Nr. 260
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®te ^Otetzenn Lamil'.endlätter" werden dem Anznger' otermai roöcbemhcb betgeleqt, das *Kreisblati für dev Kreis Sietzen" »roeimal roöcöenthd). Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich jroeunaL
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Webaftton, 6rvebthon und Druckerei: Scbuk (träne 7. 6rveöinon und iierlnq- öL Reöaltion:112. Set-SU) u:AnzeigerGießen.
ftjtQnon8brutf un» ©erlag 6er vrüdllcha» UntDcrluätS - Buch- und Steinörudercl 9L Hange. Vietzen.
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** Frauenbewegung und Volks wo h I sah r t. Man schreibt uns: Llm Dienstag, O-Nov., abends, wird Frau Elsbeth K r u k e n b e r g, die VorsiKcnbe des Rhermsch-West- 'älischen Frauenbundes, in Wetzlar einen Vortrag über Frauenbewegung und Volkswohlsahrt halten, -er Vor- trag wird g-Liß auch in »Sieben Interesse erregen da die Rednerin durch ihre hervorragenden Berdlenste um das Erziehung^., Krankenpflege- und Hebammenwesen in den weitesten Kreisen bekannt ist.
" Wahres Geschichtchen. Gelegentlich einer Reli- oionSprüfung fragte der Visitator die kleinen Schüler: .Woran ist Gott nicht gebunden?" Prompt bekam er die Antwort: Nicht an ein Seil". Er wollte haben: .Nicht an Kraft und Macht". Diese Frage erinnert lebhaft an die eines weiland Gießener Superintendenten: .Wer lacht über Italien?
Ans 5-tafct und
Gießen, 5. 9tooember 1909.
•• Tageskalender für Freitag, 5 Nov. Stadt- tBeater: „O diese Leutnants". Aiüaug 8 Uhr.
LI a i s e r v a n o r a m a. Programmwechsel : Eine malerische Wanderung durch das Ober-Engadin.
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" Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat den von dem Freih. Moritz v. Leonhardt zu Groß-Karben ans d,e evang. Pfqrrstelle zu Burg-Gräsenrode präsentierten Pfarrer Jul. Schön em olf aus Rothenberg für diese Stelle
einstimmige Annahme:
„Der freisinnige Verein Gießen sieht in lieberen fHmrnung mit dem Beschluß des freisinnigen Lan^sausschuises im Grotz- herzogtum dessen vom 17. Olt. d. I. ^r Einigung des en - schiedenen Liberalismus ein dringendes Dedurrms, besnrwortek sie aufs wärmste und erwartet von ihr eine Krattlgung uno innere Durchbildung des liberalen Gedankens m Deutschland.
Stadtv. Leib erstattete hierauf den K assen b e r i ch t, der mit über 1100 Mk. in Einnahme und Ausgabe abschlieht. Die Rechnung wurde von Kauimann ©Hebet und Bankier Grünewald geprüft und dem Rechner Entlastung erteüt. Auch im kommenden Winter sollen allmonatlich Versammlungen mit Vorträgen gehalten werden. Angeregt werden u. a. Bortrage über die ©trap prozcßreforrn, die Agrarfrage und die Beamtenbewegung.
Die Vorftandswahl ergab die Bestätigung der seitherigen Vorstandsmitglieder Fabrikant Bar naß, Lehrer Beaer, Schlossermeislcr Dörr, Oberbiblwthi'kar Dr. E b e l, Fabnkarll Eichenauer, Spenglermeister Faber, Rentner Max Friedberger, Kommerzienrat Georgis Wnfaftf Georgi, Reallehrer Grimm, Geheimer Justizrat Dr. Gutsleisch, Kaufmann H a b e n i d) t, Fabrikant va- n a u, Lbausmann Th. H a u b a ch . Geh, Hofrat Pros Dr. £> a u p t, Rentner Herbert. Rentner I u 6 hard 1, KauTmmm ^ug- h ar dt jun., Schneidermeister Leib, Rentner Loder Dinl or Loos, Justiztat Metz, Kommerzienrat S ck» a s s st a d t, Kaufmann Schlüter, Pros. Urft a b t„. Vtivatdozent Dr. V o g t und Oberlehrer Weder. Ncugewahlt wurde Oberlehrer Dr. Klein, --- ------
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Kirche und Schule.
