Ausgabe 
6.5.1909 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

nicht bestehen, recht te. Anspruch genommen et

l9 Tauben tJJ*1 der > i(6t n

-iga anir'?!*-- thS^

b "> km Ä »'s SittJJ n;» tec

di- cbraiJief* *» £

Jia sei, » ob < wil es gegen fr ZSW Äw5iii S3taba*' k JrWtn und

niemQl5 als tewSx11? Ac vecmeun! 5SbaR beSaib 'la die .ttnem zivilisierten etc böH btr Mutige q.-' 'g nfnn em^ ni t

H^mZ^ben, ihren! : ien Achtung unb ZeE 1 als Ziel gesetzt, allen t I "ederzeugung vewersen, jungen unb AnseindL ; 4Wt zu gewähren, des :ittebte itaatlichc Ehrengn ; etzl schon bestehenden Stut - s Leben rufen will, did: ! tch-nb, von Mitgliedm: können unb nach bestimm reu Lpruch zu fallen to ich für Ltubierenbe ar"

►ei deutschen Anti-Duell.

)em Bericht über die Ae Stenographen in Wehl el(SBerein)einen 2. P'

tverfahren, wic^' nan uns schreibt, in (et :i gegenüber den senil. et nnuben. Es dürste in: r Wissenschaft und Per ichten über die Sdjäditiii , daß er das rituelle Lchc yciifwn kann Durch V im idflatbten nntiirgcn: das deutbar ßeinfte Sfc iosigkeit möglichst schü­rt dcher allen moto . PrvM Dr- Otto LMM em W-

Ein beachtensw:rk^"

>a% N-A qut ausgeblutet n. dem LchäGurfahts wünscht werde"- : itfiof erklärt, baB m lonnenen Ersahru^ tc

iber bas A°W'. A ba es bie lch- - Ämter 8»®';

iubrung »Jfe

hautewtruudu"^. KLKK'st

Dir ftüte D>s [ifcit «**; tilln. /? niOL )ti^*wa5gi^ SSS"

M"

)0"S SierjU^f.

reifte- ^ulschlv^--^ iruinpl",

» neboria W1.

Mr «i*1 ®Sn

rirfW

sw»** ngenc (jj

I

ÄS-

hierfür war, daß nach den jahrelangen Erfahrungen, die die beteiligten Jnnungsmeister über das Schächten gemacht haben, sie der Ansicht sind, daß das Fleisch der geschachteten Tiere im Gegensatz zu einem auf andere Art getöteten 5tuet Bieh besser, und vor allem haltbarer ist. Diese Ansicht wird besonders damit begründet, daß bei geschach­tetem Vieh alsbaldige Blutentleeruna cintritt, was zur Folge hat, daß dadurch das .Fleisch haltbarer wird. Die Jnnungsmitglieder, die sich in diesem Sinne aussprachen, erklärten weiter, daß bei jeder anderen Art der Tötung, insbesondere bei Schießen und Schlagen, durch den hier­durch verursachten Schreck, das Blut in den Körper des ^Tieres zurückgedrängt wird. Dies habe zier Folge, daß das Blut mehr oder weniger im Fleisch verbleibt und deshalb dieses eher und in größerem Maße dem natürlichen Zer­setzungsprozeß ausgesetzt sei. Als selbstverständlich erachtet es die Fleischerinnung, daß das Schächten von Vieh nur von solchen Personen vorgenommen wird, die hierfür ge­prüft und die erforderliche und notwendige Gewandtheit besitzen, da nur hierin eine Gewähr liegt, eine Tierquälerei zu verhüten. Auch die Metzgermeister der Stadt Als­feld äußern sich in dem von der Gießener Innung abge- aebenen Sinne über die Schächtfragc. Hierdurch wird er­klärlich, wenn die Schächtungen in Gießen in weit größerem Unifange vorgenommen werden, als dies die Zahl der israelitischen Einwohner unserer Stadt notwendig macht. ES sind also vielfach rein hygienische Gründe, die das Schächten veranlassen, weil das Fleisch von geschächteten Tieren haltbarer und schmackhafter ist.

