Ausgabe 
7.10.1909 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Aus Statt und Land.

Gießen, 7. Oktober 1909.

Die Parfevaüandung in Hießen.

Nach einer bei dem Vorsitzenden der diesigen Ortsgruppe des Deutschen Luftflottenvcreins eingegangenen .'iachru- wird derParseval III" ani näch stcn Sonntag um 42 Uhr (ungefähr) auf dem Triebe landen. Ein Gießener Herr wird von hier aus mit nach Frankfurt fahren. Zur Deckung wenigstens eines Teiles der sehr crl-eb liehen Un­kosten, und damit nicht die Garantiefondszcichner über Ge­bühr herangezogen zu werden Lraucl)en, muß ein Eintritts­geld von 1 Mk. (für Kinder unter 12 Jahren 50 Pfo erhoben werden. Die Eintrittskarten berechtigten zum Be­treten des reservierten Teiles des Triebes. Die Erhebung eines Eintrittsgeldes ist gewiß sehr unerwünscht, aber lewer eine Notwendigkeit. Man bittet auch die wohlhabenderen Kreise der Bevölkerung, die Veranstaltung durch Lösung von Eintrittskarten zu unterstützen. Aber auch wer nicht in der Lage ist, sich solche Ausgabe zu machen, wird gut sehen können und befriedigt sein. Auch Wagenkartcn sollen vusgegeben werden. Die Karten müssen der Kontrolle wegen an sichtbarer Stelle getragen werden. Die Karten wolle man möglichst im Vorverkauf entnehmen. Weitere Mitteilungen werden nach Bedarf folgen.

"Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Ober- und Geh. Postrat Gg. Wetzel in Grfurt das Ehren­kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ver­liehen.

Lehrerpersonalien. Der Schulverwalterin Auguste HooS zu Lauterbach wurde eine Lehrerinstellc an der höh. Bürgerschule zu Lauterbach übertragen. Erledigt sind: Zwei Lehrerstellen an der kath. Schule zu Hirschhorn. Mit dec einen Stelle kann die Hälfte des Organistendienstes verbunden werden; eine Lehrecstetle an der eoang. Schule zu Groß-Zimmern. Mit der Stelle ist die Hälfte des Organistendienstes verbunden; eine Lehrerinstellc an der kath. Schule in dieser Gemeinde.

''Der Verein der Burgermeistereibeamten dec Landgemeinden hielt dieser Tage zu Frankfurt eine Versammlung ab. Zunächst berichtete der Vorstand über die zur Förderung der Eingabe bezüglich der An­stellungsverhältnisse bei Landtagsniitgliedern und der Regierung unternommenen Schritte. Ferner wurde über die Stellung- nähme des Verbandes zu der bevorstehenden Beschlußfassung über den Anschluß an einen Landesverband beraten. Ein­stimmig wurde der folgende Beschluß gefaßt: Die Versamm­lung beschließt, einem Landesverband hessischer Gemeindc- beamten sich anzuschließen und bewilligt die erforderlichen Mittel.

* * Vermißt wird feit dem 22. v. Mts. der 30 Jahre alte geislesschwaclie Arbeiter H. Hofmakin aus Meder Ofleiden. Er ift etwa 1,60 Meter groß, geht gebeugt uno spricht stets mit sid> selbst. Er trug seine Effekten in einem rot und weiß gewürfelten Kopskissenbczng.

* * Unangenehme Ueberraschung. Ein Bewohner der Bleichstraße machte beule morgen die Entdeckung, daß Hunde seinem im Otortcii befindlichen Hasenstall einen Besuch abge ftattet und sämtliche Stall Haien totgebissen hatten.

"Reife Erdbeeren wurden uns gestern von einem Mann aus Londorf überbracht, die bei dem Orte im Walde gepflückt worden sind.