--Holzheim, 3. Nov. Man schreibt uns: Nach langen Kämpfen ist am letzten Sonntag den Kirchengcmeinde- Vertretern von hier und dem Filial Dorfgill der Beschluß gelungen, daß, wie in der ganzen Gegend, auch hier die Konfirmation nicht mehr wie bisher auf Pfingsten, sondern bereits am Sonntag nach Ostern stattfindet. Damit ist dem Wunsche fast aller Einwohner von hier Rechnung getragen worden, und glaubt man nicht, daß sich die Befürchtungen, es wäre nun mit diesem Beschlüsse eines der letzten Bollwerke für christliche Sitte und Ordnung gefallen und dem modernen Zeitgeist Tür und Tor geojfnet worden, sich bewahrheiten werden. Vielmehr glauben wir, daß sich die neue Einrichtung zum Vorteil (besonders der zahlreichen Arbeiter) bewähren wird, und hoffen, daß nun beide Gemeinden ihren guten Ruf in kirchlicher wie auch in bürgerlicher Hinsicht sich bewahren werden.
ss Marburg, 3. Nov. In den etabnälen fand heute mittag unter dem Vorsitze des K o u s i st o r i a I r a t s Pro». D. M , rbt die M i s s, o u s k o n s e r e n z für Kurhessen statt. Sin Anschluß au eine Ansprache des Geh. Kouftstonalrais Pros. I). Achelis erwähnte der Vorsttzende in seinem Jadresdericht, daß sich die Missions'reudigkeit der kurhessiichen Bevölkerung gehoben habe. Dos zeiaten die Einnahmen, die sich von 41000 Mk. un Jahre 189s auf 1U3 400 Mk. im Jahre 1908 gesteigert hätten. I (s r schilderte dann die Eröffnung des deutschen Instituts für ärztliche Muston in Tübingen als einen Markstein der deutschen MüsionSbeiveguug und forderte schließlich auf, die evangelische Mission weiter zu unterstützen. Nachdem noch Mifsionsbireklor v © ch w a r tz - Leivzig über die Entstehung und Eigenart der Leipziger Mission gesprochen, wurde die Konferenz mit einer Ansprache des toencraliuüeruucnbenten Werner- Kassel geschlossen. Abends schloß sich eine stark besuchte öffentliche Versammlung au, bei der noch mehrere Missionsoorträge gehalten wurden.
— S a ch s e n n n d d i e st a a t s b ü r g e r l r ch e E r z i e h u n g. Wie das ^Dresdener Journal" erfährt, Hal die Frage der Einführung des staatsbürgerlichen Unterrichts neuerdings den Wegen- Uaud eingehender Erwägungen der sächsischen Unieriichtsverwalimig gebildet. Die in dieser Beziehung soeben erlassenen aUgemeiuen ^Anordnungen des Kullusnumsteriums behandeln die Araqe für die höheren Uiiterrichtsansialten und die Fortbilduugsschnlen. Aus diesen Anordnungen ist folgendes zu entnehmen: Die Eimührung eines besonderen Unterrichts in Staats- und Bürgerkunde wird zurzeit nicht beabsichtigt. Zunächst soll der Versuch gemacht werden, die 'Aufgabe un Rahmen der bestehenden Lehrpläne zu lösen. Ter Unterricht in Geschichte, veimatS- und Erdkunde, sowie in den Sprachen soll namentlich in den höheren Klassen für eine besondere Behandlung der Staats- und Bürgerkunde Raum lassen. Das AlimsieriiMl wird auch in Erwägung ziehen, inwieweit die Wünsche 1 oer Lehrerschaft auf gründliche Kenntnis des in Irage stehenden : Stosses gefördert werden könnten. Das Nünisterium wünscht, daß i im nächsten Schuljahre an die Aufgabe der staatsbürgerlichen Erziehung herangetreleu werden kann. In den Fortbildungsschulen mit der gesetzlichen Mindestst»n,denzahl wird sich der Unterricht in der Bürgerkunde auf das Notwendigste beschränken müssen. Tie 1 Bezirksschulmsvekloren sind angewiesen, dafür Sorge zu tragen, daß i von Ostern 1910 ab in allen Fortbildungsschulen des Landes, so- : weit dies noch nicht geschehen ist, die ersorderlichen Einrichtungen I geirossen werden.