X Mücke, 5. Mai. Wer dein Frachtverkehr unseres Bahnhofs seine Aufmerksamkeit schenkt, dem muß die große Zahl moderner Ackergeräte auffallcn, die von unseren Landwirten bezogen werden, besonders Kultivatoren und neuartige Pflüge. Ermöglichen letztere durch Vorschneider und Sech eine entschieden bessere Bearbeitung des Bodens, besonders eine intensivere Umstürzung der vergrasten Acker­fläche, so finden erstere allgemeinen Beifall zur Bebauung der Felder, die bereits im Herbste gut vorbereitet.

--- L o r b a ch , 4. Mai. Die. ersten Vorbereitungen für das am 3., 4. und 5. Juli stattfindende Kriegerfest mit Fahnenweihe sind nun zum Abschluß gekommen, nach­dem gestern die neue Vereinsfahne, ein wohlgelungenes Kunstwerk der Mündener Fahnenfabrik bereits 'eingelroffcn ist. Vom Kriegerverein wurde alles getan, was in seinen Kräften stand, um billigen Anforderungen zu genügen. Längst sind die Einladungen an Vereine und Private ins Land gegangen, wurden die Plätze für Karussell, Schießbude und dergleichen vergeben. Tie Beleuchtungsanlage führt das Jnstalla.ionsgeschäft von Tr.hfen-.ingen aus, wäh­rend die Festwirtschaft dem Besitzer des HotelsFürsten­hof", H. Jrle-Büdingen, übertragen wurde. So dürsten alle, insbesondere auch musikliebende Fenbesucher auf ihre Rechnung kommen, da Nxihrend der Festtage ein Teil per 25er Artillerie (Großh. .Hess. Artill.-Korps) aus Darmstadt auf dem Festplatze konzertieren wird.

-a- Wetzlar, 5. Mai. Für nächste Woche ist die Er­öffnung der Kreis-Jungviehweide zu KlosterAlten- b e rg angekündigt. Sie besteht vier Jahre und hat sich aufs beste bewährt. Es ist während dieser Zeit weder ein Krank- hcits- noch ein Unglücksfall bei den Tieren vorgekoinmen. Dagegen waren große Gewichtszunahmen festzustellen, wie auch das Aussehen der Ninder vorzüglich und der Gang flott war. Das tägliche Weidegeld beträgt für die Viehbesitzer des Kreises nur 25 Pfg., da der Nest im gleichen Betrage vorn Kreise übernommen ist. Diese Preisermäßigung ist für die ersten 40 angemekdeten Ninder. Für wertere Tiere haben die Besitzer 50 Pfg. zu entrichten.

4ßerid?t^aaL

F.C. Darmstadt, 5. Mai. Nachdem dem Grafen zu Er­bach-Erbach in einer am Landgericht der Provinz Starkenburg dahier anhängig gewesenen Prozeßsache das Armcnrecht erteilt worden wgr, was s. Zt. viel Staub aufgewirbelt und in der Zweiten Kammer der Stände eine Redeschlacht zur Folge hatte, der Graf Merenberg am Landgericht Wiesbaden nachträglich in seiner Erbfolge)treitsachc um Erteilung des Armenrechts eingc- kommen war, wurde hier in einer am Oberlandesgericht schwebenden Prvzeßsache wieder einem Grafen, dem Grafen Reinhard AugustzuLeiningen-Westerburg-Alt-Leiningen in Charlottenburg, das A r m e n r e ch t zugebilligt. Der Graf klagt gegen den Inhaber der Standesherrschasten Ilbenstadt im Groß- Herzogtum Haßen und Weperburg-Schadeck in Nassau, den Grafen Friedrich zu Leiningen-Westerburg-Ält-Leiningen, auf Erhöhung seiner Apanage. Er begründet diesen Aiispruch damit, daß im Laufe der Zeit die Revenuen aus den obengenannten Standes­herrschasten sich erhöht hätten durch Steigerung der Pacht-Holz- oreise usto., durch Erbschaften u. s. f. Graf Reinhard August i,t ein Sohn des hier verstorbenen k. k. Feldmarschall-Leutnants Ärafen Viktor zu Leiningen-Westerburg, war früher Offizier im k. Garde-Dragoner-Regiment, siedelte dann nach Oesterreich über, erstand das Schloß Meyerling, das er an den Kronprinzen Rudolf -erkaufte, in dem der Kronprinz bekanntlich umkam, kehrte später nach Deutschland zurück, fand Beschäftigung am Statistischen Amt in Berlin, wurde kurze Zeit darauf zum expedierenden Sekretär und Kalkulator ernannt und verheiratete sich mit einer Lehrers- cochter aus dem Dörfchen Bönstadt, Kreis Friedberg, in Hessen. Sein Vertreter ist der bekannte Berliner Anwalt Justizrat Seiko'

