Ausgabe 
6.10.1909 Erstes Blatt
 
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wolle Man schreibe ule.) ckI:t. inc& srlrfame Pläne yr 6s daß er die 2 : nnc gm-- uns aufre zen werde. Wenn wir angegriffen werden sollten, würden wir uns verteidigen An c.nc Kriegserklärung denken wir gar nicht." Madrid. 5. 21.'. Mit

das; anstatt der ganzen Tivisimi t?? (Generals Ampudia nur eine Brigade nach Melitta abgehen würde: um Verstärkungen in dieser Höe,e bat übrigens General Marina auch nur._________________________________________________

Deutsches Neich.

Aus Königsberg wird gemeldet: Ter Kaiser ist mit dem Fürsten zu Tohna am Dienstag um 12 Uhr 38 Atin. hier eingctroffeii und auf dem Bahnhöfe vom Oberpräsidenten von Windheim emvfangen worden. Dom Bahnhofe begab sich der Kaiser nach der Kaserne des Grenadier-Regrntents Nr. 30, wo er im Offizierskasino das Frühstück einnahm. Um 31, i Uhr erfolgte die Abreise nach Eadrnen, wo er um 5 Uhr 10 Mm. eintraf. Er begab sich nach dem Schlosse.

Ausland.

Aus Kopenhagen wird gemeldet: Finanzminister Neergaard brachte im Folketing den Fmanzgcsetzentwurf für 1910/1911 ein, der die Gesamteinnahme auf 96 753 788 Kronen, die Gesamtausgabe auf 117 335629 Kronen ver­anschlagt; es ergibt sich also ein Defizit von 20581841 Kronen. Für die ordentlichen und außerordentlichen Aus­gaben des Kriegs- und Marineministeriums sind zusammen 35818888 Kronen angesetzt, und die gesamten 21usgabcn Jur das Kriegs- uno iOiarineminiftcnuni gegen das Vorjahr um ungefähr 13*2 Millionen stronen erhöht worden. Ter FinanMinister hob hervor, daß and) die Ausgaben für humaüe Zwecke beständig stiegen. Tic allgemeine finan­zielle 2a g e sei zwar recht ernst, aber das Wirt­schaftsleben des Staates sei gesuno nno besitze große Ent- wicklungsmöglichleiten. Tic Einführung neuer Steuern wolle die Regierung vermeiden, jolang dies möglich sei.

Aus Paris wird gemeldet: Am Tienstag nachmittag wurde unter Beteiligung von 63 Avgeordneteii vieler Staa­ten die Konferenz zur Regelung des intccnaiionalen Äutomobilverkehrs eröffnet. Als erster Vertreter Deutschlands fungierte Botschaftsrat Frhr. v. d. Lancken.

Aus Konstantinopel wird gemeldet: Am Montag ist ein Transportschiff Truppen, einer Gebirgsbatterie und ei.ner Maschineuigewehrableilung jvwie Lebensmitteln und Munition an Bord, nach fernen abgegangen

Aus Tanger meldet die deutsche Kabelgramm- gesellschaft: Nachdem die Presse Europas für und gegen die marokkanische Anleihe Stellung genommen hat, .hat der mit den maroltaliischen Verhältnissen eingehend vertraute deutsche Staatsangehörige Rens ch h a u s e n er­klärt, die Anleihe sei das einzige Mittel, den deutschen Gläubigern Marokkos zu ihrem Gel de zu verhelfen. Nur durch die wiederholten Ver- l'idjenmgcn der deutschen Regierung, daß ihre Forderungen burd) eine Anleihe, an deren Zustandekommen gegenwärtig gearbeitet wird, befriedigt werden könnten, hätten sid) die deutschen Gläubiger des Machfens in Tanger und Casa­blanca Hinhalten lassen. Jede Verzögerung in den An­leiheverhandlungen bilde für sie einen Verlust. Tic Be­zahlung der deutschen Forderungen durd) eine Anleihe hätte zur Folge, daß neue Gelder denl deutschen Handel Marottos zugeführt und neue deutsche Unternehniungen .ins Leben gerufen würden, die jetzt unterbleiben müßten, weil die Kapitalien der größeren deutschen Firmen Ma- -rot'kos sestgelegt und dent Verkehr entzogen seien.

Aus Staöt und Land.

Gießen, 6. Oktober 1909.