* * Folgende g ewe r b e Po l i ze i l i chc Revisionen wurden im 3. Vierteljahre hier vorgenommen: In 36 Verkaufs stellen, die Margarine und Kunstfpeisefette vertaufen, in bezug auf Einhaltung be;< Gesetzes vom 13. Juli 1897 über den Verkehr mit Margarine usw. Anstände haben sich nicht ergeben. Bei ca. 50, hiesigen iurt> mtswärtigen Bäckern wurde auf Grund der Polizei Verordnung vom 27. Juni 1907 eine Nachwiegung des Brotes vor genommen. In 3 Fallen wurden Brote wegen Minder qewichts bischlagnahml und dem Armenamle übergeben. In zwei Fällen wurden Brotewegen Mindergewichts zerschnitten. In 31 Verkaufsstellen bczw. Lagern von Mineralölen ^Petroleum, Benzin und dergl.i auf Grund der Polizei-Verordnung vom 20. Oktober 1903. In einem Falle mußte gegen einen Gewerbe­treibenden Anzeige erhoben werden, weil er größere Mengen Benzin ohne polizeiliche Erlaubnis lagerte. In 60 Werkstätten mit Motvrbetrieb in bezug auf Einhaltung der Ausführunas bestim'mungen des Bundesrats vom 30. Juli 1900 über die Be sckwftigung von jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen. In einzelnen Betrieben fehlten Arbeitsbücher für jugendliche Ar beiter. Sonstige Anstande ergaben sich nicht. In .",7 (Haff und Schankwirtschaften, in denen fremdes Personal beschäftigt wird, bezüglich Einhaltung der.Verordnung vom 23. Januar 1902. In ernenn Falle mußte Anzeige erhoben werden, weil der Arbeit gebar unterlassen batte, die Ruhezeiten seines Personals in das von ihm zu führende Verzeichnis einzutragen. Die Anzeigepflicht bei Aufstellung von Rotoren. Rach der Verordnung vom 10. Juli 1907 sind die Betriebsuilwbin verpflichtet, vor Aufstellung solcher Ansagen bei der Ortsvolizeibehörde Anzeige zu erstatten. In 3 Fällen hatten Betriebsinhaber dieses unterlassen. Die Be schästigung schulpflichtiger .UinDcr in geiverblickum Betrieben, sowie die gewerbliche Nebenbeschäftigung schulpflichtiger Kinder, die ver bietet, auch eigene Mürber zum Austragen von Bacllvaren. Milch. Zeitungen und dergl. vor 8 Uhr morgens zu beschäftigen. Trotz, der schon vielfach ergangenen Verwarnungen und Bestrafungen rniufrteu in dcnr lebten Quartal in 14 Fällen Anzeigen erhoben werden. In 10 sstei nbrücbcn und Steinhauereien in bezug aus Einhaltung der Verordnung vom 31. Mai 1909. In einem Teile der Betriebe fehlten die Au-, hänge der Bestimmungen. Ten Ge­werbebetrieb der 11 hier befinblichen Gesindevermieterinnen und Stell en vernrittler. Beanstandungen sanden nicht statt. In 50 Metzgereibetti eben die Arbeils , Aufbewahrung-.- und Verl-niss räume. Bezüglich der Instandhaltung der Räume erhüben ftd) in 15 Betrieben Beaiistandniuzen Auf 10 Baustellen bett', die Unter kmiftsräume für Maurer und '.'(rbeiter auf Baustellen, Polizei Verordnung vvnr 18. September 1900. Auf 7 Baustellen mußten die betreffenden Räume beanstandet werden, auch fehlte in diesen Unterhniftdräumcn vielfach ein Aushang der bett 'Polizei Per orbrantfl. In 10 Sandgruben betr. Unfallverhütung bei dem Betriebe von Steürbrüchen und (Gräbereien über Tage. In einer Sandgrube mußten die Arbeiten wegen vorschriftswidrigem und gefahrvollem <?lbbiniv eingestellt werden In 33 Bäckereien, in hemm (Mnfien und Lehrlinge beschäftigt werden, aus Einhaltung der Bmchesrats Verordnung vom 1. März 1896. In einem Falle wurde feshgestellt, daß gegen die Vervrdming vielfach verstoßen wird. Anzeige nmrde erhoben.

s. Friedberg, 7. Oft. (Tel.) Der Schirrmeister Emil Jordan geriet heute morgen unter einen Zug und wurde überfahren. Er erlitt so schwere Verletzungen, daß er eine Stunde später starb. Jordan hinterläßt sieben un­versorgte Kinder.

