Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.
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Recht vorlag, gegen bie Deutschen Zwangsmaßregeln zu ergreifen. Wir vermuten, daß unser auswärtiges Amt in Berlin mit Rücksicht auf die Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen zu Rußland der ganzen Angelegenheit nur mäßige Beachtung schenkte und sein Bestes zu tun glaubte, wenn es durch den Konsul von Mukden alle unangenehmen und ausfälligen Spuren verwischen ließ. Das ist aber doch wohl Tridyt der rechte Standpunkt im deutschen Interesse, und die russische Presse, die so ungehalten über Deutschland hergefallen war, wird uns wenig Dank wissen. Sicherlich brauchte man auf deutscher Seite die Sache nicht auf die Spitze zu treiben, aber die rechtliche Klarstellung durfte man keinesfalls verschleiern. Wie die Dinge jetzt liegen, wird man die deutsche Nachgiebigkeit nur als Beweis der Schwäche auslegen.
imd in ruhiger Weise behandelt. .
All diese scharfen Aeußerungen bestärken uns tu der "Ansicht, daß die deutsche Regierung nicht das Erforder- Liche getan hat, um die Rechtslage, d:e so klar für die Deutschen spricht, der O ess entlich kett übersichtlich zu machen.
Auch Professor Schiemann besprach gestern in Ler „Kreuzztg." diese Aeußerungen der russischen Presse und ßiellte ihnen gegenüber mit Nachdruck fest, daß Charbin leine
Anstand.
Der bulgarische Gesandte in Konstantinopel gab namens seiner Regierung auf der Pforte die Erklärung ab, daß die Meldungen über eine Begünstigung von Bandenbildungen durch die bulgarische Regierung völlig unbegründet seien. Die bulgarische Regierung, die von den freundschaftlichsten Gefühlen gegen die Türkei beseelt sei, ici im Gegenteil bemüht, neue Bandenbildungen auf bulgarischem Boden mit allen Mitteln zu verhindern.
Der türkische Finanzminister erklärte einem! Vertreter des Wiener K. K. Tel. Corr.-Bureaus, daß die Verhandlungen mit der ottomanischen Gruppe über eine Anleihe von sieben Millionen Pfund abgeschlossen wurden. Tie Unterzeichnung des Vertrages werde am heutigen Donnerstag erfolgen.
Aus Konstantinopel wird gemeldet: Die Nachricht auswärtiger Blätter über einen Verlust von 7000 Manu an Toten und Verwundeten bei dem Kampfe um den fernen wird vom Kriegsministerium und dem Ministerium des Innern dementiert. Der letzte Kämpf sand, wie gemeldet wird, am 4. Oktober statt. Die Araber batten hier große Verluste, doch ist deren Umfang der türkischen Regiertmg unbekannt.
Eine Rede des Srotzadmirals o. Röster in Rew-Yort
New-4)ork, 5. Okt. Heute abend gaben die bedeutendsten englischen Vereinigungen New-Porks zu Ehren des Admirals Seymour und der Offiziere des englischen Geschwaders ein Festmahl, zu dem auch Großadmiral v. Köster geladen worden war. Dieser j drückte in einer Ansprache die Hochachtung der deutschen Marine vor Admiral Seymour aus und erinnerte daran, daß viele deutsche Kameraden während der chinesischen Unruhen im Jahre 1900 unter Seymours Kommando gestanden hätten; er gedachte des freundlichen Empfanges der deutschen Flotte in Plymouth im Jahre 1904 und sagte, es sei zweiffelloS, daß, iuo auch immer Deutsche und Engländer sich begegneten, sie als Mitglieder zweier in gleicher Weise aufstrebender Nationen in einen eifrigen Wettbewerb treten; nichtsdestoweniger werden die Bemühungen beider Nationen angesichts der gemeinsamen Abstammung und ihrer HandelSintereßen stets auf die Herstellung guter Beziehungen und freundschaftlichen Verkehrs unter einander gerichtet sein. Doppelt müsse dies in Amerika der Fall sein, wo der Deutsche und der Engländer sich unter einem energischen, mit hochentwickelter Intelligenz ausgerüsteten Volke begegneten, um an den weiteren Fortschritten dieses erwählten, herrlichen Adoptivlandes teilzunehmen. Er hoffe, so schloß der Großadmiral von Koester, daß der Deutsche und der Engländer dort, wie einst die Marinesoldaten unter Admiral Seymour, Seite an Seite marschierten, zugleich den Interessen der neuen Heimat bestens dienend.
