepaßt waren, entrollte er ein anschauliches Bild von jener herrlichen Gegend. Nachdem so die prachtvollsten Szenen vor unserem geistigen Auge vorübergezogen waren, wurden sie noch einmal in Stereoskopbildern vorgeführt, und die Bilder blieben mchi zurück hinter dem, was das gesprochene Wort vorgezaubert hatte. Die Diapositive waren von der Firma Voigtländer, Braunschweig, zur Verfügung gestellt, und wenn die Firma Reklamezwecke damit verfolgte, so hat sie vollauf ihren Zweck damit erreicht. Der reiche Beifall, der am Schluß dem Redner zuteil wurde, wurde von letzterem bescheiden abgelehnt und auf Konto der Firma Voigtländer übertragen.
•• Stenographie. Der Damenverein Ga bels - berger und der Gabelsberger Stenographen- Verein hier eröffnen am 15. März im Cafö Ebel wieder einen Anfängerkursus. Da dec Andrang zu den nach Ostern, der Zeit der Schulentlassung, beginnenden Anfänger kiirsen erfahrungsgemäß immer sehr stack ist, so sei gerade dieser Kursus denen, die sich die Kunst der Schnellschrift anzueignen beabsichtigen, recht empfohlen. Der Besuch bei Schrelbmaschinentlirse ist nur den Mitgliedern und den Teilnehmern an den Ansängerkursen gestattet. (Siehe die Anzeige.!
** Ringkämpfe im Kolosseum. Tic Ergebnisse des gestrigen Abends mären: Jo i bl er (Bayern^ siegte nach wechsel vollem Kampfe überlegen gegen den Polen Petlinski in 4v- Minuten durch Amtgriffschulterschwung. Ter Pole mußte sich mir auf die Verteidigung besclstänken, während Kitzler durch neue Griffe imponierte. Ter Kosak Sulrnan 0 ff kämpfte mit dem dänischen Weltmeister Markusse n 20 Minuten unentschieden. Ter Däne wurde durch die Riesenkraft des Russen öfters in die Brückenlage • gezwungen, rettete sich aber stets durch Ueberwurf. Bum Schluß siegte der deutsche Meister Strenge über den Belgier ^lpvllon öc Collosse in der Gesamtzeit vvn 43 Mimten durch Kopfschwung aus dem Stand. Strenge siegte infolge seiner größeren Ausdauer, da der Belgier zum Schluß ermattete. _ Heute ringen: Hitzlar-Frachet, 2lpvllonMarkussen und Entscheidungskampf Sulmanoff-Jack Senns.
** Her Gießener Bahnhof wurde heute vormittag von Studierenden der Darrn st ädtec Technischen Hochschule unter Führung des Prof. Wegele besichtigt.
" Das Schwurgericht für Oberhessen beginnt nicht, wie ursprünglich vorgesehen war, nächsten Montag, sondern Mittwoch, 10. März, vormittags 91/., Uhc und zwar mit dec Sache gegen den Schuhmacher Wilhelm Reis von Niederspey (Kreis St. Goar) wegen Mords und Sittlichkeits- Der rechenS. Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Lang uno die Verteidigung führt Rechtsanwalt Fischer. Es sind zwei Tage für den Fall in Aussicht genommen. Möglicherweise wird daran anschließend noch ein Sittlichkeitsverbrechen zur Verhandlung gelangen, was jedoch noch unbestimmt ist.
— Friedberg, 5. März. Die Lehrer, die 1869 das hiesige Seminar verlassen haben, wollen am dritten Oster- feiertag zu Darmstadt diesen Tag gemeinsam begehen.
-r. Büdingen, 5. März. Am Mittwoch fand die Wahl eines Beigeordneten statt. Es war eine hartnäckige Wahlschlacht, aus der das Gemeinderatsmitglied W. D 0 tter mit 218 Stimmen, 12 mehr als sein Gegner Albert, als Sieger hervorging.
0 au bad), 5. März, Eine Unterhaltung besonderer Art war der Märchenabend mit Lichtbil dem, den die Lehrer im Saale des Schützenhof, der sich indes für das Unternehmen als zu niedrig erwies, am letzten Mittwoch abend veranstalteten. Hunderte von Kindern nebst zahlreichen Erwachsenen waren erschienen. Lehrer Jak ob aus Wetterfeld führte die Lichtbilder vor, zu denen Lehrer Weil von hier den entsprechenden Text las ('Märchen und humoristisch' Gedichte); Bilder aus der kaiserlichen Familie bildeten die erforderliche Abwechselung. Die Freude, die aus hunderten von Augen glänzte, möge die dankbare Belohnung für dir Bemühung sein. Die Vorstellung erfolgte im Auftrage des Volksbildungsoereins.