= Darmstadt, 6 O!t. ?hid) atniltdwr Mitteilung sind gestern vornnttag IN, Uhr bei dem von Dar in stad t iroeb Worms fahrenden Personenzug >48 bei der Anichttiß stelle des neuen Fahrgleises .Hammelstrift Bergschnciü

Griesheim an das bestechende Gleis Hammelstrift-Gries­heim infolge Senkung des Gleises der Packwagen und der nachfolgende Eilgutwagen entgleist. Pdaterial- )(haben ist nidyt entstanden Personen wurden nicht ver letzt Der Zug wurde über die Bergschneise und dann auf dem linken Gleis nach Griesheim weiter befördert. Das rechte Gleis war bis 1 Uhr wieder betriebsfähig bcrgcftellt.

Ni e d e r - I n g e l h e i m, 6. Cft. An der «stelle, an der der «Qi sc rpala st Karls des Großen stand, wurde von Dr. Plate Wiesbaden, Dr. Rauch-Gießen und Re- gierungsbcrumeister Müller Darmstadt mit Ausgrabungen begonnen. Diese hatten bereits einen schönen Erfolg, indem das Fundament auf mehrere Meter Länge in geringer Tiefe freigetegt wurde. Die Ausgrabungen, die das ganze Ge­biet des sogenannten Saales umfassen, werden etwa vier Wochen in Anspruch nehmen.

= Fran kfurt a. M., 6. Cft. Die vielen Klagen, die über das mangelnde Entgegenkommen der Ausstellu ngs- 1 e i t ii n fl laut geworden sind, haben jetzt gewissermaßen amtliche Destäligung erhalten. In der gestrigen Sitzung der Stadtver­ordnetenversammlung wurde mitgeteilt, daß die Leitung der Jla die Stadtverordneten zur Besichtigung der Jla unter sach­verständiger Führung eingeladen hat und nxitcr 15 Gratis- Parten für die Fliegerwoche über reichte. Stadtverordneter Trauner beantragte, die Einladung abzulehnen und die Karten zur Fliegcr- woche zurückzuschicken. Es cntiprcd)c nicht der Würde der Stadt - Derorbncten, in der letzten Woche vor Schluß der Ausstellung zu einer Besichtigung eingeladen zu werden. Nach kurzer Besprechung wurde dieser Antrag gegen eine starke Minorität angenommen, ^omit wird die Einladung abgelehnt und die Karten werden zurückgeschickt. Auch eine im weiteren Verlauf der Sitzung mitgeteilte Einladung zu einem Festessen zu Ehren der französischen Flieger wurde abgelehnt. Die Abfuhr, die die Ausstellungsleitung hiermit erfuhr, wird in der gesamten Frankfurter Presse gebilligt. Das ist um so bemerkenswerter, als die einheimischen Zeitungen seither so zieinlich alles für gut befanden, was die Ausstellungs­leitung zu tun beliebte. Uebrigens hat auch die auswärtige Presse bis jetzt fast nur schlechte Erfahrungen mit der Ausstellungsleitung gemacht, wahrend sie für Reklamezwecke fast täglich in Anspruch genommen werden sollte.

sh. Wiesbaden, 6. Okt. Das nasiauische Volk wird feinem ehemaligen Fürstenhause als Zeichen der Liebe und Verehrung ein Denkmal errichten, und zwar mit einem Standbilde beS Herzogs Adolph zu Nassau, das sich am Südhange der Ad.olfshöhe zwischen Wiesbaden und Biebrich erheben soll, und zu dem diej Vorarbeiten bereits ziemlich weit fortgeschritten sind. Die Enthüllung des Denkmals wird in Gegenwart von Familienmitgliedern des Hauses Nasiau am 26. Oktober flattfinben.

(ScridrtsjaaL

Brest au, 6. Okt. Das Schwurgericht sprach den Gruben- schlosser Reinlwlb Reimann, ber seine dem Trünke ergebene Frau in der Notwehr erstochen hatte, frei. Ter Staatsanwalt selbst hatte die Freisprechung beantragt.

LuftWffahtt.

Die Frankfurter Flugwoche.