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** Lebrerpsrs'onakien. Ueb^rtragen wurde d«m Zehrer Rcik Schmitt in Aschlbach eine Lel>renteile an der Gememdc- schüle zu Weiher. Erledigt ist eine mit eurem evmig. Lehirn zu befetienbe Lehrerstekle zirWesthosen.
« Der Gernhardt'sche Zither- und Mando- linenchor hält am 7. November eine musikalische Rbend- unterhaltung ab, für die Vorträge des ZitherorchelterS (16 Spieler), Lautenmusik, Streichquartett und Mandol i n e n - Vorträge, sowie vierstimmiger Gesang nut Zitherbegle,tung vorgesehen sind. Freunde dieser vench'edenen vom Verein gepflegten Gattungen volkstümlichen MnNz.erens, welche nicht Mitglied des G. Z.- u. M.-Chors sind, seien darauf aufmerkjam gemacht, daß auch N ichtmitglleder Zn-
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schönen örmat ein freundliches Gedächtnis bewahren möge. Ein ^och auf den Scheidenden, in das die Anwesenden begeistert ein* immmten, beschloß bie zu &erjen gel-ende Rede. Alsdann sprachen noch namens der Kreisschulvommiision Kreissamlinspckwr ^eucr- bach, namens der KreiSamtsduceau- und Kreisbeamten Mcis- amtyburemuwrfbeber 5) a ch und als Mitglied des Kreisausfchusscs Rendant W o l s s ch m i d t - Schotten Worte der Anerkennung, Liede und Beret/rnng. Kreisamtmaun v aber körn dankte für die vielen Ehrungen und gelobte, daß er nie den Kreis cdwtten und seine biederen Bewohner vergessen werde, auch in der Ferne werde er ein treues Andenken an den Vogelsberg bewahren. Lein vvch galt dem Kreis Sätvtten und seinen Beivvhiiern, von denen er mm gezwungen sei, Ab'chied zu ne innen. Rendant W o l s, ä> m i d t bradite dem Geh. Reg.-Rat Schönfeld em begeistert aus genommenes £>od) aus, das von diesem mit einem herzlichen 4)vd) am seine zweite Sximat, den schönen Vogelsberg, imb seine biederen Be- ; iLvbnrr erwidert wurde. Rendant Wolfsdtmidt begrützlc hieraus und) den Nad>folger des Kreisamtmanns Labeikorn, K^eisamtmunn Tr Probst, im Namen der Versammlung und gab der vonnung Ausdruck, daß dieser es sich angelegen fein lassen möge, dem ^i- spielc seines Vorgängers zu folgen. Tie Bcrfanmrlung endete I gC9L7c W i e sbaden . 3. Nov. Rein aus Menschenliebe will der Bergmann Gruft Balzer aus Botten hör n bei Bi ed en - köpf eine £>erberge ausmacben, weil die drei anderen G-astivirlr jid) nnebnbolt weigerten, Öandwerksbnrfclsen auszunchmen Ter Kreisaussdiuß lehnte die Erteilung der Erlaubnis »um GkiftWnrt- schastsbetriebe ab, in der Bcsürd>tung. daß durch d<is Ausmad>en nncr &erberge noch mehr Öandwcrksburfcben zitzielsen wurden, aber auch für Botten Horn, emen Ort von 800 Eüvvohner, dr n Wirtsd-asten durd^aus ai,sreid>end seien. Tiefem Urteil schloß sich der BezirksaiiSschuß Wiesbaden heute an und wies die Klage Dsrenfällig ab. Ter Strei live rt wurde auf 3000 Mark lest gesetzt.