R. B. Darmstadt, 5. Mai. Ein Opfer der Schund­literatur und der Kinem atographen ist der erst 16 Zahre alte Fabrikarbeiter Karl S t e i g^e r w a l d aus Bürgel- Offenbach geworden, der heute von der Strafkammer wegen Tot- ichlagsversuches zu 4 Jahren Gefängnis verurteilst wurde. Der jugendliche Verbrecher, dem von den Sachverständigen und seinen früheren Lehrern das Zeugnis eines normalen und für seine Taten voll verantwortlichen Men,.en ausgestellt wurde, var anfangs Rtärz in Geldnöten und um sich solches zu vcr- chafsen, entschloß er sich nach zweitägiger Ueberlegung, den gleick)- , liiert gen, ihm befreundeten Fabrikarbeiter Nachmann zu töten. £r überfiel ihn auf dem Heimweg nach Bürgel und stach ihm ein Taschenmesser tief in den Nacken. Der in )einem Aeußeren sehr wnnloä dreinschauende Mensch besaß noch die Roheit, an dem Äriff, des im Nacken steckenden Messers den Verletzten über die Straße nach einem Graben hin zu zerren und schlug dann dem iebersallenen mit einem großen Scherben so lange auf die Stirn, ns er bewußtlos liegen blieb; dann raubte er ihm das Porte- nonnaie mit dem darin befindlichen Wochenlohn von 10,64 Mk. Ter Angeklagte gab bei seiner heutigen Vernehmung an, daß er -n einem Kinernaiographen Bilder gesehen habe, wobei auch ein Mann durch einen Stich in die Brust getötet worden sei, auch babe er in mehreren Büchern Räubergeschichten gelesen, wo einer cberfallen und erstochen wurde; in einem anderen Roman sei sin Räuber in einem Behälter mit eisernen Stacheln gefoltert worden u. s. f. Ihm sei der Gedanke durch den Kopf gegangen, ab er es nicht ebenso machen könne, und er habe auch einem Arbeits- chllegen mehrmals davon gesprochen, daß er seinen Freund über- - stillen und tüten würde, um sich Geld zu verschaffen. Der Vater dis Angeklagten gab bei seiner Vernehmung an, daß sein Sohn s ch stets gut geführt und nie schlechte Gedanken verraten habe. Mich der Pfarrer, der ihn konfirmiert hatte, gab an, daß er durch tc;e rohe Tat höchst überrascht worden sei und sie dem Angeklagten mie zugetraut hätte. Er könne nur durch schlechte äußere Einflüsse borzu verführt worden sein. Der Staatsanwalt hatte in Anbetracht

der großen Jugendlichkeit des Angeklagten 3 Jahre Gefängnis beantragt. Das Gericht erkannte jedoch im Hinblick auf die Roheit der Tat, wie oben angegeben.

Berlin, 4. Mai. Die Strafkammer verurteilte heute den Rechlsanwalt a. D. Dr. Magnus Haase wegen Vergehen gegen 8 175 R.Str.G.B. zu drei Monaten Gefängnis, wovon ein Monat als durch die Untersuchung verbüßt erachtet wurde. Gleichzeitig wurde ihm die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Sein Partner, der 18jährige Steinsetzgehilse Franz Schmidt, wurde wegen des° selben Vergehens und wegen eines mit einem kleinen Knaben be­gangenen Sittlichkeilsverbrechens zu einem Jahre Gefängnis ver­urteilt. Ihm wurden 3 Monate Untersuchung angerechnet.