Frankfurt a. M., 6. Okt. Bei sonnigem Wetter und günstigem Winde begann der heutige Flugtag mit einem Aufstieg Roug ie rs. Um 4.10 Uhr stieg er mit feinem Voisincchparat auf und fuhr in einer Höhe von 60 bis 80 Metern 2l/8 Runden in 4 Min. 25 Ser. .Hierauf unter­nahm der Däne N e r v ö Flugversuche. Erst nach mehr­maligem Start kam der Apparat einige Meter in die Höhe, ging sedvch gleich wieder nieder. Die Flugversuche von Euler mißlangen ebenfalls. Nach einer Flug bau er von 33' Sek. ging er, anscheinend infolge eines Motorschadens nieder. Bei der Landung stieß der linke Flügel auf den Boden und wurde leicht beschädigt. Um 4.55 Uhr unternahm Rougier einen zweiten Flug, der 6 Miu. 29 Sek. dauerte und bei dem er 31/« Runden in einer Höhe von 150 Metern zurücklegte. Nach einer kleinen Pause unternahm R o u g i e r den dritten Ausstieg. Er machte Zs- Runden in einer Höhe von etwa 200 Metern in 6 Min. 53 Sek. und landete alsdann kurz vor seiner Halle. Bei dem letzten Fluge überflog Rougier den Parse Val- Ballon, der während der Flüge über den: Flugplatz lreuzte. Um 5.55 Uhr unternahm Sido einen Flugversuch, der jedoch mißglückte. Beim Anlauf überschlug s i ch der Apparat Sidos in einer Höhe von drei bis vier Metern, so daß er mit dem Propeller auf den Erdboden ausstieß, wodurch er verbogen wurde. Um 6 Uhr erschien Lat harn mit feinem Eindecker. Er kam jedoch nicht in die Höhe und legte eine RunHc auf dem Rasen zurück. Um 6.10 Uhr startete Nervö noch einmal, und es gelang ihm beim ersten Anlauf, eine Runde in einer Höhe von sieben bis acht Metern in 2l/2 Minuten zurückzulegen.

Die Kölner Flugwoche.

Köln, 6. Okt. Der heutige letzte Tag der Flug­woche brachte insofern eine Enttäuschung, als Bl 6 riot schon gestern nach Paris abgereist und fein Apparat bereits nach Frankfurt a. M. geschickt mar. Bon 4.10 Uhr ^itcrnahm Dclagrange sieben Aufstiege. Seine beste Leistung waren drei Runden in einer Hohe von 10 bis 15 Metern. Bregi versuchte auch einen Aufstieg, konnte sich aber nicht vom Erdboden erheben Um 6.30 Uhr war das Fliegen und damit die Flugwoche zu Ende.

Das Gordou.Beunet Wettfliegen in Zürich.

Zürich, 6. Okt. Das Ergebnis der Deitfahrt ist solgendes: In Klasse III: 1.Hamburg II" (Hamburger Verein 2.Tanntarf" iDcmske Aeronault, Selskab) und 3.Justitia" (Franksurter Verein). In Klasse IV: 1.H esse n" (Frankfurter Verein), 2.Belgien" A.-C. de Belgiqueß 3.Pommern" »Pornrnerfcher Verein), 4.Prinz Adolf" lNiederrheinischer Vereins 5.Ulm" (Oberschwäbischer Verein), 6.St. Gotthard" (Schweizer Aeroklub, 7. ,Mlas" (Berliner Verein), 8.Elouth V." (Kölner Klub). Ju Klaffe V: 1.Graf Zeppelin" (Sachs. Verein), 2.Molinar" (Verein für Luftschiffahrt in Kolmar), 3.Frankfurt" (Frankfurter Verein). Den ersten Sonderpreis für die Weitfahrt gestiftet vom Bundes­rat in Bern, und für die längste Dauerfahrt, bestehend aus einer Pkarmorstatue, erhielt der BallonP o m m e r n".

*

Zeppelins Polar Expedition.

Friedrichshafen, 6. Okt. Der Arbeitsausschuß für die Zeppelin- He rgesell^Polar-Expedition be- schloß die E n t s e n d u n g e i n e r V o r e x p e d 11 i o n n a ch Spitzbergen im Sommer 1910 und den Bau eines für die Eipedition geeigneten Zeppeliu-Ballons, der im Jahre 191 l Uebungsfahrten von einem deutfchen Hafen aus an­treten soll.

Vermischtes.