Die hessische Gemeindesteuerresorm. 11
RB. Darmstadt, 4. Nov. <
Dtt gemeinsame Beratung der Gemeindest«utr te form । Aschen Rcgieriing und F-inanzausschuß ist heute zu (Ärde gesuhrt । wrben Zn der morgigen Sitzung des Ausschusses soll die Fest fdluna und evcnt. Abstimnnmg über die bisher si^aßtcn Be Söff "«folgen und darnach der AussckMßreserent mit der Ferttg- Äg seine- umfangreichen Berichts beauftragt werden, der dann änsang näd>fbm Jahres den Kammermitghe^rn un irud zu. jcfteflt werden dürste. Es ist danach Aussicht vorlsanden, baB Ist: Plenarberatung über die Gemein de st e u e r r c, 'orm nach Fertigstellung des Staatsvoransd)lags für 1310, also m Monat April, ixmftatten gehen tont.
In der I>aitiflcn Sitzung, welcher von der Regierung die derreii Rlnister Braun, Geheimeräte Best mrd Tr. D e ck e r, jowic Ä Obersinanzrat Tr. Knell beiwohnten wurde zuerst der Bericht des Abg. Dr. Osann über den Ulrichs chen Nu trag nbetreff der Abänderung der G e w e r b e i n s pe k t i o n verlesen - nd nenelrmigt. Bei Fortsetzung der Beratung über die Gemeinde ■ftcntrreform berichtete der Ausschußreferent, Ubg. M olt h a n , «ingel>end über eine Eingabe des Oberkonslswrmms wegen ^rei- «abe der Psarr- und Sdarlbesoldungsgüter von.der Steuer. Tas Gesetz vom Jahre 1827 schrieb vor, daß dre cms diese Guter ent- lallenden Steuern aus der Staatskasse gedeckt werden sollen. Seit tiefer Zeit hätten sid> die Verhältnisse wesentlich geändert alle (Einnahmen aus den Pfarr- und L-chulguteni fielen setzt bet der ejanJijdxm Kirche dem Zentralkirchenfonds zu, und bei der IfltbolW’n Kirche gebe der Staat einen Zuschuß, damit der Mindestgehalt eines katholischen Geistlidien loOO Mark betrage. SJürbe ictzt die Steuerfreiheit auigchoben, so uiusit^u bet der evangelischen Kirche 40 000 Mark vom Zentralkirchenfonds, bei der katholischen Kirche 10 000 Mark .werden Es
Serbe in der Denkschrift des OberLrnslstoriumS eine Aolosung »erlangt; die politische Gemeinde solle als Ablösung den 2d fachen yetrag der jetzigen Steuer zahlen. Gehermerat Best erklärte zu diesen Ausführungen, die Dcrhältnilse kr evangelisdien Pfarrer Htten feit dem Jahre 1875 eine wesentliche Veränderung erfahren. Die Pfarrer bezögen Einkünste Nicht mehr aus deii Psruuden, sondern ihren Gehalt aus dem Aentralkird)enfvn.§; die fatt)ol;.|d)i Lirche dagegen lege für die Bezüge ihrer Geiftlick)en allmdings die Einkünfte aus der Pfründe zugrunde. Mit Rstckncht,hieraus l,abe man sich zu entscheiden, ob nun entsdsadigungsloie Aup Übung der Steuerfreiheit beschließen wolle oder ob die Ent- idsädigimgsmöglickfkeit zugegeben sei. /^_^^rung ftehe aber auf dem Standpunkt, daß eine, erfatzlose Aushebung des Privilegiums das richtige sei. Es sei doch nickst angängig, daß uc irdien steuern, wie dies bisher geschah, aud) vvn den Angehörigen anderer Konfessionen ausgebracht toüroen.
