Ausgabe 
7.6.1909 Erstes Blatt
 
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traut M machen tmb Brobachtrntgen mi;u stellen Dir Ber (tnrr hoffen, Ihnen hier die eine ober andere moderne ßntrir^unfl zeigen zu können, namentlich solche. Die ge schaffen sind, nm unsere Versichern ngsgeseye durchzufuhr n Mögen unsere C9ä^x daran? den Beweis nehmen, daß die cxnrtschc Regierung bemüht, in sozialem Sinne ihr mög lichstes zu hm, mögen unsere OÄnr nicht nur die Ernmerung an ein vaar angenehme Tage, sondern vor allem das Bc wuÄsein mh nach Hanse nehmen, uns auch durch ihren Besuch herzliche Kreiche bereitet zu haben. Ten Dank der Engländer sprach Mr. Stamsay Macdanalb aus. Er sagte, Teutschland focht seine Kriege ans und sand dadurch Rude in brr Welt Run sei e$ Natnrnotwendigkcit, daß es sich zum Erwerbs- und Induftricstaat entwickeln müsse. Deutsch- land sei ohne Ambition und habe nicht die Absicht, irgend jemanden zu schädigen. Der Krieg zwischen England und Deutschland könne nimmermehr durch den Willen des Balkes i rvorgerufen werden, sondern nur durch Fehler und Miß- Verständnisse in der Politik. Wünschenswert wäre es, wenn diese Stimmung der offiziellen Empfänge doch auch in der englischen Presse und im englischen Bolle zur Geltung türne. Davon ist man aber leider noch weit entfernt.

Der Aufenthalt des Forste« ffufenbarg in Gastein

dürste man non alizulangcr Tauer sein. Das von der Staats- ibi forderte Gutachten Der wissenschaftlichen Tepu ifltion für das Medizinalwesen itt nunmehr etngegangen und bo ichnet Den Fürsten als vernehmungsfähig. Dieses Urteil der wiiscnschaitlichcn Deputation ist durch Recherchen der Cberftoat» m,roßit|djaft über die Lebensführung des Fürsten in Sieben berg bestätigt worben. Es ist daher zu erwarten, dost Fürst Eulen bin» bald eine gcnrtjthdK Anforderung erbäü, zur Wiederaus- nnhmc des gegen ihn sd>webeudcn Berfahrens nach Berlin zu fommen.

Hauptversammlung öes deutschen Zlottenvereinr.

5. u. V. Ä i c l, 5. Juni

In Gegenwart seines Protektors, des Prinzen Heinrich von Preußen und von Bertretern der höchsten Reichs und Staats- b.Hörden trat heute in der Aula der hiesigen Universität der Teutfche Flottenverein zu seiner diesjährigen Hauptversaminlung Zusammen. Der Präsident des Vereins, Grostadmiral^v A öfter, leierte tu» .Hailer in seiner Eröffiuuigsrede als Schöpfer und Förderer der deutfdten Flotte und brachte auf ihn, die übrigen X »nbceifirilen und die freien Städte ein begeistert ausgenominenes >?c>m aus. Es fei, so fuhr der Redner fort, von gewisser Seile i Häuptel, dost die Mitglieder des FlottenvereiuS Dickköpfe seien, Marlnephantasten, die mit dem .stopfe durch die Wand wollten. V in Blick auf die Versammlung zeige aber, daß sie bestehe aus Mannern, die im Mampfe des Lebens grau geworden und keinen anderen Wunsch als den nach einem friedlichen Lebensabend hätten, hie aber auch er ko mit hätten, hast Deutschlands Zukunft auf bei Entwicklung von Handel und Verkehr beruhe, die ohne starke Seegeltung nicht gedeihen könnten. Er schlost mit einem Hock) aus ben Prinzen Heinri ch. Dieser betonte in seiner Erwidernngs rede die wiederhergestellte Einigkeit im Flottenverein unb ge dachte in Dankbarkeit des früheren Präsidiums. Ter Verein werde sich, wenn er einen Rat geben dürfe, in erster Reche damit