Frankfurt-a. M., 5. Marz. Der Kongreß der Gesellschaft für soziale Reform wurde heute früh in
— KleineC b r 011 ik aus Sunil ü n d W issc n s chef t. Wie aUs Paris gemeldet wird, hot soeben ein Bewohner vcm Clermont d e L' Oise bet Ausichachnmg seines Kellers menschliche Gebeine gefunden. die ihrer ganzen Struktur nach einem vrähist 0 rii eh e n M e n s cd e n angehört haben müssen. — Im Hörsaale des Poliklinischen Institutes der Berliner Universität trat gestern die 30. öffentliche Be r sa m m I u n g b e r B a d e ä x- 31 e Miüunrnen. — Weh. Jnstizrat Dr. Wllhelm oon Brün n eck, Professor an bei- Universität .£) a l ( e a. S. leiert, am 7. ds. seinen 70. Geburtstag. — Klara Viebia s neues Drama : „Das letzte Gluck", gelangt im Frankfurter Schatispielhaus |utv Uraufführung. — -as Befinden Dlatk 0 ivskyS hat sich wieder geb eifert.
Gießener Strafkammer.
Gießen, 5. März.
Nab Feierabend.
Gin Mamt vvn Großen-Linden hat rin Urteil des Schöffengerichts, das ihn wegen Beleidigung und Widerstands zu 6 Wochen Gefängnis und wegen Ruhestörung zu 3 Tagen Haft verurteilt hatte, angefochten. Als er nach der Feierabendstunde noch in einer Wirtschaft betroffen wurde, bot der mit ihm verfeindete Nachtwächter Feierabend, worauf er zu schimvfen begann. Bei dein zweiten Rundgang war er noch in der Wirtschaft, weshalb ihn der Nachtwächter aufnotieren wollte. Er suchte ihm das Notizbuck zu entreißen, schimpfte und verfolgte den Nachtwächter auf die Straße, wo er ihn wiederholt angrisf. Der Angeklagte focht das Urteil an, indem er zugab, das; er Lärm verursacht habe, den Nachtwächter will er weder beleidigt noch angegriffen haben: er behauptet, der Nachtwächter habe ihn geschlagen und er legte über die ihm zugefügten Verletzungen ein ärztliches Zeugnis vor. Tas Berufungsgericht war mit dem Sclwffengericht einig, daß der Angeklagte in frivoler Weise gegen den lärchtwichter vorgegangen ist: wenn er dabei verletzt worden ist, hat er sich es selbst zuzuschreiben. Zum mindesten hat sich der Nachtwächter in Mtwehr befunden. Es bestand somit kein Anlaß, an der Strafe des Angeklagten etwas zu ändern.
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od-Lteinbach, die teife- eine Steigung von teilt«
rven, daß fie höchstens 2V» l!r städtisches Gelände crsorder
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ordnung demnächst geänte 'che Löschordnung einer Tmv sm, nidits an ifre ändern. ititagung. vnn ffaital' nträge'n entfyredienb erledigt.
1 Heranziehung von Grund- :meb M ^achrrckerMnng, id nicht, W das Aatut M- ittiten eine wichchatmche M> :ie Mächen bei der Gebühr^
pefche den alten Schiu^el angewandt und dadurch Die Besorgnisse über den Gesundheitszustand des Gesandten Hervorgernfen.
* Es wird Frühling. Pfandleiher (zu feiner Frau, als an einem Tage eine Menge Winlerüberziriwr versetzt werden): „Gott sei Tank, die ersten Vorboten des Frühlings!"
* Abwar t e n d. „Gnädige haben durcli den Tod Ihres Gatten einen unersetzlichen Verlust erlitten." — „Na, wir werden ja sehen!"
Äleinc $nßc6d)roniL
Starke Schneeverwehungen werden aus dem ganzen Reiche gemeldet, aber auch im Aus lande sind heftige Schneefälle zu vcrzeicl.nen. Besonders stark scheint Nordamerika mitgciwmnum zu sein, denn dort sind die Bahnverbindungen zum größten Teil völlig unterbrocleu. 4 0 Züge mit Ausflüglern sind zwisclwn N ewy 0 rk und Philadelphia im Schnee fterfen geblieben. Tie Verbindung mit Baltimore ist vollständig unter b roch en. Washington ist völlig abgeschnitten. Tie Kälte ist so groß, daß von den Eisenbahn-Reisenden, die vorgestern zu Tafts Amtsantritt iiad) Was hing ton fuhren, zwei ft arbeit und ehun hundert erkrankten.
Tie Unterfdileife bei den Pfalzbahnen haben nach den bisherigen Feststellungen 145 000 Mark erreicht.