Fulda, 5. Mai. Der Reserve-Offizier Dr. jur. Bern­hard Rieger aus Berlin-Steglitz, der auf der Reise von Darm­stadt nach Schlitz int Fuldaer Bahnhof verlangte, den Zug so lange anzuhalten, bis er sein vergessenes Gepäck aus dem Wagen geholt habe, und als diesem Verlangen nicht stattgegeben werden konnte, den Oberbahnassistenten Werner in grober Weise beleidigte, wurde vom Schöffengericht wegen Beleidigung eines Beamten im Dienst zu 500 Mark Geldstrafe oder 25 Tagen Gefängnis verurteilt.

AI e m e l, 4. Mai. Vor der Strafkammer standen 18 Personen, meist Holzarbeiter, unter der Beschuldigung, am 10. September in Schmelz in einer von nationalliberaler Seite einberufenen Wahlversammlung ruhestörenden Lärm ver­ursacht zu haben und gegen die überwachenden Beamten tätlich oorgegaiigen zu sein. Es waren 65 Zeugen geladen. Lim späten Abend wurde das Urteil verkündet, nach dem 7 Angeklagte wegen Hausfriedensbruch bezw. Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beleidigung zu Gefängnisstrafen von 2'Wochen bis 3 Monaten verurteilt rourben; bie übrigen 11 Angeklagten wurden frei- gesprochen.

vermischtes.

* Eine rührende Episode, bi? sich vor wenigen Tagen zutrug, wikd uns aus dem 'Haag mitgeteilt. Kö­nigin Wilhelmine hat eine Kammerfrau namens Jeanne Verhaern, die ihr schon seit zehn Jahren dient und die ihrer Niederkunft entgegensah. Trotz ihres Zustandes ließ es sich die Königin nicht nehmen, ihrer Dienerin in ihrer schweren Stunde beizustehen und ihr so weit wie möglich Hilfe zu leisten. Als der junge Erdenbürger schon das Licht der Welt erblickt hafte, blieb die Königin an dem Wochen­bette den ganzen Tag über sitzen. Dte Kammerfrau war über diese Gnade ihrer Herrin gerührt und küßte ihr dank­bar die Hände. Königin Wilhelmine wehrte sie aber sanft ab und sagte zu ihr, daß dies wohl die schwerste Stunde im Leben einer Frau sei und daß aus diesem Grunde allein jede Frau die Pflicht habe, ihrer Mitschivester beizustehen. Diese Teilnahme sei, das fühle sie deutlich, das Beste, was man tun tonne. Als ihr darauf die Frau erwiderte, daß sie für ihre Güte dadurch belohnt werde, daß ein ganzes Volk, vielleicht sogar eine ganze Welt, in dieser Stunde an sie denke und an dem Besinoen der Königin Teilnahme zeige, erwiderte ihr die Königin:Glauben Sie mir, das Glück, das ich über die Liebesbezeigungen meines Volkes und der ganzen Welt empfinde, ist rlesengroß und wiegt mir schon von vornherein die Schmerzen auf, die mir noch bevor­stehen. Gebe Gott, dasz ich die Stunde glücklich überstehe und die Hoffnungen des Volkes erfülle. Ich fühle aber klar, daß so Diel Liebe und Treue nicht unbelohnt bleiben kann, und daß alles glücklich von statten gehen wiro. Ob es ein Knabe oder ein Mädchen ist, ist ja für das Bestehen des Oranierhauses gleichgültig. Mein Wunsch geht natürlich, wie jeder Frau (?), in erster Linie nach einem Mädchen." Die Königin soll bei diesen Worten sehr gerührt gewesen sein. Zum Schluß bemerkte sie noch:Ich habe solange auf das Mutlergluck gewartet, oaß im wow wie jetten eine Frau die Sehnsucht des Weibes begreife..."