gin htbtii, Aufklärung übet da- Flottitu

Volk zu tragen, über das in manchen Äreifen noch Unklarheit herrjdh-. Ein F-esthalten an diesem Flotli-ngefctz müsse die Grund läge für das Wirken des Ftotliiivcrcins bilden. Der Prinz schlost Ein geeintes Volk wie das beut)die bedarf eines Schwestern paareS, wie es die rubmreidie, in Hunderten von Schlackten er Probte deutsche Armee und die pinge arbeitdfreubige Flotte dar i; neu, um feine Stellung bet Welt zu wahren und würdig da zustehen m der tRcibc der friedliebenden Völker. Je mehr es dem AluitaiPcrcüt gelingt, foicuc Anschamiugen 411 verbreiten, desto besser wird er seiner Ausgabe gerecht Stürm, langaiib Beifall. Hierauf wurde au den Maifer ein HuldigungStelcgramm gesandt.

Grostadiiliral v. Zl oster erklärte, bau die Flotte gegen keinen bestimmten (Gegner gebaut würde, sondern als ein Mittel zur Selbsterhaltung. Et bat, den Frieden im Verein aufrecht zu er halten, was geschehen werde, wenn feine Mitglieder stets bk Gröste bes Vaterlaubes vor Augen hätten. 1 Sauter Beifall.) Der gefchäftsführenbe Bombende, .Hontrcabmiral v. Webe r, erörterte fobaiui bic nächsten Ziele bes Flottetivereins. Der 'Hcbncr kam auf bic Möglichkeit einer Verstänbigung über bk nlottenrüftimgcn mit Englanb zu sprechen: eine solche Version Hgimg benfe man sich aber in Englanb durchaus nicht als gleich berechtigt. Es würde dadurch bet größte Teil unserer nationalen Arbeit tuuienib von bem guten Willen EnglanbS abhängig ge macht rocrbeii. Es unterliege auch keinem Zweifel, baß bk prak tifche Durchführung eines solchen Abkomuwns zu allerlei Mist heilig leiten fuhren werbe. 'Wem bebanptet wirb, baß wir stets gegen über anberen Rationen im Hintertreffen bleiben, weil wir nicht reich genug feien, so sei zu erwidern, baß h)ir schon jegt zu den drei reichsten Sänbcni Europas gehören. Gewiß fei bet lusgang eines Kampfes zwischen I unb 8 gleichartigen Schissen sehr zweifelhaft. Aitdcrs stelle sich bic Sa die zwischen 40* unb 80 Sdnsfen. .Vier stiegen die Ehancen ber kleinen Flotte. Mir dürfen gewiß fein, baß wir mit dem vom Rcick-stage feftgefeye» Programm auf dein rechten Wege seien. Lediglich die Bau Programme bezüglich der Panzerkreuzer und die Tiensthaltungs- bclinnminigcn bcuighd) der Reserveformation wiesen bedenkliche Schwaden, aus, aus deren luildige Beseiligung zu dringen sei. >0» einet Beschlustfassuiig über die Ausführungen des Redners N'urdc Abstand genommen, die Verfammlung erfiarte fid> in allem mit ihm eiiwerltanden. Rach Erledigung interner Angelegen heilen erfolgte bic Mieberwatü ber ansjcheibenben Voistanbsmit glichet. Für^ ben näd>|lcn Tagungsort lagen Einlabungen .ius Rürnbcrg, Fraulfurt a. Main unb Wiesbaben vor. Die Bcrsanimluiig mahlt icbock als nächsten Tagungsort Berlin

Abenbs fanb ein Gartenfest und Beleuchning des Kieler Hafens statt.

Kiel, 6. Juni Auf bas von der Hauptvcrsammlmig des bi'utfchen FlottimureinS an ben Kaiser gefanbte Hnibigungs tclcgiamm ist fvlgcnbe Antwort angegangen:Wrvßabnural v. Köster, Kiel verzlicken Dank für bic treuen Grüße cus tu-utidx*n Flottenvereins. Es freut mich, baß bie Mitglieder bc» Vereins einen schonen Einbruck tum Atel unb der Flotte gehabt haben

'Silheim I. R.

3nteniationakr vergarbeileriongreh.