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Graz, 6. Okt. Im der heutigen Landtagssitzung verließen die d e u t s ch e n Abgeordneten den Saal, da der Landeshauptmann gestattete, daß eine Interpellation in slowenischer Sprache verlesen wurde. Der Landeshauptmann unterbrach hierauf die Sitzung. Als auch nach der Wiederaufnahme der Sitzung bie deutschen Abgeordneten
I nicht in den Saal eintraten, schloß der Landeshauptmann russische Stabt lei'und für die'russischen ' Behörden keinerlei > die Sitzung.
e, Bücklinge, pse, Sardinen, M löffcn. *‘/io 9 #■!
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Ein vergleich in der englischen Krise?
Heute wird bestätigt, dach die innere Krise durch einen Vergleich beseitigt werden soll. Der stönig scheint namentlich aus das Oberhaus einwirken zu wollen. Daß diese Wendung nicht ohne besondere Folgen sein wird, geht daraus hervor, daß nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus die liberalen Erwartungen und Hoffnungen vielleicht über das bisherige Ziel hinaus neue Nahrung erhalten:
London, 6. Okt. Wie bas Reutersche Bureau meldet, ist der Besuch des Premierministers in Balmoral in Zusammenhang gebracht worden mit der auf )ie Einzelheiten eingehenden Ausarbeitung eines Vergleichs, deren Prinzip schon vor einigen Wochen beschlossen wurde. Dieses llebereinfonimen erklärt auch, wie man annimmt, die in vertrauten Gesprächen zum Ausdruck gekommene Zuversicht einiger Minister, daß das Oberhaus das Budget doch durch geh en lassen werde. Trotz alledem ist man der Ansicht, daß sich ein baldiger Appell an das Volk nicht mehr vermeiden lö^t, mögen die Verhandlungen int Oberhause einen Verlauf nehmen, welchen sie wollen.
London, 6. Oft. Im llnterhause teilte der Schatzkanzler Lloyd George mit, baß beabsichtigt sei, heute mit dem Kommissionsstadium die Finanzbill ,zu schließen. Die Beratung der einzelnen Abschnitte des Gesetzentwurfes nahm bis setzt 41 Sitzungen in Anspruch, die teilweise weit über die gewöhnliche Dauer hinaus verlängert tverden mußten. Der Schatzkcmzler sagte weiter, daß nach der dritten Lesung des Landeskulturgesetzes, das am 6. September in zweiter Lesung angenommen wurde, das Haus bis zum 18. Oktober vertagt würde. Das Be- richtsstadinm der Finanzbill, dasZodann beginnen würde, würde voraussichtlich mindestens eine Woche in Anspruch nehmen. Es sei wenig Aussicht vorhanden, die Session vor Mitte November schließen zu können.
"täfle.
Deutsches Reich.
lieber die erste Tagung des Direktoriums des Hansa- Bundes am 4. Oktober wird noch berichtet, daß für die praktische Betätigung des Bundes weitere Wege gewiesen worden sind. Zunächst wurden für die wichtigsten Punkte zur Ausführung der Richtlinien Ausschüsse vorgesehen, welche in steter Arbeit die Durchführung des Programms in die Hand nehmen werden. Bon besonderem Wert dürfte es aber sein, daß noch am selben Tage an sämtliche Ortsgruppen und Vertrauensmänner des Hansa-Bundes im ganzen Deutschen Reich das Ersuchen gerichtet wurde, nunmehr im Sinne des bekannten Programms mit aller Energie! zu arbeiten und an die Zentralstelle über besondere Wünsche und Bedürfnisse zu berichten.
Eine spanische Erkürung.