Abg Brauer schließt sich dem Regierungsvorschlag aus Be- bitigung der Steuerfreiheit Schuld und Kirchengüter an: die >ragc, ofr eine Ablösung an die Kirchengemeinden ftattsinden olle oder nicht, sei eine offene. Minister Braun ist gegen eine Ablösung, da diese doch dann wieder auf sämtliche Gemcinde- angehörigeu ausgeschlagen würde: dies sei unrecht, denn für die Bedürfnisse der kirchlichen Gemeinde sollte nur von Angehörigen her betresfenden Konfession gesorgt roerben. Ebenso spricht sich lüg Ulrich aus. 2Ibg. Moltbau wies wiederholt daraus hin,' daß die Grundlagen des Gesetzes vom Jahre 1827 gegen 'nen jetzigen Zustand, wonach die Geistlichen feste Gehälter haben, jid) bebeutenb geändert Haven.
Der Ausschuß waiidte sich darauf nochmals der Warenhaus- uiid Filialsteuer zu. vicrzu lag em Antrag oes Abg. Dr. Osaim vor, in welchem die Heranziehung des Umsatz es verlangt wird. Die Gestaltung der Steuer soll den Gemeinden anheimgegeben werden, welche durch Ortsskatut darüber Aestimmung treffen tonnen. Bei der weiteren Besprechung über hiesen Antrag wurde auch der Vorschlag gemacht, eineBegrenzung der Steuer nad, über, im Gesetz mit auizunehmen. Diesem Vorschlag, dessen nähere Foimulierung als Antrag für Water Vorbehalten bleibt, stimmt die Mehrzahl der AuSfchuszmitglieder zu. — Nächste Sitzung Freitag 10 Uhr.
— ,(Sin ewig blauer Himmel".
x Schotten, 3. N»v. Mrzlich fand tm Anschluß an dieI LLUptversarnrnlnng des landw. Bezirksvereins Lochotlen, zu Ehren d^^i Schotten an das Broßh. Kreisarnt Heppenheim versetzten K^i^amtmanns Haber körn, im Gasthause .zur Krone hier ^"Abschieds feier statt. An dein Festessen nahmen 82 Herren teü° Außer den Bürgermeistern bezw. Beigeordneten des Kreist und den Beamten des Kreisamts waren auch Vertreter fast aller hiesigen Behörden erschienen. Zu Beginn der Feier bcarüHtc der Krcisrar öcs Kreises Schotten, Geh. Regierungsrat Schönfeld die Fostteilnehmer aufs herzlichste und brachte das teaeistert ausgenommcne Hoch auf den Großherzog aus. — <so> \ kann feierte Bürgermeister D i e h l - Ramrod im Namen der Büraermeister des Kreises den Scheidenden in herzlichen Worten, l-ch dessen Verdienste um das Wohl der Gemeinden des . Kreises hTöor unb brachte mit den besten Wünschen für iem ferneres Wohlergehen ein Hock) auf ihn aus. Geh..R.eaierungsrat cho n -
l b fnelt die eigentliche Fest- mtb Abschneosrede. Er öüb em | cmäsübrlid'es Bild der Tätigkeit des Kreisamtmanns »aberkörn ans jedem Gebiet der Verwaltung des Kreises und rühmte besonders seine außerordentliche Arbeitskraft und seinen me^ver- sagenden Fleiß, aroßf Gewissenhaftigkeit, Pslichttreue und Lach kenntni^- Nicht wr als Beamten, sondern aud> als treuen Freund und als sttts bereiten, wohlwollenden Berater aller Kreismsanen, habe er ihn tennen und schätzM geiemt. xer scheidende KreiÄ- amtmann sei ein Sohn des Vogelsbergs, ein Nachtomme cmer saft 400 Jahre in Windhausen ansässigen Familie, bie dem Ltame ftct8 l/ervorrageiibe Beamte gestellt habe. So berühre alle An- aeböriaen drö Kreises der Weggang bes Kreisamttnam^ »aber- ^rn naÄ einer vieciähriaen segensreichn Tätigkeit autzerorbent- ftch schmmzlich. Ten besten Wünschen für sein ferneres Wohlergehen füge man die Bitte bei, baß er auch m der Ferne der
Zeichen des Aufschwungs der Partei gestanden, die setzt an Vereinen und Mitgliedern an zweiter Stelle unter den Parteien Hessens stehe Die Versammlung war, so sagte der Redner, | beherrscht von der Gestaltung des Verhältnisses imudxn den beiden liberalen Parteien Hessens. Während tne Vertreter Gießen- eine versohlstiche Haltung gegenüber den Nationalliberalen ein- nahmen, waren bie übrigen, namentlich bie Rb/inhesten, mehr für eine entfchiebene Bekämpfung der hessischen Nattonalliberalen in ihrer jetzigen Gestalt. (Die auj der Versammlung angcnommmen Resolutionen bctr. Stellung zu den Nationalliberalen und Einigung der Linksliberalen haben mir bereits mitgekdt. Red.)