* Der sprechende Vogel. Amsterdam hat, so lesen wir in der Deutschen Wochenzeitung für die Niederlande, von seiner früher großen Kirmes noch einen herzlich unbe­deutenden Jahrmarkt übrig behalten. Auf verschiedenen Plätzen werden Buden errichtet, in denen man die un­entbehrlichenPosfertjes" genießt, ein Holzpferd besteigt usw. Heber einer winzigen Bude prangt die Aufschrift: Der sprechende Vogel, ein Unikum!" Der Besitzer, ein Rheinländer, lockt mit unglaublichem Stimmaufwand zahl­reiche Besucher an, die itfre 5 Cents gerne opfern, in der Meinung, einen außergewöhnlichen Papagei, eine Elster ober einen Raben vorzufinden. Sehr erstaunt sind sie beim Anblick eines kleinen Vogelbauers, der einen Kanarienvogel beherbergt. Der Rlwiniänder, ein ungemein pfiffiger Junge, weif; bie Enttäuschen durch einen riesigen Wortschwall, halb rheinisch Platt, halb Holländisch, bald aufzuheitern unb schließlich fragt er ben still bajitzenben Vogel:Na, feg mol, wat willst be lieber Han, 'ne Zigarr oberne Piep?"Piep!" sagt ber Piepmatz, umer homerischem Gelächter des Pudlilums, unb triumphierend olickt der rheinische Vogel-Sprachlehrer umher. Er hat die Bude immer voll, denn die Hereingefallenen sorgen stets für neue Opfer.

Kleine Tagcschronik.

Bei Berlin wurde vorgestern der Sohn des Billardmeisters Kerkau, der am einem Motorrad fuhr, von einem Kraftwagen überrannt. Ter Kopf wurde ihm zermalmt. Ter Tod trat sofort ein.

In Reggio diEalabria, wurde die Bevölkerung durch ein starkes, sloßiormiges Erdbeben, dem bald darauf ein zweites folgte, in große Beunruhigung versetzt.

Aus Tengye m der chinesischen Provinz Puennan verlautet, daß die deutschen Reisenden Dr. B r u n h u b e r und Schmitz von Eingeboreneu ermordet worden seien.

Literarisches.

Aus stillen Pfaden. Gedichte ernsten und heiteren Inhalts von Karl R ö m h e l d. Nidda. Selbstverlag. Die hübsche Gedichtsammlung des Niddaer Oberamtsrichters, die stellenweise von einem herzerquickenden Humor sprudelt, wird sicher recht viel Freunde ftnden, beim das liebenswürdige, sonnige Gemüt eines echten Menschen klingt oaraus in lauteren Goldtönen wieder. Und darin liegt ihr Wert, daß sie unbeeinflußt von der Rtode des Tages und einer .modernen £iteraturftrömimg" rem aus dem Herzen gewachsen sind und zum Teil sogar Gelegenheitsgedichte un Sinne Goethes sind. Ganz samos sind dieBeruisdeoisen", die in launigen Versen die verschiedenen Beru'e behandeln und von einem köstlichen Humor sind. Aber auch die ernsten Gedichte bereiten dem, der zu lesen versteht, einen reinen Genuß, soiern er sich noch Empfänglichkeit für natürliches und ungekünsteltes Empfinde,: be­wahrt hat.

Goethe-Lieder" bringt das soeben im Verlage von Ullstein n. Co., Berlin SW. 68, erschienene neueste Heft der popu­lären Atusik-.Zeitschrift ^Alusik für Sille". Das Heft wird eingeleitet durch Vertonungen von Zeitgenossen, die Goethe selbst als die zureichendsten ersah. Es enthält Zelter,König von Thiile"; Friedrich Reichardt,Ter Erlkönig"; Zumsteeg,Blümchen Wunderschön" ; Ehlers,Des Schäfers Klage". TasHeideröslem" ist in zwei Vertonungen, von Kienlen und von Schubert, wieder- gegeben. Ten Abschluß des ersten Teiles bildet BeethovensAiignon". Tie zweite Abteilung eröffnet SchubertsGeheimes", dein sich Snleika" von Schumann,Im Sommer" von Robert Franz und Karl LoeweSMädchenwünjche" anschließt. Zu moderner Zeit ührt Eduard Lassen mit9la()c des Geliebten" und Tschaikowskys N«r iver die Sehnsucht kennt '. In die modernste Zeit fi-ljrt end­lich Alfred Reiseuauer mitWer sich ber Einsamkeit ergib!".