Gegen die Führung des Prinzentitels und die Bezeichnung „Sohn König Milands von Serbien" seitens des jetzt im Zirkus Schumann zu Berlin als Kunstschütze auftretenden Sohnes des verstorbenen Milan aus einer Ehe linker Hand legte die serbischeGesand >' chaft,Pr 0 test ein. Tie Behörde untersagte dem Kunstschützen die Weiterführung des Prinzentitels.
In dem katholischen Bergdorse Saasgrund in der Schweiz empörte sich die Bevölkerung gegen den Pfarrer, der samt dem Vikar flüchten mußte.
Bei einem Zusammenstöße zweier Wagen der elektrischen Bahn in Abbazia wurden acht Personen schwer verletzt. Erne ist bereits gestorben. . .
In Reggio dl Ealabria wurde geltem etn leichtes und naä'^ mittags ein starkes Erdbeben verspürt. Auch in M i l e to wurde um 1 Uhr 22 Minuten ein sehr starkes Erdbeben wahrgenommen. ...
Zwei aus London abgegangene Personenzüge streßen bet T 0 mbridge zusammen. 2 Bahnangestellte wurden getötet, ein Passagier erlitt schwere Verletzungen.
Vom Isthmus von Tehuantepec (Mittelamerika) werden heftige Erdstöße gemeldet.
und (and.
Gießen, 6.März 1909.
Sonntag, 7. Mr.t. Stab ... T-je Puvveniee und.- mS n W-w ieä?*
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Hamburg, 6. Atärz Tas Kriegsgericht der 18. Ti- uifion verurteilte den Reierve-Oifizier, Reierendar v. (ff ü l 1 ch tu Alioua wegen Säbelduells nut einem Altonaer Oberlehrer zu drei Maaten F e st n n g S h a f t.
Innsbruck, 5. März. Ter Prozeß wegen der 11-rebenti ft 1 i cf) e u Ue verfalle au* die der, t-s chen Turner in Persen und Ealliana ,m Sommer des Jahres 1907 iand nun* mehr sem letzigerichtliches Nachspiel. Gegen den damaligen vauplaugeklagien G u 1 d 0 L' a rch e r , den Prästdemen des Tnentinischen Alpenvereins hatten nut Proiesjor Aleyer 31 Reichs- deutsche eine Ehrenheletdumngsllage erhoben, weil Larcher bei der Roberstoer Verhandlung deu Ausdnick „deutsches Geliudel" gebraucht hatte. Vardier wurde jetzt in der Veruümgsverhaudluug zu a ch t Tagen ft r e n g e n Arrest verurteilt.
R 0 tu;, 5. März. Vier deutsche Landstreicher, die vor zwei Jahren in der Villa des ist dm u als Alirabello in Portici ein- drangen und den "Admiral und seine Zo»e verwundeten, wurden vom Lchwurgerichl jii9leapcl zu sechs bi5 siebzehn Jahren Zuchthaus verurteilt.
Vermischtes.
* Verhängnisvolle Folgen eines diplomatischen Chiffretelegramms. Ter neuernannte Vertreter der französischen Republik im Königreich der Niederlande, Marcellin Pellet, verließ kürzlich Frankreich in bester Gesundheit, um seinen Posten anzutreten. Die Briefe, die er seiner Gattin aus dem Haag sandte, atmeten ebenfalls bestes Wohlbefinden, bis eines Tages, als gerade eine fröhliche Tischgesellschaft bei Frau Pellet versammelt war, dieser eine Depesche durch das Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten übermittelt wurde, worin ihr Gatte mitteilte, daß es ihm gesundheitlich sehr schlecht gehe, und bat, seine Familie zu unterrichten. Frau Pellet entließ sofort bestürzt ihre Gäste und belegte einen Platz für den von Paris nach dem Haag abgehenden Nachtexpreßzug. Glücklicherweise kamen einige Freunde der Familie auf den Gedanken, bei Herrn Pellet nochmals telegraphisch anzufragen. Dieser antwortete, daß er die Besorgnisse nm seinen Gesundheitszustand nicht verstehe, da es ihm vorzüglich gehe. Rückfragen bei dem Ministerium ergaben nun eine Aufklärung des Sachverhalts dahin, daß für Chisfretele- gramme des französischen diplomatischen Dienstes kürzlich ein neuer Schlüssel eingeführt worden ist, und daß Herr pellet lediglich eine gleichgültige Depesche über die Witte- rnngsverhältnisse nach Paris sandte, um das Funktionieren des neuen Verfahrens zu prüfen. Der Beamte im Ministerium hatte irriger Weise bei der Entzifferung der De-