S. u. H. Berlin, 3. Juni.

Tie Verhanbliingen stehen heute unter der Leitung des Ttpu lierten Eaeloivart iBelgien), den 2. und 8. Vorsitzenden stellen die 'Holen unb Engländer. Auf der Tagesordnung steht die Frage der Frauen- und Kinderarbeit in Bergwerken. Der erste Reierent. Gras (Deutschland), nennt die Beschält,gung vo:. Frauen und flinbcni in Bergwerken eines der traurigsten Kapitel ui unserem Wirtschaftsleben. Der Redner empfiehlt eine Resolution, welche die Arbeit von Kindern unter 14 Jahren in der Bergwerks»,dustrie überhaupt gesetzlich verboten wisse» will, ebenso die Beschäftigung unter Tag von Personen, die noch nicht 16 Jahre alt lind. Kolil (Ccfterrcid)) teilt mit, daß in Ceficrana) 6U>0 Kinder im Alter von 14 -16 Jahren i>, Bergwerken deschästigl würden. Tas 1 tieftet (.treibt vor, das; -.e nur zu solchen 2lrbeilen vfrivjiibt ivetDcii biufen, die ibre korrerliche V nhvidchmg nicht beemttäcbngen. In ber Tat wird abci die Bestimmung nicht umegehalten. Redner behandelt bann eingehend DieJjraucnavt'eit und foinmt zu dem <xbluß, daß diese in allen Staate» gefei lich verboten «oerbeii müßte.

lieber ben Achtstundentag sprechen die Vertreter von vier Rationen, btf ihre 'rvrDcruv -. u »ne folgt rormiii.crr» vn.t >gilbt 4.. internationale sett r, » umi mu Freud 11 von bem < i'vlg bei brilistden Bergarbeiter '.rnnnt: und; 1 .im 1 )ic dazu, auf parlfimcnturud*::» S ar h , '.la : : u

zu Haden. Er betont aber zu giere--; ? a'o: rry V. c*-

Agnat um mit imverm-ndcrter Kran weiter zu'udr.a, bs er» Acht stundkntaa, l^i dem Ern .ind'uricJ.: ein geschlossen imd erreicht tar in Achntuns-ntag einich: nlich Aus . :tb Ern'ahn mr alle Arbeiter eingeführt nnroclnici: Der Aro.ntstag iodie auf 8 StunDen mtt Enn'chluß Oer . »nb finfobrt beschrankt mrroen Wo Die Temperatur 26 u>rab E überidncirrt. sollten bic Ar bar» srunom nicht mehr als sechs pro Tag betragen. Dieselbe Ardens- zett sollte hrr Gruben uftgeirht werde», in denen c ne große .reudniqken der richt, ot* r hie A1 bt itobfüingungen der »^eiundhen her dort b-i (härt arten Arbeiter schädlich im£>. Deuvchland Irr ftxmareß erhebt aut» neue tue Forderung nach gesetzlicher Ewnidrung des Ackm'rundenkaacs für alle Arbeiten in der Bcrgwerksnidufnic Für enc Untcrtaasardenen muß in diese Aroenszen ö, E,n- und Ausfahrt enrbegrifsen it*m. So an oeejMrbeueitttlcn etnr_ Tcm peratur über 28 Grad. oder große Rässe herrscht, ist die Schicht zeit auf fechs Stunden zu beschranken. Morgen werden drc Verhandlungen fortgesetzt.

Hauptversammlung öes antiultramontunen Reichsverbanöes.