Es scheint, als habe die deutsche Regierung auf bie Meldung von weiteren spanischen Truppensendungen nach dem Riffgebiet amtlich bei Spanien an fragen lassen, welches der Zweck dieses Schrittes fei. Die spanische Regierung gab darauf eine Erklärung ab, an bie später etwa notwendige diplomatische Verhandlungen werden anknüpfen müssen:
Berlin, 6. Okt. Dce spanische Regierung ließ hier amtlich erklären, daß die notwendig gewordene Entsendung weitererVerstärkungen nach Melilla keineAen- beruug ihres Aktionsprogramms bedeute. Diese Aktion werde sich den bereits früher abgegebenen Erklärungen entsprechend auch fernerhin im Rahmen der Algeeiras- Akte halten. Die deutsche Regierung nahm von der Erklärung Kenntnis.
Paris, 6. Okt. Die „Agence Havas" erfährt aus London: Nach Informationen aus Berlin und Tanger ließ die spanische Regierung erklären, daß sie ihre Instruktionen nicht geändert und ihr Mtionsprogramm keine weitere Ausdehnung ihres marokkanischen Feldzuges enthalte. Die deutsche Regierung nahm diese Erklärung zur Kenntnis. *
Melilla, 6. Okt. Eingeborene beftätigen, daß bie Kabylen sich wieder zurückziehen, weil ihnen die Beschaffung der notwendigen Lebensrnittel zu große Schwierigkeiten bereitet.
Meder ein deutscher Rückzug.
Gutem deutschem Selbst- und Rechtsbewußtfein ist wieder einmal von ungeschickter Hand das Rückgrat zerkochen worden. Als es vor einigen Tagen hieß, bie deutsche Regierung habe ihren Konsul in Mukden mit der Prüfung des Streitet in C har bin betraut, konnte man nichts rntes ahnen, und nachdem heute die Meldung kommt von ünem vollständigen deutschen Rückzug auf der MN Linie Eann man jiur ausrufen: O mein prophetisches Gemüt! hier ist die Hiobspost:
Petersburg, 6. Okt. Die PeAÄmrger Telegraphew Agentur erfährt vvm Ministerium des <Aeußerm: Der rusiriche Generalkonsul in Charbin hat sich mit dem aus reh-offetten deutschen Konsul verständigt und als Antnwrt
ETei^Äai 'Protest wegrn der Hai^gsweise deutschen TeiÄaber der Bierbrauerei „Chcrrbin^ heute emen Brief nm d^sAi Konsul in Charbin erhalten, in dem dieser er^irt, nach Prüfung der Angelegenheit der Brauern geftll- ichast keinen Anspruch auf deutschen Schutz zu, wes- tatb auf seinen Befehl bie deutsche Flagge dein Brauerei- Gebäude entfernt und gleichseitig die gegen tne .WW« Unta? tonen anhängig gemachte W.L a g c wegen B e lei »tgung ru|- iischer Amtspersonen während ihrer ^enstpflichten dem -ratschen Konsul in Mukden, als dessen Jurisdiktion unterliegend, iberwiesen worden sei. .
Wir haben bisher nur jene amtliche russische Darstellung veröffentlichen können, die voller Widersprüche war mb in der ganzen deutschen Presse auch darnach beurteilt wurde. Wir sind gespannt darauf, ob eine amHicbe deutsche Darstellung überhaupt noch veröffentlicht wird Unser auswärtiges Amt handelt so, als ob in Deutschland jemand Interesse daran habe. Das ist aber nicht der Fall: non der „Freis. Ztg." bis zur „Kreuzztg// hat die Presse rklärt, daß das Recht auf der deutschen Seite sei, und wenn ,l(mtc so völlig unvermittelt uns die Nachricht vorgesetzt Türb, der deutsche Konsul in Charbin habe fein Unrecht .in gestanden, so darf man wenigstens erwarten, daß man -in Berlin sich nunmehr beeilen wird, den Sachverhalt öffent
lich klarzulegen. ,