* Eine neue Art Fähren. Fahren sind mit dem 'n nehmenden Verkehr bei dK'gemvart immer häufiger, größer, schneller und komfortabler gennnben. Weder der Straßen-, noch der Eifeubahnverkehr Eaiui sie entbehren,»

VorauSfichtlichc Witterung für Hessen am Frei lag dein 8. Oktober: Trüb und RegeusäÜe. Stark auffrischende Südwesl- roinbe.

Griginal-Drahtmeldungen.

Frankfurt a. M., 7. Olk Dor Parseval ist um V'28 Uhr zu feiner Fahrt nach Koblenz aufgefhegen.

Berlin, 7. Okt. D-cr Reichstagsabg Bebel bestätigt nn Vorwärts" nunmehr selbst, daß er den bifaitlidxm BricsHauß- 1 mann -3 burd) einen privaten bcantioorLct habe, ben er glcidy- * zeitig publiziert. In diesem Briefe bestreitet Bebel, daß auch nur einer ber Vorwürfe, die Haußmann in fernem offenen Bric'e an ihn richtete, Berechtigung habe, und Dcnoeift dabei ans einen j Ausipmch der beiden 1818 er Temokroren Dr Schassrmh und j Professor Winard, welche diese ihm, Bebel, gegenüber 1848 geben $ hätten: Mit ben prcußischenFortschrittlern ist wenig e anzufangen. Sie verstehen uns nicht, denn sic imb vor allem Preußen. Weiter heißt es in Bebels Antwort: Die Wahlperiode Eugen Richters aus dem Jahre 1877: Lieber Lucius 1 als Knpcll, d. h., lieber einen Zdonservativen als einen Sozial- * bemofratai, sei immer mehr die Parole des liberalen Bürgertums | geworden, l*cute mehr als je. Tic Arbeiterklasse kann auf ihre Klasfen-Forberungen ebenso wenig verzichten, wie das Biirgertu» 1 der rcuhalcn Gesellschaft gegenüber verstchiet. Was wir erfrreben, H ist nicht von heute auf morgen durchführbar. Wir marschieren in Etappen. Wir werben jeben ehrlichen Liberalen fördern, das haben wir bisher getan und werden es weiter hm. Aus unsere weiter- : gehenden Forderungen verzichten wir dabei .nicht, wir hört« vnst auf zu sein, was wir sind.

Brüssel, 6. Okt. Der König fährt fort, mit dem vollkommenen Ausverkauf der Schlösser. So wird jetzt bekannt, daß Leopold II. das kostbare schwere golhene Service verkauft habe, welches der König von England seiner Mchtc, der Prinzessin Viktoria, bei ihrer Heirat mit dem Prinzen Leopold von Sachsen-Coburg einst geschenkt liat. Binnen kurzem wird auch im Brüsseler Bildermuseum . )ic angelündigte Ausstellung der modernen Gemälde wir den Königlichen Schlossern stattnnden.

Q flrsta / WMitit r- 81 lUWAMSttkmO Brtsbl ** FletirdeKlasO P». Türk. Tabak- A Clgaretten-FabrikKios" o E. Robert Böhme, Dresden Xttjfrant der französischen 'Cabar-\egic.

und in manchen Ländern ist ihr Gebrauch sehr konzetttrtert, ' um Beispiel in Toremarf. Irland, den ^bereinigten Sraa- 1 :en. Aber ihre Anlegevorrichtungen sind immer noch um- | stündlich und erheischen bei start 'wechselnden Wassersränden j große Zeit Versäumnisse oder Landungsschwierigkeiten Man ' Kbraucht in ioldu?n Fällen meist das Svstem der schw-in- 1 oenden Brücken, die mit einem Ende aus dem festen Lande $ liegen, mit dem anderen in Ketten und Seilen thingen, und ' nach dem wechselnden Wasserstand aus dasselbe Niveau mit dem Deck der Fähre gehoben oder gesenkt werden können. - kürzlich ist in Schottland für den Verkehr über den Clyde- ström eine eiserne Fähre gebaut worden, von der die Daaen ! bei jedem Wasserstande direkt auf-s Land rollen können, ohne - daß es einer Landungsbrücke bedarf. Die Plattform, auf l der die überzufetzendcn Wagen, Leute, Pferde usw. stehen, j liegt nicht fest auf dem Schiffskörper, sondern aus einem :Hal)men von Trägern, und dieser kann durch acht starke ; Schrauben sehr rasch gehoben oder gesenkt werden mit einem Spielraum von 17 Fuß. Tampftrast bewirkt die Rota­tion der Schrauben. Bei dem gegenwärtigen Stande des ! Maschinenbaues bietet es keinerlei Schwierigkeit, auch bic Decks der großen Eisenbahnfähren, auf denen in der Regel nur drei bis vier Schnellzugswaggons oder acht bis zelm Guterwagen stehen, ebenfo oder mit hydraulischen Pressen zu heben und die Wagen birett aufs Land zu ziehen, anstatt 1 sie über eine schwebende Brücke zu bugsieren, ine bei stark wechselndem Wasserstande zuweilen gefährliche- Neigungen besitzt und den Uebergang zum Lande sehr erschwert.