Unter dem Bott'rtz des Admerals z. T. v. Knorr trat in Erfenach -tm 6. Jun, der vom Graien H 0 e n s b r 0 e ch in-.- Leben gerufene antiultramontane Reichsverband zu feiner dies läbngen Hauptversammlung zusammen. Tie Verhandlungen bc gönnen nut einer öffentlichen Verfammlung im Sank derEr bolung", in der Graf Hoensbroech über das Thema: Ist das Zentrum eine nationale Partei'-' referierte. Rach längerer Tis hiffion wurde folgende Kundgebung einstimmig bcfdiloiicn:Ter Dritte Bertrctertag des AntiulttamoiUanen Reichsverbandes erblickt in Der 'Sieberctnfcpung des Zentrums in die parlamentarische Machtstellung eine schwere Schädigung deS nationalen Gedankens, bic umso verberblicher ist, als btefes Einsetzen bei einer eminent nationalen Sache wie ber Rcichs'inanzreform zu geschehen broht. Mit allem 9iart>brud muß bie politisch wie kulturell gleich wichtige Wahrheit hervorgehoben werben, baß bad Zentrum als Partei in allen Bcbürfnissen bcs internationalen Ultramontanismus iin- befchobet ber nationalen (Besinnung vieler feiner Anhänger feine nationalen Ziele verfolgt unb baß somit bicfc Partei nicht beruicn sein kann, in nationale» Frage» den ylusschlag zu geben. Ter 3. Bertrctertag fordert die Regierung und Die Parteien, besonders die konservative Partei, aus, an der Ofcgncridiait rojbcr daS Zentrum festzuhaltcn. Diese Gegnerschaft ist in gewissem Siunc eine Frage des Seins oder Nichtseins, der politischen Größe und kulturellen Bedeutung des deutschen Reiches. Tenn die Brüchigkeit, an der unsere innere Entwicklung zweifellos krankt, ist zuruckzuführen auf bic Macht bcs Zentrums, b. h auf ben in allen Gebieten bcs öffentlichen Lebens tätigen offenen ober geheimen Widerstand des lllttamontaniSmuS gegen bic freie Entfaltung der Kräfte uni Volkes unb Staates. Tas Wort Bismarcks:Ick, habe erkannt, daß mit den Grundsätzen des Zcntrunis weder das deutsckfe Reich noch ocr preußische Staat bestehen können", m eine bleibende Wahrheit. Tie Erkenntnis dieser Wahrheit muß durch Auf­klärungsarbeit Gemeingut aller Volkslreisc werden. Richt der katholischen Religion gilt der Kampf, sondern dem die Religion zu feinen rocltlidj-Dolitifchcn antHatholifcbcit Zwecken mißbrauchen- Den Ultramontanismus, den cm so erleuchteter unb frommrcligiojcr Katholik wie ber langiahrige Führer ber Babener Matbolilen Rein­hold Baumstark bezeichnet hat als die Pestbeule ifht Leibe der iatholifchen Kirche, in gleicher Weise als Pestbeule am Leibe des modernen Staates und der modernen Kultur."

Rach einer kurzen Pause wurde die Beratung interner Ge- 'chäftsangelegenheiten ausgenommen und sodann die Tagung m der üblichen Weise geschlossen._____________________________________

Lujtschifsahrt.

Bei ber Äusscheidungsfahrl zum G^rdvii-Beiniet Rennen ber Stifte, bie von herrlichstem Detter bei leichter Brise begleitet war, starteten in E s s e n 18 Ballons, davon drei außer Bewerb T-er Aufstieg erfolgte ohne jebe Sck-wierig feit. Unter ben Teilnehmern sind bic hervorragendsten deut­schen Luftschtsfer.

Nack) Mitteilungen bcs Tr. Qu i n t 0 n in Pari s sollen bilrch die von der französisch en Luftschiffahrls-Liga ge­planten Linien regelmäßige Verbindungen zivischcn Paris, Ranet), Rouen, Lyon und Pau, sowie ver- fchiedene Zivischenstationen hergestellt werben. Bei Paris, Meaux, Reims, Nancy, Fontainebleau, Orleans unb Pan sollen Ballonhüllen teils vollendet, teils deren Bau bem nächst in Allgrisf genommen locrbcn. Fünf Lenkbal - Ions von 3ä0ti bis 7000 Kubikmeter sollen außer ber Mannschaft 18 bis 20 Reisende befördern können. Man hofft, daß die ersten regelmäßigen Fahnen bereits zu Anfang September b. Z werben ftatrjtnben können. In Fachkreisen beurteilt man allerbings bic Milteilungen des Tr. Quin ton ziemlich skeptisch.__________________________________________________

Saatcnftanösbcrid)! vom ). Zuni (909.

Deutsches R c ich.