* * Tageskale über iür Mittwoch, 6. Oktober: Stadl­theater:Tic fremde Frau". Anfang 7 Uhr.

*

" Das Großherzogspaar in Karlsruhe. Ter Großherzog und die Großherzogin begaben sid) gestern früh in die Grablirche im Fasanen gart en und legten an dein Sarge des Großherzogs Friedrich einen Kranz nieder, Hier- vuf besichtigten die Gäste mit dem Großherzog und der Großherzogin von Baden die Thoma Ausstellung im Kunst verein und daran anschließend die Majolila-Manufakkrtr. Um 1 Uhr sand Familienfrühstück im Groß!). Palais statt. Die Abreise nach Friedrichshafen erfolgte um 21 , Uhr.

* * Pfarr Personalien. S. ft. H. der Gr oh Herzog haben den cuang. Pfarrer Friedr. Ritter zu Ober- Ingelheim, Dekanat Mainz, auf fein Rachsuchen unter An- erfennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt.

* * Lehrper son alien. Uel^er tragen nnndc dem Schul- Verwalter Marl '211 e 11 c r zu (ilintbad) bie Lchrerstelte an Der dortigen Gemenweschule.

* * Geh. Oberbaurat Schmick soll denmächst )einen Wirkungskreis tnilaifen und von Darmstadt nad) M ünchen übersiedeln wollen, ycvr Schmick, der, wie auch unser Stadt-- baumeister Braubach, int Auftrage dcs Reichskanzlers im Vor jahre mehrere Monate in den deutschen Kolonien zubrachte, um die dortigen Wasfcrverhältnissc zu prüfen, bat vor kurzem den erswn PveiS iür seine Stmnueibcraidagen int bayerischen food) .gebirge erhalten. Mit der Ausführung dieser Bauten soll dem nächst begrünen werden.

Der 3um französischen Generalkonsul in Frankfurt a. M. ernannte Pierre Marie Richard, dem das ReichSexeqnatur erteilt wurde, ift zur Ausübung konsularischer Verrichtungen in Hessen zugelassen worden.

Sladttheater. Tas geplante Gastspiel von Frau Luise Willig mußte wegen Urlaubsschwierigketten der Künst­lerin aufgegeben werden. ift der Direktion nun gelungen, in der berühmten Tragödin s2( bele Sandrock einen glän­zenden Ersatz zu hüben. Frl. Sandrock wird demnach am Mittwoch, 13. Oktober, mit einem Ensemble von Berliner Bühnenkünstlern hier ein einmaliges Gastspiel auS Gabriel d'Annunzioö ,03 ioconba" absolvieren. Sowohl die ftünsl- Icrin, wie der Autor kommen zum crftcnmalc in Gießen zmn Wort. Adele Sandrock ist ziveifellos eine der bebeutcnbftcn, wenn nicht die bedeutendste und eigenartigste der Heroinen großen Stiles der Gegenwart. Ter Direktion ift es geglückt, für dieses Gastspiel eine Vereinbarung zu erzielen, wonach die Abonnenten Preisermäßigung genießen, ,vas gewiß will­kommen geheißen wird. Roheres wird noch bekannt gegeben, doch werden Vorbestellungen schon von jetzt ab auf dem fll)catcrbureau entgegengenommen.

* Vermißt. Aus Weilburg wird uns geschrieben: Der Kandidat des höheren Schulamtes Luckei) ist ohne jeden ersichtlichen Grund er hat sich stets als tüchtiges Mitglied des pädagogischen Seminars gezeigt ivahi- jdjemlid) in einem Anflug nervöser llebnuijung infolge an­

gestrengter geistiger Arbeit am 23. September von Löhnberg nach Gießen g.fahren und hat seit dieser Zett nichts von sich hören lasten. Nachrichten über den Verbleib des oben genannten Herrn werden an den Gymnasialdirektor zu Weilburg erbeten.

Steinbach, 5. Okt. Eine für diese Jahreszeit seltene Erscheinung konnte heute gegen Abend in der Um­gebung beobachtet werden, ein Herbstgewittcr. Man sah mehrmals deutlich den Blitz und vernahm auch ein verhält­nismäßig starkes Donnern.