Handel.

Budapest, 4. Mai. Der S a a t e n st a n d b e r i ch t vom 1. Mai hebt hervor: Die Weizensaat ist zumeist in der Ent­wicklung zurückgeblieben, schütter und fleckig. Bedeutende Flächen wurden umgeackert und mit Sommersaat ergänzt. Roggen steht bester. Wintergerste schivach. Die Frühjahrsgerste steht halb be­friedigend. Hafersaat befriedigt. Tie Ataispflanze und die Zucker­rübe wurde unter günstigen Auspizien angebaut.

Märkte.

§ Ruppertenrod, 5.Ala,. Auf unserem heutigen Früh, j ach r s m a r k t wehte ein Mailüfteri, das entschieden besser zu unserem Herbstmarkte gepaßt hätte. Donnerten sonst gar oft auf diesen: Markte die ersten Maigewitter, so läßt man heute das Feuer kaum in den Cefett ansgehen. Trotz diesem winterlichen Lenz- gebahrcn zeigte der Vi^hmarkt eine recht starke Anfahrt mit Jung schweinen, die amtliche Liste zählte 711 Stück. Ter Handel ging flott bei sehr hohen Prüfen. Die Ferkel geringster Sorte kosteten 5055 Mk., mittlerer Sorte 60- 65 Mk., bester Sorte 70 bis 80 Aik. Diese hohen Jerkelpreise flehen in feinem Verhältnis zu den Preisen für die fetten Schweine, bei denen man das Pfund Lebendgewicht mit 4648 Pfg. bezahlt. Bis zum Mittag mar der Markt vollständig geräumt. Ter Krämermarkt war zwar gut bi> setzt, zeigt aber nicht mehr die frühere Ansdehnmig, die et halte, als noch die Konfirmation auf Pfingsten ftaltfanb und bet Marli einftonfirmanbenmarft" war.

i ko. Wiesbaben, 6. Mai. V i e h m a r k t. Zmn Verkauf standen: 36 Ochsen, 68 Kühe, 499 Schweine, 845 Kälber (darunter 458 9)iaftfälber, 387 Landkalber), 182 Hümmel und Schafe. Bezahlt rourbe für 50 Kilogramm Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 73,00-75,00 Mk., 2. Qual. 70,0072,00 Mk., Kühe 1. Qualität 63,00-65,00 Mk., 2. Qual. 00,00-00,00 Mk. Bezahlt wurde für 1 Kilogr. Schlachtgewicht: Schweine, vollfleischige, 1,301,32 Mk., Sauen 0,00-0,00 Mk., Eber 0,00-0,00 Mk.- Kälber: Mastkälber 1,881,98 M., Landkälber 1.521.62 Mk.; Hammel und Schafe 1,52 bis 1,58 Mk. Rinder notierten: 00-00 Mk., Ferkel das Stück: 00 00 Mk. Geschäft: Hornvieh und Kleinvieh langsam, lleberftanb unbedeutend. Ain Markt standen 35 Stück Großvieh von der Lahngegend, ebendaher 63 Kälber, 57 Kälber aiis dent Kreis Gießen, 130 Schweine von ber Lahngegend und von Idstein; bas übrige Groß- und Kleinvieh war aus Norddeutschlaiid.

Limburg a. b. Lahn, 5. Mai. Fruchtmarkt. Durch schnittspreis pro Aialter. Roter Weizeii (nassauischer) 19,65 Mk., weißer Weizen (angebaute Freinbsorten) 00,00 Aik., Korti 13,50 All., Gerste: Juttergerste 10,00 Mk., Braugerste 0,0000 Mk., Hafer 8.700.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 7,50-0,00 Mk.