, Tic außergewöhnlich trockene imb kühle Witterung sowie bic ßänsigen Nachtfröste im Monat Mai drohten bereits d jahrsyofsnungen vieler Landwirte in Tüitschland zunichti zu machen, als endlich >» den 1. tzten Ma: j

bringenbe NicbersdKäge bie vielfach unter einer vierwöchentlichen Dürre lechzenben Fluren getränkt unb bic Hoffnungen neu belebt haben. Wenn bamit audi bie Befürchtung einer vielfachen Miß ernte beim Wintergetreide vorläufig beseitigt erscheiul, 10 bleibt du.- Lage nach wie vor eine überaus kritische. Ter Regen ist nicht überall m gleickwr Stärke niedergegangen und 111 manchen Gegen den 'Itordbeutschlands säst ganz ausgeblieben, außerdem befürchtet man vielfach, haß die Durchfeuchtung des Bodens für die 'Sinter

nderS für Roggen, ;u spät erfolgt ist, um hie Maischädcn noch wieder gut machen zu können. Tic- gilt natürlich nur für die erst im Spätherbst in die Erde gekommene Smtcrfaai, soweit dieselbe nicht im Frühjahr unigepflügt wurde. Es wird der PreiSberlchtstelle des Tcuckchen Lailbwirk'chaftsrals mehrfach be­richtet, daß noch m ber zweiten Hülste des Mai llmpflügungcn der Wintersaaten, 10100hl Weizen wie Rogge», stattgefunden haben, und daß viele Landwirte die spaten Wintcrfaatcn un April uni- acpflügt hatten, wenn sie einen io schlechten Mai hallen voraus- iehen können. gDie Stroberntc bei Dintergetreide gilt in Rord- bentfchland fast allgemein als weit unter mittel, während für ben

knappe Mittelernte rririirtrt werd

wirb in Norbdeut'chland über schlechten Roggenstand mit Brand- stellen auf ben leichten Sanbboöen geklagt. In Süddeiuschland ift audi jetzt :ib bet Wintersaaten im allgemcmcu

günstiger als m RorddciUschland. Tie Somimtiaatcn lafrn sich noch schwer beurteilen, ba sie zurzeit der Berichterstattung vielfach eben erst aufgegangen unb in manchen ökgcnbrn, wie int Norden und Citcn, überhaupt noch nicht ans Tageslicht getreten waren.

zumal nach ben letzten Niederschlägen, doch wird noch mehr Regen herbeigefebnt Tusfelbe gilt von ben Hackfrüchten. Immerbin treten her Frittilieae unb des TrabtwurmS nicht selten. Auch v

auf leichten Böden geklagt Am schlimoisten steht es allgemein, lauten vielfach geradezu verzweifelt. Besonders Kleefelder unb Wiesen vielfach bet der Türre ausgebrannt, und nur die Luzerne fcheint noch etwas Ertrag zu liefern. Tic letzten Rieder rfilagc find lüt ben ersten Sanntt vielfach iu spät gekommen, v b.i» eine Futternot iur ben nndiüen Herb» und Sinter beürdbtfi

17 Im :it feine» mdviebdestaue in HKingnt Monaten verlor Auch in anberen V' ienOen hegt v an d e Betorgnis, daß beionbere

bie kleinen Betriebe den leutterwanael nicht übrnrinben unb in*ol besten inen Teil ihre» Viehnauh s pcrd'lrubent iverben. bi.'- nliwmsten B^'üfvtunaen fick' in größerem llm anqe v wirklichen werden, bleibt nach dem letzten R-ien noch abzuwart Die FrübiabrsdesteUung und Begetat.o» find in Di ei em ^a um etioc 10 bt» 20 Tage urück .Inch bie <*ktmb#mhe sowie Dir erste ^uturemte wird iid) in Rordb^ut chland oorau»' ck'tlich um 10 bi« 15 Tage Der Men. 'owe k ntrtn bei weuerer Türre eine Rorrne eintretm wird Jedenfalls ben: n von ber Will». n:ng tx*r nächsten 2 3 tio-iien viele ' Iiinnenloertc der deurche, Sanonnnicbüri ob Weitzkobl in tu hiebet a Unuong- amebOMt uns un allgnneinrn gut auigegangen. doch wird mchriach über Schäden durch Erdflöhe gkNagi

Nördliche Wette rau. Ronen. Früdfaak aul b> sehr gui: doch nur wenig vorhanden Sook'aat bürtlig. viel ou. lewinter:

: gut. Doch nur wenig vor: in:

bart ausgewintert uni> umgeiät; durchaus eroHi'.hc Sbinik »auere beah Davon Eckendorfer fguare beaD am meisten al» winterdan gehinOen Braugerste. Hafer, Sommerweizen durevaus gut bi» »ehr gut: oui strengem Tonhöhen u'bod) durch Tjirrf gelitten jtartoreln kommen soeben: veBprechen guten Stand: Fuiierrühea und Zuckerrüben febr gut: Luzerne und Rotklee gut; Wiesen utuci Dürre iebr gelitten; Grünfutter fett halber, 1 Mat Weißkohl, der fast ledeS Jahr hier gute bi» febr gute Ernte liefert, rou» nur zum Hausdedan gebaut. Tas am 23./2G. Mai emgelretenc Regcnwctter gibt Hoffnung auf eine volle Mittelernte.