Die Organisattonstätigkeit ist in Rheinhessen am weitesten gediehen, es folgt in zienstichm Abstand Starkenburg und m sehr weitem dann Obcrhessen, trotzdem die Wahlkreise Gießen und Alsfeld bei richtiger Arbeit vielleicht am leichtesten m »eilen zu holen seien. (Lebh. Beisall.) Oberlehrer Dr. Klein regt eine Resolution für bie Einigung bes. LinksUberali-mu» an, welcher Gebanke von Justizrat Metz, Prvsenor Urstadt und Stabt. Eichenauer unterftützt wird. Die Resolution findet hieraus
grau Steinhell vor d«in Schwurgericht. IL
4 Paris, 4. Nov.
Die Angeklagte macht bei ihrer Vernehmung einen recht theatralischen Eindruck. Sie legt sich ihre Antworten recht svrg-- fälttg zurecht und ist besonders bemüht, recht gesühlrwll zu erscheinen, ein Versuch, der ihr aber gegenüber der gemessenen Art des Vorsitzenden wenig nützen dürfte. Ter Vorsitzende geht zunächst mit der Angeklagten deren Jugendjahre durch. Frau Stein- heil verwahrt sich dagegen, daß ihr Vater em Trunkenbolo gewesen sei, das hätten ihm feindliche Leute erfunden, denen seine Heirat mit einer armen Gastwirtstochter nicht gepasst hätte. Der Vorsitzende hält ihr vor, daß sie bereits als Krnd lügnerisch und lasterhaft gewesen sei. Dieses Zeugnis stamme von ihren Verwandten und ihren Lehrerinnen. Frau Sternhest behauptet, baß ihre Verwanbten ihre größten Feinbe gewesen seien. Auch ihre Lehrerinnen seien ihr mißgünstig gesinnt gewesen. Erne davon habe das Gerücht verbreitet, sie habe ein Verhältnis mit einem Oft'izier, aus dem ein uneheliches Stinb stamme. Es wird dann bas Eheleben ber Frau Steinheil erörtert. Ter Vorsitzende stellt [aus der Voruntersuchung fest, daß das Verhältnis zwischen den beiden Ehegatten von anfang an nicht gut war. Frau Sternhell beschuldigte einem Arzte gegenüber ihren Mann, homosexuelle Beziehungen zu einem Modell zu haben. Die Angeklagte gibt jeht an, baß sie durch einen anonymen Brief über bie unnatüt- lichen Neigungen ihres Mannes unterrid)tet worden sei. Sie habe daraus das betreffende Modell aus dem Hause gejagt: im übrigen habe sie das Bestreben gehabt, ihren Mann nach Möglichkeit zu unterstützen. Sie habe sosort nach ihrer Verheiratung einen Saion eröffnet, um ihren Mann bekannter zu machen und ihm Gelegenheit zu geben, für seine Gemälde Käufer zu finden. Die Angeklagte behauptet roeiier, daß ihr Mann von ihren Lieb- I schäften nichts gewußt habe, er sei in jeder Beziehung ein Ehrcu-
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Zweites Blatt 159. Jahrgang Freitag 5 November 1909
Giehener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Gberhesien
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Bauptüerfammhinß de§ srelsinnigen Vereins,
h. Gießen, 5. N-ov.