Airchttche Nachrichten.

. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).

Samstag ben 8. Al a i 1909:

Vorabend 7.30 Uhr.

Morgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr. Schrifterttärung.

Sabbatausgang 8.50 Uhr.

Jzraeiitische Religionsgesellschaft.

Gottesdienst.

©abbatfeier am 8. Mai 1909:

Freitag abend 7.35 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Nachniittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 8.50 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgeiis 6.00 Uhr. Abends 8.50 Uhr.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Mai

1909

Barometer auf 0° reduziert

6

5

£ "

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

A j l

s !

r

>

Windstärke

Wetter

5.

2

752,6

17,8

4,9

32

E

6

Sonnenschein

o.

95

752,7

13,1

4,7

42

2

4

Klarer Himmel

6.

754,8

9,0

4,2

49

E

6

Sonnenschein

Hoch Riedr

e Tem igste

peratur

am

L bis L ,

5. Ma

5.

= 4 = 4

18,5 0 0. - 6,4°0.

Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse, 6. Mai. 1.15 Uhr.

31/,0/o Reichsanleihe. . . 96.20 3°/o do. . . . 86.70 3*/,% Konsole .... 96.20 3% do.....86.70

3,/,°/0 Hessen ..... 95.10 31/,0!0 Oberhessen ... 4°/0 Oesterr. Goldrente . . 100 30 4'/60/o Oesterr. Silbenente. 100.40 4°/0 Ungar. Goldrente . . 95.85 4° 0 Italien. Rente . . .. 3°/0 Portugiesen Serie I . 60.20 8°/o Portugiesen III .. 4,/j°/j russ. Staatsanl. 1905 98.50 4'/r°/<> japan. Staatsanleihe 95.60 4°/0 Conv.Türken von 1903 93.40 Türkenlose . ... 146.50

4°/0 Griech. Monopol-Anl. . 51.2 4°l0 äussere Argentinier . 89.30 3% Mexikaner .... 66.05 4/3°/o Chinesen .... 99.45

Aktien*

Bochum Guss ..... 225.75 Buderus E. W. ... . 113.60

Tendenz: ruhig und behauptet

Berliner Börse,

Canada E. B.....178.70

Darmstädter Bank . . . 132.80 Deutsche Bank . . . 243.90 Dortmunder-Union 0. . . 62.70 Dresdner Bank .... 152.50

Tendenz: unentschieden.

Elektriz. Lahmeyer . . , 120.00 Elektriz. Schlickert . . . 126.30 Eschweiler Bergwerk . . 191.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 187.20 Hamburg - Amerik. Paketf 119.10 Harpener Bergwerk. . , 195.75 Laurahütte ...... 193.80 Nordd Lloyd.....91.70

Oberschles. Eisen-Industrie 96.00 Berliner Handelsges. . . 174.30 Darmstädter Bank . , 133.00 Deutsche Bank .... 243.40 Deutsch - Asiat. Bank , . 149.50 Diskonto-Kommaudit , . 189.80 Dresdner Bank .... 152.25 Kreditaktien . . , . 203.00 Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn .... 118.80 Gotthardbahn .... Lombard. Eisenbahn. . . 18.60 Oesterr. Staatsbahn . . . 153.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 129.00

6. Mai. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk . . . 195.20

Laurahütte.....194.GO

Lombarden E. B. . . . . 18.60

Nordd. Lloyd ..... 91.90

Türkenlose ...... 146.00

Angelegentlichst empfohlen von

G. Schöck, Giessen, Ludwigstrasse.

M 3 Pf^l mit dem mflUUl Kreuzstern ist das Beste, daher Billigste

Seit 20 Jahren bewährt.

M

olfßr, TüSCiien, 1C a,,e.Koisewio!smen iu gediegenster Aus- 1UÜUÜUI1 fuhrung, beste selbstgefertigte Ware.

<S<UU) Äug. Kilbinger, Seltersweg 79.