H Lich, 5. Okt. Auf unserem Güterbahnhof herrscht in letzter Zeit ein reger Verkehr. Seit etwa 14 Tagen werden von Händlern täglich Zwetschen verladen. Tausende von Zentnern sind schon abgegangen. An manchen Tagen standen in langer Reihe Fuhrwerk hinter Fuhrwerk lind harrten dec Erledigung. Tie Zwetschen, die zum großen Teil in Brannt­weinbrennereien, aber auch teilweise auf die großen Zwetschen- märkte im rheinisch-westfälischen Industriegebiet versandt werden, wurden anfangs nut 2,50 Mk., jetzt noch mit 2 Mk. der Zentner bezahlt. Jetzt werden auch täglich schon Kartoffeln verladen. Für g\itc Speqefartofteln (magnum bonum und ähnliche Sorten) zahlen die Händler 4 Mark für dos Malter. Leider liefert hier diemagnum bonum nicht mehr die früheren Erträge, sie ist in unserem Boden vollkommen auSgeartet. Schon seit einigen Jahren sucht man sie daher durch andere, im Geschmack ähnliche ober gleich­wertige Sorten zu ersetzen, von denen sich hier bie In­dustrie", dieever good (immer gut), dieverbesserte magnum bonum und dieUp-to-date sehr gut ein» geführt haben und sich großer Beliebtheit erfreuen. Beson­ders die beiden letztgenannten Sorten haben in diesem Jahre ganz enorme Erträge geliefert, sie vermögen dazu auch der Cuolität nach die magnum bonum vollständig zu ersetzen. Es sind hier Bauern, die daoon auf dem Normalmorgen 6070 Malter geerntet haben, keine Seltenheit. So sind in der Licher Gemarkung durch die neuen Sorten auch dieses Jahr wieder gute Ernten erzielt worden. Wer allerdings noch diealte" magnum bonum gezüchtet hat, mußte sich mit sehr geringen Erträgen zufrieden geben.

x Nidda, 5. Okt. Tic int Vergleich mit den Vorjahren geringe städtisclfe Ernte an A c p f c l n und Birnen brachte dicsesmai den stattlicr.cn Erlös von 1515,60 Mk. Tic mein als doppelt so starke Ernle des Jahres 1908 brachte nur 2000 Mk. Ucbrigciid hatte der Sturm in letzter Nacht mit dem jd>mcrcn Gußregen' die Bäume arg geschüttelt.

Büdingen, 5. Okt Ter Kreistag beschloß zur .Herbei­führung einer billigen gemeinnützigen Stelleuvermitielung die Errichtung einer K r eis a r b e i ts n a chweis ste l le in Bü­dingen mit Nebennach.veisstellcn in Nidda, Echzell, Dü­bels h e i in und Usenborn. In den Kosten luirö auch die Zentralstelle bet? Mitteldeutschen Arleitsnachtveisverbandes einen Zuschuß von zweihundert Akark gewähren.

L. Friebberg, 5. Okt. Die Bezirksspark ässe bc§ Mathildenstistes hat das Haiisspartassensystem eingeführt. Die Kaste gibt Sparbüchsen ab, die vom Sparer nicht geöffnet werden können. Dem Sparer ist e§ möglich, fein Geld in kleinen Beträgen zu sparen, um bann bie gefüllte Sparbüchse je nach Bedürfnis auf die Kaste zu tragen, woselbst die Be­träge dem Einzelnen gutgeschrieben werden.