Während unsere deutsche Regierung über den deutsch- russischen Streitfall in Charbin sich in undurchdringliches Schweigen hüllt, schlagen die Russen mächtig Lärm. Obwohl die amtliche russische Darstellung, oie auch wir tier- Mentlieht haben, kaum einen Zweifel darüber laßt, baß Die russischen Behörden bei dem Fall ihre Befugnisse weit überschritten haben und an dem unangenehmen Borkomm- ni5 einzig und allein die Schuld tragen, nehmen die beutsch- sündlichen Zeitungen in Rußland Anlaß, in schärfster Weise liber das Verhalten des deutschen Konsuls herzusällen. Offenbar nehmen sie das hartnäckige Schweigen des Ber- Imer Auswärtigen Amtes für ein Eingeständnis der Schuld. Die „Köln. Ztg.", die ja einen halbamtlichen Charakter Lat, läßt sich aus Petersburg eine Anzahl bemerkenswerter imb bezeichnender Zeitungsstimmen berichten. Dem Blatt mrb geschrieben:
Obwohl die Erklärung der russischen Regierung über ben Lharbiner Vorfall in durchaus ruhigem Tone und streng sachlich oebaltcn ist, fährt die deutschfeindliche Presse fort, aus dem Vor- faH Kapital zu schlagen und die deutsche Regierung Tür die „Beleidigung" Rußlands verantwortlich zu machen. Die,e Blätter mit der Nvwo je W rem ja an der Spitze scheuen sich nicht, Len Charbimr Konsul DauNiüller als den moralischen Anstifter der vorgekommenen Schlägerei hinzustell-en, und, toie üblich, be- erbeitet der Londoner Argus-Berichterstatter das Thema weiter, indem er berichtet, in Londoner politischen Kreisen jm.be man das Benehmen des Konsuls unverzeihlich, und man Mm« sich nicht erklären, was die deutsche Diplomatie zu dem Leraus fordernden Benehmen veranlaßt habeii könnte. Das Mos- laatcT Rußkoje Slowo läßt sich aus Charbm melden, es fcbe fest daß der Konsul Dvumüller, der seit Beginn ferner Amts- tatigfeit in Chardin einen herausfordernden -Ton angeschlagen la'be, unmittelbar von dem deutschen Gesandten in Peking inspiriert worden fei. In der russischen Gesellschaft in Charbin herrscke großer Unwille über das Bettagen der Deutschen, und zur Strafe tKrrbe ein Boykott der deutschen Firmen in Bonchlag gebracht. Das radikale Blatt No wo ja Rußi regt sich darüber auf, Laß Deiitschland Rußland zum Verzicht auf seine Rechte m der nördlichen Mandschurei zwingen wolle; doch man irre sich in Deutschland, beim obschon es über keine Motte verfuge und auch
Heer nicht in Bereitschaft stehe, laße 1 ich Ruyland nicht beleidigen. Zu häufig suche K a i s e r W i l h e l m II. ferne Volkstümlichkeit durch effektvolle Sieg e au f r u s s i s che m Rücken wied^rherzustdNen. fLoch sei das russische Volt vorhanden, tnti) es Werde nicht erlauben, daß man es M beit klemen Nattvnen öhltc. Auch Swjet eifert über eine Beleidigung Rußlands; Rußlands Friedensliebe sei kein Zeichen der schwäche, es werde jich nicht ungestraft ohrscigen lassen. Dai Versuchen, Rußland in den Augen der Chinesen hermiterzuietzen, mu,ie unverzüglich än Ende gemacht werden, sonst könne die ttabitioneNe yremtb-> chaft zu wenig fremibschaftliden Auseinandersetzungen übergehen. Db Rußland oder Deutschland dabei mehr verlieren werbe, sei chr ftaglich Von weiterer Nachgiebigkeit Rutzlands koime keme lebe sein. Der oktobristische Golos Prawdy bespricht dagegen den Vorfall rmhig: er bezeichnet ihn als eine Streitfrage iber juristische geographische Grenzen der Gerichtsbarkeit Rußlands in Charbin, deren diplomatische Beilegung keme schwierig- !eiten bieten könne. Deutscherseits bestehe ofienbnr der Wunich, .Möglichst schnell Klarheit zu schaffe!!, wie aus Enyendung des Konsuls von Mukden nach Charbin eriichtlich fei. ixe -öe^ !Nützungen gewisser Blätter, die Angelegeiibcit anfznbauick«i, hatten "eine Aussicht auf Erfolg. Dieselbe Ansicht drückt das Abendblatt Srtfdk'rni Golos aus, und in der Tat wird der Vorfall an ussischer amtlicher Stelle seinem richtigen Werte nach emgeichatzt
Der öreitzigjährige Sunö mit Oesterreich.