Kreis Lauterbach. Der Stand ber Wintersaaten, dest'nbers des Weizens, läßt viel zu wünschen übrig; bcridbc bat noch setzt durch Spätfröste gelitten Die anhaltende Trockenheit mit rauben Nordostwinden bat bk Vegetation nicht gefördert und bei feucht- warmer Witterung könnte noch auf einige Bef'crung gehofft werden. Auffallend ist, das, frübgefäter englt'cher Weizen unb jpütaeiätet Rogge» vcrbältitlsmäßig am beste» stehen leerste und Hafer find gut aufgegangen, verlangen aber Regen, lieber den Stund der Hackfrüchte ist letzt noch nichts zu lagen Klee überwinter: gut, bleibt aber aus oben angetubrten Gründen kurz, vereinzelt wirb schon gefüttert. Wiesen meist rottt zurück und der erste Schnitt dürfte 815 Tage später fhütfinben als geirobnlub Weißkohl ist roobl gut aufgegangen, doch setzen ihm die cco Höbe sehr zu.

Kreis Friedberg. Ter Stand der Wintersaaten ist leidlich gut. Tie Sommcn'aalcn haben durch bie Trockenheit verschwindend wenig gelitten. Bei gutem Wetter kann nodj eine Mitlelernle iich voraussichtlich wenig verspäten. Ter Stand der Hackfrüchte und Futterpflanzen ist gut Klee, Luzerne und Diesen schlecht Infolge ausgiebiger iR- witterregen ist eine Besserung bereits iestzuitelkn.

Kreis Gießen. Vom 25. auf 26 Ma, endlich ben ersten Gewitterregen von 14 Mm. Seit 1. Avril bi» 25. Mai in ganzen nur 15 Mm. Regen bei austrocknendeti Winden Einfach alles blieb in der Entwicklung zurück. Seit gestern kann »ch alles erholen Viel schlechter 'Selzen ist stehen geblieben 2c Schaden ist durch die anhaltende Trockenheit erhöbt morden. Ta.« kann nicht mehr cingcbolt werden Wetzen kann eme Mitlelenr unter keinen llmHanbcu inedi tiicidun spät daran. Tas muß ihren Ertrag beeinträchtigen. Miltelerl«^ find audi das Höchste, was zu ciroartcn ist. Tic i'kireibenn- wird sich roobl etwas verspäten. Diesen und Klee sind u kx Entwicklung zurück Kartoffeln und Jurfrrrübfn find auch ioäirt als sonst. Tas kann sich aber tiodi ausglechen.

Kreis Alsfeld. Ter Stand der Winkerfaalen in unserem Bezirk ist als ein allgemein guter zu bcictdmcn. Ter früh iotri,- fpät gesäte Weizen steht durchweg befriedigend, Roggen auf, feit und Hafer haben den fehr benötig len Regen letzt ei halten und < kann auf eine gute Mittelernte bei einigermaßen gutem Seit r .1 rechnet werden. Die Wiesen sind nur schwach bestanden. Vitt ist klein, so daß mit einer geringen Heu und mäßigen ?t1cc Ernte gerechnet wird. Ter Kleefchnitt hat begonnen Die CkUrib - ernte wird sich kaum verspäten.

Kreis Schotten Der Stand der Winter und Sommer­saaten ist sufncbenfklknb. Eine Mittelernte stebt zu erwarten, Ven'pälcn wirb sich vorausiichllick) die Ertltc nicht ite Hack­

gangen, bic Futterpflanzen sind kurz geblieben und haben nur einen geringen ersten Schnitt. Luzerne steht etwas besser un: Gras unb Rotklee.

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Metcorologischc Beobachtungen der Station Gießen.

Inni 1909

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Verantwortlich i. V : für iHernhtofanl E. Anderson, für Stabt unb Lanb: Karl Reurath.

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