= Marburg, 5. Okt. Die zweite Bersammlilng der 34. Hauptversammlung des Hejsischeu Volksfchullehrer- vercius begann mit- Begrüßung der erschienenen Ehren­gäste durch den «Vorsitzenden Lehrer Grebe Kassel, woraus Oberbürgermeister Trojc, Rcgiernngs- und Sdmlrat Dr. Quehl von Kassel, Landrat von Regel ein, der Rektor der Marburger Universität, .Herr Geheimrat Tr. Voigt, Obcrrealschnldircktor M nabe und der Vertreter des deut­schen Lehrcrvereins, Lehrer P l a u c r t, Begrüßungsan­sprachen hielten. Daraus hielt Herr Geh. Medizincurat Prof. Dr. Tuczek einen Vortrag überPädagogik und Pf h ch o p a i h o l o g ie". Nad) halbstündiger Pause sprach Lehrer Wilhelm Brand au aus Kassel überI u - g e u d s ü r s v r g e". Seinen lichtvollen, fesielnden Aus­führungen lagen folgende Leitsätze zu Grunde: 1. Tie sozialen, wirtschaftlichen und geistigen Umwälzungen der letzten Jahrzehnte und die gleichzeitige gewaltige Zunahme unserer Voltszahl haben eine wach,ende Verwahrlosung eines großen Teils unserer Jugeild zur Folge gehabt, die eine große Gefahr für die Zukunft unseres Volkes bedeutet. 2. Tic Lehrerschaft betrachtet es als ihre Aufgabe, alle Maßnahmen und Einrichtungen zu fördern, bie geeignet sind, die gesamte Jugend in torperlidjer, geistiger lutö )üt licher Beziehung zu iväftigen, insbesondere der gefährdeten Jugend günstigere Erziehungsbedingungen zu schaffen. 3. Im Interesse einer durchgreifende,! Jugendfürsorge sieht sie es als eine ihrer Hauptaufgaben an, daran mitzuwirken, daß sidi alle Stände und Schichten unseres Volkes zu einer machtvollen Gesamtorganijation vereinigen. And) hält sie die Errichtung eines Ministeriums für Volkswohlfahrt für notwendig, das die freiwilligen Fürforgearbeiten für Jugendliche zweckmäßig regelt und ergänzt. 4. Tic Lehrer- fchaft bedauert, daß man sie von der Mitwirkung an den Jugendgerichtshösen ausschließt und gibt der Erwartung Ausdruck, daß mau die Lehrer be. der in Aussicht flehen den Reform des Strafrechts zur Mitwirkung an allen zum Zwecke der Jugendfürsorge getroffenen Einrichtungen neben Juristen, Aerzten und Theologen als gleichberechtigt heran- zieht. Die Thesen sanden nad) kurzer Besprechung die einstimmige Annahme der Versammlung. Im Anschluß an den Vortrag kennzeichnete der Geschäftsführer derGe- selljchaft für Gemeinwohl" im Reg.-Bez. Kassel, Tr. Recke, die Verbandsbestrebnngen sür systematische Fürsorge der gesährdeten und verwahrlosten Jugend und bat um die Mitwirkung der Lehrerfchast nach dieser Seite hin, derge­stalt, daß sie m allen Woytiayrt-angelegcnheiten den Ver­band in Anspruch nehmen möge.

Lustschiffahrt.

Frankfurt a M, .i latbam, Rangier und d e E a t e r s find bereits hier eingetroffen. B l s r i o t wird morgen abend von Paris ankommen.

Tie Kölner Flugwoche.

Köln, 5. Okt. Ter heutige Flugtag stand unter dem Einfluß starken Windes. Tronbcm wurden um 4 Uhr 45 M die Flugapparate ans dem Schuppen geschafft und gleich darauf ein Ausstiegsvcrsud) Blenots augekundigi, der and) schließlidi gelang und vier Minuten dauerte. Äregi ging dann mit Paulhans Apparat hoch, konnte sich aber and, nur wenige Minuten in der Luft halten Um .3 Uhr 23 Minuten stieg Bl4riot von neuem aus, machte eine Runde über dem Flugfeld, fuhr hierauf in einer Hohe von ekwa 20 Metern nördlich über das Flugfeld hinaus und kehrte Dann zurück, um nad) vier Minuicn langem, ptäd)t gern Fluge zu landen. Tann versuchte Delagrange um

6 Uhr 2 Min. aufzusteigen, konnte sich cb-'r nur zweimal auf ganz kurze Zerr rom Erdboden erheben Bleriot wollte um 6 Uhr 9 Mm einen 'l?afiagierauf'*rieg unter­nehmen. kam aber nicht doch, Worauf er um 6 Uhr 12 Min. nochmals aufnieg und bei ir 'hr als 1<) ScFurdcnmetcr Wind­stärke vier Runden in sechs- Minuten machte.

Antwerpen, 5. Oki Für die hiesige Flugwocke sind bis setzt verpflichtet: Ro agier, Tclagränge, o e Caters. Schluchrer. Außerdem wird noch der französisd)e Lenkdallon Codiae und der beuts ehe Lenk- ballon Eloutb hier erwartet. Tas dcutfche Luftschiff will versuchen, die Fahrt von Frankfurt nach Antwerpen in der Lilft zurückzulegen.