Kleine Togeochronik.

Ein schwerer Bau-Unfall hat sich in Elbing i ereignet Auf einem Neubau stürzten sämtliche Eisen betondecken ein. Wie es heißt, sind 12 Bauarbeiter berfdyüttct worden. Bisher find ei n Toter und 6 Schwer­verletzte geborgen.

In dem vornehmen RestaurantBär" zu Peters­burg erkrankten 11 Angestellte an Cholera, darunter 5 Köche. Das Restaurant wurde geschloffen und weitere ' 43 Bedienstete isoliert.

In Kiew ist eine große Anzahl von Damen der ver- schiedeiisten GesellfchastsNassen unter dem Verbäckst sitt­licher Verfehlungen verhaftet worden. Auf chre Bitten wurden ine Namen nicht veröffentlicht.

Nigger und Backfisch.

Johl en, Jöhren!

Wolll ihr wohl hören?

In Brieschen und Kärtchen Und Bflbchen ein flirt-djen,

Mit goldbraunen Rassen

Tas möchl' euch so passen!

Das dünkt euch das Nettste, Süßeste, Letzte,

Das Holdeste, Schickste--

Balger verflixte!!!

Mit amtlicher Allene (Backfische, grüne!)

Vermahnt euch bas Reich Wollt ihr wohl gleich!!!

Gretel imb Mieze und vertha und Erna, Warum fdpvcift ihr bloß in bie Ferna?

Kröten! . . . Tas Gnte liegt so nah, Wir sinb auch noch ball!

Gottlieb imTag'.

Handel.

th. Gewerkschaft Gießener Braun ste i nberg- werkc, norm. Fcrnic in Gießen. Ter Grubcni>.>riümd beschloß, für das 3. Vierteljahr 1909 50 Mk. Ausbeute für den Kux am 31. Oktober d. I. auszu,ahlcir (im 1. und 2. Cuartnl wurden el»enfalls je 50 Mk. verteilt).

Frankfurt a. M., 5. Okt. In! der gemrinschaftliäien Sitzung der Ba uinwol l - Ind ustr iel len , in ber Deutt'ck>. Icutb, Großbritmmien, Fr an kreid), Italien, Oesterreich, Portugal, Belgien und Holland vertreten uni rat, während tfhi&lanb, Spanien und Japan cntfdyulbigt fehlten, wurde nad) längeren 93t*raiuitgcn eine Entschließung tuigcuomnum, in meld'er der Ausschuß des Internationalen Verbandes iu*t Baumwoll Industriellen der T-reude darüber Ausdruck verleiht, daß in den Großbettieben Amerikas eine Einschränlung bei Arbeitszeit imb der Produktion statt gesunden habe und weitere Einschränkimgen bevoNtänden: damit würde der Krise in ber Baumwollspinnerei ein Ende bereitet.

4 ®/0 neue Wii rite m bereis cheSlaats-Anleihe. Die Bank inr Handel und Industrie hier teilt mit, daß he im Ver­ein mit anbei en Banken eme neue Wurtt. Anleihe übernommen hat. Tie öffentliche Zeichmmg findet am 13. bs. ÄltS. zum Kurie von 101 *lA °/0 statt. Ter Börsenkurs ifl 102%. Wir verweisen auf den noch folgenden Prospekt.