Berlin, 6. Okt. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." sagt in einem „Ein Gedenktag" überschriebenen Arttkel:
„Am morgigen Donnerstag j ä h r t s i ch z n m dreißigsten Male der Tag, an dem bas Bü n d n i s zwischen De u 11 ch- lanb und Oesterreich-Ungarn unterzeichnet worben ist. Dreißig Jahre hinburch hat das Bündnis seine volle Wirhamreit geübt. Durch ben Zutritt Italiens ftrt es sich zum Dreibund erweitert. Es hat bent europiiischen Frieden unschätzbare Tiemte geleistet. Allen gegnerischen Unterstellungen zum Trotz hat die Buiidesgenossenschaft zu keiner Zeit die Grundlage einer angreifcn- ben, auf Beeinträchtigung der Rechte britter abzielenden Politik gebildet; sie war ein festes Bollwerk des Friedens, hinter dem bie verbünbeten Mächte ungestört der Pflege ihrer eigenen Angelegenheiten sich wibmen konnten. Seinem friedlichen Charakter gemäß Hal bas Bünbnis bie Herstellung freundschaftlicher Verhältnisse zu ben außenstehenden Staaten nicht nur gefördert, sondern es ist geradezu zum fruchtbringenden Erdreich geworden, aus dem der Fr iedensgeda n ke neue Nahrung gezogen hat Der Abschluß des Bündnisses zählt zu den bedeutendsten politischen Taten des gwßen ersten Kanzlers des Deutschen Reiches. Von seinen verdienstvollen Mitarbeitern weilt unter uns nur noch der jetzt im Ruhestand lebende Botschafter v. Radowitz, das große Werk des Bündnisses aber lebt und wirkt fort."
W i e n, 6. Okt. Die „Wiener Abendpost" schreibt:
„Morgen sind drei Jahrzehnte verflossen seit dem Tage, da in Wien zwischen den Bevollmächtigten des Kaisers und Königs Fraiiz Josef I. und des densschen Kaisers und Königs von Preußen, Wilhelm I. der Bündnisvertrag zwischen DefterreidHlngarn und dem Deutschen Reiche abgeschlossen wurde. Erst neun Jahre später, am 3. Februar 1888 wurde dec Bündnisvortrag amtlich verlautbar, und sowohl die Begründung dieser Publikation, wie auch der Tert des mitgeteilten Verttagsinsttumentes ließen Linen Zweisel darüber, baß von vornherein der Zweck und die Absicht des Bündnisses einzig und allein auf die Erreichung desFrie- den-^ gerichtet war. Der Büiidulsvertrag selbst betont in seiner Einleitung den ausschließlich defensiven Charakter der Allianz. Die dreißigjährige Allianz mit dem Deutsäjen Reiche beweist überzeugend, baß sie den Absichten treu geblieben ist, bie bei bem Abschluß vorgewaltet haben. Niemals hat sie anderen als defensiren Zwecken gedient, und diese Zwecke hat sie vollauf erfüllt. Das Bündnis zwischen der Donaumonarchie und bem Deutscher: Reiche, bas sich späterhin burch ben Beitritt des Königs- reiefe Italien zum Dreibrnü» ausgestaltet hat, hat sich fast ein Menschenalter hindurch als mächtige Stütze des europäischer: Friedens bervährt und ist barum nicht nur für die Verbündeten Staaten und ihre BevÄierungen, sondern auch für ganz Europa von Segen gewesen, denn unter seinem Schutze konnten die fried liche Erwerbsarbeit und die wirtschaftliche Errtwickelung des alten Weltteils eine ungeahnte Blüte erreichen. Darum lebt das Bündnis nicht nur in ben Vertragsiusttumenten, sondern auch in der un verbrüchlichen Freundsäaift der Souveräne und in dem politischen Bewußtsein der Bevölkerung beider 9ieiche. Die Allianz und der durch den Anschluß Italiens geschaffene Dreibund zählen nach ivie vor zum lebendigsten, wirksamsten und segensreichsten Faktor der europäischen Politik, und an bem jetzigen Gedenktag ^erneuert sich das Gefühl tiefsten Dankes für die Souveräne und Staatsmänner, bie im Herzen bes alten Weltteils dieses Bollwerk des Friedens aufgerichtet haben."
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an, "'tausch gestattet !^n angenommen.
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Nr. Ä3S Erstes Blatt ISS.Jahrgang Dormerstag 7. Oktober 1 SOS
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