FriedricysHafen, 5. -Okt. Heute vormittag traf Prinz Heinrich mit Korvettenkapitän Mischke, Oe- heimrat Lewalb, Professor Hergesell und Graf Zeppelin imTeundint ^>rujc" zu einer Sitzung zu­sammen, die wahrscyelNl.'th der Abnahme desZ. 3" durch das Reich gilt. Kur; vor Beginn der Sitzung stieg derZ. 3" zu einer Werkstatt en fahrt auf, die ununterbrochen >is zum Abend dauern fall. V^orgen fall ein weiterer Ans­tieg stattsinden, an dem auch Prinz uno Prinzessin Heinrich oroic der Großherzog und die G r o ß h e r z o g i n von Hessen, die im Lause des heutigen Tages in Friedrichs- hasen eintrefjcn roeröen, teilnehmen.

Rewyork, 5. Okt. Wilbur 23right 'erlitt bei seinem heutiaen zweiten Ausstieg einen Motorschaden, weshalb er die Fahrten aufgeben mußte.

handel.

Tie 23a br f d>c in 11 a> te 11 einer weiteren Dis­konterhöhung der Reichsbank ist nach den letzten Ber­liner Meldungen noch gewachsen, da die ÄnipMinnng weiter ver­größert ist, als sirr gleichen Zeit des 2Zor,ahres. Allerdings smb mit diesem die Vergleichungen dadurch erschrvert, daß bt-Mx-r mir der Status per 2. CBober vorliegt, wahrem» für das Vorfahr durch das TazNTischeiifallen des Sonntags der 3. Oktober maßgebend war. Es ergeben sich gegen den 30. Scrtcntoer folgende 2Zer- änbenmgen: Ter Mctallbcüand nahm um 44 Millwnen Mk. ab (i. V. im 32 Millionen. Der Wechselbestand hat in den beiden Tagen um 4 Millionen zugenommen, während er im Vorfahre um 58 Millionen Mark tibgc nominell hatte Ter Giro bestand ver­ringerte »ich um 53 Millionen Mk i. V. um 12 Millionen Mk. , hauptsächlich durch private Abhebungen, bcupielifltM'tic für Hinu" tbelenzahlüngen Ter Notenumlauf stieg um 42 Millionen Mk. auf 2064 Biülionen Mk., während er im Voriatire um 7 Mil­lionen Ml ijogciuntmai hatte. Jufalgcdeinai wuchs am ersten Tage der ungedeckte Notemimlaus um m»ch 135 Millionen Mk. (i. B. um 122 Millionen '.»Jet , er nahm am 2. nur um 49Mü- lionen Mk. i. V. um 97 Millionen Mk. ab. Tiefe Situation bringt cs, wie die Frankfurter Zcilmig annimmt, dem Bank - birettorhnn zur Gewißl^it, baß eine weitere Tiskonr- er Höhung unvermeidlich, ob um . Prozent oder gleich um 1 Prozent, ist nod) nicht entschieden, da bisher feine Dir ei ürrialsitzung stattgesilnden hat. Ebenso sind die Meinungen noch geteilt darüber, ob der Ausweis per 7. Oktober abzuwarlen oder vorher schon mit einer Erhöhung vorzugehen tiL

Markte.