Ter freisinnig« Verein hielt gefrem inUer Dem Vorsitz des Iuftizrats Metz seine ordentliche Generalversammlung im Ein- lvrnsaal ab, die reckt mit besucht war. Nach dem« von brüt 1 Lchrift- iüfrer Stadtv. Dr. Ebel erstatteten Rechenschaftsbericht eutivicMte der Verein im abgelaufenen Jahr im Gegen,atz.zu den Jahren vorher eine recht lebhafte Tätigktt, trotzdem es tut Gießen ein Jahr ohne Wahl war. "Neben den wlchttgen allgemein volllischen Vorgänge war namentlich der Uebertntt des nammal- svzialen Vereins die Ursache zu diesem Auffchwung Die Mit- stiederzahl stieg von. 155 anf 198,, durch dm Tod verlorner Verein drei treue Mitglieder, die »erren Christ, vruttg, Flimm sen. imd Konimerzienrat F. C. B. Ko ch, vvn,deneil nanieii.- lick der letztere für den Verein und bie fteisimiige Lache überhaupt sich sehr verbieiit gemacht hatte. Neben bem 27 Mitgliedern zahlenden Hauptvorstand wurden innerhalb des Vereiiis ein llgitatrons- ausschuß für das Land, ein solcher sstr di« Ltadt, ein Ausichuß zur Revision der Satzungen und ein Ausichuß zur Vegrimdung einer Jugendorganisation gebildet. Tie Landagitativn machte bis jet-t gute Fortschritte; feste Organisationen entstand^ in Ltd), Taubringen, Lollar und Nidda und anberc ,md iir Bildung begriffen. Auch die Bildung einer liberalen Jugcmdorganisatton ist durchgeführt worben. Innerhalb des Bereins ivurben 4, teilweise recht gut besuchte Vorträge gelten. Dre volitisd^ Lage in TentscUand sei gek-iinzeich-net durch die von den Koniervaiiven und Ultramvntanen gemadite ReidtsTmmrzresiorm, die loirtid^ait- sich recht unanaenelstne Folgen durch bie ^rteuerung zahlreicyer Verbrcmdisartikel u. die in manchen Berufen lich bemerkbar mad>enbe Arbeitslosigkeit hatte. Dazu werde der Mit der wg. Rewrni beabsichtigte Zw^t einer dauernden Geiunbung der Reichslmauzen nicht erreickst. Eine gute Foläe i^: Neichsstnanzreformsei vor allem der Umstand, daß sich die Nationallioeralm Wieder mehr auf ihren Liberalismus besonnen hcitteii. bie seit ber Annahme ber Fwanzrefform vorgenomm mcm Wahl«r wt allem den Sciirfbcirootraten zugute gekommen, sei der beste Beweis barur, daß auf die Dauer nicht gegen die Liberalen res^ werben könne
Die hes fisch en L an b t a g s wa h le n brachten bem m sinn keine neuen Manbate, aber in den kommetiben ondtags^ verhcmblungen bie Geiiugtuung, baß bei der Wahlrecytsrwrlagi. iid- die ganze Zweite Kammer hinsid)tlid) ber Der Ml luugsa .iberun gc n bem Stanb punkt der Freisinnigen nähere. G e m ein beste u e r r e s o r m Wirb voraussidstlick im Laufe bes Winters eme Versammiung bes Vereins befdjäftigen. Sehr bebenklich ist die schlechte Finanzlage bes Landes, bte tm weimtltdLN burck den preußffch-hes 1'4dien Eisenbahnvertrag, den zu großen Bearnt^ avvarat und bie zu kostspieligen Bauten hervorgerittmist ^s ist somit mit einer auserordeutlichen Erhöhung, der <-taatssteuern zu rechnen intb es in erfreulich, baß in Gießen wemgstms d»e städtischen Steuern nicht in bie Höhe gehen werden. ~er Jteoneir sprach iid) für bie Einigung ber Links_liberal.eri ta& und gebachte sckstießlich der beiden in ben letzten Dagen Seitorbsicn Führer der freisinnigen Mrteien, Reinhart Schmidt und Leopold Sorenemann. „ . , t .
Nach dem mit lebhafteni Beifall aufgenommenen Berich-, tolgtc ein Bericht über die Sitzung bes freisinnigen L and e S- aus schuss es vom 17. Oktober. Die Versammlung habe un
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