th. Gießen, 6. Okt. Der gestrige R i n d v i c h in n r f t hatte einen Austrieb von ca. 1300 Sriirf Großvieh und 400 Sind Jungvieh und Kälbern. Am Mildwiehmarti wurde wi>'der sehr über die schädigenden Wirkungen des Vormarktes geklagt, bei dem diesmal ansehnliche Posten schwarzbunter Ware verkauft wurden, womit nicht nur die Diere, sondern auch ein Teil der Kundschaft dem eigentlichen Markt entzogen murben. Tao Geschäft in Milchkühen war gut zu nennen. Die Preise hielten sich un­verändert auf alter Höhe Einkäufer aus Thüringen kauften größere Posten Simmentaler Vieh. Ter Fettviedmarkt verlief lebhaft bei leicht anziehenden Preifcn Tao Geschäft in Star m war weniger lebhaft, da letzt fd)oit Wild auf den Monium befferer Kälber drückt, doch war der Vorrat unterzubringen, als die Ver­läufer uni 1,50 bis 2 Ml. für den Zentner abschlugen. Jung­vieh war viel am Markt, aber schwer an den Mann zu bringen. Ein Poften Mastochfen fand bei billigem Angebot gute Ab­nahme. Gangochfen, bie nur in gut leichter Ware aufgefahren waren, wurden für die Provinz ^angefanft, aber nur niäßig be­zahlt. Gehandelt wurden das Stück: Kühe, frischmelkeno und tragend, 1. Qualität 475 vis 530 Mk. -einzelne ötiO Mk. , 2. Qual. 370 bis 450 Mk., 3. Qual 280 bis 350 Mk. Jong­liere zur Mast je nach Form und Aller 100180 Alk. Bezahlt wurde der Zenliier Schlachtgewicht: iür feue Rinder 1. Qual. 7072 Alk., 2. Qual. 6769 Alk.; fette Kühe 1. Qual. 64 bis 66 Alk., 2. Qual. 6062 Alk., 3. Qual. 5656 Mk., Wurstkühe 5052 Alk.; Kälber 1. Qual. 6570 Alk. teinzelue schwere Tiere bis 75 4UIC.1, 2. Qual. 5762 Mk., 3. Qual. 53 56 Alk. i iaug» ochsen luiuöen verkauft das Paar mit 80o 'Dl(., Alaftochfen erhielten der Zentner Lebendgewicht 3136 Alt., fette Ockisen iverdeu m der Gegend in bester Ware mit 7980 DK. der Zentner Schlachtgewicht bezahlt.

fc. Frankfurt a. Al., 6. Okt. Schweiurinarkt. (Crg.« Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkawe standen 1243 Schweine. Bezahlt wtirden: für Schweine 1. Qual. 7577 Pig., pebendgewievl 59,0 bis 60,0 Plg.; 2. Qualuäl 7175 Pfg., Pebeudgewichl 59,u00,0 Pfg., 3. Qual. 6873 Pig. Geschäft langfam, Ucbcriiaiid unbedeutend.

Voraussichtliche Witterung für Helfen am Tom,er.ul; bei 7. Oktober. 2lach vorübergehender Auihefiernng wieder Trübung bei auffrischendem Südweft. Fortdauernd nndeftändig.

Grcginal-Drahtrneldungen.

Dietz, 6. Olt. Das französische ftriegsnunlstenum beab­sichtigt, die Garnison Pont - L - Mousson, die kaum 12 km von den Metzer Forts entfernt liegt, bedeutend zu verstärken. Es soll in allerkürzester Zeit ein Bataillon Infanterie dorthin fomnierf:

Trag, 5. Okt. Der Professor bc. Kirchrntcchts Dahr- mund, dessen Vorlesungen aus Betreiben der Klerikalen von der UnterrickusbeKörbe inert genehmigt wurden, fud;tc, derBo- l-emia" zufolge, um seine Pensionierung nach.

Madrid, 5. Okt. DerHeraldo" meldet aus Tctuan, der dortige Gouverneur habe gegenüber spanischen Jour­nalisten, dem früheren Deputierten und ehemaligen Staats­sekretär des Innern Armcnan, erklärt, der Nif krieg werde, wenn Spanien ihn nicht beendige, lange dauern. Der Feldzug werde von keinem Nutzen sein, auch wenn Spanien triumphiere; beim es handele sich um einen Krieg gegen Rebellen ohne Zahl, die vom Sultan so unabhängig seien, daß weder dieser noch der Maghzen die Verant­wortung übernehmen könnte. Der Sultan ivache eifersüchtig über die Unabhängigkeit seines Reiches und sei gezwungen, sic zu verteidigen. Er einpfinde deshalb tiefes Bedauern über die Haltung Spaniens, imb sein Mißmut werde ver­mehrt durch die Befürchtting, daß er trotz seiner loyalen Freundschaft für Spanien zu einem peinlichen aber unver­meidlichen Bruch gezwungen werden könnte, wenn die Dinge so weiter gehen.

Konstantinopel, 5. Olt. Tic Sonberge|anbt* fchaft zur Begrüßung des russischen Kaisers ist heute nach Livadia abgcrciH.

New-Pork, 6. Okt. Auf derBiktona Luisc^ über- reichte gestern eine Abordn u u g des d e u t j ch e n ft r i e g e r - bundes dem Großadmiial von Köster cm jilberncS Ta f clfcruice für den deutschen Kaiser.